AUGENBLICK Abschlussprojekte Kreativität ABSCHLUSSPROJEKTE KREATVITÄT WINTERSEMESTER 22 Bildnerische Erziehung - Musikerziehung - Textiles Werken - Werkerziehung
2 Wolfgang Weinlich Inspiration Clara Waltner Blick ins Puppentheater Israa Waly Von Raupe zum Schmetterling Sascha Burghart Augenblicke eines Lebens Anna Knafl Das textile ABC Carolin Eschenbacher Lou, der kleine Augenblick Nilay Yilmaz Stitched Memories Simone Klien Augenblick der Wahrheit Makka Baibulatova Der Augenblick des Wurfes Lidia Augustinovic, Melisa Nur Kuslar Blicke in die Innenwelt des Auges Robert Arndt Feierabend Biljana Djajic Augenblick Verena Gulnerits Schenk mir einen Augenblick Sabina Djuric Der Augenblick einer Mutter… Mirijam Friedrich All Eyes On Denim Caroline Uitz Lillis Augenblicksammlung - Bilderbuch Claudia Hovanakova Augenblick der Gelassenheit (Hörbuch) Adile Nuredini Helle Leuchte Lisa Wild Lebenslabyrinth Madicken Soupal Bogenbau Kim Andl Moments Hatice Meral und Necmiye Uçar Ein Augenblick, ohne einen Blick Aylin Görgülü takdir Clara Johanna Dettinger-Klemm Augenausblick Magdalena Horrer Morgenritual… Katrin Schwarz Zeitstrahl Altertum/Antike und Mittelalter Anna Gößler Komm setz‘ dich her Alexia Pierer Blumen auf Holz Hagar Hussein The Moment Judith Granegger Der Genuss im Augenblick Alexandra Mann Durch die Blume Hülya Günvar Tillit Lisa Scharzenberger Hauben für Bedürftige Anna Klee Augenblick des Drehens Laura-Helene Allahyarli 30 Jahre in 3 Minuten Nadine Schedl LuMe Elena Kolesar Von Augenblicken zu Erinnerungen Sandra Pisko Fünf Bilder, fünf unvergessliche Augenblicke Ana Banevski Milas Augenblicksammlung (Milina zbirka trenutaka) Daniella Yanar My Hero Ilyas Dis Edita Hani Pop up - Buch über meine beste Freundin Sanja Petronijevic Augenblicke schaffen Patricia-Angela Lodjn die Schönheit des Augenblickes Melanie Tawfik the present Jonathan Neuber Musikalische Momente Iris Wonsch Multifunktionshocker - Ein Hocker für Augenblicke Aleksandra Hranisavljevic Das Alphabet Lisa Rajnoch Malen mit Filz INHALT 3 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40 42 44 46 48 50 52 54 56 58 60 62 64 66 68 70 72 74 76 78 80 82 84 86 88 90 92 94 96 98
WOLFGANG WEINLICH 3 INSPIRATION Die Inspiration aller Teilnehmer*innen begann dieses Semester mit einer Rückschau in alte Kataloge der Abschlussprojekte, mit der Gegenwart (hinführend zum Thema) und führte schlussendlich in die Zukunft. Karten mit Aufträgen wurden in Gruppenarbeit als Improvisation in kürzester Zeit aufgeführt. Diese performativen Übungen führten weiter zum Zeichnen in schnellster Zeit mit Desinfektionsmittel. Zeitpunkte wurden eingefroren und mittels Kamera festgehalten. Emotions-Bildkarten halfen Momente auf andere Wise zu sehen und diese als Augenblicke in der Vorstellung zu durchleben. Power Posen wurden eingenommen - welche den Abschlussmoment des Kurses darstellen sollten. Im zweiten Raum haben wir eine interaktive (auf Musik reagierende) Projektion auf den Tisch (mit Stillleben) für die Studierenden vorbereitet und mit rhythmische Mitmach-Musik fast tranceartig angeregt durch Marina Abramovic in die Augen von Professor Weinlich schauen können. (Fotos: Frantal und Weinlich) SEMESTERTHEMA: AUGENBLICK.
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BLICK INS PUPPENTHEATER 6 CLARA WALTNER BLICK INS PUPPENTHEATER Am Anfang meines Projekts dachte ich über die Lieblings-Augenblicke meiner Kindheit nach. Sofort fiel mir der Besuch eines Theaters ein. Kurz bevor die Theatervorstellung beginnt, entsteht in mir eine Anspannung. Diese wächst in mir, sobald sich der Vorhang öffnet. Das Gefühl, wenn der Theatervorhang geöffnet wird und die Schauspieler*innen das erste Mal auf der Bühne stehen, finde ich sehr berührend und auch zugleich spannend, sodass dies mein Lieblings-Augenblick ist. Um den Kindern dieses Gefühl zu zeigen, entstand in mir der Wunsch für mein Projekt, nämlich der Bau eines Puppentheaters. Die dramatische Handlung, die Bühne und der Dialog zwischen den Puppen kennzeichnen das Puppentheater, das sich über die Jahrhunderte entwickelte. Doch das Puppentheater, so wie wir es kennen, war nicht immer ein Theater für Kinder. Es war für Erwachsene bestimmt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Puppentheater zum Kindertheater, da das
7 Mein persönliches Highlight war das Verkleiden des Holzgerüsts, da ich so viele Ideen hatte, wie das Puppentheater aussehen könnte. Menschentheater für Erwachsene immer populärer wurde. Da es verschiedene Spieltechniken gibt, entschied ich mich für Handpuppen. Durch die neuen Medien wurde das Theater für Puppen verdrängt und verlor seine Bedeutung. Durch meine Arbeit möchte ich den Kindern das Puppentheater wieder näher zeigen. Das Puppentheater besteht aus einem Holzgerüst, das aus Holzleisten gebaut und mit Stoff verkleidet wurde. Das Theater hat innen eine kleine Tasche, in der die Handpuppen aufbewahrt werden können. Die Handpuppen wurden aus Stoff genäht und bekamen passende Kleidungsstücke. Für einen Szenenwechsel malte ich zwei verschiedene Hintergründe, einen Garten mit Haus und ein Wohnzimmer. Das Puppentheater werde ich in meiner zukünftigen Klasse verwenden, da es sich für Rollenspiele und Pausenaktivitäten eignet.
VON RAUPE ZUM SCHMETTERLING: 8 ISRAA WALY LEBENSBAND-RAUPE Beim Thema „Augenblicke“ kam mir sofort der Gedanke die ersten Augenblicke meiner einjährigen Nichte festzuhalten. Ich wusste zwar, dass ich das Projekt meiner Nichte widmen werde, jedoch war die Umsetzung des Projektes unklar. So ließ ich mir sicherlich drei Wochen Zeit, um das Thema auf mich wirken zu lassen. Schließlich kam die Inspiration für mein Projekt durch ein Werkseminar, bei dem wir das „Weben“ geübt haben. Aus diesem Grund habe ich mich für den textilen Zweig entschieden, bei dem ich ein Lebensband gewebt habe. Da jeder Augenblick im Leben ein Geschenk ist, habe ich mich dazu entschieden das Lebensband aus elf Fotos mit den schönsten Augenblicken meiner Nichte zu weben, um es ihr zu schenken. Das Lebensband soll ein Geschenk für das Kinderzimmer meiner Nichte sein. Um das Lebensband dem Kinderzimmer anzupassen, habe ich mich dazu entschieden, eine Raupe aus dem Lebensband herzustellen, die aufgehängt werden kann. Um die Raupe besser darzustellen, habe ich nach jedem Fotostreifen ein Garn gewebt, das ich
9 Meine besonderen Highlights waren die Gestaltung eines schönen Geschenkes mit wenig Material und das Ergebnis des Projektes. Ich habe befürchtet, dass ich meine Ideen im Kopf nicht wie erwünscht in die Realität umsetzen könnte! anschließend hängen ließ. Die Fäden sollen die Füße der Raupe darstellen. Für den Kopf der Raupe habe ich mir Holz besorgt, einen Halbkreis daraus gesägt und mit lila Acrylfarbe bemalt. Anschließend habe ich Wackelaugen auf das Gesicht geklebt und für die Ohren wurden drei verschiedene Farben von Pfeifenputzer verwendet. Für den unteren Teil habe ich auch einen Halbkreis aus Holz gesägt und bemalt. Für die Füße wurden dieselben Farben der Pfeifenputzer verwendet. Zum Schluss habe ich Klapplösen zum Aufhängen, auf die Rückseite des Gesichts angebracht. Kurze Beschreibung der ausgewählten Fotos: 1. Foto: Namensbild mit der Bedeutung des Namens 2. Foto: Ultraschallbild von der Schwangerschaft 3. Foto: 15 Minuten nach der Geburt im Krankenhaus 4. Foto: Die erste Nacht zu Hause 5. Foto: Lara in der Badewanne 6. Foto: Ihr erstes Weihnachten 7. Foto: Die erste Mini-Autofahrt 8. Foto: Lara mit einem Maskottchen 9. Foto: Lara im Pool 10. Foto: Ihr erstes Mal im Indoor-Spielplatz 11. Foto: Ihr erster Geburtstag Um den Herstellungsprozess genauer darzustellen, habe ich ein Flipbook mit den einzelnen Arbeitsschritten erstellt. https:// anyflip.com/rhdcj/wokd/
AUGENBLICKE EINES LEBENS 10 SASCHA BURGHART AUGENBLICKE EINES LEBENS Als ich erfahren habe, dass das Thema des Projektes „Augenblick“ ist, musste ich sofort an die verschiedenen Augen meiner Familienmitglieder und Freunde denken. Ich wusste sofort, dass sie ein Teil meines Projektes werden sollen. Ein weiterer Gedanke bei dem Thema, waren die Augenblicke meines Lebens, die mich besonders berührt haben. Diese sollten auch unbedingt einen Platz in meiner Arbeit finden. Ich habe mich dazu entschieden, die Augen meiner Familienmitglieder und Freunde zu fotografieren. Dabei habe ich die Augen immer auf dieselbe Art und Weise fotografiert. Mir war es wichtig, dass auf den Fotos die Farben und verschiedenen Strukturen der Iris zu erkennen sind. Obwohl ich die Augen schon kannte, konnte ich auf den Bildern noch einige Details erkennen, die mir neu waren. Jedes Auge ist einzigartig in seiner Farbe, Form, seinen Mustern, etc.. Augen sind das, was wir anschauen und sie sagen soviel darüber aus, wer wir sind und wie wir uns fühlen. Sie sind
