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Published by joharo, 2025-12-23 08:55:18

Heimatblatt 2025 online

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heimathaus-billed.de38.AusgabeHerausgegeben von der HOG BilledBilleder Heimatblatt2025Herausgegeben von der HOG BilledBilleder Heimatblatt2025


Auf der Torontaler Landstraße Ende März 2024. Im Bild der Billeder Kalvarienberg, das Wahrzeichen der Gemeinde.Foto: Hans RothgerberAstrid Ziegler enthüllt die Portraitbüste des Malers Stefan Jäger, eine Schenkung des aus dem Banat stammenden Künstlers Walter Andreas Kirchner für die Billeder Heimatausstellung


Billeder Heimatblatt 2025Dezember 2025 | 38. Ausgabe Inhaltheimathaus-billed.deImpressum Umschlag: Foto Hans RothgerberHerausgeber: Heimatortsgemeinschaft Billed e.V. | Druck: Kollin-Medien | Auflage: 1.000 Redaktion: Hermine Schnur, [email protected] Grafik, Layout und Satz: Hans Rothgerber 2 Unser Heimatblatt 3 Vorwort, von Werner Gilde 4 Auftakt zum 26. Billeder Heimattag 2025,von Astrid Ziegler 8 Das 26. Billeder Heimattreffen in Karlsruhe,von Elisabeth Martini18 Grußwort von Schirmherrin Gabriele Luczak-Schwarz zum 26. Billeder Heimattag20 Grußwort zum 26. Billeder Heimattag,von Thomas Jäger23 Ansprache von Adam Csonti26 Klassentreffen Jahrgang 1965/1966, von Harald Lenhardt28 Klassentreffen 2025, von Heidi Müller32 80 Jahre seit der Deportation in die Sowjetunionvon Hans Rothgerber40 Faschingsball im Karlsruhe, von Melanie Bednar44 22. Kultur- und Heimattage in Bayern,von Halrun Reinholz48 Heimattage 2025 in Temeswar, von Hans Rothgerber50 15. Sommerfest, von Werner Gilde56 ...Herbstfest in Nürnberg, von Renate Frombach62 Traubenball in Karlsruhe, von Heidi Müller66 Gedenkfeier der HOG Billed in Karlsruhe,von Werner Gilde71 Herbstentschluss, Nikolaus Lenau72 Kreuzwegandacht auf dem Kalvarienberg,von Brunhilde Klein und Mihaela Sandor74 Billeder Osterbräuche wiederbelebt,von Ileana-Mihaela Blajovan-Matache 80 Billeder Kirchweih: Tanz, Folklore und Würdigungen, von Bogdan Mihai Dascălu100 Einmal quer durch Rumänien zu meinem Geburtsort, von Erwin Frank104 18. Radtour der Fahrradgruppe, von Werner Gilde106 Das Banat – eine mir bisher unbekannte Heimat,von Ravenna Sailer, geb. Hehn110 Der Holländer, die Wienerin und der Talisman im Auto, von Erika Weith, geb. Leidecker114 Aawerglaawe on Brauche, von Annemarie Ebner118 Wie mer friejer die Seef on de Kallich selwer gemach hat, von Annemarie Ebner geb. Bentz120 Enbrennsopp, von Erwin Csonti u. Wärner Thowias121 Schmorre, von Erwin Csonti u Wärner Thomwias122 Et Leni, et klääni, von Rainer Kierer u. W. Thowias124 Im Reich der Blütenranken und der Sonntagsschrift,von Hermine Schnur128 Die Reise der Gruppe Bürgermeister vom Landkreis Karlsruhe, von Roland und Hannelore Russ136 Trockene Einfahrten in Billed,von Hermine Schnur, Katharina Schiller und Werner Gilde144 Vollkommene Anerkennung nach 40, von Siegfried Thiel148 Ehrung für Werner Gilde 150 Nachruf auf Jakob Muttar, von HOG Billed152 Zum Gedenken an Frau Maria Schaljo, von Werner Tobias154 Weihnachtsgedanken, von Hermine Schnur156 Schachmeisterschaft 2025, von Alfred Selpal158 Statistik unserer Landsleute weltweit, von Werner Tobias und Hans Herbst


2 In eigener SacheGrundsätzlich wird das Billeder Heimatblatt allen Landsleuten kostenlos zugestellt. Da wir für Druck und Versand je Buch 10.- € leisten müssen, bitten wir Sie, eine Spende auf das Konto der HOG Billed, IBAN: DE95661900000000111791BIC: GENODE61KA1 zu überweisen, ein entsprechender SEPA-Überweisungsschein ist beigelegt. Achtung, er muss entsprechend ausgefüllt werden!Spenden können auch auf unser Paypal-Konto überwiesen werden. [email protected] ihre Überweisung einordnen zu können, schreiben Sie bitte auf den Überweisungsschein Vorname (auch der Ehefrau), Familienname, Ortschaft und Zweck. Wir erwarten keine Spende von Landsleuten mit geringer Rente, von Arbeitslosen und von den Landsleuten aus Billed. Wir freuen uns, dass wir Ihnen unser Heimatblatt als Zeichen unserer Verbundenheit übermitteln können. Wir bitten jedoch um Verständnis dafür, dass wir wohlsituierten Landsleuten ohne Gegenleistung die nächste Ausgabe nicht mehr zusenden.Landsleute, deren Anschrift sich geändert oder in deren Familien ein Ereignis (Geburt, Hochzeit, Todesfall) stattgefunden hat, bitten wir um Mitteilung an Hans Herbst, Freiligrathweg 14, 76571 GaggenauTel. 07225-77233, [email protected] Meinungen und Äußerungen zum Heimatblatt, Ihre Vorschläge und Ideen richten Sie bitte an die Email: [email protected], Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Autorenbeiträge sind namentlich gekennzeichnet und die inhaltliche Verantwortung liegt bei diesen. Die Redaktion dankt allen diesjährigen Mitarbeitern für ihre Beiträge und Bilder und möchte gleichzeitig alle Landsleute auffordern, Artikel bzw. Anregungen für das Heimatblatt auch im nächsten Jahr zu senden.Der Vorstand der HOG BilledGewählt bei der Hauptversammlung in KarlsruheVorsitzender: Werner Gilde, Tel. 0721-863891Stellvertreter: Ralf Gilde: [email protected]: Adelheid Müller: Tel. 0178-5708512Schriftführerin: Melanie Bednar, Tel. 0176-72424136 Beisitzer:Elisabeth Martini, Tel. 0721-379214 Email: [email protected] Hans RothgerberEmail: [email protected] Herbst, Tel. 07225-77233Email: [email protected] Tobias, Tel. 0721-865315 Email: [email protected] Tobias, Tel. 06138-941031Email: [email protected] HeimatblattMitglieder unserer HOG, die auch nach Weihnachten das Heimatblatt nicht erhalten haben, mögen sich unmittelbar an Werner Gilde oder Hans Herbst wenden.


