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Published by w.weinlich, 2024-06-12 12:04:06

Abschlussprojekte Moving Emotion SoSe24

Abschlussprojekte Moving Emotion SoSe24

Mein persönliches Highlight ist, dass ich trotz der zahlreichen Herausforderungen, denen ich während des Projekts gegenüberstand, meine Vision erfolgreich umsetzen konnte. Von Diebstahl meiner Arbeitsplatte bis hin zu technischen Problemen beim Bohren – ich habe nicht aufgegeben und meine Montessori-Wand so gestaltet, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es erfüllt mich mit Stolz zu sehen, wie meine Bemühungen Früchte tragen und eine inspirierende Lernumgebung geschaffen haben, die die Neugier und Begeisterung der Kinder weckt. 051 MOVE TO NEXT PAGE MONTESSORI - WAND Montessori-Lernwand Inspiriert von der Montessori-Methode habe ich ein Projekt entwickelt, das die Lernumgebung für Vorschulkinder und Erstklässler bereichert. Meine Vision war es, einen Raum zu schaffen, der nicht nur zum Lesen anregt, sondern auch durch haptische Elemente und interaktive Funktionen das Lernen unterstützt. Um dieses Ziel zu erreichen, begann ich mit einer gründlichen Recherche nach hochwertigem Material und Ideen für die Gestaltung der Wand. Dabei war mir wichtig, dass die Materialien robust und langlebig sind, um den täglichen Gebrauch in einer Schulklasse standzuhalten. Mit einer klaren Vorstellung von meinem Projekt begann ich mit dem Bau der Montessori-Wand. Dabei legte ich besonderen Wert darauf, verschiedene Themenbereiche wie Frühling, Sommer, Herbst und das Weltall einzubeziehen, um den Kindern eine vielfältige Lernerfahrung zu bieten. Ein Schlüsselaspekt meines Projekts war die Integration von interaktiven Elementen wie beweglichen Teilen und Geräuschelementen. Ich investierte viel Zeit und Mühe, um sicherzustellen, dass die Kinder nicht nur visuell, sondern auch haptisch und auditiv ansprechende Erfahrungen machen können. ÖZLEM AYVAZ


052 MOVE TO NEXT PAGE Die Gestaltung der Wand erfolgte mit lebendigen Farben und knalligen Mustern, um die Aufmerksamkeit der Kinder zu fesseln und ihre Neugier zu wecken. Jedes Detail wurde sorgfältig geplant, um eine stimulierende Lernumgebung zu schaffen. Ein besonderes Anliegen war es mir, den Kindern einen Raum zu bieten, in dem sie selbstständig forschen, entdecken und lernen können. Daher habe ich Wert darauf gelegt, dass die Montessori-Wand nicht nur zur Dekoration dient, sondern aktiv zum Lernprozess beiträgt. Mit dem Abschluss meines Projekts bin ich stolz darauf, eine inspirierende und lehrreiche Lernwand geschaffen zu haben, die den Schülern meiner Klasse eine einzigartige Lernerfahrung bietet. Meine Hoffnung ist es, dass diese Wand nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die Begeisterung für das Lernen weckt und die Neugier der Kinder fördert.


Mein Highlight war der Prozess des Projekts. Ich hatte eine genaue Vorstellung davon, wie es am Ende aussehen sollte, aber den Weg dorthin zu gehen, war etwas ganz Besonderes. Vieles musste ausprobiert werden, Fehler wurden gemacht und daraus Erkenntnisse gewonnen, die mich immer weiter voranbrachten. Selbst jetzt, nachdem ich fertig bin, würde ich beim nächsten Mal eine andere Herangehensweise ausprobieren. Es ist wunderbar zu sehen, wie aus einer leeren Leinwand und Filz etwas Einzigartiges entsteht. 053 MOVE TO NEXT PAGE KÜNSTLERINNEN-HOLZSCHNITTE Als das Thema des Abschlussprojekts verkündet wurde – „Moving E Motion“ – war mir klar, dass mein Abschlussprojekt etwas sein musste, das mich bewegt. Als sehr kunstinteressierte Person habe ich mich in den letzten Jahren vermehrt mit feministischer Kunst auseinandergesetzt, bzw. mit Flinta*-Kunstschaffenden. Da die Kunstwelt nach wie vor eine sehr männlich geprägte ist, finde ich es wichtig, Flinta*-Künstler*innen mehr Beachtung zu schenken. Ich habe also beschlossen, mich näher mit Künstler*innen zu befassen, die mich inspirieren und deren Arbeit mir gefällt. Nun musste ich mich noch auf das Medium festlegen, durch das ich selbst Kunst erschaffen wollte. Da ich das Abschlussprojekt im technischen Werken machen wollte, aber mich auch bildnerisch betätigen wollte, kam ich schnell auf die Idee, Holzschnitte anzufertigen. In der Schulzeit und auch danach habe ich immer wieder Erfahrungen mit Linolschnitten gemacht, jedoch wollte ich nun das Abschlussprojekt nutzen, etwas Neues auszuprobieren. Ich hatte immer Respekt vor Holzschnitten, da ich dachte, dass es wesentlich mehr körperliche Anstrengung, beziehungsweise das richtige Werkzeug erfordert. Das richtige Werkzeug war definitiv erforderlich, aber es war schlussendlich körperlich nicht viel anstrengender, als einen Linolschnitt anzufertigen. Glücklicherweise gab es das benötigte Werkzeug bereits an der PH; wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich ein anderes Medium wählen müssen. NATALIE SCHMID


054 MOVE TO NEXT PAGE Der Holzschnitt ist eine Hochdruck-Technik. Aus einem hölzernen Block werden reliefartig Teile herausgeschnitten. Die bleibenden erhabenen stellen werden eingefärbt und mit der Hand oder mit Hilfe einer Presse auf Papier gedruckt, wobei ein seitenverkehrter Abdruck entsteht. Als ich überlegt habe, welche Künstlerinnen ich behandeln möchte, habe ich eine Liste an Künstlerinnen erstellt, die ich mag und deren Person und Werk gut in einem Holzschnitt umsetzbar sind. Ich habe mich dann schnell auf Yayoi Kusama und Louise Bourgeois festgelegt. Yayoi Kusama war eine der ersten Künstlerinnen, für die ich mich mehr interessierte, die ich sehr eindrucksvoll fand und die ich vor einigen Jahren in einer Ausstellung in Stockholm kennengelernt habe. Louise Bourgeois folgte bald danach. Dann habe ich überlegt, wer die dritte Künstlerin sein könnte, die ich mit einem Holzschnitt behandeln möchte. Neben dem Studium habe ich mehrere Jahre im Kunstforum Wien gearbeitet, wo ich viele verschiedene Künstler*innen näher kennenlernen durfte. Unter anderem habe ich dort während der Ausstellung „The Cindy Sherman Effect“ Catherine Opie entdeckt, eine US-amerikanische Künstlerin, die vor allem durch fotografische Porträts von Transgender, Tätowierten und Homosexuellen bekannt wurde. Nun ging es an die Umsetzung des Projekts. Ich habe mehrere Skizzen angefertigt und versucht herauszufinden, welche Stellen weggeschnitten werden sollten. Mein erster Holzschnitt war der mit Yayoi Kusama. Ich habe das Motiv am Holz vorgezeichnet und angefangen Teile wegzuschneiden. Mein Fazit des ersten Holzschnitts war, dass es sehr wichtig ist, die Laufrichtung des Holzes zu beachten, da es sonst sehr schnell zu Rissen kommt. Feine Ausschnitte haben sich als sehr schwierig herausgestellt, da das Holz einfach ein zu grobes Material dafür ist. Ich habe auch bemerkt, dass man für manche und vor allem scharf geschliffene Messer keinen Klöppel benötigt, mit dem man auf das Messer schlägt. Es war bloß wichtig, die Umrisse davor vorzuschneiden, da sonst zu große Flächen weggerissen worden wären. Für große Flächen war es sinnvoll einen Klöppel zu benutzen, da so schneller mehr Holz weggeschnitten werden kann. Nachdem der erste Druckstock angefertigt war, ging es auch schon ans Drucken. Bei den ersten Versuchen ist das Blatt manchmal verrutscht und die Drucke sind sehr fleckig geworden. Ich kam zu der Erkenntnis, dass die Farbe besser am Holz haftet, wenn schon mehrere Farbschichten am Holz aufgetragen wurden. Beim zweiten (Bourgeois) Holzschnitt habe ich erkannt, dass es sehr schwierig ist, Feinheiten auszuschneiden. Dennoch funktionierte es mit der Zeit immer besser und die Bewegungen, die man bei einem Holzschnitt ausführen muss, waren immer flüssiger.


In meinem Abschlussprojekt habe ich mich mit emotionaler Selbstwahrnehmung und Kommunikation beschäftigt. Dabei war eine meiner zentralen Erkenntnisse, dass viele Menschen oft sagen „Mir geht es gut“, obwohl das nicht ihrer wahren Gefühlslage entspricht. Diese Entdeckung hat mir gezeigt, wie wichtig authentische Kommunikation für unsere emotionale Gesundheit ist. Es hat mich tief beeindruckt, wie individuell wir Emotionen erleben und wie oft wir unsere wahren Gefühle verbergen. Dieses Wissen hat meine Sicht auf zwischenmenschliche 055 MOVE TO NEXT PAGE TÜREN DER SEELE Das Projekt "Türen der Seele" zeigt die vielfältigen Emotionen und Momente, die in unserer Gesellschaft oft hinter einer glänzenden Fassade verborgen bleiben. In einer Gesellschaft, die oft nur Glück und Erfolg zelebriert, werden diejenigen, die sich überfordert, isoliert oder traurig fühlen, leicht übersehen. Dies führt zu einer Diskrepanz zwischen dem, was öffentlich gezeigt und gefeiert, und dem, was individuell empfunden wird. An Tagen wie dem Weltfrauentag, Muttertag, Tag der Freundschaft wird besonders deutlich, wie kommerzielle Interessen und gesellschaftliche Erwartungen die wahren Gefühle der Menschen überschatten und deren echte Emotionen verzerren. Dieses Projekt strebt danach, die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen (sowohl die positiven als auch die negativen) sichtbar zu machen und zu verdeutlichen, wie diese im öffentlichen und privaten Raum erlebt werden (können). Das Projekt wird durch eine Reihe von Fotografien und interaktiven Installationen umgesetzt, die das wahre Erleben der Menschen einfangen. Das Projekt "Türen der Seele" beleuchtet unter Anderem den Internationalen Tag der Kinderrechte in den Blick, der jedes Jahr dazu dient, die fundamentalen Rechte der Kinder weltweit zu betonen. Dieser Tag soll Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse und Rechte der Kinder lenken und die Gesellschaften dazu anhalten, sich für deren Wohl einzusetzen. Doch trotz der hohen Ideale und der universellen Anerkennung dieser JESSICA TADIC


