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Published by joharo, 2025-12-23 08:55:18

Heimatblatt 2025 online

heimatblatt2025_online

Keywords: heimatblatt

Brauchtum und Tradition 49men. Darunter, in der Reihenfolge beim Umzug, der Jugend Trachtenverein “Banater Rosmarein” Temeswar, die Trachtengruppe der Nikolaus-Lenau-Schule Temeswar, die Trachtengruppe “Banater Kranz” Temeswar, die Blaskapelle “Banater Musikanten Temeswar”, die Trachtengruppe “Billeder Heiderose”, die Trachtengruppe “Vergissmeinnicht Busiasch”, die Trachtengruppe der Landsmannschaft der Banater Schwaben, die Jugendtanzgruppe der Banater Schwaben München, die Trachtengruppe aus Tschanad, die Trachtengruppe “Edelweiß Detta”, die Blaskapelle aus Rekasch, die Trachtenpaare des Kulturund Erwachsenenbildungsvereins Reschitza, die Trachtengruppe aus Großsanktnikolaus, die Trachtengruppe “Banat-JA Arad”, die slowakische Blaskapelle “Nadlaceanca” aus Nadlac, die Trachtengruppe aus Lippa, die Trachtengruppe” Lowriner Heimatfreunde” und die Trachtengruppe “Hatzfelder Pipatsche”. Der Umzug endete mit Musik- und Tanzdarbietungen auf dem Opernplatz Vicky, Benno und Astrid Ziegler in Billeder Tracht auf dem Domplatz


50 VeranstaltungenKarlsruhe, 5. Juli 2025 – Bei strahlendem Sommerwetter feierte der Kreisverband der Banater Schwaben Karlsruhe sein 15. Sommerfest – zum 14. Mal auf dem Gelände des FC Südstern 06. Die Veranstaltung begann um 13:00 Uhr mit zwei festlichen Musikstücken der Billed-Alexanderhausener Blasmusik und leitete einen Tag voller Musik, Tanz und Gemeinschaft ein.Der Vorsitzende des Kreisverbandes, Werner Gilde, begrüßte die zahlreichen Gäste herzlich und hob die lanEin Fest der Gemeinschaft und Tradition: 15. Sommerfest der Banater Schwaben KarlsruheVon Werner Gildege Tradition dieses Festes hervor. Er dankte den Kulturgruppen, den Kuchenspenderinnen und -spendern sowie den vielen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen des Festes beitrugen. Besonders betonte er die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem FC Südstern, ohne den dieses Fest nicht möglich wäre.Auch der Ehrenvorsitzende Günter Weber richtete Worte an die Gäste und unterstrich, wie gut sich Sport und Kultur ergänzen können.15. Sommerfest auf dem Gelände des FC Südstern. Fotos: Cornel Gruber50


Veranstaltungen 51Auftritt des Gemischten Chors des Kreisverbandes unter der Leitung von Ortwin Meinhardt. Ein musikalisches Highlight war der Auftritt des Gemischten Chors des Kreisverbandes unter der Leitung von Ortwin Meinhardt. Mit Liedern wie „Wo mein Zuhause war“, „Wenn zwei sich wirklich lieben“ und „Wo der Wildbach rauscht“ begeisterten sie das Publikum. Anschließend konnten sich die Gäste bei Kaffee und Kuchen stärken. Dank zahlreicher Spenden gab es eine große Auswahl an traditionellen Banater Torten, Kuchen und Kipfeln – ein kulinarischer Höhepunkt des Nachmittags.Die Blasmusik, unter der Leitung von Jakob Groß und Adam Tobias, sorgte mit festlichen Stücken für musikalische Begleitung. Auch die beiden Solisten Melitta und Dietmar Giel wurden mit viel Applaus bedacht.Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt der Kindertanzgruppe „Erdbeergruppe“, die derzeit aus sechs Kindern besteht. Die Kinder bedankten sich auf rührende Weise bei ihrer Leiterin Lara Tröster für die Zeit, die sie mit ihnen verbringt. Neue Kinder sind jederzeit herzlich willkommen – wer Lust auf Tanz, Gemeinschaft und Spaß hat, darf sich gerne melden!Die Erwachsenentanzgruppe, unter der Leitung von Melanie Bednar und Heidi Müller, begeisterte mit schwungvollen Tänzen. Heidi Müller übernahm zudem die Moderation und bedankte sich herzlich beim Publikum für den Applaus. Ein wunderschöner Tag voller Begegnungen, Musik und Tradition klang gegen 20:00 Uhr aus und wird vielen noch lange in positiver Erinnerung bleiben.