Vorwort 3Liebe Leserinnen und Leser, liebe Landsleute,ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns – geprägt von Gedenken, Gemeinschaft und kulturellem Miteinander. Unsere Veranstaltungen haben gezeigt, wie lebendig unsere Heimatverbundenheit geblieben ist, auch wenn wir schon lange Billed verlassen haben und über einige Länder und Kontinente verstreut leben, wobei uns manchmal viele Kilometer trennen.Am 18. Januar gedachten wir in Karlsruhe am Billeder Stein der 80 Jahre seit der Russlanddeportation – ein stiller Moment der Erinnerung an das Leid unserer Landsleute als Zwangsarbeiter in der Sowjetunion.Der 7. Juni stand ganz im Zeichen des Billeder Heimattags, bei dem wir mit einer Ausstellung das 30-jährige Bestehen der Billed-Alexanderhausener Blasmusik feierten – ein musikalisches Erbe, das unsere Herzen verbindet. Positiv zu erwähnen wäre, dass etliche Billeder der mittleren Generation zum Heimattag nach Karlsruhe gekommen waren. Ein hoffentlich nachahmenswertes Beispiel für unser nächstes Treffen.Am 5. Juli durften wir beim Sommerfest des Kreisverbands Karlsruhe erneut die Klänge unserer Blasmusik genießen, die uns auch beim Herbstfest der Blasmusik am 18. Oktober in Nürnberg begeisterte. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass am 20. Juni 2026 das Sommerfest in Karlsruhe und am 3. Oktober das Herbstfest der Blasmusik in Nürnberg stattfinden wird.Besonders bewegend war das Dorf- und Kirchweihfest am 30. August in Billed, bei dem wir 260 Jahre seit der Dorfgründung feierten. In diesem Rahmen wurde Johann Rothgerber zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt – eine verdiente Würdigung seines Engagements. Ebenso wurde eine Gedenktafel für Peter Krier im Heimathaus Billed angebracht, um sein Wirken für unsere Gemeinschaft zu ehren. Unsere Billeder Gemeinschaft, über viele Länder verstreut, hat sich durch ihren überlieferten Pioniergeist aus der Siedlerzeit stets den neuen Lebensverhältnissen angepasst. Ihre Tüchtigkeit und ihr Zusammenhalt haben sich auch in der neuen Heimat bewährt – sei es in Deutschland oder anderswo. Der Einsatz für Tradition, Kultur und Gemeinschaft zeigt sich besonders in der aktiven Mitgestaltung von Veranstaltungen, der Pflege des Erbes und dem Engagement für die Heimatgemeinschaft Billed. Möge das vorliegende Heimatblatt Wissen vermitteln, Erinnerungen wachrufen und in besinnlichen Stunden Freude bereiten.Hier möchte ich noch an das große Schwabentreffen am Pfingstsonntag den 24. Mai 2026 in Ulm aufmerksam machen. Hier kann man Freunde treffen, Erinnerungen austauschen, Neuigkeiten teilen und unsere Gemeinschaft pflegen. Ich lade Sie ganz herzlich ein, nach Ulm zu kommen. Eine Gemeinschaft lebt nur, solange sie Präsenz zeigt und wahrgenommen wird.Das Jahr neigt sich seinem Ende zu und Groß und Klein freut sich auf die Weihnachtszeit. Die besinnlichen Weihnachtslieder wecken viele Erinnerungen in jedem Einzelnen. Die sanften Klänge des Liedes „Stille Nacht Heilige Nacht“ berühren unsere Herzen und versetzen den einen oder anderen in die Kindertage. Erinnerungen an das Wunder der Weihnachtszeit gehören wohl zu den wertvollsten Schätzen, die uns ein Leben lang begleiten.In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen gesegnete Feiertage, viele gute Nachrichten und vor allem Gesundheit im kommenden Jahr.Werner Gilde, Vorsitzender der HOG Billed


4 Heimattag 2025Lieber Werner Gilde, lieber Vorstand der Heimatgemeinschaft, liebe Billeder,dass ich hier heute eine Rede zum Auftakt des Billeder Heimattages halten darf, ist eine Ehre und Freude zugleich. In Stein gemeißelt sind uns die identitätsstiftenden Ereignisse der Heimatgemeinschaft der Billeder vor Augen geführt. Dargestellt ist zum Beispiel die Ansiedlung der ersten Einwanderer vor nunmehr 260 Jahren, aus der Pfalz, aus Baden, aus Hessen, aus WürttemAuftakt zum 26. Billeder Heimattag 2025Ansprache am Billeder DenkmalVon Astrid Zieglerberg, dem Rheinland, dem Sauerland, aus Luxemburg und Lothringen, die Urbarmachung und Bearbeitung des Bodens, der unter dem Pflug der deutschen Siedler zu schwarzem fruchtbarem Ackerland wurde. Dargestellt auf dem Denkmal sind auch Gräber, die für die hohen Verluste unter der Bevölkerung durch Krankheit, Krieg und Deportation stehen. Prüfungen der Leute, Unterdrückung und Unfreiheit sind darauf genauso dargestellt wie der Glauben und die Zeiten des Wohlstands und WohlAnsprache von Astrid Ziegler am Billeder Denkmal


Heimattag 2025 5ergehens in dem Heidedorf, das als Musterdorf Kaiserin Maria Theresias galt. Doch betrifft mich die Botschaft des Steines überhaupt, gehöre ich in die Heimatgemeinschaft, darf ich heute mit Fug und Recht vor Ihnen sprechen? Immerhin habe ich nie in Billed gelebt, sondern nur manche Sonntage und Ferien bei den Großeltern verbracht, als Elfjährige verließ ich schon das Banat Richtung München. Ich kramte also die Unterlagen heraus, die mein Vater Hans Roman aus seinem Billeder Elternhaus aufbewahrt hat, um anhand der Stammbäume ein bisschen Ahnenforschung zu betreiben. Es war berührend, das linierte Blatt in den Händen zu halten, auf das mein Billeder Urgroßvater Johann Pierre, der Heimat- und Familienforschungen betrieben hatte, per Hand seinen Stammbaum gezeichnet hat. Daraus geht hervor, dass meine Ahnen väterlicherseits acht Generationen weit bis zur Einwanderung nach Billed zurückreichen. Meine Vorfahrin Elisabeth Pierre, die Witwe eines Dominikus, landete im Jahr 1766 aus ihrem Herkunftsort Saarburg im Trierer Land in dem neu gegründeten Dorf Billed, dabei hatte sie ihren kleinen Sohn Johann, der damals 4 Jahre alt war. Die Mutter bezahlte wie so viele Einwanderer der ersten Generation, den Mut und die Risikobereitschaft, ein neues Leben im südöstlichsten Zipfel des Reiches, das damals das Heilige Römische Reich deutscher Nation war, zu beginnen mit dem Leben, denn schon sechs Jahre später war sie tot. Ansprache von Astrid Ziegler am Billeder Denkmal auf dem Karlsruher Hauptfriedhof. Foto: Cornel Gruber


6 Heimattag 2025Doch ihr kleiner Junge sollte leben und der Ahnherr einer Familie werden, die über 7 Generationen in jeder Generation einen Johann Pierre hervorgebracht hat. Wie auf dem Stein dargestellt, blieb auch meiner Familie keine Prüfung erspart. Die ersten Ahnen starben jung, zu entbehrungsreich war das Leben als Ansiedler, zu tückisch die Seuchen im ungesund sumpfigen Klima. Doch auch zum Wohlstand gelangt, gab es Schicksalsschläge. Mein Urgroßvater Johann Pierre, der sechste seines Namens, starb in der Bărăgandeportation. Sein Sohn Hans Pierre, mein Großonkel, der letzte seines Namens, fiel im Zweiten Weltkrieg bei Narwa. Es gibt kein Grab, kein Kreuz, keinen Stein, an dem man ihrer gedenken kann, weder im Bărăgan, noch in Russland.Damit sie und die anderen Toten der Weltkriege und der Verschleppung nicht vergessen werden, befindet sich an der Billeder Kirche ein Gedenkstein, der auf Initiative von Peter Krier für die Opfer von Krieg und Deportation aufgestellt wurde und das Billeder Denkmal, vor dem wir gerade stehen. Doch nicht nur die Ahnen verbinden mich mit Billed, sondern auch die vielen schönen Erinnerungen an das Elternhaus meines Vaters, in dem meine Großmutter, von vielen ehemaligen Zöglingen als Kindergärtnerin “MitWährend der Ansprachen am Billeder Denkmal. Foto: Cornel Gruber