056 MOVE TO NEXT PAGE Rechte durch zahlreiche Länder, bleibt die Realität oft ernüchternd. Weltweit sind viele Kinder von Armut, Missbrauch und Vernachlässigung betroffen. Schulbildung und Schutz vor Gewalt, die als grundlegende Rechte betrachtet werden, bleiben für viele Kinder unerreichbare Privilegien. Das Projekt nimmt auch Bezug auf den Weltfriedenstag, der in seiner Idealvorstellung den globalen Wunsch nach Harmonie und Frieden symbolisiert. In der Realität jedoch, steht dieser Tag in scharfem Kontrast zu den andauernden Konflikten und dem Leid, der in vielen Teilen der Welt vorherrscht. Dieses Paradoxon spiegelt sich in den individuellen Emotionen der Menschen wider, die oft zwischen Hoffnung und Resignation schwanken, wenn sie mit den Nachrichten von Unruhen und Kriegen konfrontiert werden. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis und Bewusstsein für die oft verborgenen emotionalen Herausforderungen zu schaffen, die viele Menschen täglich erleben. Indem wir diese Gefühle sichtbar machen und offen darüber sprechen, können wir eine gesellschaftliche Atmosphäre fördern, die alle Emotionen als Teil der menschlichen Erfahrung akzeptiert und wertschätzt. Mein Abschlussprojekt will nicht nur aufklären und informieren, sondern auch Mitgefühl und ein tieferes menschliches Verständnis in der Gesellschaft fördern.


Das Highlight meines Projekts war es, die Vision des fertigen Hauses endlich vor Augen zu haben. Durch die Stickerei konnte ich nicht nur den aktuellen Zustand, sondern auch die zukünftige, vollendete Version des Hauses visualisieren. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie kraftvoll und bedeutungsvoll es sein kann, Träume und Vorstellungen durch handwerkliche Kunst greifbar zu machen. 057 MOVE TO NEXT PAGE GESTICKTE TRÄUME: EIN HAUS DER ERINNERUNGEN UND HOFFNUNGEN Das Abschlussprojekt, das ich zum Thema "Moving E Motion" geschaffen habe, trägt tiefgründige persönliche und emotionale Bedeutungen in sich. Im Rahmen dieses Projekts habe ich ein Haus auf eine Stoffleinwand gestickt, ein Haus, das nicht nur ein architektonisches Werk ist, sondern auch das Symbol für Träume, Hoffnungen und Erinnerungen meiner Familie. Dieses Haus in Bosnien wurde von meinem Vater entworfen, geplant und begonnen zu bauen. Leider konnte er es nicht vollenden, da er verstarb, bevor sein Traum Wirklichkeit werden konnte. Als mein Vater starb, ließ er meine Mutter mit uns drei Kindern zurück. Die finanzielle Belastung und die Verantwortung, uns alleine großzuziehen, machten es unmöglich, das Haus fertigzustellen. Dieses unfertige Haus blieb somit nicht nur eine bauliche Struktur, sondern auch ein Symbol für die unvollendeten Träume meiner Eltern und die Herausforderungen, denen wir als Familie gegenüberstanden. In meiner Arbeit habe ich das Haus auf eine einzigartige Weise dargestellt: Eine Seite der manuellen Flachstickerei zeigt das Haus in seinem jetzigen, unvollendeten Zustand – eine Erinnerung an das, was war und was nicht vollendet wurde. Die andere Seite zeigt das Haus so, wie es eines Tages aussehen soll – ein Symbol für die Träume und Hoffnungen, AMELISA ELKASEVIC


058 MOVE TO NEXT PAGE die meine Eltern für unsere Familie hatten. Um diese Vision zu realisieren, habe ich mich an meine Mutter gewandt und sie gefragt, wie sie und mein Vater sich das fertige Haus vorgestellt hatten. Ihre Beschreibungen und Erinnerungen sind in jede Naht und jeden Stich dieser Stickerei eingeflossen. Das fertige Werk ist nicht nur ein Kunstprojekt, sondern auch ein emotionales Erbe, das die Vergangenheit und die Zukunft miteinander verbindet. Das Haus in der Stickerei ist mehr als nur ein Gebäude; es ist ein Ort der Erinnerung, des Verlustes und der Hoffnung. Es repräsentiert die unermüdliche Arbeit und die Liebe meines Vaters, die Stärke und Opferbereitschaft meiner Mutter und die Träume, die trotz aller Widrigkeiten in unserer Familie weiterleben. Es ist ein Zeugnis dessen, was gewesen ist, und ein Versprechen dessen, was noch kommen wird. Mein Wunsch ist, dass dieses Haus eines Tages vollendet wird, so wie es in den Träumen meiner Eltern lebte. Durch dieses Projekt hoffe ich, nicht nur die Erinnerung an meinen Vater zu ehren, sondern auch die Hoffnung und die Visionen meiner Mutter zu bewahren und weiterzuführen. Dieses Haus auf der Stoffleinwand ist ein Symbol für die bewegenden Emotionen, die in unserer Familie tief verwurzelt sind – ein Zeugnis der Liebe, der Trauer, des Verlustes und der unerschütterlichen Hoffnung.


Das Feedback von den Menschen, die wir befragt haben. 059 MOVE TO NEXT PAGE SINNFRAGE - WAS IST DER SINN DES LEBENS? Für uns, Lara und Barbara, war es von Anfang an klar, dass wir im Rahmen unseres Projekts zum Thema „moving Emotion“ etwas schaffen wollten, das die Menschen direkt einbezieht. Die Entscheidung, Menschen zu befragen, fiel uns schnell ein, und bald darauf hatten wir auch die zentrale Frage unseres Projekts gefunden: Was ist der Sinn des Lebens? Diese Frage, so dachten wir, ist eine, die sich jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben stellt. Wir entschieden uns, Menschen auf der Straße zu befragen, was sich als eine größere Herausforderung herausstellte, als wir ursprünglich angenommen hatten. Wir mussten uns selbst überwinden und aus unserem Schatten springen, um Fremde anzusprechen. Oft erlebten wir Abweisungen, weil die Menschen dachten, wir wollten ihnen etwas verkaufen. Es war schön zu sehen, wie unterschiedlich die Menschen auf diese Frage reagierten. Manche fanden die Frage spannend und freuten sich, ihre Gedanken dazu zu teilen. Andere empfanden die Frage als zu intim. Während einige sofort eine Antwort parat hatten, brauchten andere lange, um darüber nachzudenken. Es wurde uns sogar gedankt, diese Frage gestellt zu haben, weil man sich voher noch nie Gedanken darüber gemacht hat. Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist von großer Bedeutung. Sie fordert uns heraus, innezuhalten und über unsere LARA SCHWALLER UND BARBARA POJETAR


060 MOVE TO NEXT PAGE Existenz nachzudenken. Was treibt uns an? Was gibt unserem Leben Bedeutung? Diese Reflexion kann uns helfen, bewusster und erfüllter zu leben. Sie kann uns Klarheit bringen und unsere Prioritäten neu ordnen. Sich diese Frage zu stellen, bedeutet, sich mit dem Kern unserer Menschlichkeit auseinanderzusetzen. Durch unsere Befragungen wurde uns klar, dass uns unsere Antworten auf diese Frage alle verbinden. Egal, wer vor uns stand, in unseren Herzen waren wir uns alle sehr ähnlich. Der Austausch mit so vielen unterschiedlichen Menschen war bereichernd und zeigte uns, dass trotz aller Unterschiede immer etwas Verbindendes vorhanden ist. Wir waren tief bewegt von den Gesprächen und den verschiedenen Perspektiven. Es berührte uns zu sehen, wie diese eine Frage die Menschen zum Nachdenken anregen konnte. Außerdem bewegt diese Fragen Menschen und hilft ihnen dabei sich diesen Sinn täglich bewusst zu werden. Die Antworten der Erwachsenen wurden auf schwarze Zettel geschrieben und die der Kinder auf weiße Zettel. So kann man die Unterschiedlichkeit der Antworten der Kinder und der der Erwachsenen besser erkennen. Es entsteht in einer Ecke eine Rauminstallation. Vor dieser Wand wird ein Stuhl stehen, und ein Ventilator wird die Zettel im Wind bewegen. Die Besucher:innen sollten sich auf den Stuhl setzen und in Ruhe darüber nachdenken können, was für sie der Sinn des Lebens ist und dabei ein Raumerlebnis erfahren. Nach all diesen Gesprächen und Überlegungen kamen wir zu dem Schluss:


DER SINN DES LEBENS IST ES, SEINEM LEBEN EINEN SINN ZU GEBEN.


JEDER VON UNS HAT DIE FÄHIGKEIT UND DIE VERANTWORTUNG, SEINEM LEBEN BEDEUTUNG ZU VERLEIHEN. DAS KANN DURCH LIEBE, DURCH ARBEIT, DURCH KUNST ODER DURCH JEDE ANDERE FORM DES AUSDRUCKS GESCHEHEN, DIE UNS ERFÜLLT UND UNS EIN GEFÜHL VON ZWECK GIBT. UNSER PROJEKT HAT UNS GEZEIGT, DASS DIE SUCHE NACH DEM SINN DES LEBENS EINE UNIVERSELLE ERFAHRUNG IST. SIE VERBINDET UNS ALLE, UNABHÄNGIG VON UNSEREN INDIVIDUELLEN WEGEN UND ERFAHRUNGEN. ES IST DIESE SUCHE, DIE UNS MENSCHLICH MACHT UND UNS IN UNSERER GEMEINSAMEN MENSCHLICHKEIT VEREINT. FÜR UNS WAR DIESES PROJEKT MEHR ALS NUR EINE AUFGABE. ES WAR EINE REISE ZU DEN HERZEN DER MENSCHEN, ZU DEN GEDANKEN UND GEFÜHLEN, DIE UNS ALLE BEWEGEN. ES HAT UNS INSPIRIERT, UNSER EIGENES LEBEN BEWUSSTER UND MIT MEHR BEDEUTUNG ZU LEBEN. WIR HOFFEN, DASS ES AUCH DIE ANDEREN MENSCHEN, DIE SICH AUF UNSEREN STUHL SETZEN DAZU INSPIRIERT, ÜBER DEN SINN IHRES LEBENS NACHZUDENKEN UND IHREN EIGENEN WEG ZU FINDEN, IHREM LEBEN BEDEUTUNG ZU GEBEN.


