Highlight 1: eine einfache Leinwand aus einem Vorhang machen und eigenständig grundieren. Dies war etwas, das ich schon lange einmal ausprobieren wollte. Highlight 2: wie sich ein Bild nach jedem Teilschritt schlagartig verändert. In diesen Momenten kommt man dem Endergebnis immer einen Schritt näher. Es überrascht mich jedes Mal, was ich dann vor mir finde. Für mein Projekt habe ich mich mit den Momenten befasst, die mich als Person geprägt haben, weshalb ich mich dafür entschieden habe diese Erkenntnisse in Form eines Selbstportraits abzubilden. Wer ich in diesem Moment bin, bestehend aus den wundervollen und zähen Augenblicken der Vergangenheit und den Hoffnungen der Zukunft, wird somit festgehalten. Da für mich Augenblicke unfassbar sind, haben sie für mich etwas Skizzenhaftes, was sich auch in dem Portrait spiegelt, dessen Formen teilweise eher schemenhaft abgebildet wurden. Ich habe vielfältige Techniken und Materialien verwendet, von Acrylmalerei, bis zu Applikationen und Stickereien. Die verwendeten Stoffe sind Kleidungsstücke, die ihre Funktion nicht mehr erfüllen konnten, die mich jedoch durch viele Jahre begleitet haben. Auch der gemalte und genähte Text auf der Rückseite des Portraits, der mit einigen handgestickten Details versehen ist, fasst die Eindrücke, die mich bis zu diesem Moment geformt haben, zusammen. die Stichworte des Textes finden sich auch im Portrait wieder, als bildhafter Spiegel und wurden durch Stickereien leicht hervorgehoben, um ihre Bedeutung klarzustellen. Es handelt sich um ein Wendebild, das man ähnlich einer Buchseite umschlagen kann. Text und Bild verstehe ich immer als Einheit. Beide bedingen sich gegenseitig, beide formen Geschichten. Geschichten, die aus Eindrücken und Augenblicken bestehen, die ein Leben formen. 51
MORGENRITUAL 52 MAGDALENA HORRER MORGENRITUAL ZUM THEMA DATUM, WETTER UND GEFÜHLE Morgenritual zum Thema „Datum, Wetter und Gefühle" Ich habe mich bei meinem Abschlussprojekt zum Thema „Augenblick“ für eine Holztafel entschieden, mit der jeden Morgen in der Klasse das Datum, das Wetter und die Gefühlslage eines Kindes besprochen werden kann. Die Idee entstand als ich an verschiedenste Augenblicke, welche während eines Tages passieren, gedacht habe. Dabei ist mir gleich die Gefühlslage oder das Wetter eingefallen, welche/s sich manchmal mehrmals am Tag verändert. Anschließend habe ich mir überlegt, wie man diese Augenblicke anhand eines Rituals im Klassenzimmer benennen, beschreiben oder darstellen könnte. Daraufhin kam mir die Idee, dass ich eine Tafel aus Holz gestalten könnte, auf der jeden Tag (daher auch das Datum) das Wetter und die Gefühlslage besprochen werden kann.
Durch das Ritual soll zum einen die Kommunikation durch das richtige setzen des Datums, sowie durch die Beschreibung des Wetters und der Gefühlslage, aber auch die Empathie und die Aufmerksamkeit, was Gefühle und Emotionen angeht, gestärkt und gefördert werden. Herstellungsprozess 1. Teil – Textil Auf Webstoff habe ich die verschiedenste Wetterarten aufgestickt oder aufgenäht und danach auf Filzplatten, damit sie stabiler sind, genäht. 2. Teil - Werken Zunächst habe ich aus 4mm dicken Sperrplatten Holzteile ausgeschnitten, auf die ich anschließend die Wochentage, die Monate und verschiedenste Zahlen (mit Hilfe vom Plotter ausgeschnittenen Schablonen) geschrieben habe. Anschießend habe ich diese lackiert und auf ihnen Magnete angebracht. Ebenso habe ich die Holztafel abgeschliffen und danach mit einem magnetischen Lack bestrichen. 3. Teil – Bildnerische Darstellung Als letzten Teil habe ich Gefühlskärtchen gebastelt, auf denen unterschiedlichste Emotionen/Gefühle zu sehen sind. Diese habe ich anschließend noch laminiert. 53
ZEITSTRAHL 54 KATRIN SCHWARZ ZEITSTRAHL ALTERTUM/ANTIKE UND MITTELALTER Mein Projekt besteht aus einem Zeitstrahl aus Holz. Der Zeitstrahl beinhaltet die Antike/das Altertum und das Mittelalter. Das Mittelalter ist kürzer dargestellt als die Antike/das Altertum. Dies ist so gewollt. Natürlich war es nicht möglich die Epochen im Maßstab darzustellen, da die Urgeschichte dann überdimensional lang sein müsste. Aber ich wollte darstellen, dass die Antike/das Altertum schon um einiges länger war als das Mittelalter. In den Zeitstrahl kann man verschiedene Holzformen hineinlegen auf denen Ereignisse, Bauwerke oder etwas Spezifisches für diese Epoche abbildet ist. Es gibt drei verschiedene Holzformen mit drei verschiedenen Zwecken. Die Runden Holzformen sind eben Dinge, die in dieser Epoche passiert sind, die Dreiecke am Pfeil vorne beim Strahl sind Dinge, Ereignisse, die die Epoche beendet haben und die rechteckigen Formen sind Namen bzw. Kulturen, die in dieser Epoche wichtig waren.
Die Holzformen haben zwei Seiten, auf der vorderen Seite habe ich immer ein Bild gemalt, z.B. die Statue von Romulus und Remus und der Wölfin. Auf die hintere Seite habe ich einen Reim dazu aufgeschrieben, z.B. „Der Sage nach waren Romulus und Remus Roms Gründer, als sie klein waren stopfte eine Wölfin ihre Münder“. Die Reime dienen dazu, dass sich die Schüler*innen alles besser merken können. Die Reime sind zur Hälfte von mir selbst und zur Hälfte von Thomas Brezina aus dem Buch „Die Geschichte der Erde in Reimen“. Hinten auf den Holzformen, dort wo die Reime stehen, habe ich immer eine 1cent große Fläche freigelassen, hier wird ein Magnet befestigt und auf den Zeitstrahl kommt ebenfalls ein Magnet, so kann man den Zeitstrahl auch aufhängen, ohne dass die Holzformen herausfallen. Auf dem Zeitstrahl des Mittelalters können die Holzformen beliebig gelegt werden. Bei der Antike/ dem Altertum ist dies etwas anders. In der Antike/dem Altertum habe ich einen großen Teil den frühen Hochkulturen gewidmet. Die insgesamt vier freien runden Plätze rechts und links von dem Schild „Frühe Hochkulturen“ sind Ereignisse, die nichts mit den Hochkulturen zu tun habe. Diese vier Holzformen sollen im besten Fall auch in eine zeitlich richtige Abfolge gelegt werden. Darunter kann man drei Hochkulturen einfügen, auch hier spielt eine zeitliche Abfolge eine Rolle. Die Hochkulturen sollen in der richtigen Reihenfolge gelegt werden. Darunter gibt es jeweils vier freie Plätze für vier wichtige Dinge in dieser Hochkultur, hierbei ist egal in welcher Reihenfolge man diese legt. Zusätzlich zu dem Zeitstrahl habe ich noch einen Wikingerhelm gekleistert und eine PharaonenGipsmaske erstellt, damit dies noch anschaulicher ist. Der Zeitstrahl ist sehr vielfältig einsetzbar, da alle runden Holzformen überall hineinpassen. Er kann als Legematerial zur Einführung einer Epoche dienen, als Freiarbeitsmaterial, als Pausenspiel, als Wissensüberprüfung oder er kann an die Wand gehängt werden, damit die Schüler*innen immer einen zeitgeschichtlichen Überblick haben. 55
KOMM SETZ‘ DICH HER 56 ANNA GÖßLER KOMM SETZ‘ DICH HER Glücklich sein im Hier und Jetzt. Einfach mal durchatmen und den Augenblick genießen, ohne an anstehende Herausforderungen und Aufgaben zu denken. Das klingt einfach, ist aber gar nicht so leicht wie es sich anhört. Der Alltag ist oft geprägt von Routinen: aufstehen, essen, duschen, Freizeit… Vieles wird zur Gewohnheit. Der Stress und der Druck, welcher auf uns lastet führt oft dazu, dass es schwer fällt seinen Kopf frei zu bekommen, zu entspannen und wirklich achtsam im Augenblick zu sein. Bewusst auf mehr Achtsamkeit im Alltag zu achten bringt jedoch viele Vorteile mit sich: Man wird stressresistenter, fokussierter, positiver und glücklicher. Auch das Projektthema „Augenblick“ habe ich für mich sofort mit dem Gedanken verbunden, Zeit bewusst wahrzunehmen und dabei entspannen zu können. Weil ich sehr gerne Zeit zu Hause in der Natur verbringe kam mir die Idee, eine Sitzgarnitur für unseren Garten anzufertigen. Da ich auf einem
Für mich war es toll zu erleben, wie mit einer groben Technik und aus einer einfachen Form schöne Gebrauchsgegenstände entstehen können. Ich freue mich jetzt schon, mich mit meiner Familie und Freunden gemeinsam um den Tisch zu setzen. landwirtschaftlichen Betrieb mit Waldflächen aufgewachsen bin war mir klar, dass ich unser eigenes Holz dafür verwenden wollte. Meine Idee war es zu versuchen, Brennholzabschnitte mit einer Motorsäge so zu bearbeiten, dass dabei Hocker und ein Tisch in Form von Pilzen entstehen. Zwar hatte ich schon Vorerfahrungen im Umgang mit einer Motorsäge, gefällte Bäume zu entasten ist jedoch eine weniger filigrane Arbeit. Im Rahmen des Projektes wollte ich also meine Fähigkeiten im Umgang mit Motorsäge sowie Nähmaschine, Nadel und Faden ausbauen. Um aus einem Holzblock einen Tisch und Hocker zu sägen musste zuerst bei 23 bzw. 13 cm eine umrundende Markierung eingeschnitten werden. Die Motorsäge wurde dann an der Unterseite des Holzblocks angesetzt und schräg wurden Keile bis zur oberen Markierung herausgesägt. Schon war ein Pilz zu erkennen. Die Tisch- bzw. Sitzfläche wurde an den Kanten weiter abgeschrägt. Anschließend wurden die Hocker und der Tisch mit einer Flex nachgeschliffen und mit Leinöl eingelassen. Die Schwierigkeit beim Umgang mit der Motorsäge war, dass diese für mich relativ schwer war. Daher passiert es leicht, dass ein Schnitt zu tief wird oder man abrutscht. Es war wichtig mir die Schnitttechniken zu überlegen und vorher viele Probeschnitte zu machen. Für die dazugehörigen Sitzkissen und die Tischdecke wurden die Flächen der Sitzgarnitur abgemessen. Für die Sitzkissen wurde Schafwollflies und Baumwollstoff zugeschnitten. Diese wurden vernäht und mit Schafwollstoff gefüttert. Die Tischdecke wurde mit einem Zierstich versehen und der Rand wurde mit einer recycelten Häkelarbeit verziert. Vollendet wurde die Tischdecke mit einer kleinen Stickerei. 57
