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Published by mykinderbuch, 2017-01-11 12:11:37

Schatzsuche in Bodenmais

Auf Schatzsuche

in Bodenmais


Auf Schatzsuche in Bodenmais

Umschlaggestaltung und Illustration: Katja Wesner
Geschichte: Julie Sander

Copyright: My-Kinderbuch.de

Bestellung unter www.my-kinderbuch.de
info@my-kinderbuch.de

In dieser Reihe sind weitere personalisierte Kinderbücher erschienen.

Armin und die Piraten Emma und die Auf Schatzsuche
der Schatteninsel Rettung des Feenwaldes
in Bodenmais
von Julie Sander

Seite 2


Inhaltsverzeichnis

1. Auf nach Bodenmais........... S. 5
2. Überraschender Besuch......... S. 12
3. Nachricht aus der Vergangenheit. S. 18
4. Am Anfang sind die Eichen.... S. 23
5. Nasse Angelegenheit........... S. 32
6. Eine echte Spur? Ein Hinweis?. S. 36
7. Der Lösung so nah............. S. 41
8. Der Silberschatz.............. S. 46

Seite 3


Seite 4


Kapitel 1

Auf nach Bodenmais

„Wenn Tom nicht gleich kommt, dreh ich um und leg mich wieder schlafen!“
Emma ließ ihren Rucksack auf den Bahnsteig plumpsen und gähnte
demonstrativ.
„Hey, auf unseren besten Freund ist Verlass! Der kommt ganz sicher gleich“,
versprach Armin. Dennoch schielte er unsicher zur Bahnhofsuhr. 12 Minuten
nach 7 Uhr zeigten die gusseisernen Zeiger auf dem Ziffernblatt an. Jetzt wurde
auch Armin nervös. „Der Zug fährt in drei Minuten ab und von Tom und seinem
Opa ist nichts zu sehen“, sagte Armin und blickte ratlos zu Emma. Die zuckte
nur mit den Achseln. „Sag deiner Mama, sie kann uns gleich wieder mit nach
Hause nehmen. Mir doch egal, ob wir nach Bodenmais fahren oder nicht. Ich
bin einfach nur müde und will schlafen. Ob im Zug oder im Bett ist mir völlig
schnuppe.“
„Kinder, wenn die beiden nicht in den nächsten Sekunden kommen, sehe ich
schwarz für eure Ferientage im Bayerischen Wald!“ Auch die Mutter von Armin
wurde so langsam hektisch. Unruhig lief sie auf dem Bahnsteig auf und ab.
„Da seid ihr ja endlich!“, rief Armin plötzlich und stürmte auf Tom zu. In dem
Moment rief der Schaffner lautstark: „Alles einsteigen bitte, der Zug fährt ab!“
Emma rappelte sich blitzschnell auf, schnappte sich ihren Rucksack und sprang
in den Zug. Armin und Tom hetzten ihr hinterher. Nur der Opa von Tom fand
noch ein paar Worte zum Abschied und reichte Armins Mutter die Hand.
„Ich freue mich, dass Armin und Emma mich begleiten. Richten Sie bitte
Emmas Mutter meine herzlichsten Grüße aus. Mit der Rasselbande an meiner
Seite wird das sicherlich eine unvergessliche Rückkehr in meine Heimat werden
– wenn auch nur für ein paar Tage. Ach, so ein runder Geburtstag ist doch ein
wundervoller Anlass, mal wieder in Erinnerungen zu schwelgen. Habe ich ihnen
schon erzählt, dass mein Freund Karl 70 Jahre alt wird? Mann, Mann, Mann, wie
die Zeit vergeht!“
„Ja, die Zeit vergeht viel zu schnell. Die Jahre ziehen nur so an einem vorüber“,
seufzte Armin Mutter. „Gute Reise! Bis bald!“