52 VeranstaltungenFoto oben: Einzug der Erdbeer- und Erwachsenentanzgruppe. Fotos: Cornel GruberFoto unten: Gemeinsamer Tanz der Erdbeer- und Erwachsenentanzgruppe


Veranstaltungen 53Foto oben: Die Blaskapelle Billed-Alexanderhausen mit den Solisten Melitta und Dietmar Giel. Foto unten: Tortenbuffet53


54 VeranstaltungenFoto oben: Die Blaskapelle Billed-Alexanderhausen mit den Solisten Melitta und Dietmar GielFoto unten: die Erdbeergruppe und die Erwachsenentanzgruppe des KV der Banater Schwaben Karlsruhe


Veranstaltungen 55Die ErdbeergruppeFotos: Cornel Gruber


56 VeranstaltungenWir möchten der Billed-Alexanderhausener Blasmusikkapelle - für den wunderschönen Nachmittag/Abend danken. Es war grundsätzlich ein Nachmittag/Abend gefüllt mit schöner Blasmusik. Jeder hat sein Bestes gegeben, das Helferpersonal, das Organisationsteam und nicht zuletzt die Musikanten. Und euch, den Musikanten, möchte ich nun danken. „Was ist ein Banater Schwabe ohne Kuchen und Kipfel?“ Aber „Was ist ein Banater Schwabe ohne Polka?“ Ihr habt so viele schöne Polkas gespielt, aber natürlich auch unzählige andere Stücke! Das Herz des Banater Schwaben schlägt im PolGute Stimmung und fröhliche Gesichter beim Herbstfest in NürnbergVon Renate Frombachkatakt, das hat sich wieder einmal gezeigt. Die Tanzfläche war immer brechend voll. Ein großes Lob an alle Musikanten, ihr wart Klasse! Eigentlich ist bereits alles gesagt. Aber wer sich beim diesjährigen Herbstfest nicht „getummelt“ hat, musste zunächst mit einem Stehplatz vorliebnehmen. Oder sofort auf der Tanzfläche loslegen, bis sich etwas ergab. Noch vor der Veranstaltung ab 14:00 Uhr im Restaurant Genossenschaftssaalbau in Nürnberg gingen beim Veranstalter rund 140 Platzreservierungen ein. Es blieb aber nicht aus, dass der eine oder andere auch ohne ReservieDie Billed-Alexanderhausener Blasmusikkapelle im Restaurant Genossenschaftssaalbau in Nürnberg56


Veranstaltungen 57Die Billed-Alexanderhausener Blasmusikkapelle unter der Leitung von Jakob Groß und Adam Tobias


58 Veranstaltungenrung vorbeikam. Der Saal war somit gut gefüllt mit tanzlustigen Banater Landsleuten, aber auch mit denen, die nur zum Zuhören und Erzählen da waren. Kurz nach 15.00 Uhr wurde das Kuchenbuffet eröffnet. 23 Torten und etwa 150 Kipfel wurden den Gästen angeboten. Diese Vielzahl an Kuchen ist dank der Spenden der Helfer und einiger Gäste möglich. An dieser Stelle möchte ich bereits ein herzliches Dankeschön an die Kuchenspender aussprechen. Nach einer kleinen Kuchenpause, die auch den Musikanten gegönnt war, ging es im Polka- und Walzertakt weiter. Die Gäste durften wieder das Tanzbein schwingen. Es stellte sich dann heraus, dass die Billed-Alexanderhausener Blaskapelle seit 30 Jahren zahlreiche Feste und Veranstaltungen unserer Landleute umrahmte - und dies mit viel Herzblut. Die Bilanz der größeren Veranstaltungen unserer Blaskapelle in den Hochburgen der Billeder kann sich sehen lassen: Heimattag in Karlsruhe, Sommerfest in Karlsruhe, Heimattag Baden-Württemberg in Karlsruhe, Herbstfest in Nürnberg und das Schlachtfest in Frankenthal. Es sind die alten Stücke der so populären „Billeder Blech“!DANKE all denen die im Hintergrund dazu beitrugen, dass dieses Fest stattfinden konnte. Wir freuen uns auf das nächste Herbstfest, dass wir wieder so viele Liebhaber der Blasmusik begrüßen dürfen! Wir alle sind auf jeden Fall dabei, am 3.Oktober 2026, wenn es wieder heißt – „Es ist Herbstfest in Nürnberg mit der Billed-Alexanderhausener Blechmusik!“