BLUMEN AUF HOLZ 58 ALEXIA PIERER BLUMEN AUF HOLZ Die Entstehung des Projekts begann mit meiner großen Liebe zu Holzarbeiten und der Notwendigkeit eines Vorzimmermöbelstückes. Durch unser Thema „Augenblick/e“, kam mir die Idee, etwas Vergängliches in Epoxidharz einzuschließen und in das Möbelstück zu integrieren, um einen „Augenblick“ für immer zu konservieren. Zunächst wurden die einzelnen Holzteile mit der Kreissäge zurechtgeschnitten und abgeschliffen. Die Teile, die den Korpus Korpus bilden, sind mit Hilfe von Lamellen (kleinen Holzplättchen, die in Schlitze zwischen den Platten geleimt werden, um für mehr Stabilität zu sorgen) verstärkt, zusammengesteckt und verleimt. Die Rückplatte ist zurechtgeschnitten und angenagelt. Die Tür besteht aus zwei Holzplatten, die mit Hilfe von Zwingen und schweren Gewichten zusammengeleimt und ebenfalls mit Lamellen verstärkt wurden. Dann wurde in die
Mein persönliches Highlight war das Arbeiten mit dem Epoxidharz. Das Material war mir völlig neu und das Experimentieren damit hat mir großen Spaß gemacht. Vorderseite eine Vertiefung gefräst. In diese Vertiefung kamen gepresste, echte Blumen und Blätter. Dann musste separat das Epoxidharz mit einem Härter angerührt werden und dann rasch über die Blumen gegossen werden. Das Gemisch musste dann über einige Tage hinweg völlig aushärten, bevor es weiter bearbeitet werden kann. Da einiges der Flüssigkeit aus der Vertiefung ausgetreten war, musste alles überschüssige Harz mit einer Schleifmaschine abgeschliffen werden. Ich habe mich dazu entschieden, nicht über die Blumen zu schleifen, um den dreidimensionalen Effekt beizubehalten und um nicht zu riskieren, dass dass Epoxidharz durch das Schleifen milchig werden könnte. Dann wurden mit Hilfe verschiedener Bohraufsätze Vertiefungen für die Scharniere und Schrauben in die Rückseite der Türe gebohrt, sowie ein Loch für den Türknauf und für Magneten, die die Türe zufallen lassen. Zu Letzt wurden noch kleine Füße aus Rundholz Gold lackiert und an der Unterseite des Kastens angeleimt, sowie die gesamte Oberfläche mit einer Lasur bepinselt, um das Holz zu schützen. 59
THE MOMENT 60 HAGAR HUSSEIN THE MOMENT Comics erzählen eine Geschichte mit Bildern, jeder Abschnitt der Geschichte brennt sich sofort visuell in die Köpfe der Leserschaft ein und hinterlässt so tiefere Eindrücke. Deswegen habe ich mich für das Zeichnen eines Comics entschieden. Bevor ich losgestartet habe, war es mir wichtig schon eine Basis zu haben, und zwar die Geschichte selbst. Um einen erfolgreichen Comic erzielen zu können, sind beim Erstellen der Charaktere notwendige Schritte zu berücksichtigen. Zuerst wollte ich mir von verschiedenen Comics, aber auch vom Internet Inspiration holen. Danach habe ich Skizzen zu den Charakteren angefertigt. Dadurch kommen einem immer mehr Ideen zu Gedanken. Nachdem der Stil der Figuren festgelegt ist, ist es wichtig zu versuchen die Charaktere auch von verschiedenen Blickwinkeln zu zeichnen, wie z. B. beim Sitzen, von hinten usw.. Dabei sollte man nicht die Kleidung vergessen, denn dies gibt den Figuren ihre Persönlichkeit. Mit dem Storyboard wird die Handlung in mehrere Abschnitte eingeteilt, um sich schnell https://youtu.be/wHGcDi7x1I0
der wichtigsten Elemente der Geschichte klar zu werden. Dadurch kommen die Charaktere, die Stimmung, der Ort und die Handlung schneller zum Vorschein und das hilft später einzelne Szenen zu visualisieren. Außerdem ist es zu berücksichtigen von welchen Perspektiven man die Geschichte zeichnen möchte, wie z. B. von der Vogelperspektive, Draufsicht, Augenhöhe etc.. Das verleiht der Geschichte mehr Leben. Nachdem ich das alles geplant hatte, habe ich mir überlegt, mit welchen Materialien ich den Comic gestalten möchte, denn dies gibt der Geschichte auch ein bedeutenden Effekt. Gleich danach habe ich zu zeichnen begonnen. Bei diesem Comic war es mir wichtig, eine Botschaft zu hinterlassen. Heutzutage beschäftigen sich die meisten Menschen hauptsächlich mit den sozialen Medien. Die Zeit vergeht und der ganze Fokus liegt auf dem Handy. Auch in der Familie, bei Freunden treffen etc. geben wir nahestehenden Personen oft wenig Aufmerksamkeit. Genau das ist auch meine Botschaft. „Zeit ist kostbar. Verbringe sie mit den Menschen, die du liebst.“ Diese Menschen werden nicht für immer da sein. Das sind wichtige Augenblicke, die uns schöne Erinnerungen verschaffen. Wir müssen die Menschen, die um uns sind, wertschätzen und ihnen auch Aufmerksamkeit geben. Bei meinem Comic wollte ich nicht, dass die Figuren sprechen oder ihre Gedanken teilen. Der Schwerpunkt liegt auf der Körpersprache und der Mimik. Die Bilder sagen mehr aus, als Worte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich meinen Comic der Klasse zeigen werde, weil die Geschichte viele Themen anspricht. Es ist interessant zu sehen, was die Kinder zu dem Comic sagen bzw. sehen, und wie sie darauf reagieren werden. Meine Hoffnung ist, dass, die, die meinen Comic sehen, auch etwas mitnehmen können. Momente, wie Familienversammlungen, Treffen mit Freunde, mit geliebten Menschen Spaß zu haben bedeuten uns sehr viel. Wir erinnern uns nicht an Tage, wir erinnern uns an Momente. Deswegen ist auch das Ziel meines Comics, Menschen dazu anzuregen in seinem Leben viele Momente und Augenblicke zu sammeln. Wir leben nur einmal und ich finde es ist schade, dass wir unsere Zeit nicht richtig ausnutzen. Das ist einer der Sprüche, der für mich bedeutungsvoll ist: „Genieße jeden Moment, denn du weißt nicht, wie viele du noch hast.“ 61
DER GENUSS IM AUGENBLICK 62 JUDITH GRANEGGER DER GENUSS IM AUGENBLICK Der Genuss einer Tasse Kaffee Lange habe ich überlegt was ich mit dem Themengebiet,der Augenblick, anfangen soll, es war gar nicht so einfach für mich eine Idee zu finden. Doch dann ist mir ein Zitat „über den Weg gelaufen“: Das Glück ist eine Sammlung von vielen schönen Augenblicken. Endlich habe ich gewusst in welche Richtung ich gehen will bei dem Thema - es war die Richtung des Genusses. Der Genuss im Augenblick, die kleinen Momente/Augenblicke die den Alltag schöner machen. Die Freude an einer netten Begegnung mit einem anderen Menschen, das entzückende Eichhörnchen auf dem Baum, der Genuss von schöner Musik in den Ohren oder das motivierende Gefühl nach einer guten Tasse Kaffee. Mir war klar ich würde gerne etwas malerisches
machen. Ich zog mir Pinterest heran als Inspirationsquelle und aufgrund von einigen bunten Portraitbildern der amerikanischen Künstlerin "Kelsey Howard", ist meine Idee entstanden. Eine Frau zu malen die eine große Tasse Kaffee trinkt und der man deutlich ansieht, dass sie sich gerade glücklich und entspannt fühlt und den Augenblick genießt. Besonders beeindruckt haben mich die vielen bunten Farben die bei der Künstlerin verwendet wurden. Ich wollte ein surrealistisches Bild gestalten, mit vielen außergewöhnlichen Farben, die man normalerweise nicht bei einem Portrait sehen würde. Nicht nur die bunten Farben haben mir sehr imponiert auch die verspielten Details und die großen Formen gefielen mir sehr gut. Meiner Meinung nach, ist mir meine Vision sehr gut gelungen, denn ihr Gesichtsausdruck spiegelt Zufriedenheit wieder - das war mir sehr wichtig. Ich freue mich auch über meine Farbwahlen, ich finde sie passen gut zusammen. Bei mir sind die Farben noch stärker im Kontrast geworden, als bei der Künstlerin. Ich mag den surrealistischen ‚Touch‘ in meinen Gemälden. Überraschend gut finde ich die Umsetzung meiner Idee von meinem Kopf auf die Leinwand gelungen ist. Zeichnen bereitet mir schon seit Kindesbeinen große Freude! Ich habe es sehr genossen wieder mehr zu malen, durch das Abschlussprojekt. Es bereitet mir viel Freude zu überlegen, welche Farben gut zu einander passen und wie das Bild am Ende gut aussehen könnte. Ich finde es auch besonders interessant Menschen zu zeichnen und starke Gefühle über Bilder zu vermitteln. Ich wünsche mir das die BetracherInnen dieses Bildes in eine besondere Stimmung kommen. Eine Stimmung der Zufriedenheit im Augenblick, im Jetzt. Ich kann es sehr empfehlen es mal auszuprobieren einen Menschen mit eher surrealistischen Farbkombination zu malen, es bringt einen sehr viel Freude. Man kommt auch ein bisschen weg vom Perfektionismus, das tut einem persönlich auch sehr gut. Die Bilderserie: Jedes Bild ist anders und doch irgendwie ähnlich. Ich habe bei jedem Bild mit anderen Farben die gut zueinander passen gearbeitet. Beim ersten Bild war es mir besonders wichtig es sehr bunt zu gestalten, um ein bisschen Abwechslung rein zu bringen habe ich bei dem zweiten Bild mich für sehr warme Farben (Herbstfarben) 63 entschieden und beim dritten Bild für Lilatöne. Ich habe mich für Frauen entschieden, die ein Getränk trinken, ich denke weil ich mich am meisten damit identifizieren kann. Besonders gefallen hat mir die passenden Farben zu mischen und mich für sie zu entscheiden. Es war auch sehr schön neue Formen in die Gemälde einzufügen. Es ist fast schon „organisch“ entstanden. Es gab keinen genauen Plan, ich habe permanent überlegt, welche Form/Farbe jetzt gut dazu passen könnte. Das war ein sehr schöner Prozess. Es ist eine Mischung gewesen aus einem spielerischen „wilderen“ malen und hat trotzdem eine gewisse Form/Struktur bekommen durch die Vorgabe des Körpers, des Gesichts und der Tasse. Meiner Meinung nach genau die richtige Mischung von allem. Oft gab es unterschiede bei den Qualitäten der Acrylfarben, da musste ich spontan etwas neues Mischen, da die Farbe zu dünnflüssig war und nicht genügend Deckkraft hatte. Ich empfehle ein paar teurere Mischfarben zuhause zu haben, denn so kann man die nicht so deckenden Farben auch noch verwenden. (zB.: die Farbe Weiß) Durch das viele Malen, bin ich für mich drauf gekommen, dass ich unbedingt öfter malen sollte, denn es macht einen großen Spaß und ich kann mich dabei gut entspannen.