11 Die Auseinandersetzung mit dem Thema war sehr spannend. Ich habe mich intensiv mit den unterschiedlichen Augen meiner Familienmitglieder und Freunde beschäftigt. Dabei habe ich Details erkennen können, die mir zuvor nie aufgefallen sind. Die Einzigartigkeit eines Auges hat mich sehr fasziniert. Zudem habe ich Dinge über meine Familie und Freunde erfahren, die ich zuvor nicht wusste. etwas Wunderschönes und ich bin so froh darüber, dass ich diese Fotos gemacht habe. Danach habe ich meine Familie und Freunde darum gebeten, mir zu sagen, was „Augenblick“ für sie bedeutet und welche Augenblicke in ihrem Leben von Bedeutung waren. Dabei habe ich sie darauf hingewiesen, dass es keine Rolle spielt, ob diese Momente schön, traurig, etc. waren. Es ging darum, dass sie darüber nachdenken, welche Augenblicke sie auf irgendeine Art und Weise berührt haben und warum. Ihre Zitate habe ich aufgeschrieben. Dabei habe ich von wunderschönen und besonderen Momenten meiner Familie und Freunde erfahren, von denen mich einige auch berührt haben. Mein Projekt besteht aus drei Plakaten: Das linke Plakat zeigt die verschiedenen Augen meiner Familienmitglieder und meiner Freunde. In der Mitte des Plakats ist mein eigenes Auge zu finden. Ich habe mein Auge bewusst in die Mitte gesetzt und die anderen Augen um mich herum, da diese Menschen ein Teil meines Lebens sind und um mich herum sind und leben. Das Plakat in der Mitte zeigt die Grafik eines Auges. In dessen Iris befinden sich Bilder von einigen bedeutsamen Augenblicken meines Lebens. Darunter befindet sich mein Zitat zum Augenblick. Auf dem rechten Plakat sind die Zitate meiner Familienmitglieder und Freunde zu finden. Das linke Plakat und das rechte Plakat sind miteinander verbunden, da sich die Augen der jeweiligen Personen und ihre Zitate an derselben Stelle befinden, nur auf unterschiedlichen Plakaten. Ich verbinde Augenblicke mit Fotos, da ich Erinnerungen an Momente mit Fotos festhalten kann. Daher war es wichtig für mich, dass diese Fotos und Augenblicke in meinem Projekt zu finden sind. Ein Großteil der Fotos zeigt wunderschöne und glückliche Augenblicke meines Lebens. Dazu gehören Fotos von wunderschönen Orten und Plätzen, die ich auf Reisen entdeckt habe oder Fotos meines Hundes, der ein wichtiger Teil meines Lebens ist. Doch es sind auch Fotos dabei, die mich an traurige Augenblicke meines Lebens erinnern. So sind Bilder von Rosen zu sehen, welche wir für die Beerdigung meines Onkels und meiner Oma besorgt haben. Die Rosen waren so wunderschön, aber die Augenblicke waren so schmerzhaft. Und doch bin ich froh, dass ich diese Momente mit Fotos festgehalten habe. Meist werden solche Momente nicht fotografiert, aber sie erinnern mich an meinen Onkel und meine Oma und an die schönen Augenblicke, die ich mit ihnen erlebt habe und das macht mich glücklich. Das Leben besteht nicht nur aus schönen Augenblicken, auch die traurigen Momente gehören zum Leben dazu. Aber sie führen dazu, dass wir die schönen Momente noch mehr schätzen! Ich bin dankbar dafür, dass ich so liebe und tolle Menschen in meinem Leben habe und für die Erinnerungen und Momente an Augenblicke meines Lebens. Daher ist der Titel meines Projektes auch „Augenblicke eines Lebens“. Ich bin gespannt, welche Augenblicke das Leben für mich noch
DAS TEXTILE ABC 12 ANNA KNAFL DAS TEXTILE ABC Im Zuge meines Abschlussprojektes wollte ich ein Projekt fortsetzen, das ich bereits in einem anderen Seminar begonnen hatte, dessen weitere Umsetzung jedoch zu zeitintensiv für den Rahmen der Lehrveranstaltung war: Ich hatte begonnen, die Buchstaben des Alphabets zu häkeln und war bis zum Buchstaben E gekommen. Dieses Projekt wollte ich fortsetzen und dabei einige neue Ideen einfließen lassen. Das Ziel meines Abschlussprojektes war ein textiles ABC herzustellen, damit die Schüler:innen beim Erlernen der Buchstaben diese auch taktil begreifen können. Im Gegensatz zum Vorläufer meines Projektes wollte ich diesmal mit unterschiedlichen textilen Techniken experimentieren und somit das Alphabet taktil noch anregender machen. Außerdem war es mir ein Anliegen, dass ich das Kaufen neuer Materialien vermied: Ich wollte auf meine Woll- und Stoffreste zurückgreifen. So habe ich im Laufe der Ideenfindung und Projektplanung alle in Frage kommenden Textilien gesammelt und in einem Moodboard festgehalten.Um einen Bezug zum Thema
13 Der Einsatz verschiedener textiler Techniken und das Experimentieren mit unterschiedlichen textilen Materialien. Augenblick zu schaffen, wollte ich die fertigen Buchstaben in einem Stop Motion Film zeigen. Diese Art von Film besteht aus lauter einzelnen Momentaufnahmen, also Augenblicken. Zudem sollte zum Abschluss dann das Wort Augenblick mit den Buchstaben in dem Film erscheinen. Nachdem ich diese Projektidee gefunden hatte, sammelte ich aus meinem Fundus unterschiedliche Materialien zusammen und probierte verschiedene textile Arbeitstechniken aus, denn jeder Buchstabe meines textilen Alphabetes sollte einzigartig werden. Anschließend arbeitete ich Schritt für Schritt an jedem Buchstaben, probierte herum, bis mir die richtige Größe gelang und ich auch mit dem Ergebnis zufrieden war. Als ich alle Buchstaben gestaltet hatte, ließ ich sie in einem Stop Motion Film auftreten. Abschließend habe ich meine Arbeit dann auch schriftlich festgehalten und dokumentiert. Alles in allem hat sich bei der Arbeit an meinem Abschlussprojekt der geplante Projektaufwand etwas verändert. Ich habe insgesamt viel mehr Zeit für die Arbeit an den einzelnen Buchstaben benötigt, vor allem für die ersten Buchstaben, an denen ich unterschiedliche Techniken ausprobiert habe. Im Zuge meines Abschlussprojektes habe ich viele unterschiedliche textile Arbeitstechniken angewandt: Zum einen habe ich mit flächenherstellenden Techniken, wie Häkeln, Stricken und Strickfilzen gearbeitet und auch anhand des Nähens eine flächenverbindende Technik eingesetzt. Zum anderen habe ich auch flächenverzierende Techniken in Form des Applizierens von Perlen, des Stickens und des Nähens von Zierstichen mit der Nähmaschine angewendet. Dadurch ist ein vielfältiges und buntes textiles Alphabet entstanden.
LOU, DER KLEINE AUGENBLICK 14 CAROLIN ESCHENBACHER LOU, DER KLEINE AUGENBLICK – EINE ACHTSAMKEITSÜBUNG Das Thema des Abschlussprojektes habe ich mit persönlichen Augenblicken aus meiner Vergangenheit verbunden. Im Kontext des textilen Gestaltens wollte ich mich auf die Stickerei fokussieren, aber ein anderes Medium als den üblichen Stickgrund aus Stoff verwenden. Zufälligerweise durfte ich dieses Semester in der Lehrveranstaltung „Diversität im kulturell-gesellschaftlichen Kontext des Schulfaches Werken“ mit unterschiedlichen Materialien experimentieren und dabei ein Foto mit einfachen Stickstichen kunstvoll verzieren. Diese Technik hat mich fasziniert, weil ich nicht wusste, dass man Bilder sticken kann oder dass dies auch ein künstlerisches Ausdrucksmittel ist. So haben mich auch Werke von Künstlern und Künstlerinnen wie Melissa Zexter, Flore Gardner, Jose Romussi und Mana Morimoto für mein Abschlussprojekt inspiriert. Die Kombination von Stickerei und Fotografie fand ich in den unterschiedlichen Werken der KünstlerInnen Ablauf der Achtsamkeitsübung in der Schulklasse: 1. Die Kinder befinden sich gerade in einer Lernphase und die Lehrperson bemerkt, dass eine gewisse Unruhe aufkommt, die Kinder benötigen eine angeleitete Pause. 2. Die Lehrperson setzt „Lou“ auf einen mit den Kindern vereinbarten Ort und beginnt ruhig das Lied „des kleinen Augenblickes“ zu singen. Dies ist das Signal für die Kinder, dass sie ihre Bücher/Hefte mit dem Stift darin zuklappen bzw. das Material auf die Seite legen sollen. Kinder, die bereits auf ihrem Platz sind, bleiben dort und machen es sich gemütlich, indem sie ihren Kopf auf ihre am Tisch verschränkten Arme legen. Kinder, die sich an anderen Orten in der Klasse befinden, gehen langsam auf ihren Platz und nehmen dieselbe Position ein. Sobald die Lehrperson sieht, dass alle Kinder ihre Entspannungsposition eingenommen haben, singt sie noch einmal das Lied oder nur den Refrain. 3. Nun leitet die Lehrperson eine Atemübung ein. Die Kinder atmen 10-mal tief durch die Nase ein und durch den Mund aus. Anschließend macht jedes Kind für sich ein paar lustige Grimassen (ohne Geräusche). Die Kinder sehen sich gegenseitig nicht, da sie in ihren verschränkten Armen liegen. Anschließend richtet sich jedes Kind wieder langsam auf und gähnt mindestens drei Mal im eigenen Tempo. Anschließend geht die Lernphase weiter. Diese Ruheübung muss mit den Kindern eingeübt werden. Dafür wird den Kindern der Hintergrund und die Bedeutung dieser erklärt. Sobald der Ablauf bekannt ist und wiederholt wurde, wissen die Kinder durch das Hinsetzen von „Lou“, dass sie sich jetzt entspannen können.
