Sagenhafte Weststeiermark
eine „köstliche“ Reise in die Vergangenheit
Teammitglieder Zusammen mit der vierten Klasse der Volks-
schule Hollenegg haben wir uns am 26. und 27.
Anna Neumeister Juni 2017 zwei Tage intensiv mit den Themen
Selina Ravnik
„Sagen“ und „Weststeiermark“ beschäftigt.
Christina Reinisch Am ersten Tag war eine Gruppe der Klasse mit
Ricarda Resch Selina und Ricarda in der Schulküche und hat
dort unter anderem Sterz gekocht oder ei-
nen Kürbiskernaufstrich gemacht – alles zum
Thema Weststeiermark. Währenddessen war
die andere Gruppe mit Anna und Christina in
der Klasse. Dort wurden viele Sagen gelesen
und unterschiedliche Sagengestalten von den
Schülern gezeichnet.
Am zweiten Tag besuchten wir zusammen mit
den Schülern die Gemeinden Schwanberg, St.
Peter und Hollenegg. An verschiedenen Plät-
zen erzählten wir dort die Sagen der einzelnen
Gemeinden.
Teammitglieder
Yvonne Lais
Michaela Hölbing
Die Ziele unseres Projektes waren die Organisation und Durchführung eines zweitägigen
Workshops in der NMS-Eibiswald. In diesem Workshop wurden den Schülern und Schülerin-
nen die Themen Ernährung, Bewegung und Sport,
Selbstbewusstsein und Krisensituationen in der Adoleszenz mit verschiedenen interaktiven
Methoden nähergebracht.
Ziel war es, die Beziehungen dieser 4 Themen zueinander aufzuarbeiten und miteinander
zu verknüpfen.
Styria Snacks
Wir organisierten eine kulinarische Veranstaltung namens Styria Snacks.
Das Ziel dieser Veranstaltung war, dass großartige Angebot der Land-
wirte unserer Region vorzustellen. Mithilfe eines köstlichen Buffets und
Informationsmaterialien wurde den Gästen die gesunden und qualitativ
hochwertigen Produkte dieser Landwirte nähergebracht. Der Caterer
Paniniland aus Hitzendorf bereitetete das Buffet mit den gespendeten
Produkten zu. Die Landwirte wurden bei guter Unterhaltung kulinarisch
und mithilfe von diversen Informationsmaterialien vorgestellt (welche
Produkte sie im Sortiment haben und wo man diese erhalten kann).
Vinokult Am 3. Juni 2017 konnte man
ab 15 Uhr beim Weingut Lang-
Neben dem „Drei Dirndl Takt“, die für die mu- mann vlg. Lex in St. Stefan ob
sikalische Umrahmung sorgten konnten unsere Stainz eine Weinverkostung
Gäste bei einer Weingarten- und Kellerführung genießen - umrahmt von stei-
mehr über die drei Weinbauregionen, deren rischen Spezialitäten, die von
Weine und das Thema Nachhaltigkeit erfahren. Direktvermarktern aus der Re-
gion stammten. Geplant, orga-
nisiert und durchgeführt wurde
die Veranstaltung unter dem
Namen „Vinokult“, als Matu-
raprojekt von uns, Lena Silber-
schneider, Elisabeth Gollien,
Martina Sallmann und Elisa
Langmann.
Im Rahmen unseres Maturaprojektes führten wir einen Teammitglieder
3-tägigen Workshop im Betreuten Wohnen der Kirschal-
lee in Frauental durch. Der erste Workshop-Nachmittag Lisa Winkler
stand am 22. 4. 2017 unter dem Thema „Ernährung im Petra Findenig
Alter“, wobei die Ernährungspyramide und altersange-
passte Ernährung die Schwerpunkte bildeten. Produkte
Am darauffolgenden Wochenende gab es am Samstag und
Sonntag jeweils eine Workshopeinheit zu den Themen Folder, Plakate, Fragebögen
Mentaltraining und Fitness. Diese Nachmittage waren vor
allem durch praktische Übungen und Spiele geprägt.
Die Bewohner des Betreuten Wohnens freuten sich sehr
über die Möglichkeit an den Workshops teilzunehmen
und machten dies auch mit viel Freude und Motivation.