Heimattag 2025 7zi Tante” bekannt und mein Großvater, den Billedern als Roman Bácsi in Erinnerung, oft sonntags auf uns warteten. Mit Billed bringe ich Krumbirn-Zucker, Sodawasser, Holundersirup (bodzabor genannt) Pipatsche, Fliederbüsche, Gänsefedern auf der Straße, Hühner im Hof, Kukrutzpuppen in Verbindung. Und natürlich das Kino, Mosi genannt in das ich mit meinem Onkel Franzi nachmittags zum Film gehen durfte. Dass ich zu einem guten Teil Billederin bin, wurde mir vor Kurzem auch in dem Artikel über Hans Rothgerbers Fotoausstellung von Chefredakteur Siegfried Thiel bescheinigt. Dort werde ich als Banater Schwäbin mit Billeder Wurzeln bezeichnet, ein schönes Kompliment.Das Billeder Denkmal wurde am 7. Juni 1987, also auf den Tag genau vor 38 Jahren aufgestellt, zu einer Zeit, die als Symbol darauf abgebildet ist. Der Stacheldraht in der rechten unteren Ecke als Zeichen der Unterdrückung und Unfreiheit meint auch die kommunistische Diktatur, die zu der Zeit, als das Denkmal errichtet wurde, mit ihrer Mangelwirtschaft einen traurigen Höhepunkt erreicht hatte. Und doch neigte sie sich ihrem Ende zu, was damals freilich niemand ahnen konnte. Die Macher des Billeder Denkmals, das für das Werden, Sein, Vergehen der deutschen Gemeinde Billed steht, konnten die Entwicklung ihrer Heimatgemeinde damals nicht voraussehen. Sonst hätten sie vielleicht Platz gelassen für ein weiteres Symbol. Wir haben es erlebt, dass die Billeder, auch die noch dort verbliebenen Deutschen, nach dem Ende des Kommunismus wieder zu Freiheit und Wohlstand gelangt sind. Er führt kein Weg zurück in das Dorf unserer Kindheit und Jugend, denn natürlich hat Billed sich verändert, so wie kein Ort gleich bleibt, weil die Gesellschaft sich verändert, und auch kein Mensch gleich bleibt, da wir uns weiterentwickeln. Doch die Billeder Heimatgemeinschaft hat gemeinsam mit den in Billed verbliebenen Schwaben im dortigen deutschen Forum und im Heimathaus eine stabile Basis. Es ist ein Ort, an den man gerne als Gast zurückkehrt. Als meine Tochter Victoria vor zwei Jahren Vortänzerin bei der Billeder Kerweih war, wurde sie im Heimathaus abgeholt. Dort wurden auch die Kerweihgäste bewirtet in der bekannten gastfreundlichen Atmosphäre, die auch schon zahlreiche prominente Gäste genossen und gelobt haben. Das Heimathaus als Bindeglied zwischen ausgewanderten und in Billed gebliebenen Deutschen, würde es, wenn noch Platz wäre, auch verdienen, auf dem Stein verewigt zu werden. Es stellt einen Brückenschlag dar zwischen unserer zweiten Heimat, der Bundesrepublik, dem Land in dem wir leben, und der ersten Heimat im Banat, die uns so lange wir leben beschäftigen wird. Vielleicht ist ja irgendwo auf dem Denkmal noch Platz für eine Brücke….sonst denken wir uns einfach eine imaginäre Brücke dazu. Eine, die hoffentlich nach beiden Seiten immer passierbar bleibt.Einige von uns werden sie heuer im August überschreiten und nach Billed fahren, um das Gründungsfest der Gemeinde zu feiern. Auch der heutige Heimattag stellt eine Verbindung zum Heimatort Billed her und hat Brückenfunktion. So lasst uns gemeinsam über diese Brücke schreiten und als Heimatgemeinschaft, deren Teil zu sein mich mit Freude erfüllt, einen schönen, segensreichen, fröhlichen Heimattag begehen.


8 Heimattag 2025Wie unser HG-Vorsitzender Werner Gilde während des Billeder Treffens am 7. Juni 2025 – vor dem Pfingstfest – erwähnte, war an dem Wetterumschwung – dass es zu regnen aufhörte, als wir es so sehr wünschten - da oben ein „Schwob“ mitbestimmend wirksam. Es wurde auf dem Karlsruher Hauptfriedhof traditionell der Heimat, der Ahnen und der wichtigsten Ereignisse in unserer Vergangenheit gedacht, wie auch der Leiden und Opfer unserer Gemeinschaft.Es begann mit dem Erklingen der Billeder Kirchenglocken und dem zu Herzen gehenden „Über den Sternen“ der Bläsergruppe unter der Leitung von Jakob Groß und Adam Tobias.Anschließend sang der Banater Chor unter der Leitung von Ortwin Meinhardt “Segen will uns tragen“, wonach Astrid Ziegler eine Gedenkansprache besonderer Art hielt. Ihr war es wichtig, auch die persönlich-familiäre Verbindung zu Billed hervorzuheben. Sie ging auf die DarDas 26. Billeder Heimattreffen in KarlsruheEin Fest der angenehmen ÜberraschungenVon Elisabeth MartiniDie Bläsergruppe unter der Leitung von Jakob Groß und Adam Tobias eröffnete die Gedenkveranstaltung am Billeder Denkmal auf dem Karlsruher Hauptfriedhof


Heimattag 2025 9stellungen des Billeder Gedenksteins hier auf dem Karlsruher Friedhof ein, auf seine Botschaft und die Tatsache, dass sie zwar nie in Billed gelebt hat, sich aber durch die Besuche bei den Großeltern auch zu unserer Gemeinschaft zählt. Bewahrte Unterlagen weisen darauf hin, dass Vorfahren 1766 aus Saarburg im Trierer Land nach Billed kamen und mehr als 7 Generationen das Schicksal der Billeder teilten.Die Rednerin erwähnte auch die Gedenktafeln vor der Billeder Kirche für die Toten der Weltkriege und der Verschleppungen, die durch den Einsatz unseres unvergessenen Ehrenvorsitzenden Peter Krier für immer gegen derartige menschliche Verirrungen mahnen. Auch ist sie stolz von anderen als „Banater Schwäbin mit Billeder Wurzeln“ genannt zu werden, dem Billed, wo sie gern ihre Ferien verbracht hat. Auch meint sie, dass auf unserem Gedenkstein hier in Karlsruhe – falls sich noch ein Plätzchen findet - das Heimathaus in Billed als Bindeglied zwischen Ausgewanderten und in Billed Gebliebenen verewigt werden sollte – das Forum mit bleibender Brückenfunktion.Nach dem Chorlied „Segne du Maria“ trug Melanie Bednar das Gedicht „Mein Heimatdorf, mein Billed“ von Margarethe Pierre vor, wonach die Kranzniederlegung durch Werner und Ralf Gilde erfolgte.Werner Tobias fiel die schwere Aufgabe zu, die im Verlaufe der letzten zwei Jahre Verstorbenen mit genauen Daten vorzulesen. Und es waren nicht wenige: 81 gingen von Der Banater Chor unter der Leitung von Ortwin Meinhardt sang das Lied “Segen will uns tragen“


10 Heimattag 2025Melanie Bednar trug das Gedicht „Mein Heimatdorf, mein Billed“ von Margarethe Pierre vorElisabeth Luckhaub betete mit den Anwesenden für die Verstorbenen und die Lebenden


Heimattag 2025 11Kranzniederlegung durch Werner und Ralf Gilde. Fotos: Cornel GruberWerner Tobias las die Liste der in den letzten 2 Jahren Verstorbenen vor.


12 Heimattag 2025Gruppenfoto nach der Gedenkfeier vor dem Billeder Denkmal auf dem Karlsruher Hauptfriedhof Videofilmer beim Fotoshooting mit dem Billeder Kirchweihstrauß Videos vom Billeder Heimattag 2025Links: QR-Code des Videos von MitHansiumdieWeltRechts: QR-Code der Videos von Eduard Thöresz


Heimattag 2025 13Platzkonzert der Blaskapelle Billed-Alexanderhausen auf dem Anwesen der Familie Müller in Karlsruhe Neureut


14 Heimattag 2025uns und zwar 41 Frauen und 40 Männer, die wir ehrten, während die Bläser „Zum ewigen Schlaf“ erklingen ließen. Elisabeth Luckhaub betete mit den Anwesenden für die Verstorbenen und die Lebenden, segnete sie auch mit heimatlichem Weihwasser, wonach der Chor “Leise sinkt der Abend nieder“ sang und die Bläsergruppe „Die güldene Sonne blies“.Werner Gilde dankte allen an der Feier Mit-Wirkenden wie auch allen zur Totenehrung trotz Wetter- Unsicherheit Erschienen und verwies auf das anschließende Fest in der Kirche und im Saal.Um 13:30 erfolgte die Eröffnung im Foyer der Badnerlandhalle der von Adam Tobias organisierten Bildausstellung „30 Jahre Billed-Alexanderhausener Blasmusik“, eine Würdigung besonderer Art.Der Festgottesdienst in der St. Judas-Thaddeus-Kirche mit Banat-Priester Paul Kollar, dem Chor der Banater Schwaben Karlsruhe unter der Leitung an der Orgel von Sonja Salman und den Solistinnen Melita Giel und Irmgard Holzinger war beeindruckend, zumal die Verbindung von Glauben und Heimat auch diesmal spürbar war und wahrscheinlich bleibt. Im Festsaal begrüßte Eröffnung im Foyer der Badnerlandhalle der von Adam Tobias organisierten Bildausstellung „30 Jahre Billed-Alexanderhausener Blasmusik“. Foto: Cornel Gruber