15 Gemeinsam mit Kindern zu Musizieren liegt mir sehr am Herzen. Ich erlebe in der Schule, wie viel durch die Musik und das Lieder singen bei den Kindern ausgelöst wird. Umso aufregender war es für mich eine eigene musikalische Kreation für die Schule zu entwickeln. "Lou, der kleine Augenblick" begleitet mich ab jetzt in jede Klasse und schenkt den Kindern mit Musik Momente der Entspannung. sehr einzigartig. So beschloss ich, auf Fotos zu sticken, die Augenblicke aus meiner Kindheit bis zu diesem Zeitpunkt festhalten, welche mir sehr nah am Herzen liegen. Aus meiner Fotosammlung entschied ich mich für einige Bilder, darunter Fotos von meiner Familie und mir an unterschiedlichen Orten, ein Foto von meiner Geburtstagfeier mit meiner Freundin und ein Foto von einem See in der Türkei, an dem ich jeden Sommer oft Zeit mit der ganzen Familie verbringe. Beim Arbeiten hatte ich viel Freude beim Ausprobieren verschiedener Sticktechniken. Ich fand auch interessant, wie das eigentliche Foto beim Sticken zerstört oder verdeckt wird, aber gleichzeitig etwas Neues auf dem Bild entsteht und die Dinge auf dem Foto so verstärkt werden. So machte ich durchdachte und farbenfrohe Stiche, um Dinge zu betonen, die bereits auf den Bildern vorhanden waren oder verzierte die unterschiedlichen Momente mit bunten Blumen, Schneeflocken, Linien oder Mustern. Im Mittelpunkt meines Projektes standen meine gestickten Augenblicke, aber ich wollte diese auch an irgendeinem Ort aufbewahren. So entschied ich mich, ein Fotoalbum aus Stoff zu nähen und konnte auf diese Weise ein textiles Medium in mein Projekt einbauen. Zudem konnte ich meine Kenntnisse mit der Nähmaschine, die ich in der Lehrveranstaltung „Kostüme - Verkleiden. Kommunizieren. Präsentieren“ erworben habe und während des Lockdowns zu Hause mit der Nähmaschine meiner Oma vertiefen konnte, einsetzen und diesmal aus Stoff etwas Ungewöhnliches nähen. Nachdem ich das Fotoalbum genäht habe, wurden die bestickten Bilder durch die Stickmuster auf die Seiten befestigt. Dabei wurde das vorhandene Muster weitergestickt und kam auch aus dem Bild heraus. Auf die Vorderseite des Fotoalbums habe ich den Titel des Projektes sowie Blumen gestickt. Mit dem fertigen Fotoalbum habe ich dann ein StopMotion-Video gefilmt und wieder das Medium Foto aufgegriffen, da Stop-Motion einzelne aufgenommene Bilder aneinanderreiht und diese schnell abspielt. In dem Video wird das Fotoalbum umgeblättert und die bestickten Bilder werden animiert, z.B. durch Geräusche und Gegenstände. So konnte ich auch eine weitere Präsentationsmöglichkeit von dem Projekt ausprobieren.Ich habe bereits in meiner Schulzeit ein Kinderlied für den Musikunterricht geschrieben und wusste, dass ich mir Zeit geben musste. Aus diesem Grund wandte ich mich zunächst der Erschaffung „des kleinen Augenblicks“ zu. Ich recherchierte dafür bewusst nicht im Internet, da ich keine bestehende Figur gestalten wollte. „Der kleine Augenblick“ sollte ein Individuum werden. In meiner Vorstellung strahlte die Figur Ruhe aus und fühlte sich kuschelig an. Um für Nachhaltigkeit innerhalb meines Projektes zu sorgen, war es mir ein Anliegen „den kleinen Augenblick“ aus Textilien herzustellen, die ich bereits hatte. So suchte ich ein paar Materialien zusammen und probierte aus. Anfangs sah die Figur ein wenig zu ruhig aus, es fehlten Akzente. So bekam der kleine Augenblick eine Strubbelfrisur, zwei Beine und schließlich den Namen „Lou“. Der Körper von Lou besteht aus einer alten Decke, die bereits mit einigen Löchern durch Feuerglut versehen war. Die gestreiften Haarsträhnen stammen von einem aussortierten Pyjama und die Unterseite sowie die Beine nähte ich aus einem alten Hemd meines Papas. Sowie „Lou“ vor mir auf meinem Schreibtisch saß, begann es in meinem Kopf zu arbeiten, welches Lied zu dieser kleinen Figur am besten passen könnte. Während des Einschlafens fielen mir immer wieder Textzeilen ein, die ich in einen Block niederschrieb. Als der Text in seiner Rohfassung fertig war, wandte ich mich der Melodie zu. Diese war überraschend schnell kreiert, da mich der Rhythmus des Textes zur Melodie führte. Durch die Fertigstellung der zwei wichtigsten Elemente für die Achtsamkeitsübung in der Klasse, konnte ich mich dem Ablauf dieser widmen, wodurch ich zu folgendem Endergebnis kam. (siehe Vorderseite weisse Schrift)
STITCHED MEMORIES 16 NILAY YILMAZ STITCHED MEMORIES Das Thema des Abschlussprojektes habe ich mit persönlichen Augenblicken aus meiner Vergangenheit verbunden. Im Kontext des textilen Gestaltens wollte ich mich auf die Stickerei fokussieren, aber ein anderes Medium als den üblichen Stickgrund aus Stoff verwenden. Zufälligerweise durfte ich dieses Semester in der Lehrveranstaltung „Diversität im kulturell-gesellschaftlichen Kontext des Schulfaches Werken“ mit unterschiedlichen Materialien experimentieren und dabei ein Foto mit einfachen Stickstichen kunstvoll verzieren. Diese Technik hat mich fasziniert, weil ich nicht wusste, dass man Bilder sticken kann oder dass dies auch ein künstlerisches Ausdrucksmittel ist. So haben mich auch Werke von Künstlern und Künstlerinnen wie Melissa Zexter, Flore Gardner, Jose Romussi und Mana Morimoto für mein Abschlussprojekt inspiriert. Die Kombination von Stickerei und Fotografie fand ich in den unterschiedlichen Werken der KünstlerInnen sehr einzigartig. So beschloss ich, auf Fotos zu sticken, die Augenblicke aus meiner Kindheit https://youtu.be/4PyHpLQQO8Q
Die Kombination von Stickerei und Fotografie fand ich sehr spannend. Mit Linien, Farben und Texturen kann man die Bilder wieder zum Leben erwecken und ihnen eine neue Bedeutung geben. bis zu diesem Zeitpunkt festhalten, welche mir sehr nah am Herzen liegen. Aus meiner Fotosammlung entschied ich mich für einige Bilder, darunter Fotos von meiner Familie und mir an unterschiedlichen Orten, ein Foto von meiner Geburtstagfeier mit meiner Freundin und ein Foto von einem See in der Türkei, an dem ich jeden Sommer oft Zeit mit der ganzen Familie verbringe. Beim Arbeiten hatte ich viel Freude beim Ausprobieren verschiedener Sticktechniken. Ich fand auch interessant, wie das eigentliche Foto beim Sticken zerstört oder verdeckt wird, aber gleichzeitig etwas Neues auf dem Bild entsteht und die Dinge auf dem Foto so verstärkt werden. So machte ich durchdachte und farbenfrohe Stiche, um Dinge zu betonen, die bereits auf den Bildern vorhanden waren oder verzierte die unterschiedlichen Momente mit bunten Blumen, Schneeflocken, Linien oder Mustern. Im Mittelpunkt meines Projektes standen meine gestickten Augenblicke, aber ich wollte diese auch an irgendeinem Ort aufbewahren. So entschied ich mich, ein Fotoalbum aus Stoff zu nähen und konnte auf diese Weise ein textiles Medium in mein Projekt einbauen. Zudem konnte ich meine Kenntnisse mit der Nähmaschine, die ich in der Lehrveranstaltung „Kostüme - Verkleiden. Kommunizieren. Präsentieren“ erworben habe und während des Lockdowns zu Hause mit der Nähmaschine meiner Oma vertiefen konnte, einsetzen und diesmal aus Stoff etwas Ungewöhnliches nähen. Nachdem ich das Fotoalbum genäht habe, wurden die bestickten Bilder durch die Stickmuster auf die Seiten befestigt. Dabei wurde das vorhandene Muster weitergestickt und kam auch aus dem Bild heraus. Auf die Vorderseite des Fotoalbums habe ich den Titel des Projektes sowie Blumen gestickt. Mit dem fertigen Fotoalbum habe ich dann ein Stop-Motion-Video gefilmt und wieder das Medium Foto aufgegriffen, da Stop-Motion einzelne aufgenommene Bilder aneinanderreiht und diese schnell abspielt. In dem Video wird das Fotoalbum umgeblättert und die bestickten Bilder werden animiert, z.B. durch Geräusche und Gegenstände. So konnte ich auch eine weitere Präsentationsmöglichkeit von dem Projekt ausprobieren. 17
AUGENBLICK DER WAHRHEIT 18 SIMONE KLIEN AUGENBLICK DER WAHRHEIT Die Ideenfindung war anfangs ziemlich schwierig, weil es so viele Möglichkeiten gibt. Deshalb habe ich mich dann fürs Stricken entschieden, da es schon lange ein Wunsch von mir ist ein Pullover zu stricken und ich diese Chance nutzen möchte, dabei auch professionell unterstützt zu werden. Das Schnittmuster ergibt sich aus einem bereits selbst genähtem Pullover-Schnittmuster, aus der Vorlage, aus dem Abmessen von gekauften Pullovern und der eigenen Vorstellung. Die Länge sowie die Tiefe des Ausschnitts wurden während dem Prozess noch adaptiert. Als Probe wird mit einer anderen Wolle zuerst rechts und dann glatt rechts gestrickt. Mit der Wolle, mit der der Pullover gemacht wird, wird eine Maschenprobe gemacht. Dabei hat sich herausgestellt, dass pro 10cm 20 Maschen genötigt werden. Bei einer Breite von 60cm werden also 120 Maschen benötigt. Beim Anschlagen der Maschen wird mit circa 20cm Wolle für 10 Maschen gerechnet. Beim ersten Versuch habe ich die Maschen mit zwei Nadeln angeschlagen, was zur Folge hatte, dass der abgemessene Wollfaden zu kurz war. Beim zweiten Versuch habe ich die Maschen mit einer Nadel angeschlagen, da ich festgestellt habe, dass die untersten Maschen sonst sehr locker werden. Dann hatte ich zu viel abgemessen und hatte ein sehr langes Stück Wolle übrig. https://youtu.be/h6fKzggqS1g
