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Die Juniausgabe 2009 des Heidekraut Journal.

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Published by Heidekraut Journal, 2020-06-22 03:44:21

Heidekraut Journal Nr. 24

Die Juniausgabe 2009 des Heidekraut Journal.

Kant kommt! Seite4

24Nr. Warum in die Ferne schweifen?

Seit dem Mauerfall 1989 haben 1,5 bis zwei Millionen Men-
schen die neuen Bundesländer verlassen. Prognosen besagen,
dass dieser Trend auch in den kommenden Jahren anhalten wird.
In der Gemeinde Wandlitz und in anderen Orten rund um Berlin
verläuft diese Entwicklung genau umgekehrt: Immer mehr Men-
schen entdecken die Wohnqualität im so genannten Speckgürtel
der Hauptstadt. Darunter sind viele junge Familien, aber auch
Leute, die hier ihren Ruhestand genießen wollen. Sie kommen
aus Berlin, aus dem Ruhrgebiet und sogar aus dem Ausland. Was
zieht sie hierher? Natürlich die schöne Landschaft, die Nähe zur
Großstadt, in der viele arbeiten, aber auch das soziale Umfeld,
die Verkehrsanbindung, die vorhandenen Schulen und Kitas.
Wandlitz – und damit sind alle neun Orte gemeint – ist einfach
schön. Äußeres Bild des Zuzugs sind die vielen neuen Häuser,
die gebaut wurden. Manchmal kleine, aber auch große Villen, die
Auskunft über die finanzielle Lage ihrer Besitzer geben.
Mit den Menschen kommen nicht nur Steuereinnahmen in unsere
Gemeinde. Es kommen, und das lässt sich auch belegen, neue
Ideen, neuer Schwung und viele Initiativen hierher. Das kann un-
ser aller Leben reicher und besser machen. Dafür lohnt es sich
auch zu arbeiten. Und um die Überschrift abzurunden:

Sieh, das Gute liegt so nah!

Heizkosten senken? Wärme erleben?

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vor der politischen Wende.

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Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Bedenklichkeiten In dieser Ausgabe:

In Nummer 3 des Amtsblattes meldete dazu etwas zu sagen. Zweitens kündigt Kant kommt......................................4
sich der Vorsteher des NWA, Bernhard Herr George eine Befragung der betroffe- Vergessenes Paradies..........................5
George, zu Wort. Es ging dabei um den nen Bürger in Zerpenschleuse an. Das ist Angst vor mehr Demokratie?...........6
Anschluss an die zentrale Abwasserent- zunächst einmal zu begrüßen. Aber diese Vergesst die Alten nicht....................7
sorgung in Zerpenschleuse. In diesem Befragung muss einhergehen mit klaren Bei anderen gelesen...........................8
Zusammenhang schrieb er: „…stimmt Informationen, was auf die Betroffenen AWO Basdorf....................................9
es auch bedenklich, wenn ein Leserbrief- zukommt, wenn sie sich dafür oder da- Persönlichkeiten - Fr. Wolff............10
schreiber… in einem Wandlitzer Journal gegen aussprechen. In seinem Beitrag äu- Alles was Recht ist...........................11
gegen den Anschluss- und Nutzungs- ßerte Bernhard George mehrfach, dass im Treffen Wandlitzer Autoren............12
zwang rebelliert…“. Dazu sind einige Falle der Verlegung einer Abwasserleitung Bauernfängern auf die Finger
Anmerkungen notwendig. der Anschlusszwang durchgesetzt werde. klopfen.............................................13
Schließlich sei das Gesetz. Was geschieht Schüler machen Wirtschaft.............14
Erstens kann jeder Bürger seine Mei- aber mit denen, die im Vertrauen auf Ein Jahr geht zu Ende.....................15
nung im Heidekraut Journal äußern. Im frühere Äußerungen eine neue Sammel- Leserpost.....................................16-18
vorliegenden Fall hatte der Kreistagsab- grube oder ein Kleinklärwerk errichtet ha- Hof der kleinen Tiere......................19
geordnete Johannes Madeja zu einem ben? Zu dieser Frage sucht man eine klare Discounter in
Artikel in unserem Journal Stellung Aussage vergebens. Wandlitz auf dem Vormarsch.........20
genommen. Der Anschluss der Zerpen- Die neue Besucherinformation......20
schleuser spielte dabei keine Rolle. Ihm Und drittens ist es schon verwunder- Frisches Wasser - alte Steuer...........21
ging es um die grundsätzliche Frage, ob lich, wie Herr George seine Position Artistenmuseum..............................22
die zentrale Abwasserentsorgung und nutzt, um politische, in diesem Falle Geschichte.......................................23
der damit verbundene Anschlusszwang kommunalpolitische, Positionen im Wandlitz den Rücken stärekn.........25
noch zeitgemäß seien. Diese Frage wird Amtsblatt zu vertreten, wohl wissend, Veranstaltungstipps.........................26
mit Sicherheit nicht in der Gemeinde dass die Bürger sich im gleichen Blatt Impressum.......................................26
Wandlitz und im NWA entschieden. Die dazu nicht äußern dürfen.
Diskussion dazu hält an, und man darf
gespannt sein, was dabei herauskommt. Fazit: Zum Glück gibt es das Heide-
kraut Journal, in dem auch künftig jeder
Bedenklich ist nicht, dass ein Bürger seine Meinung zu Problemen äußern
zu diesem Thema eine andere Auffas- kann. Denn gäbe es uns nicht, bliebe die
sung vertritt als Herr George. Bedenklich Meinung von Herrn George die einzige
ist, dass dieser ihm das Recht abspricht, und „wahre“.

