KATALOG ABSCHLUSSPROJEKT KREATIVITÄT KUNST UND GESTALTUNG MUSIK TECHNIK UND DESIGN: TEXTIL UND TECHNISCH SOMMERSEMESTER 2024 PH WIEN MOVING E MOTION JUNI 2024
Hrsg. PH Wien, Grenzackerstrasse 18, 1100 Wien, Dr. Wolfgang Weinlich Lehrende Abschlussprojekt SoSe 24: Ralf Edelmann Susanne Frantal Andrea Pühringer Wolfgang Weinlich Die Inhalte und Fotos, Bilder, Darstellungen und Links stellen die Meinung jeweiligen Autor*innen dar. Die Haftung liegt bei diesen.
Abstract Emotions Eine Bar für die PH- Kiosk Schabernack Kaufmannsladen / Puppentheater Jahresuhr Queer Joy Moving-E-Motion Gancho und die Reise durch Europa Fühlkiste Mood Blanket - Meine Emotionen im Wandel hommage à maman - eine Liebeserklärung in Licht und Schatten Wollige Bewegung Gefühlsgeister Zwischen zwei Welten Song "I know what I feel" mirror of emotions Meine Kostümkiste Intuitives Malen Gebetsteppich Filzblume Montessori - Wand Künstlerinnen-Holzschnitte Türen der Seele Gestickte Träume: Ein Haus der Erinnerungen und Hoffnungen Sinnfrage - Was ist der Sinn des Lebens? Verborgene Emotionen: Innere Welten im äußeren Schein << E-Motional PdPd >> - picture- drawing- poem- diary Hendl und Krähtel - Ein Märchen Ferngesteuertes Auto HOPE - Eine Geschichte der Hoffnung Kritzelei Kleid aus Granny Squares Picknick Ambiente Societal Switch - Streetart und Gemälde im Dialog Die Karotte und der Zusammenhalt Siehst du wie dein Herz pulsiert? Smash the partriachy Children in war zones Wie(d)ner Klangbilder Farben fühlen The Art of Experience Keramik Lampe Running Circles A Story of Love Emelie Wannenmacher Dobetsberger Paula, Manhal Nina, Sobol Hannah Pappenberger Caroline Lukas Walter Franziska Uecker Katrin Maier Sara van der Weyden Seana Halilovic Linda Seang Lisa Hörmedinger Christoph Winzely Lena Löffelmann Almedina Hamidovic Lisa Rathpoller Tanja Dulhofer Cornelia Skorpis Tamara Ungersböck Ebru Yavas Anna Dankl Özlem Ayvaz Natalie Schmid Jessica Tadic Amelisa Elkasevic Lara Schwaller und Barbara Pojetar Annika Peck Cheyenne Vinsalek Maria Eder Sümeyra Keles-Aidi Madina Shoja Lilli Sophie Stockhammer Anna Friedrich Sara Mijatovic, Esra Göksu Xiangli Yin Sandra Konieczna, Jelena Markovic Teresa Elisabeth Eiszner Monika Ipsmiller Merve Baran, Rahma Mohamed Eva Cecilia Kersten Isabella Eigner Karin Schober Anna Nußbaumer Christine Rösslhuber Aleksandra Marjanovic, Ceren Cinar Sieben Acht Acht Acht Fünfzehn Siebzehn Neunzehn Einundzwanzig Dreiundzwanzig Fünfundzwanzig Siebenundzwanzig 9undzwanzig Dreiunddreissig Fünfunddreissig Siebenunddreissig Neununddreissig Einundvierzig Dreiundvierzig Fünfundvierzig Siebenundvierzig Neunundvierzig Einundfünfzig Dreiundfünfzig Fünfundfünfzig 7undfünfzig Neunundfünfzig Neunundfünfzig 3undsechzig Fünfundsechzig Siebenundsechzig Neunundsechzig Einundsiebzig Dreiundsiebzig Fünfundsiebzig Siebenundsiebzig Siebenundsiebzig Neunundsiebzig Dreiundachtzig Dreiundachtzig Fünfundachzig Siebenundachtzig Einundneunzig Einundneunzig Fünfundneunzig Neunundneunzig Einhunderteins Einhundertdrei Einhundertfünf Einhundertacht Einhundertacht INHALTSVERZEICHNIS
04 MOVE TO NEXT PAGE „EM“SPIRATIONSTERMIN Das heurige Thema: Movin E Motion begann mit einem Checkin und einer bewegenden Zuordnung zu Plätzen wie im Flugzeug auf große Papierbahnen. Nach dem Onboarding starteten die Inspirationen die diesmal mit kleinen Performance Aufgaben starteten, Pendel bewegten sich von selbst und fanden in einer emotionalen, berührenden Sitzung weiteren Anklang. Die Bewegungswahrnehmung wurde mit einem Stroboskopischen Licht auf die Probe gestellt, es wurde zur Musik gemalt und auf der großen Papierbahn „eisgelaufen“ und im Fliegen gemalt… Bewegende, Bewegte, Emotionale Momente. Wolfgang Weinlich
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Dieses Projekt hat mir geholfen, meine kreative Energie und emotionalen Erfahrungen auf eine eindrucksvolle Weise zu verbinden. 07 MOVE TO NEXT PAGE ABSTRACT EMOTIONS. „Abstract Emotions ist ein Spiegelbild meiner innersten Gefühle, die durch jede Farbwahl und jeden Pinselstrich zum Leben erweckt werden.“ Im Rahmen des Abschlussprojekts zum Thema „Moving E-Motion“ wusste ich sofort, dass ich meine Emotionen direkt und handwerklich ausdrücken wollte. Ziel meines Projekts war es, aktuelle Emotionen in abstrakte Bilder umzusetzen, um meine Gefühle sichtbar zu machen. Die Werke sind mit Acryl auf Leinwand entstanden und zeigen eine breite Palette an Farben und Formen, die unterschiedliche emotionale Zustände widerspiegeln. Inspiriert wurde ich durch meine Auseinandersetzung mit meinen eigenen Gefühlen und der Erkenntnis, wie stark diese meine Wahrnehmung und mein Verhalten beeinflussen. Abstrakte Kunst bietet dabei eine ideale Möglichkeit, um diese komplexen und oft schwer fassbaren Emotionen physisch auszudrücken. Ich habe mich für Acrylfarben entschieden, weil sie eine schnelle Trocknungszeit haben und dadurch spontane und dynamische Malprozesse ermöglichen. Zudem lassen sich Acrylfarben gut schichten, was Tiefe und Textur in meinen Arbeiten erzeugte. Während ich das erste Bild malte, empfand ich intensive Leidenschaft und Wut, was sich in den kräftigen Rottönen EMELIE WANNENMACHER
08 MOVE TO NEXT PAGE und dynamischen Pinselstrichen widerspiegelt. Das zweite Bild entstand in einem Moment der Ruhe und Gelassenheit, was sich in den kühlen Blautönen und sanften Übergängen zeigt. Das dritte Bild, mit seinen warmen Orangetönen und lebhaften Pink, drückt Freude und Optimismus aus. Die Türkistöne im vierten Bild repräsentieren eine Balance zwischen Ruhe und Leidenschaft. Das fünfte Bild zeigt Violett- und Goldtöne, die meine nachdenkliche Stimmung zeigt. Jedes dieser wundervollen Bilder erzählt eine eigene emotionale Geschichte und lädt dazu ein, seine eigenen Gefühle darin zu entdecken.