19 Die kleineren und größeren Erfolgs- und Fortschrittsmomente. Das erste Mal hinuntergefallene Maschen wieder aufheben und vor allem jedes Mal wenn wieder ein Einzelteil fertig war. Das größte Highlight war natürlich die erste Anprobe, der Augenblick der Wahrheit ob der Pullover auch passt. Dieses Stück habe ich ein bisschen gekürzt, damit es sich nicht mit der Strickarbeit verheddert. Unten werden acht Reihen, das entspricht 3 cm, rechts gestrickt, damit ein schöner Abschluss entsteht. Danach wird glatt rechts gestrickt. Am Rand wird immer ein Knötchenrand gestrickt, da die Kanten dann angenehmer zum zusammennähen sind. Beim glatt rechts stricken bin ich zügig vorangekommen. Ich habe dabei auch gelernt, wie man Maschen wieder „hinaufstrickt“, wenn sie von der Nadel rutschen. Angekommen bei der Spitze des V-Ausschnitts, habe ich gezählt wie viele Reihen ich noch bis zur Schulter brauchen werde. Der zweite Schritt war, beim Schnittmuster zu messen, wie breit der Halsausschnitt hinten sein wird. Ausgehend davon habe ich berechnet, in welchen Reihen und wie oft ich Maschen abketten muss. Es wurde immer die zweit letzte beziehungsweise die zweite Masche abgekettet, damit sich beim Ausschnitt eine schöne Randmasche gibt. Die erste Schulterseite wurde mit der gerade verwendeten Wolle weitergestrickt. Die Maschen der zweiten Schulterseite wurde währenddessen auf eine andere Stricknadel gegeben. Bei der Schulter wurde in drei Stufen jeweils 14 Maschen abgekettet, damit eine leichte schräge entsteht. Für die zweite Schulterseite musste ich einen neuen Wollknäul verwenden. Es war sehr schwierig den Beginn der Wolle so zu wählen, dass beide Schulterseiten farblich symmetrisch wurden. Bei der Rückseite wurden am Anfang ebenfalls 3cm rechtsgestrickt, danach glatt rechts. Auch hier habe ich den Knötchenrand verwendet. Nach dem glatt rechts stricken wurde bei der Schulterpartie ebenfalls jeweils in drei Stufen abgekettet. Für die Ärmel habe ich ein Schnittmuster angefertigt. Daraus ergab sich die Anzahl der Anfangsmaschen (Handgelenkt), ausgerechnet mithilfe der anfangs erwähnten Maschenprobe. Mithilfe der bereits gestrickten Pulloverteile habe ich abgezählt wie viele Reihen benötigt werden, um die entsprechende Länge zu erreichen. Die dritte benötigte Zahl ist die Maschenzahl, die bei der Schulter benötigt wird. Mit diesen drei Zahlen habe ich einen Plan aufgezeichnet wie viele Maschen ich in welchem Reihenabstand aufnehmen muss. Gestartet wurde mit 36 Maschen. Beim Handgelenk wurden anfangs 6 Reihen rechts gestrickt. Auch hier war beim zweiten Ärmel eine Schwierigkeit, die Wolle so zu verwenden, dass die Farben zumindest in etwa gleich sind. Bevor ich alles weitere zusammengenäht habe, habe ich die Teile auf einer Matratze aufgespannt. Mit dem Schnittmuster und einem Maßband wurde sichergestellt, dass die Teile gleich groß aufgespannt werden. Über mehrere Tage ließ ich die Teile so aufgespannt und habe zwei Mal ein feuchtes Handtuch aufgelegt, damit die Teile ihre Form behalten, wenn sie wieder abgenommen werden. Zusammengenäht wurden die Einzelteile mit dem Matratzenstich. Als erstes habe ich das Vorder- und das Rückenteil bei den Schulten zusammengehnäht. Danach habe ich die Ärmel bei der Schulterpartie angenäht. Damit die Ärmelnaht unten in die Seitennaht übergehen kann, wird der Ärmel in der Hälfte gefaltet. Die Falte wird mit einer Stecknadel markiert. Diese Stelle wird genau bei der Schulternaht angesteckt. Nun muss noch beachtet werden, dass der Abstand von unten zum Ärmel vorne und hinten gleich groß ist. Anschließend wurde der Pullover ausgehend vom Ärmel seitlich geschlossen. Da sich der Halsausschnitt beim Rückenteil immer noch etwas einrollte, habe ich noch eine Reihe gehäkelt, um diesen zu stabilisieren. Fertig! Das Stricken des Pullovers hat mir viel Freude bereitet. Ich habe viele lehrreiche Augenblicke erlebt, ich habe etwa gelernt, wie man Maschen aufnimmt, wie man einen Knötchenrand macht und auch, wie man ausrechnet wie viele Maschen man zubeziehungsweise abnehmen muss. Anfangs war ich etwas unsicher, ob ich es schaffe, einen Pullover ohne genaue Anleitung zu stricken, da ich, abgesehen von Socken, noch nie ein Kleidungsstück gestrickt habe. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich mich getraut habe es so zu machen. Für mich ist stricken eine Art der Meditation. Durch die sich immer wiederholende Bewegung kommt es zu einem Flow-Erlebnis. Vor allem beim Ärmelstricken ist es mir teilweise schwer gefallen wieder aufzuhören, da ich mir durch den Plan immer gedacht habe „noch fünf Reihen, dann kann ich wieder Maschen zunehmen“. Während dem Prozess, gab es auch immer wieder Augenblicke des Erfolgs. Der Augenblick, als ich das erste Mal hinuntergefallene Maschen wieder aufgenommen habe. Der Augenblick als alle Einzelteile fertig waren. Der Augenblick als schließlich alle Einzelteile zusammengenäht waren und somit ein Pullover entstanden ist. Der größte Augenblick war aber die erste Anprobe, der Augenblick der Wahrheit ob der Pullover passt und der damit verbundene stolz, selbst ein Kleidungsstück hergestellt zu haben.
DER AUGENBLICK DES WURFES 20 MAKKA BAIBULATOVA DER AUGENBLICK DES WURFES Als das Thema „Augenblick“ bekannt gegeben wurde, habe ich mir ein paar Gedanken darüber gemacht, was ein Augenblick denn überhaupt ist und wie ich ihn am besten darstellen könnte. Nach langem Überlegen kam mir die Idee, einen Basketballkorb für mein Zimmer herzustellen. Die Idee entstand in der Lehrveranstaltung selbst, als wir unterschiedliche Werkstücke vorgestellt bekamen und von verschiedenen Arten von Augenblicken gesprochen wurde, wie zum Beispiel vom „Augenblick des Wurfes“. In diesem Moment habe ich mich an die Sommertage meiner Kindheit zurückerinnert, an denen ich jeden Nachmittag mit meinen Freunden im Park mit verschiedensten Ballspielen verbrachte und lauter schöne Augenblicke erlebte. Dadurch kam die Inspiration, ein Werkstück herzustellen, das in mir diese Erinnerungen weckt.
Die Tatsache, dass ich nun einen selbstgebauten Basketballkorb zuhause hängen habe, ist für mich das allergrößte Highlight. Ich überlegte, mit welchen Materialien ich arbeiten möchte und da der Werkraum reichlich mit weiterverwendbaren Materialien ausgestattet war, habe ich alles, was ich dort finden konnte, benutzt. Der Anfang fiel mir ein wenig schwer, da ich nicht genau wusste, womit ich beginnen soll. Deswegen erstellte ich zuerst ein Modell aus Karton, welches mein fertiges Werkstück darstellen sollte. Von diesem Moment an ging dann auch alles viel einfacher, da ich die einzelnen Schritte aufgeschrieben und visualisiert hatte. Obwohl ich bei meinem Werkstück auf viele Kleinigkeiten achten musste, hat mir die Arbeit eine große Freude bereitet. 21
BLICKE IN DIE INNENWELT DES AUGES 22 LIDIA AUGUSTINOVIC MELISA KUSLAR BLICKE IN DIE INNENWELT DES AUGES Wir haben uns entschieden drei verschiedene Lernspiele zum Thema Auge herzustellen, sodass sich die Kinder im Unterricht intensiv damit beschäftigen können. Beim ersten Treffen, als wir erfuhren, dass das Thema „Augenblick“ ist, fiel uns beiden ein, dass wir das Innenleben bzw. alle wichtigen Bestandteile des Auges darstellen bzw. herstellen konnten. Nach langen Überlegungen war es uns wichtig, dass Auge spielerisch zu erlernen und vor allem für die Kinder interessant darzustellen. Unser erstes Lernspiel ist ein Holzpuzzle geworden, welches die wichtigsten Bestandteile des Auges besitzen. Hier findet man die Pupille, Hornhaut, Wimpern, usw.… Das Holzpuzzle fiel uns bei manchen Schritten etwas schwer, vor allem das Sägen der einzelnen Puzzleteilen war nicht einfach – im Gegenteil eine kleine Herausforderung. Aber auch das genaue Aufzeichnen des Auges und
Wir sind Lidia Augustinovic (22) und Melisa Kuslar (21) und haben uns mit dem Auge näher beschäftigt und hierbei drei Lernspiele in Verbindung mit dem Auge hergestellt. Beim Projekt war es uns wichtig, dass wir es im Unterricht vielfältig einsetzen können - und wir glauben, dass wir dies auch gut umsetzen konnten! das Ausmalen danach war eine sehr genaue Übung, in der viel Konzentration gefragt war. Als zweites Lernspiel haben wir ebenso ein Zuordnungsspiel hergestellt – jedoch auf Stoff. Dafür haben wir uns überlegt, welcher Stoff sich eignen würde. Der Besuch in einem Textilladen war für unsere Entscheidung sehr hilfreich. Wir haben uns für einen weichen, samtigen Stoff entschieden. Hierfür haben wir auf dem Stoff das Auge gestickt. Diese Übung haben wir ein bisschen unterschätzt, denn das hat uns sehr viel Zeit gekostet. Nun haben wir Klettverschluss auf dem Stoff geklebt und die einzelnen Bestandteile kann man nun auf den Klettverschluss draufkleben und abnehmen. Auf dem Stoff haben wir ähnliche Bestandteile, wie auf dem Holzpuzzle genommen, da wir wollten, dass mehrere Kinder etwas zum Arbeiten haben. Ein Holzpuzzle wäre vermutlich für eine Klasse zu wenig. Unser drittes Lernspiel bzw. Anschauungsmaterial ist ein Auge auf einer Styroporkugel gezeichnet. Hier haben wir die Kugel auseinandergeschnitten in die Hälfte, sodass man die inneren Muskeln des Auges betrachten kann. Das Auge haben wir auf einem dünnen Holzstab reingestochen und auf eine Holzplatte reingebohrt, sodass es stabil steht. Die zwei Hälften wurden ebenso mit Klettverschluss befestigt. Das Anschauungsmaterial dient vor allem dazu, dass wir das Thema Auge einführen und als Einstieg verwenden können. Uns war es wichtig, dass die Kinder etwas Echtes haben und nicht nur Abbildungen sehen, sondern wirklich auch etwas Realistisches in der Hand haben. Wir finden, dass Kinder auch viel schneller lernen, wenn sie es direkt vor den Augen sehen und anfassen können. Als unser Projekt fertiggestellt wurde, haben wir festgestellt, dass uns die Lernspiele gut gelungen sind und wir auch zufrieden mit den Endergebnissen waren. Nicht nur, dass die Lernspiele fertiggestellt wurden, sondern die Zusammenarbeit hat uns auch sehr Spaß gemacht. Wir denken auch, dass die Kinder viel Spaß beim Erlernen des Themas haben werden und denken auch, dass wir dies gut im Unterricht einsetzen können. Da wir das 23 Projekt zu zweit gemacht haben, werden wir uns die Lernspiele teilen und untereinander austauschen. Zusammenfassend können wir sagen, dass uns das sehr Spaß gemacht hat und wir viel daraus lernen konnten. Nicht nur für die Kinder ist das vermutlich ein Lernprozess, sondern für uns auch!