Richtfest für die neue Grund-
schule in Wandlitz am 19.
Mai 2009.

Am 11. Mai feierte

Dr. Helmut Steinbach

seinen 80. Geburtstag. Der Vorstand
des Bürgervereins Wandlitz e.V. und
die Redaktion des HK-J gratulieren
ihm zu seinem Jubiläum.

3

Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Kant kommt

Mehr bedurfte es nicht, als dieser plakativen Ankündigung auf
Plakaten, um in der Wandlitzer Großgemeinde für kulturelle Furore
zu sorgen.

Kant kommt, weil der Bürgerverein Wandlitz ihn, den Zeitzeugen
von rarer Qualität, darum gebeten hat.

Kant kommt und liest aus seinem œuvre, das ist normal für einen
Schriftsteller .

Kant kommt und antwortet auf Fragen, das ist schon nicht mehr
so normal.

Kant kommt am 12. Juni diesen Jahres in den „Goldenen
Löwen“, um 19.00 Uhr.

Ob er dabei auch Bücher signieren wird, wird das nachfolgende
Interview beantworten, das der Autor dem „Heidekraut Journal“ vorab
gegeben hat.

HK-J: „Wer sich gehenläßt, ist bald verges- Mundaufmachen zu tun. Und an Gründen es einen noch gibt. Frei­williger gehen Zu­
sen“ steht in Ihrem Roman „Kino“. Wie geht dazu mangelt es ja auch heute nicht. sammenkünfte kaum, und dümmer wird
es Ihnen in dieser vergesslichen Zeit? weder die eine noch die andere Seite. Ich
Der Kritiker Reich-Ranicki hat Sie dereinst habe es nicht gezählt, aber verl­oren war
Hermann Kant: Obwohl es ein wenig als „lustiges Pferdchen“ bezeichnet. Sind Sie kein Abend.
ungerecht gegenüber einigen Freunden noch lustig und werden die Wandlitzer das
und einigen Feinden klingen könnte: In erleben? Verbinden Sie irgendetwas mit Wandlitz?
der Hauptsache gibt es mich noch, weil ich Du lieber Himmel, was sollte ich damit
durch Arbeit und eine gewisse Munterkeit Reich-Ranicki hat dies und jenes über denn verbinden?
dafür gesorgt habe. mich gesagt; da wäre es anstrengend, ihm
aufs Wort zu folgen. Aber Leute, die mit Gibt es für die Wandlitzer die Chance auf
Wie sieht Ihr Tag aus, schreiben Sie immer Vorsatz lustig sein wollen, finde ich nicht ein Autogramm?
noch zwei bis drei Seiten pro Tag? so lustig.
Selbstredend, denn jedes Buch, das je-
Natürlich nicht. Ich werde jeden Tag ei- Was werden wir denn zu hören bekommen? mand zum Signieren mitbringt, zeugt ja
nen Tag älter und rechne, was das Schrei- Genau weiß ich es noch nicht. Da ein von einem Verhältnis zwischen Besitzer
ben angeht, eher in Zeilen als in Seiten. Stückchen aus der neuen Geschichte zu und Autor. Es handelt sich um Lebens-
viele Erklärungen bräuchte, lese ich wahr- zeichen hin und her. – Aber ich hoffe für
Hochliteratur wollte Ihr literarischer Men- scheinlich eine Episode aus „Okarina“, die die heutigen Wandlitzer, dass sie das Wort
tor Stephan Hermlin von Ihnen. Doch mit ein wenig traurig und ziemlich lustig ist. „Chance“ für gewichtigere Hoffnungen in
„Kino“ sind Sie wieder mittendrin in der Ta- Reserve halten.
gespolitik. Wird das auch bei uns in Wandlitz Welchen Wert haben für Sie Leserbegeg-
so sein? nungen? Lieber Hermann Kant, Sie werden es se-
hen. Wandlitz freut sich auf Sie, auf Wieder-
Die Art und Weise, durch die ich in die Es ist eine fabelhafte Art, unter Men- sehen in sechs Tagen bei uns.
Literatur geraten bin, bestimmt immer schen zu kommen und festzustellen, ob
noch über mein Schreiben. Es hatte mit Das Interview führte Dr. Lutz Renner