DURCH DIE BLUME 64 ALEXANDRA MANN DURCH DIE BLUME Für mein Abschlussprojekt habe ich mich dazu entschieden, Blumen aus Krepppapier herzustellen. Blumen stehen für mich in mehreren Aspekten mit Augenblicken in Verbindung. Zum einen sind Blumen wie Augenblicke vergänglich – an einem Tag in voller Blüte, am anderen vergangen. Zum anderen haben Blumen verschiedene Bedeutungen, wie auch die Augenblicke im Leben eines Menschen. Hinzu kommt, dass mich Blumen seit meiner Kindheit faszinieren sowie begleiten und ich selbst gerne Blumen anpflanze. Meine Intention war es daher, verschiedene Blumen aus Krepppapier als Symbolik für Augenblicke und geliebte Menschen, mit denen ich diese verbracht habe, herzustellen. Diese Blumen bleiben bestehen und verwelken nicht, genauso wie die Erinnerungen. Neben Floristenkrepp (= fester als gewöhnliches Krepppapier) in verschiedenen Farben habe ich für jede Blume grünes Floristenband, Steckdraht und Heißkleber verwendet. Die Schnittteile und Ausführungen
Mein persönliches Highlight war, als ich die fertigen Blumen der Reihe nach in die Glasflaschen gesteckt habe und sich ein Gesamtbild ergab. für die verschiedenen Pflanzen habe ich aus Büchern oder Blogs gesammelt und je nachdem angepasst, um sie möglichst naturgetreu zu gestalten. Damit dies gelingt, habe ich mich zwischendurch immer wieder mit dem Aufbau der unterschiedlichen Blumenarten beschäftigt. Der Herstellungsprozess der Blumen unterschied sich einmal mehr und einmal weniger, wobei jedoch eine gewisse Reihenfolge bzw. bestimmte Schritte stets vorhanden waren - beispielsweise das Ausschneiden der Teile aus Krepppapier, das Umwickeln des Steckdrahts mit Floristenband oder das Formen und Ankleben der Blütenblätter. In Summe erforderte der Prozess ziemlich viel Geduld, Konzentration, Fingerspitzengefühl und Zeit. Im Laufe meines Abschlussprojektes habe ich 27 Blumen bzw. 10 verschiedene Blumenarten hergestellt. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, welche Blumen ich für welche Menschen/Augenblicke wähle und ebenso, welche Farbe ich mit ihnen verbinde. Weiters habe ich mich auf die Suche nach dazu passenden Fotos begeben. Pinke Tulpen verbinde ich stark mit meiner Mama, da dies ihre Lieblingsblumen sind und unter anderem Zuneigung sowie Liebe symbolisieren. Außerdem hatte sie mir frische Tulpen zu meinem Umzug nach Wien geschenkt, einem bedeutsamen Augenblick in meinem Leben. Orange Lilien hingegen bedeuten Energie und Optimismus, weshalb ich sie für meinen Papa ausgewählt habe, da diese für ihn und viele Augenblicke mit ihm charakteristisch sind. Für meine Geschwister haben sich gelbe Blumen ergeben. Wenn ich an bestimmte Augenblicke mit meinem Bruder zurückdenke, verspüre ich vor allem ein Gefühl der Wärme und Fröhlichkeit, wofür auch die Sonnenblume steht. Die Narzisse verbildlicht für mich Lebendigkeit, Frische und dahingehend das „im Augenblick sein“ mit meiner Schwester, als wir beispielsweise Lieder wie „I like the flowers, I like the daffodils…“ gesungen haben. Die Blume, welche für Augenblicke mit meinem Opa steht, war auch sofort klar. Schon seit ich geboren bin, zeigt er mir jedes Frühjahr freudig die Krokusse, welche in seinem Garten wachsen. Auch meiner Oma habe ich einen Frühblüher gewidmet, das Schneeglöckchen. Es erinnert mich an jene Schneetage mit ihr, an denen wir gemeinsam Schlittenfahren gingen und noch in Erinnerungen 65 daran schwelgten, als der Schnee weniger wurde und die Schneeglöckchen blühten. Margeriten verbinde ich mit meiner Tante, da wir früher oft Wildblumensträuße gepflückt haben und ich den Augenblick geliebt habe, als ich den Blumenstrauß schließlich jemanden zeigen konnte. Für meinen Onkel habe ich Hortensien gewählt, da sie dann blühen, wenn wir unseren gemeinsamen Geburtstag feierten bzw. feiern. Weiße Pfingstrosen sind wiederum meine Lieblingsblumen und symbolisieren für mich dahingehend die Freundschaft mit meinen Freundinnen, mit welchen ich bereits einige bedeutsame Augenblicke erlebt habe. Meinem Freund widme ich die hellrosa Dahlie, da sie in der Sprache der Blumen so viel wie „Für immer dein“ bedeutet und aus einer Ansammlung kleiner Blütenblätter besteht, welche gemeinsam ein schönes Ganzes bilden. Abschließend kann ich sagen, dass mir das Projekt viel Freude bereitet hat und ich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Prozesses, dem Endergebnis und den gesammelten Erfahrungen bin. Durch die Blume gesagt: Schön war's!
TILLIT 66 HÜLYA GÜNVAR TILLIT Ich nenne mein Projekt "Tillit". Es ist der norwegische Begriff für Vertrauen und signalisiert vor allem das Vertrauen im Zusammenhang mit dem Glauben, der Zuversicht und der Hoffnung, die man in sein Leben setzt. Die Hoffnung, die einen trotz der sämtlichen Schwierigkeiten und Schattenseiten, die hellen Seiten, das Licht und Glück sehen lässt. Das Glauben an die eigenen Fähigkeiten, das Glauben an den eigenen Körper und letztendlich das Glauben, das einen am Leben lässt. Ich finde, dass dieses kurze Wort so vieles gleichzeitig ausdrückt und dies so gut macht, dass es genügend ist all diese komplizierten Ansichten und Gefühle unter einen Hut zu bekommen. Zudem habe ich Norwegen schon seit meiner Kindheit immer mit Hoffnung verbunden, weil mich die Sprache dieses Ortes und die unfassbaren Polarlichter, die dort hin und wieder zu beobachten sind, sehr fasziniert haben und mich einfach glücklich machten. Als ich letztens ganz zufälligerweise durch meine Tochter auf diesen Begriff gestoßen bin, war ich
Mein persönliches Highlight dieses Projekts war das wieder ins Leben Rufen der einzelnen Ereignisse, es war schön sich wieder an diese Augenblicke zu erinnern und dies obwohl manche davon sogar sehr schmerzhaft waren. Zudem wollte ich zwei spezifische Erinnerrungen ohnehin in irgendeiner besonderen und außergewöhnlichen Art festhalten, mit dieser Arbeit ist mir auch dies gleich gelungen. so glücklich endlich einen Titel für mein Projekt, an dem ich so lange mit so viel Emotion gearbeitet habe, gefunden zu haben. Zudem hätte er perfekter gar nicht sein können. Nun möchte ich auch noch erklären, warum denn der Titel meines Projektes aus meiner Sicht so gut zu meinem Projekt passt. Mein Projekt besteht aus zwei Leinwänden, einer weißen und einer schwarzen Leinwand. Auf diese Leinwände habe ich jeweils eine sogenannte Lebensspirale gestickt. Während die weiße Leinwand Erlebnisse und Ereignisse darstellt, an die ich mich gerne erinnere und die, die einen großen, positiven Einfluss auf mein Leben haben, stellt die schwarze Leinwand eher negative bzw. zweideutige Ereignisse dar. Ich habe die letzten Wochen damit verbracht die wichtigsten, schönsten und schlimmsten Ereignisse meines Lebens, also in einer Hinsicht tatsächlich mein ganzes Leben in zwei Leinwänden zusammen zu fassen und sosehr mir das auch eine Freude bereitet hat und sosehr ich auch zufrieden mit dem Endergebnis bin, war dies eine ziemlich große Herausforderung. Dennoch bin ich sehr froh, dass ich diese zwei Werkstücke, die mein Leben darstellen, als mein Abschlussprojekt bezeichnen kann. Schneetage mit ihr, an denen wir gemeinsam Schlittenfahren gingen und noch in Erinnerungen daran schwelgten, als der Schnee weniger wurde und die Schneeglöckchen blühten. Margeriten verbinde ich mit meiner Tante, da wir früher oft Wildblumensträuße gepflückt haben und ich den Augenblick geliebt habe, als ich den Blumenstrauß schließlich jemanden zeigen konnte. Für meinen Onkel habe ich Hortensien gewählt, da sie dann blühen, wenn wir unseren gemeinsamen Geburtstag feierten bzw. feiern. Weiße Pfingstrosen sind wiederum meine Lieblingsblumen und symbolisieren für mich dahingehend die Freundschaft mit meinen Freundinnen, mit welchen ich bereits einige bedeutsame Augenblicke erlebt habe. Meinem Freund widme ich die hellrosa Dahlie, da sie in der Sprache der Blumen so viel wie „Für immer dein“ bedeutet und aus einer Ansammlung kleiner Blütenblätter besteht, welche gemeinsam ein schönes Ganzes bilden. Abschließend kann ich sagen, dass mir das Projekt viel Freude bereitet hat und ich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Prozesses, dem Endergebnis und den gesammelten Erfahrungen bin. Durch die Blume gesagt: Schön war's! 67
HAUBEN FÜR BEDÜRFTIGE 68 LISA SCHARZENBERGER HAUBEN FÜR BEDÜRFTIGE Armut und Obdachlosigkeit spielen heutzutage leider immer noch eine große Rolle. Der Weg in die Obdachlosigkeit passiert oft Schlag auf Schlag und kann nicht vorhergesehen werden. Die häufigsten Gründe für den Verlust der eigenen vier Wände sind nach einer Befragung in Wien: Arbeitslosigkeit, leichtsinniger Umgang mit Geld, eine Trennung oder Scheidung vom Partner/ von der Partnerin oder Probleme mit der psychischen oder physischen Gesundheit. Es gibt glücklicherweise in Österreich einige Organisationen, die Betroffene unterstützen. Eine dieser Organisationen ist „Obdach Wien“. Obdach Wien gibt Menschen ohne Obdach eine vorübergehende Unterkunft und begleitet die Menschen von der Straße bis in die eigene Wohnung. Außerdem ist es ihnen ein Anliegen, auf Augenhöhe mit ihren Nutzer:innen zu arbeiten. Sie helfen den Menschen dabei ihre Grundbedürfnisse, wie Essen, Schlafen oder
Mein persönliches Highlight war die Übergabe der Sachspende. Auch wenn es mich traurig gemacht hat, zu sehen, wie viele Leute schon alleine an diesem Standort um Hilfe suchen, habe ich mich gleichzeitig auch gefreut, dass ich wenigstens ein paar von diesen Menschen etwas Gutes tun konnte. Wäschewaschen zu decken. Sie bieten auch geflohenen Menschen ihre Unterstützung an. Obdach Wien ist ein Tochterunternehmen des Fonds Soziales Wien und setzt sich aus Sozialarbeiter:innen und gut ausgebildeten Betreuer:innen zusammen. Auch als einzelne Person kann man diese Organisation unterstützen. Neben freiwilliger Mitarbeit sind auch Sachspenden sehr gerne gesehen. Auf der Homepage ist eine Übersicht von den Dingen, welche in den Einrichtungen an den verschiedenen Standorten ganz besonders gebraucht werden. Beispiele für Sachspenden sind: Winterkleidung für Erwachsene, Geschirr, Handtücher, Hygieneartikel, Tierfutter, Rucksäcke, Sportschuhe, haltbare Lebensmittel, Lesebrillen, Zeichenutensilien, Lebensmittelgutscheine, Kinderwägen, … . Da ich ebenfalls etwas spenden und dadurch obdachlosen Menschen helfen wollte, habe ich mich im Zuge des Projekts dazu entschieden, Hauben für Bedürftige zu häkeln und zu sammeln und diese anschließend zu spenden. Ich habe für die gehäkelten Hauben Wolle benutzt, die ich zuhause gefunden habe und geschenkt bekommen habe. Ich habe eher dickere Wolle verwendet und beim Häkeln darauf geachtet, dass die Hauben so groß werden, dass sie nicht nur den oberen Kopf bedecken, sondern auch über die Ohren gehen. Das war meine erste größere Häkelarbeit, weshalb ich am Anfang einige Schwierigkeiten hatte. Jedoch fiel es mir von Haube zu Haube immer leichter und ich bin schlussendlich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Neben den gehäkelten Mützen habe ich auch noch Hauben von meinen Freund:innen und Familienmitgliedern bekommen, die ich auch spenden konnte. Ich habe per E-Mail einen Termin vereinbart und meine Hauben zu einem Standort im 10. Wiener Gemeindebezirk gebracht. Es handelt sich hierbei um ein Tageszentrum für Frauen (mit oder ohne Kindern) – Obdach Ester. Neben den Mützen habe ich noch ein paar Zahnbürsten und Zahnpasten gespendet, die ich beim Bipa gekauft habe. Quelle: https://www.obdach.wien/p/ueber-obdach-wien (zuletzt zugegriffen am 15.1.2023) 69
