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Published by FRISCHphoto, 2017-07-15 07:40:55

bergrettung

DER BERGRETTER
DAS MAGAZIN DER BERGRETTUNG EBENSEE
70 Jahre Bergrettung Ebensee


INHALT
Magazin 001 - Edition 2017
03 Vorwort
05 Interview Andreas Buchegger 10 Im Einsatz
13 Geschichte
18 Ausbildung
24 Sponsoren
26 Unterstützer
27 Fest


VORWORT
ANDREAS BUCHEGGER Ortsstellen-Leiter
70 Jahre – fast ein Menschenleben – ist es her, dass sich einige ambitionierte Männer zusammengefunden haben, die Bergrettung in Ebensee zu gründen. Schon davor wurde Menschen in Bergnot geholfen, ab dem Jahre 1947 aber organisiert und planmäßig.
Heute ist die Organisation auf knapp 60 Bergretter- innen und Bergretter angewachsen und die braucht es auch, um den Ansprüchen in Technik, Geschwindigkeit und Professionalität gerecht zu werden. Dennoch schauen wir mit Stolz und Dankbarkeit auf unsere Ver- gangenheit zurück und wollen dies gemeinsam mit allen Ebenseerinnen und Ebenseern feiern.


TEAMARBEIT
Ohne Teamarbeit und Kameradschaft, die bei jedem Einsatz zählen, würde die Bergrettung nicht funktionieren. Das sind die 58 Mitglieder in Ebensee, alphabetisch vorgestellt auf mehreren Seiten.
Bart Erich
Einsatzleiter Mitglied seit: 16.06.1993
Furlan Johann
BRD-Mann Mitglied seit: 21.11.1969
Hahn Michael
Funkwart Mitglied seit: 10.06.2013
Hirnböck Günter
Hundeführer Mitglied seit: 18.02.1998
Buchegger Andreas
Ortsstellenleiter Mitglied seit: 02.04.1990
Gratzer Pia
BRD-Frau Mitglied seit: 19.09.2012
Harringer Elvis
BRD-Anwärter Mitglied seit: 27.08.2014
Hirnböck Johann
Fahrzeugwart Mitglied seit: 22.10.1962
Dauser Michael
Materialwart-Stellvertreter Mitglied seit: 04.06.2013
Grill Josef
BRD-Mann Mitglied seit: 21.11.1969
Haslauer Alexandra
BRD-Anwärterin Mitglied seit: 29.03.2016
Hofstätter Hartmuth
BRD-Mann Mitglied seit: 03.11.2005
Fellner Peter
Ortsstellenleiter-Stellv., Materialwart Mitglied seit: 02.04.1990
Grossauer Dieter
BRD-Mann Mitglied seit: 04.02.1963
Hemetsberger Michael
BRD-Mann Mitglied seit: 04.06.2013
Dr. Huber Tobias
BRD-Landesarzt Mitglied seit: 01.10.2001
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WIR SIND GEWACHSEN
Andreas Buchegger ( Ortsstellen-Leiter Bergrettung Ebensee) im Gipfelgespräch mit Clemens Thaler
Andreas Buchegger (56) ist seit sechs Jahren Chef der Bergrettung Ebensee. Im Gipfelgespräch erzählt er über seinen Weg zur Bergrettung, die schwierigsten Einsätze und warum Ebensee die größte Bergrettungs-Ortsstelle in Oberösterreich ist.
Thaler:
Wie bist du zur Bergrettung gekommen?
Buchegger:
Ich bin damals beim Hochkogel-Lauf mitgefahren und dann hat mich der damalige Bergrettungs- Obmann Hans Hirnböck direkt bei der Siegerehrung angesprochen. Wir brauchen gute Ski- fahrer bei der Bergrettung, ob mich das nicht interessieren würde. Ich war damals Lehrer in Laakirchen und habe gesagt, sobald ich wieder daheim bin, mache ich es. Und so war es. Mit- tlerweile bin ich seit 27 Jahren bei der Bergrettung. Klettern und Bergsteigen habe ich dann
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Wordrap:
Darum bin ich bei der Bergrettung:
... weil ich Menschen in Bergnot helfen möchte.