Teammitglieder Aufgrund unserer Ausbildungs-Schwerpunkte Vital und Ak-
tiv und den daraus entstehenden Interessen an Geschich-
Klara Lafer te, Kultur, Brauchtum, Landwirtschaft und dem Leben von
Barbara Stipper vor 100 Jahren entwickelten wir unser Projekt unter dem
Titel „Tag der Arbeit – Infoworkshop“. Wir führten unser
Projekt in der Neuen Mittelschule in St. Stefan ob Stainz
Anfang Mai 2017 durch.
Unser Ziel war es, den Schülern der 3. Klassen die Ge-
schichte von Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute näher
zu bringen. Darauf aufbauend beschäftigten wir uns im
weiteren Verlauf mit dem Vergleich der Lebens- und Ar-
beitsweisen von heute und um ca. 1900 im Bereich Land-
wirtschaft, Industrie und Kochen. Außerdem befassten
wir uns mit der Thematik Geld, Heimat und Brauchtum.
Zusätzlich besichtigten wir Bauwerke in St. Stefan, die
daran erinnern sollten, was alles durch menschliche Arbeit
geschaffen werden soll. Außerdem organisierten wir eine
Führung beim Fruchtsafthersteller RIBES.
Nach unserer erfolgreichen Durchführung des Projekts,
wo die Schüler sehr motiviert mitarbeiteten, bekamen wir
ausschließlich gutes Feedback.
Produkte
Plakate, Fragebögen
JUSIM
JUGENDSICHERHEITSMESSE AM 24.04.2017
Teammitglieder Was ist die JuSiM?
Katharina Walter Bei der JuSiM handelt es sich um eine Fachmesse zum
Carina Offenbacher Thema Sicherheit im Jugendalter. Mit diversen Infoständen,
Vorträgen und Workshops wurde dieses Thema den Kindern
Jakob Zechner und Jugendlichen nähergebracht.
Jakob Reinbacher
Das Thema, mit dem wir, Carina Offenbacher, Katharina
in Kooperation mit Walter, Jakob Reinbacher und Jakob Zechner, uns im 4.
"GroSSe schützen kleine“ Jahrgang intensiv beschäftigt haben, war die Unfallpräven-
tion im Jugendalter, das wir als Jugendsicherheitsmesse in
und dem unserem Projekt umgesetzt haben.
"Regionalmanagement SüdwestSteiermark“
Unsere Schule, die HLW Deutschlandsberg, ist am An-
fang des Schuljahres 2016/17 an uns herangetreten, diese
Fachmesse unter dem Titel Jugendsicherheitsmesse 2017
oder kurz JuSiM 2017 in Zusammenarbeit mit Sabine Distl
vom Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE zu planen und
durchzuführen.
Die Begeisterung und das Interesse unsererseits waren von
Beginn an groß und somit stand einer guten Zusammenar-
beit mit unserer Projektauftraggeberin nichts mehr im Wege.
Geschmacksverirrung
steirisch trifft international
Melanie Petzold „Geschmacksverirrung - steirisch trifft
Svea Muster international“, so lautete der Titel des
Julia Krumphals Maturaprojekts von Julia Krumphals, Svea
Muster und Melanie Petzold. Sie haben
internationale Gerichte mit steirischen
Einflüssen kombiniert und in ein Kochbuch
verpackt.
Das über 80-seitige Werk wurde im Okto-
ber bei einem 6-Gänge-Menü präsentiert
und verkauft. Julia Krumphals war für
die Fotos der Gerichte zuständig, welche
Melanie Petzold dann ins Design des Koch-
buches eingebaut hat. Svea Muster über-
nahm die Aufgabe, das Projekt und Dinner
im Radio NJoy zu bewerben.
Shakespeares Erbe
Teammitglieder Produkte
Maria Klein Kinderbuch + Bilder
Klara Poglei Schauspielguide
Laura Nikodem-Eichenhardt Plakate und Flyer
Anna Koinig Hörbuch + Cover
Film
Der von uns organisierte Theaterworkshop sollte Kindern
und Jugendlichen die Kunst des Theaters näher bringen
und ihnen wichtige Elemente unserer Kultur aufzeigen.
Zuerst wurde von Maria Klein ein Buch in Kooperation mit
einer erfahrenen Kinderbuchautorin verfasst und gestaltet.
Dieses Buch stellte die Basis des Workshops dar. Zudem
erstellte sie einen „Schauspiel Guide“, welcher unsere Teil-
nehmerinnen und Teilnehmer durch die gesamte Woche
begleitete. Klara Poglei sorgte für die nötigen Illustrationen
im Buch sowie für die Vermarktung des Workshops. Laura
Nikodem begleitete den Workshop die ganze Zeit über mit
ihrer Kamera und schnitt daraus einen Film. Anna Koinig
erstellte gemeinsam mit den Kindern ein Hörbuch zum
Buch.