Heimattag 2025 15der Vorsitzende Werner Gilde nach dem Einmarsch der Trachtenpaare alle so zahlreich erschienenen Billeder und Gäste, zuerst die Ehrengäste Josef Göpfrich-HOG Alexanderhausen; Norbert Neidenbach- HOG Großjetscha; Dietmar Giel- HOG Kleinjetscha; Hans Berger- HOG Hatzfeld; Werner Wolf- HOG Triebswetter und fügte hinzu: „Scheen, dass der zu unsrerem Treffe komm seid!“, vergaß auch nicht die Grüße unseres Bundesvorsitzenden Peter Dietmar Leber zu übermitteln. Nicht zu vergessen ist, dass es in diesem Rahmen auch das „260- Jahre-Jubiläum“ seit der Gründung von Billed zu feiern galt.Nachdem die Deutschland- und danach die Banater Hymne verklungen waren, verlas Ralf Gilde das Grußwort unserer Schirmherrin die durch Krankheit verhinderten Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz.Tanzdarbietungen der Kindertanzgruppe unter der Leitung von Lara Tröster und der Erwachsenen-Tanzgruppe unter der Leitung von Melanie Bednar wechselten sich mit den Grußworten von Ortsvorsteher Neureut Thomas Jäger und die vom Vorsitzenden des Heimathauses Billed Adam Csonti ab, der mit Frau Roswitha angereist war und auf die und ihre Leistung wir mächtig stolz sindFestgottesdienst in der St. Judas-Thaddeus-Kirche mit Banat-Priester Paul Kollar. Foto: Cornel Gruber


16 Heimattag 2025Besonders gut aufgenommen wurde von allen im Saal die Ehrung der ältesten Anwesenden, vorgenommen durch Werner Tobias, Hans Herbst und Heidi Müller. Mit Pralinen wurden die Frauen Elisabeth Pfeifer, Maria Muhl und Elisabeth Tobias, mit einer Flasche Wein die Männer Johann Muhl, Friedrich Gilde und Adam Tobias geehrt. Eduard Thöresz gab das Gedicht „Mei Darf“ von Michael Müller aus Grabatz mit Erfolg zum Besten.Nach der „Paulpolka“ durch die Erwachsenentanzgruppe erfolgte der Ausmarsch der Trachtenpaare und um 19 Uhr die Jahreshauptversammlung der HOG mit Diskussionen, Vorschlägen für die Zukunft, Neuwahlen.Natürlich gab es auch ein Klassentreffen, das der Jahrgänge 1965 bis 1970, zu dem Hans Martini sogar aus Chor der Banater Schwaben Karlsruhe unter der Leitung an der Orgel von Sonja Salman und den Solistinnen Melita Giel und Irmgard Holzinger. Foto: Cornel GruberAustralien angereist war und sich köstlich unterhielt. Auch aus Amerika waren Billeder angereist. Der von vielen ersehnte Tanzabend brachte Stimmung und Schwung, selbst bei der älteren Generation, was angenehm überraschte und erfreute. Die Billed- Alexanderhausener Blaskapelle, die den Nachmittag mit ihren wunderschönen klingenden Liedern umrahmte und Gerry Kegler sorgten für gute Stimmung. Als Schlusswort: Es war mal wieder ein gelungenes Vor-Pfingstfest, eine Feier der gemeinsamen Wurzeln, der Zusammengehörigkeit über Distanzen und Grenzen hinweg, ein Fest und eine Stimmung, die in 2 Jahren fortdauern, uns wieder zusammenführen soll, wie das unser Vorsitzende Werner Gilde so formulierte: „Leit, kommt all zum Treffe!“


Heimattag 2025 17Einzug der Trachtenpaare in die Badnerlandhalle


18 Heimattag 2025Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Freunde, herzlich willkommen zum 26. Billeder Heimattag in der Badnerlandhalle Karlsruhe!Ich freue mich, dass Sie auch in diesem Jahr wieder ein festliches Programm zusammengestellt haben und Ihre alte Heimat Billed mit viel Kreativität und Ideenreichtum vorstellen. Heute Vormittag fand bereits die Gedenkfeier am Billeder Denkmal, das 1987 auf dem Karlsruher Hauptfriedhof errichtet wurde, statt. Sie haben zudem Grußwort von Frau Erster Bürgermeisterin und Schirmherrin Gabriele Luczak-Schwarz zum 26. Billeder Heimattaggemeinsam einem Gottesdienst in der St. Judas-Thaddäus-Kirche gefeiert. Nun besteht in der Badnerlandhalle die Gelegenheit, sich mit lieben Bekannten auszutauschen. Zugleich können traditionelle Musik, Tänze und Trachten „live“ erlebt werden.Ich finde es sehr beeindruckend, wie präsent für Sie die Vergangenheit und Ihre alte Heimat Billed ist. Sie halten die Erinnerung an Ihre Herkunft lebendig, bewahren das Brauchtum und pflegen die Beziehungen in IhEinzug der Trachtenpaare in die Badnerlandhalle. Fotos Cornel Gruber


Heimattag 2025 19ren früheren Heimatort. Zugleich schärfen Sie das Bewusstsein der jüngeren Generationen für Herkunft und Heimat und es gelingt Ihnen, auch junge Menschen für die Brauchtumspflege zu begeistern. Dies ist gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig. Denn nur wenn es gelingt, die Erinnerung an die schlimmen Verbrechen der Vergangenheit wach zu halten, kann solches Unrecht in der Zukunft verhindert werden.Darüber hinaus hat sich die Heimatgemeinschaft in den letzten Jahrzehnten nachhaltig für Billed engagiert und zum Beispiel bei der Renovierung der Kirche und der Friedhöfe geholfen. Für diese Unterstützung gebührt Ihnen hohe Anerkennung! Wie ich hörte, wurden jüngst sogar einzelne kirchliche Bräuche durch die jetzige rumänische Bevölkerung wieder aufgegriffen.Durch Ihr Engagement gelingt es Ihnen, Brücken zwischen Deutschland und dem Banat zu bauen, natürlich auch zwischen der rumänischen und der verbliebenen deutschen Volksgruppe dort. Dadurch können mögliche Vorbehalte abgebaut und Vertrauen geschaffen werden — dies ist ein wichtiger Beitrag zum Zusammenwachsen der Menschen in Europa über Grenzen hinweg.Ich danke allen Verantwortlichen und Mitwirkenden am Billeder Heimattag und wünsche Ihnen einen gelungenen Heimattag mit vielen schönen Gesprächen und Begegnungen!Während der Ansprachen der Ehrengäste


20 Heimattag 2025Liebe Gäste, liebe Mitglieder*innen der Billeder Heimatgemeinschaft,es ist mir eine große Freude und Ehre, Sie alle heute hier in der Badnerlandhalle zum 26. Billeder Heimattag willkommen zu heißen.Karlsruhe-Neureut ist stolz darauf, erneut Gastgeber für dieses bedeutende Treffen der Billeder Gemeinschaft zu sein. Ihr Zusammenkommen ist nicht nur ein Fest der Erinnerung, sondern auch ein lebendiger Ausdruck von Zusammenhalt, Identität und gelebter Kultur.Als Herr Gilde vor einigen Wochen auf mich zukam und Grußwort zum 26. Billeder HeimattagVon Thomas Jäger, Ortsvorsteher von Neureutmir das Billeder Heimatblatt 2024 überbrachte, lauschte ich sehr aufmerksam seinen Geschichten. In einer stillen Minute hatte ich Zeit, mich dem Bildband 2024 zu widmen. Wissen Sie, es ist erschreckend zu sehen, wie Menschen vertrieben und deportiert werden, wie man ihnen Hab und Gut nimmt und sie mehrfach neu anfangen müssen. Emotional sehr beeindruckend fand ich das Bild auf Seite 44, das Johann Pierre vor einer notdürftigen Hütte auf freiem Feld zeigt. Mit wie wenig Mittel und doch durch starken Zusammenhalt neue Heimaten geschaffen werden können, zeigt mir Ihre Geschichte sehr Tanzvorführungen der Trachtengruppe der Banater Schwaben Karlsruhe. Foto: Cornel Gruber