Besonders spannend fand ich es, einen Einblick in die Gefühlswelt der Menschen in meiner Umwelt zu bekommen. Ich fand es auch sehr aufschlussreich zu sehen, dass das äußere Erscheinungsbild sehr oft nicht die ganze Wahrheit über den emotionalen Zustand eines Menschen erzählt. Dies war öfter der Fall, als ich angenommen hätte. Was außerdem noch ein Highlight für mich war, war der Prozess des Malens selbst, da ich das sehr gerne mache. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mich auszuprobieren und unterschiedliche Gemälde zu malen. 063 MOVE TO NEXT PAGE VERBORGENE EMOTIONEN: INNERE WELTEN IM ÄUßEREN SCHEIN Ich habe mich dazu entschieden, für das Abschlussprojekt zum Thema „Moving E Motion“ Porträts zu malen, die den Kontrast zwischen dem inneren emotionalen Zustand einer Person und ihrem äußeren Erscheinungsbild zeigen. Ziel meines Projekts war es, die komplexen Gefühle, die Menschen in ihrem täglichen Leben erleben, visuell festzuhalten und zu vermitteln. Denn oft stehen diese Gefühle bzw. Emotionen im Widerspruch zum äußeren Erscheinungsbild, vor allem, wenn man sich nicht alleine, sondern unter Menschen bzw. in der Öffentlichkeit befindet. Zum Beispiel setzt man beim Treffen mit Freunden oder Bekannten oft ein Lächeln auf, obwohl man innerlich Trauer, Wut etc. empfindet. Um die emotionalen Zustände und deren äußerliche Widerspiegelung authentisch darzustellen, werden verschiedene Ansätze verwendet: 1. Fotografie: In einem ersten Schritt habe ich von Freunden, Familie etc. Fotos gemacht. Diese Fotos wurden aufgenommen, während sich die Personen in einer sozialen Interaktion befanden, also zum Beispiel beim Feiern, beim Picknick oder beim Treffen mit Freunden. Den Personen habe ich keine Anweisungen gegeben. Ich habe sie möglichst unvorbereitet und „natürlich“ in ihrer Interaktion fotografiert. Dabei haben ANNIKA PECK


064 MOVE TO NEXT PAGE sie eigentlich immer gelächelt. 2. Interview: Im zweiten Schritt habe ich die Personen möglichst zeitnah zur ersten Aufnahme interviewt. Sie sollten mir sagen, wie sie sich in der Situation, in der das Foto aufgenommen wurde, gefühlt haben. Oder ob es gerade etwas Bestimmtes gibt, das sie beschäftigt, auch im Moment der Aufnahme. Dabei ist herausgekommen, dass alle etwas Bestimmtes im Hinterkopf hatten, als ich das Foto aufgenommen habe. Das, was sie dabei empfanden, war zum Beispiel Wut, Unsicherheit bzw. Nachdenklichkeit oder Trauer. 3. Fotografie: Anschließend habe ich noch Fotos von den Personen in einer „sicheren Umgebung“ gemacht. Beispielsweise zuhause. Hier habe ich sie darum gebeten, die jeweiligen Gefühle/ Emotionen mittels Mimik und Gestik darzustellen. 4. Malen: Die Interviews und die Fotos habe ich dann kombiniert und Gemälde aus ihnen gemalt, die alle Komponenten miteinschließen. Dazu habe ich verschiedene Arten ausprobiert, die Gefühle/Emotionen auszudrücken. Ich habe die Farben spezifisch gewählt, die Gesichtsausdrücke den Emotionen entsprechend gemalt, ich habe mit den Größen der Leinwände gespielt usw. Mein Ziel war es auch, mich hier auszuprobieren und verschiedene Möglichkeiten zu nutzen, verschiedene Emotionen darzustellen. Ich wollte mich nicht auf einen bestimmten Stil oder eine bestimmte Art und Weise der Umsetzung beschränken.


Besonders spannend fand ich es, einen Einblick in die Gefühlswelt der Menschen in meiner Umwelt zu bekommen. Ich fand es auch sehr aufschlussreich zu sehen, dass das äußere Erscheinungsbild sehr oft nicht die ganze Wahrheit über den emotionalen Zustand eines Menschen erzählt. Dies war öfter der Fall, als ich angenommen hätte. Was außerdem noch ein Highlight für mich war, war der Prozess des Malens selbst, da ich das sehr gerne mache. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mich auszuprobieren und unterschiedliche Gemälde zu malen. 065 MOVE TO NEXT PAGE << E-MOTIONAL PDPD >> - PICTURE- DRAWING- POEM- DIARY Ich persönlich bin ein großer Fan von kleinen Worten mit großer Bedeutung. Außerdem zeichne ich gerne in meiner Freizeit und fotografiere meine Umgebung, wenn sie mich anspricht. So kam ich auf die Idee, die genannten drei Darstellungsformen miteinander in einem gemeinsamen Sammelsurium unter dem Thema “Moving Emotions” zu kombinieren. Demnach ist innerhalb meines Projektes mein sogenanntes „picture-drawingpoem-diary“, oder kurz „PdPd“, entstanden: Eine Bilder-FotoGedichtsammlung in Form eines Buches, mit der Intention, verschiedenste Emotionen und Eindrücke meinerseits zu Blatt zu bringen. Bei der Gestaltung der thematisch zum Text passenden Zeichnungen, beziehungsweise Foto-Collagen, habe ich auf Vielfalt sowohl in der Verwendung der Materialien als auch der Techniken geachtet. Außerdem habe ich mir beim Layoutieren eines jeden Textes viele Gedanken vorab auf einem Schmierpapier gemacht, um auch hier die Emotionen, die mit den Worten transferiert werden sollen, in meiner Wahl der Bewegung, Farbe und Form der Schrift zusätzlich zu verstärken. Eine weitere Spezialität, die ich eingebaut habe, sind verschiedensprachige Texte, da die vier Sprachen – Deutsch, Serbisch, Spanisch und Englisch – alle einen mal größeren, mal kleineren Bestandteil CHEYENNE VINSALEK


066 MOVE TO NEXT PAGE meines Lebens ausmachen, was dementsprechend ebenso Emotionen in mir bewegt. Außerdem erhoffe ich mir durch diese kleine, aber feine Sprachenvielfalt, umso mehr Menschen berühren zu können. Für mich war es zudem eine bereichernde Möglichkeit, die in mir „verstaubten Sprachen“ erneut mithilfe des Schreibens und Gestaltens zu wecken. Zusätzlich sind neben dem Buch auch zwei Leinwandgemälde im Format 20x20cm entstanden. Hierzu habe ich die Kanevas vorab mit Modelliermasse bestückt, diese trocknen lassen und in einem dritten Schritt nachbearbeitet bzw. mit Acrylfarbe eingefärbt. Hervorheben möchte ich hier die Bedeutung der Zahlen 13 & 14. Diese verkörpern für mich eine unbeschreibliche Liebe – eine Liebe zu meiner Oma und Mama, die ich beide nicht mehr um mich habe. So war der 13. Juli der Geburtstag meiner Mama, der 14. Jänner jener meiner Oma. Auch die benutzte Goldfarbe hat eine zusätzliche Gewichtung: Mit genau demselben Farbdöschen habe ich bereits mein kreatives Abschlussprojekt meiner Gymnasialzeit gestaltet. So enden zwei Ären mit demselben Tool: Jener Goldfarbe, die bei beiden Tongemälden besonders zur Geltung kommt. Erfüllen würde mich, wenn bei dem ein oder anderen Text, Bild oder Gemälde auch die Gemüter vieler anderer Menschen bewegt werden. Um einen kleinen Geschmack davon zu bekommen, was Worte (und Bilder) in uns auslösen können, lese ich beim Sommerfest einen meiner englischsprachigen Texte vor Publikum vor. Meine einleitenden Worte verraten viel über meine eigene Person und etwas zu der Entstehungsgeschichte des Textes. Ich bin bereits sehr gespannt auf diese Erfahrung, und ihr?!