Wir haben zuvor nur sehr wenig handwerklich gearbeitet und haben dieses Projekt vor allem dazu genutzt, viele neue Techniken kennenzulernen. Nun haben wir Kenntnisse darüber, wie man Fließen legt, unterschiedliche Werkzeugen optimal einsetzt etc. Das Projekt war also eine Schule fürs Leben. 09 MOVE TO NEXT PAGE EINE BAR FÜR DIE PH - KIOSK SCHABERNACK Im Zuge unseres Abschlussprojekts mit dem Titel „Moving E-Motion“ überlegten wir zu dritt (Paula Dobetsberger, Hannah Sobol und Nina Manhal), was uns persönlich bewegt. Wir kamen auf den Konsens, dass wir die Studierenden der PH Wien zusammenkommen lassen möchten und einen Ort für Austausch und Zusammentreffen ermöglichen wollen, denn das fehlte uns in den letzten 8 Semestern sehr. Wir entschlossen uns eine mobile Bar für die PH Wien zu bauen, um selbst eine Begegnungszone für Studierende und Lehrende zu schaffen. Dabei achteten wir auf nachhaltiges und recyceltes Material und reduzierte Müllproduktion. Dafür stellten wir zusätzlich auch alle Tassen eigenständig her. Zeitgleich bewegen uns aktuelle Themen der Welt und in unserer unmittelbaren Umgebung. In Österreich fanden zum Zeitpunkt des Starts des Abschlussprojekts (März 2024) bereits 7 Femizide statt. Dies ließ uns nicht unberührt. Zusammen mit den Studierenden und Lehrpersonen der PH Wien wollen wir nun die Frauenhäuser Wiens unterstützen. Jene Organisation bietet Schutz vor Gewalt und sorgt für einen sicheren Zufluchtsort für Frauen. Durch den Ausschank werden finanzielle Spenden gesammelt, um zusammen das Ziel zu verfolgen, die Frauenhäuser DOBETSBERGER PAULA, MANHAL NINA, SOBOL HANNAH
010 MOVE TO NEXT PAGE bestmöglich zu unterstützen! Paula, Hannah und ich haben uns durch unser Studium kennengelernt und sind seither ein unzertrennliches Trio. Zusammen haben wir schon unzählige Gruppenprojekte umgesetzt und sind daher schon ein sehr eingespieltes Team. Unsere unterschiedlichen Stärken ergänzen sich perfekt. Zudem unterstützen und motivieren wir einander, was die Arbeit um vieles schöner macht.
011 MOVE TO NEXT PAGE WIR SPENDEN FÜR DIE FRAUENHÄUSER WIEN
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Das Basteln und Verzieren der Küchlein hat mir besonders Spaß gemacht. Die Kassa gefällt mir auch besonders gut. 015 MOVE TO NEXT PAGE KAUFMANNSLADEN / PUPPENTHEATER Ideenfindung – meine Motivation Warum möchte ich einen Kaufmannsladen bauen? Im Mathematikunterricht hat es meinen Schülerinnen und Schülern sehr gut gefallen, das Thema Geld spielerisch zu erforschen. Da ich keinen Kaufmannsladen hatte, musste ich improvisieren und so malte ich Produkte mit den dazugehörigen Preisen auf einen Zettel. Ein Kind war der Kassierer/ die Kassiererin ein anderes, kaufte ein. Mit Spielgeld wurde nun ein Einkaufserlebnis inszeniert. Im Deutschunterricht würde ich gerne den Kaufmannsladen als Theater verwenden. Hier können beispielsweiße Charaktere, Figuren aus Büchern in Form von Puppen aus Papier etc. von den Kindern gebastelt werden. Szenen und Ausschnitte aus dem Buch können nun zum Leben erweckt werden. Wenn der Kaufmannsladen keinen Einsatz im Unterricht findet, können die Schülerinnen und Schüler in der Pause mit dem Werkstück spielen. Konzept Da ich gerne mit Holz arbeite, wollte ich den Kaufmannsladen aus Holz herstellen. Meine Inspirationen holte ich mir aus dem Internet. Auf „Pinterest“ fand ich einige Ideen, wie ein Kaufmannsladen/ Puppentheater für Kinder aussehen PAPPENBERGER CAROLINE
016 MOVE TO NEXT PAGE könnte und wie dieser hergestellt werden kann. Die Produkte, die zukünftig in meinem Kaufmannsladen verkauft werden sollen, wollte ich selbst gestalten. Hier hielt ich mir die Wahl der Waren und des Materials offen. Je nach zeitlichen Kapazitäten wollte ich den Herstellungsaufwand gestalten. Da ich gerne häkle, nähe und bastle, wollte ich diese Fertigungstechniken in den Prozess einfließen lassen.
Das persönliche Highlight ist natürlich das Endprodukt. 017 MOVE TO NEXT PAGE JAHRESUHR Jahreskreis nach Maria Montessori Nach langer und reifer Überlegung habe ich mich dazu entschieden für mein Abschlussprojekt den Jahreskreis nach Maria Montessori zu erstellen. Ich persönlich habe eine Montessori Volksschule in Italien besucht und habe dort prägende Materialien von Maria Montessori bereits im Volksschulalter kennenlernen dürfen. Der Jahreskreis ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben. Alle Eltern haben für jedes Lebensjahr ihres Kindes etwa eine A5 Seite über das Heranwachsen verschriftlicht, am Geburtstag wurde ein Familienmitglied des Geburtstagskindes eingeladen und hat die Lebensgeschichte des Kindes vorgelesen, derweil durfte das Kind symbolisch für jedes Lebensjahr einmal um den Jahreskreis wandern und am Ende eine Kerze anzünden. Diese unvergessliche Erfahrung möchte ich zukünftig auch meinen Schülerinnen und Schülern ermöglichen. Weiters kann der Jahreskreis als didaktisches Material im Sachunterricht zum Erlernen der Jahresuhr eingesetzt werden. Aufbau des Jahreskreis - Jahreszeiten: werden mit vier Kreisvierteln in unterschiedlichen Farben dargestellt (Winter, blau; Frühling, grün; Sommer, gelb; Herbst, rot) LUKAS WALTER
018 MOVE TO NEXT PAGE - Monate: Um den Jahreszeitenkreis herum, werden die Monatselemente gelegt, jeder Monat hat eine andere Farbe, welche leicht von der jeweiligen Jahreszeitenfarbe abweicht: Wintermonate in Blautönen; Frühlingsmonate in Grüntönen, Sommermonate in Gelb- und Orangetönen; Herbstmonate in Rottönen. - Tage: Die Tage des Jahres werden anhand einer Jahreskette veranschaulicht. Jeder Tag wird mit einer Perle dargestellt, somit besteht die Perlenkette aus 365 bzw. 366 Einzelperlen. Die Perlen wurden pro Monat aneinandergereiht (z.B.: Jänner = 31 Perlen). Für den Februar wurden 28 Perlen direkt aneinandergereiht, zusätzlich wurde eine Perle, welche den 29. Tag im Schaltjahr darstellt, versetzt aufgefädelt. Für die Jahreszeiten und Monate wurden zusätzliche Wortschilder aus Holz und Papier angefertigt, sodass die Kinder selbständig das Material auf- und abbauen können. Material: - Holzplatten: Kosten etwa 50-60 Euro - Acrylfarben und Acryllack: Kosten etwa 30-40 Euro - Perlen: Kosten etwa 15-20 Euro
aus Fehlern gelernt zu haben, mich mit dieser Thematik auseinander zu setzen und entdecken, dass in unterschiedlichsten Szenarien / Personen joy zu finden ist (alleine schon die Joy, so sein zu können wie man ist) 019 MOVE TO NEXT PAGE QUEER JOY Im Rahmen meines Abschlussprojekts habe ich mich eingehend mit der künstlerischen Praxis des Linoldrucks beschäftigt. Da ich während meines Studiums bisher keine Möglichkeit hatte, Erfahrungen mit dieser spezifischen Drucktechnik zu sammeln, wollte ich das Abschlussprojekt unbedingt dafür nutzen, mich in diese Kunstform zu vertiefen und sie zu erlernen. Inspiriert von meinem persönlichen Interesse an Genderidentität und sexueller Vielfalt habe ich eine Serie von Drucken gestaltet, die das Thema "Queer Joy" erforschen. Passen zum Thema Moving E-Motion, habe ich das Thema "Queer" ausgewählt, da es ein sehr persönliches, bewegendes Thema ist, dass mich täglich beschäftigt (bewegt). Ich bin überzeugt, dass die künstlerische Auseinandersetzung mit dieser Thematik nicht nur eine intellektuelle, sondern auch eine emotional bereichernde Erfahrung darstellt. Diese Drucke sollen eine Reflexion über meine eigene Identität und mein Verständnis davon, was es bedeutet, queer zu sein, ermöglichen. Durch die kreative Praxis des Linoldrucks beabsichtige ich, meine persönlichen Empfindungen und Gedanken zu diesem Thema zu artikulieren und visuell auszudrücken. Die Arbeit an dieser Serie FRANZISKA UECKER
020 MOVE TO NEXT PAGE bietet mir die Möglichkeit, mich mit verschiedenen Aspekten von Queerness auseinanderzusetzen, einschließlich der Komplexität der Identität, sozialer Normen und individueller Erfahrungen. Durch die Verbindung von technischer Handwerkskunst mit persönlicher Selbstreflexion strebe ich danach, einen Dialog über die Vielfalt menschlicher Erfahrungen und Identitäten zu eröffnen. Insgesamt verfolge ich das Ziel, nicht nur meine künstlerischen Fertigkeiten zu erweitern, sondern auch einen Beitrag zu einem breiteren Verständnis von Geschlecht, Sexualität und Identität durch meine künstlerische Arbeit zu leisten. Ich betrachte den Linoldruck als ein kraftvolles Medium, um komplexe Themen zu erkunden und persönliche Narrative zu vermitteln, und freue mich darauf, diese Technik als Ausdrucksform zu erforschen und zu beherrschen.