Der Workshop war ein voller Erfolg und unsere Teilnehmer
sowie auch wir waren froh dabei zu sein!
Mit unserem Maturaprojekt wollten wir den Styrian
Bekanntheitsgrad einer Deutschlandsberger
Core-Night
Band „Hard To Believe“, dessen Genre
Hard-Core ist, mit selbstgemachten Produk-
ten steigern. In Form eines Image-Filmes, der
einen Einblick hinter die Kulissen bietet &
eiem selbstorganisierten Konzert im „Explo-
siv“ in Graz, welches wir mit Interviews, einem
Aftermovie, Plakaten und Flyer medial um-
rahmten, gelang es uns, nicht nur auf eine,
sondern gleich auf mehrere Bands dieses
Genres aufmerksam zu machen. Da unsere
erfolgreiche Promotion für unser Konzert nicht
nur viele Besucher, sondern auch Bands
anlockte, veranstalteten wir einige Monate
später einen zweiten Teil unseres Konzertes
namens „Styrian Core Night“.
Eva Maria Tinauer: Imagefilm
Elisa-Marie Steppeler: Aftermovie
Ramona Fürpaß: Radiobeitrag
Nadine Bernhard: Printprodukte
Medialer Farbmix
Unser Auftraggeber David Platzer wollte, dass wir für seinen Malerfachbetrieb verschiedene
mediale Produkte erstellen. Das Corporate Design wurde übernommen und so war es unsere
Aufgabe mit dem vorhandenen Logo ein neues, modernes Design für eine Luxusbroschüre, einen
Folder, Büroartikel und die Website zu kreieren. Außerdem wurden noch ein Imagefilm und ein
Explainervideo erstellt.
B76 Streetfood Market
In unserem Maturaprojekt ging es um die Vorstel-
lung regionaler Produkte, und was man alles damit
kochen kann. Unsere Aufgabe war es, Betriebe zu
besuchen und Interviews mit den Unternehmern zu
führen. Die Hauptanregung für unser Projekt war
es, so viele Menschen wie möglich auf die viel-
fältigen Zubereitungsmöglichkeiten regionaler Pro-
dukte aufmerksam zu machen. Viele Leute kennen
gar nicht die Vielfältigkeit der einzelnen Produk-
ten. Das Wichtigste für uns war es, den Gästen
diese Mentalität näher zu bringen. Regionalität
und Beständigkeit zu fördern, steht an erster Stelle.
Eveline Hafner
Valentin Nöhrer
Mario Fellner
Michael Deix
OPEN HOUSE
Alle Jahre wieder - der Präsentationsabend der HLW/FW Deutschlandsberg.
Ein Tag, an dem sich unsere Schule von ihrer besten Seite zeigt.
Alle Fachgebiete stellen sich vor und die Aula des Bundeschulzentrums ist
stark besucht - und so sah es aus!
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Die Rückkehr - der Jedi Ritter
Abseits des Geschehens am Open House Day am 21.12.2017 absolvierten
4 Säulen der HLW/FW Deutschlandsberg eine Pressekonferenz der nost-
algischen Art: Altdirektor Bruno Jöbstl holte seine „Legenden“, Christa
Lex, Walter Kowaschitz und Harry Reiser aus dem Ruhestand und die
vier lieferten gut gelaunt und schlagfertig eine unterhaltsame Show ab.
Die beiden Moderatoren, Andreas Kein Witz war hingegen die Anekdo- In der Finalrunde ging es darum, ei-
Strohmeier und Norbert Ploll, haben te von Harry Reiser: Bevor die Schu- nen Golfball auf eine Entfernung von
sich anlässlich „40 Jahre HLW“ ein le eröffnet wurde, sollten wir Lehrer drei Metern zu putten. Wie sich her-
vielseitiges Quizformat ausgedacht, die Sessel für den jeweiligen Bedarf ausstellte, sind unsere Legenden alle-
bei der im Finale sogar die Golfbälle im Unterricht aussuchen. Nach drei samt im Golf untrainiert (spielen also
flogen. Gefragt waren Anekdoten aus Stunden kam der zuständige Beamte noch Tennis, Gitarre oder halten sich
dem Konferenz- und Klassenzimmer, vom Landesschulrat und erkundig- sonst wie nicht nur geistig fit) – es
Geschichten von den Anfängen der te sich, für welches Mobiliar wir uns konnte daher kein eindeutiger Sieger
Schule und auch einige Lehrer-Schü- denn entschieden hätten, dankte für ermittelt werden.