Das Experimentieren mit verschiedenen Techniken und Materialien, insbesondere die Arbeit mit Aquarellfarben und das Buchbinden, hat mir viel Spaß gemacht und meine kreativen Fähigkeiten erweitert. 067 MOVE TO NEXT PAGE HENDL UND KRÄHTEL - EIN MÄRCHEN Hendel und Krähtel sind ein liebenswertes Hühnerpaar, das auf der Suche nach dem Glück aufregende Abenteuer erlebt. Auf einem Bauernhof, wo die Sonne golden scheint und die Würmer besonders schmackhaft sind, beginnt die Reise der beiden Hühner. Doch plötzlich tauchen neue tierische Nachbarn auf - ein Esel, ein Hund und eine Katze mit musikalischen Ambitionen, die Hendls und Krähtels heile Welt gehörig durcheinanderbringen. Schnell wird klar: Es ist Zeit, den Horizont zu erweitern und das Glück anderswo zu suchen! Hendl und Krähtel brechen zu ihrer Reise durch den Wald auf, wo sie auf abenteuerliche Weggefährten wie das Wolfsmädchen mit dem roten Umhang, ein äußerst talentiertes Pferd namens Trabpunzel und einen hastigen Hasen treffen, der dringend neue Motivation braucht, nachdem ihn ein Igel beim Wettlauf besiegt hat. Doch das ist noch nicht alles. Auf ihrer Reise stoßen sie auf ein aufgebrachtes Goldkehlchen, das eine egozentrische Band sucht, und einen eitlen Pfau, der mit einem sprechenden Spiegel um die Wette funkelt. Das Kinderbuch zu schreiben und zu gestalten war ein Prozess, in dem ich sehr viel gelernt habe. Schritt für Schritt habe ich das Konzept erstellt und immer mehr Ideen miteinander verknüpft. Nachdem feststand, dass ich ein Buch gestalten möchte, habe ich mich auf die Ideensuche begeben und bei meiner Recherche von unterschiedlichen Kinderbüchern inspirieren lassen. Ich MARIA EDER


068 MOVE TO NEXT PAGE entschied, mich dem Thema Märchen zu widmen. Beim Schreiben der Geschichte habe ich verschiedene bekannte Märchen abgewandelt und miteinander verwoben. Ich unterteilte die Geschichte in unterschiedliche Szenen und erstellte ein Storyboard mit Zeichnungen, die die Vorlage für meine Bühnenbilder darstellten. Die Geschichte wird durch fotografierte, selbstgebaute Szenenbilder zum Leben erweckt. Jedes Bild wurde von mir gezeichnet und mit Aquarellfarben bemalt. Die Zeichnungen wurden dann auf Graupappe geklebt, ausgeschnitten und auf der Rückseite mit kleinen Aufstellern versehen. Um die Geschichte dann zum Leben zur erwecken, war viel Probieren nötig. Die einzelnen Szenen wurden vielfach aus unterschiedlichen Perspektiven und Entfernungen fotografiert. Die Bühnenbilder wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet und lassen so die Geschichte noch greifbarer erscheinen. Auch beim Buch selbst stand Handarbeit im Mittelpunkt, wobei ich viel experimentieren musste, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Das Buch wurde mit einer Art der japanischen Heftbindung gefertigt, wobei der Bucheinband mit selbst hergestelltem Buchbinderleinen und Bildern überzogen wurde. Der Bucheinband und die einzelnen Buchseiten wurden mit der Hand miteinander vernäht. Ich bin sehr stolz auf mein Abschlussprojekt und glücklich mit dem Ergebnis. Der gesamte Entstehungsprozess hat mir enorm viel Freude bereitet. Dabei habe ich nicht nur kreative und handwerkliche Fertigkeiten weiterentwickelt, sondern auch wertvolle Erfahrungen gesammelt, die mich persönlich und fachlich bereichert haben.


069 MOVE TO NEXT PAGE FERNGESTEUERTES AUTO Mein Projekt ist ein kleines, autonomes Fahrzeug, das über einen PS4-Controller gesteuert wird. Das Gehäuse wurde mit einem 3D-Drucker hergestellt und besteht aus schwarzem Kunststoffmaterial. Die transparente Abdeckung ermöglicht es, die internen Komponenten zu sehen und leicht darauf zuzugreifen. Eine zentrale Platine im Inneren des Fahrzeugs übernimmt die Steuerung und verbindet verschiedene elektronische Komponenten. Verschiedene Kabel, die mit farbcodierten Steckverbindern ausgestattet sind, sorgen für Stromversorgung und Datenübertragung. Die Stromversorgung des Fahrzeugs erfolgt über eine Powerbank, die eine flexible und portable Energiequelle darstellt. Dies ermöglicht einen unabhängigen Betrieb des Fahrzeugs ohne feste Stromanschlüsse und verlängert die Einsatzdauer erheblich. LED-Anzeigen auf der Platine informieren über den Betriebszustand der Elektronik. Die zwei Motoren sind innerhalb des Gehäuses montiert und treiben die Räder über Achsen an. Diese sind stark genug, um das Fahrzeug effizient zu bewegen. Das Fahrzeug wird drahtlos über einen PS4-Controller gesteuert. Ein Empfänger im Fahrzeug kommuniziert mit dem PS4- Controller und übersetzt die Eingaben in Bewegungen und Aktionen. Das Fahrzeug ist in der Lage, auf Befehle vom PS4-Controller zu reagieren. Es kann SÜMEYRA KELES-AIDI


070 MOVE TO NEXT PAGE vorwärts und rückwärts fahren und bei Bedarf anhalten. Die ersten Schritte bestanden darin, verschiedene Entwürfe und Skizzen für das Fahrzeug zu erstellen. Nachdem das grundlegende Design feststand, begann der 3D-Druck des Gehäuses. Dies war ein spannender Teil des Prozesses, da es mir erlaubte, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Der 3D-Druck dauerte mehrere Tage und erforderte einige Anpassungen und Neudrucke, um die perfekte Passform für die Komponenten zu gewährleisten. Die Elektronikkomponente n wurden sorgfältig ausgewählt und in das Gehäuse integriert. Die Verkabelung war ein herausfordernder Schritt, da sie präzise und ordentlich ausgeführt werden musste, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Besonders stolz bin ich auf die Integration des PS4-Controllers, da dies eine benutzerfreundliche Steuerungsmöglichkeit darstellt und das Projekt von ähnlichen Projekten abhebt. Zum Schluss habe ich mit Acrylfarben das Logo der PH-Wien auf das Dach gemalt. Die Arbeit an diesem Projekt war für mich eine außergewöhnliche Lernreise. Ich habe nicht nur viel über 3DDruck und Elektronik gelernt, sondern auch über Projektplanung und Problemlösung. Es gab Momente der Frustration, insbesondere wenn Teile nicht richtig funktionierten. Dieses Projekt kombiniert moderne Technologien wie 3DDruck und drahtlose Steuerung mit einem PS4-Controller, um ein vielseitiges und lehrreiches Fahrzeug zu schaffen. Persönlich hat mir dieses Projekt gezeigt, wie erfüllend und spannend technische Kreativität sein kann.


Ich heiße Madina Shoja, bin 23 Jahre alt. Neben meinem Studium unterrichte ich an einer Volksschule in Wien, was mir viel Freude bereitet. Meine Wurzeln liegen in Afghanistan, aber ich bin in Wien geboren und aufgewachsen. In meiner Freizeit liebe ich es, kreativ zu sein – Nähen und Basteln gehören zu meinen Leidenschaften. Außerdem höre ich gerne Podcasts und Musik, um zu entspannen und mich weiterzubilden. Fußball schauen ist ebenfalls eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. 071 MOVE TO NEXT PAGE HOPE - EINE GESCHICHTE DER HOFFNUNG Mein Projekt „HOPE – Eine Geschichte der Hoffnung“, dass ich zum Thema „Moving E Motion“ erstellt habe, erzählt die bewegende Geschichte von Mitra. Hierbei handelt es sich um ein afghanisches Mädchen, das in Kabul, Afghanistan geboren wird und ein Teil ihrer Kindheit dort verbringt. Dieses Werk liegt mir besonders am Herzen, da es von den Geschichten meiner Eltern und Verwandten inspiriert wurde, die selbst Flüchtlinge waren. Wie Mitra mussten auch sie ihre Heimat verlassen und eine neue Existenz in einem fremden Land aufbauen. Durch ihre Geschichte möchte ich diese Emotionen und Erfahrungen weitergeben und die Bedeutung von Hoffnung und Widerstandskraft hervorheben. Das Projekt besteht aus 34 liebevoll und detailreich selbst gezeichneten Bildern, von denen jedes ein Ereignis aus Mitras Leben visuell darstellt. Ich habe viel Zeit und Aufwand in jedes einzelne Bild gesteckt, um Mitras Geschichte so authentisch und eindrucksvoll wie möglich darzustellen. Mit verschiedenen Stiften habe ich die Skizzen ausgearbeitet und ausgemalt. Die Bilder wurden auf Briefkuverts geklebt, um das Projekt interaktiver zu gestalten. Dadurch wissen die Betrachter*innen nicht sofort, was sich hinter jedem Kuvert verbirgt, was die Spannung und Neugierde erhöht, zu entdecken, was hinter dem nächsten steckt. Für jeden Brief wurde zudem eine individuelle Briefmarke erstellt. MADINA SHOJA Die Realisierung, dass jedes Bild, jede Skizze und jeder Strich das Wort "HOPE" bildeten, erfüllte mich mit einer tiefen Zufriedenheit.


072 MOVE TO NEXT PAGE Diese Kuverts, mit rot und blau gekennzeichneten Rahmen, erinnern mich an meine Kindheit, da meine Verwandten meiner Familie und mir mit ähnlichen Briefkuverts ihre Nachrichten gesendet haben. Die geklebten Bilder wurden wiederum auf vier Leinwänden positioniert und befestigt, sodass sie das Wort "HOPE" bilden. Diese sind mit den Flaggen von Afghanistan und Österreich versehen, da Mitras Geschichte in Afghanistan beginnt, aber in Österreich fortgeführt wird. Das Wort "HOPE" steht symbolisch für die Hoffnung, die in Mitras Geschichte als roter Faden fungiert. Hoffnung ist für mich und für Mitra nicht nur ein Gefühl, sondern ein aktives Handeln. Sie ist nichts, was man einfach findet oder verlieren kann, sondern etwas, das man tut. Hoffnung beginnt mit der Vorstellung einer besseren Zukunft und geht über in die Verwirklichung dieser Zukunft durch aktives Handeln. Mit diesem Projekt möchte ich auf die vielfältigen Probleme in Afghanistan aufmerksam machen, wie Krieg, Bildung, Freiheit und Gleichberechtigung. Die Geschichte von Mitra behandelt auch das Thema Flucht und Flüchtlinge und zeigt, dass viele Menschen nicht freiwillig aus ihrer Heimat flüchten, sondern dass Kriege und andere Probleme dafür verantwortlich sind. Das Projekt soll verdeutlichen, dass durch Empathie und Unterstützung in schwierigen Phasen und hoffnungslosen Situationen ein Ausweg gefunden werden kann. Es ist mein tiefster Wunsch, dass Mädchen und Frauen in Afghanistan eines Tages die Freiheit haben werden, Schulen und Universitäten zu besuchen. Ich hoffe, dass sie in einem Land leben können, in dem Gleichberechtigung und Freiheit selbstverständlich sind, und dass ihre Träume und Ambitionen nicht durch gesellschaftliche Zwänge und Konflikte eingeschränkt werden. Ich bin dankbar, in Österreich leben zu können, die Bildung zu genießen und arbeiten zu können – denn dies ist für mich nicht selbstverständlich. Die Möglichkeiten, die mir hier geboten werden, sind ein großes Privileg, und ich hoffe, dass eines Tages auch alle Menschen in Afghanistan und anderen Krisengebieten die gleichen Chancen und Freiheiten erleben dürfen.