Mich hat es am meisten gefreut, dass einige meiner Kolleginnen sich bereiterklärt haben mit mir gemeinsam den Poetry Slam auf die Bühne zu bringen. 021 MOVE TO NEXT PAGE MOVING-E-MOTION Als ich das Thema Moving-E-Motion zum ersten Mal gehört habe, dachte ich, dass das echt ein spannendes Thema ist. Ich bin eher die Praktikerin, weil ich seit vielen Jahren arbeite und auch seit einigen Jahre als Lehrerin in einer Einstiegsklasse für Kinder im AutismusSpektrum tätig bin. Daher ist es mir persönlich wichtig, dass die Arbeitsaufträge auch tatsächlich für die Praxis an der Schule relevant sind und mir nicht nur einfach persönlich Spaß machen- wobei natürlich das eine das andere nicht ausschließt... Da wir das Thema Gefühle auch in der Jahresplanung haben und ich es ein sehr wichtiges Thema finde, hat mich der Titel natürlich besonders gefreut. Kinder im ASS tun sich oft sehr schwer ihre eigenen Gefühle und die der anderen zu erkennen, interpretieren und gut damit umzugehen. Häufig kommt es zu sehr emotionsgeladenen Situationen, bei den Schüler*innen wie auch bei den Lehrer*innen. Bewegung, Sprechgesänge, Lieder, Body-Percussion und Tänze spielen in unserem Schulalltag eine große Rolle. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen zu den Grundemotionen zu arbeiten und diese künstlerisch musikalisch umzusetzen. So möchte ich das Thema Emotionen mittels Sprechgesängen, Body-Percussion, Liedern, Tanz und Bewegungen und instrumentaler Liedbegleitung umsetzen, Moving-E-Motion“ also… Wie viele Grundemotionen es tatsächlich gibt, da sind sich die Psycholog*innen noch nicht KATRIN MAIER
022 MOVE TO NEXT PAGE ganz einig. So beschränke ich mich auf die Grundemotionen Freude, Traurigkeit, Erstaunen, Zorn, Angst. Viele nehmen auch noch Ekel dazu, doch der kommt in unserem Schulalltag bei den Kindern eher weniger vor, wenn auch bei den Lehrpersonen… Manche nehmen auch Liebe und Verachtung dazu. Andere wieder erweitern die Grundemotionen auf Schrecken, Besorgnis, Erleichterung, Aufregung, Interesse, Langweile, Müdigkeit, Verzückung, Scham und Schuldgefühl… Da die Arbeit mit Kindern im ASS auch bei uns Lehrpersonen oft jede Art von Emotion zum Klingen bringt, habe ich versucht die schwierige Situation mit einem Kind, die das gesamte Team zurzeit sehr bewegt, emotional mittels eines Poetry Slams zu verarbeiten. Dies war mein Versuch mich auf diese Art von Kunst einzulassen und eine sehr bereichernde Erfahrung… Bei PoetrySlam handelt es sich um selbst verfasste Texte, die vor einem Publikum vorgetragen werden. Dabei ist der Aufbau des Textes sehr frei und es vermischen sich verschiedene Stilmittel wie Lyrik und Prosa, manchmal kommen auch Raps vor. Besonders das Durchbrechen von Konventionen spielten dabei eine Rolle. Eigentlich handelt es sich um Wettbewerbe und das Publikum ist gleichzeitig die Jury und zeigt mittels Länge oder Stärke des Applauses, Stimmkärtchen oder z.B. dem Hochhalten von Rosen an, welcher Slam ihnen am besten gefällt. Slam-Poet*innen dürfen keine Requisiten verwenden. Das Wort „to slam“ bedeutet „zuschlagen, zuknallen, jemanden schlagen“. Diese Bedeutung passt besonders gut zu meinem Text… Oft hat Slam-Poetry auch einen sehr performativen Charakter und es gibt auch Slam-Poetry- Teams, die ihren Text im Chor präsentieren. Für diese Form haben wir uns in der Gruppe spontan entschieden, da mein Text mich emotional zu sehr zu Tränen bewegt hat, so dass Frau Pühringer die Idee kam, dass wir doch gemeinsam im Chor auftreten könnten, was ich eine sehr tolle Idee fand, und glücklicherweise fand sich auch gleich eine bereitwillige Gruppe von Mitstudenten*innen die zusammen mit mir zu Poetry-Slammer*innen werden. Katrin Maier Ich staune so Lied zu den Gefühlen Staunen und Schrecken 9 Ein Käf- er- lein, ein Würm-lein klein, und hier krab-belt ganz gesch-winde ei-ne Spin-ne. Oh- Oh- Oh- oh, ich stau- ne so! Was hab'-ich- da ent-deckt? Jetzt hab'ich mich er-schreckt! Em C D G G Bm C G D G G G G Em Bm Em Bm D C G Bm Em Bm Bm C G Em Em G Em Bm YouTube – Links zu meinen Videos • „Oooh, ich staune so“ - Bewegungslied für die Vorschulklasse-2.Klasse Volksschule https://youtu.be/5ZUjEwFYhhQ • Refrain zu „Ich freu mich“ – Sprechgesang für die Vorschulklasse-2.Klasse Volksschule https://youtu.be/Dhck7K2_2YI • Strophen zu „Ich freu mich“ – Sprechgesang für die Vorschulklasse-2.Klasse Volksschule https://youtu.be/h_CZtF7CT6s • „Traurig“ Sprechgesang für die 3.-4.Klasse Volksschule https://youtu.be/5l86LeEIhE8 • „Zorn“ Sprechgesang für die Vorschulklasse-2.Klasse Volksschule https://youtu.be/PwDomVDJm6c Quellen: https://poetry-slam-essen.de/was-ist-poetry-slam/ https://de.wikipedia.org/wiki/Poetry-Slam https://m.bachelor-master-publishing.de
Mein Highlight war es, den gesamten Prozess zu beobachten, wie aus einem unbeschriebenen Blatt ein buntes, spannendes und bewegendes Bilderbuch entstanden ist. Ein weiteres Highlight war die Recherche von Fakten, wie zum Beispiel: Kann man dieses Land mit einem Boot, Zug, Auto oder Flugzeug erreichen. Oder wie lange braucht man, um in dieses Land zu kommen? Besonders spannend war es, den Namen für die Hauptperson zu finden. Schließlich entschied ich mich für "Gancho", was auf galizisch "Häkeln" bedeutet. Es war eine bereichernde Erfahrung, dieses Projekt zu realisieren und dabei zu sehen, wie es sich Stück für Stück entwickelte. Ich hoffe, dass mein Bilderbuch andere dazu inspiriert, sich für neue Sprachen und Kulturen zu öffnen und dadurch einen kleinen Beitrag zur Verständigung zwischen den Menschen zu leisten. 023 MOVE TO NEXT PAGE GANCHO UND DIE REISE DURCH EUROPA Dieses Semester war das Thema "Moving-Emotion" und es inspirierte mich dazu, dieses Buchprojekt umzusetzen. Die Idee, ein Bilderbuch selbst zu erstellen und mehrere Sprachen zu integrieren, hat sich schon in den Semesterferien entwickelt. Das Abschlussprojekt bot die ideale Gelegenheit, diese Idee in die Tat umzusetzen. Ursprünglich wollte ich den gesamten Text in mehrere Sprachen übersetzen lassen, doch das hätte den Rahmen gesprengt. Eine alternative Überlegung war die Nutzung von "Tellimero". Mit diesem Stift kann man mehrere Sprachen aufnehmen und das Buch dann in verschiedenen Sprachen vorlesen. Ich bin der Meinung, dass jeder zumindest einfache Phrasen, wie z. B. "Hallo" oder "Tschüss" in der jeweiligen Landessprache sagen können sollte. Das Buch ist zwar nur begrenzt, aber ich hoffe, dass es andere dazu anregt, eine neue Sprache zu lernen und mehr über andere Kulturen zu erfahren. Alles begann mit einem Storyboard, Skizzen und der Erstellung kleiner Elemente, die später im Buch erscheinen sollten. Zu diesen kleinen Elementen zählen Fahnen, der Text im Buch, verschiedene Skylines, Landkarten und die Hauptperson. Die Geschichte SARA VAN DER WEYDEN
024 MOVE TO NEXT PAGE entwickelte sich nach und nach, wobei einige Überlegungen wieder verworfen und einige Seiten neugestaltet wurden. Am Ende wurde der Buchdeckel genäht und die einzelnen Buchseiten mit der französischen Kreuzbindung gebunden. Während des gesamten Projekts habe ich verschiedene Techniken ausprobiert und experimentiert, darunter Siebtechnik (mit einer Zahnbürste), Häkeln, Nähen von Hand und mit der Nähmaschine, Buchbinden, Collage, Malen auf Stoff und Malen mit Acrylfarben. Mein Ziel ist es, mit diesem Buch Menschen zu inspirieren, neue Sprachen zu lernen und sich für andere Kulturen zu öffnen. Ich hoffe, dass es einen kleinen Beitrag dazu leistet, die Welt ein Stückchen näher zusammenzubringen und das Verständnis zwischen den Kulturen zu fördern.