ler-Witze wie jener von Christa Lex die Beiträge und meinte lapidar: Lei-
(Rechnungswesen): Der Sohn kommt der hilft das jetzt nichts mehr, es sind
stolz von der Schule nach Hause und schon alle Sessel bestellt.
erzählt: „Heute haben wir einen Wett-
bewerb im Kopfrechnen gemacht!
Die Aufgabe war: 3x7“ – Der Vater:
„Und?“ – darauf der Sohn: „Ich habe
mit 18 noch den 2. Platz geschafft!“
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LEHERNPTLWANICKLUNG
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Vorgeschichte
Die Entstehung dieses Schultyps geht auf Erzherzog Jo- 1920 schuf man die Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche
hann zurück, der die Grundlagen für das gesamte berufs- Frauenberufe am Entenplatz in Graz, die bereits ein Jahr
bildende Schulwesen gelegt hat. Die Zielsetzung des vom später verstaatlicht und als Höhere Bundeslehranstalt be-
steirischen Prinzen gegründeten Joanneums, Menschen zeichnet wurde. Die Schuldauer betrug ursprünglich drei
für den Beruf heranzubilden, wurde 1863 durch die Grün- Jahre, lediglich in Graz führte man vier Ausbildungsjahre
dung der Grazer Handelsakademie und 1867 durch die ein. 1949 wurde die erste Matura abgenommen und neue
Gründung der Mädchen-Arbeits- und Fortbildungsschule Schwerpunkte in Richtung Fremdenverkehr gelegt, nicht
erfüllt. zuletzt mit der Einführung des verpflichtenden Ferialprak-
tikums.
Täglich wurden sechs Stunden praktischer und eine Stun-
de theoretischer Unterricht erteilt, wobei der Schwerpunkt Bereits 1962 dauert die Ausbildung fünf Jahre.
auf weibliche Handarbeit gelegt wurde; aber auch Schrift- Im September 1978 gründete man als Expositur der Gra-
verkehr, Rechnen, Geografie, Geschichte, Warenkunde etc. zer HBLA die Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche
mussten zumindest in einer täglichen Theoriestunde Platz Frauenberufe in Deutschlandsberg. Mit Erlass des Bundes-
finden. Mit der Einführung von Französisch als Fremdspra- ministeriums für Unterricht und Kunst vom 19. November
che erfuhr der Schultyp eine Aufwertung. 1897 wurden 1982 wurde die Selbstständigkeit der Deutschlandsberger
erstmals Reifeprüfungszeugnisse ausgestellt. Schule bekannt gegeben. Der Name der Schule lautete:
Ein weiterer Schultyp wurde 1913 in Graz gegründet - die „Höhere Bundeslehranstalt und Fachschule für wirtschaft-
Koch- und Haushaltungsschule - und bereits im Jahre liche Frauenberufe Deutschlandsberg“.
