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Published by los, 2020-12-21 13:52:38

bund_4C_2021_magazin

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004 熊貓
xióngmāo
PANDA

PANDA

Große Pandas erreichen
eine Kopfrumpflänge von
120 bis 150 Zentimetern,
der Schwanz ist wie bei
allen Bären nur ein Stum-
mel von rund 12 Zentime-
tern Länge. Das Gewicht
erwachsener Tiere variiert
von 75 bis 160 Kilogramm.
Große Pandas entsprechen
inihremKörperbauweitge-
hend den anderen Bären,
stechen jedoch durch ihre
kontrastreiche schwarz-
weiße Färbung hervor.

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der große Panda

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1. MERKMALE

1.1 Fellfärbung

Die Grundfarbe ihres dichten,
wolligen Fells ist weiß, die Beine
sind schwarz. Das Schwarz der
Vorderbeine zieht sich weiter
über die Schultern und bildet
einen Gürtel, der meist den Vor-
derkörper umschließt. Schwarz
sind außerdem die Ohren, die
Umgebung der Augen und
manchmal die Schwanzspitze.
Die Population im Qinling-Ge-
birge, die 2005 als erste offizi-
elle Unterart anerkannt wurde,
zeichnet sich dagegen durch
eine braun weiße Farbgebung
aus.

Die Gründe für die auffälli-
ge Färbung sind nicht genau
bekannt. Diskutiert werden die
Abschreckung von Feinden, die
bessere Thermoregulation oder
die Tarnung.

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der große Panda

1.2 Weitere Merk-
male

Der Kopf wirkt massiver als der
anderer Bären, was an den
verlängerten Jochbeinbögen
und an den stärkeren Kau-
muskeln liegt. Wie die meisten
Bären haben sie 42 Zähne, die
hinteren Vorbackenzähne und
die Backenzähne sind größer
und breiter als die der ande-
ren Vertreter ihrer Familie, eine
Anpassung an die spezielle
Ernährung. Ein weiteres artspe-
zifisches Merkmal ist der verlän-
gerte Handwurzelknochen der
Vorderpfoten, der einen „Pseu-
do-Daumen“ bildet und dem
besseren Ergreifen der Nahrung
dient.

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2. VERBREITUNG
LEBENSRAUM

Das Verbreitungsgebiet Im Jahre 1992 begann die chi-
der Großen Pandas um- nesische Regierung ein natio-
fasst gebirgige Gegenden nales Schutzprogramm für den
auf den Territorien der Großen Panda. Es entstanden
chinesischen Provinzen 40 Reservate mit einer Fläche
Sichuan, Gansu und von 10.400 km², in denen
Shaanxi. Das Habitat etwas mehr als die Hälfte der
geschätzten 1600 Tiere in freier
der Pandas sind sub- Wildbahn (Stand Juni 2004)
tropische Berghänge mit leben.[6] Auf Anordnung der
dichter Bewaldung. Hier Staatlichen Chinesischen Forst-
leben sie im Sommer behörde sind die Provinzen
in Höhen von 2700 bis Sichuan, Gansu und Shaanxi
4000 Metern, im Winter seit 2011 verpflichtet, alle zehn
wandern sie in tiefergele- Jahre eine Zählung der in freier
gene, oft rund 800 Meter Wildbahn lebenden Pandabe-
hohe Gebiete ab. Das stände durchzuführen („Panda
Klima in ihrem Lebens- Census“). Bei der letzten Zäh-
raum ist generell feucht lung (Anfang 2015) wurden
und niederschlagsreich, 1864 Exemplare gezählt – 10
die Sommer sind kühl und Jahre vorher waren es nur
die Winter kalt. 1596.

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G UND
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3. LEBENSWEISE Große Pandas sind in erster
Linie Bodenbewohner, die
allerdings gut klettern und
schwimmen können. Das
Fressen geschieht meist in einer
sitzenden Haltung, so dass
die Vorderpfoten frei sind, um
nach Nahrung zu greifen. Die
Tiere sind dämmerungs- oder
nachtaktiv und schlafen bei
Tage in hohlen Baumstämmen,
Felsspalten oder Höhlen. In
den Bambusdickichten legt der
Panda tunnelförmige Wechsel
an, die seine Futterplätze mit
den Schlafplätzen verbinden.