Mit verschiedenen Farben und Textilien zu experimentieren. Den Prozess Schritt für Schritt zusehen und mitzuverfolgen. Kritzeln auf einem anderen, für mich neuen, Medium. 073 MOVE TO NEXT PAGE KRITZELEI Kritzelei. Was die Künstliche Intelligenz dazu ausspuckt? „Kritzelei ist eine Form des spontanen Zeichnens oder Schreibens, oft ohne bestimmtes Ziel oder Thema. Es kann als Ausdruck von Kreativität, Langeweile oder Entspannung dienen. Kritzeleien können einfache Linien, Muster oder Formen sein und werden oft in den Randbereichen von Notizen oder Papier gemacht. Manche Menschen finden es beruhigend, zu kritzeln, während sie telefonieren oder sich langweilen. Hast du schon mal gekritzelt?“ Jeder von uns hat schon mal, würde ich jetzt einmal waghalsig behaupten. Und doch finde ich, dass die Künstliche Intelligenz es sich zu einfach macht. Kritzeleien sind nicht nur Zeitvertreib, sie sagen viel über Menschen aus. Wer kritzelt, verrät etwas über sich. Mit meinem Projekt wollte ich genau das: Preisgeben, wie es in meinem Inneren manchmal aussieht, in meinem Kopf, meiner Gedanken- und Gefühlswelt. Dem eine Form geben, was sich nicht in Worte fassen lässt. Gleichzeitig wollte ich mehr: Mich auch damit auseinandersetzen, was ich da gerade kritzle. Entschleunigung musste her. Das Kritzeln wurde also auf einen anderen Untergrund, auf eine andere Ausrucksmöglichkeit übertragen, umgesetzt mit anderem Material (Stoff und Faden), das verlangsamt den Prozess. Plötzlich ist, während dem Kritzeln die Zeit da, darüber nachzudenken, was man kritzelt, warum man kritzelt. LILLI SOPHIE STOCKHAMMER


074 MOVE TO NEXT PAGE Ich habe auf einem langen Baumwollstoff gearbeitet und mit vielen verschiedenen Faden- und Wollfarben gestickt. Wichtig war mir, dass meine Arbeit bunt wird und so mehr Bewegung passiert. Gestickt habe ich fast überall und vollkommen frei und ohne Vorlage. Viele Flächen habe ich vollkommen ausgefüllt, während ich andere Stellen und Formen bewusst weiß gelassen habe oder Striche und Linien dargestellt habe. Während dem Stricken hatte ich nicht immer eine Vorstellung wie es zum Schluss aussehen soll, ich habe mich völlig auf den Prozess verlassen und meiner Kreativität damit freien Lauf gelassen. Anfangs wollte ich mein Endprodukt auf eine Wand hängen und ausschließlich die Vorderseite ausstellen. Nach und nach fiel mir jedoch auf, dass sich auch auf der Rückseite sehr viel tut und sie viel Bewegung und Emotion darstellt. Vor allem die Gegenüberstellung der beiden Seiten finde ich interessant. Deswegen habe ich mich dafür entschieden, beide Seiten zugänglich zu machen und zum Ausdruck zu bringen. Was ich mir erhoffe? Dass sich die Betrachter:innen in meinem Werk verlieren. Dass sie mehr über mich erfahren, dass sie sich vorstellen können, was ich beim Erstellen gefühlt habe. Aber vor allem erhoffe ich mir, dass meine Kritzelei Betrachter:innen anregt, selbst über ihre Kritzeleien nachzudenken. Nicht unbedingt die auf dem Papier, sondern die in ihnen selbst. Wer reflektiert, kann die Kritzeleien in sich drin mit klarerem Blick sehen. Und schließlich auch die Kritzeleien der anderen; sie verstehen und darauf reagieren.


075 MOVE TO NEXT PAGE KLEID AUS GRANNY SQUARES Noch bevor das diesjährige Thema präsentiert wurde, wusste ich, dass ich etwas häkeln wollte. Das Thema "Moving – E-motions" inspirierte mich dazu, ein Kleid aus Granny Squares zu häkeln. Schon die Geschichte der Granny Squares ist voller Emotionen. Diese farbenfrohen Quadrate entstanden in der Nachkriegszeit aus einer Not an Garn und Wolle, weshalb man jedes noch so kleine Reststück aufbewahrte und weiterverwendete. Granny Squares sind quadratische Textilien, die von der Mitte nach außen gehäkelt werden. Dabei kommen Luftmaschen und Stäbchen zum Einsatz. Die Quadrate können beliebig groß und in beliebig vielen Farben gehäkelt werden. Am Ende werden sie zu größeren Stücken zusammengefügt. Meine erste Idee war, das Kleid ab der Taille ausgestellt zu gestalten. Jedoch wäre das Kleid trotz meiner 75 Quadrate viel zu kurz geworden. Daher habe ich diesen Plan verworfen und mich für ein gerades Kleid entschieden, das sich auch besser im Alltag tragen lässt. Der Bezug zum Thema "Moving – Emotions" ist vielfältig: Die Kleidung, die wir tragen, bewegt sich mit uns. Es gibt einen niemals endenden Kreislauf der Kleidung. Die Entstehungsgeschichte der Granny Squares. ANNA FRIEDRICH


076 MOVE TO NEXT PAGE Die Emotionen, die durch die verschiedenen Farben bei jedem Einzelnen ausgelöst werden. Zu meinem Prozess: Zunächst habe ich verschiedene Arten von Garn ausprobiert und einen Granny Square gehäkelt. Nachdem ich das passende Garn für mein Projekt gefunden hatte, entschied ich mich für vier verschiedene Farben. Um in diesem Farbenmeer eine gewisse Gleichmäßigkeit zu erreichen, habe ich beschlossen, den äußersten Ring immer mit dunkelblauem Garn zu häkeln. Innerhalb dieser Gleichmäßigkeit wollte ich dennoch mit den Farben spielen, also habe ich versucht, jede mögliche Anordnung der Farben einmal zu häkeln, ohne dass zwei gleiche Farben nebeneinanderliege n. So bin ich auf 37 verschiedene Kombinationen gekommen. Da das jedoch zu wenige Quadrate für mein Projekt waren, habe ich den Vorgang wiederholt und für die Fertigstellung des Schnitts noch zwei zusätzliche Quadrate gehäkelt. Letztendlich bin ich somit auf eine Gesamtanzahl von 76 Granny Squares gekommen.


077 MOVE TO NEXT PAGE PICKNICK AMBIENTE Unser Abschlussprojekt widmet sich der Gestaltung einer Picknick-Ambiente, die stark an die sogenannten Soft Sculptures erinnert. Diese Kunstwerke zeichnen sich dadurch aus, dass sie alltägliche Szenen und Objekte so realistisch wie möglich darstellen, oft aus weichen, flexiblen Materialien gefertigt und in leuchtenden Farben gestaltet. Unser Ziel war es, eine angenehme und einladende Atmosphäre zu schaffen, die das Wohlbefinden vieler Menschen fördert. Durch unser Werk möchten wir den hektischen Arbeitsalltag der Menschen unterbrechen und ihnen eine kurze Erinnerung daran bieten, wie wichtig es ist, das Leben zu genießen. Es soll die Betrachter daran erinnern, dass man für Momente des Glücks und der Entspannung nicht viel braucht – nur ein wenig Fantasie und die Entschlossenheit, dem nachzugehen, was Freude bereitet. Neben der visuellen Anziehungskraft haben wir auch auf die Symbolik geachtet. Inspiriert von Judy Chicagos "The Dinner Party", einer ikonischen Installation, die Frauen und deren Beiträge zur Kulturgeschichte ehrt, haben wir unser Werk bewusst in Farben gestaltet, die überwiegend eine weibliche Zielgruppe ansprechen. So wollen wir nicht nur eine ästhetische Erfahrung bieten, sondern auch eine kulturelle und soziale Botschaft vermitteln. Unsere Picknick-Ambiente soll die Sinne ansprechen und gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Durch die harmonische Farbwahl und die realistische Darstellung wollen wir eine Atmosphäre schaffen, die sowohl entspannend als auch inspirierend wirkt. Letztlich soll unser Werkstück ein kleiner, aber bedeutsamer Beitrag dazu sein, den Menschen im stressigen Alltag Momente der Freude und des Innehaltens zu schenken. SARA MIJATOVIC, ESRA GÖKSU


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079 MOVE TO NEXT PAGE SOCIETAL SWITCH - STREETART UND GEMÄLDE IM DIALOG In meinem Abschlussprojekt "Societal Switch" setze ich mich mit den gesellschaftlichen Aspekten elitärer und nicht elitärer Kunst auseinander. Hierbei vertausche ich Streetart mit traditioneller Gemäldekunst und verlagere Wandkunst in den privaten Raum sowie Gemäldekunst auf die Straße. Durch diesen Wechsel möchte ich eine kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlich angesehenen Kunst im privaten Raum und der oft als Vandalismus betrachteten Straßenkunst, wie Graffiti, anstoßen. Während Gemälde in Galerien und Privathäusern als hochgeschätzte Kunstwerke gelten, wird Streetart in der Öffentlichkeit häufig nicht als gleichwertige Kunstform anerkannt. Indem ich Streetart in private Räume und Gemäldekunst in öffentliche Räume bringe, möchte ich den Dialog über die gesellschaftliche Wahrnehmung von Kunst fördern. Dieser Tausch soll aufzeigen, wie Kunst im gesellschaftlichen Kontext bewertet und hinterfragt wird. Für die Umsetzung des Projekts werden ähnliche Motive gewählt, wobei dieselbe Künstlerin für beide Kunstwerke verantwortlich ist. Dadurch wird ein einheitlicher künstlerischer Ausdruck gewährleistet, der die unterschiedlichen Reaktionen auf Kunstwerke in verschiedenen Kontexten hervorhebt. Soziale Segregation und soziale Reproduktion prägen auch den Kunstbereich stark, wodurch die Chancengleichheit oft nicht gegeben ist. XIANGLI YIN