Heimattag 2025 21deutlich. Denn die Geschichte der Billeder ist ein beeindruckendes Kapitel der europäischen Migrations- und Siedlungsgeschichte. Im Jahr 1765, während des „Großen Schwabenzugs“ unter Kaiserin Maria Theresia, wurden 252 deutsche Familien in der Banater Heide angesiedelt. Billed wurde als Musterdorf geplant, mit einer schachbrettartigen Struktur, einer Kirche und einer Schule – ein Symbol für Ordnung, Fleiß und Gemeinschaftssinn.Doch die Geschichte war nicht immer einfach. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten viele Billeder Vertreibung, Deportation und Verlust. Viele fanden in Deutschland, insbesondere hier in Karlsruhe, eine neue Heimat. Trotz aller Herausforderungen haben Sie Ihre Traditionen, Ihre Sprache und Ihren Gemeinschaftssinn bewahrt und an die nächsten Generationen weitergegeben. Der heutige Heimattag ist ein lebendiges Zeugnis dieser Kontinuität. und zeigt eindrucksvoll, wie man Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen kann. Ihr Treffen ist Ausdruck einer lebendigen Gemeinschaft, die ihre Wurzeln kennt und zugleich offen in die Zukunft blickt.Ich möchte allen danken, die diesen Tag möglich gemacht haben – den Organisatoren, den Helfern, den Musikern und allen, die mit Herzblut dabei sind. Ihr Engagement ist ein wertvoller Beitrag zum kulturellen Leben in unserer Stadt.In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen unvergesslichen Heimattag, erfüllt von Begegnungen, Erinnerungen und der Freude am Zusammensein.Tanzvorführungen - es spielt die Blaskapelle Billed-Alexanderhausen mit den Solisten Melitta und Dietmar Giel


22 Heimattag 2025Tanzvorführungen mit Kindern der Trachtengruppe der Banater Schwaben Karlsruhe. Ehrung der ältesten Anwesenden durch Werner Tobias, Hans Herbst und Heidi Müller. Fotos: Cornel Gruber


Heimattag 2025 23Liebe Landsleute, geehrte Gäste,es ist immer wieder schön, alte Bekannte, gute Freunde, sogar Verwandte zu treffen und das bietet diese Veranstaltung. Im Nu sind acht Jahre vergangen seit meiner letzten Teilnahme am Billeder Heimattag.So manches hat sich seither verändert. Einige der damaligen Teilnehmer gibt es nicht mehr. Was aber erfreulich ist, ihre Nachkommen versuchen, die Lücke zu füllen, um den Weiterbestand des Heimattages zu ermöglichen.Dass unsere Billeder Gemeinschaft schrumpft, ist unaufhaltbar, die Assimilation schreitet zügig voran. Nichtsdestotrotz hat die HOG und das Forum die Aufgabe, den Zerfall unserer Gemeinschaft so lange wie möglich zu verzögern. Das Bindeglied für uns ist das Heimatblatt, die HOGVeranstaltungen sowie das Heimathaus in Billed. Auch nach 260 Jahren seit der Gründung unseres Heimatortes versuchen wir gemeinsam, was uns lieb ist, zu bewahren und zu erhalten. Traditionen, Kirche und Friedhöfe stehen da im Vordergrund. Das Heimathaus in Billed mit seiner Sozialstation hat sich zum Mittelpunkt unserer Gemeinschaft entwickelt. Und dies durch den beherzten Einsatz der HOG sowie ihres Verstorbenen Ehrenvorsitzenden Peter Krier, dem wir sehr viel zu verdanken haben.Das Heimathaus mit seiner Übernachtungsmöglichkeiten bietet Besuchern die Gelegenheit, ihren Nachkommen den Heimatort zu zeigen.Die Heimatstube hat sich zu einer Attraktion entwickelt, die vielen Besuchern die Geschichte und den Leidensweg mehrerer Generationen darstellt, bis Billed sich zu einer blüAnsprache von Adam CsontiVorsitzender des Demokratischen Forums der Billeder Deutschenhenden Ortschaft entwickelte. Später die Folgen des Zweiten Weltkriegs mit anschließender Diktatur und der Zerfall unserer Gemeinschaft.Aber nun lasst uns unser Wiedersehen feiern, mit Musik, Tanz sowie guten Gesprächen, den Tag genießen. Zu diesem Anlass wünscht Ihnen auch die Gemeindeverwaltung aus Billed mit ihrem Bürgermeister Ioan Ovidiu Oprisa alles Gute, der sich entschuldigen lässt und seine Teilnahme aus Termingründen nicht wahrnehmen konnte.Auch meinerseits im Namen aller Billeder Landsleute alles Gute und viel Erfolg für diese Veranstaltung.


24 Heimattag 2025


Heimattag 2025 25Die Trachtengruppe der Banater Schwaben Karlsruhe mit Thomas Jäger, Ortsvorsteher von Neureut


26 BegegnungenEs kam schon lange der Wunsch auf, ein Klassentreffen zu veranstalten. Viele waren dafür, aber es kam nie dazu. Das Billeder Treffen war dafür die perfekte Gelegenheit. Ich schrieb 24 Klassenkameraden/-innen an. Viele sagten zu, andere hingegen ab und manche konnten leider nicht teilnehmen.Im Vorfeld bildeten wir eine WhatsApp-Gruppe, es wurden Bilder hochgeladen, lustige Unterhaltungen geführt, was ich sehr aufregend fand. Der digitale Austausch steigerte die Klassentreffen Jahrgang 1965/1966 Von Harald LenhardtVorfreude enorm und alle freuten sich auf das Wiedersehen. Wir überlegten, wer unsere Lehrerinnen und Lehrer waren und welche Fächer sie unterrichtet hatten. Auf den vielen Bildern, welche hochgeladen wurden, rätselte man zum Teil, wer wer ist und wer denn auf den Fotos fehlt. Einige unserer Klassenkollegen/-innen kamen aus Schanderhaas, Uihel und Betschkerek dazu. Manche aus der Klasse waren schon relativ früh nach Deutschland ausgewandert, sodass sich auch nicht alle untereinander kennen. Leider sind auch 1974, 2. Klasse mit Klassenlehrerin Frau Orner


Begegnungen 27Gruppenfoto: Vorne v.l.n.r.: Ingrid, Gerlinde, Rosemarie Christa, Ramona, Ingrid. Hinten v.l.n.r.: Erwin, Hans, Harry, Hans, Hans, Seppschon Klassenkollegen/-innen verstorben. Auch an sie dachten wir und hätten uns gefreut, sie dabei zu haben. Nach ca. 45 Jahren, seit wir die 8. Klasse beendet haben, kamen 12 Klassenkolleginnen und Klassenkollegen in die Badnerlandhalle nach Karlsruhe zu unserem ersten Klassentreffen, sogar Ingrid aus Billed und Hans aus Australien. Es gab viel zu erzählen. Dem einen oder anderen fielen da witzige Geschichten ein, aus der Schulzeit und der Freizeit nach der Schule. Es wurde viel gelacht, getanzt und gute Gespräche geführt. Für die Überraschung des Abends sorgte Ingrid , indem sie uns viele Leckereien aus unserer früheren Heimat mitgebracht hatte (Eugenia, Baton, Napolitane, Pufarine usw.). Alle stürzten sich darauf und jeder wollte etwas davon naschen. Es war eine schöne Atmosphäre in der Halle, die Blechmusik und Gerry sorgten für eine tolle Unterhaltung. Nachdem wir ein paar Gruppenbilder gemacht hatten, machten sich einzelne schon auf den Heimweg. Ich fand, es war ein sehr gelungener, unterhaltsamer Nachmittag und Abend. Zum Abschied überlegten wir uns schon, wann das nächste Treffen stattfinden könnte.


