The words you are searching are inside this book. To get more targeted content, please make full-text search by clicking here.

010-02-Steckbrief-Marderhund-Faltblatt-A4-quer-Version-2.0

Discover the best professional documents and content resources in AnyFlip Document Base.
Search

010-02-Steckbrief-Marderhund-Faltblatt-A4-quer-Version-2.0

010-02-Steckbrief-Marderhund-Faltblatt-A4-quer-Version-2.0

Ordnung Steckbrief Marderhund Infoblatt Marderhund
Familie
Gattung Raubtiere (Carnivora) 2010
Art Hundeartige (Canidae)
Andere Namen Marderhund (Nyctereutes)
Gewicht Marderhund (Nyctereutes procyonoides)
Kopf-Rumpf-Länge Enok, Mangut, Enot, Tanuki, Obst-/Seefuchs, Ussurischer Waschbär
Schulterhöhe Rüden 4.2 bis 9.2 kg, Fähen 3.5 bis 8.7 kg; schwankt je nach Jahres-
Merkmale zeit und Nahrungsangebot (stark beeinflusst von Winterruhe!)
50 bis 75 cm, Schwanzlänge 10 bis 25 cm
Lebensweise Etwa 20 cm
Ungefähr fuchsgross, kurzbeinig und gedrungen gebaut. Unterschei-
Habitat dungsmerkmale zum Waschbär sind der einfarbige, eher kurze
Schwanz und die zwischen den Augen hell gefärbte Gesichtsmaske.
Ernährung Fell langhaarig, oberseits graubraun bis schwärzlich. Pfoten und
Brust sind schwarz.
Geschlechtsreife Monogam, Männchen beteiligt sich an der Jungenaufzucht. Reviere
Ranzzeit überlappen sich mit anderen Marderhund-Paaren, nur der zentrale
Tragzeit Bereich eines Reviers wird exklusiv genutzt. Im Winter ist die Aktivi-
Wurfzeit tät stark herabgesetzt. In kalten Wintern wird eine Winterruhe einge-
Wurfort schaltet.
Wurfgrösse Gewässernahe, feuchte und unterholzreiche Laub- und Mischwälder,
Entwicklung naturnahe Teichlandschaften, vor allem im Flachland. Selten über
700 m Höhe vorkommend.
Sinne Frisst Regenwürmer, Kleinsäuger, Frösche, Insekten, Mais, Früchte,
Verständigung Krabben, Fischreste, Aas. Nahrungskonkurrent von Fuchs und
Dachs. Nimmt aber, im Gegensatz zu diesen, mehr Früchte und
Lebensdauer Getreide zu sich.
Aktivität Mit 9 bis 11 Monaten
Krankheiten Februar bis April
Etwa 60 Tage
Feinde April bis Juni
Verlassene Fuchs- und Dachsbaue, selbstgebaute Schilfnester,
Reisighaufen
2 bis 19 Junge, im Mittel 5 bis 9 Junge
Die Jungen kommen blind zur Welt, öffnen mit 12 bis 14 Tagen die
Augen, werden circa 6 bis 7 Wochen gesäugt und sind mit 3 bis
4 Monaten selbständig.
Riecht und hört gut, Sehsinn eher schwach entwickelt
Lautäusserungen: Nur Knurren bekannt, kein Bellen (Kommunika-
tion vermutlich über optische Signale). Kein Schwanzwedeln!
Duftmarkierungen: Losung, Harn, Drüsensekrete. Legen in ihrem
Revier auch Latrinen an.
In freier Wildbahn circa 8 Jahre, Höchstalter in Gefangenschaft
13 Jahre
Nachtaktiv, ohne Jagddruck auch dämmerungs- und tagaktiv
Marderhunde können an Tollwut, Räude, Piroplasmose, Leptospiro-
se, Trichinellose und Hundestaupe erkranken. Sie können auch
Träger des kleinen Fuchsbandwurms sein.
Uhu und andere grosse Greifvögel, Fuchs, Wolf, Luchs, Bär