FEIERABEND 24 ROBERT ARNDT FEIERABEND Inspiriert von einem eher unbekannten Künstler namens Jos Delehaye, der ein Weinglas mit Obst in einem Stillleben verwirklichte, versuchte ich in meinem Projekt das Gefühl des Erfolges nach einem anstrengenden Arbeitstag einzufangen. Mein Ziel war es, den Augenblick, wenn der Wein das Glas trifft und man sich schon auf den ersten Schluck freut, um endlich entspannen zu können, darzustellen. Als Medium wählte ich einen modernen Ansatz. Ich wollte mich in der Kunst der 3D Animation versuchen. Mit dieser Form der künstlerischen Arbeit konnte ich bis jetzt nur wenige Erfahrungen sammeln. Somit kreierte ich Mithilfe der 3D Software Blender eine Szene, in der ein Weinglas im Fokus steht, in das gerade jemand den Wein genüsslich einschenkt. Ein kleiner runder Teller mit Zimtschnecke und Croissant runden den Augenblick ab. Durch eine animierte Kamera soll der Betrachter vom Hintergrund abgelenkt werden und sich vollkommen auf den eingeschenkten Wein konzentrieren. https://youtu.be/2cNwDAIvmYE
Das Highlight des Projektes war auf jeden Fall den Prozess einer 3D Animation hautnah mitzuerleben. Es war immer eine Art Nervenkitzel ob die animierte Flüssigkeit auch genau das tut, was ich wollte. Der Beginn des Projektes erwies sich als äußerst schwierig. Die Animation des eingeschenkten Weines war schnell vollbracht, die richtige Konsistenz, das Material und die genaue Rotweinfarbe jedoch, erforderten viel Tüftelei. Durch das fehlerhafte Einstellen einiger Zahlenwerte wurde oft aus dem flüssigen Rotwein ein zähflüssiger Honig, ein schäumendes Bier, oder aber auch etwas, das an die Farbe und Konsistenz von Senf erinnert. Nach vielen Stunden des Herumprobierens kam das im Video zu sehende Resultat heraus – mit dem ich schlussendlich sehr zufrieden bin. Eine weitere Schwierigkeit war das Weinglas selbst. Nachdem ich mich an einigen Bilder aus dem Internet inspirieren lies war die Grundform des Glases sehr schnell modelliert. Das Problem war die dünne Form des Glases. Aus nicht erklärlichen Gründen erkannte die Flüssigkeit das Glas nicht als Kollisionsobjekt an. Dadurch floss der Wein regelrecht durch das Glas hindurch. Eine Lösung des Problems war die Wandstärke zu erhöhen und den Wein ein wenig dicker zu machen. Somit blieb der Wein auch in dem Glas und ich konnte mich den anderen Teilen der Szene widmen. Die Zimtschnecke und das Croissant sehen auf den ersten Blick vielleicht kompliziert und aufwendig aus, sie bestehen aber aus sehr einfachen Formen, bei denen es nicht auffällt, wenn Proportionen nicht stimmen. Der Trick war die Oberfläche so anzumalen, dass helle und dunkle Stellen zu einem dreidimensionalen Gefühl beitragen. 25
AUGENBLICK 26 BILJANA DJAJIC AUGENBLICK Also zu Beginn hab ich mir Gedanken gemacht was der Begriff „Augenblick“ für mich bedeutet. Ein Augenblick kann als ein kurzer Zeitraum von wenigen Sekunden oder Minuten verstand werden. Es kann aber auch als ein besonderer Moment oder Zeitpunkt in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft betrachtet werden. Ein Augenblick kann jedoch auch eine besondere Erfahrung oder Erinnerung beschreiben Ich persönlich habe mit diesem Begriff einen Moment verbunden. Ich habe letztens lange mit einer Freundin überlegt, welchen Moment ich mir dafür aussuche und habe mich dafür entschieden den Moment auszuwählen, in dem ich mich gerade befunden habe, als ich gerade darüber nachgedacht habe: eine Geburtstagsfeier. In dem Lied habe ich versucht die Situation zu beschreiben. Der Songtext beschreibt eine Gruppe von jungen Erwachsenen, die sich auf einer Party befinden, obwohl sie sich innerlich eigentlich gar nicht danach fühlen. Sie investieren Zeit und
Da ich eher den musikalischen Zugang habe, ist das Lied eindeutig mein persönliches Highlight. Genauer gesagt, bin ich mit dem Text besonders zufrieden, da ich mir im Normalfall am schwersten bei der Verfassung der Lyrics tue. Energie in etwas, von dem sie glauben, dass es das ist, was man normalerweise am Wochenende macht, obwohl sie sich vielleicht besser damit fühlen würden, ihre Energie in etwas anderes zu investieren. Es handelt sich hierbei um ein Gefühl der Unzufriedenheit und des Unbehagens, welches oft entsteht, wenn man sich gezwungen fühlt, bestimmte Erwartungen zu erfüllen, anstatt seinen eigenen Interessen und Wünschen zu folgen. Lulled by a siren song Of a life not really lived Of a life they can not shifed Tired eyed and weary Down the rabbit hole they go Their beds stay empty And they never come back home And their parents left alone At home For tonight I´ll die one year earlier For tonight I´ll die one year earlier 27 Um dieses Projekt auch visuell darzustellen, habe ich auch ein Cover gestaltet, auf dem zwei Freunde von mir abgebildet sind, wie sie sich gerade darüber unterhalten, was der Begriff "Augenblick" für sie bedeutet. Zu Beginn war der Skizze sehr eckig und kantig, wobei das Lied hingegen eher ruhig ist. Somit habe ich versucht, das Bild etwas fließender zu gestalten. Hierbei habe ich mich dazu entschieden, mir Ölkreide zu malen und das Cover anschließend am Computer zu bearbeiten.
SCHENK MIR EINEN AUGENBLICK 28 VERENA GULNERITS SCHENK MIR EINEN AUGENBLICK „Ich bin nur ein Mensch Des Augenblickes, in dem Ich vorgebe, das zu sein Was ich bin Davor war Wirre Danach die Gewissheit Das die Zukunft die Gegenwart Mit sich nimmt“ Anner Griem, 2010 Die Aufgabenstellung für dieses Abschlussprojekt hat mich zum Nachdenken gebracht. Was ist ein Augenblick? Was braucht es um einen Augenblick in Erinnerung zu behalten? Was macht einen Augenblick besonders? Was macht mich eigentlich besonders?
Die Auseinandersetzung mit mir selbst war für mich eine interessante Reise. Außerdem freue ich mich auf meine Präsentation und den Augenblick mit meinen Kollegen und Kolleginnen. Durch das Nachdenken und Grübeln ist mir bewusst geworden, dass die Augenblicke die ich erleben durfte, mich zu dem gemacht haben was ich heute bin. Genau aus diesem Grund dreht sich mein Projekt ganz alleine um mich. Das mag für den ein oder anderen vielleicht selbstverliebt oder sogar egozentrisch klingen. Doch für mich war es eine Reise zu meinem Innersten. Ich musste mich mit mir selbst auseinandersetzen und das klingt einfacher als es ist. Jeder hat eine Tätigkeit, der er oder sie nachgeht. Menschen, die einen begleiten. Hobbies, die einem Freude bereiten. Doch was davon ist für mich von Relevanz? Auf diesem Weg habe ich Dinge aus meinem Leben herausgesucht, die für mich wichtig sind. Die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern, mir die Sprache verschlagen oder mir einfach nur gut tun. Um meinen Kollegen und Kolleginnen diese Augenblicke zu vermitteln und vor Augen zu führen habe ich Augen hergestellt, mit Bildern die mich ausmachen. Dafür hätte ich auch eine einfache Diashow machen können. Doch ich wollte den Menschen einen Augenblick schenken, den wir gemeinsam teilen. Der vielleicht bei manchen in Erinnerung bleibt. So kam die Idee einer kleinen Performance, die für sich oder besser gesagt für mich selbst spricht. Ich habe mir überlegt, dass sich Menschen meist durch Gespräche besser kennenlernen. Ich wollte jedoch eine nonverbale Gelegenheit schaffen, bei der mich meine Kollegen und Kolleginnen kennenlernen können. Meine Augen wurden in einem Raum aufgehängt und meine privaten Bilder waren für jeden ersichtlich. Zu den Bildern wurden passende Videos abgespielt und im Hintergrund lief Musik. Das was ich bin und wer ich glaube zu sein wurde in einem Raum, in einem gemeinsam Augenblick festgehalten. Diese Art der Präsentation und die Augen erinnern ein wenig an die Arbeiten des Künstlers Tony Oursler. Der amerikanische Multimediakünstler Tony Oursler gilt als einer der Pioniere der Medienkunst. Für „Specular“ im Kunstraum Dornbirn hat Tony Oursler sieben neue Digitalprojektionen erstellt, die Makroaufnahmen einzelner Augen zeigen. Die Montagehalle des Kunstraum Dornbirn ist für diese Ausstellung komplett abgedunkelt. Beim Betreten des dadurch magisch wirkenden Ausstellungsraums, sehen sich Besucher und Besucherinnen sieben Sphären gegenüber, die im Dunkeln liegen oder hängen. Für mich persönlich ist diese Art der Präsentation ein großer Schritt gewesen. Da ich jemand bin, der nicht gerne Dinge von sich preis gibt. Doch durch dieses Projekt habe ich versucht mich zu öffnen und dieser Angst ins Auge zu schauen. 29
DAS ERSTE MAL IN DEN ARMEN 30 SABINA DJURIC DER AUGENBLICK EINER MUTTER, WENN SIE IHR KIND DAS ERSTE MAL IN DEN ARMEN HÄLT! „Als uns das Thema für das diesjährige Abschlussprojekt offenbart wurde, war mein erster Gedanke: "Oh, das ist nicht das Thema, welches ich mir vorgestellt habe." und der zweite Gedanke war, dass dieses Thema nicht sehr einfach zu visualisieren sein würde." Das Thema "Augenblick" ist ein weit gefächerter Begriff und für jede/n anders interpretierbar. Mein erster Gedanke zum Thema "Augenblick" war, wie eine Mutter ihr Neugeborenes das erste Mal in den Armen hält. Ich selbst bin noch nicht Mutter, aber ich kann mir vorstellen, dass dieser Augenblick einzigartig und unbezahlbar ist. Jeden anderen Augenblick würde man für das eine oder andere tauschen, jedoch diesen Augenblick würde keine Mutter missen wollen. Deshalb habe ich mich dafür entschieden eine Frau aus Ton anzufertigen, die ihr Baby in den Armen hält. Der Grund dafür, warum ich Ton als
Das Projekt hat mir sehr viel Spaß gemacht, besonders das Experimentieren und die Neugierde auf den kommenden Tag hat mir nie die Lust und die Freude am Arbeiten genommen. Vielen Dank, dass ich die Möglichkeit hatte, an diesem Projekt mit diesem besonderen Thema "Augenblick" teilzunehmen. Ein besonderer Dank geht an Frau Prof. Pühringer. Sie gab mir die Möglichkeit und den Rahmen meine Idee und meine Wünsche umzusetzen. Material gewählt habe, ist der, dass Ton selbst ein Naturprodukt ist, sowie ein Neugeborenes. Augenblick, Augenblick der AUGEN-BLICK ist ein sehr spezifisches Thema, individuell und doch was uns Individuen miteinander verbindet. Jeder stellt sich unter dem Thema Augenblick etwas anderes vor und für jeden öffnet sich ein anderer Horizont. Für mich bedeutet Augenblick etwas, das mein Leben und mich als Person geprägt hat. Meine Erinnerungen, meine Erwartungen, meine Vorstellungen - alles das haben meine persönlichen Augenblicke geformt. Ich selbst habe mich dafür entschieden, einen Augenblick aus meiner persönlichen Perspektive gestalterisch darzustellen. Für mich gibt es keinen einzigartigeren mit Magie gezeichneten Augenblick, als wenn eine Mutter ihr Kind das erste Mal in den Armen hält. Dieser Augenblick ist einzigartig, magisch, kostbar und unbezahlbar zugleich und nur einmal im Leben empfindbar. Für meine Tonskulptur habe ich sehr lange gebraucht. Zuerst wollte ich anhand einer Skizze meine Skulptur modellieren, jedoch habe ich mich dafür entschieden, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen, um zu sehen, welches Produkt am Ende vor mir steht. Ich habe in den Weihnachtsferien jeden Tag mindestens 2 Stunden lang an der Skulptur getüftelt. Es hat mir aber sehr viel Spaß gemacht, mit dem Material Ton zu arbeiten. Das Modellieren von Ton ist ein additiver Prozess, das heißt, das Arbeiten von innen nach außen. Man hat zuerst eine Grundmasse und man trägt auf diese auf, im Gegensatz zur Holz- oder Steinbearbeitung, wo man das Material abträgt. Ich fand es sehr interessant, einmal einen anderen Weg zu gehen, um ein Objekt zu gestalten. Bei meinem Projekt habe ich vor allem mit meinen Fingern gearbeitet. Wenn man den Ton zu dünn ausrollt, bricht er, wenn man diesen zu dick ausrollt, bekommt er Brüche an der Oberfläche beim Trocknen. Es ist wichtig, sich mit der Technik zu befassen und mit dem Material Ton zu experimentieren. Man muss darauf achten, wie man die Skulptur lagert, damit sie nicht zu schnell trocknet, denn dadurch entstehen an der Oberfläche Risse. Ich habe die Skulptur immer in einem Plastiksack gelagert, dadurch wurde sie nie ganz trocken und ich konnte sie immer wieder neu bearbeiten, indem ich Sie nass besprüht und dann weiterverarbeitet habe. Manchmal hatte die Skulptur am nächsten Tag Risse. Durch die Korrektur der 31 Skulptur entstand dann etwas anderes, als ich zuvor in meiner Vorstellung hatte. Ich musste mit dem Ton agieren und mich ihm anpassen, damit ich selbst am Ende mit meinem Ergebnis zufrieden war. Zuerst habe ich den Sessel aus Ton geformt. Als ich anschließend die Frau modelliert hatte, stellte ich fest, dass der Sessel nicht mit der Frau agierte, weshalb ich einen zweiten Sessel modellierte. Meine Skulptur wurde innerhalb vieler Augenblicke geformt und geprägt und so zu der Skulptur, die sie heute ist. Letztendlich entstand meine Skulptur durch Fehler und Erfolge. Meine Skulptur ist wie das Leben, geformt durch Erfolge und Fehler. Jedes Leben ist zudem geformt durch besondere Augenblicke, die dem Menschen selbst dann zu dem formen, was sie heute sind. Die einzelnen Augenblicke in unserem Leben modellieren uns als Menschen, welche wir heute sind.