Ebensee ... meine Heimat.
Meine schwierigste Tour
... Zinalrothorn, Viertausender in der Schweiz.
so richtig gelernt und kurz darauf war ich mit Dieter Grossauer (Anmerkung, ehema- liger Einsatzleiter und Senior-BRD-Mitglied) auf meinem ersten Viertausender.
T: Seit wann bist du Ortsstellen-Leiter?
B: Seit sechs Jahren, 2011. Da habe ich diese Aufgabe von Franz Sturm übernommen. Und was viele nicht wissen: Von der Fläche und den Einsätzen ist Ebensee die größte Ortsstelle in Oberösterreich.
T: Welche Verantwortung bringt dieser ehrenamtliche Job mit sich?
B: Eine große, alleine schon was das Einsatz- gebiet betrifft. Mir war es wichtig, dass wir einen Generationenwechsel schaffen, damit auch in Zukunft die Sicherheit auf dem Berg sichergestellt ist. Das ist uns geglückt, wir
sind aktiv auf junge Ebenseer Bergsteiger zugegangen und haben als einige der weni- gen Ortsstellen keine Nachwuchssorgen. Das freut mich.
T: Welche Voraussetzungen sollte ein Bergretter mitbringen?
B: Er oder sie sollte ein bergsteigerischer All- rounder und in den Bergen zuhause sein. Egal ob Skifahren, Klettern, im Schrofengelände, Schnee, Firn oder Eis. Ein ganz wichtiger Punkt ist auch die Geländekenntnis der Heimat.
T: Wie wichtig ist dabei Teamarbeit?
B: Das ist eine ganz wichtige Voraussetz- ung. Und macht auch die Stärke der
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Bergrettung aus. Jeder muss jede Rolle übernehmen und auch im Ernstfall einen Einsatz leiten können. Dabei muss man strukturiert arbeiten, wichtig und unwichtig unter- scheiden und letztlich Entscheidungen treffen.
T: Ihr habt durchschnittlich rund 125 Einsätze pro Jahr. Welcher ist dir in besonderer Erinnerung geblieben?
B: Mein heftigster Einsatz, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht, war einer auf dem Feuerkogel. Als ein Mann unter dem alten Sessellift in eine Doline gestürzt und in meinen Händen gestorben ist. Das vergisst man nicht.
T: Wie schaut es mit dem Nachwuchs konkret aus?
B: Da haben wir Gott sei Dank seit Jahren Glück, derzeit ha- ben wir acht Anwärter zum Bergretter, zwei sind bereits in Ausbildung. Objektiv gesehen wird es aber schwieriger, viele pendeln auswärts in die Arbeit und es ist nicht mehr so wie früher, wo einem die Betriebe bei Einsätzen frei geben.
Mein Lieblingsberg ... Bromberg.
Feuerkogel ... Platz für viele schöne Erinnerungen.
Feedback ... immer mehr Leute melden sich bei uns und zeigen ihre Dankbarkeit.
T: Wie wichtig ist Weiterbildung und Training in der Bergrettung?
B: Ein wichtiger Punkt. Sehr bewährt hat sich unsere wöchen- tliche Dienstag-Übung. Wir sind technisch noch geschulter bei Einsätzen und eine eingespieltere Truppe. Das macht sich bezahlt.
T: 70 Jahre Bergrettung Ebensee, was bedeutet das für dich? B: Das ist eine große Vergangenheit und eine große Verantwortung, die ich klug und vorausschauend, wie meine Vorgänger, weiterführen möchte. Und natürlich auch ein Grund zum Feiern.
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ÜBUNG
Weiterbildung, ständiges Üben der Rettungstechniken und Trainieren für den Ernstfall sind ein wichtiger Bestandteil der Bergrettungsarbeit - nur so funk- tionieren im Einsatz die Abläufe und das Zusammenspiel, um Verunglückten in lebensbedrohlichen Situationen zu helfen. Trainiert wird jeden Dienstag, einmal pro Woche, Winter und Sommer im gesamten Einsatzgebiet in Ebensee.