AUGENBLICK DES DREHENS 70 ANNA KLEE AUGENBLICK DES DREHENS Augenblick des Drehens Ich habe mich dafür entschieden das Thema Augenblick des gemeinsamen Drehens für mein Abschlussprojekt, kreativ umzusetzen, weshalb ich mich mit einer Freundin in einem Töpferkurs angemeldet habe. Töpfern begleitet mich schon mein ganzes Leben. Es war einmal die Leidenschaft meiner Mama und mein Bruder und ich haben früher immer bei ihren Töpferkursen einfache Gefäße und Figuren töpfern dürfen. Das Abschlussprojekt war für mich die optimale Möglichkeit daran anzuknüpfen, wieder damit zu beginnen und das Drehen auf einer Töpferscheibe zu lernen, wovon ich schon lange gesprochen habe. Begonnen haben wir im Kurs mit zwei Tassen und den Grundtechniken. Nach den ersten Einheiten Drehen waren die Tassen fertig gedreht – aber wirklich zufrieden war ich damit noch nicht. Sie waren noch recht asymmetrisch,
Der Termin an dem wir das Thema verkündet bekommen haben, das Töpfern an sich und die Zeit mit Familie und Freunden waren meine Highlights des Projekts. die Dicke der Wände war nicht überall gleich und ein paar Dellen hatten sie auch. Ich kannte da aber auch noch nicht den besten, wie ich finde, Teil des Töpferns an der Scheibe – das sogenannte Abdrehen. Sobald die Gefäße etwas angetrocknet und stabiler geworden sind, dann sind sie in etwa „lederhart“ und perfekt für diesen Schritt. Man dreht ab, indem man vom Ton langsam mit speziellem Werkzeug Ton abschneidet und so Verformungen und den Boden, ausbessern kann. Ich hätte diesen Schritt ewig weiter führen können und danach war ich auch schon viel mehr von meinen Tassen überzeugt. Die fertig abgedrehten Gefäße kommen anschließend in den Brennofen, dem sogenannten Schrühbrand, werden danach noch mit Glasur angemalt oder darin eingetaucht, dann nochmal in den Ofen gegeben und sind dann auch schon fertig. Schlussendlich war ich mit den Ergebnissen schon zufrieden, aber ich muss sagen, dass die Arbeit mit Ton für mich so viel mehr ist als Produktionsarbeit. Das Arbeiten mit Ton hat mich an die Zeit früher erinnert, die vielen schönen Augenblicke meiner Kindheit und es hat mir neue schöne Momente mit einer sehr guten Freundin geschenkt und war zusätzlich auch noch sehr meditativ und beruhigend. Ich habe nach dem Kurs noch einige Male getöpfert, allein und auch in Gesellschaft meiner Mama, einer Freundin oder meinem Neffen. Ich habe auch noch weitere Techniken ausprobiert und viele schöne Momente erleben dürfen. 71
30 JAHRE IN 3 MINUTEN 72 LAURA-HELENE ALLAHYARLI 30 JAHRE IN 3 MINUTEN Am Anfang war ich mit dem Thema und dem Abschlussprojekt etwas überfordert. Mir kam nicht auf Anhieb eine Idee, und ich war mir auch sehr unsicher, wie ich es mit dem Fach Musik in Verbindung bringen sollte. Zu Beginn hatte ich mir eigentlich eine eher unterrichtsbezogene Aufgabe überlegt. Kleine Unterrichtseinheiten „Augenblicke für Musik“ für zwischendurch. Die Idee gefällt mir immer noch, aber nachdem wir unsere Besprechung in der Gruppe hatten und alle ihre Ideen vorstellten, wurde ich immer unzufriedener mit meiner Idee. Es ist wahrscheinlich die letzte Möglichkeit, sich im Rahmen des Studiums mit Musik so frei zu befassen. Also warum nicht auch mal etwas wagen und ausprobieren? So entschied ich mich dann doch, meine Idee komplett zu verwerfen und mich mit Musik bzw. Klängen zu befassen, also selbst etwas Musikalisches zu gestalten. Ja, das war leichter gesagt als getan. Welchen Augenblick? Wie kann ich diesen musikalisch festhalten? Ich habe mir Tage lang den Kopf zerbrochen und
Ich fand es schön, im Rahmen dieses Projektes die vielen schönen Augenblicke, die ich bisher erlebt habe, mir wieder in Erinnerung zu rufen und auf eine neue Art und Weise zu entdecken. Dinge ausprobiert, z. B. eine Melodie am Klavier gespielt und mit der Gitarre herumprobiert. Jedoch konnte mich nichts überzeugen, bzw. merkte ich, dass es mir sehr schwer viel. Eine Idee kam mir, als ich mit meiner Familie eine kleine Tanzparty in der Küche veranstaltete. Diesen Augenblick fand ich so schön und befreiend. Ich machte mir Gedanken. Wie werden Augenblicke denn typischerweise festgehalten? Normalerweise macht man Fotos von Augenblicken, die wir so als Erinnerung in Fotoalben dokumentieren. Doch was wäre, wenn diese Momente mit Klängen und Musik festgehalten werden könnten? Wie würden meine Erinnerungen und wichtigen Augenblicke klingen? Vom Klavier und der Gitarre kam ich somit schnell ab. Ich entschied mich, mit der Plattform Soundtrap zu arbeiten. Dort konnte ich vorhandene Loops mit verschiedenen Klängen bearbeiten und miteinander verbinden. Am Anfang machte ich mich mit dem Programm vertraut und suchte mir die ersten Loops hinaus, die die Klänge musikalisch unterstützen und das „musikalische Fotoalbum“ begleiten sollten. Danach versuchte ich die ersten Sounds bzw. Klänge zu finden. Ich fand Babyund Kindergeräusche. So kam ich auf die Idee, meine eigenen prägnantesten und wichtigsten Momente in diesem Projekt durch Klänge darzustellen. Da ein Rahmen festgelegt werden musste, kam ich zum Arbeitstitel „30 Jahre in 3 Minuten.“ Um eine Struktur hineinzubringen, erarbeitete ich mir einen Zeitstrahl und teilte wichtige Lebensabschnitte in Jahre ein, die ich mit Ereignissen, die mein Leben beeinflussten, ausfüllte. Was machte meine Schul- und Studienzeit aus? Wie kann ich die Momente wie Pubertät, Erwachsenwerden, Freundschaft, Liebe etc. mit Klängen darstellen? Die letzten fünf Jahre in Wien, wo sich die Ereignisse überschlugen, Studium, Berufseintritt, Hochzeit, eigene Familie gründen, hatten eine besondere Dynamik und waren greifbarer. Diese Dynamik sollte sich auch in der Musik widerspiegeln. Nach dem Sammeln der Klänge ordnete ich sie chronologisch und unterlegte sie mit bestimmten Melodien, welche die Augenblicke musikalisch unterstützen sollten. Mein Fazit zu diesem Projekt: Ich habe es mir tatsächlich etwas einfacher vorgestellt und war öfters drauf und dran, das Projekt hinzuschmeißen, weil ich mit den Zwischenergebnissen nicht zufrieden war. Dennoch kann ich sagen, dass ich vieles aus diesem Projekt mitnehmen konnte. Ich denke, dass das Programm auch gut in der Schule mit den Kindern genutzt werden kann. Auch die Auseinandersetzung mit Klängen fand ich äußerst spannend. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies in einem anderen Rahmen auch in einer Klasse umsetzbar ist. Auch wenn mit diesem Projekt nicht alle Augenblicke meines Lebens abgedeckt werden konnten, so gibt es doch Einblick in meine schönsten bzw. prägendsten. 73
LUME 74 NADINE SCHEDL LUME Mein Abschlussprojekt ist eine Verbindung von Musik und bildnerischer Erziehung. Beide Fächer spielen schon lange eine große Rolle in meinem Leben. Früher, in meiner Zeit im Gymnasium, besuchte ich eine Musikschwerpunktsklasse, in der alle Schüler:innen ein Instrument spielen und den Chor besuchen mussten. Zusätzlich lernten wir Musiktheorie und Noten zu lesen. Jedoch habe ich mich seit meiner Matura der Musik ein wenig abgewandt und aufgehört zu musizieren. Aus diesem Grund war es mir wichtig, einen Teil meines Abschlussprojektes mit Musik zu gestalten. Mit dem Zeichnen und Malen hingegen habe ich nie aufgehört. Fast jede freie Minute nutze ich, um zu malen, weshalb ich auch ein Kunststudium absolvieren wollte. Obwohl ich mich für einen anderen Weg entschieden habe, male ich trotzdem noch so oft wie möglich. Es wäre unmöglich für mich gewesen, dieses Projekt ohne Bezug zur Kunst abzuschließen. https://youtu.be/3TQHZ6V8cgw
Für mein Projekt habe ich eine fiktionale Band erschaffen, welche den Namen LuMe trägt. Die zwei Band Mitglieder heißen Lucina und Megan, ihre Namen leiten sich vom lateinischen Wort für Nachtigall ab „Luscinia Megarhynchos“. Lucina ist eine Nachtigall, welche das Xylophon spielt, und Megan ist eine Elster, die sich um die restlichen Perkussionsinstrumente kümmert. All ihre Instrumente bestehen aus Naturmaterialien, vor allem solchen, die sie auf ihrem liebsten Baum gefunden haben. Die beiden treffen sich jedes Mal, wenn es regnet, unter diesem Baum und musizieren gemeinsam. Dadurch möchten sie an die schönen Momente des Sonnenscheins erinnern. Ihre Band ist recht unbekannt und meistens zeigen die beiden ihre Lieder nur engen Freunden und Familienmitgliedern. Laut Megan schämen sie sich nicht für ihre Musik, sondern sind der Meinung, dass sie etwas ganz Persönliches ist, was sie lieber für sich und ihre Liebsten behalten möchten. Außerhalb der Musik treffen sich die beiden eher selten. Ihre Beziehung ist rein auf Musik aufgebaut. Sie sind vom Charakter her sehr unterschiedlich., Lucina ist eine sehr ehrliche, offene Person, und Megan hat den schälmischen Charakter einer typischen Elster. Beide haben mir ein kurzes Statement zu der Veröffentlichung ihrer Musik gegeben. Lucina sagt: „Ich freue mich, dass es nun eine Möglichkeit gibt, dass unsere Musik gehört wird. Unsere Jam-Sessions sind meist nur für uns gedacht, und wir nehmen sie auch nie auf, aber ich bin optimistisch, dass den Menschen die Musik gefallen wird!“. Megan meint: „Also, Lucina und ich spielen ja meist nur für uns selbst, aber weil du so nett gefragt hast, darfst du die Musik veröffentlichen. Aber nur dieses eine Mal.“ Die Musik habe ich an der PH mit meinem Mikrophon aufgenommen. Ich habe mir verschiedene Instrumente ausgesucht und dann improvisiert. Die Originalversion enthält sogar ein Klavier.. Für die finale Version habe ich kurze Ausschnitte aufgenommen und diese im Programm „Audacity“ zusammengeschnitten. Mit dem Programm hatte ich bereits Vorerfahrung, da ich mit einem Freundeskreis für kurze Zeit einen Podcast veröffentlicht habe. Die Zeichnungen sind alle per Hand entstanden. Ich liebe es, mit verschiedenen Medien zu zeichnen, weswegen ich meine drei liebsten für die Bilder verwendet habe. Die Autogrammkarten wurden mit Alkoholmarkern, die Charakterillustrationen mit Wasserfarben und das Albumcover mit Gouache angefertigt. Dadurch möchte ich nicht nur meine Liebe zu diesen Medien zeigen, sondern auch, wie unterschiedlich Bilder von demselben Künstler durch unterschiedliche Materialien wirken können. 75
VON AUGENBLICKEN ZU ERINNERUNGEN 76 ELENA KOLESAR VON AUGENBLICKEN ZU ERINNERUNGEN Es gibt Augenblicke im Leben, die alles verändern. Sie sind es, die uns helfen unseren Weg zu finden und uns in der richtigen Richtung voranschreiten lassen. Einige davon sind kleine Augenblicke des Glücks und andere erfordern einen größeren Kraftaufwand. Doch jeder Moment hat seine Bedeutung für unser Leben und sollte nicht leicht hingenommen werden. In diesem Sinne wollte ich mein Projekt „Von Augenblicken zu Erinnerungen“ gestalten. Als wir das Thema „Augenblick“ erfahren haben, sind mir 100 Bilder durch den Kopf gegangen. Es waren alles Momente aus meinem Leben, welche ich mit besonderen Menschen geteilt habe. Ich habe mir sofort die Frage gestellt „Welche besonderen Momente habe ich schon erlebt? Welchen Augenblick könnte ich verwenden? Welcher davon erzählt eine besonders spannende Geschichte?“ Ich wusste schnell, in welche Richtung ich gehen möchte.