Mein persönliches Highlight bei diesem Projekt war die Anbau der Scharniere. Es war eine echte Herausforderung, den optimalen Platz und die richtige Position für die Scharniere zu finden, damit der Deckel der Kiste reibungslos öffnet und schließt. Nachdem ich einige Versuche unternommen hatte, fand ich schließlich die perfekte Position und konnte die Scharniere erfolgreich anbringen. Dieses Erfolgserlebnis war ein bedeutender Moment für mich und zeigte mir, wie wichtig Präzision und sorgfältige Planung beim handwerklichen Arbeiten sind. Ein weiteres Highlight war das Bemalen der Füllkiste. Um diesem Projekt eine persönliche Note zu verleihen, habe ich die Handabdrücke meiner wichtigsten Mitstudentinnen, die mich während meines gesamten Studiums begleitet haben, auf die Kiste gemalt. Diese Handabdrücke repräsentieren die Unterstützung und die Freundschaften, die während meiner Studienzeit entstanden sind, und geben der Kiste eine besondere, emotionale Bedeutung. 025 MOVE TO NEXT PAGE FÜHLKISTE Die Fühlkiste ist ein von mir selbst entworfenes und gebautes Projekt aus Holz, das ich entwickelt habe, um es praktisch in der Volkschule einsetzen zu können. Der Hauptgedanke hinter der Füllkiste war, ein vielseitiges Werkzeug zu schaffen, das fächerübergreifend und für verschiedene Materialien und Themen eingesetzt werden kann. Die Kiste ist so gestaltet, dass sie sowohl im Unterricht als auch bei Stationenbetrieben verwendet werden kann. Der Bau der Füllkiste begann mit der Auswahl des Holzes und dem Zuschnitt der einzelnen Teile. Nach sorgfältiger Planung und Abmessung habe ich die Kiste zusammengestellt. Anstelle des Zusammenschraubens habe ich die Holzleisten mit Holzleim auf dem Boden befestigt, um eine stabile Basis zu schaffen. Diese Leisten dienten als Stütze für die restlichen Seiten, die ebenfalls verleimt wurden. Durch diese Konstruktion konnte ich eine robuste und langlebige Kiste bauen. Ein besonderer Aspekt der Füllkiste ist ihre Vielseitigkeit im Unterricht. Bei Themen, die ich in der Woche behandeln möchte, kann ich Gegenstände in die Kiste legen, die die Kinder fühlen und erraten sollen, um herauszufinden, was unser Thema der Woche oder des Monats SEANA HALILOVIC
026 MOVE TO NEXT PAGE sein wird. Die Kiste ist auch hervorragend für den Einsatz im Stationenbetrieb geeignet, insbesondere bei der Erarbeitung von Lernwörtern. Mit fühlbaren Buchstaben können die Kinder die Wörter ertasten und erraten, welches Wort es sein könnte. Natürlich kann die Kiste in jedes beliebige Fach eingebaut werden und ist somit ein universelles Werkzeug im Unterricht.
Ein Highlight meines Projekts war, als ich die Decke fertiggestellt habe. Das letzte Quadrat zu häkeln und die ganze Decke zum ersten Mal zu sehen, war ein unglaublich erfüllendes Gefühl. 027 MOVE TO NEXT PAGE MOOD BLANKET - MEINE EMOTIONEN IM WANDEL Mein Projekt „Mood Blanket“ ist eine ganz besondere Häkeldecke, die meine Gefühle der letzten drei Monate darstellt. Jeden Tag habe ich ein kleines Quadrat gehäkelt, dass meine Emotionen und Stimmungen des Tages widerspiegelt. Diese Decke ist eine Art Tagebuch, dass nicht mit Worten, sondern mit Farben und Mustern erzählt wird. Das Thema „Moving Emotions“ passt daher zu meiner Decke, weil jeder Tag anders ist und meine Gefühle sich ständig ändern. Da ich sehr gerne häkle, wollte ich diese Leidenschaft nutzen, um meine Gefühle auf kreative Weise festzuhalten. Häkeln ist für mich eine beruhigende und meditative Tätigkeit, die mir hilft, meine Gedanken zu ordnen und meine Emotionen zu verarbeiten. Es schien perfekt, meine Liebe zum Häkeln mit dem Konzept der sich ständig verändernden Emotionen zu verbinden. Mit diesem Projekt wollte ich diese Veränderungen festhalten und sichtbar machen. An glücklichen Tagen habe ich helle und fröhliche Farben wie Gelb, Grün und Rosa verwendet. An traurigen oder stressigen Tagen kamen dunklere Töne wie Blau, Rot oder Schwarz zum Einsatz. So ist ein buntes und vielfältiges Bild meiner Emotionen im Laufe des Projekts entstanden. LINDA SEANG
028 MOVE TO NEXT PAGE Das tägliche Häkeln war für mich eine angenehme Art, den Tag zu reflektieren und meine Gefühle zu verarbeiten. Es war wie eine kleine Meditation, die mir geholfen hat, achtsamer mit meinen Emotionen umzugehen. Am Ende des Projekts hatte ich nicht nur eine farbenfrohe Decke, sondern auch ein wertvolles Erinnerungsstück, das mir zeigt, wie vielfältig und beweglich meine Gefühle sind. Ein besonderes Highlight meines Projekts war der Tag, an dem ich die Decke fertiggestellt habe. An diesem Tag habe ich das letzte Quadrat gehäkelt und konnte das fertige Werk zum ersten Mal in seiner Gesamtheit sehen. Es war ein erfüllendes Gefühl, die Decke in meinen Händen zu halten und all die Mühe und Zeit, die ich investiert habe, in einem schönen, greifbaren Ergebnis zu sehen. „Mood Blanket“ ist für mich mehr als nur ein kreatives Projekt. Es ist ein Werk meiner emotionalen Reise und es zeigt, wie aus vielen kleinen, täglichen Momenten ein großes, wunderschönes Ganzes entsteht. Diese Decke wird mich noch lange begleiten und immer daran erinnern, wie wichtig es ist, auf seine Gefühle zu achten und sie zu schätzen.
Mein persönliches Highlight war es, die alten Fotografien und Porträts meiner Mutter eingehend zu studieren. Diese intensive Auseinandersetzung mit ihren Werken ermöglichte es mir, mich ihr wieder ein Stück näher zu fühlen. 029 MOVE TO NEXT PAGE HOMMAGE À MAMAN - EINE LIEBESERKLÄRUNG IN LICHT UND SCHATTEN Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich das diesjährige AbschlussprojektThema „moving E-motions“ umsetzen könnte. Eines war jedoch von Anfang an klar: Ich wollte ein Projekt über meine kürzlich verstorbene Mutter machen. Beim Ausräumen ihres Hauses fand ich unzählige alte Fotos, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Sie liebte das Zeichnen und Fotografieren sehr und war darin auch äußerst talentiert. Diese Fotos eröffneten mir eine neue Welt, wie sie damals aussah und was sie durch ihre eigenen Augen gesehen hatte. Viele Versuche, dieses Projekt zu beginnen, scheiterten daran, dass es einfach nicht „Klick“ machte. Nach einer langen Phase des Überlegens und der Inspirationssuche habe ich schließlich einen Weg gefunden. Ich habe einige der vielen Fotos ausgewählt, darunter Porträts und Architekturfotos, und habe begonnen, Nachforschungen anzustellen. Mithilfe von Google Lens konnte ich ein paar der schwer zu bestimmenden Orte, an denen meine Mutter die Fotos geschossen hatte, identifizieren. Mein guter Freund und talentierter Fotograf Thomas Reiter half mir sehr bei der „Wiederbelebung“ dieser Fotos. Er zeigte mir, wie ich die beste Perspektive wähle und die Fotos bearbeite. Zuerst LISA HÖRMEDINGER
030 MOVE TO NEXT PAGE begannen wir mit den Porträts, die wir bei mir zu Hause nachgestellt haben. Danach erstellte ich eine „Reiseroute“, und so besuchten wir die Orte der Reihe nach, suchten nach dem Motiv und der perfekten Position. Die von mir erstellten Fotografien habe ich im Anschluss bearbeitet und im A3- bzw. A4-Format auf mattem Fotopapier ausgedruckt. Danach habe ich sie so arrangiert, dass sich die von meiner Mutter gefertigten Fotografien und meine eigenen gegenüberstehen. Diese Fotos spiegeln die Zeit wider und machen Veränderungen und Konstanten sichtbar. Es war oft emotional für mich, an den exakten Orten zu stehen, an denen meine Mutter einst diese Fotos geschossen hatte. Mit meinem Projekt wollte ich nicht nur ihre Fotografien würdigen, sondern auch eine Verbindung zu ihr herstellen, durch ihre Augen sehen und sie ein wenig ins Hier und Jetzt bringen. Außerdem war es faszinierend zu sehen, wie sie in meinem Alter aussah, welche Ähnlichkeiten wir haben und wie sich die Architektur im Laufe der Zeit verändert hat oder gleichgeblieben ist. Mit diesem Projekt möchte ich verdeutlichen, dass die Zeit vergänglich ist, aber durch die Fotografie kann man Momente festhalten und schöne Erinnerungen bewahren.