Große Pandas sind Einzelgän- meist aus dem Weg. Während
ger, die ein Revier von rund 4 ihrer Wanderungen markieren
bis 6 Quadratkilometern be- sie ihre Route durch Urin und
wohnen. Die Territorien von indem sie Bäume zerkratzen
Weibchen haben ein rund 30 oder sich daran reiben. Im
bis 40 Hektar großes Kernge- Gegensatz zu anderen Bären-
biet, das gegen Artgenossinnen arten halten Große Pandas
verteidigt wird. Männchen sind keine Winterruhe, sie wandern
flexibler und zeigen kein Ter- während der kalten Jahres-
ritorialverhalten, ihre Reviere zeit lediglich in tiefergelegene
haben kein Kerngebiet und Regionen.
überlappen sich oft mit denen
anderer Männchen. Trotzdem
gehen sie Artgenossen aber

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LEBENSWEISE

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3.1 Ernährung der große Panda

Große Pandas sind unter den Bären die ausge- Wie andere Bären gewinnen Pandas einen gro-
prägtesten Pflanzenfresser; sie ernähren sich zu ßen Teil ihrer Energie aus Proteinen — nach
99 % von Bambus, wobei sie die Bambusschöss- neueren Studien stammen demnach 50–60
linge bevorzugen und ältere Halme seltener % des Energiebedarfs aus Bambusprotein.Die
fressen. Da Bambus jedoch sehr nährstoffarm Stoffwechselrate der Großen Pandas ist außerge-
und die Verdauung der Pandas nicht ideal dafür wöhnlich gering und beträgt nur 38 % der durch-
ausgerüstet ist, müssen sie große Mengen davon schnittlichen Stoffwechselrate eines landlebenden
zu sich nehmen, um ihren Nahrungsbedarf zu Säugetiers vergleichbarer Größe.
decken: der Tagesbedarf liegt bei rund 10 bis
40 Kilogramm Bambus. Zu den Pflanzen, die Bislang ungeklärt ist, seit wann Bambus die
sie darüber hinaus verzehren, gehören Enziane, Hauptnahrungsquelle der Großen Pandas ist.
Schwertlilien, Krokusse und Bocksdorn. In ge- Eine Genanalyse und ein fossiler Schädel waren
ringen Mengen nehmen sie auch Raupen sowie dahingehend interpretiert worden, dass die Vor-
kleine Wirbeltiere zu sich. In Gefangenschaft fahren der heutigen Großen Pandas schon vor
kommen sie sogar mit Honig, Eiern, Fisch, Obst vier (angepasste Genetik) bzw. zwei Millionen
wie Melonen oder Bananen und auch Süßkar- Jahren (Gestalt des Schädels) an pflanzliche
toffeln zurecht. Große Pandas sind gemeinhin Kost angepasst waren. Eine Isotopenuntersu-
10–16 Stunden des Tages mit der Nahrungsauf- chung der Zähne und Knochen von Pandas,
nahme beschäftigt. die zwischen 1970 und 2000 verstorben
waren, und ein Vergleich mit mindestens
In ihrem Verdauungstrakt zeigen Große Pandas 5000 Jahre alten Funden ergab jedoch Hin-
einige Anpassungen an die vorwiegend pflanz- weise auf ein weit abwechslungsreicheres
liche Ernährungsweise. Die Speiseröhre ist mit Nahrungsspektrum noch vor 5000 Jahren;
einer Hornschicht ausgekleidet, der Magen ist welche Pflanzen damals zusätzlich verzehrt
dickwandig und erinnert an den Muskelmagen wurden, konnte diese Analyse allerdings
der Vögel. Die Oberfläche des Dickdarms ist im nicht aufklären.
Vergleich mit anderen Bärenarten vergrößert.

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