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DIE GESCHICHTE
Lehrplanentwicklung 1979 - 2014
Seit der Gründung haben mehrere große Lehrplanrefor- ten Lehrplanentwurf von 2003 nur noch 19. Das Fach Textil-
men das Profil der Schule wesentlich gestaltet. Daneben verarbeitung, ursprünglich mit 16, dann mit zwölf Stunden
werden natürlich laufend kleinere Anpassungen vorge- im Lehrplan, wird1993 gänzlich aus dem Ausbildungspro-
nommen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Rei- gramm genommen. Die Fächer Geografie und Wirtschafts-
feprüfung der HLW bzw. später in der neu eingeführten kunde, Naturgeschichte sowie Physik und Chemie sind im
Abschlussprüfung in der Fachschule. ältesten Lehrplan noch mit 23 Stunden vertreten, im Ent-
Die erste Absolventengeneration (Maturajahrgang wurf von 2003 unter geänderter Bezeichnung nur mehr
1982/83) wird noch nach den Lehrplänen von 1963 (BGBI. mit elf. Neu in den Fächerkanon aufgenommen werden ab
154/1963) bzw. 1969 (BGB1. 177/1969) unter der Bezeich- dem Schuljahr 1979/80 Mathematik und Philosophie, wo-
nung „Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Frau- mit die allgemeine Studienberechtigung gegeben ist. Die
enberufe“ unterrichtet. Die nächste große Änderung folgt Betonung des kreativ künstlerischen Bereichs schlägt sich
aufsteigend mit dem Schuljahr 1979/80 (BGB1. 359/1979). in einer Steigerung der Stundenzahl von sieben auf zehn
1987 verschwindet der Begriff „Frauen“ in Anpassung an nieder. Die EDV wird zunächst im Lehrplan 1993 mit zwei
die geänderten Verhältnisse aus der Schulbezeichnung. Stunden Wirtschaftsinformatik und computerunterstütz-
Die Reform von1993 (BGB1. 241/1993) bringt der Schule tem Rechnungswesen implementiert. Weiters gewinnt die
verstärkte autonome Gestaltungsmöglichkeiten, welche EDV zunehmende Bedeutung im Fach Textverarbeitung
erfolgreich genutzt werden. und in der praktischen Ausbildung (Küchenführung und
Für die HLW Deutschlandsberg werden die beiden Schwer- Servierkunde, Angewandte Betriebsorganisation). Im Ent-
punkte Ernährungs- und Betriebswirtschaft sowie Kultur- wurf von 2003 ist der Bereich Informationsmanagement
tourismus und für mit elf Stunden vertreten. Die Informationstechnologien
die Fachschule für wirtschaftliche Berufe ( FW) Gesundheit werden mittlerweile nahezu in allen Bereichen als Hilfs-
und Soziales als schulspezifische Schwerpunkte festge- mittel herangezogen.
legt. Die bisher übliche fächerübergreifende Matura wird Eine besondere Zäsur stellt die Einführung der schulau-
ebenso gestrichen wie die bis dahin verpflichtende schrift- tonomen Pflichtgegenstände im Ausmaß von 18 Jahres-
liche Reifeprüfung aus Geografie oder Biologie. Seither wochenstunden im Lehrplan 1993 dar. Diese Entwick-
besteht die — seit 1996 als Reife- und Diplomprüfung be- lung wird im Entwurf von 2003 noch verstärkt, indem der
zeichnete — Matura aus den schriftlichen Gegenständen Schule auch im Kernbereich sowohl inhaltliche als auch
Deutsch, einer Fremdsprache und Rechnungswesen und organisatorische Gestaltungsmöglichkeiten zugestanden
den mündlichen Prüfungsgebieten zweite Fremdsprache, werden.
einem Wahlgegenstand, der auch aus zwei Gegenständen Im Lehrplan 1993 sind die Ausbildungsschwerpunkte noch
kombiniert sein kann, und einer Präsentation zu einem vorgegeben. Die HLW/FW Deutschlandsberg entscheidet
Thema des Ausbildungsschwerpunktes. Im Bereich der sich für die Schwerpunkte Kulturtouristik und Ernährungs-
Fachschule wurde eine Abschlussprüfung neu eingeführt. und Betriebswirtschaft in der HLW bzw. für Gesundheit und
Mit dem im Jänner 2003 zur Begutachtung eingereichten Soziales in der FW. Der Lehrplan von 2003 gibt auch die
Lehrplanentwurf wird diese Entwicklung fortgesetzt. Am inhaltliche Gestaltung dieser Schwerpunkte mit gewissen
Schulstandort Deutschlandsberg wird diese Reform be- Vorgaben frei. Aufbauend auf die Erfahrungen mit dem
reits mit Beginn des Schuljahres 2002/03 im Rahmen eines Lehrplan 1993 entscheidet sich die Schule in Deutsch-
Schulversuches vorweggenommen. landsberg dafür, diese Schwerpunkte inhaltlich mit An-
Umfasst der erste Lehrplan noch 32 Jahreswochenstun- passungen beizubehalten. Diese sind in der HLW verstärkt
den hauswirtschaftliche Gegenstände, so sind es im letz- Methoden des Projektmanagements, der Informations-
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technologien und der Einsatz von Fremdsprachen. Der aus dem jeweiligen Ausbildungsschwerpunkt umgesetzt.