Wie kann man Augenblicke am besten noch einmal durchleben? Genau. Mit Bildern oder Videos. Mir war wichtig, ein Video zu erstellen, welches deutlich macht, dass auch „kleine“ Situationen eine große Wichtigkeit haben. Es müssen nicht immer wahnsinnig tolle und aufregende Abenteuer erlebt werden. Ich habe kurze Clips und Bilder aus einigen „unspektakulären“ Augenblicken meines Lebens, zusammengeschnitten und sie zu etwas Besonderem gemacht. Mit dem Bewusstsein über die Wichtigkeit jedes Moments, sollten wir versuchen diese Erinnerungen zu bewahren. Es ist schön, an einem besonderen Ereignis festzuhalten und später wieder zu erleben. Es gibt tausend Wege, um solche Momente weiterhin in Gedanken mitzunehmen und sie als Teil unseres Lebens stets präsent zu haben. Unsere Vergangenheit prägt unsere Zukunft – deshalb sollten wir uns bemühen, mehr Augenblicke zu schaffen, die unser Leben bereichern und uns motivieren weiterzumachen. Jeder Moment wird irgendwann zur Erinnerung – denken wir also lieber glücklich als traurig an sie zurück! 77
FÜNF BILDER 78 SANDRA PISKO FÜNF BILDER, FÜNF UNVERGESSLICHE AUGENBLICKE Das Erste, was mir in den Sinn kam, als ich das Thema „der Augenblick“ hörte, waren Fotos. Fotos haben immer schon eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt. Ich liebe es in Fotoalben zu stöbern und all meine Erinnerungen Revue passieren zu lassen. Ich wusste somit, dass ich in mein Abschlussprojekt unbedingt Fotos einbauen möchte. Somit suchte ich mir fünf schöne Fotos aus meinem Leben aus, um mit ihnen zu arbeiten. Mein Ziel war es, jeden dieser Augenblicke einzeln zu verzieren und kreativ zu gestalten. Die verewigten Augenblicke bedeuten mir sehr viel, denn auf drei dieser Fotos ist meine Familie, die fester und wichtiger Bestandteil meines Lebens ist. Da es sich um mein Abschlussprojekt handelt, wollte ich unbedingt viele Techniken einsetzen, die ich während meiner Studienzeit und der Vertiefung in meinen Schwerpunkt kennenlernen durfte. Um einen schönen Abschluss meines Schwerpunktes zu finden, baute ich einige meiner liebsten Techniken ein und marmorierte, malte, druckte, klebte, färbte,
kordelte, flechtete und stickte. Zuallererst besorgte ich mir fünf Holzplatten, auf denen ich die genannten Techniken umsetzen konnte. Die einzelnen Holzplatten wurden folgendermaßen gestaltet: Holzplatte 1: Ich habe auf das Foto und auf zerknittertes Backpapier mit unterschiedlichen Farben gestickt. Holzplatte 2: Das Foto wurde inmitten einer Aquarellmalerei geklebt. Holzplatte 3: Ich marmorierte mit Acrylfarben auf die Holzplatte und klebte zuletzt einige Perlen auf. Holzplatte 4: Ich habe einen weißen Stoffzuschnitt mit der Batik-Technik gefärbt und diesen dann mit einem Handtacker auf die Holzplatte befestigt. Holzplatte 5: Auf diese Holzplatte wurden Blumen gestempelt und auf Backpapier gestickt. Außerdem habe ich mit Strickgarn geflochten, gekordelt und ein Makramee-Muster geknotet. Zuvor habe ich alle Holzplatten geschliffen und in jede jeweils vier Löcher gebohrt. An diesen habe ich im letzten Schritt die Befestigungen und Verbindungen geknotet. Et Voilà! Fertig war mein Abschlussprojekt, welches jetzt in meinem Schlafzimmer hängt und mich an die schönen Augenblicke meines Leben und meiner Studienzeit erinnert. 79
MILAS … 80 ANA BANEVSKI MILAS AUGENBLICKSAMMLUNG (MILINA ZBIRKA TRENUTAKA) Ich wusste schon vor dem Projektbeginn, dass ich ein Kinderbuch illustrieren und schreiben will. Zum Thema „Augenblick“ habe ich vor allem visuelle Inspiration gesucht, um mir das Projekt besser vorstellen zu können. Nach einer Weile entwickelte sich das Projekt immer mehr in Richtung „Erinnerungen sammeln“. Ich skizzierte einen Charakter und überlegte mir eine Geschichte. Mit der ersten Version war ich nicht zufrieden, da ich das Projekt persönlicher machen wollte. So entwickelte sich der erfundene Hauptcharakter zu einer jüngeren Version von mir. Ich dachte zurück an meine eigenen Erinnerungen und schönen Momente in meiner Kindheit. Meine Familie ist ein großer Teil dieser, deswegen sollte meine Geschichte ihnen gewidmet sein. Das Buch sollte auf Kroatisch (Text links/oben) und Deutsch (Text rechts/unten) geschrieben sein, da ich mit diesen Sprachen aufgewachsen bin. Nachdem meine Idee fixiert war, begann ich mit dem Planen der anderen Charaktere, meinen Geschwistern. Das Alter von meiner jüngeren http://anyflip.com/mnpef/hxqe/
Version war bei sieben Jahren angesetzt, zu dieser Zeit waren zwei meiner jüngeren Geschwister, Ilija (5) und Klara (2) auf der Welt. Meine anderen zwei Schwestern Eva und Marija wurden danach geboren und kommen daher nicht im Buch vor. Als Nächstes erstellte ich ein Storyboard als Übersicht der einzelnen Seiten. Danach begann ich mit den groben Skizzen und ersten Bildern. Zu dem Inhalt: Mein Name (Ana zu Mila) und der meines Bruders (Ilija zu Ivan) wurden verändert. Die Idee der Geschichte ist das der Hauptcharakter, Mila, ihre liebsten Momente als Erinnerungen sammelt, um sich später zurückerinnern zu können. Im Laufe des Buches erlebt sie schöne Augenblicke mit verschiedenen Familienmitgliedern. Am Ende des Buches hat der Leser/die Leserin die Möglichkeit, eigene Kindheitserinnerungen zu notieren. In dem Buch werden Szenen mit meiner Mutter, meinem Vater, meiner Oma, meinem Opa und meinen Geschwistern dargestellt. Ich wollte spezifische Erinnerungen mit der Weihnachtszeit verbinden und bin so auf die einzelnen Szenen gekommen. Meine Mutter hat mir immer aus einem großen dicken Märchenbuch vorgelesen. Mit meiner Oma habe ich gekocht und gebacken, vor allem in der Weihnachtszeit hat sie viel Essen vorbereitet. Mein Opa hat mich oft von der Schule abgeholt und immer meine Schultasche getragen. Sobald es geschneit hat, habe ich damals mit meinem Bruder eine Schneeballschlacht gemacht. Ich erinnere mich noch gut an die Mauern aus Schnee, welche wir als Schutz geformt haben. Der Besuch am Christkindlmarkt durfte auch nicht fehlen, da ich mit meiner Familie jedes Jahr Punsch trinken war. Mit meinem Vater haben meine Geschwister und ich den Christbaum geschmückt, während wir Weihnachtslieder sangen. Für all die schönen Erinnerungen will ich meiner Familie danken und ihnen jeweils ein gedrucktes Buch schenken. Dieses kann auf Deutsch und Kroatisch gelesen werden. 81
MY HERO ILYAS DIS 82 DANIELLA YANAR MY HERO ILYAS DIS Die Inspiration für mein Abschlussprojekt war mein Opa, der Anfang des Jahres von uns gegangen ist. Unsere Liebe zu ihm jedoch bleibt für die Ewigkeit. Mein Opa war ein sehr weiser Mann, der von Liebe und Positivität erfüllt war. Alle, die ihn kannten, konnten viel von ihm lernen. Die Traditionen, die er unserer Familie weitergegeben hat, werden uns immer an ihn erinnern und uns für immer prägen. Mein Abschlussprojekt soll die Liebe, die wir von ihm bekommen haben und die wir als Familie für ihn empfinden, widerspiegeln. Es besteht zum einen aus einem Song, den ich für meinen Opa geschrieben habe und zum anderen aus einer Fotocollage, in der eine Rose als Hauptbild erkennbar ist. Mein Opa war ein Mann, der Rosen sehr geliebt hat. Die Tatsache, dass Rosen seine Lieblingsblumen waren, stellt eine Verbindung zwischen uns her, die über den Tod hinausreicht. Ich gieße sie, sodass sie immer fortwähren können. Ich denke an die Momente, die wir gemeinsam verbracht haben und an
sein strahlendes Lächeln, mit dem er jeden Menschen um sich herum angesteckt hat. Aus diesem Grund hat die Rose bei meiner Fotocollage eine zentrale Bedeutung und soll herausstechen. Ich habe Augenblicke in Bildern festgehalten und daraus ein Erinnerungs-Memento erstellt. Augenblicke aus unserer gemeinsamen Zeit mit ihm. Augenblicke, die meiner Familie, meinen Freunden und mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Augenblicke, die sich wie Sonnenschein anfühlen, wenn ich meine Augen schließe. Mir wurde schmerzhaft bewusst, dass nichts auf ewig währt. Alles, was uns bleibt, sind Erinnerungen, an denen wir festhalten. Erinnerungen, die uns keiner nehmen kann. Er hat mir beigebracht nie die Hoffnung aufzugeben und mutig zu sein. Mut ist etwas sehr Wichtiges, um im Leben voranzukommen. Er hilft uns dabei Neues auszuprobieren und sich dabei weiterzuentwickeln, offener zu sein und zu sich zu stehen. In Augenblicken, in denen ich mich ängstlich und nicht furchtlos fühle, versuche ich mir Mut zuzusprechen, weil das mein Opa auch so getan hätte. Seine Worte leben in mir weiter. Sein Vermächtnis ist unvergänglich. Unglücklicherweise kann kein Bild oder Song die Bedeutung und die Größe seines Vermächtnisses erfassen. Aber ich habe dennoch den Versuch unternommen, die Tragweite der Bedeutung meines Opas für mich in diesem Projekt zur Schau zu stellen. Zu den zahlreichen Tugenden, zu denen mein Opa uns erzogen hat, zählt auch Dankbarkeit. Dankbarkeit hilft uns zu erkennen, dass jeder Tag kostbar und ein Geschenk ist. Wann unsere Tage gezählt sind, kann vorherbestimmt sein oder auch nicht. Der Tod kommt oft plötzlich, aber die Augenblicke, die ein Leben ausmachen, kann selbst der Tod nicht nehmen. In Momenten der Krankheit schätzt man die Gesundheit umso mehr, doch das Leben sollte auch wertgeschätzt werden während der Abwesenheit von Schmerz und Leid. Wir Menschen müssen lernen mit den Kleinigkeiten im Leben zufrieden und dankbar zu sein. Die Dankbarkeit hilft uns eine positive Haltung auf das Leben zu haben. Optimistisches Denken fördert positive Emotionen. Dadurch erreichen wir, dass wir auch in negativen Situationen stets einen kühlen Kopf bewahren und nach einer Lösung suchen. Das trägt zu einer körperlichen und geistigen Gesundheit bei und unsere Ausstrahlung ändert sich enorm. Wenn wir einsehen, dass wir von jedem negativen Augenblick und jeder negativen Situation etwas lernen und daran wachsen können, fangen wir an jeden auch noch so kurzen oder unbedeutenden Augenblick wertzuschätzen. Dann macht uns auch der Tod nicht mehr so viel Angst. 83 Mein Highligh: Mein Opa<3 Die Zusammenarbeit mit Jonathan. Die Unterstützung und Wertschätzung von der Frau Professor Pühringer, meiner Familie und meinen KollegInnen.