Veranstaltungen 5959


60 Veranstaltungen


Veranstaltungen 61Fotos links: Buffet mit Kuchen, Torten und „Kipfeln“. Foto oben: Kuchenspender und Helfer6161


62 VeranstaltungenAm 25. Oktober fand das traditionelle Erntedankfest mit Taubenball in Karlsruhe statt, der zahlreiche Gäste aus nah und fern in den festlich geschmückten Saal des Kühlen Krugs lockte. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen der Banater Kultur, des Tanzes und der Geselligkeit.Für beste Unterhaltung sorgten die tänzerischen Darbietungen der Erdbeergruppe und der ErwachsenenGruppe des Kreisverbandes. Sie eröffneten den Abend Traubenball in KarlsruheVon Heidi Müllermit einem Einmarsch. Dabei trugen sie die mit Trauben, Äpfeln und Weinflaschen vollgepackten Körbe und erzeugten beim Publikum Staunen und Mitklatschen. Sie begeisterten mit schwungvollen Choreographien das Publikum und widerspiegelten eindrucksvoll das kulturelle Miteinander. Besonders die Kinder tanzten sich in die Herzen des Publikums. Auch der gemeinsame Tanz, den die beiden Gruppen nun zum dritten Mal aufführten, zeigte ein Stück Lebensfreude und die Gemeinschaft, die Erntedankfest und Taubenball mit der Band „Impuls“ im Kühlen Krug Karlsruhe. Fotos: Cornel Gruber62


Veranstaltungen 63Tanzvorführungen der Trachtengruppe des Kreisverbandes der Banater Schwaben Karlsruheein Teil unseres Vereins ausmacht. Auch auf der Tanzfläche herrschte ausgelassene Stimmung: Jung und Alt nutzten die Gelegenheit, gemeinsam zu feiern und das Tanzbein zu schwingen. Die Band „Impuls“ sorgte mit ihrer musikalischen Begleitung bis in die späten Abendstunden für gute Laune. Die Besucher genossen die angenehme Atmosphäre des Abends mit guter Musik, regionalem Essen und unter anderem, dem selbstgebrauten Bier des Kühlen Krugs. Ein weiterer Höhepunkt war, wie jedes Jahr, die Verlosung der drei Traubenkörbe, die wieder an drei glückliche Gewinner gingen. Insgesamt war der Traubenball ein voller Erfolg, eine gelungene Mischung aus Tradition, Tanzfreude und geselligem Beisammensein, die allen Gästen noch lange in Erinnerung bleiben wird.Wir freuen uns auf nächstes Jahr, am 24. Oktober 2026, wenn wir Sie wieder zum Traubenball begrüßen dürfen.63


64 BegegnungenTanzvorführungen der Erdbeergruppe. Fotos: Cornel Gruber64


Begegnungen 65Foto oben: die Erdbeergruppe und die Trachtengruppen des KV der Banater Schwaben KarlsruneFoto unten: Gewinner der Traubenkörbe. Fotos: Cornel Gruber


66 Brauchtum und TraditionAm 1. November 2025 fand in Karlsruhe eine feierliche Gedenkveranstaltung der Heimatortsgemeinschaft Billed statt. Von 14 bis 15 Uhr versammelten sich Mitglieder und Freunde der Gemeinschaft, um der Verstorbenen zu gedenken.Den Auftakt bildete das Glockengeläut der Billeder Kirchenglocken, das symbolisch die Verbindung zur alten Heimat herstellte. Der Chor der Banater Schwaben Karlsruhe eröffnete musikalisch mit dem Lied „Wohin Gedenkfeier der HOG Billed in KarlsruheEin Nachmittag der ErinnerungVon Werner Gildesoll ich mich wenden“, das viele Zuhörer tief berührte. Werner Gilde, Vorsitzender der HOG Billed, richtete in seiner Ansprache persönliche und nachdenkliche Worte an die Anwesenden. Er erinnerte an die Bedeutung der Gemeinschaft und das Bewahren der Traditionen.Das Gedicht „Im Licht der Erinnerung“, vorgetragen von Heidi Müller, drückte in poetischer Sprache eindrucksvoll die Erinnerungen an Billed und die Menschen, die dort lebten, aus. Es berührte die Zuhörer und erfüllte 66