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IM EINSATZ
Egal ob Hubschrauber-Bergung, Einsatz in der Nacht, im schwierigen Gelände oder bei extremen, widrigen Bedingungen - das Team der Bergrettung Ebensee ist immer im Einsatz, 365 Tage im Jahr. Die Alarmierung erfolgt per SMS, nachdem ein alpiner Notruf unter 140 eingegangen ist.
01 02 03
Abtransport eines tödlich Nach einer Suchaktion auf Paragleiter-Bergung aus dem Verunglückten im Rindbachtal dem Feuerkogel Falmbach (Hochsteinalm)
04 05 06
Waldbrand am Brentenkogel Bergung aus dem Nacht-Einsatz auf der Alberfeldkogel-Klettersteig Riederhütte
07 08 09
Einsatz im Schaflucken-Steig Skibergung auf der Trass Bergung Hochkogel (Feuerkogel-Abfahrt)
10 11 12
Bergung einer Dolinenbergung auf dem Bergung aus dem 8-er Jet schwerverletzten Frau vom Feuerkogel (Kranabethhütte) (Feuerkogel)
Gasslkogel
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VERANTWORTUNG
Die Männer und Frauen der Bergrettung leisten ihren Einsatz ehrenamtlich, ohne dafür entlohnt zu werden. Trotzdem müssen sie ein hohes Maß an Verantwortung tragen.
Hübleitner Johann
Ortsstellenleiter-Stellvertreter Mitglied seit: 26.02.2003
Kofler Lukas
BRD-Anwärter Mitglied seit: 02.06.2015
Magritzer Hans Peter
Flugretter BMI Mitglied seit: 01.01.1964
Obermayr Johannes
BRD-Anwärter Mitglied seit: 10.11.2015
Jaritsch Hubert
BRD-Mann Mitglied seit: 02.04.1990
Kofler Oliver
Schriftführer Mitglied seit: 19.03.2008
Mitterndorfer Andreas
BRD-Anwärter Mitglied seit: 14.02.2017
Pendl Stefan
BRD-Mann Mitglied seit: 09.11.1978
Kneisl Manuel
BRD-Anwärter Mitglied seit: 29.03.2016
Lemmerer Alois
Kassier Mitglied seit: 06.09.1987
Natmeßnig Alexander
BRD-Mann Mitglied seit: 08.08.1968
Rainbacher Alois
Einsatzleiter Mitglied seit: 01.01.2008
Köppl Herbert
BRD-Mann Mitglied seit: 18.03.1983
Magritzer Bernhard
Flugretter BMI Mitglied seit: 10.09.1999
Neuhuber Wolfgang
BRD-Mann Mitglied seit: 20.04.1980
Scheck Franz
Sanitätswart Mitglied seit: 22.08.2005
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GESCHICHTE
Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg- es, genauer gesagt, am 23. Oktober 1945, traten „im Sitzungssaale der Gemeinde Ebensee die Treuhänder der verschiedenen alpinen Vereine zusammen, um einen alpinen Rettungsdienst wieder ins Leben zu rufen. Er soll nun ... über- parteilich seiner große Aufgabe, Menschen in Bergnot behilflich zu sein, dienen.“ So heißt es im ersten überlieferten Protokoll. Etwa eineinhalb Jahre später war es dann soweit, am 13. März 1947 versammelten sich 24 Männer zur ersten Jahres- hauptversammlung.
Zum Obmann wurde Karl Preimesberger gewählt, zu sei- nem Stellvertreter Viktor Sturm, Franz Steinkogler wurde Schriftführer, sein Stellvertreter war Kurt Lechner. Weitere gewählte Funktionäre waren Anton Stadler als Kassier, Karl Pucher als Kassier-Stellvertreter, Rudl Neuhuber als Archi- var und Richard Doleschal als sein Stellvertreter. Die übrige Mannschaft bestand aus Hans Fellner, Lois Steinkogler, Sepp Buchinger, Kurt Scherpink, Johann Vogl, Franz Heissl, Julius Zeppetzauer, Gustl Engl, Heinrich Klettner, Josef Rah- berger, Karl Kendler, Willi Scheuchl, Josef Skloner, Josef Vogl und Franz Felsecker.