031 MOVE TO NEXT PAGE SPENDENAUFRUF FÜR DIE KREBSHILFE MEINE MUTTER WAR EINE TALENTIERTE, LIEBEVOLLE UND GROßARTIGE PERSON, DIE IN IHREM LEBEN VIELE MENSCHEN INSPIRIERT HAT. LEIDER KONNTE SIE DEN KAMPF GEGEN DEN KREBS NICHT GEWINNEN. DIESE SCHRECKLICHE KRANKHEIT NAHM UNS EINE WUNDERBARE FRAU, DIE VIEL ZU FRÜH GEHEN MUSSTE. MIT DIESEM PROJEKT MÖCHTE ICH NICHT NUR IHR ANDENKEN EHREN, SONDERN AUCH EINEN BEITRAG IM KAMPF GEGEN DEN KREBS LEISTEN. ICH RUFE DAHER ZU SPENDEN AUF, DIE ZUR AUFKLÄRUNG UND UNTERSTÜTZUNG DERJENIGEN BEITRAGEN, DIE MIT DIESER KRANKHEIT ZU KÄMPFEN HABEN. DER GESAMTE ERLÖS WIRD AN DIE „ÖSTERREICHISCHE KREBSHILFE“ ÜBERMITTELT, EINE ORGANISATION, DIE SICH FÜR DIE FORSCHUNG UND HILFELEISTUNG FÜR BETROFFENE EINSETZT. ICH BEDANKE MICH IM VORAUS UND NEHMT EUCH EINEN MOMENT ZEIT, UM EURE MÜTTER FEST ZU DRÜCKEN UND IHNEN ZU SAGEN, WIE SEHR IHR SIE LIEBT.
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Mein persönliches Highlight war die Unterstützung der Lehrenden und der Austausch mit den anderen Studierenden. 033 MOVE TO NEXT PAGE WOLLIGE BEWEGUNG Wollten Sie schonmal ein Karussell sehen, das von einem Schneemann betrieben wird? Dann haben Sie jetzt die einmalige Gelegenheit dazu. Denn ein großer, stattlicher Stoffschneemann entschied sich dazu, sich am Sommerfest der Pädagogischen Hochschule Wiens etwas dazuzuverdienen. Da Sommer und Winter immer wärmer werden und er die Hitze so gar nicht verträgt, muss er ein Vielfaches an Geld für Klimaanlage, Eiscreme und Eiswürfel ausgeben. Wochen zuvor hat er seine Freunde zusammengetrommelt und nun sind sie bereit, für Sie eine einmalige Performance abzuliefern, unterstützt von angenehmer Musik. Zur Herstellung: Die Stofftiere wurden alle jeweils mit Baumwollhäkelgarn und einer Häkelnadel der Größe „3“ oder „4“ angefertigt. Ausgestopft wurden sie mit Füllwatte, das Gesicht mit Sicherheitsaugen bestückt. Verwendet wurden klassische Techniken wie die Luftmasche, der magische Ring, die Kettmasche, die feste Masche und sowohl Ab- als auch Zunahme. Das Karussell selbst wurde aus Sperrholzplatten angefertigt, welches gesägt, geschliffen und angemalt wurde. CHRISTOPH WINZELY
034 MOVE TO NEXT PAGE Die Elektronik besteht aus einem 4,5 Volt Motor, der von einer Batterie mit gleicher Spannung betrieben wird. Ein Schalter im Stromkreis ermöglicht den Start und Stopp des Karussells nach Belieben. Damit eine träge Beschleunigung erzeugt wird, wurde in dem am Motor befestigten Kreisel ein leicht größeres Loch als notwendig gebohrt. Ebenso wird dadurch auch mehr Zeit bis zum Stillstand benötigt. Inspiration: Ich liebe Dinge, welche sich auf Knopfdruck bewegen. Es hat etwas Magisches an sich, auch wenn meist einfache Technik dahintersteckt. Auf Grund dieser Faszination, habe ich mich dazu entschieden, selbst etwas dieser Art im Rahmen des Abschlussprojektes zu gestalten. Nach vielen Arbeitsstunden bin ich stolz, Ihnen das Projekt „Wollige Bewegung“ präsentieren zu können.
Persönliche Highlights waren, die künstlerische Freiheit die ich durch dieses Projekt hatte, der Austausch über das Thema in meinem Umfeld und der künstlerische Prozess, bei welchen ich in einen ungebremsten FlowZustand versinken konnte. 035 MOVE TO NEXT PAGE GEFÜHLSGEISTER Emotionen haben für mich etwas sehr Menschliches. Jeder Mensch durchlebt sie und kämpft auf seine eigene Art mit ihnen. Emotionen kommen und gehen, mal erwünscht mal unerwünscht. Sind sie einmal da unterdrückt man sie oder gibt ihnen freien Lauf. Es werden Wege gefunden sie wieder gehen zu lassen oder hier zu behalten. Emotionen verbinden und schaffen Abstand. Doch ohne Emotionen wäre das Leben farblos. Man braucht die traurigen Momente, um Glück zu spüren, man braucht die Wut, um Gelassenheit wahrzunehmen. Die Angst, um Ruhe zu spüren und so weiter. Jede Emotion hat einen Grund. Ich habe mir die Frage gestellt, welche Farben und Formen Emotionen für mich haben. Dazu bin ich auch in den Austausch mit meiner Oma (80) und meiner Cousine (6) gegangen, welche Farben und Formen sie Emotionen zuschreiben. Durch den Altersunterschied und die verschiedenen Lebenserfahrungen war das Gespräch sehr spannend. Ich bin erstaunt, wie ähnlich wir Emotionen wahrnehmen und doch waren Unterschiede vorhanden. Meine Cousine empfindet die Angst als eine weiße Gestalt. Meine Oma meinte, dass die Farbe schwarz zur Angst passt, ich hingegen schreibe ihr die Farbe Lila zu. Einig waren wir uns bei der Freude, die hat warme Farben für uns und die Trauer ist eine Abstufung von Blautönen. Als wir über die Formen sprachen, kamen wir zu dem Schluss, dass die Wut kantig sein könnte und die Angst wie ein Loch, das sich in einen hineinfrisst. Die Freude sollte einen umschlingen und Traurigkeit LENA LÖFFELMANN Emotionsgeister – ein Kommen und Gehen
036 MOVE TO NEXT PAGE zieht einen zu Boden, macht einen schwer. Ich überlegte viel, wo ich die Gefühle am Körper verorten sollte. Als erstes machte ich Fotos von mir in den Emotionen, damit ich eine Zeichenvorlage hatte. Es fiel mir zu Beginn schwer die richtige Körperhaltung und Gesichtsausdruck zu finden, sodass es auch in gezeichneter Form als die Emotion rüberkommt, welche ich darstellen wollte. Als ich die Fotos hatte, begann ich zu zeichnen. Ich entschied mich für Kohle, da mir dieses Medium als passend erschien. Ich wollte die Zeichnungen skizzenhaft wirken lassen, unvollendet. Die Emotion sollte den Bildern Farbe verleihen. Die Emotionsgeister zeichnete ich mir vor und nach einer kurzen Überwindung begann ich mit Gouache Farbe aufs Papier zu geben. Die größte Herausforderung für mich war es für mich, mich für einen Hintergrund zu entscheiden, welcher die Bilder zusammen als Serie erkennen lässt aber dennoch die dargestellten Gefühle hervorhebt und unterstützt. So entschied ich mich für Grautöne. Bei der Wut wollte ich die Kanten noch mehr hervorheben. Ich hatte das Glück für drei Tage bei Ulrike Tomasch im Atelier arbeiten zu dürfen. Sie ist mir in ihrem künstlerischen Schaffen schon lange ein großes Vorbild und es war sehr bereichernd ihre Unterstützung und Expertise haben zu dürfen. Mit meinen Bildern wollte ich darstellen wie eine Emotion, wie ein Knoten, wenn man sich unwohl fühlt oder ein Kribbeln, wenn man voller Freude steckt, in einem sitzen. Wie Geister, die kommen und gehen. Völlig unsichtbar, aber spürbar. Durch Gefühle bekommt das Leben Farbe.