Woher kommt der Marderhund? Richten Marderhunde Schäden an?
Die ursprüngliche Heimat des Marderhundes umfasst Ostsibirien, Nordchina, Ja- Bisher sind keine bekannt. Der Marderhund ist kein ausgeprägter Kulturfolger!
pan, Korea und Nordvietnam. In Japan ist er als Fabelwesen «Tanuki» bekannt,
dem magische Kräfte zugesprochen werden. In der ersten Hälfte des letzten Jahr- Jagdarten
hunderts wurde der Marderhund wegen seines Pelzes in der Ukraine angesiedelt. Empfohlen wird u.a. die Ansitzjagd. Die Jagd im Kunstbau (Marderhunde lassen
Von dort breitete er sich rasch aus. sich nur sehr schwer sprengen, deshalb Kunstbau) ist im Kanton Zürich untersagt.
Baujagd-Verbot! Geeigneter Köder für Fallenfang: Katzenfutter mit Fischanteil.
Schadet der Marderhund der Biodiversität?
Allgemein wird davon ausgegangen, dass es mit der Zunahme des Marderhun- Verwechslungsmöglichkeiten
des zu keiner Erhöhung des gesamten Räuberdrucks kommen wird. Es wird also Marderhund und Waschbär werden sehr häufig miteinander verwechselt! In der Fort-
angenommen, dass seinetwegen keine andere Art bedroht ist oder aussterben bewegung unterscheiden sie sich aber deutlich: Der Waschbär wirkt leicht bucklig
wird. Er konkurrenziert vor allem den Fuchs bezüglich Nahrung und «Wohngele- und kann gut klettern. Er ist kein Sprinter sondern flieht in die Höhe. Der Marder-
genheit», so dass eine Fuchs/Marderhund-Gemeinschaft die Dichte einer reinen hund läuft mit gestrecktem Rücken, klettert nicht und flieht in Erdbaue von Fuchs und
Fuchspopulation kaum übersteigen wird (nach STUBBE 1988). Ob letzteres auch Dachs. Ausserdem ist der Waschbär ein Halbsohlengänger, während es sich beim
für die Schweiz mit ihren eher kleinen Feuchtgebieten gilt, muss sich erst noch Marderhund um einen Zehengänger handelt.
herausstellen.
(Text: I. Scholl, W. Brinkmann; Layout: W. Brinkmann)
Kann man das Fell des Marderhundes verwerten?
Ja. Ziel der Ansiedlung in Europa war die Pelzgewinnung. Das Fell ist aber nicht so Weitere Informationen zum Marderhund
fein wie dasjenige des Fuchses.
HAUSSER, J. (Hrsg.) (1996): Säugetiere der Schweiz. Verbreitung, Biologie, Ökologie. Denkschriften der Schwei-
Wo kann man lebende Marderhunde sehen? zerischen Akademie der Naturwissenschaften 103. Birkhäuser Verlag; Basel, Boston, Berlin.
Zoo Hasel, Rüfenach (www.zoo-hasel.ch); Tiergarten Dählhölzli, Bern
STUBBE, H. (Hrsg.) (1988): Buch der Hege, Band 1 Haarwild. Verlag Harri Deutsch; Thun und Frankfurt/Main.
WEBER, J.-M. (2006): Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides). Wildbiologie 4/2006.
INTERNET: www.enok.at

Trittsiegel (Ballen der Mittel- Gerader Rücken Der Marderhund in der Schweiz
zehen können verbunden (vergleiche Waschbär)
sein) • Erster Nachweis in der
Schweiz am 6. August 2003
Typische Gesichtsmaske Welpe im Jura (Autounfall)

• Bis heute sechs Nachweise.
Der jüngste Nachweis gelang En-
de April 2009 in Graubünden

• In der Schweiz bisher nur
sehr vereinzelt auftretend


Click to View FlipBook Version