Zudem waren einige Männer immer noch in Kriegsgefangen- schaft, es waren dies Josef Stadler, Rudolf Steinkogler, Hans Scheichl, Hans Buchinger und Hannes Pilz.
AUTOR
Andreas Buchegger
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Die Männer der Ebenseer Bergrettung Heilbronn vom Dachstein im Jahre 1954.
hatten im ersten Jahr gleich 32 Er-
ste-Hilfe-Leistungen,5Suchaktionen und 16 Bergungen zu absolvieren.
Die folgenden Jahre, etwa bis 1960, waren gekennzeichnet durch den Aufbau eines Verständigungssystems, einer zeitgemäßen Infrastruktur und den Bau einer Einsatzhütte auf dem Feuerkogel. Die Nachkriegszeit bot endlich die Gelegenheit für Berg- und Klettertouren im Alpenraum, so stellten die Bergrettungsmänner ihr alpinistisches Können unter Beweis. Aber auch außer- halb des Ortsgebietes nahmen sie an großen und spektakulären Einsätzen teil, wie an der Bergung der verunglückten Kinder aus
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1960 erfolgte die erste Hubschrauber- bergung eines Verletzten vom Hochkogel durch das Innenministerium. Von nun an stand die Zusammenarbeit mit übergeordneten Rettungsorganisationen und modernen technischen Hilfsmitteln auf der Tagesordnung.
Das erforderte eine neue Form der Ausbild- ung, die Landesausbildungskurse wurden gegründet und die Sanitätstechnik auf ein zeitgemäßes Niveau gehoben. Dabei gab Dr. Josef Stadler österreichweit den Ton an, er schulte aber besonders die Männer der eigenen Ortsstelle.


Ebenso wurden von Zeit zu Zeit neue Fahrzeuge angeschafft. Musste man anfangs mit einem Fahrzeug aus den Beständen der amerikanischen Armee das Auslangen finden, so schaffte man sich dann VW-Busse an, die jeweils nach 15 Jahren erneuert wurden.
Die Bergrettung Ebensee war dank des damaligen Obmannes Hans Fellner auch bezüglich der Funktechnik immer auf dem neuesten Stand und verwendete als erste Ortsstelle die damals moderne Form der Kommunikation. Heute stellt man die analoge Funktechnik auf eine digitale um, außerdem ist die Navigation mittels GPS nicht mehr wegzudenken.
Die Bergetechniken sind, wenn der Hubschrauber nicht zum Einsatz kom- men kann, grundsätzlich die gleichen geblieben. Geändert hat sich das Material. Die Seile sind heutzutage nicht mehr aus Hanf, sondern aus einem Kunststoffgewebe, die großen Abseil- strecken bewältigt man nicht mehr mit dem Stahlseilgerät, sondern mit dem Dyneema-Seil.
Trotz aller Änderungen und Entwicklun- gen der vergangenen Jahrzehnte bilden aber immer noch der Einsatzwille und das Engagement der Bergretterinnen und Bergretter, sich für andere, in Bergnot geratene Menschen einzusetzen, die Seele einer Ortsstelle.
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WEITERBILDUNG
Damit Einsatzleiter, BergretterInnen und angehende Bergretter immer auf dem höchsten Niveau sind, erfordert dies ständige Fortbildung und Training. Nur so ist die Sicherheit für alle Einsätze gewährleistet.