Ein Highlight meines Projekts war, als ich die Decke fertiggestellt habe. Das letzte Quadrat zu häkeln und die ganze Decke zum ersten Mal zu sehen, war ein unglaublich erfüllendes Gefühl. 037 MOVE TO NEXT PAGE ZWISCHEN ZWEI WELTEN Im Jahr 2002 wagte meine Familie, bestehend aus meiner Mutter, meinen Schwestern und mir, den Schritt nach Wien. Mein Vater arbeitete schon seit Jahren in Wien, und seine Bindung zu dieser lebendigen Stadt knüpfte den ersten Kontakt zu unserem neuen Zuhause. Unser Entschluss, nach Wien zu ziehen, war geprägt von dem Wunsch nach neuen Möglichkeiten und einem besseren Leben. Sandzak ist ein kulturell reiches Gebiet im Südwesten Serbiens und im Nordosten Montenegros, das oft übersehen wird. Es ist kein eigenständiges Land, sondern eine Region mit einer einzigartigen Geschichte und Kultur, die von verschiedenen Ethnien geprägt ist. Nahezu meine ganze Familie, sowohl von mütterlicher als auch väterlicher Seite, wohnt in Novi Pazar. Obwohl uns die Entfernung trennt, bleibt unsere Verbindung fest, und der Sandzak wird stets ein Teil unserer Identität bleiben. Die ständige Reise zwischen Novi Pazar und Wien hat mich gelehrt, dass Heimat mehr ist als nur ein Ort auf der Landkarte – sie ist ein Gefühl, das tief in uns verwurzelt ist. Sowohl Novi Pazar als auch Wien sehe ich als Heimat, sie sind die Eckpfeiler meiner Identität. Wien, mit seiner pulsierenden Energie und den endlosen Möglichkeiten, hat mir neue Horizonte eröffnet und mich geprägt. Doch die ruhigen Straßen und die familiäre Wärme von Novi Pazar sind genauso Teil meiner Seele. Die Geschichten und Traditionen beider Städte verschmelzen in mir zu einem stimmigen Ganzen, und ich bin dankbar, beide Orte Heimat nennen zu dürfen. ALMEDINA HAMIDOVIC
038 MOVE TO NEXT PAGE In meinem Abschlussprojekt habe ich eine Landkarte gestickt, die meine Herkunft und mein Leben symbolisiert. In der Mitte ist ein anatomisch geformtes Herz, welches das lebendige Dasein zwischen zwei Welten symbolisiert. Eine dieser Welten, das lebhafte und dennoch so vertraute Wien, meinen Wohnort, zeichne ich durch feine Stickereien aus. Hier verbringe ich die meiste Zeit meines Lebens, und doch, wenn ich fort bin, sehne ich mich stets nach seinen belebten Straßen und vertrauten Gesichtern. Gleichzeitig habe ich auch Novi Pazar, meinen Geburtsort, in die Karte hervorgehoben, um meine Wurzeln darzustellen. Die Verbundenheit zu diesen Städten wird durch eine feine Schnur dargestellt, die sich zwischen ihnen erstreckt. Das Thema Moving E Motions habe ich versucht durch die Schnur und den Bus darzustellen. Ein kleiner Bus, der an einer Schnur hängt, steht für meine ständige Reise zwischen diesen beiden Welten. Wenn ich in Wien bin, sehne ich mich nach der Wärme und Verbundenheit von Novi Pazar. Doch wenn ich dort bin, ruft mich die Dynamik und das pulsierende Leben Wiens. - Der Kreativität freien Lauf lassen - Etwas Bedeutendes herstellen - Neue Fähigkeiten entfalten
Den Spitznamen "Lili Polla" gab ich mir selbst als Kleinkind. Heute kennen mich auch all meine Freunde hauptsächlich unter diesem Namen und deswegen habe ich ihn auch als meinen "Künstlernamen" ausgewählt. 039 MOVE TO NEXT PAGE SONG "I KNOW WHAT I FEEL" Schon als Volksschulkind interessierte ich mich sehr für Musik. Auch damals habe ich bereits teilweise begonnen deutsche Liedtexte zu schreiben, hatte aber noch keine Möglichkeit diese Texte musikalisch zu begleiten, da ich kein Musikinstrument spielen konnte. Später lernte ich dann Gitarre zu spielen und außerdem entdeckte ich meine Liebe für englische Texte und Popsongs. Von da an textete ich immer wieder einmal und musizierte dann auch dazu. Als dann beim ersten Termin des Abschlussprojektes das Thema „moving E-Motions“ enthüllt wurde, musste ich sofort wieder an all diese vorherigen Erfahrungen mit dem Komponieren eines eigenen Songs denken und mir war klar, dass ich ein Lied schreiben wollte, das andere Menschen im besten Fall genauso in ihren Gefühlen bewegt, wie das die Musik bei mir schon so oft gemacht hat. Mein Lied handelt deswegen auch von Emotionen, der Gefühlswelt und wie man am besten damit umgeht. Der Text zu meinem Song war dann so schnell geschrieben, dass ich sogar von mir selbst überrascht war: Die Wörter und Zeilen flogen mir fast schon zu – teilweise auch mitten in der Nacht oder in den verschiedensten Situationen unter Tags. Diese Ideen wurden dann zuerst einmal als Notizen in mein Handy eingetragen, bis ich dann irgendwann die Zeit dazu fand, mich mit meiner Gitarre hinzusetzen, die Textzeilen zu ordnen, teilweise zu vervollständigen und zu versuchen, die passenden Akkorde dazu zu finden. Um die Ideen bezüglich der LISA RATHPOLLER Highlight: Meinen eigenen Song am Ende zu hören und ihn dann auch noch auf einer Bühne mit der Hilfe meiner Kolleginnen aufführen zu dürfen ist einfach toll!