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„Komm schon, Opa! Der Zug wird nicht warten, bis du dich auch mal ins Abteil
bequemt hast!“, drängelte Tom.
„Puh, wo habt ihr denn so lange gesteckt?“, fragte Emma, nachdem sie
umständlich ihren Rucksack im Gepäcknetz über den Sitzen verstaut hatte.
„Stau!“, stöhnte Tom auf.
„Und viel zu viele rote Ampeln. Und einen Parkplatz haben wir auch nicht auf
Anhieb gefunden“, fügte sein Großvater erklärend hinzu. „Habt ihr denn schon
gefrühstückt? Toms Oma hat uns belegte Brote gemacht – wenn ihr wollt,
können wir jetzt in Ruhe einen Happen essen. Bis Bodenmais fahren wir locker
vier Stunden. Und Essen ist der weltbeste Zeitvertreib!“
Emma lehnte dankend ab. Ihr war noch immer nur nach einer Mütze voll
zusätzlichen Schlaf. Auch Tom und Armin schüttelten die Köpfe und kuschelten
sich in die Sitze.
Erst der Schaffner weckte die vier, als er das Abteil einige Zeit später betrat und
ohne Rücksicht auf die Schlafenden rief: „Die Fahrscheine bitte!“
Toms Großvater schreckte als erster hoch. Hektisch suchte er in seiner
Jackentasche nach den Fahrscheinen. „Das gibt es doch gar nicht. Ich bin ganz
sicher, dass ich sie eingesteckt habe. Einen Moment bitte noch.“
Emma murmelte irgendetwas vor sich hin, woraufhin Armin auch aufwachte.
Nur Tom hatte einen festeren Schlaf und ließ sich von dem Treiben im Abteil
nicht aus den Träumen reißen. „Unsere Fahrscheine hast du, Armin“, murmelte
Emma und öffnete schläfrig ein Auge.
Toms Opa suchte noch immer. Mittlerweile in der Reisetasche, deren Inhalt nach
nur drei Minuten kreuz und quer über den freien Sitzen verstreut lag. „Bitte,
gedulden Sie sich noch eine Minute. Nur eine einzige, die Tickets müssen hier
irgendwo sein!“, schnaufte Toms Opa und kramte und wühlte.
„Hey, was ist denn hier los?“ Tom war aufgewacht. „Dein Opa hat eure
Fahrscheine vergessen!“, sagte Emma.
„Quatsch, hat er nicht. Na ja, zumindest nicht ganz … oder so.“ Tom fischte
die Tickets aus seiner Jeans und reichte sie dem Schaffner. „Lagen auf dem
Küchentisch, Opa!“
„Spitze, toll, dass du sie eingesteckt hast. Ich hätte sie doch glatt vergessen“,
seufzte Toms Opa und ließ sich erleichtert in den Sitz fallen, nachdem er die
ganzen Klamotten zurück in die Reisetasche gestopft hatte.

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„Und, habt ihr jetzt Hunger? Also ich könnte ein Brot vertragen!“
„Und wie!“, sagte Emma, die jetzt auch das zweite Auge geöffnet hatte.
„Klar!“ Tom gab die Brote weiter, die sein Opa ihm gereicht hatte. Als alle
satt waren, begann Toms Opa zu erzählen: „Wisst ihr, Kinder, ich hatte eine
tolle Kindheit in Bodenmais. Zusammen mit meinem besten Freund Karl, der
morgen übrigens seinen 70. Geburtstag feiert, falls ihr das vergessen habt, bin ich
durch die weiten Wälder gestreift, habe mit ihm bei den Rißlocher Wasserfällen
geangelt und wenn ich mich recht erinnere, sogar einmal einen Fisch gefangen.
Und nach dem Unterricht haben wir allerhand Unsinn gemacht. Stellt euch mal
vor, eines Abends, es muss im Herbst gewesen sein, denn es war schon dunkel, als
wir den Bauernhof der alten Erna aufgesucht hatten, haben wir ihre Kühe grün
angemalt. Als sie uns bemerkte, hat sie geschimpft wie ein Rohrspatz! Wie wir am
nächsten Tag hörten, hat sie eine Kuh nach der anderen in die Badewanne gestellt
und abgeseift. Wahrscheinlich stimmte das nicht, aber dass sie geschimpft hat, ist
sicher!

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Das war vielleicht eine Furie, sag ich euch! Die mochte es gar nicht, wenn wir uns
auf ihrem Hof herumtrieben. Na, auf jeden Fall war der Heuboden von Erna für
uns damals der aufregendste Ort der ganzen Welt! Da haben wir uns versteckt,
wenn wir etwas ausgefressen hatten. Und die Tochter von Erna und dem Bauern
Siegfried hat uns niemals verpetzt, obwohl sie immer genau wusste, wo wir
Lausejungen waren. Sie hätte es nicht gewagt uns zu verpfeifen!“
„Warum nicht?“ Emma spitzte die Ohren.
„Ha! Das werde ich euch sagen. Mira, so hieß die Tochter vom Bauern Siegfried,
war in den Knecht Leopold verliebt. Irgendwann erwischten wir die beiden
knutschend im Heu.“
Toms Großvater übersah, dass Tom und Armin rote Ohren bekamen und
erzählte munter weiter: „Ihr Vater durfte nichts von ihrer Liebe wissen, weil
Erna einmal den Bauernjungen Erich vom Nachbarhof heiraten sollte, denn
das versprach Ansehen und Wohlstand. Mira hielt nichts von den Plänen ihres
Vaters. Sie war bis über beide Ohren in Leopold verliebt. Dass er nur ein einfacher
Knecht war, war ihr völlig schnuppe. Ihr Vater durfte also nie etwas von ihrem
Heu-Abenteuer erfahren. Also machten Mira und wir eine Abmachung. Sie
verpetzte uns nicht und wir verpetzten sie nicht. Und soweit ich mich erinnere,
haben wir alle dieses Abkommen nicht gebrochen.“
„Und was ist aus Mira und Leopold geworden?“, fragte Emma verträumt.
„Ich weiß es nicht. Als ich fort ging aus Bodenmais, war Mira längst weg.
Sie ist eines Tages einfach verschwunden. Leopold übrigens auch.“ Toms
Großvater zwinkerte Emma verschmitzt zu. Auch Emma konnte eins und eins
zusammenzählen. „Sie ist mit ihm durchgebrannt! Oder?“
„Vermutlich“, nuschelte Toms Großvater und schmunzelte.
„Was für eine kitschige Geschichte“, sagte Armin und schaute gelangweilt aus dem
Fenster. „Hey, ich kann schon den Bayerischen Wald sehen. Wir sind bald da!“
Armin behielt recht. Es dauerte nicht mehr lange und der Zug rollte im Bahnhof
von Bodenmais ein. Armin, Emma und Tom und sein Großvater packten ihre
Sachen zusammen und stiegen aus dem Zug. Karl stand bereits am Bahnsteig und
erwartete seine vier Gäste. Die Begrüßung fiel stürmisch aus. Toms Großvater
hatte Tränen in den Augen und auch Karl nahm die Brille ab und strich sich
verschämt mit dem Handrücken über die Augen. Emma, Armin und Tom
warteten geduldig ab, bis die zwei alten Herren ihr Wiedersehen mit genügend
Tränen begossen hatten und Karl sie endlich zu ihrer Unterkunft brachte.