ALL EYES ON DENIM 32 MIRIJAM FRIEDRICH ALL EYES ON DENIM Der Augenblick. Ein Augenblick hat in meinem Kopf viele Bedeutungen. Es handelt sich um einen kurzen Moment, die Augen richten sich auf einen gewissen Gegenstand, eine Bewegung oder eine Person. Das Thema Augenblick hat mich auf meine eigene Augenfarbe und somit auf die Farbe Blau gebracht. Ich möchte, dass nicht nur ein kurzer flüchtiger Blick auf das Werkstück gerichtet wird, sondern, dass zweimal hingeschaut werden muss, um alles zu entdecken. Da ich mich mit meiner Augenfarbe Blau auseinandersetzen wollte, habe ich mich für einen Jeansstoff entschieden. Damit auch ein zweites Mal hingeschaut wird, wollte ich eine Jeanshose mit leichten Stickereien versehen. Dies habe ich auch getan. Zusätzlich dazu wollte ich ein Statement Piece erstellen und habe mich noch für eine Patchworkdecke entschieden UND noch mehr blauen Jeansstoff. Da ich allerdings keine neuen Hosen zerschneiden wollte, habe ich in meinem Umfeld um alte und kaputte Hosen gebeten.
Diese habe ich auch bekommen und mich gleich auf mein Werkstück gestürzt. Ich habe eine Hose gefunden, die mir passt und mir überlegt, wo ich diese besticken könnte und fand, dass sich die vorderen Nähte dafür besonders gut eignen würden. Zu Beginn habe ich mir, mit einem Stift, Motive vorgezeichnet. Anschließend habe ich mich dem Sticken begonnen. Zuerst wurden die Stängel und Blätter gestickt und danach die einzelnen Blüten. Ich habe hauptsächlich mit dem Vor-, Rück- und Plattstich gearbeitet. Meine Motive waren kleine und große Blümchen in verschiedenen Größen und Farben. Die Blumenstängel und Blätter habe ich ebenso in verschiedenen Grüntönen gehalten. Ich habe mit Absicht kleinere und zierlichere Motive gestickt, sodass ein zweiter Blick unweigerlich gemacht werden muss. Mein zweites Werkstück wurde die Patchworkjacke. Da die Flächen der Jeans allerdings zu klein gewesen sind, musste ich einen Stoff erstellen. Dafür habe ich zuerst die Hosentaschen aufgetrennt und abgenommen. Anschließend habe ich die Beinnaht geöffnet. Nun konnte ich den Jeansstoff ausschneiden. Nachdem ich alle Hosen zerschnitten habe, habe ich sie so aneinandergelegt, dass sie einen großen Stoff ergeben. Anschließend habe ich sie zusammengeheftet und -genäht. Als Nächstes musste ich die Schnitte ausschneiden. Ich habe die rechten Seiten zusammengelegt, damit ich auf der linken Seite die Schnitte aufzeichnen kann. Den Schnitt habe ich aufgelegt, angeheftet und ausgeschnitten. Nachdem das erledigt war, konnte ich mich ans Nähen machen. Ich habe das Vorderteil mit dem Hinterteil an den Schultern zusammengenäht und anschließend die Ärmel befestigt. Diese habe ich auch an das Brust- und Rückenteil angenäht. Anschließend habe ich die Ärmel und die Seiten geschlossen. Als nächsten Schritt habe ich mich um den Kragen gekümmert. Diesen habe ich zusammengenäht und versäumt. Anschließend habe ich ihn an die Halsöffnung angenäht. Zum Schluss habe ich noch alles versäubert. Das Projekt war auf der einen Seit sehr kräftezehrend, da es beim Nähen ab und zu, zu Schwierigkeiten gekommen ist, da eine alte Naht der Hose zu dick für die Nähmaschine war. Dennoch hat es mir viel Spaß gemacht und ich habe mich den Herausforderungen entgegengestellt. Schlussendlich hat alles geklappt und ich habe meinen Augenblick in Denim geschaffen. 33
LILLIS AUGENBLICKSAMMLUNG 34 CAROLINE UITZ LILLIS AUGENBLICKSAMMLUNG - BILDERBUCH Was wäre, wenn man für einen Moment lang die Zeit anhalten könnte? Durch Fotografie können wir heutzutage in Sekundenschnelle Momente für immer festhalten. Lilli bekommt zu Weihnachten eine Sofortbildkamera geschenkt. Wenn sie Augenblicke mit ihr einfängt, sind diese auf ihren Bildern verewigt. Schon bald hat sie ihre eigene Augenblicksammlung: alle Polaroidfotos, befestigt an ihrer Zimmerwand. Eines Tages macht sie jedoch die Erkenntnis, dass ihre schönsten Erinnerungen, Augenblicke aus der Kindheit, nicht von Bildern stammen. Sie kann sich an die Momente auch ohne Fotos, anhand von Musik, Gerüchen und Gefühlen zurückerinnern. Ich wollte schon seit langem ein eigenes Bilderbuch illustrieren und gestalten. Das Abschlussprojekt war daher die perfekte Gelegenheit für mich, meine Idee zu realisieren. Zu Beginn habe ich ein Storyboard erstellt, in welchem ich meine Buchseiten zunächst grob skizziert habe. Das Verfassen des Textes war
deshalb kein langwieriger Prozess, da ich meine Bilder schon im Kopf hatte. Im Anschluss habe ich begonnen, die Seiten mit den Programm „Procreate“ auf meinem Tablet zu zeichnen. Dieses ist mein erstes wirkliches Zeichenprojekt, das ich komplett digital erstellt habe. Ich war mit dem Programm daher noch kaum vertraut und habe mir erst im Laufe des Arbeitsprozesses kleine Tricks und Skills angeeignet. Rückblickend kann ich sagen, dass der Zeichenprozess schwieriger war, als erwartet. Trotzdem hat es mir viel Freude bereitet und mein Interesse am digitalen Illustrieren definitiv geweckt! Besonders wichtig war es mir, ein haptisches Buch zu erstellen. Daher habe ich mich dafür entschieden, die Seiten drucken zu lassen und sie selbst zu binden. Ich habe das Buchcover mit verschiedenen Textilien gestaltet, um eine sinnliches Erlebnis zu ermöglichen. Gleichzeitig greife ich damit nochmals die Thematik des Bilderbuchs auf - sinnliche Erfahrungen wie Gerüche, Farben, Formen, Temperaturen und Materialien haben Anteil an allen unseren Entscheidungen und Erinnerungen. Kurz nachdem das Thema „Augenblick“ bekanntgegeben wurde, habe ich begonnen, in meinem Kopf eine kleine Geschichte zu spinnen. Die Thematik des Fotografierens, um Erinnerungen digital zu verewigen, beschäftigt mich persönlich schon seit längerem. Indem ein Foto gemacht wurde, geht das Gehirn davon aus, dass wir eine genaue Erinnerung an den Moment nicht brauchen. Das Buch soll daran erinnern, in einer schnelllebigen Zeit wie dieser, geprägt von sozialen Medien und dem Drang nach Prokrastination, Produktivität und Planung, einfach den Moment zu genießen und im „Jetzt“ zu leben. In diesem Sinn gibt es am Ende des Buchs einen kleinen Appell an die Leser*innen: Geh mit offenen Augen durch die Welt und erkunde sie mit all deinen Sinnen! Unsere schönsten Erinnerungen sind meist die, die nicht auf Bildern festgehalten wurden, und dennoch in unserem Herzen bleiben. 35
AUGENBLICK DER GELASSENHEIT 36 CLAUDIA HOVANAKOVA AUGENBLICK DER GELASSENHEIT Mit dem Begriff „Augenblick(e)“ assoziiere ich jene Momente, die mir ganz stark in Erinnerung geblieben sind, in denen ich mich noch an bestimmte Gerüche erinnere, oder in denen ich die Lichtstimmung, Umgebung und Geräusche bewusst wahrgenommen habe. Beim Abschlussprojekt wollte ich mich bewusst mit den positiv besetzen und schönen Augenblicken befassen, die mich stärken und mir das Gefühl von Behaglichkeit, Ruhe und Gelassenheit geben. Besonders viele und wertvolle Augenblicke teile ich mit meiner Oma. Früher, als ich ein Kind war, verbrachte ich jede Ferien, egal ob Winter-, Oster- oder Sommerferien bei meiner Großmutter in der Slowakei. Es war eine besondere und intensive Zeit, da wir beide wussten, dass ich nach den Ferien wieder in mein Heimatland Österreich zurück reisen müsste. Umso mehr haben wir die gemeinsame Zeit genossen und uns sehr aufeinander gefreut. Wunderbare Augenblicke, die mich (((Hörbuch)))
auch für mein Projekt inspiriert haben, waren jene Minuten und Stunden, in denen mir meine Oma vor dem Schlafengehen vorgelesen hat. Ich habe es sehr genossen, mich in meine Kuscheldecke einzuwickeln und es mir gemütlich zu machen. Sie hat sich neben mich gekuschelt und ihre Wärme gab mir ein wohliges Gefühl. Ich habe auch ihr Parfum in Erinnerung, ein leichter süßer und blumiger Duft, den ich sehr mochte. Es war verblüffend, zu Beginn war ich nämlich noch ganz „bei mir“. Ich habe die weiche Decke wahrgenommen und den weichen Polster unter meinem Kopf gespürt. Ihre dunkelroten, lockigen Haare, die meine Schulter leicht berührten, haben mich gekitzelt. Doch sobald meine Oma mit der ersten Seite des Buches begonnen hat, tauchte ich in eine Märchenwelt ein. Diese Augenblicke möchte ich am liebsten auffangen und bewahren... aber auch weiterschenken. Mit meinem Projekt möchte ich jene Momente schaffen, in denen sich der/die Zuhörer:in zurücklehnen, entspannen und sich berieseln lassen kann. Ich habe dabei an die Volksschule gedacht. Meine Idee ist, dass sich das Kind in der Klasse die Karte bzw. das Hörbuch nehmen kann und es sich in Ruhe anhören und in eine Fantasiewelt zurückziehen kann. Mit dem Hörbuch möchte ich einen imaginären Wohlfühlort schaffen, der das Kind in eine positive und wohltuende Stimmung, frei von Stress und Hektik, versetzt. Mein Projekt besteht aus einer verzierten Klappkarte, die die Aufmerksamkeit des Kindes auf sich ziehen soll und einer Audiospur, die das Kind in das Reich des Winterzaubers führen soll. Für die Gestaltung der Karte habe ich verschiedene künstlerische Techniken angewendet. Die Außenseite besteht aus einer Collage, die sich aus