Brauchtum und Tradition 67die Stille mit berührenden Worten. Mit dem Lied „Näher, mein Gott, zu dir“ setzte der Chor einen weiteren musikalischen Akzent, bevor Alfred Herbst die Namen der Verstorbenen verlas – begleitet vom Klang der Billeder Friedhofglocken, ein Moment der Stille und des Gedenkens. Jeder Name war eine Erinnerung und ein Tribut, der den Anwesenden die Möglichkeit gab, ihrer eigenen Trauer Ausdruck zu verleihen und sich mit anderen verbunden zu fühlen.Elisabeth Luckhaub sprach anschließend ein gemeinsames Gebet, das die Gemeinschaft in ihrer Trauer und Erinnerung vereinte und das Trost und Zusammenhalt vermittelte. Den Abschluss bildete das Lied „Glocken der Heimat“, erneut vorgetragen vom Chor, das die Sehnsucht und Liebe zur alten Heimat musikalisch zum Ausdruck brachte. Die Veranstaltung war geprägt von Würde, Gemeinschaft und tiefer Verbundenheit mit unserer Heimatgemeinde Billed. Sie zeigte einmal mehr, wie wichtig solche Momente des Erinnerns für die Identität und das Miteinander der Banater Schwaben sind. Anschließend fand am großen Vertriebenenmahnmal auf dem Hauptfriedhof Karlsruhe das Totengedenken für die Opfer von Flucht und Vertreibung des Bundes der Vertriebenen Karlsruhe statt.Gedenkfeier am Billeder Denkmal auf dem Karlsruher Hauptfriedhof. Foto: Cornel Gruber67


68 Brauchtum und TraditionGedenkfeier am Billeder Denkmal auf dem Karlsruher Hauptfriedhof. Fotos: Cornel Gruber


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70 Brauchtum und TraditionAn Allerheiligen auf den Billeder Friedhöfen. Fotos: Roswitha Csonti


Brauchtum und Tradition 71Trübe Wolken, Herbstesluft,Einsam wandl‘ ich meine Straßen,Welkes Laub, kein Vogel ruftAch, wie stille! wie verlassen!Todeskühl der Winter naht;Wo sind, Wälder, eure Wonnen?Fluren, eurer vollen SaatGoldne Wellen sind verronnen!Es ist worden kühl und spät,Nebel auf der Wiese weidet,Durch die öden Haine wehtHeimweh; - alles flieht und scheidet.Herz, vernimmst du diesen KlangVon den felsentstürzten Bächen?Zeit gewesen wär‘ es lang,Dass wir ernsthaft uns besprächen!HerbstentschlussVon Nikolaus Lenau (1802 - 1850)Herz, du hast dir selber oftWeh getan und hast es andern,Weil du hast geliebt, gehofft;Nun ist‘s aus, wir müssen wandern!Auf die Reise will ich festEin dich schließen und verwahren,Draußen mag ein linder WestOder Sturm vorüberfahren;Dass wir unsern letzten GangSchweigsam wandeln und alleine,Dass auf unserm GrabeshangNiemand als der Regen weine!