POP UP 84 EDITA HANI POP UP - BUCH ÜBER MEINE BESTE FREUNDIN Schon bevor das Thema angekündigt wurde, war ich entschlossen ein Pop Up Buch zu machen. Die Auswahl verschiedener Falttechniken und Papierkonstruktionen beeindrucken mich sehr und die „herausspringenden“ Elemente finde ich unglaublich spannend. Natürlich bot sich das Thema „Augenblick“ wundervoll dafür an. Als eine optimistische (und ständig romantisierende) Person verbinde ich mit dem Begriff Augenblick, schöne Erinnerungen aus der Vergangenheit. Wenn es eine Person gibt, die in der Vergangenheit einige der schönsten Augenblicke meines Lebens beeinflusst hat, dann ist das meine beste Freundin Safira. Jeder Augenblick mit Safira ist für mich kostbar und erfüllt mich mit einer Freude, wie bei niemanden anderen. Es sind verschiedene Dinge, die sie und ihre Persönlichkeit
ausmachen und die für einige der tollsten gemeinsamen Augenblicke sorgten. Im Pop up- Buch wird auf jeder Doppelseite ein anderer Aspekt ihrer wundervollen Persönlichkeit dargestellt. Passend zu den Themen überlegte ich mir wie ich diesen Aspekt darstellen könnte. Danach suchte ich online nach passenden Pop-up Konstruktionen. Dann ging es daran alle Seiten konkret zu planen und zu erstellen. Für den Buchumschlag verwendete ich ein altes Buch, welche die genauen Maße und Seitenanzahl hatte. Familie: Familie ist mir und Safira sehr wichtig. Unsere Familien sind eng verbunden und Safira ist als Teil meiner Familie bei allen wichtigen Meilensteinen der Familie dabei. Österreich-Brasilien: Ich glaube, dass diese Kombination Safiras Persönlichkeit so spannend macht. Gleichzeitig versteht sie durch den brasilianischen Teil ihrer Persönlichkeit den albanischen Teil meiner Persönlichkeit sehr gut. Sprachen: Es gibt nichts, dass mich in meinem Leben mehr zum Lachen gebracht hat als Safiras Fähigkeit Sprachen, Menschen und Geräusche nachzusprechen und zu imitieren. Singen: Das Singen ist etwas was Safira schon machte, bevor sie überhaupt richtig sprechen konnte. Gleichzeitig empfinde ich sie beim Singen wie ein ganz anderer Mensch – ich empfinde sie sehr zufrieden. Musik: Natürlich spielt Musik daher auch eine große Rolle in ihrem Leben. Als Kinder hörten wir dieselbe Musik und verehrten dieselben Musiker*innen. Im Laufe des Erwachsenwerdens haben sich unsere Geschmäcker weiter entwickelt. Nun spielen wir uns gegenseitig unsere Lieblingssongs ab, gehen gemeinsam tanzen und besuchen zusammen Konzerte. Reisen: Durch Safira habe ich Gefallen am Reisen empfunden. Gleichzeitig verbinde ich mit dem Reisen auch Safiras Weltoffenheit. Erst durch sie lernte ich offen und abenteuerlustig zu sein. Oldtimer, Vintage: Wir beide haben eine Faszination für Vintage Sachen. Seltsamerweise verbinde ich diesen Aspekt über Safira mit ihrer österreichischen Seite. Ihr österreichischer Vater sammelt Oldtimer und ihre Großeltern haben eine Oldtimer Modellautosammlung, welche sie sehr bewundert. Einer der schönsten Augenblicke mit Safira war in einem der Oldtimer an einem sonnigen, warmen Herbsttag durch ihre ruhige Nachbarschaft zu fahren. Kreativität: Wir bewundern einander für unsere Kreativität, inspirieren einander und teilen sie miteinander. Kinder: Ihr großes Herz strahlt nicht nur im Alltag, sondern besonders im Umgang mit Kindern. Es ist ihr ein großes Anliegen Kinder zu beschützen und sie glücklich zu wissen. 85 Besonders spannend fand ich es an den Pop up Elementen zu arbeiten. Eine detaillierte Anleitung und genaues Arbeiten reichten allein nicht aus. Es gab so viele Dinge zu beachten und es war wichtig immer wieder etwas anzupassen, zu bearbeiten oder anders zu versuchen. Das Gefühl wenn eine Konstruktion dann endlich klappte war für mich immer wieder ein Highlight.
AUGENBLICKE SCHAFFEN 86 SANJA PETRONIJEVIC "AUGENBLICKE SCHAFFEN" - EIN BODENKISSEN ZUM ENTSPANNEN, LESEN, MEDITIEREN Unser Abschlussprojektthema „Augenblicke“ ist gleichzeitig auch ein Thema, über das ich mir privat sehr viele Gedanken mache, und zwar – im Moment zu sein. Immer bekommt man gehört, man soll den Augenblick im Hier und Jetzt genießen und leben. Leider wird es von den wenigsten umgesetzt. Es gibt mittlerweile zahlreiche Achtsamkeitsübungen, die sehr einfach im Alltag integriert werden können, man muss aber dafür – achtsamer – werden. Das Gefühl im Hier und Jetzt zu leben und den heutigen Tag wirklich gelebt zu haben, kommt mit den kleinen Gesten. Ich finde, man sollte sich nicht nur als Lehrperson mit diesen Dingen befassen, weil es die Lebensqualität eines jeden Menschen verbessert und Sorgen oder Probleme verdrängen lässt. Wie bereits erwähnt finde ich dieses Thema sehr spannend und versuche es tagtäglich zu leben. Ebenso möchte ich in meiner
zukünftigen Schulklasse diese Werte weitergeben und vorleben. Mir wäre es als Lehrperson wichtig, den Kindern einen Ort anzubieten, wo sie diese Augenblicke schaffen können. Da ich ein sehr visueller Mensch bin hatte ich als erstes ein Bild einer gemütliche Lese/Ruhezone vor Augen. Nach längerem Suchen habe ich die für mich perfekte Lösung gefunden alle meine Ideen in ein Projekt zu stecken. Mein Bodenkissen soll den Kindern die Möglichkeit bieten, sich zurückziehen zu können, sich zu entspannen oder sogar mit einem Freund oder einer Freundin seine/ihre Zeit zu teilen. Ich persönlich kann am besten „im Augenblick sein“, wenn ich meditiere oder kreativ arbeite. Mein Kissen soll dafür verwendet werden, wozu es gebraucht wird (z. B. liegen, lesen, meditieren, zeichnen). Da ich seit neuestem das Nähen für mich entdeckt habe, bestellte ich mir eine neue Nähmaschine, welche ich gleich für mein erstes Projekt einsetzen konnte. Mir war schnell klar, dass ich mein Kissen in einem Patchwork Muster machen wollte, weil ich den nachhaltigen Vorteil darin sehe und viele Stoffe von zuhause verwenden konnte. Die „Bubble Quilt Technik“ war etwas Neues, was ich ausprobieren wollte und auch sehr gut funktionierte. Dabei werden die Stoffrechtecke links auf links zusammengenäht und mit einer Kissenfüllung ausgestopft. Wichtig: die vorderen Rechtecke müssten ca. 1-1,5cm größer sein als die hinteren. Beim Zusammennähen wird dann ungefähr mittig der vordere Stoffteil umgeklappt, so dass sie beiden bis zum Ende wieder gleichlang sind. Diesen Vorgang macht man dann auf jeder Seite. Meine ersten Schritte waren die Stoffe zurechtzuschneiden und so aufzulegen, wie ich sie später als Kissen haben wollte. Die Maße meiner vorderen Rechtecke sind: 17,5cmx16cm und die hinteren Rechtecke: 15,5cmx14cm Im zweiten Schritt habe ich die erste Reihe zusammengenäht und ausgestopft, um zu sehen, wie das Ganze aussieht. Mir fiel schnell auf, dass sich das Kissen deutlich „verkleinerte“, da es sich beim Nähen und Füllen aufpolsterte. Somit entschied ich mich meine Reihe um ein Rechteck zu erweitern und 2 Reihen dazuzugeben, um mein gewünschtes Ergebnis zu bekommen. Also hatte ich jetzt in einer Reihe 5 Rechtecke je 7 Reihen. Das machte also 35 Pölsterchen aus. Im nächsten Schritt habe ich zuerst alle Stoffrechtecke in der Bubble Quilt Technik zusammengenäht und dann die einzelnen Stücke zu einer Reihe zusammengefügt, bis zur 7. Reihe. Danach stopfte ich die einzelnen „Pölsterchen“ mit einer Kissenfüllung, welche ich Zuhause liegen hatte, aus. Der schwierige Teil war diese gefüllten Stücke zu schließen und auf der Nähmaschine zusammenzunähen. Diesen 87 Besonders spannend fand ich es an den Pop up Elementen zu arbeiten. Eine detaillierte Anleitung und genaues Arbeiten reichten allein nicht aus. Es gab so viele Dinge zu beachten und es war wichtig immer wieder etwas anzupassen, zu bearbeiten oder anders zu versuchen. Das Gefühl wenn eine Konstruktion dann endlich klappte war für mich immer wieder ein Highlight. Vorgang machte ich wieder mit jeder Reihe, bis zum letzten Stück. Jetzt, wo alle Reihen befüllt waren, musste man „nur“ noch jede Reihe miteinander vernähen, damit es ein ganzes Kissen wird. Das war dann leider zu viel für mein Anfänger Können an der Nähmaschine. Man muss sich vorstellen, dass es eine große Challenge war die zwei gepolsterten Stoffe rechts auf rechts zu halten (was deutlich viel zu hoch war) und diese gerade zu nähen. Leider verrutschte der Stoff immer wieder und in mir kam viel Verzweiflung hoch. Deshalb entschied ich mich zu guter Letzt die Reihen mit der Hand zu nähen. Dies fiel mir tatsächlich leichter und ich konnte den Prozess wieder mehr genießen. Nun wurden auch die einzelnen Reihen zu einem großen Ganzen. Im letzten Schritt schnitt ich mir ein Stück von meinem weichen Fleece Stoff runter, was für die Rückseite des Kissens gedacht war. Rechts auf Rechts steckte ich den Stoff an die Kanten des Kissens und nähte diese ebenfalls mit der Hand. Eine kleine Wendeöffnung ließ ich unten offen, um das Kissen dort wenden zu können. Zuletzt wurde diese auch vernäht und fertig war mein Projekt! Ich bin sehr froh, mich über dieses Werkstück getraut zu haben und, dass mir letztendlich auch gut gelungen ist. Da ich im nächsten Schuljahr eine erste Klasse übernehme, wird dieses Kissen bald in Einsatz kommen und hoffentlich seinen Zweck erfüllen.