verschiedenen Winter- und Weihnachtsmotiven zusammensetzt. Glitzersterne dürfen nicht fehlen, da meines Wissens alles was funkelt und leuchtet interessant ist. Auf der Vorderseite befindet sich ein Weihnachtsbaum, dessen Girlande die Kinder haptisch ertasten können. Den Mond stellt ein Wattepad dar, welches mit ätherischem Öl betröpfelt wurde und einen leichten weihnachtlichen 37 Duft (Orange, Apfel und Zimt) von sich gibt. Auch hier unterstreicht der Glitzerstaub die Winterstimmung. Im Inneren der Karte steht mit großen Buchstaben der Titel des Märchens, „Mrazik“ (Väterchen Frost), die ich aus einer Spiegelfolie ausgeschnitten habe und in denen sich das Kind auch selber betrachten kann. Mrazik (Väterchen Frost), seinen Zauberstab und die Tannen des Zauberwaldes habe ich mit Buntstiften gezeichnet. Als Kind habe ich in der Weihnachtszeit immer slawische Märchen im Fernseher geschaut, darunter natürlich auch Mrazik, weshalb ich diese Geschichte ausgewählt habe. Die elektronische Klappkarte besteht aus einem Lautsprecher und einem integrierten Akku. Mithilfe eines USB-Kabels kann man die gewünschte Audiodatei auf die Karte hochladen. Sobald man die Karte öffnet, wird die Audiodatei abgespielt. Zuerst habe ich im Internet eine Vorlage für meinen Erzähltext gesucht. Ich habe viele verschiedene Variationen von dem Wintermärchen gefunden und deshalb habe ich aus den unterschiedlichen Vorlagen einen Text zusammengestückelt, umschrieben und diesen mit direkten Reden etc. adaptiert. Danach habe ich mit einem Recorder-Programm am PC die Geschichte aufgenommen. Ich habe versucht, für die unterschiedlichen Figuren, die im Text vorkommen, unterschiedliche Tonlagen und –höhen zu verwenden, damit sich der/die Zuhörer:in die Geschichte besser vorstellen und die Charaktere hineinversetzen kann. Außerdem habe ich mich bemüht langsam und deutlich zu sprechen, damit der/die Zuhörer:in die Geschichte besser verstehen kann. Damit die Szenen spannender wirken, habe ich mit dem Audioprogramm „Reaper“ verschiedene Stellen mit speziellen Soundeffekten hinterlegt. Dabei hat mir mein Partner geholfen, da ich mich mit dieser Technik nicht so gut auskenne, aber ich meinen Hörtext unbedingt interessanter gestalten wollte. Beispielsweise wird die Szene, in der die Hauptfiguren mit einem von Pferden gezogenen Schlitten fahren, akustisch von Pferdewiehern und dem Traben der Pferde untermalt. Und so ist mir eine Audiodatei gelungen, die von dem Wintermärchen „Väterchen Frost“ erzählt und die sich das Kind z.B. in der Kuschel- oder Leseecke in der Klasse anhören kann. Die Audiodatei ist nicht nur online abrufbar (Link+QR Code) abrufbar, sondern befindet sich auf der Klappkarte, die das Kind abtasten und betrachten und somit haptisch erfassen kann. Der/ die Schüler:in soll die Möglichkeit bekommen abzuschalten, es sich gemütlich zu machen, eventuell die Augen zu schließen und dem Märchen zu lauschen. Das Vorlesen von Geschichten ist auch ein förderlicher Aspekt für die sprachliche Bildung (z.B. Wortschatz, Satzbildung, Vergangenheitsstrukturen etc.) und somit lernt das Kind dazu, auch wenn das Vergnügen im Vordergrund steht.
"HELLE LEUCHTE" 38 ADILE NUREDINI "HELLE LEUCHTE" Vor Beginn unserer Lehrveranstaltung und bevor das Thema bekanntgegeben wurde, habe ich mir natürlich Gedanken über ein mögliches Projekt gemacht. Nachdem das Thema „Augenblick/e“ präsentiert wurde, habe ich begonnen diverse Internetseiten nach Ideen durch zu stöbern. Nach einer langen Suche fand ich endlich eine Inspiration für mich: eine moderne, schwarz-beige Tischlampe, welche mit Treibholz beschmückt wurde. Daraufhin beschloss ich, eine ähnliche Tischlampe im Rahmen des Abschlussprojektes zu bauen. Der Boden meiner Lampe besteht aus einer 30 x 20 cm großen Holzplatte, welche gesägt, geschliffen und mit schwarzer Farbe bestrichen wurde. Der Lampenschirm ist kein gewöhnlicher. Dieser besteht aus verarbeiteten Bastelhölzer, dessen Abrundungen geschliffen wurden. Die einzelnen Bastelhölzer wurden zusammengeleimt, sodass aus vier Bastelhölzer ein Quadrat entstand. Dieser Vorhang wurde 10 Mal wiederholt. Die Quadrate wurden aufeinander geleimt. Nun waren Lampenboden und Lampenschirm fertig. Der nächste Schritt
bestand darin, die beiden Teile zusammenzufügen. Wie ich diese Herausforderung bewältigte, könnt ihr meinen beigefügten Fotos entnehmen. Die Tischlampe war so weit fertig, allerdings fehlte noch das Licht. Dafür ging ich zum Baumarkt und besorgte mir eine fertige Lampenfassung, welche in die Tischlampe integriert wurde. Die Deko, welche aus gesammelten Tannenzapfen und gekauften holzoptischen Dekorationssachen bestand, wurde zum Schluss auf die schwarze Holzplatte geklebt. Fertig ist mein Abschlussprojekt. Sobald das Licht meiner „Hellen Leuchte“ erscheint, herrscht ein Moment des Augenblickes. 39
LEBENSLABYRINTH 40 LISA WILD LEBENSLABYRINTH Schon vor der ersten Einheit des Seminars, wusste ich bereits welches Werkstück ich herstellen wollte. Als ich dann auch noch das Thema für unser Abschlussprojekt erfuhr, passte sofort alles perfekt zusammen. Die Verbindung zwischen dem Augenblick und meinem Krabbellabyrinth ist, dass das Durchlaufen des Labyrinths wie das Leben selbst betrachtet werden kann, mit seinen Herausforderungen und Veränderungen. Genau wie im Labyrinth müssen wir uns im Leben oft durch unvorhergesehene Wendungen und Hindernisse manövrieren und uns auf den momentanen Schritt konzentrieren, um erfolgreich das Ziel zu erreichen. Der Augenblick, in dem wir uns gerade befinden, ist der einzige, den wir kontrollieren können und genau wie im Labyrinth, ist es wichtig, dass wir uns auf den gegenwärtigen Schritt
Highlight: Der Moment, als alle helfenden Hände das Labyrinth gemeinsam zusammengesteckt haben. konzentrieren, um erfolgreich durch das Leben zu navigieren. Ich habe mich für dieses Werkstück entschieden, weil in meinem Bauch ein kleiner Mensch heranwächst. Mit diesem Labyrinth will ich meinem Kind, Lucas, zeigen, dass der Weg im Leben nicht nur gerade aus geht, sondern dass es auch verschiedenste Abzweigungen gibt, für welche wir uns selbst entscheiden können. Die ersten Augenblicke, in denen Lucas sein Lebenslabyrinth durchläuft, sollen ihn immer auf seinem Weg begleiten und ihm die Sicherheit geben, dass seine Eltern stets an seiner Seite sind und hinter ihm stehen. Das Arbeiten an meinem Projekt hat mir sehr viel Spaß gemacht. Auch kleine Hürden, die dazwischen aufgetaucht sind, haben mich zusätzlich motiviert Lösungen zu finden, um ein für mein Kind perfektes Labyrinth zu gestalten. Wichtig war für mich, dass es auch auseinander gebaut und eventuell umfunktioniert werden kann. Dadurch, dass ich die Verbindungsstücke nicht geleimt habe, ist dies gewährleistet und trotzdem ist ein stabiles Krabbellabyrinth entstanden. Vielleicht werde ich in meiner Freizeit das Werkstück an den Seiten erweitern, sodass das Labyrinth mit der Zeit herausfordernder wird. 41
BOGENBAU 42 MADICKEN SOUPAL BOGENBAU Bogenbau Idee Ein Augenblick, ein kurzer Moment zwischen zwei Lidschlägen. Kaum begonnen, schon wieder vorbei, kaum wahrnehmbar. Ähnlich einem Schuss mit dem Bogen. Während das Spannen der Sehne und das Zielen noch klar erkennbar sind, aufgrund der bedachten langsamen Ausführung über mehrere Augenblicke hinweg, hebt sich der eigentliche Schuss mit dem Bogen hervor. Dieser Schuss lässt einen prägnanten Augenblick aus Spannung und Entspannung entstehen, welcher für unglaubliche Faszination sorgt, denn nicht nur der Bogen spannt und entspannt sich, auch der/die Bogenschütze/in und deren Betrachter. Arbeitsprozess Aus einem Eschenholzrohling fertigte ich in vielen Arbeitsschritten meinen ersten selbstgebauten Bogen. Zu Beginn bearbeitete ich den Rohling und trug den äußersten Jahresring mit dem Ziehmesser ab. Nach dem
groben Zuschnitt mit der Bandsäge verwendete ich Raspel, Feile und Ziehklinge, um meinen Bogen in die richtige Form zu bringen, sodass die Wurfarme an Biegsamkeit gewannen. Ich drehte eine Sehne aus Wachsschnüren und spannte meinen Bogen erstmals am Tillerbrett. Mehrmals musste ich das Holz nacharbeiten und erneut die Sehne aufspannen, um letztlich eine gleichmäßige Biegung zu erreichen. Des Weiteren fertigte ich drei Pfeile aus Rundholzstäben an. Diese habe ich mithilfe des Befiederungsgerätes mit Federn versehen, welche den Pfeil beim Schießen gerade halten sollen. Außerdem habe ich Nocken und Spitzen angebracht. Resümee Durch die Arbeit an meinem kreativen Abschlussprojekt bekam ich die Möglichkeit etwas für mich ganz Neues auszuprobieren und meine Fähigkeiten im Bereich des technischen Werkens zu erweitern. Trotz meiner fehlenden Erfahrung im Bereich Bogenbau, konnte ich die Arbeitsanweisungen gut umsetzen und fertigte ein ansehnliches, funktionierendes Werkstück. Faszinierend war für mich, wären des gesamten Arbeitens, wie essenziell es ist ein Gefühl für das Material Holz zu entwickeln, indem immer wieder die Reaktion des Materials auf minimale Einwirkungen beachtet werden muss. Einige Arbeitsschritte brachten Herausforderungen mit sich, meine körperliche und geistige Ausdauer war gefragt, denn ein Bogen baut sich nicht von jetzt auf gleich. Die lehrhaften Augenblicke des Arbeitsprozesses münden nun in künftige Augenblicke am Bogenschießplatz. 43