72 Brauchtum und TraditionAm Samstag, dem 5. April 2025, fand auf dem Billeder Kalvarienberg eine Kreuzwegandacht statt, an der sich etwa 40 Gläubige aus Billed, Betschkerek und Neubeschenowa sowie die Jugendgruppe „Jubilate“ aus Temeswar – begleitet von der Schönstatt-Nonne, Schwester Maria-Erika Bukovics – beteiligten. Die Andacht wurde vom Billeder Ortspfarrer BonavenKreuzwegandacht auf dem KalvarienbergVon Brunhilde Klein und Mihaela Sandortura Dumea und von Pfarrer Piry Radulov aus Vinga spirituell begleitet. Es war das dritte Mal, dass die Gläubigen aus Billed und Umgebung in der Fastenzeit zur Kreuzwegandacht auf den Kalvarienberg kamen und gemeinsam in rumänischer, deutscher, ungarischer und bulgarischer Sprache beteten.72


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74 Brauchtum und TraditionAls die Kirchenglocken von Gründonnerstag bis Karsamstag verstummten, gab es in der Gemeinde Billed den Brauch, als Ratschpuwe durch die Straßen zu gehen und bekannt zu machen dass es wieder mal Zeit zum Beten war.Morgens, mittags und abends wurden die Glocken durch den Lärm der Raschpel ersetzt. Dorfbuben und Ministranten raschpelten heftig durchs Dorf und riefen folgende Sprüche:Billeder Osterbräuche wiederbelebtVon Ileana-Mihaela Blajovan-MatacheDer Tag bricht an, die Nacht ist zu Ende,zum Morgengebet faltet die Hände. (raschpel, raschpel, raschpel)Habet Acht ihr Christenleut,wir ratschen jetzt zur Mittagszeit,der Herr uns schenket Speis und Trank,dafür saget ihm Lob und Dank. (raschpel, raschpel, raschpel) Wir geben allen Christen kund, Kinder und Jugendliche der Tanzgruppe „Billeder Heiderose“ als „Ratschpuwe“ durchs Dorf


Brauchtum und Tradition 75zum Abendbeten kam die Stund. (raschpel, raschpel, raschpel)Am Karsamstag, um 12 Uhr wurde mit dem Raschpeln aufgehört. Es ging dann mit der „Kleck“ los, einer Klapper zum Erzeugen von Klopfgeräuschen. Der Ratscherlohn wurde von Haus zu Haus in Form von Eiern und Geld kassiert und Folgendes gesungen:Ihr Leit, ihr Leit, ihr liewe Leites kommt die heil´ge Osterzeit.Gebt uns Eier, gebt uns Geldwie´s euch gefällt.Nur ke Schlä, die tun so weh.Nach der Beschenkung kam auch die Danksagung:Das Liedl ist gesungen,die Groschen sind gesprungen,Glück, Glück ins Haus,Unglück zum Tor hinaus.Ihr habt uns eure Ehr` gegeben,ihr sollt das Jahr in Frieden leben.Ihr und eure Kinder,ihr und eure G`sinder.Glück, Glück ins Haus,Unglück zum Tor hinaus.Kinder und Jugendliche der Tanzgruppe „Billeder Heiderose“ als „Ratschpuwe“ durchs Dorf


76 Brauchtum und TraditionSeit Mitte der 80-er Jahre geriet der Billeder Ratschpuwe in Vergessenheit. Der Staub legte sich auf die Raschpel, die Kleck blieb jahrelang auf dem Dachboden oder im Keller unberührt.Dieses Jahr aber haben die Mitglieder der deutschen Tanzgruppe „Billeder Heiderose“ und der Kindertanzgruppe „Billeder Heiderose Mini“ den alten Osterbrauch wiederbelebt. Im Rahmen des DFDB finanzierten Projektes „Osterbräuche“ haben sich die Jungs Raschpeln besorgt und auf der Bahngasse des Dorfes die Raschpelsprüche zur Bewunderung durch die Mitbewohner laut gerufen.Später ging es mit der „Kleck“ los, um Eier und Kleingeld für ihre Bemühungen einzusammeln. Am Abend, unter der Aufsicht von Edith Barta, Ileana Blajovan-Matache und dem Tanzlehrer Bogdan Pîrvu, wurden Osterdekorationen angefertigt, Eier gefärbt und der traditionelle Osterstrauch geschmückt.Im nächsten Jahr sollte der besondere Osterbrauch wieder fortgeführt werden, da alle Teilnehmer sehr begeistert davon waren.Ein besonderer Dank gilt dem Vorsitzenden des Forums der Deutschen in Billed, Adam Csonti, sowie Frau Etelca Herbst für ihre engagierte Unterstützung.Eier und Kleingeld für die „Klecker“