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4

Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Das vergessene Paradies

Wandlitzer Einwohner werden im Stich gelassen

Mitten im Wald, abseits von mand draußen grillt, gesellen sich so- kein Müll abgeholt. Die Fahrzeuge ka-
Straßen und Wegen, liegt
eine kleine Siedlung. Rund 100 fort andere dazu und legen noch ein men den kleinen Hang nicht hinauf.
Menschen leben hier in völliger
Abgeschiedenheit. Die Zufahrt ist paar Bratwürste auf. Von daher lebt Auch als in dem strengen Winter die

durch ein Verbotsschild versperrt, der es sich hier gut, auch wenn man nur Heizung ausfiel, dauerte es eine Wo-
Wegweiser zeigt nach Bogensee. Frü-
her wohnten dort die Mitarbeiter der mit dem Auto hierher gelangt. Einen che, bis sie wieder lief. Diese Widrigkei-
Jugendhochschule. Einige von ihnen
sind geblieben, neue hinzugezogen. ten ertragen die Mieter. Aber sie füh-
Die Wohnungen sind ordentlich, die
Mieten mehr als moderat. An den len sich schon im Stich gelassen. Die
Häusern wurde allerdings seit der
Wende nichts mehr gemacht. Ledig- Gemeinde Wandlitz hat an dem
lich eine neue Heizungsanlage wurde
installiert, die Heizkörper selbst sind Objekt kein Interesse, es seien
weit über 20 Jahre alt. Eigentümer ist
das Land Berlin, verwaltet werden die nicht ihre Wohnungen. Das wurde
Wohnungen von der DeGeWo, einer
Berliner Firma. Um die Anlage küm- auch deutlich, als es um den DSL-
mert sich Hausmeister Hans-Jürgen
Noack, den alle nur „Hansi“ und Anschluss ging. Eigentümer hin und
den „Bürgermeister vom Bogensee“
nennen. Um jeden Nagel und jede Verwaltung her, die Menschen, die
Glühbirne muss er betteln. Man will
offenbar dort nicht groß investieren. hier leben, sind trotzdem Wandlitzer
Was Verwaltung und Eigentümer
überhaupt wollen, weiß niemand so Bürger.
recht. Und so hoffen alle, dort mög-
lichst noch lange in der Ruhe und Die Straße, in der die Bogenseer
preiswert bleiben zu können. Unter
den Bewohnern gibt es so etwas wie wohnen, heißt Nikolai-Ostrowski-
eine Solidargemeinschaft. Wenn je-
Straße. Die findet man auf keinem La-

geplan, auch nicht in der Bürger- und

Besucherinformation. Gut, dass wenigs-

tens die Post hierher findet.

Das ganze Areal wurde zum Verkauf

ausgeschrieben. Im zweiten Quartal

wird ein Ergebnis erwartet. Und wenn

alles klappt, erfolgt dann das Vergabe-

verfahren. Bis sich für die Bewohner et-

Schulbus gibt es allerdings auch: Er was ändert, dürfte es noch Jahre dauern.

kommt zweimal am Tag, früh und Horst Schumann

nachmittags.

Die Stra-
ße zu dem
Wohngebiet
ist eine Kata-

FLIESENstrophe. Ein
Loch löst das

nächste ab.

Verantwortlich

fühlt sich da-

für niemand.