28 BegegnungenWir, die „alten Kumpels“, treffen uns einmal im Jahr. Dabei wird getanzt, gelacht, erzählt, spaziert, gekegelt, gegrillt, gut gegessen und, und, und…Letztes Jahr trafen wir uns bei uns zu Hause. Da kamen wir im Laufe des Nachmittags darauf zu sprechen, dass man doch auch mal wieder oder überhaupt, Klassentreffen organisieren könnte, denn einige unserer Jahrgänge hatten sich als „alte“ Klasse noch nie getroffen.Gesagt, getan… ich schaltete im Heimatblatt eine Annonce, dass unsere Jahrgänge, nämlich die Geburtsjahre von 1964 bis 1970, anlässlich des Billeder Treffens, ein Klassentreffen organisieren. Es wurde noch ein bisschen herum telefoniert und dann kam der große Tag mit vielen Hoffnungen und Erwartungen. Wer wird kommen? Erkennen wir uns alle wieder? Es kamen ein paar, leider nicht viele - und wir erkannten uns!!!Und nun ein paar Stimmen zu den Treffen: Ja, ich habe mich gefreut, dass wir mal ein Klassentreffen hatten. Und ich sah zum ersten Mal in Deutschland Manfred Linster. Das letzte Mal war es in Rumänien, bevor er nach Deutschland kam, da hatte er eine Abschiedsparty geschmissen. Der Tag war schön, wieder mehr bekannte Gesichter zu sehen, auch meinen Nachbarn, Fredi Krauser, wieder zu treffen, seit Rumänien… und wir erkannten uns nicht.Ich wäre dafür, dass so etwas wieder organisiert wird. Vielleicht kommen dann doch mehrere Klassenkollegen. (Gerlinde Schreiber, geb. Maurer)Wir schließen uns Gerlinde an, sie hat das schon gut geschrieben. Wir finden auch, das war eine super Idee mit dem Klassentreffen. Wir haben uns gefreut, dass wir dabei sein konnten. Ich war froh, wieder so viele bekannte Gesichter zu sehen. Ich habe den einen oder anderen nicht erkannt, zum Glück aber die mich und so konnten wir uns doch unterhalten.Die Hoffnung war, dass vielleicht doch noch mehr von unserer Klasse kommen. Aber man sollte die Hoffnung nicht aufgeben. Ich finde, man kann das wieder so machen. Es war auf jeden Fall sehr schön und gelungen. (Brigitte, geb. Filippi und Arnold Schneider)Nach langer Zeit waren wir wieder beim Treffen. Es hat uns gefreut, einige bekannte Gesichter aus Billed zu sehen und ich hatte gehofft, einige meiner Klassenkollegen mal wieder zu treffen, die ich schon jahrelang nicht mehr gesehen hatte. Von meinem Jahrgang waren wir leider nur zu dritt, schade, aber vielleicht klappt es beim nächsten Mal. Deshalb wäre es schön, wenn die Aktion wiederholt wird. Vielleicht haben dann doch die eine oder andere Person Zeit und Lust, die Klassenkollegen zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. (Karin Toth, geb. Schummer)Die Vorfreude auf das Klassentreffen war groß, denn seit dem letzten Klassentreffen sind viele Jahre vergangen. Daher auch die Frage: Werden wir uns wieder erkennen? Leider konnten nicht alle kommen, aber für die Anwesenden Klassentreffen 2025Von Heidi Müller


Begegnungen 29war die Freude groß, denn wir erkannten uns alle wieder und es gab vieles zu erzählen.Damit das nächste Treffen einfacher organisiert werden kann, wurde eine WhatsApp Gruppe erstellt.Es war eine schöne Begegnung und wir hoffen, dass beim nächsten Mal auch die, die jetzt nicht kommen konnten, dabei sein werden. (Costel Fenesan)Diese positiven Stimmen und auch die Stimmung an diesem Tag war wundervoll zu sehen, die Freude der Begegnungen war zu spüren, so dass wir auf jeden Fall ein Wiedersehen anstreben.Ich kündige deshalb schon mal den Pfingstsamstag, den 15. Mai 2027, an und hoffe auf viele alte und neue Begegnungen.Jahrgang 1964/65, v.l.n.r.: Manfred Mann, Costel Fenesan Marlene Gilde-Herbst, geb. Gilde, Alfred Krauser, Edith Klein, geb. Slavik, Adam Franck, Renate Klein, geb. Lind, Walter Engrich, Ewald Müller.


30 VeranstaltungenJahrgang 1967/68. Vorne: Arnold Schneider, Brigitte Schneider, geb. Filippi, Simone Nedelcov, Brigitte Schurkan, geb. Linster. Hinten: Horst Herbst, Hans Lind, Hans Stadtfeld, Norbert Müller


Veranstaltungen 31Jahrgang 1968/69. v.l.n.r.: Gerlinde Schreiber, geb.Maurer, Manfred Linster, Gerlinde Weinert, geb.Hehn, Hans Speichert, Heidi Müller, geb. Hipp, Gerhard KeglerJahrgang 1969/70. Gisela Nuss, geb. Schortje, Karin Toth, geb. Schummer


32 Veranstaltungen80 Jahre seit der Deportation in die SowjetunionEin Tag des Gedenkens – ein Tag des Zusammenhalts – ein Tag der Geschichte Von Hans RothgerberIm Januar 2025 gedenken wir der Deportation der Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen in die Sowjetunion, die vor 80 Jahren erfolgte. Ab Anfang des Jahres 1945 wurden über 70.000 Deutsche aus Rumänien aus ihren Familien gerissen, in Viehwaggons gepfercht und auf eine wochenlange Fahrt in die heutige Ukraine geschickt. Aus diesem Anlass organisierte der Kreisverband Karlsruhe der Landsmannschaft der Banater Schwaben am Samstag, den 18. Januar, eine besondere Gedenkveranstaltung, um an dieses schmerzhafte Kapitel der Geschichte der Deutschen aus Rumänien zu erinnern, das die Leben und Schicksale zahlreicher Menschen nachhaltig geprägt hat.Die Internierung von Angehörigen der deutschen Minderheiten aus Rumänien in sowjetische Arbeitslager, die Männer im Alter von 17 bis 45 Jahren und Frauen zwischen 18 und 30 Jahren betraf, dauerte bis 1949 an. Tausende Menschen wurden Opfer dieser Maßnahmen, die tiefes Leid und schwerwiegende Konsequenzen für die betroffenen Familien mit sich brachten.Das Billeder Denkmal auf dem Karlsruher Hauptfriedhof als Ort für die Erinnerungskultur der Banater Schwaben bot einen würdigen Rahmen für die erste Phase der Veranstaltung. Fotos: Cornel Gruber


Veranstaltungen 33Die Gedenkfeier begann um 14:00 Uhr am Billeder Denkmal auf dem Karlsruher Hauptfriedhof. Dort fanden sich trotz frostiger Temperaturen ca. 40 Teilnehmer ein. Der Vorsitzende des Kreisverbands Karlsruhe Werner Gilde hielt eine Rede, in der er auf die Umstände und die Leiden der Verschleppung in die Sowjetunion einging sowie auf die hohe Todesrate unter den Zwangsarbeitern. Seine Ausführungen endeten mit dem Hinweis, dass in der Region im Donbass wieder Krieg herrscht und unschuldige Menschen Hauptleidtragende sind. Anschließend trug Frau Gerlinde Gilde ein Gedicht von Olga Schuch aus Reschitza vor, in der die Schrecken der Deportation in Versform thematisiert sind. Danach trat Frau Elisabeth Luckhaup ans Mikrofon um mit der versammelten Gemeinschaft zu beten und der Toten zu gedenken. Abschließend fand eine feierliche Kranzniederlegung statt, um der Toten zu gedenken und die Erinnerung an die Deportierten zu ehren. Eine Präsenz von Fahnen der Heimatortsgemeinschaften rahmte das feierliche Geschehen ein, darunter die Fahne der HOG Jahrmarkt, aufgestellt von Familie Susanne und Franz Barth aus Rastatt sowie die Fahne der HOG Ebendorf, aufgestellt von Familie Anna und Cornel Simionescu Gruber aus Friedrichsthal.Ab 15:00 Uhr fand der zweite Teil der Gedenkveranstaltung im St. Hedwig Gemeindezentrum in Karlsruhe-Waldstadt statt. Rund 100 Teilnehmer, darunter viele Kinder und Enkelkinder der Deportierten, kamen zusammen, um gemeinsam zu gedenken und sich kollektiv zu erinnern. Unter den Teilnehmern war auch Herr Eröffnet wurde die Feier mit dem gemeinsamen Singen der deutschen Nationalhymne. Rechts im Bild der QR-Code zum Video der Veranstaltung von Ottmar Liep