Schrödl Thomas
BRD-Anwärter Mitglied seit: 14.02.2017
Spiesberger Josef
Hüttenwart-Stellvertreter Mitglied seit: 01.10.1990
Schwaiger Klaus
Hüttenwart Mitglied seit: 20.08.1984
Spitzer Josef
BRD-Anwärter Mitglied seit: 07.03.2017
Siegl Daniel
Kassier-Stellvetreter Mitglied seit: 11.06.2013
Siegl Michael
Schriftführer-Stellvertreter Mitglied seit: 20.05.2014
Sturm Franz
BRD-Mann Mitglied seit: 21.05.1967
Thaler Clemens
Pressereferent Mitglied seit: 03.11.2005
Tragatschnig Lorenz
Hundeführer Mitglied seit: 09.11.1998
Vasold Alois
BRD-Mann Mitglied seit: 25.03.2014
Stöllinger Franz
BRD-Mann Mitglied seit: 21.11.1969
Trippacher Hermann
BRD-Mann Mitglied seit: 01.06.1989
Wolf Max
BRD-Mann Mitglied seit: 19.01.2011
Ully Anton
BRD-Mann Mitglied seit: 23.04.1974
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BERGRETTUNG EBENSEE: ZAHLEN, DATEN UND FAKTEN
Die Bergrettung Ebensee wurde 1947 gegründet und ist mit 58 Bergrettern und Bergretterinnen und derzeit acht Bergrettungsanwärtern (darunter eine Frau) die größte Ortsstelle in Oberösterreich. Das Einsatzgebiet grenzt im Süden an Bad Aussee (Steiermark), im Osten an Grünau und Richtung Bad Ischl sind das Weißen- bachtal und die Hohe Schrott die Grenze. Nach Obertraun mit dem Dachstein-Pla- teau ist Ebensee auch flächenmäßig die zweitgrößte Ortsstelle, dazu kommt mit 260 km Forststraße das größte Straßennetz in den Bergen. “Das macht einen Großteil der Komplexität aus”, sagt Ortsstellen-Leiter Andreas Buchegger.
Im Durchschnitt rücken die Bergretter aus Ebensee zu 125 Notfällen und Einsätzen pro
Jahr aus, die meisten Unfälle passieren auf dem Feuerkogel, Erlakogel, Eibenberg und dem Großen Sonnstein. Viele der Einsätze, ca. 40, sind heutzutage mit Hubschrauber- Unterstützung, gleichzeitig werden die schwierigen Einsätze in der Nacht und bei widrigen Wetterbedingungen häufiger.
Etwas mehr als die Hälfte der Einsätze - ca. 80 im Jahr - macht der Pistendienst auf dem Feuerkogel aus. Die Bergretter sorgen im Winter vier Monate lang für die Sicher- heit der Skifahrer. “Die Skibergungen mit der Gelände-Abfahrt Trass sind technisch schwierig und eine Herausforderung für die Bergrettung”, sagt Buchegger. Die meisten Verletzungen sind Knie- und Beinverletzun- gen, sowie Schulter und Kopf.
Homepage: www.bergrettung-ebensee.at
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DIE AUSBILDUNG
der Weg zum Bergretter
Österreichweit gibt es insgesamt mehr als 12.500 Bergretterinnen und Bergretter - in 291 Ortsstellen. Die Bergrettung Oberösterreich ist eine von sieben Landes- leitungen und hat derzeit rund 800 aktive Mitglieder. Pro Jahr sind es rund 400 Einsätze (ohne Pistendienst), bei denen Menschen in Bergnot ehrenamtlich geholfen wird.
Damit das freiwillige System der Bergrettung auch in Zukunft aufrechterhalten werden kann, braucht es ständig Nachwuchs und Menschen, die sich für die Bergrettung und das Helfen am Berg begeistern und sich in den Dienst der Sache stellen. So sieht der Weg zum Bergretter aus.
Bergretter werden
Wie wird man Bergretter oder Bergretterin?
Kommen Sie zu uns, wir brauchen Sie, wenn die Voraus- setzungen passen. Hier sind einige Informationen, um Klar- heit zu geben.
Grundsätzlich gibt es im österreichischen Bergrettungsdienst nur ehrenamtliche Tätigkeiten und Funktionen. Das reicht vom Bundesverbandspräsidenten über die sieben Landes- leiter, unsere Fachreferenten auf mehreren Ebenen bis hin zu Ortsstellenleitern, Einsatzmann- und „frau“schaften und Anwärtern.
Derzeit gibt es in Oberösterreich 800 Bergretter in 23 Ortsstellen. Für die Aufnahme von Anwärtern gibt es ein- heitliche Kriterien:
• Entsprechender Bedarf einer ÖBRD-Ortsstelle •Allroundbergsteiger mit Grundkenntnissen im Ski- tourengehen, Bergsteigen, Klettern, eventuell Sportklet-
tern, in Seil- und Sicherungstechnik.