MOMENTS 44 KIM ANDL MOMENTS Das Einzige, was wir im Leben machen müssen, sind Steuern zahlen und sterben. :p Also ist das Schlimmste, was daraus resultieren kann, dass wir gewisse Aspekte oder Entscheidungen in unserem Leben bereuen. Viele Menschen wissen diese besonderen Augenblicke nicht zu schätzen, bis dieser vergangen ist und sie ihn nicht mehr erleben können. Aus diesem Grund ist es wichtig jeden einzelnen Moment zu genießen und im jetzt zu leben. Jeder Augenblick ist so flüchtig und findet in der Gegenwart statt. Halte nicht lange an der Vergangenheit fest und mache dir nicht allzu viele Sorgen über die Zukunft. Ich habe ein Video mit persönlichen Augenblicken erstellt, welches von einem selbstverfassten poetischen Text begleitet wird. Es gibt genügend Sprüche, welche uns motivieren nach einem harten Tag weiterzumachen und nicht aufzugeben. Einer meiner Lieblingssprüche ist „Memento mori“ https://youtu.be/C80W5PoIVqI
Mein Highlight war das selbstständige Arbeiten am Projekt und die Auseinandersetzung mit meinen persönlichen Augenblicken des Lebens. Memento mori ist ein Spruch aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „Denke daran, dass du stirbst!“ Als Vanitas-Symbol wurde dieser Spruch des Öfteren in der Geschichte und der Kunst verwendet. So wie diese wunderschönen Blumen ist alles im Leben vergänglich, darum fürchte dich nicht vor dem Tod. Nimm jeden Tag mit all deinen Sinnen wahr, denn jeder Augenblick, in unserem Leben, ist einzigartig und so wunderschön. Jeden Tag nachdem wir nach einem heftigen Sturm mit den Sonnenstrahlen geweckt werden. Jeden Tag, wo wir nach einem schlechten Tag erneut die Chance haben, unser Bestes zu geben. Jeden Tag wo wir einen Schritt näher zu unseren Träumen und Wünschen kommen. Jeder Tag, an welchem wir wieder aufwachen, ist ein Geschenk. Behüte und schätze dieses wertvolle Geschenk. Das Leben ist so schön und es ist wichtig, dass du die einzelnen Augenblicke davon genießt, solange du noch kannst… 45
EIN AUGENBLICK, OHNE EINEN BLICK 46 HATICE MERAL UND NECMIYE UÇAR EIN AUGENBLICK, OHNE EINEN BLICK In unserem Abschlussprojekt stellen wir das Thema “Augenblicke” anhand eines Free Hugs Social Experiment vor. Nachdem uns das Thema in der Lehrveranstaltung im Detail vorgestellt wurde, waren wir auf der einen Seite begeistert unsere Gedanken, die aufkamen sofort in die Tat umzusetzen. Auf der anderen Seite waren wir jedoch einen Augenblick überfordert, da wir nicht wussten, wie wir die Interpretation am besten gestalten könnten. Was uns aber von Anfang an klar war; wir wollten über unsere Schatten springen, unseren Gedanken freien Lauf lassen und ein Experiment auf den Wiener Straßen gestalten. Frei nach Marie Freifrau von Ebner-Eschenback „Die großen Augenblicke im guten wie im bösen Sinne sind die, in denen wir getan haben, was wir uns nie zugetraut hätten“. Inspiriert von Juan Mann, vom Gründer der „Free Hugs Kampagne“ kamen wir auf die Idee unsere Augenblicke genau auf diese Art und Weise ins Leben zu rufen. Unter dem Motto: Wer wagt sich einen Augenblick, ohne einen https://youtu.be/V5P3YroOivg
Unser persönliches Highlight waren die bestärkenden Worte von einigen Teilnehmer:innen, die uns beim Umarmen flüsterten, wie mutig und toll es sei, dass wir uns mit so einem Projekt auf die Straße trauten. Wir waren erstaunt und erfreut im Nachhinein zu sehen, dass so viele Menschen aus purer Begeisterung mitmachten und den Augenblick einer Umarmung genossen. Blick eine Umarmung wahrzunehmen? Mit diesen Gedanken erweiterten wir unsere Idee mit zwei unterschiedlichen Experimenten. Experiment 1: machen Emotionen, körperliche Haltung, Farbe der Kleidung einen Unterschied (glücklich/traurig, hell/dunkel, aufgeschlossene/ verletzliche Körperhaltung)? Wer bekommt mehr Umarmungen? Das spannende Ergebnis ist im Video zu sehen. Experiment 2: Warum hast du dir einen Augenblick Zeit für eine Umarmung genommen? Um zu sehen, ob unser Motto auch so aufgeht, wie wir uns das vorgestellt haben, beschlossen wir zuerst einen Probedurchlauf zu starten. Hierbei haben wir im Gegensatz zum tatsächlichen Experimenttag unsere Augen nicht verbunden. Spannend war zu beobachten, dass wir mit verbundenen Augen mehr Umarmungen in Summe bekamen als mit offenen Augen. Im ersten Schritt gestalteten wir unsere Plakate. Mit dem Slogan „TAKE A MOMENT for FREE HUGS“ wollten wir die Aufmerksamkeit der Menschen erzielen, bei unserem Projekt mitzumachen. Dieses Plakat begleitete uns durch das ganze Experiment. Für den ersten Teil des Experiments gestalteten wir noch zusätzliche Schilder mit der Aufschrift „I’M SO HAPPY und I’M SO SAD, GIVE ME A HUG“ zum Umhängen. Für den zweiten Teil des Experiments haben wir uns mit der Frage „WHY DID YOU TAKE A MOMENT?“ beschäftigt. Mithilfe eines Plakates wollten wir die Teilnehmer:innen animieren kurz aufzuschreiben, was sie dazu bewegte sich einen Augenblick Zeit zu nehmen, um uns zu umarmen. Im letzten Schritt platzierten wir uns in das Herzstück von Wien, in die Innenstadt mit verbundenen Augen, um den Augenblick ganz und allein den Teilnehmer:innen zu gebühren ohne sie mit unseren Blicken zu beeinflussen. Anfangs hatten wir ein unwohles Gefühl mit verbundenen Augen, „blind“ mitten auf der Straße zu stehen. Wir waren für einen Augenblick der Mittelpunkt von diversen fremden Personen, deren Aufmerksamkeit gänzlich auf uns gerichtet waren. Wir warteten gespannt, aber auch angespannt auf das Ungewisse. Doch dann kamen die ersten Umarmungen, die sich im ersten Augenblick fremd, aber im nächsten Herz erwärmend anfühlten. Ungeachtet welcher Herkunft, welches Geschlecht, Alter und welche Religion wir hatten, nahmen Menschen am Experiment teil und schenkten uns in der doch so stressigen Vorweihnachtszeit ein Stück ihres Augenblicks, obwohl wir sie nicht erblickten. 47
TAKDIR 48 AYLIN GÖRGÜLÜ TAKDIR Damals: Du stöberst zuhause herum, weil du nichts zu tun hast und einfach auf Entdeckungsreise gehst. Und schon findest du verschiedene Garne, Nadeln und schöne gehäkelte Decken und Tücher mit schönen Blumen darauf. „Mama! Was ist das? Hast du das gemacht?“ - Und so haben ich und meine Schwester die Häkelnadel in die Hand bekommen. Luftmaschen haben besonders Spaß gemacht. Tatsächlich sind einige der in dieser Decke eingefügten Teile aus dieser Zeit, wo meine Mutter mit mir auf der Couch saß und mir das Häkeln beigebracht hat. Und das Erste, was ich machen wollte? Ein Geschenk für Mama natürlich! Takdir bedeutet "Homage" auf meiner Muttersprache Türkisch. Die Homage geht an die Augenblicke und Menschen, durch die mir warm ums Herz wird. Meine Schwester häkelte mit mir. Ich habe schöne Erinnerungen daran, weshalb ich ihre Fleckerl auch an mich genommen habe und mit
Die Sammlung verschiedener Augenblicke in Einem. Und es ist auch kuschelig-warm. ihrem Einverständnis in die Decke eingefügt habe. Das sind die in der Mitte (orange-weiß) und das bunte am Rand. Irgendwann ist es dann zur Lieblingsbeschäftigung gekommen, bis für mein Ermessen gut häkeln konnte, und ich häkelte meinen ersten Schal. Dazu habe ich dann ein Fleckerl mit der blauen Wolle, die ich für den Schal verwendet habe in die Decke eingefügt. Meinem Freund habe ich auch ein Schal gehäkelt, das ist das grüne Fleckerl, das in der Decke ist. Und fast schon eines meiner Lieblingsfleckerln, das sehr hervorstechende rote Fleckerl mit der dicken Wolle habe ich damals für meine beste Freundin verwendet und gleich noch ein Fleckerl gehäkelt, was ich bestimmt irgendwann mal verwenden werde. Und nun ist der Zeitpunkt gekommen! Diese Decke ist eine Sammlung verschiedener Augenblicke, Erinnerungen und Gefühle von mir. Dadurch habe ich auch das Gefühl, dass sie besser warmhält als alle anderen Decken. Aber mein Leben geht weiter und ich habe durch dieses Projekt wieder mein altes Hobby aufgegriffen. Gerne würde ich weitere Augenblicke sammeln und der Decke hinzufügen. 49
AUGENAUSBLICK 50 CLARA JOHANNA DETTINGER-KLEMM AUGENAUSBLICK Ein Moment ist nicht fassbar, ist augenblicklich Teil der Vergangenheit noch bevor man ihn begreifen kann. Ein Moment ist da, ist nicht da, ist niemals da. Ein Moment ist in diesem einen Augenblick real. Sekunden, Stunden, Sommertage, Schlummertage. Zeit ist es, die sich aus diesen Augenblicken zusammensetzt, die Geschichten schreibt, den Eindruck abdruckt. Drückt einem bildhaft aufs Auge, was man nicht mehr überdenken wollte, da in einem Augenblick der Unbedachtheit begangen. Sodann ziehen sich Momente, die noch so zeitlos sind, weit in die Gegenwart und weiter in die Zukunft. Mit Zeiten schreibt sich ein Lebenslauf, den man entlangläuft, dessen Spuren man hinter sich lässt, den man bildet und abbildet und jeden Augenblick aufs Neue: Blättert man um, die Skizzen der Zeit überfliegend.