Brauchtum und Tradition 77Osterdekorationen wurden angefertigt und Eier gefärbt Der traditionelle Osterstrauch wurde geschmückt


78 Brauchtum und TraditionKlecken in den 1950er Jahren in der Billeder Viertgasse. Foto von Jakob Thöreß koloriert mit KI


Brauchtum und Tradition 79Klecken in den 1950er Jahren in der Billeder Viertgasse. Foto von Jakob Thöreß koloriert mit KI


80 Brauchtum und TraditionTanz, Trachten und eine große ÜberraschungSchon am Vormittag versammelten sich im Deutschen Forum in Billed alle Teilnehmer: die Tanzpaare, die Ehrengäste, Bürgermeister Ovidiu Oprișa, Altbürgermeister Sorin Supuran, Werner Gilde, Vorsitzender der HOG Billed, sowie Astrid Ziegler (Autorin von banattour.de mit Wurzeln in Billed) und viele andere, die aus nah und fern gekommen waren, um diesen besonderen Moment zu feiern. „Jetzt kommen die Kirchweihpaare zum Einladen, danach folgt die Ehrenbürgerwürde für Hans Rothgerber, dann die Enthüllung der Büste von Stefan Jäger und die Plakette für Peter Krier, der Gottesdienst, der Empfang des Bürgermeisters, die Einweihung des neuen Feuerwehrwagens, die Straußversteigerung und Kulturprogramm und schließlich Tanz“, skizziert Adam Csonti, Vorsitzender des Ortsforums und seit Jahren Organisator der Kirchweih, den Ablauf des Tages. Die Straßen von Billed füllten sich mit Tanzpaaren. Der Kirchweihvater Bogdan Pîrvu, einer der jüngsten, die dieses Amt bisher innehatten, strahlte: „Wir sind etwa 23 Paare, nicht alle aus Billed. Die meisten schon, aber es sind auch Gruppen aus Jimbolia (Hatzfeld), Großjetscha, Busiasch und sogar aus dem fernen Neupalota im Kreis Billeder Kirchweih: Tanz, Folklore und Würdigungen Ein Festtag voller Tradition und Überraschungen: von farbenfrohen Trachten und 23 Trachtenpaaren bis zur Ehrenbürgerwürde für Hans Rothgerber und den Blick auf 260 Jahre Dorfgeschichte Von Bogdan Mihai DascăluBanater Zeitung / 3. September 2025Bihar dabei. Für mich ist das Wichtigste, dass wir die schwäbischen Traditionen lebendig halten. Heute hier in Billed, morgen vielleicht anderswo im Banat, wir zeigen, dass unsere Kultur lebt.“ Als Vortänzerpaar führten Paula Veszele und Marius Rezumes die Gesellschaft an. Mit ihren farbenfrohen Trachten gaben sie dem Umzug einen festlichen Rahmen. Die Paare zogen von Haus zu Haus, luden ein und machten so die Gemeinschaft sichtbar. 260 Jahre Billed: Geschichte und Gemeinschaft Die diesjährige Kirchweih war zugleich das 260-jährige Jubiläum der Gemeinde. Altbürgermeister Sorin Supuran blickte zurück: „Die Kirchweih war in Billed stets auch die Gemeindefeier. Anders als in vielen Banater Orten haben wir keine Ruga, sondern Kirchweih war unser Feiertag. In meiner Amtszeit von 1996 bis 2005 habe ich jedes Jahr versucht, diese Tradition weiterzuführen, sei es beim 245-jährigen, 250-jährigen oder nun beim 260-jährigen Jubiläum. Immer haben wir gemeinsam mit der deutschen Gemeinschaft und Partnern wie Adam und Roswitha Csonti, Werner Gilde oder Hans Rothgerber Brücken zwischen den Generationen gebaut.“ Auch Werner Gilde erinnerte sich an seine Jugend: „Für mich war die Kirchweih das größte Fest. Es war ein


Brauchtum und Tradition 81Foto oben: Einzug der Trachtenpaare ins Billeder Heimathaus und Forum der Billeder DeutschenFoto unten: Unter den 23 Trachtenpaaren befanden sich auch Paare aus 4 anderen Ortschaften


82 Brauchtum und TraditionFotos: Tanz der Geldherren mit den Ehrengästen


Brauchtum und Tradition 83Fotos: Tanz für alle, es spielen die Banater Musikanten