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• Gebietskenntnisse in seinem Einsatzgebiet. Die im Ortsstel- lengebiet liegenden Touren sollten zum Großteil selbst durchgeführt worden und bekannt sein.
• Touren im Fels und kombinierten Gelände im Vorstieg Minimum Schwierigkeitsgrad III+.
• Gute körperliche Verfassung, Kondition und Ausdauer.
• Kameradschaft und Teamgeist.
• Mindestalter 17 Jahre
Was tun?
1. Sie nehmen mit unserer Ortsstelle Kontakt auf, die in Ihrer Heimatgemeinde tätig ist bzw. falls dort keine vor- handen ist – die nächstgelegene in der Region, in der Sie leben und/oder arbeiten. In unserem Fall mit der Bergret- tung Ebensee und Ortsstellen-Leiter Andreas Buchegger.
2. Vereinbaren Sie einen Termin mit der jeweiligen Ortsstel- lenleitung oder deren Ausbildungs- bzw. Einsatzleitung. Legen Sie am besten Tourenberichte über ausgiebige alpinistische Tätigkeiten vor, berichten Sie über Ihren persönlichen und beruflichen Hintergrund.
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3. Ausbildung: Landesausbildungskurse
• Felskurs I
Inhalte: Handhabung GPS, Knotenkunde, behelfsmäßige Bergrettungs- technik im Fels.
• Winterkurs I
Inhalte: Verhalten im freien Gelände, Kameradenrettung, Versorgung Skiverletzungen, Transport von Verletzten im Skigelände mit behelfs- mäßigen und planmäßigen Rettungsmitteln, Bergung und Versorgung von Unterkühlten, Wiederbelebung auf der Lawine, praktische Lawinen- kunde.
• Winterkurs II
Inhalte: Tourenskilauf im hochalpinen und kombinierten Gelände, Orientierung auf Skitouren, Biwakbau und Biwak im Winter, Beurteilung der Schnee- und Lawinensituation, Lawinenkunde, planmäßiger Lawinen- einsatz und Hubschraubereinsatz im Winter, Einsatztaktik Lawinenein- satz, Verankerungen im Schnee, Spaltenbergung.
• Felskurs II
Inhalte: Alpines Klettern, Knotenkunde, Anseilen, Fixpunkte im Fels, Standplatz im Fels, Sichern und Sicherungstechniken, Abseilen, Auf- bau von Fix- und Geländeseilen, Anseiltechnik für Klettersteige, be- helfsmäßige Bergrettungstechnik im Fels, Versorgung von Verletzten und deren Abtransport, planmäßiger Einsatz im Fels (Gebirgstrage, Statikseile, Stahlseilgerät), planmäßiger Sucheinsatz, Hubschrauberbergungen im Felsgelände, Alpine Ausrüstung, Orientierung, Zusammenarbeit mit der AEG Alpine Einsatzgruppe Polizei und deren Aufgaben, Funkeinweisung sprachgesteuerte Geräte usw.
• Eiskurs
Inhalte: Gletschertouren, kombinierte Touren, Grundtechnik im Steigeisengehen, Fixpunkte im Eis, Standplatz im Eis, Eisklettern, Anseilen am Gletscher, behelfsmäßige Bergrettungstechnik Eis/ Firn, planmäßige Rettung, Verletztenversorgung, Gletscherkunde, Taktik bei Eistouren.
Zusätzlich muss man eine erweiterte Ausbildung in erster Hilfe sowie Grundlagen der Alpinmedizin absolvieren, die bei eigenen Kursen der Landesleitung angeboten werden.
Zivil-, Heeres und Polizeibergführer mit abgeschlossener Ausbildung können über Antrag der Ortsstelle gleich in den Bergrettungsdienst aufgenommen werden.
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PRÄVENTION
Viele Bergunfälle können vermieden werden - mit der richtigen Ausrüstung, Einstellung und Planung. Diese Faktoren sind genau so wichtig, wenn es um die professionelle Rettung auf dem Berg geht.
Dr. Brandlmayr Ernst
BRD-Mann Mitglied seit: 01.07.1971
Reischauer Herwig jun.