Der Berliner

Forstbetrieb

hat für Stra- www.fliesen.de

ßenbau keine

Mittel, das

Land Berlin

betrachtet sich

als nicht zu-

ständig. Das

betrifft auch

den Winter-

dienst, und

so wurde im Berlin-Weißensee, Berliner Allee 270, Telefon (030) 96241 -0
Winter drei Berlin-Neukölln, Saalestraße 5–6, Telefon (030) 68286 -0
Wochen lang Berlin-City, Lietzenburger Straße 44–46, Telefon (030) 21285 -0
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21.10.2008 9:18:42 Uhr

Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Von der parlamentarischen zur direkten Demokratie

Wer hat Angst vor mehr Demokratie? Das Referendum

Wie ich in zahlreichen Gesprächen oder der Beitritt zu Organisationen für reift die Einsicht, dass ihr Vorhaben zu-
feststellen konnte, weiß man hier- kollektive Sicherheit (z.B. ein NATO- mindest in der vorliegenden Form schei-
zulande erstaunlich viel über das kleine, Beitritt) oder zu supranationalen Ge- tern muss. Ebenso wenig überzeugt das
etwas sonderbare Bergvolk der Helvetier. meinschaften (UNO, EU etc.), die vom Argument der hohen Kosten für Volks-
Wie sie jedoch ihre Stammesangelegen- Volk gutgeheißen werden müssen. abstimmungen. Mit einem geringen
heiten regeln, ist weniger bekannt. Zu- Prozentsatz der Militärausgaben eines
gegeben, die politischen Abläufe in der Damit aber nicht genug. Es gibt ja noch Monats ließen sich auf Jahre hinaus Ab-
Schweiz sind etwas kompliziert, aber ins- eine Anzahl von Gesetzes- und Sachvor- stimmungen organisieren. Es ist eben die
gesamt recht spannend. lagen, die vom Parlament verabschiedet Frage wo man die Schwerpunkte setzt.
werden und nicht dem obligatorischen
Den Anstoß, mir zum unterschiedli- Referendum unterliegen. Beschließt das Das Referendum ist, wie erwähnt, ein
chen Demokratieverständnis Gedanken Parlament beispielsweise eine Erhöhung hervorragendes Instrument zur Kontrol-
zu machen, sind die geradezu reflexar- der Umsatzsteuer (auf Bundesebene) le der Parlamente und der Regierenden
tig auftauchenden Einwände, sobald in oder die Privatisierung von Stadtwerken auf allen Ebenen (Gemeinde-Land-
Deutschland die Forderung nach mehr (auf Gemeindeebene), kann ich mich Bund), denn einen Punkt dürfen wir nie
Demokratie auftaucht. Um nicht miss- dagegen zur Wehr setzen. Organisatio- außer Acht lassen – um an die Schalt-
verstanden zu werden, eine Glorifizie- nen, Parteien aber auch Einzelpersonen hebel der Macht vorzudringen, braucht
rung des „Schweizer Modells“ der direk- haben die Möglichkeit mit einer festge- es in jedem System eine gehörige Por-
ten Demokratie liegt mir fern, denn nur legten Unterschriftenzahl eine Volks- tion von Wille zur Macht. Der Wille
allzu gut kenne ich auch die Unzuläng- abstimmung zu erzwingen (fakultatives zur Macht ist, wie (allzu) viele Beispiele
lichkeiten. Doch dazu mehr zu einem Referendum). Ein solcher Entscheid hat zeigen, oft vom Streben nach dem per-
späteren Zeitpunkt. bindenden Charakter für das Parlament. sönlichen Erfolg und Wohlergehen ge-
Einige der Gesetze, die in den vergange- prägt. Von da ist es bis zum Missbrauch
In der Parlamentarischen Demokra- nen Jahren in Deutschland verabschie- der Macht, zur Bereicherung und zur
tie, wie Deutschland sie kennt, kann der det wurden, hätten wohl die Hürde ei- Begünstigung von politischen Freunden
Bürger praktisch ausschließlich über die ner Volksabstimmung nicht geschafft. oder wirtschaftlichen Interessengruppen
Wahlen seine demokratischen Rechte Klar, dass die Einführung eines solchen kein allzu großer Schritt! Deshalb ist es
wahrnehmen. Die gewählten Vertreter Kontrollinstrument nicht auf Begeiste- meine Pflicht als Bürger genau hinzu-