080 MOVE TO NEXT PAGE Bestimmte Kunstformen werden mit festgefahrenen Stereotypen verknüpft, die es zu hinterfragen gilt. Häufig sind diese Kunstformen nur bestimmten Gesellschaftsgruppe n zugänglich, was dazu führt, dass andere Gruppen benachteiligt werden. Galerien, Museen und andere Kunstinstitutionen setzen Kriterien, die nur bestimmten Personen den Zugang ermöglichen und dabei andere Kunstschaffende ausschließen. Diese exkludierenden Praktiken verstärken die Ungleichheiten, da sie den Zugang zu Ressourcen, Plattformen und Anerkennung auf einen kleinen Kreis beschränken. Darüber hinaus wird der gesellschaftliche Wert von Kunst oft nur auf bestimmte Kunstformen bezogen, was schwer aufzubrechen ist. Diese eingeschränkte Sichtweise verfestigt bestehende Ungleichheiten und hindert eine breitere und diversere Repräsentation in der Kunstszene. Es ist daher notwendig, die Strukturen und Normen in der Kunstwelt kritisch zu hinterfragen und für mehr Inklusion und Vielfalt einzutreten. Das Ziel von "Societal Switch" ist es, den Austausch und die Hinterfragung von Kunst im gesellschaftlichen Kontext zu fördern und die Wahrnehmung von Kunstformen zu überdenken. Die Highlights des Projektes für mich persönlich sind vielfältig und bereichernd. Die tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema elitäre und nicht elitäre Kunst war mir ein großes Anliegen, und ich bin dankbar, dies im Rahmen meines Abschlussprojektes umsetzen zu können. Der kreative Prozess des Zeichnens des Gemäldes war lang und herausfordernd, ebenso wie die Erstellung des Wandbildes, das oft Schwierigkeiten bereitet hat. Dennoch bin ich stolz darauf, meine Gedanken und Vorstellungen verwirklicht zu haben. Besonders inspirierend war es, die kreativen Arbeiten und Prozesse meiner Studienkolleginnen zu beobachten. Ihre Projekte und die damit verbundene Kreativität haben mich tief beeindruckt und motiviert. Der Austausch mit ihnen und das gemeinsame Lernen haben dieses Projekt für mich zu einer wertvollen und unvergesslichen Erfahrung


Der persönliche Bezug zu dem Märchen, aufgrund dessen, dass meine Mutter mir das Märchen oft erzählt hat, als ich jünger war. 083 MOVE TO NEXT PAGE DIE KAROTTE UND DER ZUSAMMENHALT Unser Abschlussprojekt wurde von einem Märchen Namens „Ripka“ (ins Deutsche übersetzt: „Das Rübchen“) inspiriert, welches ursprünglich aus der Ukraine stammt und bereits in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Da das allgemeine Thema der Abschlusspräsentationen „MOVING EMOTION“ ist, waren wir uns beide schnell einig, dass ein Stop-Motion-Film passend wäre. Da wir bereits in einer Lehrveranstaltung gemeinsam im Team einen Stop-Motion-Film kreiert und gut als Team zusammengearbeitet haben, beschlossen wir, es erneut zu versuchen. Diesmal definitiv umfangreicher und zeitintensiver! Jelena verfügt über musikalische Kenntnisse und spielt seit Jahren das Instrument „Tamburica“, weshalb wir uns schnell einig waren, dass sie unbedingt Musik dazu komponieren sollte. Zusätzlich zur Musik verfasste Jelena auch einen Songtext, der dem Film einen gelungenen Abschluss verleiht. Zu Beginn haben wir eine Weile gebraucht, um uns für eine bestimmte Geschichte oder ein Märchen zu entscheiden. Uns war anfangs unklar, ob wir eine bereits vorhandene Geschichte (oder vorhandenes Märchen) umschreiben möchten, oder uns selbst eine ausdenken sollten. Dennoch waren wir uns einig, dass es eine mit Bedeutung sein sollte, welche möglicherweise eine Schlussfolgerung, Pointe oder ähnliches mit sich bringt. Also recherchierten wir und nahmen uns genügend Zeit dafür. SANDRA KONIECZNA, JELENA MARKOVIC https://www.youtube.com/watch? v=sCNlsjZFe40&ab_channel=Sandra


084 MOVE TO NEXT PAGE Schließlich entschieden wir uns für ein Märchen, welches Sandra als Kleinkind erzählt wurde, nämlich das über die Rübe. Im Großen und Ganzen handelt das Märchen von einem Opa, welcher als Bauer eine große Ernte erwartet – nämlich eine unglaublich riesige Rübe, welche fast so groß ist, wie er selbst. Er pflegt sie jeden Tag und kümmert sich sehr herzlich um diese. In dem Moment, als die Rübe bereit zur Ernte ist, schafft er es jedoch nicht allein, diese herauszuziehen und benötigt einige Unterstützer*innen. Etliche Charaktere schließen sich an und im Endeffekt gelingt es allen gemeinsam, die Rübe zu ernten. Uns beiden gefällt das Märchen sehr, weil sie eine Moral beinhaltet. Simpel gesagt: „Wenn alle gemeinsam anpacken, ist alles machbar!“, man kann es jedoch so interpretieren, wie man möchte! Unser Märchen ist dabei von der Handlung ähnlich, jedoch wurden einige Details verändert. Beispielsweise wurde ein Ort bekanntgegeben, an dem die Charaktere leben, nämlich „Karottien“. Außerdem wurde die Rübe durch eine Karotte ersetzt und vieles von dem Text her verändert. Zusätzlich dazu wurde eine kleine Vorund Nachgeschichte erfunden, welche im Original nicht vorhanden ist, da man dort direkt ins Geschehen eintaucht. Wir stellten unseren StopMotion-Film mithilfe von Zeichnungen auf normalem Papier (mit Buntstiften, Finelinern, Aquarell-Farben) her. Die Figuren wurden mithilfe von Musterbeutelklammern in Bewegung gesetzt. Die Szenen wurden mithilfe von 2 Stativen aufgenommen. Eins für die Beleuchtung, das andere für die Fixierung der Kamera. Wir verwendeten auch einen Selbstauslöser, welcher per Bluetooth verbunden wurde. Zur Aufnahme des Filmes verwendeten wir sowohl die App „Stop Motion“ als auch das Programm „CapCut“ für das zusammenschneiden der einzelnen Clips. Das Märchen eignet sich zudem hervorragend als Theaterstück, welches von den Kindern vor den Eltern vorgespielt werden könnte. Durch die konstant sich wiederholenden Motive ist es für die Schülerinnen und Schüler leicht verständlich, aber auch lustig. Dadurch, dass es so simpel aufgebaut ist, können auch junge Kinder einfach in die einzelnen Rollen schlüpfen.


Besonders hervorzuheben waren die Erfahrungen, die ich mit der innovativen Software "Visualz" gemacht habe. Außerdem fand ich es großartig, dass wir unsere Kunstprojekte frei wählen durften und unsere Talente unter Beweis stellen konnten. 085 MOVE TO NEXT PAGE SIEHST DU WIE DEIN HERZ PULSIERT? / DU YOU SEE YOUR HEART BEATING? "Siehst du, wie dein Herz pulsiert?" ist eine interaktive Kunstinstallation, die die Betrachter in ein multisensorisches Erlebnis eintauchen lässt und das Greifbare mit dem Virtuellen verbindet. Im Zentrum der Installation hängt ein handgefertigtes Herz aus Modelliermasse, das an einer fast unsichtbaren Schnur von der Decke herabhängt. Dieses Herz ist genau auf der Höhe des Herzens eines durchschnittlichen Erwachsenen positioniert und schafft so eine kraftvolle visuelle und physische Ausrichtung. Ein Beamer projiziert ein Live-Video auf eine Leinwand, die dem Tonherz gegenübersteht. Der Videostream integriert Echtzeit-Audio- und visuelle Eingaben und schafft so ein dynamisches und reaktionsschnelles Erlebnis. Die Teilnehmer sollen sich vor dem Herz und dem Live-Video ausrichten, sodass das Herz an der Stelle ihres eigenen physischen Herzens steht. Diese Ausrichtung wird durch eine Überlagerung einer schlagenden Herzanimation, einer Waveform-Grafik, einem Glitch und dem Text "Do you see your heart beating?" weiter betont. Alle diese Elemente pulsieren, verändern sich in Echtzeit und reagieren auf Umgebungsgeräusche, einschließlich des simulierten Herzschlags der Teilnehmer (über eine Audiospur). TERESA ELISABETH EISZNER


086 MOVE TO NEXT PAGE Die projizierte Waveform und der Glitch fluktuieren und verändern sich und schaffen eine visuelle Darstellung der umgebenden akustischen Umgebung. Der Text "Do you see your heart beating?" spiegelt die rhythmische Bewegung des Herzens und der Waveform wider und betont die Verbindung zwischen der physischen Präsenz des Betrachters und der immersiven, reaktiven digitalen Darstellung. Diese Installation lädt die Teilnehmer ein, sich mit dem Kunstwerk zu beschäftigen und eine Schleife der Beobachtung und Interaktion zu schaffen. Wenn die Betrachter Teil des Kunstwerks werden, beeinflussen ihre Bewegungen und Geräusche direkt die visuellen und auditiven Ausgaben, was eine tiefgehende Verbindung zwischen ihrer physischen Existenz und der flüchtigen digitalen Repräsentation fördert. "Do you see your heart beating?" fordert die Teilnehmer heraus, über ihre eigene Präsenz und die viszerale Erfahrung ihres Herzens nachzudenken und die Grenzen zwischen Kunst, Technologie und menschlicher Wahrnehmung zu verwischen. Das Herz, als Symbol für Gefühle und Emotionen, verkörpert die zentrale Idee von „Moving E-Motion“, indem es Bewegung und Resonanz der menschlichen Emotionen durch interaktive Kunst erfahrbar macht.