Ausbildungsschwerpunkt Gesundheit und Soziales wird zu
Gesundheit — Mode — Sport als zusammenhängende Ein- Der Schulversuch Semestersystem auf der Oberstufe,
heit. welcher an der HLW/FW Deutschlandsberg im Schuljahr
2004 werden diese Schwerpunkte ausgehend von einem 1999/2000 startete, wird im Schuljahr 2014/2015 mit An-
EU Projekt um den Medienschwerpunkt Unternehmens- passungen österreichweit als „Neue Oberstufe“ in das
kommunikation und Medien seit 2014/2015 als eigene Regelsystem übernommen und bringt mit der Semestrie-
Schulform Medienmanagement und Unternehmenskom- rung ab der 10. Schulstufe für die/den einzelne/n Schüle-
munikation erweitert. rin/Schüler vor allem ein erhöhtes Maß an Eigenverant-
Diese Änderungen bedingen den Einsatz neuer Unter- wortung, aber auch weitergehende Möglichkeiten bei der
richtsformen. Neben projektorientiertem Arbeiten sind Gestaltung des persönlichen Bildungsweges.
dies vor allem die verstärkte Nutzung des Internets und
der EDV (E-Learning Clusterschule) in vernetzten Klassen Generell können für den dargestellten Zeitraum drei gro-
sowie der Einsatz von Englisch als Arbeitssprache. Laufen- ße Entwicklungslinien geortet werden:
de Projekte mit externen Partnern garantieren eine pra- von der gewerblichen Ausbildung zur Studierfähigkeit
xisnahe Ausbildung. Einen markanten Niederschlag findet von der Realbildung zur kaufmännischen Bildung und EDV
diese Entwicklung auch in der Gestaltung der Reife- und von einem starren Lehrplan zur Schulautonomie
Diplomprüfung. Dem fächerübergreifenden Prinzip wird
bis zum Lehrplan 1993 in Form einer mündlichen Teilprü- Die letzte Zäsur bringen für die HLW/FW Deutschlands-
fung Rechnung getragen, in welcher der/die Kandidat/ berg im Schuljahr 2014/15 zunächst die als Schulversuch
Kandidatin eine Problemstellung ausgehend von einem startenden Lehrpläne und die nicht synchron eingeführte
Fachbereich durch Einbeziehung von (zwei) weiteren Ge- (zwei noch nach dem auslaufenden Lehrplan unterrichte-
genständen bewältigen muss. Seit dem Lehrplan 1993 te SchülerInnengenerationen sind betroffen) neue „teil-
wird dieser Aspekt durch die Präsentation eines Projektes zentrale Reife- und Diplomprüfung“ (RDP).
Der Lehrplan bringt folgende wesentliche Änderungen:
1 Die schulautonom zu gestaltenden Stunden werden halbiert, wobei anzumerken
ist, dass wesentliche schulautonome Inhalte des Lehrplans von 2003 in den Regel-
lehrplan übernommen werden. Da wegen der reduzierten autonomen Gestaltungs-
möglichkeiten nicht mehr drei Schwerpunkte geführt werden können, wird der Me-
dienschwerpunkt durch die bisher schon österreichweit geführte eigene Schulform
Kommunikations- und Mediendesign ersetzt.
Die teilzentrale Reife- und Diplomprüfung, welche noch zwei auslaufende SchülerIn-
2 nengenerationen des Lehrplans 2003 trifft, bringt ab 2015/2016 nicht nur die zent-
ral vorgegebenen Aufgabenstellungen für die schriftlichen Klausuren aus Deutsch,
Fremdsprache und Mathematik, sondern auch eine im Vorfeld der RDP im Team zu
erstellende Diplomarbeit. Die Diplomarbeit und die Präsentation derselben stellen
neben den schriftlichen Klausuren und den mündlichen Prüfungen eine Säule der ab-
schließenden Prüfungen dar.
3 Bisherige Fachbereiche werden zu Clustern zusammengezogen, z.B.: Musik, Bildneri-
sche Erziehung und kreativer Ausdruck deckt die Fachbereiche Musikerziehung, Bild-
nerische Erziehung und Kreatives Gestalten ab. Aus den Fächern Physik, Chemie und
Biologie werden die Naturwissenschaften. Damit will man dem ursprünglich prakti-
zierten fächerübergreifenden Gedanken wieder näherkommen.
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Redaktion:
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Fotos: Mag. Waltraud Heusserer
Mag. Josef Silldorff
Selena Krainer
Lena Zmugg
Dipl. Päd. Petra Löscher-Klug, MAS MSc
NYR Design GmbH
Foto Strametz
Simon Mathauer
Schülerinnen und Schüler der 2c, 2d
von Privatpersonen zur Verfügung gestellt
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