BRD-Mann Mitglied seit: 21.11.2002
Strauss Franz
BRD-Mann Mitglied seit: 16.08.1957
Dr. Huber Georg
BRD-Mann Mitglied seit: 27.10.1977
Reischauer Herwig sen.
BRD-Mann Mitglied seit: 15.11.1971
Vogl Josef
BRD-Mann Mitglied seit: 23.03.1947
Pilz Adolf
BRD-Mann Mitglied seit: 15.11.1971
Scheck Paul
BRD-Mann Mitglied seit: 01.04.1988
Wiesauer Martin
BRD-Mann Mitglied seit: 10.11.1987
Promberger Peter
BRD-Mann Mitglied seit: 22.12.1993
Dr. Stadler Josef
BRD-Mann Mitglied seit: 01.02.1950
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SPONSOREN
Eine normale Festschrift oder Zeitung mit Sponsoren und Inseraten ist nichts Außergewöhn- liches, dachten sich die Macher dieses Magazins. Sie haben nämlich einen entscheidenden Nachteil: sie sind meist eher unpersönlich. Das wollten wir ändern.
Denn gerade bei der Bergrettung sind die Kontakte und die lokale Veranker- ung im Ort und der Region (Salzkam- mergut) von entscheidender Bedeutung - nicht nur bei den Einsätzen, sondern auch bei den Unterstützern. Denn ohne die Mithilfe der Ebenseerinnen und Ebenseer wären viele unsere Einsätze viel schwierig- er, ohne unsere Förderer, Unterstützer und Sponsoren wären wir alleine und nicht schlagkräftig. Das gilt auch für das Zustande- kommen dieses Magazins.
Wenn es nicht Einzelne gäbe, die uns bei un- serer mitunter schwierigen und gefährlich- en Arbeit unterstützen - in welcher Form auch immer - wären wir nicht so erfolg- reich. Deshalb wollen wir den Ebenseer Sponsoren dieses Magazins ein Gesicht (und einen Berg) geben.
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DANKE!


UNTERSTÜTZUNG
Sie sind die Stütze der Bergrettung, unsere Förderer aus Ebensee, die jährlich einen Beitrag (24 Euro) für ihre und unsere Sicherheit leisten. Dafür ein großes Danke und als kleines Dankeschön eine namentliche Auflistung nach Alphabet.
Helmut Achleitner
Franz Ameringer
Josef Ameringer Wolfgang Appl
Günter Appl
Johann Arbeithuber Michael Bart
Bernadette Baumgartner Reinhard Bley
Günter Brenner
Franz Brunnmayr Thomas Buchegger Hedwig Buchegger Rudolf Daxner Helmut Daxner Günter Denzel
Johann Donleitner Johann Dorfner Irmgard Dorfner Ernst Eisenberger Markus Eisenberger Gerhard Eisenberger Katharina Eisenberger Thomas Eller
Andrea Engleitner Kerstin Feichtinger Monika Feichtinger Andrea Feichtinger Franz Fellner
Hans Joachim Fellner August Fink
Michael Födinger Silvia Friedl
Christine Friedl Leopold Froschauer Friedrich Gaigg
Erich Gams
Sepp Glaser
Renate Grabner
Rainer Gratzer Katharina Gratzer Franz Groiß
Rudolf Hackl
Gerhard Haginger Astrid Haubenhofer Franz Heissl
Christian Heißl Christine Heißl Thomas Hemetsberger Herbert Hochhauser
Hildegard Hübleitner Walter Hubner
Josef Hubner
Johann Huemer Heinrich Huemera Ingeborg Hundsdorfer Johannes Kaser
Paul Kern
Sieglinde Kern Gottlieb Kern Johann Kienesberger Sonja Kienesberger Alfred Kienesberger Franz Kirchmann Gerti Krab
Herbert Kragl
Anna Krempl
Rudolf Küpper
Ina Lackner
Andreas Lackner Erika Lahnsteiner Englbert Lahnsteiner Walter Lahnsteiner Johann Lahnsteiner Ines Lahnsteiner Josef Lahnsteiner Andreas Leibetseder Karin Liftinger Johann Liondner Josef Loidl