DIE SCHÖNHEIT DES AUGENBLICKES 88 PATRICIA-ANGELA LODJN DIE SCHÖNHEIT DES AUGENBLICKES Eine meiner ehemaligen Klassenkolleginnen hatte eine Gabe, welche nur eine Frau haben kann. Sie betrat einen Raum und zog alle Blicke auf sich. Viele bezeichneten sie als „Erscheinung“. Mit Sicherheit lag das unter anderem an ihrem Aussehen, aber es war viel mehr als das. Sie benötigte lediglich einen kurzen Augenblick, um die Herzen für sich zu gewinnen. Als das Projektthema verkündet wurde, musste ich sofort an sie denken. Meine Umsetzung, ein Abendkleid, soll die Schönheit dieses Augenblickes und die der Frau widerspiegeln. Zunächst habe ich meine Ideen skizziert und mir einige Gedanken zu dem bevorstehenden Schnittmuster gemacht. Das Kleid sollte zeitlos, aber auch außergewöhnlich sein. Es sollte ein Hingucker sein, aber vor allem die Schönheit der Frau unterstreichen, ohne diese selbst in den Hintergrund zu drängen. Es ging mir vorrangig darum, ein Kleid zu kreieren, welches der Trägerin Selbstbewusstsein verleiht. Meine Kreation soll die Schönheit des Augenblickes festhalten.
Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich noch nie ein solch komplexes Muster gezeichnet und mir war klar, dass ich hierfür einige Anläufe brauchen werde. Ich nahm die Maße und zeichnete drauf los. Einige Teile änderte ich bis zu sieben mal, andere zerriss ich aus Frustration und zeichnete sie erneut. Es schien mir, als würden die einzelnen Teile meines Schnittmusters zu jeweils anderen Kleidungsstücken gehören. Nichts passte so recht zusammen, doch ich ließ mich von meinem Vorhaben nicht abbringen. Als ich schließlich einigermaßen zufrieden war, beschloss ich, einen Prototyp aus Stoffresten herzustellen. Zum Glück tat ich das, denn bei der ersten Anprobe stellte ich fest, dass mein Rückenteil fünf Zentimeter zu schmal war und das vordere Schulterteil zur Gänze geändert werden musste. Ich überarbeitete mein Schnittmuster also erneut, bis ich schlussendlich zufrieden war. An dieser Stelle musste ich das Kleid für einige Tage zur Seite legen. Ich nutzte diese Zeit, um nach einem Stoff zu suchen, welcher der Farbe meiner Zeichnung entsprach. Glücklicherweise wurde ich fündig. Ich übertrug das Schnittmuster auf diesen und setzte mich hinter meine Nähmaschine, wie ich es schon mit zwölf Jahren tat. Damals lernte mir meine Mutter das Schneidern, indem ich stundenlang neben ihr stand und neugierig zusah. Möglicherweise war es auch das Kind in mir, das sich freute, als das Kleid bei der finalen Anprobe nun passte und auch das vordere Schulterteil seinen Platz fand. Ich stand einige Augenblicke lang da und verstand, dass mein Kleid genau meiner Interpretation des Projektthemas entsprach. Für mich fing ich die Schönheit des Augenblickes ein. 89 Highlight: Der Moment der letzten Anprobe. In diesem Augenblick stellte ich fest, dass meine Idee nicht länger nur eine Skizze war.
THE PRESENT 90 MELANIE TAWFIK THE PRESENT Mein erster Gedanke zum Thema „Augenblick“ war das Hier und Jetzt – die Gegenwart. Der gegenwärtige Augenblick ist der kostbarste Besitz, den wir haben und gleichzeitig, der schnellste den wir verlieren können. Oft verlieren wir uns in Erinnerungen an die Vergangenheit, indem wir alte Zeiten vermissen oder uns mit Dingen beschäftigen, die wir bereuen (nicht) gemacht zu haben. Auch sorgen wir uns lange über die Zukunft, sodass sogar Ängste entstehen. Doch was wir währenddessen vergessen, ist es, in der Gegenwart zu leben und den Augenblick zu genießen. Je länger ich mir darüber Gedanken machte, desto mehr realisierte ich, wieviel man von der Gegenwart – vom eigentlichen Leben – verpasst, indem man sich zu sehr damit beschäftigt, was war und was sein wird. Doch wieso beschäftigen wir uns nicht mit dem Hier und Jetzt – mit dem Augenblick? Mit diesen Gedanken habe ich mein Projekt begonnen. Ich entschied mich für ein StopMotion-Video, in dem es um die Vergangenheit, die Zukunft und die Gegenwart geht. Es sollte
die Wichtigkeit der Gegenwart und des bewussten Erlebens des Augenblicks betonen. Ich habe mich dazu entschieden, die Figuren und Motive zu zeichnen und anschließend mit Buntstiften zu malen. Bei den Menschen habe ich verschiedene Augenbrauenformen und Mundformen gezeichnet, damit verschiedene Emotionen erkennbar werden. Außerdem habe ich auch geschlossene Augen gezeichnet, sodass das Blinzeln möglich wird. Das Video beginnt mit Buchstaben, die das Wort ,,the present" bilden. Anschießend verschwinden die Wörter von beiden Seiten - das soll die Dominanz der Vergangenheit (links) und der Zukunft (rechts) ausdrücken. Nun erscheint eine Frau, die in Erinnerungen an die Vergangenheit versunken ist und alte Fotos mit sehnsüchtigem Blick betrachtet. Anschließend sieht man einen Mann, der sich in Sorgen und Ängsten über die Zukunft quält, während er in seinen Kalender blickt und Pläne für die Zukunft macht. Dann erscheinen zwei Augen und es wird an den Augenblick - die vergessene Gegenwart – erinnert . Der Augenblick wird als Ort, an dem wir die kleinen Dinge des Lebens schätzen können, beschrieben. Als Beispiele kommem der Kaffee am Morgen und der Sonnenuntergang vor. Der Augenblick wird aber auch als Ort, an dem wir uns mit unseren Liebsten verbinden können und mit ihnen Erinnerungen schaffen können gezeigt. Dies wird im Video als Umarmung, als Lachen, als ein gemeinsames Abenteuer und als gemeinsame Zeit ohne Smartphone dargestellt. Das Video endet mit einem Zitat von Master Oogway aus dem Film „Kung Fu Panda“: „Yesterday is history, tomorrow is a mystery. But today is a gift; that is why it is called the present.“ 91 https://youtu.be/mlDEk4GQbpU
MUSIKALISCHE MOMENTE 92 JONATHAN NEUBER MUSIKALISCHE MOMENTE Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges – all das sind Momente, Momente welche von Gedanken, Gefühlen und Emotionen geprägt sind. Schlussendlich ist es dieser persönliche Zugang, welcher diese Momente zu „Augenblicken“ macht. Um nun von diesen Augenblicken zu erzählen und für andere begreifbar zu machen, fasst man diese Eindrücke in Worte. Diese Worte werden aneinandergereiht, es entstehen Sätze. Anschließend werden die Sätze zusammengefügt, und es entstehen Geschichten. Geschichten, welche die Gedanken, Gefühle und Emotionen eines Menschen widerspiegeln. Nun gibt es jedoch einige Hindernisse, wie, dass es, bei Weitem nicht genügend Begriffe in einer Sprache gibt, um all diese Sinneseindrücke in Worte zu fassen. Außerdem sprechen nicht alle Menschen die gleiche Sprache. Hier kommt nun die Musik zum Einsatz. Die Musik ist eine Allerweltsprache, unabhängig davon, ob jemand nun Deutsch, Englisch, Spanisch oder eine ganz andere Sprache spricht. Die Musik selbst legt sich nicht auf einen Sprachstamm https://www.youtube.com/playlist? list=PLrYj0loAcomUQgLacU8JNaysPgaBinDyh
fest. Mithilfe der Musik kann man Emotionen, Gefühle und Gedanken begreifbar machen, ohne sich auf Worte reduzieren zu müssen. Bei meinem Abschlussprojekt möchte ich mit meinen eigenen Klavierkompositionen die zuhörenden Menschen auf eine Reise mitnehmen, welche persönliche Momente und Augenblicke beinhaltet. Da nun jedoch auch Emotionen von jedem anders empfunden, interpretiert und ausgedrückt werden, lade ich die zuhörenden Menschen ein, in meine Welt der Musik abzutauchen, sich fallen zu lassen, sich den Emotionen und Gefühlen hinzugeben und schlichtweg einfach die Augenblicke und Momente von Vergangenem, Gegenwärtigen und von Zukünftigen auf sich wirken zu lassen. Mit diesen musikalischen Augenblicken möchte ich Gefühle vermitteln, welche keiner Worte bedürfen, um diese zu begreifen. Ventus Veris - Der Frühlingswind Bei meinem Stück „Ventus veris“ geht es um meine persönliche Entwicklung als Mensch. Es umschreibt die Emotionen, welche ich empfunden habe, als ich mich aktiv mit mir selbst und meinen Gedanken und Gefühlen auseinandergesetzt habe, um mental zu wachsen. Ich habe den Titel „Ventus veris“, der übersetzt „Der Frühlingswind“ bedeutet, gewählt, da der Frühling oft als Anfang oder Beginn von Etwas dargestellt wird. Jedoch kann es keinen Frühling ohne Winter geben und mein metaphorischer Winter war es, mich als Person zu hinterfragen und die grundlegendsten Dinge, wie beispielsweise „Wer bin ich als Mensch?