040 MOVE TO NEXT PAGE Musik und den Akkordabfolgen nicht zu vergessen, habe ich zwischendurch auch immer wieder kurze Audioaufnahmen von meinem Summen, Gitarre-Spielen und Gesang am Handy gemacht. Das daraus resultierende Leadsheet (Text + Akkorde) habe ich dann handschriftlich auf meinem Tablet festgehalten. Als der Song dann so weit fertig aufgeschrieben war, entschied ich mich dazu ihn auch noch digital über die Website „Bandlab“ zu vertonen und somit auch eine Aufnahme des Songs, nicht nur mit meiner Gitarre, sondern auch mit mehreren Instrumenten zu erstellen. Das Programm hat mir einige Stolpersteine in den Weg gelegt, da ich mit Musikproduktion prinzipiell noch überhaupt keine Vorerfahrung hatte und mich demnach auch nicht wirklich auf der Website auskannte. Dennoch konnte ich diese zum Glück alle überwinden und dann auch eine tolle und vielseitige Version meines Songs produzieren. Zu guter Letzt gehört zu einem Song auch ein Singlecover. Dieses habe ich ebenfalls digital auf meinem Tablet mit der Hand gezeichnet. Die Idee dazu kam mir, während dem Üben meines Songs – dieses Bild tauchte einfach immer öfter in meinem Kopf auf, während ich sang und auf der Gitarre spielte. Also dachte ich, dass ich es auch mit einbeziehen sollte und nun ist es auch das Bild, welches man im YouTube-Video während des Hörens meines Songs auch sehen kann. Das Songwriting und Produzieren meines eigenen Songs war für mich eine tolle Erfahrung, die mir unglaublich viel Spaß gemacht hat. Ich habe also ein neues Hobby für mich gefunden, welches ich sicherlich in Zukunft – vereinfacht auch mit den Kindern in der Klasse – weiterführen werde. https://www.youtube.com/watch?v=NSskYiUWRbg
Das Highlight war für mich, als endlich alles fertig war und ich gemerkt habe, dass sich die Arbeit gelohnt hat. 041 MOVE TO NEXT PAGE MIRROR OF EMOTIONS Ich habe sehr lange überlegt, was ich für ein Projekt machen möchte. Ich wollte etwas machen, was mich selbst bewegt und so bin ich auf folgende Idee gekommen: Wir sehen unser Spiegelbild jeden Tag enorm oft. Häufig fällt uns dies nicht einmal bewusst auf. Doch eigentlich, spielt es eine sehr wichtige Rolle. Wenn wir in einen Spiegel schauen, betrachten wir nicht nur unser äußeres Erscheinungsbild, sondern auch unsere inneren Zustände und Gefühle. Der Spiegel fungiert als Schnittstelle zwischen unserer inneren Welt und der äußeren Realität. Er reflektiert nicht nur unser physisches Erscheinungsbild, sondern auch unsere Stimmungen und Empfindungen. Wenn wir traurig sind, sehen wir vielleicht Traurigkeit in unseren Augen. Wenn wir glücklich sind, spiegelt sich dieses Glück in unserem Lächeln wider. Der Spiegel erinnert uns daran, dass unsere Emotionen nicht isoliert sind, sondern in unserem äußeren Verhalten sichtbar werden. Er erinnert uns daran, dass wir uns entwickeln, lernen und wachsen. Jedes Mal, wenn wir in den Spiegel schauen, sehen wir nicht nur unser gegenwärtiges Selbst, sondern auch die Vergangenheit und die Möglichkeiten der Zukunft. TANJA DULHOFER
042 MOVE TO NEXT PAGE Wieso ist der Spiegel so auffällig gestaltet? Die weiteren kleinen Spiegel Elemente am Rand des großen Spiegels stehen für mich symbolisch als alle Emotionen, die wir bereits gefühlt haben oder noch fühlen werden. Außerdem ist dieser Spiegel etwas Besonderes. Er ist sehr auffällig, weshalb man bewusst hinsieht. Dies ist für mich sehr wichtig, da ich genau dies erreichen möchte: Das Bewusste beobachten von sich selbst und seinen Gefühlen. Weiters ist es wichtig sich die Frage zu stellen, was löst es in mir aus, wenn ich genau in diesen Spiegel hineinschaue. Fühlt es sich gut an oder ist es vielleicht doch etwas überfordernd? Diese Frage habe ich mir auch gestellt, als ich den Spiegel hergestellt habe. Ich persönlich habe für mich schon eine Antwort gefunden: In mir kommt ein gewisses Gefühl der Freude hervor, da er sehr viel glänzt. Er erinnert mich fast schon an eine Discokugel, welche ja ebenfalls symbolisch für Tanzen und gute Laune steht. Trotzdem möchte ich auch alle anderen Leute dazu einladen einfach bewusst in den Spiegel zu schauen und zu beobachten, was passiert und was für Gefühle hervorkommen, wenn sie genau in diesen Spiegel schauen. (Am Besten dafür eignet sich übrigens ein Raum, in dem nichts anderes steht außer dieser Spiegel. So gibt es nämlich keine Ablenkung, und man kann sich ganz auf sich selbst fokussieren.)
Besonders spannend war für mich die Herstellung der einzelnen Kostüme. Ich hatte zuvor keine genaue Idee, was ich anfertigen möchte. Ich fand auf Willhaben eine große Überraschungsstofftasche. Als ich mir danach jeden einzelnen Stoff genau ansah, überlegte ich dabei, woran er mich erinnerte. Ob der Stoff Bilder oder Erinnerungen in mir hervorbrachte. Das war eine besondere Erfahrung, da ich dadurch noch mehr emotionalen und persönlichen Bezug zu den einzelnen Kostümen herstellte. 043 MOVE TO NEXT PAGE MEINE KOSTÜMKISTE Das Ziel meines Projektes ist es eine Kostümkiste für meinen Klassenraum zu erstellen, gefüllt mit simplen Verkleidungsstücken wie Kronen, Kopfbedeckungen, Röcken, Überziehkleidern und Accessoires wie Zauberstäben. Diese Kostüme sollen den Schülern und Schülerinnen ermöglichen, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und andere Perspektiven einzunehmen. Die Idee stammt aus meiner eigenen Kindheit, als Verkleidungen nach der Scheidung meiner Eltern eine wichtige Rolle für mich spielten. Meine eigene Kostümkiste erlaubte es mir der Realität zu entfliehen und einfach für kurze Zeit jemand anderes zu sein. Warum verkleiden sich Menschen? Kostüme ermöglichen es Menschen, ihr Äußeres zu verändern und in eine andere Rolle zu schlüpfen. Verkleidungen haben eine lange Geschichte, welche bis in die Antike zurückreicht, wo Kostümierungen für rituelle Zwecke und Theateraufführungen genutzt wurden. Im Mittelalter und der Renaissance entwickelten sich dann Maskenbälle und Faschingsfeste, die den Menschen ermöglichten, der Realität zu entfliehen. Heute verkleiden sich Menschen aus verschiedenen Gründen, darunter das Bedürfnis nach Freiheit, die Erkundung neuer Rollen und das Erforschen von Identitäten. CORNELIA SKORPIS
044 MOVE TO NEXT PAGE Die Rolle von Verkleidungen in der kindlichen Entwicklung Für Kinder spielt das Verkleiden eine bedeutende Rolle in ihrer Entwicklung. Es fördert Fantasie, Kreativität, soziale Fähigkeiten und Empathie, indem Kinder lernen, die Perspektiven anderer einzunehmen und ihre eigenen Gefühle auszudrücken. Das Verkleiden schult auch kognitive Fähigkeiten wie das Verstehen von Symbolen und das Umsetzen komplexer Vorstellungen in Handlungen. Motorische Fähigkeiten werden durch das An- und Ausziehen der Kostüme weiterentwickelt. Darüber hinaus unterstützt das Verkleiden die emotionale Entwicklung, indem es Kindern erlaubt, sich in einem sicheren Rahmen auszuprobieren, Ängste zu überwinden und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Projektplanung und Materialien Die Kostümkiste wurde aus einer alten Holztruhe hergestellt, welche ich auf dem Dachboden unseres neuen Hauses gefunden habe. Für die Kostüme wurden Materialien wie alte Kinderkleidung, Stoffreste, Tüllstoffe, Haarreifen und diverse Accessoires verwendet. Die Materialien wurden größtenteils aus Spenden von Familie, Freunden und meiner eigenen Klasse sowie aus Käufen bei Willhaben und Flohmärkten beschafft. Mir war es wichtig bei der Herstellung der Kostüme auf Nachhaltigkeit zu achten. Fazit Das Projekt ist eine Herzensangelegenheit von mir, welche darauf abzielt, durch Verkleidung die wichtige emotionale und kreative Entwicklung bei Kindern zu fördern. Die Kostümkiste wird nicht nur als Werkzeug für fantasievolles Spiel dienen, sondern auch als Mittel, um Empathie, soziale Fähigkeiten und Selbstbewusstsein zu stärken. Die Kiste ist ein langlaufendes Projekt. Ich möchte auch in Zukunft gerne noch weiter Kostüme herstellen, so dass die Kiste mit mir als Lehrperson weiterwächst. Arbeitsablauf Zu Beginn habe ich die alte Holztruhe restauriert. Dafür habe ich sie gereinigt, geschliffen, gekittet, neu lasiert und mit alten Eisengriffen verziert. Anschließend habe ich aus Stoff einen großen Sack genäht, diesen habe ich mit Klettverschluss in der Kiste angebracht. Danach habe ich begonnen die einzelnen Kostüme herzustellen. Bei den Kostümen habe ich verschiedene kleinere Verkleidungen hergestellt. Auf die Art und Weise können die Kinder die Kostüme untereinander mischen und dabei neue kreieren. Gleichzeitig können dann auch Kinder, welche sich nicht groß verkleiden wollen, mitmachen. Die Kostüme wurden auf verschiedene Arten und Weisen hergestellt.