Elisabeth Loidl Anita Loidl Gerald Loidl Helmut Loidl Franz sen. Loidl Marianne Loidl Sabrina Loidl Peter Loidl Walter Loidl Elisabeth Loidl Helmut Loidl Sabrina Loidl Walter Loidl Hermine Loidl Peter Loidl Georg Loidl Franz jun Loidl Eva Loidl Kornelia Loidl Rudolf Loidl
Elfriede Loidl
Christian Loidl Hermine Loidl Ferdinand Loidl Gerald Loidl
Johann Mandl
Franz Maurer
Josef Mayer
Johannes Mittendorfer Martina Mittendorfer Martin Mittendorfer Josef Mittendorfer Egon Morawa
Thomas Moser Walter Moser
Gernot Mühlbacher Erwin Mühlegger Alexander Neubacher Alexander Neuböck Günter Neuböck Josef Neuböck Waltraud Neuhuber Sebastian Nöbauer Silvia Obermayr Rupert Obermoser Franz Oberndorfer Magdalena Oggolder Konrad Parzer
Edith Pesendorfer Christine Pilz
Günter Polak Gerhard Preiner
Karl Prielinger
Albert Prohaska Herbert Promberger Andreas Promberger Barbara Ptak
Alois Rainbacher Johann Reisenbichler Franz Reisenbichler Jürgen Reisinger Markus Reisinger Alfred Reiter Friedrich Riedler Leopold Riedler Andrea Salveter Ernst Salveter Wolfgang Sammer Gertrud Sauer
Franz Scheck
Wolfram Scheichl Walter Schiffbänker Fanni Schiffbänker Reinhard Schlager Reinhard Schulz Michael Schulz
Gustav Schwaiger Andreas Schwaiger Thomas Siegl
Michael Spiesberger Johannes Spiesberger Augustinus Spiesberger Monika Spiesberger Rosa Spießberger
Klaus Spitzer
Peter Spitzer
Franz Spitzer
Anna Spitzer
Johann Spitzer Friedich Stadler
Karl Stadlmann Wolfgang Steinkogler Stefan Steinkogler Elisabeth Steinkogler Karl Steinkogler Gerald Steinkogler Johann Strauß
Lukas Stückler Martina Stüger Helmut Stüger Sabine Tanzmeister Christa Tragatschnig Martin Vogl
Jessica Vogl
Franz Vogl Augustinus Vogl Wolfgang Wagner Franz Weinzierler Rosa Weinzierler Karl Wimmer Christoph Wimmer Maria Wolfsgruber Thomas Wolfsgruber Gerhard Zeppezauer
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EINLADUNG ZUM FEST
Die Bergrettung Ebensee feiert heu- er ihr 70-jähriges Bestehen und das möchten wir gerne mit allen Ebenseern und Ebenserinnen feiern. Wir laden Sie herzlich zu unserer zweitägigen Jubiläumsfeier, am 19. und 20. August auf dem Festgelände, im Steinbruch Eben- see ein. Neben Hubschrauber-Rundflü- gen, spektakulären Bergungen und Schau- übungen gibt es natürlich auch urige Musik und gutes Essen. Wir freuen uns, wenn Sie kommen.
Wenn Sie nicht kommen können, uns aber gerne unterstützen würden, freuen wir uns natürlich auch über freiwillige Spenden:
BERGRETTUNG EBENSEE
IBAN: AT40 20320 3210 4904945 BIC: ASPKAT2LXXX
ZVR-Zahl: 914806398
Gerne können Sie auch Förderer werden und bekommen dafür gleich- zeitig eine Bergekosten-Versicherung. Info: www.bergrettung.at
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IMPRESSUM:
Bergrettung Ebensee
Verantwortlich: Andreas Buchegger (Ortsstellen-Leiter, BRD Ebensee) Redaktion: Clemens Thaler, Andreas Buchegger
Konzept, Layout, Fotografie, Grafik: FRISCH Friedrich Scheichl, www.friedrichscheichl.com Mitarbeit: Alois Lemmerer, Elvis Harringer, Klaus Schwaiger, Peter Fellner
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