34 VeranstaltungenAnton Köhler, ein 96-jähriger Zeitzeuge aus Sanktanna, der mit nur 16 Jahren verschleppt wurde. Seine Anwesenheit verlieh der Veranstaltung eine besondere Würde und unterstrich eindrücklich die persönliche Dimension des historischen Geschehens.Das vielfältig gestaltete Programm kombinierte Vorträge, musikalische Beiträge, spirituelle und rituelle Momente des Gedenkens. Eröffnet wurde die Feier mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland. Darauf begrüßte Werner Gilde, Vorsitzender des Kreisverbandes Karlsruhe, der Landsmannschaft der Banater Schwaben, die Anwesenden.Es folgte eine Darbietung des Chores der Banater Schwaben Karlsruhe. Mit Liedern wie „Die Himmel rühmen“ und „Großer Gott, wir loben dich“ sorgte der Chor der Banater Schwaben Karlsruhe unter der Leitung von Sonja Salman für eine feierliche und andächtige Atmosphäre. Stimmungsvolle Lieder der Solistinnen Irmgard Holzinger-Fröhr und Melitta Giel wie „Möwe, du fliegst in die Heimat“ drückten die Sehnsucht und den Schmerz der Deportierten musikalisch aus.Der Moderator Dietmar Giel beleuchtete in seinem Vortrag die politischen Hintergründe der Deportationen der deutschen Minderheiten nach Russland in den Jahren 1945-1949. Dabei setzte er die Ereignisse in einen größeren historischen und politischen Kontext. Die DeportatiDer Chor der Banater Schwaben Karlsruhe unter der Leitung von Sonja Salman mit den Solistinnen Irmgard HolzingerFröhr und Melitta Giel. Fotos: Cornel Gruber


Veranstaltungen 35Astrid Ziegler während ihrer Lesung über die Auseinandersetzung der Enkelgeneration mit der Deportation.onen, die unter dem Vorwand der Kollektivschuld für die Zerstörungen durch Hitlerdeutschland durchgeführt wurden, waren Teil der Nachkriegsstrategie der Sowjetunion, um Arbeitskräfte für den Wiederaufbau einzusetzen.Giel erklärte, wie geopolitische Entscheidungen, wie die Vereinbarungen der Alliierten während der Konferenzen von Jalta und Potsdam, die Grundlage für diese Maßnahmen schufen. Er analysierte auch die Rolle der sowjetischen Besatzungspolitik und die Auswirkungen auf die betroffenen Gemeinschaften, insbesondere die Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen. Der Vortrag verknüpfte die historischen Ereignisse mit den persönlichen Schicksalen der Deportierten, um ein umfassendes Bild der Ursachen und Folgen dieser Tragödie zu zeichnen.Durch diese fundierte Darstellung wurde deutlich, dass die Russlandverschleppungen nicht nur individuelle, sondern auch kollektive Traumata hinterließen, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind.Der Referent Walter Schneider teilte die persönlichen Erlebnisse seines Vaters aus der Zeit der Deportation. In einem Vortrag über und aus den verschriftlichten Erinnerungen seines aus Großkomlosch stammenden Vaters Hans Schneider (1926-2017) “Mein Leidensweg -die Russlandverschleppung 1945-1949” wechselten sich abgelesene und frei aus dem Gedächtnis vorgetragene Passagen. Diese berührenden Erinnerungen gaben einen eindrucksvollen Einblick in die Härte und das Leid, das die Betroffenen ertragen mussten. Hans Schneiders Erinnerungen an die Russlandver-


36 Veranstaltungenschleppung 1945–1949 sind ein wichtiges Zeugnis des Leidens der deutschen Minderheit in Rumänien. Nach Jahrzehnten des Schweigens begann er in späteren Jahren, seine Erlebnisse aufzuschreiben, um das kollektive Trauma aufzuarbeiten. Wie ein roter Faden des Leidens zogen sich die Begriffe Heimweh, Hunger und Kälte durch diese Erinnerungen, die aber auch von Stärke, Durchhaltewillen und Hoffnung geprägt sind.Astrid Ziegler ergriff das Wort für die Enkelgeneration und führte aus, wie auch diese von dem Deportationsschicksal ihrer Großeltern berührt wurde. Ihr Vortrag begann mit einer biografischen Erzählung über ihren Großvater Anton Höckl, der in seiner Jugend Athlet in der rumänischen Nationalmannschaft gewesen war. Am 14. Januar wurde er in Perjamosch abgeholt, aus seiner Familie gerissen und ließ seine Frau und zwei Kleinkinder zurück. In der Deportation kämpfte der ehemalige Spitzensportler laut der Enkelin in einem „Dekathlon der Entbehrungen“ gegen Hunger, Kälte, Krankheit und Erschöpfung, aber auch gegen Demütigung und Hoffnungslosigkeit. Mit Überlebensstrategien wehrte er sich gegen die brutalen Bedingungen in den Zwangsarbeitslagern an, mit viel Glück wurde er erkrankt entlassen und kehrte zu seiner Familie im Banat zurück.Eine weitere Lesung von Astrid Ziegler beschäftigte sich mit den Auswirkungen der Deportation auf die Familie im Allgemeinen und wurde anhand der Interpretation zweier Bildern des Banater Malers Franz Ferch illustriert.Franz Ferchs Gemälde, wie „Wann kommen Vater und Mutter“ und „Kennscht mich nimmer“, zeigen eindringlich die Folgen der Verschleppung auf die ZurückWalter Schneider, Astrid Ziegler, Dietmar Giel und Gerlinde Gilde während ihrer Vorträge. Fotos: Cornel Gruber


Veranstaltungen 37gebliebenen: die Trennung von Eltern und Kindern, die verzweifelte Hoffnung auf Wiedersehen und die schwierige Rückkehr in zerstörte Familienstrukturen. Die Großeltern trugen eine immense Verantwortung, während die Eltern in den Lagern litten. Kinder verloren oft Jahre der Bildung und mussten früh arbeiten. Die Rückkehr war kein Ende des Leids, sondern ein Neubeginn – geprägt von Fremdheit und dem Versuch, Vertrauen wieder aufzubauen.Zum Vortrag von Astrid Zieger gab es eine Bildprojektion von Hans Rothgerber, der auch historische Fotos und Zeitdokumente ausgestellt hat.Danach folgte ein Zeitzeugenbericht über Frauen, die in der Deportation geboren haben, vorgetragen von Gerlinde Gilde.Zum Totengedenken gemahnten am Ende der Veranstaltung das gemeinsame Gebet mit Elisabeth Luckhaub und die musikalischen Darbietungen „Ich bete an die Macht der Liebe“ und „Segne Du, Maria“ durch den Chor der Banater Schwaben Karlsruhe. Die Verbindung zur verlorenen Heimat symbolisierte das Abschlusslied „Glocken der Heimat“.Zum Gelingen der Feier trug auch Kaffeeausschank und ein Buffett mit von Frauen des Kreisverbandes gespendeten Torten bei.Die Veranstaltung endete mit den Schlussworten von Werner Gilde, der die Bedeutung des Gedenkens für die soziale Gemeinschaft betonte. Indem das erfahrungs- und erlebnisbestimmte individuelle Erinnern, weiter getragen in die Familie und den Verwandtenkreis, eine schriftliche Aufzeichnung und intellektuelle Reflexion erfuhr, bleibt es als kollektives Erinnern erhalten.Die Veranstaltung diente nicht nur dem Gedenken an die Opfer, sondern auch der Mahnung. Sie rief dazu auf, aus der Vergangenheit zu lernen und das Bewusstsein für die Bedeutung von Menschenrechten, Freiheit und Zusammenhalt zu schärfen. Dies gilt vor allem, da die Geschehnisse von vor 80 Jahren durch den aktuellen Krieg in der Ukraine eine bedrohliche Gegenwärtigkeit bekommen haben. Das Zusammenkommen von Nachfahren, Zeitzeugen und Interessierten zeigte, dass Erinnerung nicht nur eine individuelle, sondern auch eine gemeinschaftliche Aufgabe ist. Die Deportation der Deutschen aus Rumänien zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion ist fest verankert im kollektiven Gedächtnis und Teil der Erinnerungskultur der Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen.An dem würdigen Tag des Gedenken, des Zusammenhalts und des Erinnerns des Kreisverbands Karlsruhe wurde dies wieder einmal überaus deutlich.„Wann kommen Vater und Mutter“ von Franz Ferch


38 VeranstaltungenRusslandverschleppung, Öl auf Leinwand, 41x70 cm, Malerei von Stefan Jäger


Veranstaltungen 39Die Billeder Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Ovidiu Oprișa gedachte am Denkmal der Billeder Opfer der Kriege und Deportationen des 80. Jahrestages der Deportation der Deutschen Rumäniens in die ehemalige Sowjetunion und legte einen Kranz nieder.