84 Brauchtum und TraditionFest der Jugend, man hat gebetet, man hat gefeiert, man stand zusammen in guten wie in schlechten Zeiten. Deshalb war es mir wichtig, zum 260-jährigen Jubiläum wieder hier zu sein.“ Bürgermeister Ovidiu Oprișa unterstrich die Bedeutung der Kirchweih als Symbol des Miteinanders: Billed sei eine multiethnische Gemeinde, in der Rumänen, Deutsche, Ungarn, Serben und andere Nationalitäten seit Jahrzehnten zusammenleben. „Die Kirchweih zeigt uns jedes Jahr, wie stark Gemeinschaft verbinden kann“, sagte er in seiner offiziellen Rede. Dieser Empfang beinhaltete nicht nur einen feierlichen Trinkspruch, sondern auch ein Mittagessen, das die Gemeinde für ihre Gäste ausrichtete, ein Symbol der Gastfreundschaft und Wertschätzung. Ein besonderer Höhepunkt war wie jedes Jahr die Straußversteigerung. Der Strauß, festlich geschmückt, wurde in diesem Jahr für die beachtliche Summe von 9000 Lei von Maria Duță und Gabriel Ionuț Lezei ersteigert. Diese Summe ist nicht nur ein Zeichen der Feierfreude, sondern auch ein Beitrag zur Erhaltung der Traditionen. Hans Rothgerber geehrt. Kulturelle Dimension feierlich betont Die eigentliche Überraschung des Tages war die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Hans Rothgerber, eine Die Trachtenpaare im Hof des Forums der Billeder Deutschen umrahmten den kulturellen Teil der Veranstaltung84


Brauchtum und Tradition 85Überraschung, die uns, dem Publikum, ebenso galt wie ihm selbst. Er stand still inmitten der Menge, die Aufmerksamkeit auf das Programm gerichtet, als plötzlich sein eigener Name fiel. Man konnte sehen, wie er kurz innehielt, wie der Blick fragend wurde, und dann, langsam, das Erkennen, dass er selbst gemeint war. Die Worte der Laudatio von Astrid Ziegler, Bürgermeister Oprișa und Werner Gilde verliehen dem Moment Gewicht. Auf Hans Rothgerbers Gesicht spiegelten sich Staunen und Rührung zugleich, es war der Augenblick, in dem das Fest für alle Anwesenden eine unerwartete, zutiefst würdevolle Dimension bekam. Der einst aus Billed ausgewanderte und heute in Deutschland lebende Fotokünstler Hans Rothgerber schilderte seine Gefühle exklusiv gegenüber der BZ: „Ich war vollkommen überrascht. Zwar war irgendwann einmal von einer möglichen Auszeichnung die Rede, aber ich wusste nichts Genaues. Erst als mir Astrid riet, ein weißes Hemd anzuziehen, keine kurzen Hosen, etwas, das für mich an einem Kirchweihtag unüblich war, wurde ich stutzig. Und als Adam Csonti mir sagte, ich solle meine Kamera weglegen, wusste ich, dass da etwas Besonderes im Gange war. Es war eine gelungene Überraschung.“ Die kulturelle Dimension der Feier wurde besonders hervorgehoben durch die Enthüllung der Büste von Stefan Jäger, dem


86 Brauchtum und TraditionIm Bild v.l. Sorin Supuran, Adam Csonti, Vositzender des Demokratischen Forums der Billeder Deutschen, Hans Rothgerber, Astrid Ziegler, Bürgermeister Ovidiu Oprișa und Werner Gilde, Vorsitzender der HOG Billed großen Maler des Banater Schwabentums. Die Skulptur wurde von Walter Andreas Kirchner geschaffen und den Billedern feierlich geschenkt. Bei der Enthüllung verlas Astrid Ziegler ein Grußwort des Künstlers Walter Andreas Kirchner, das von Ana-Maria Dascălu-Romițan ins Rumänische übertragen wurde. Ebenfalls eingeweiht wurde eine Gedenkplakette für den Ende vergangenen Jahres verstorbenen Peter Krier. Dazu ergriff Werner Gilde das Wort und würdigte Kriers Bedeutung für die Gemeinschaft. Zurückgeben, was man empfangen hat Die Ereignisse in Billed sind mehr als nur ein Fest im Jahreskalender. Sie werfen die Frage auf, was Heimat bedeutet. Sorin Supuran formulierte es in seinem Rückblick: „Die Kirchweih war immer auch die Gemeindefeier, ein kollektiver Ausdruck der Zusammengehörigkeit“. Doch darüber hinaus steht die diesjährige Feier symbolisch für eine Haltung: Heimat ist nicht nur der Ort, an dem man geboren wurde, sondern auch der Ort, dem man etwas zurückgibt.