“, zu klären. Als ich dies schlussendlich herausgefunden habe, konnte ich in meine Metapher des Frühlings schlüpfen und meine Reise fortsetzen, denn mit den Jahren, welche vergehen, wächst man an sich selbst. Der Wind des Frühlings trägt nun die Melodie der Veränderung mit sich. Wichtig zu erwähnen ist, dass sich die Grundmelodie, welche das Stück begleitet, im Kern nicht verändert, sondern variiert wird. Auch ein Mensch muss sich demnach nicht komplett verändern, um zu seinem Selbst zu finden. In momento - Im Moment Die Eigenkomposition „In momento“, lädt dazu ein, den Moment und den Augenblick zu sehen und wahrzunehmen. Das Stück spiegelt auf musikalischer Ebene meine Gedanken, in Bezug auf das Leben, wider, vor allem wenn man auf die Wahrnehmung und Kontrolle, über die ein Mensch verfügt, eingeht. Das Einzige, was man bewusst steuern kann, sind die eigenen Reaktionen auf die verschiedensten Ereignisse. Man kann weder andere noch deren Handeln kontrollieren, ebenso kann man nicht kontrollieren, was mit dem eigenen physischen Körper geschieht. Diese Erkenntnis, dass der Mensch dem Leben mit so einer Ohnmacht ausgeliefert ist, kann ein wenig furchteinflößend sein. Doch ruft man sich in sein Bewusstsein, dass man seine eigenen Gedanken bewusst steuern und kontrollieren kann, so gibt es dem Leben ein wenig Leichtigkeit. Die Leichtigkeit des aktiven Bewusstseins, im Moment und im Augenblick zu leben. 93 Hey! Ich heiße Jonathan, bin 22 Jahre alt und mein Herz schlägt für die Musik. Ganz egal, ob ich diese höre, selbst am Klavier spiele oder auch selbst Musik schreibe - sie ist ein großer Teil von mir. Die Musik ist für mich eine Sprache, mit der man ohne Worte Gefühle zum Ausdruck bringen und Menschen damit im Herzen berühren kann. Am besten gefiel es mir mich aktiv mit dem Schreiben von Musik und meinen Emotionen auseinanderzusetzen. So konnte ich für mich selbst kleine Augenblicke, neben diesem großen Projekt, kreieren.
MULTIFUNKTIONSHOCKER 94 IRIS WONSCH MULTIFUNKTIONSHOCKER - EIN HOCKER FÜR AUGENBLICKE Für mein Abschlussprojekt wollte ich von Beginn an ein Werkstück erstellen, welches multifunktional eingesetzt werden kann. Da ich jedoch noch keine konkreten Vorstellungen hatte, ließ ich mich in der Werkstatt an der Pädagogischen Hochschule von vorhandenen Materialien inspirieren und stieß dabei auf eine leere Kabeltrommel. Die ursprüngliche Überlegung war hierbei, dass die Kabeltrommel als Hocker umfunktioniert wird, welcher auch als Spieltisch genutzt werden kann. Hierbei gefiel mir die Idee, den Hocker in der Klasse als Sitzmöglichkeit zu nutzen und gleichzeitig für die Schüler*innen ein Spielfeld zur Verfügung zu stellen. In den ersten Schritten des Projektes erstellte ich Handskizze des geplanten Hockers. Hierbei wurde das angedachte Spielfeld bereits berücksichtigt. Da im Laufe des Prozesses die Erstellung eines stabilen und vollintegrierten Spielfeldes nicht wie ursprünglich realisierbar war, musste ich während des Prozesses noch eine Modifizierung vornehmen. Dabei wurde
für die Sitzfläche ein Außenring angefertigt, welcher als Begrenzung und Rahmen für das Spielfeld und den Hockerpolster fungieren soll. Der Ring wurde dabei mittels Stichsäge ausgesägt und im Anschluss mit Schleifpapier nachbehandelt. Der fertige Begrenzungsring wurde dann mittels Holzleim auf der Sitzfläche fixiert. Für das Spielfeld wurde aus zwei Sperrholzplatten eine Scheibe erstellt, welche auch mit der Stichsäge zugesägt und genau an den Begrenzungsring angepasst wurde. Für die Flexibilität wurden an dem Hocker Lenkrollen für Möbel, welche für den Innenbereich geeignet sind, angebracht. In einem der letzten Prozessschritte wurde meine Idee, auf die Holzscheibe direkt die Spielfelder zu bemalen, von mir verworfen, da mir der Gedanke nicht gefiel, dass die Holzscheibe dadurch nicht mehr veränderbar sei. Für das Spielfeld wurde dann aus Papier Spielfelder für zwei verschiedene Strategiespiele erstellt. Diese wurden dann, um die Haltbarkeit zu maximieren, mit Laminierfolie laminiert. Das Spielfeld ist dabei leicht austauschbar und kann unter dem Sitzpolster gelagert werden. Darüber hinaus können sehr einfach weitere Spielfelder für den Hocker erstellt werden. Mein Abschlussprojekt kann dabei in dreifacher Art und Weise genutzt werden: 1.) Hocker (Sitzmöglichkeit) 2.) Spieltisch (Spielmöglichkeit) 3.) Beistelltisch (Ablagemöglichkeit) Mein Abschlussprojekt umfasste von der Planung bis zur Finalisierung mehrere Prozessschritte, welche dabei hauptsächlich Fertigkeiten der Fächer Technisches-, und textiles Werken erforderten. 95 Highlight: Die Gegebenheit, dass ich im Projektprozess immer wieder auf neue und passendere Ideen, welche sich dabei sowohl die Fertigung als auch auf Funktionalität bezogen, gestoßen bin.
DAS ALPHABET 96 ALEKSANDRA HRANISAVLJEVIC DAS ALPHABET Da das Abschlussprojekt ein großes Thema im letzten Jahr unseres Bachelorstudiums ist und man oft davon in Studentengruppen hört, habe ich schon vor Beginn der Lehrveranstaltung nach Inspirationen und Ideen gesucht. Dafür habe ich viel durch soziale Medien wie Instagram, TikTok und Pinterest gestöbert. Sobald uns das diesjährige Thema „Augenblick“ präsentiert wurde, kamen mir einige mögliche Ideen, welche ich im Internet mal entdeckte, in den Sinn. Schlussendlich entschloss ich mich dafür ein textiles Projekt zu entwickeln und das Alphabet zu nähen. Meine Leidenschaft liegt im textilen Werken und deshalb entschied ich mich für diese textile Technik. Hierfür habe ich viele Stoffreste sowohl auch Füllmaterial gebraucht. Für einige Buchstaben habe ich die kleinen Stoffreste auch für die Füllung genutzt. Außerdem waren die Nähmaschine, Nadeln und verschiedenfarbige Fäden die wichtigsten Elemente und ausschlaggebend im Prozess meines Projekts. Als erstes habe ich zu jedem Buchstaben Schablonen gezeichnet und ausgeschnitten.
Mithilfe einer Textilkreide übertrug ich die Schablonen auf die textilen Reste und konnte somit diese weiterverarbeiten. Nachdem ich die Vorder- und Rückseite des Buchstabens hatte, kam die Nähmaschine in den Einsatz. Das Nähen an der Nähmaschine war mir nicht neu, doch während des Prozesses war auch sie oft eine Herausforderung. Die Buchstaben X, B und R haben mir beispielsweise sehr viele Nerven gekostet. Oft sind mir die Fäden gerissen, haben sich ausgefädelt oder die Nähmaschine gab ihren Geist auf. Einige Stellen musste ich auch aus verschiedensten Gründen mit der Hand zunähen. Oft kam es dazu, dass ich gewisse Buchstaben ganz von neu machen musste, weil beispielsweise zu oft in den Stoff genäht wurde und dieser nicht mehr schön und wiederverwendbar war. Diese Reste kamen natürlich nicht in den Müll, sondern fanden ihren Platz im Inneren der Buchstaben. Wichtig war mir bei meinem Projekt, so wenig neues Material wie möglich zu verwenden oder zu kaufen. Ich lege großen Wert auf Upcycling und wollte dies auch in mein Projekt einfließen lassen. Eine Sache, welche noch zu machen ist, ist eine Tragetasche, welche als Behälter für die Buchstaben dienen soll. Ich habe mir darunter eine große Tragetasche vorgestellt, welche ich mithilfe meines Plotters bedrucken und verzieren möchte. Dieses Projekt möchte ich in Zukunft in meiner Klasse verwenden. Es bietet sich hervorragend für die Buchstabenerarbeiten, sowohl auch für diverse Spiele und Arbeitsaufträge in Bezug zur Buchstabenerarbeitung. Ich finde, dass der Augenblick des Sehens und Tastens der Buchstaben ein sehr wichtiger und prägender Moment ist. Meistens werden Kinder in der ersten Klasse das erste Mal mit Buchstaben konfrontiert und ein solches 3D- Modell aller einzelnen Buchstaben bietet den Kindern einen einzigartigen Augenblick des direkten Kontakts mit dem gelernten Buchstaben. 97
MALEN MIT FILZ 98 LISA RAJNOCH MALEN MIT FILZ Der Filz ist ein sehr vielseitiger Werkstoff, der sich über Feuchtigkeit, Wärme und Bewegung verformen und verbinden lässt. Durch einige unterschiedliche Techniken lassen sich auch beeindruckende, dreidimensionale Strukturen herstellen. Ich habe für mein Werkstück Bastelfilz und reine Schurwolle verwendet. Den Bastelfilz habe ich für die stabile Grundlage verwendet und die reine Schurwolle im Strang zum Legen der unterschiedlichen Details des Motives. Ist das Motiv fertig gelegt, wird der Filz mit einer Filznadel verfilzt, bis das gewünschte Ergebnis erzielt wird. Ein Filzbild verleiht jedem Wohnraum eine faszinierende Natürlichkeit. Ganz aus Wolle hergestellt und auf Keilrahmen aufgezogen, wirken diese Bilder hochmodern und wohnlich.
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100 WENN AUGEN BLICK UND ACHTSAMKEIT SICH GEFUNDEN HABEN, GIBT ES EIN KOLLOQUIUM Thom Renzie