40 Brauchtum und TraditionAm Samstag, den 25. Januar 2025, feierte der Kreisverband der Banater Schwaben Karlsruhe einen ausgelassenen und stimmungsvollen Faschingsball, der bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Die Gäste wurden ab 19:30 Uhr im Saal „Kühler Krug“ mit einer bunten Mischung aus Musik, Tanz und tollen Showeinlagen bestens unterhalten. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Band „Akustik3“, die mit ihrer mitreißenden Faschingsball in Karlsruhe – Ein voller Erfolg!Von Melanie BednarMusik zum Tanz aufspielte und für eine großartige Stimmung im Saal sorgte. Zwischen den Tanzpausen gab es immer wieder beeindruckende Showeinlagen. Besonders die Kinder unserer Erdbeergruppe beeindruckten mit einer Tanzdarbietung zum Thema „Fußball“, bei der sie bekannte und stimmungsvolle Lieder lebendig werden ließen. Unsere jüngsten Tänzerinnen meisterten ihren Auftritt mit Bravour und zogen die Zuschauer in ihren Bann. Faschingsball mit der Band „Akustik3“ im „Kühler Krug“ in Karlsruhe


Brauchtum und Tradition 41Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildete der Auftritt der Guggenmusik „Dodderdabber“ der KGO, die mit ihrem energiegeladenen Sound ordentlich für Stimmung sorgte.Der letzte Programmpunkt des Abends war ein ganz besonderes Highlight: Die Jugendtanzgruppe, unterstützt von jugendlichen Tänzern und Tänzerinnen aus verschiedenen DBJT-Mitgliedsvereinen, präsentierte eine beeindruckende Performance unter dem Motto „Jahrzehnte“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen von den Tanzgruppen aus Nürnberg, München, Esslingen, Spaichingen und Würzburg. Obwohl die Gruppe nur zweimal gemeinsam in Präsenz probte und die meisten Proben über Videos stattfanden, zeigte die Tanzgruppe, wie viel Energie und Teamgeist in ihnen steckte. Der Auftritt war eine gelungene Premiere des Zusammenschlusses verschiedener Tanzgruppen und ein voller Erfolg!Ein herzliches Dankeschön geht an alle Helfer und Mitwirkenden, die diese Veranstaltung zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. Auch das Publikum trug maßgeblich zur großartigen Atmosphäre bei – danke, dass ihr diesen besonderen Abend mit uns gefeiert habt!Wir freuen uns auf eine Fortsetzung dieser wunderbaren Tradition im kommenden Jahr!Einen Höhepunkt des Abends bildete der Auftritt der Guggenmusik „Dodderdabber“


42 Brauchtum und TraditionFotos: Performance der Jugendtanzgruppe unter dem Motto „Jahrzehnte“Links im Bild der QR-Code zum Video der Veranstaltung von Eduard Thöresz


Brauchtum und Tradition 43Foto oben: Kinder der Erdbeergruppe mit der Tanzdarbietung zum Thema „Fußball“Foto unten: Tanzunterhaltung mir der Band „Akustik3“


44 VeranstaltungenDie Feier fand vom 16.-17. Mai in Augsburg statt, zahlreiche prominente Ehrengäste waren zugegen. Das Fest startete am Freitag mit einem Kulturabend. Herzliche Grußworte richtete der Bayerische Landesvorsitzende der Banater Schwaben, Harald Schlapansky an das Publikum, und die Beauftragte der Bayerischen Regierung für Aussiedler und Vertriebene, Frau Dr. Petra Loibl. Sie schlussfolgerte: „Sie tun Bayern gut!“ Aus Augsburg selbst nahmen Politiker aus verschiedenen Parteien sowie einige Stadträte teil. Beim darauf folgenden Bühnenprogramm wurden eine Musikkapelle, ein Chor, eine 22. Kultur- und Heimattage sowie 75 Jahre Landesverband der Banater Schwaben in Bayernnach einem Bericht von Halrun Reinholz aus der „Banater Post“, Ausgabe 15. Juni 2025Theatergruppe und eine Tanzgruppe auf der Bühne aktiv. Weiter ging es mit dem traditionellen Festgottesdienst am Samstag, eindrucksvoll gestaltet vom Heimatpfarrer Josef Palfi und dem Chor der Banater Schwaben in Augsburg. Danach zogen rund 200 Trachtenträger mit Musikbegleitung durch die Innenstadt zum Rathausplatz. Dort wurden sie vom dritten Bürgermeister Bernd Kränzle begrüßt. Unter anderen Programmpunkten, führte auch die Trachtengruppe der Banater Schwaben Karlsruhe, mit vielen uns bekannten Billeder Gesichtern, einen Tanz auf. In der Kongresshalle fand später ein weiterer Festakt statt. Der wichtigste Die Trachtengruppe der Banater Schwaben Karlsruhe bei den Heimattagen in Augsburg


Veranstaltungen 45Ehrengast war der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der sich schon vor seiner Rede bester Laune erfreute und dem Publikum zurief: „Ihr seid Freunde!“ Er lobte die hohe Integrationsfähigkeit unserer Aussiedlergruppe und schätze sie als „Brückenbauer“ zwischen der alten und der neuen Heimat. Frei nach der berühmten Rede von J. F. Kennedy in Berlin, war das Fazit von Söder: „Ich bin ein Schwob.“ Passend dazu schenkte Schlapansky ihm einen geschmückten Kerweihhut, in einer etwas neutraleren Version und selbstverständlich mit den bayerischen blau-weißen Bändern, ebenso ein Kochbuch. Die Oberbürgermeisterin von Augsburg, Frau Eva Weber, wandte sich ebenso an das Publikum. Ganz witzig war ihre Bemerkung, dass man bei den Banater Schwaben „nie vorher gegessen und nicht auf Diät sein darf.“ Auch ihr überreichte man ein Kochbuch als Geschenk, über das sie sich sichtlich freute. Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Peter-Dietmar Leber, ging auf die 75-jährige Geschichte des Verbandes ein. Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung durch die Politik in allen Bereichen. Inzwischen zählen die Landsmannschaften der Banater Schwaben und der Siebenbürger Sachsen zu den „festen Pfeilern der Zusammenarbeit“ zwischen den beiden EU-Staaten Deutschland und Rumänien. Durch die Pflege von Brauchtum und Kultur unserer Vorfahren seien wir „die Hüter eines besonderen Schatzes.“ Im weiteren Verlauf des Abends durfte man das Tanzbein zu den Klängen der Band „Schlagerzeit“ schwingen, alte Kontakte auffrischen und neue knüpfen. Ein rundum gelungenes Fest! Tanzvorführungen bei den Heimattagen in Augsburg


46 VeranstaltungenEinzug der Trachtenpaare in die Kongresshalle zu einem weiteren Festakt


Veranstaltungen 47Foto oben: Die Trachtengruppe der Banater Schwaben KarlsruheFoto unten: Gruppenbild mit Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates Bayern


48 Brauchtum und TraditionDie Heimattage der Banater Deutschen fanden vom 13. bis 15. Juni 2025 in Temeswar statt. Der große Trachtenumzug war der Höhepunkt der Heimattage, bei dem die Teilnehmer in traditionellen banatschwäbischen Trachten durch die Stadt gezogen sind. „Wir, im Wandel der Zeit“ war das Motto der diesjährigen Heimattage mit Heimattage 2025 - Großer Trachtenumzug in TemeswarVon Hans Rothgerbereinem vielfältigen Programm mit Ausstellungen, Literaturlesungen, Theater, Gottesdiensten, Musik und Tanz rund um die Kultur der Banater Deutschen. Mehr als 600 Trachtenträgerinnen und -träger, drei Blaskapellen und zahlreiche Gäste haben am großen Trachtenumzug am 15. Juni in Temeswar teilgenomMusik- und Tanzdarbietungen auf dem Opernplatz 48


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