Die Highlights meines Projekts waren die vielfältig entstandenen Kunstwerke und die bewusste Auszeit, die ich mir dabei genommen habe. 045 MOVE TO NEXT PAGE INTUITIVES MALEN Mein Abschlussprojekt beschäftigt sich mit intuitivem und emotionalem Malen. In einer schwierigen Lebensphase war das Malen für mich eine beruhigende und ausgleichende Tätigkeit. Ich ließ meine Gefühle, Gedanken und Impulse frei auf die Leinwand fließen. Das Malen half mir, emotionale Zustände auszudrücken und zu verarbeiten. Jedes Bild entstand spontan; manche schildern Orte, an denen ich gerade gerne wäre, andere sind abstrakte Kunst. Die Kunstwerke entstanden hauptsächlich im Freien, im Garten meiner Eltern. Das Malen wirkte beruhigend und entspannend auf mich. Es ermöglichte mir eine Auszeit vom stressigen Alltag und den äußeren Schwierigkeiten. Durch mein Projekt fand ich ein inneres Gleichgewicht und eine tiefe Verbindung zu mir selbst zu spüren. Intuitives und emotionales Malen ist eine Praxis, die mir persönlich viele wertvolle Vorteile bietet. Es ist mehr als nur ein Hobby; es ist eine tiefgreifende Methode der Selbstentfaltung und des inneren Wachstums. Durch intuitives Malen kann ich meine innersten Gefühle und Gedanken frei ausdrücken. Oft finde ich es schwierig, meine Emotionen in Worte zu fassen, aber durch das Malen kann ich sie visuell darstellen. Dieser Prozess hilft mir, meine Gefühle besser zu verstehen und zu verarbeiten. Das intuitive Malen erlaubt mir, ohne Einschränkungen oder Vorgaben zu arbeiten. Ich muss mich nicht an traditionelle Maltechniken halten oder TAMARA UNGERSBÖCK
046 MOVE TO NEXT PAGE Erwartungen erfüllen. Diese kreative Freiheit ist befreiend und inspirierend. Sie erlaubt mir, neue Techniken auszuprobieren und meine kreative Seite ohne Angst vor Fehlern oder Urteilen zu erkunden. Das Malen hilft mir, Stress abzubauen und zu entspannen. Wenn ich male, konzentriere ich mich voll und ganz auf den Prozess und vergesse dabei die Sorgen des Alltags. Es ist eine Form der Meditation, die mir hilft, im Moment zu leben und Achtsamkeit zu üben. Diese Praxis hat eine beruhigende Wirkung auf mich und reduziert mein Stressniveau erheblich. Nach einer Mal-Session fühle ich mich oft erfrischt und innerlich ausgeglichen. Ebenso ist intuitives Malen für mich ein Weg zur Selbstentdeckung. Durch das Malen entdecke ich oft neue Aspekte meiner Persönlichkeit und meines inneren Wesens. Es ermöglicht mir, tiefer in mein Unterbewusstsein einzutauchen und verborgene Gedanken und Gefühle zu erkennen. Dieser Prozess der Selbstreflexion und Selbsterkenntnis trägt zu meinem persönlichen Wachstum bei und hilft mir, mich besser zu verstehen und zu akzeptieren. In einer Welt, die oft hektisch und überwältigend sein kann, bietet mir das Malen einen Zufluchtsort der Ruhe und Selbstentfaltung. Es ist eine persönliche Reise, die mir hilft, inneren Frieden und Erfüllung zu finden.
Die Highlights meines Projekts waren die vielfältig entstandenen Kunstwerke und die bewusste Auszeit, die ich mir dabei genommen habe. 047 MOVE TO NEXT PAGE GEBETSTEPPICH Der Gebetsteppich, auch bekannt als Sajjada oder Sejjadeh, ist ein traditionelles religiöses Utensil im Islam, das von Muslimen verwendet wird, um auf einer sauberen Oberfläche zu beten. In meiner Familie besteht die Tradition, Gebetsteppiche selbst zu sticken. Im Kontext des Themas "Moving Emotion" beziehen wir uns auf die Verbindung zwischen Bewegung und Emotion und die Fähigkeit bestimmter Bewegungen und physischer Handlungen, emotionale Reaktionen hervorzurufen. In diesem Zusammenhang kann ein Gebetsteppich eine Rolle spielen, indem er die Bewegungen und die Emotionalität des Gebetsprozesses verstärkt oder unterstützt. Wir haben in unserer Familie sehr typische Muster für Gebetsteppiche, aber ich entschied mich für etwas Modernes und Kulturelles. Die Tulpe ist ein Symbol der türkischen Kultur und Geschichte. Während der osmanischen Herrschaft wurden Tulpen zu einem bedeutenden kulturellen Motiv und fanden Verwendung in verschiedenen Kunstformen wie Malerei, Keramik und Textilien. Darüber hinaus habe ich die Tulpe gewählt, weil mein Name aus einer Kunstform stammt, die als Ebruli bekannt ist. Ebruli ist eine traditionelle türkische Kunst des Marmorierens, bei der Farben auf eine Wasseroberfläche getröpfelt und mit speziellen Techniken Muster erzeugt werden. Diese Muster können dann auf Papier oder Stoff übertragen werden. EBRU YAVAS
048 MOVE TO NEXT PAGE Tulpen und Ebruli sind eng miteinander verbunden und haben eine gemeinsame Geschichte in der türkischen Kunst und Kultur. Tulpenmotive wurden oft in EbruliDesigns integriert, um kunstvolle Muster und Designs zu schaffen. Heute wird diese Tradition fortgeführt, und Tulpenmotive sind immer noch beliebte Motive in der EbruliKunst. Diese Verbindung zwischen Tulpen und Ebruli verdeutlicht die tiefe kulturelle Bedeutung und Wertschätzung dieser Blumen in der türkischen Kunst und Kultur. Insgesamt kann der Gebetsteppich als physisches Objekt betrachtet werden, das eine Vielzahl von Emotionen im Rahmen des spirituellen und rituellen Gebetsprozesses in der muslimischen Tradition hervorruft und verstärkt.
Mein Highlight war der Prozess des Projekts. Ich hatte eine genaue Vorstellung davon, wie es am Ende aussehen sollte, aber den Weg dorthin zu gehen, war etwas ganz Besonderes. Vieles musste ausprobiert werden, Fehler wurden gemacht und daraus Erkenntnisse gewonnen, die mich immer weiter voranbrachten. Selbst jetzt, nachdem ich fertig bin, würde ich beim nächsten Mal eine andere Herangehensweise ausprobieren. Es ist wunderbar zu sehen, wie aus einer leeren Leinwand und Filz etwas Einzigartiges entsteht. 049 MOVE TO NEXT PAGE FILZBLUME Das diesjährige Thema des Abschlussprojektes hat mich dazu gebracht, über die Dinge nachzudenken, die mich emotional berühren und bewegen. Ich habe mich gefragt: Was löst in mir positive Emotionen aus? Was bewegt mich tief im Inneren? Nach vielen Überlegungen und Reflexionen wurde mir klar, dass vor allem die Natur eine zentrale Rolle in meinem Leben spielt. Ob es eine Wanderung in den Bergen ist, das Schwimmen im See, der Sonnenuntergang am Meer oder ein Spaziergang im Wald – all diese Erlebnisse sind für mich mit Lebensenergie, innerem Wachstum und Glücklichsein verbunden. Dieses Gefühl der tiefen Verbindung zur Natur wollte ich in meinem Kunstwerk darstellen. Für mich verkörpert eine Blume all diese Emotionen und die Lebendigkeit der Natur. Sie symbolisiert Schönheit, Wachstum und die Freude am Leben. Für mein Kunstwerk habe ich Filz als Hauptmaterial gewählt, da es sich leicht formen und verarbeiten lässt und gleichzeitig eine warme, weiche Textur hat, die die Natur gut repräsentiert. Mit einem dünneren Filz habe ich zunächst eine große Leinwand tapeziert. Die Blume selbst besteht aus vielen einzelnen, dickeren Filzblüten, die durch die Anordnung und die dreidimensionale Gestaltung einen Eindruck von ANNA DANKL
050 MOVE TO NEXT PAGE Bewegung und Lebendigkeit hinterlassen. Die Farbe ist neutral gehalten, dadurch kommt die Struktur des Projekts und das Spiel von Licht und Schatten mehr zur Geltung. Ich habe mich entschieden, mein Kunstwerk im Stil von Anne Kyyrö Quinn zu gestalten. Ihre Arbeit fasziniert mich durch die organischen Formen und die textilen Strukturen, die eine gewisse Lebendigkeit und Bewegung ausstrahlen. Besonders ihr "Tulip Wall Panel" hat mich inspiriert. Für die Filzblume habe ich zuerst sehr viele Blütenformen auf den Filz aufgezeichnet und diese ausgeschnitten. Durch Superkleber wurden aus einem zweidimensionalen Filz Blütenblätter geformt. Dann begann ich in der Mitte der Leinwand, die Blätter aufzukleben. Nach jeder Reihe kamen mehr Blüten hinzu, und die Filzblume wuchs von innen nach außen und wurde immer größer. Mein Abschlussprojekt "Filzblume" ist mehr als nur eine künstlerische Arbeit. Es ist eine Hommage an die Natur und die positiven Emotionen, die sie in mir auslöst. Es ist ein Ausdruck von Lebensenergie, innerem Wachstum und Glücklichsein, verkörpert in der Form einer Blume aus Filz.