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Aber im Gasthof angekommen, ging es gleich weiter mit stürmischen
Begrüßungen und tränenreichen Umarmungen. So wie es aussah, waren alle alten
Schulkameraden und Freunde zu Karls 70. Geburtstag erschienen. Die Feier war
schon in vollem Gange, auch wenn der Kaffee noch nicht serviert war.
Tom stöhnte auf: „Das kann ja lustig werden! Opa, gib uns einfach die Schlüssel
fürs Zimmer, wir packen schon mal aus. Wir kommen dann gleich wieder runter.
Versprochen!“ Zu Armin und Emma zischte er: „Schnell, verdrücken wir uns,
bevor wir hier auch noch zu heulen anfangen!“
Emma hetzte kichernd hinter Tom und Armin die Treppen zu ihrem Zimmer
hinauf. „Unglaublich! Ob wir auch mal so werden, wenn wir alt sind?“
„Ich ganz sicher nicht!“, sagte Tom bestimmt.
„Ich auch nicht.“ Armin schüttelte energisch den Kopf und schmiss seine Tasche
auf das Bett, nachdem sie ihr Zimmer gefunden und in Augenschein genommen
hatten.
„Ich schlafe am Fenster“, sagte Emma und platzierte ihren Rucksack auf dem
Bett, riss das Fenster auf und sah auf die in der Ferne liegenden Bergspitzen des
Großen Arbers. „Da möchte ich hin!“, rief sie begeistert. „Hat dein Opa nicht
erzählt, dass dort in der Nähe die Wasserfälle sind? Hey, das wird bestimmt
lustig!“

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„Emma, wir sind noch nicht mal fünf Minuten hier und du willst schon wieder
hoch hinaus. Auf die Berge! Tze …“ Tom schnaufte laut auf. „Ich mach mir nicht
so viel aus Bergen. Mir ist eher nach Schwimmen!“
„Ja, genau, unter den Wasserfällen!“ Emmas Augen blitzen unternehmungslustig auf.
„Nein, Emma, im Schwimmbad. Opa hat gesagt, dass hier ganz in der Nähe ein
Freibad ist. Ich schnapp‘ mir meinen Comic und ´ne kühle Dose Cola und tu‘
nichts weiter, als mir die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen und bunte Bilder
anzusehen. Bist du dabei, Armin?“
„Klar! Jetzt?“
„Ja! Ich sag nur schnell Opa bescheid, dass wir uns verdrücken. Geburtstag
feiern können die alten Herrschaften schließlich auch ohne uns. Wir kennen eh
niemanden. Wir schütteln kurz die Hände, stellen uns vor und weg sind wir!“
Ganz so schnell wie erhofft schafften es die drei Freunde zwar nicht, sich von
Karls Geburtstagsfeier zu verdrücken, aber es gelang ihnen dennoch ins Freibad
zu kommen.
Armin stöhnte laut auf, als er es sich auf dem Strandlaken bequem machen
wollte. „Hätte ich auch nur einen halben Butterkuchen mehr gegessen, wäre ich
geplatzt!“
„Frag mich mal.“ Auch Tom hielt sich den Bauch. „Für mich keine
Cremeschnitten mehr die nächsten Jahre.“
„Ihr seit Weicheier, Jungs! Niemand hat euch gezwungen das Kuchenbuffet zu
plündern.“
„Doch, der Anstand! Oder hätten die alten Leute das alles alleine essen sollen?“,
frotzelte Tom und vertiefte sich in seinen Comic.

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