Mein Highlight: Zugeschickte Kunstwerke & eigenes großes Plakat 087 MOVE TO NEXT PAGE SMASH THE PATRIARCHY Als Patriarchat wird ein institutionelles, soziales, politisches und ideologisches System beschrieben, das maßgeblich von Männern geprägt und kontrolliert wird. Ein System von Männern für Männer. Ein System, das die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern als „natürlich“ und gerechtfertigt darstellt. Gerne werden patriarchalen Strukturen in fernen Ländern aufgezeigt und diskutiert. Dabei haben wir auch in Österreich mit einer strukturellen Diskriminierung von Frauen zu kämpfen. Selbst wenn sich die letzten Jahre vieles für Frauen verbessert hat und patriarchale Strukturen (zum Glück) nicht mehr so deutlich sichtbar sind wie noch vor 50 Jahren, sind sie immer noch tief in unserer Gesellschaft verankert. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich intensiver mit feministischen Ansätzen, die das Ziel haben gleiche Rechte und Chancen für alle Geschlechter zu schaffen. Das Abschlussprojekt habe ich als Möglichkeit gesehen mein Wissen, meine Eindrücke und Geschehnisse der letzten Jahre in einer kreativen, künstlerischen Form zusammenzufassen und zum Ausdruck zu bringen. Durch Flyer, die ich an der Pädagogischen Hochschule ausgehängt habe, habe ich auch andere dazu eingeladen ihre Kunstwerke, passend zu dem Thema, im Rahmen meiner Abschlussarbeit zu präsentieren. Ich freue mich sehr über die positiven Rückmeldungen und die Kunstwerke, die ich dadurch erhalten habe! Jene Kunstwerke sind mit einem roten Namenskärtchen markiert. MONIKA IPSMILLER


088 MOVE TO NEXT PAGE Es gibt viele Bereiche, die am Patriarchat kritisiert werden können. Bei meinem Projekt habe ich mich auf zwei Bereiche fokussiert: 1.) Sexualisierte Gewalt Dass es ein strukturelles Problem gibt, wird auch dann klar, wenn man sich die Zahlen zu sexualisierter Gewalt ansieht. Bei den Tätern handelt es sich fast immer um Männer. Dabei werden am häufigsten Mädchen und Frauen zum Opfer sexualisierter Gewalt aber auch Buben und Männer werden eher Opfer von männlichen Tätern als von weiblichen Täterinnen. Diese Tatsache anzuerkennen ist ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit gegen sexualisierte Gewalt. Diese Form der Gewalt wird oft zur Ausübung von Macht und Kontrolle über eine andere Person eingesetzt und verursacht bei Betroffenen tiefgreifende Schäden. Sexualisierte Gewalt wird durch das Patriarchat begünstigt, weil Frauen in diesem System immer „weniger wert“ sind. Es muss viel mehr über Sexualität und den damit verbundenen möglichen Gewaltformen geredet werden, wenn sich etwas ändern soll. Wie äußert sich die Gesellschaft zu jungen Mädchen und Buben? Wer darf wild sein, sich Regeln widersetzen und soll möglichst stark sein? Wer soll lieb und zurückhaltend sein? Welche Medien dienen jungen Menschen als Vorbilder in sexuellen Belangen? Diskutieren Erwachsene diese „Vorbilder“ genug mit den jungen Menschen? Wie gehen wir als Gesellschaft mit Opfern sexualisierter Gewalt um? Wie oft entschuldigen wir Täter durch „naturgegebene“ Eigenschaften?


089 MOVE TO NEXT PAGE 2.) Toxische Männlichkeit Man könnte meinen, dass es Männern in einem Patriarchat automatisch besonders gut geht – nicht ganz. Toxische Männlichkeit bezeichnet ein bestimmtes Verhalten, bestimmte Rollenbilder und Vorstellungen von Männlichkeit. Es zeigt schädliches Verhalten von Männern auf, durch welches sie sich selbst und andere schädigen. Buben und Männern mitzugeben, dass Männlichkeit bedeutet: stark, unabhängig und dominant zu sein, tut weder ihnen noch den Menschen um sie herum gut. Statistiken zeigen, dass sich 3-mal so viele Männer wie Frauen umbringen. Männer haben auch ein viel höheres Risiko dafür eine Alkoholsucht oder ein Aggressionsproblem zu entwickeln. Dass Männer sich nicht erlauben Schwäche zu zeigen und selten Hilfe holen, spielt dabei eine große Rolle. Unserer Gesellschaft fehlt es massiv an guten, männlichen Vorbildern. Selbst jene Männer, die diesen bestimmten Rollenbildern nicht entsprechen, werden häufig ausgelacht, diskriminiert und als „nicht männlich“ angesehen. Auch Männer erfahren Gewalt fast ausschließlich durch Männer und auch diese wird verharmlost. Männer, die zusammengeschlagen werden, waren „einfach in einer Schlägerei verwickelt“. Und auch jene Männer, die sexuelle Übergriffe (auch durch Frauen) erlebt haben, werden häufig nicht ernst genommen. „Als Mann kann man sich doch gegen eine Frau wehren?!?“ Höchste Zeit also das PATRIARCHAT zu STÜRZEN und unsere Gesellschaft neu zu formen!!!!!!!!Es gibt viele Bereiche, die am Patriarchat kritisiert werden können.


090 MOVE TO NEXT PAGE Erhaltenes Kunstwerk


Mit verschiedenen Farben und Textilien zu experimentieren. Den Prozess Schritt für Schritt zusehen und mitzuverfolgen. Kritzeln auf einem anderen, für mich neuen, Medium. 091 MOVE TO NEXT PAGE CHILDREN IN WAR ZONES Die laufenden Ausschreitungen im Gazastreifen haben vielen Menschen auf der ganzen Welt die Augen geöffnet, auch uns. Weil wir persönlich seit unserer Kindheit von diesem Konflikt wissen und sich die Situation im Nahen Osten mittlerweile deutlich zugespitzt hat, haben wir uns dazu entschieden, dieses Thema in unser Abschlussprojekt miteinfließen zu lassen. Wir haben uns gefragt, wie wir uns damit auseinandersetzen und künstlerisch etwas entwickeln können, um zum Denken anzuregen und vielleicht Veränderung zu bewirken. Wir haben die Hoffnung, einen offenen Diskurs zu eröffnen - über Gerechtigkeit, Menschenund Kinderrechte in Zusammenhang mit diesem Konflikt. Wir, Rahma und Merve, sehen dieses Projekt als Möglichkeit, Bewusstsein zu schaffen und auf eine friedliche Art und Weise gegen die Vorgänge in Gaza zu protestieren. Wir haben einen Weg gefunden, nicht nur unsere Trauer auszudrücken, sondern auch die Trauer derjenigen zu zeigen, die so viele unschuldige Seelen verloren haben, selbst wenn es keinen Vergleich der Situationen gibt. Man muss kein Experte bzw. keine Expertin auf diesem Gebiet sein, um zu erkennen, dass der Tod von tausenden von Kindern falsch ist und niemals gerechtfertigt werden kann. Es geht auch nicht darum, sich für „eine Seite“ entscheiden zu müssen, da es viel mehr als ein religiöser/ kultureller Konflikt ist, weshalb man auch keiner bestimmten Ethnie angehören muss, um Empathie für alle von Leid betroffenen Menschen zu zeigen. Nochmals: Dies ist eine Sache der Menschlichkeit. Jede Seele zählt. Jede Seele ist es Wert, gerettet zu werden. Jeder und jede sollte das Recht haben, mit Würde und in Frieden zu leben. Wir alle haben eine Stimme und können etwas MERVE BARAN UND RAHMA MOHAMED


092 MOVE TO NEXT PAGE beitragen. Wir müssen nur den Mut finden, diese zu erheben. Und wir müssen dafür sorgen, dass wir einander zuhören, um unsere Werte der Gleichberechtigung, der freien Demokratie und der Menschen- und Kinderrechte aufrecht zu erhalten. Die Zukunft liegt in unserer Verantwortung und die Geschichte lehrt uns, wie wichtig es ist, rechtzeitig miteinander in einen Dialog zu treten. Deshalb besteht unser Projekt unter anderem aus einer Statue eines Kindes, dem verwundbarsten Wesen in diesen Zeiten. Das Kind kniet, wobei man mehreres hineininterpretieren kann. Es könnte beten, aber auch einfach vor Erschöpfung auf die Knie gesunken sein. Um unsere Skulptur herum werden sich kleine „Stoffpuppen“ befinden, welche die Opfer von Konflikten darstellen sollen, wobei auch in diesem Fall der Fokus auf den Kindern liegt. Im Hintergrund der Skulptur, wird sich eine aus Karton gemachte Leinwand befinden, wo Bilder abgebildet sind, die Emotionen, wie Trauer, Angst, Frustration usw. auslösen. Neben der Skulptur haben wir weiters ein Video geschnitten, welches das Leid, vor allem von Kindern in Kriegsgebieten in den Fokus nimmt. Momentan brauchen weltweit besonders Kinder dringende humanitäre Unterstützung. Durch das Video bekommt man einen Einblick, welche Gebiete unter anderem betroffen sind und wo man vielleicht unterstützen kann, was Hoffnung machen soll. Wie wurde diese Skulptur gebaut? à Zunächst wird ein Grundriss benötigt, eine Skizze. Anschließend besorgt man die nötigen Materialien für die Umsetzung: Hasendraht, Zange, Holz, hochwertige Zeitungen, Kleister, Wasser, Stabmixer, Zement, Farbe, Sprühspray und jede Menge Zeit zum Trocknen. Die Skulptur wurde zunächst mit Hasendraht geformt, anschließend ging es zum Pappmaschee machen: Die Zeitungen haben wir in kleine Stücke gerissen bzw. geschnitten und in einen großen Kübel gegeben. Danach wurde heißes Wasser hinzugefügt sowie Kleisterpulver. All das wurde gut zusammengemischt und anschließend mit einem Stabmixer zu Brei gemixt. Nachdem eine klumpenähnliche Masse entstanden ist, haben wir die Skulptur damit gekleidet und gewartet bis sie getrocknet ist. Mit Zement wurde anschließend das Gesicht und die Gesichtszüge geformt. Nach dem Trocknen, haben wir die Kinderfigur mit deckender, grauer Farbe bemalt und die Skulptur anschließend mit einer Sprühdose besprüht, um einen Metalleffekt zu erzielen.