Brauchtum und Tradition 87Die Ehrenbürgerurkunde für Hans Rothgerber wurde von Bürgermeister Ovidiu Oprișa auf Antrag von Altbürgermeister Sorin Supuran verliehen. Im Bild v.l.: Altbürgermeister Sorin Supuran, Hans Rothgerber und Werner Gilde.Übesetzung aus der Ansprache des Bürgermeisters Ovidiu Oprișa betreffend die Verleihung der Ehrenbürgerwürde für Hans Rothgerber: ...unter seinen Leistungen möchte ich insbesondere folgende hervorheben: Konzeption und Realisierung der historischen Ausstellung im Rahmen des Deutschen Forums in Billed, die zahlreiche Besucher anzieht und einen Bezugspunkt für unsere lokale Identität darstellt;Seine international anerkannte künstlerische und fotografische Tätigkeit durch die Organisation von Ausstellungen im In- und Ausland, durch die er den Namen Billed über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat;Sein Engagement für die Aufrechterhaltung der kulturellen Beziehungen zwischen unserer Gemeinde und den ausgesiedelten Billeder Deutschen...Die Dokumentation mit dem dem Gemeinderat vorgelegten Bericht wurde von Herrn Sorin Supuran, dem ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Billed, initiiert und von Frau Astrid Ziegler unterstützt, die dazu beigetragen hat, die Leistungen von Herrn Rothgerber und die wichtige Rolle des Deutschen Forums in Biled hervorzuheben. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, diese hohe Auszeichnung als Zeichen der Wertschätzung für sein gesamtes Engagement und für das Vorbild, das er den heutigen und zukünftigen Generationen bietet, zu verleihen.


88 Brauchtum und TraditionFotos: Bei der Enthüllung der von Walter A. Kirchner der Heimatausstellung geschenkten Büste von Stefan Jäger. Astrid Ziegler, im Bild links unten, verlas ein Grußwort des Künstlers und würdigte sein vielfältiges Schaffen. Dr. Ana-Maria Dascalu, rechts unten, übersetzte ins Rumänische


Brauchtum und Tradition 89Foto oben: Werner Gilde bei der Enthüllung der Gedenktafel an Peter Krier. Foto unten: Anläßlich der 260-Jahrfeier wurden Billeder für ihre Leistungen im Dienst der Gemeinde geehrt


90 Brauchtum und TraditionFotos: Festgottesdienst in der Billeder Kirche, unten der QR-Code zum Video von Eduard Thöresz


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92 Brauchtum und TraditionFotos: Nach dem Gottesdienst Kranzniederlegung am Denkmal für die Opfer der beiden Kriege und Verschleppungen vor der Kirche


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94 Brauchtum und Tradition


Brauchtum und Tradition 95Einzug und Kulturprogramm der Trachtenpaare auf dem Sportplatz der Billeder Allgemeinschule95


96 Brauchtum und TraditionKulturprogramm der Trachtenpaare auf dem Sportplatz der Billeder Allgemeinschule unter der Leitung von Edith Barta und Ileana Mihaela Matache


Brauchtum und Tradition 97Foto oben - Hut- und Tuchgewinnner: Dănuț Loghin (Hut) Ileana Mihaela Matache (Tuch)Foto unten - Strauss Gewinner: Maria Duță und Gabriel Ionuț Lezei. QR-Code zum Video97


98 Brauchtum und TraditionV.l.n.r. Elmar Nachram mit Nina, Maya, Cristina und Egon Jonas und Ingrid Bissinger, geb. Klein, mit Sohn NikoNachram vor dem großen Festumzug anlässlich der Heimattage der Deutschen im Banat


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