093 MOVE TO NEXT PAGE


094 MOVE TO NEXT PAGEhttps://youtu.be/6CA9y_D5IFQ?si=7FjOK8- nb931x3Tk


095 MOVE TO NEXT PAGE WIE(D)NER KLANGBILDER „Wie(d)ner Klangbilder“ - so lautet der Titel meines Projekts. Wie die Bezeichnung bzw. das Wortspiel bereits vermuten lassen, handelt es sich um eine Serie einzigartiger auditiver Eindrücke und Momentaufnahmen von ausgewählten Orten einer Stadt bzw. eines Stadtbezirks. Im Allgemeinen ist es eine Sammlung künstlerisch präsentierter Klangbilder aus dem Wiener Raum, im Konkreten begrenzen sie sich auf das Gebiet von Wieden bzw. den 4. Wiener Gemeindebezirk. Die in Summe sechs, jeweils aus textilem Material kreierten Bilder repräsentieren die musikalischen Elemente von spezifischen Audioaufnahmen und erzeugen so ein „Stimmungsbild“ einer Location. Dadurch laden sie dazu ein, die Vielseitigkeit und die klangliche Tiefe der ausgewählten Orte zu erleben und die Atmosphäre dieser urbanen Landschaften ganzheitlich wahrzunehmen. Ihre klingenden Bezeichnungen lauten: „U-Bahn Ein- und Ausfahrt HBF Wien“, „Glockenläuten am St.-Elisabeth-Platz“, „Eine Runde am Karlsplatz“, „Über den Naschmarkt in 5 Minuten“, „Durch den Schlossgarten im Belvedere“ und „Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz“. Es geht um den Versuch, die von mir persönlich gesammelten Impressionen auch für andere Betrachter*innen ganzheitlich erlebbar zu machen. Neben der akustischen Wahrnehmung werden auch optische, sowie taktile und haptische Wahrnehmungen integriert. So wird das hektische Treiben am Hauptbahnhof Wien durch die Klangaufnahme der „U-Bahn Ein- und Ausfahrt“ eingefangen. Der „St.-ElisabethPlatz“ wird vom majestätischen Klang der EVA CECILIA KERSTEN https://padlet.com/evacecilia/wie-d-ner-klangbilderr0778y6zrp7fjx0c


096 MOVE TO NEXT PAGE Kirchenglocken geprägt. Der „Karlsplatz“, als ein zentraler Knotenpunkt in Wien wird durch das Zusammenspiel von Verkehrsgeräuschen, Gesprächen, Kinderlachen, Naturgeräuschen und Straßenmusik charakterisiert. Der „Schlossgarten im Belvedere“ als eine Oase der Ruhe und Schönheit lädt Touristen sowie Bewohner*innen der Stadt gleichermaßen zum Spaziergehen und Erholen ein. Der „Schwarzenbergplatz “ ist von historischen Denkmälern, modernen urbanen Klängen und dem Rauschen des imposanten Hochstrahlbrunnens geprägt. Und ein Spaziergang „Über den Naschmarkt in 5 Minuten“ fordert durch die lebhaften Stimmen der Händler, die Vielfalt der Speisen und das Rauschen der Menschenmengen zu einem Fest für die Sinne auf. Verschiedene Stofftexturen, - muster und -schichten, kontrastreiche Farben oder Farbabstufungen, als auch Elemente wie Stoffbänder, Knöpfe, Pfeifenputzer und Federn repräsentieren die jeweils unterschiedlichen Geräuschquellen, Interkationen und charakteristischen Klangelemente in ihrem Gesamteindruck. Auf diese Weise wird die Dynamik eines Ortes visualisiert. Für die Erstellung der Klangbilder habe ich zunächst mit meinem Handy Audioaufnahmen gesammelt und meine Eindrücke skizziert. Aufbauend darauf habe ich ein Stoffbild kreiert und versucht, die dabei wahrgenommene Stimmung mit diversen Materialien darzustellen. Mittels des Programms "iMovie" habe ich die Stoffbilder mit den Audioaufnahmen verbunden und so ein umfassendes


097 MOVE TO NEXT PAGE multisensorisches Erlebnis geschaffen. Dadurch wurden künstlerische Zugänge sowohl im Musikalischen, als auch im Bildnerischen und Textilen zusammengeführt. Zu meiner Projektidee inspiriert hat mich eine nachhaltig prägende Aufgabenstellung innerhalb des PH-Seminars „Klangräume“. Ein „roter Faden“ zum Semesterthema „moving EMotion“ ergibt sich durch meine subjektive Assoziation bei der Gestaltung der Klangbilder mit den erlebten Höreindrücken, sowie durch das anschließende ganzheitliche Erlebbarmachen der „Klangbilder“ für Teilnehmer*innen über auditive und plastisch-haptisch-visuelle Eindrücke. Es geht darum, die Betrachter*innen in ihrer Vielfalt an persönlichen Erfahrungen und subjektiven Eindrücken abzuholen. Beim Erleben der „Wie(d)ner Klangbilder“ bieten Impulsfragen wie "Welche Erinnerungen werden bei dir geweckt?", "Welche Geräusche und Elemente kannst du entdecken?", "Welches Gefühl entsteht in dir?" und "Welche Stimmung erzeugt das Klangbild bei dir?" die Gelegenheit einer tieferen Reflexion und persönlichen Auseinandersetzung mit den dargestellten Orten. Auf einer eigens dazu gestalteten Padlet-Seite (https://padlet.com), die mittels QR-Code zugänglich ist, befinden sich ergänzende Informationen wie Bilder der Orte, historische Fakten, als auch die genauen Standorte als GPS-Daten von Google Maps. Sie dient dazu, das Erlebnis der „Wie(d)ner Klangbilder“ zu vertiefen und zu verorten. Die "Wie(d)ner Klangbilder" bieten ein hervorragendes Fundament für den Einsatz im Musik- und Sachunterricht in der Volksschule, welches flexibel erweitert oder adaptiert werden kann. Durch ihre ganzheitliche Gestaltung wird die Vielfalt der Lerntypen wahrgenommen und wertgeschätzt. Zudem kann dieses Projekt im Rahmen einer "Schnitzeljagd" eingesetzt werden, welche im Klassenraum beginnt und auf eine spannende und lehrreiche Entdeckungsreise durch den Bezirk Wieden führt. Viel Freude beim spielerischen Entdecken der „Wie(d)ner Klangbilder“ mit allen Sinnen! Link zum Padlet: URL: https://padlet.com/evacecilia/wie-dner-klangbilder-r0778y6zrp7fjx0c [11.06.2024].


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099 MOVE TO NEXT PAGE FARBEN FÜHLEN „Seht ihr manchmal jemanden an und denkt euch: Was geht wohl in seinem Kopf vor?“ - Docter, Pete (2015): Alles steht Kopf [Film]. Pixar Animation Studios. Von meinem Lieblingsanimationsfilm „Alles steht Kopf“ inspiriert entwickelte sich die Idee, mit Farben und Emotionen etwas „Greifbares“ zu schaffen. Das Ziel: Gefühle in zweierlei Formen fühlbar zu machen – sowohl auf emotionaler als auch auf sinnlicher Ebene. "Farben fühlen" ist ein Buch mit 13 Textilcollagen, welche durch Farben dargestellte, gegensätzliche Emotionen zeigen. Die Idee dahinter ist es, verschiedene Perspektiven auf unsere Gefühlswelt zu liefern und mit der Verbindung der Farbinterpretation zu zeigen, dass es hier nicht immer klare Grenzen gibt. Ein textiles Buch, das die Vielfalt der Emotionswelt eines Menschen aufzeigt und wortwörtlich erfühlen lässt. Die Materialauswahl beschränkt sich rein auf bereits bestehende Materialien, die für dieses Projekt nicht extra angekauft, sondern re- oder upcycelt wurden. Besonders wichtig war es mir zudem beim Entstehungsprozess, unterschiedliche textile Techniken zu verwenden, um eine Vielzahl an Texturen, Mustern und Effekten zu erzielen. Die Planung zu Beginn war aufgrund der Menge an verschiedenen Materialien und Einzelkonzepten sehr zeitintensiv. Die Collagen sind so designt, dass Spielraum für Interpretation bleibt und die Auseinandersetzung damit den Inhalt bestimmt, sodass kein Text zum Erzählen der Geschichte notwendig ist. Auch die Anordnung der Seiten ist sehr bewusst von mir gewählt worden. So beginnt das Buch mit der Collage „Liebe“ und dem Gedanken: „Liebe“, sagte sie. „Und das ist alles.“, in verschiedenen Sprachen, um zu ISABELLA EIGNER Mein persönliches Highlight: Während des Herstellungsprozesses habe ich beinahe alle Emotionen mindestens einmal durchlebt. ;)


0100 MOVE TO NEXT PAGE zeigen, dass unsere Gefühle sehr stark mit unserer Wertehaltung verbunden sind und unsere persönliche Geschichte stark prägt. Eine Sprache, die so individuell wie keine andere ist. Es können aber nicht immer nur die Collagen isoliert interpretiert werden, sondern auch ihre Wechselwirkung. Hoffnung und Trauer sind zwei konträre Gefühle, da das eine eher positiv und das andere eher negativ behaftet ist. Doch es lässt sich im Gefühl der Trauer als Heilungsprozess auch Hoffnung wiederfinden oder umgekehrt liegt dem Gefühl der Hoffnung meist keine freudige Ausgangslage zugrunde. Noch weitläufiger gedacht können diese Gefühle so wie die Farben im Buch auch koexistieren. Das Gefühl des Kreativen kann beispielsweise zugleich Entspannung oder Ruhe initiieren. Das Cover des Buches soll all diese Inhalte verbinden. Mit einem einfarbigen Hintergrund und bunten Applikationen symbolisiert es die Vielfalt und das Zusammenspiel der Gefühle, die im Rahmen meines Projekts dargestellt werden. Das Buch ist eine Veranschaulichung dafür, dass sich das Leben eines Menschen wie eine bunte Collage aus all diesen ineinanderfließenden Emotionen formt. Falls du dich also schonmal gefragt hast, wie es in unseren Köpfen wohl aussehen könnte, ist das hier meine persönliche Antwort dazu. :)


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