(Gemeinde) oder die Partei seiner Wahl rung der Regierenden stößt. schauen und die Kontrollmechanismen
(Landtag, Bundestag) entscheiden in der zu stärken.
folgenden Legislaturperiode (oft in Koa- In der direkten Demokratie können
litionen) über Gesetze und Sachfragen, also Gesetze durch das Volk mittels Refe- Eine Zahl zur Verdeutlichung: In den
ohne an einen Wählerauftrag gebunden rendum zu Fall gebracht werden. Die Re- vergangenen 160 Jahren wurden in der
zu sein. Es kann also sein, dass eine Partei gierenden müssen sich deshalb frühzeitig Schweiz 370 Referendumsentscheide auf
sich nicht an ihre Wahlversprechen hält um eine breite Unterstützung bemühen. Bundesebene gefällt, in rund zwei Drittel
und der Bürger über Jahre eine Politik Ein wichtiges Instrument ist dabei die der Abstimmungen hat das Volk den Re-
mittragen muss, die er nie gewollt hat Vernehmlassung von Gesetzesentwür- gierungsentwurf zurückgewiesen!
(Beispiel Sozialabbau bei gleichzeitigen fen: Die Regierung holt im Rahmen des
Steuergeschenken an Konzerne, Gesund- Vernehmlassungsverfahrens die Stellung- In einzelnen Bundesländern und Kom-
heitsreform etc.). nahme von Parteien, Wirtschaftsverbän- munen in Deutschland sind erste ermuti-
den, religiösen und anderen gesellschaft- gende Schritte in Richtung verstärkter Mit-
Ganz andere Spielregeln bestimmen lichen Institutionen ein, noch bevor der sprache des Bürgers durchaus erkennbar.
die direkte Demokratie, eine Variante Entwurf dem Parlament zur Beratung Allerdings gilt es darauf zu achten, dass die
der Demokratie, bei der das Volk nicht vorgelegt wird. So kann der „Puls der Gegner einer „Demokratisierung“ nicht
nur über Wahlen, sondern durch Volks- Volksstimmung“ schon frühzeitig gefühlt die Hürden durch zu hohe Unterschrif-
abstimmungen über Gesetze und Sach- werden. tenzahlen und/oder zu kurzen Fristen so
fragen direkten Einfluss auf die Politik hoch setzen, dass das Kontroll-Instrument
nehmen kann. Der vermeintliche Nachteil der direk- zur Alibiübung verkommt.
ten Demokratie, dass die Entscheidungs-
Ein wichtiger Pfeiler der direkten De- prozesse zu lange dauern würden, erweist Zusammenfassend gilt es festzuhalten,
mokratie ist das so genannte Referen- sich bei genauerer Betrachtung geradezu dass wir die Spielregeln der Demokra-
dum! als Vorteil: durch die lange dauernde tie ändern müssen, falls wir eine Politik
öffentliche Diskussion wächst entweder wollen, die uns der Bedeutung des Wor-
Durch die Verfassung wird geregelt, bei der Bevölkerung die Einsicht in die tes Demokratie = Volksherrschaft, einen
welche Art von Gesetzen und anderen Unvermeidlichkeit der Veränderung und Schritt näher bringt. Der Widerstand der-
Sachfragen zwingend dem Volk zur Ab- die Betroffenen haben Zeit, sich darauf jenigen, die vom heutigen System profi-
stimmung (obligatorisches Referendum) einzustellen oder aber bei den Politikern tieren, wird allerdings heftig ausfallen.
vorgelegt werden müssen. Insbesondere
sind dies Änderungen der Verfassung Renè Berger

6

Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Nachgehakt:

„Vergesst die Wanlitzer Alten nicht!“

Bauvorhaben Wandlitz, Kirchstr. 11 – Still ruht der See

Im „Heidekraut Journal“ Nr. 6 (Juni allem Senioren, die mit Interesse hörten, dient bisher lediglich als Sitz der Firma
2006) berichteten wir über ein inter- was geschehen soll. Viele der Älteren ver- Dolce Domizil und als Wohnort der Fa-
essantes, geplantes Bauprojekt auf dem banden damit insgeheim den Wunsch, milie Schröder.
Gelände Wandlitz-Dorf, Kirchstr. 11. später einmal die Senioren-Wohnanlage
Das Areal (15.100 Quadratmeter) wird als Feierabend-Sitz nutzen zu können. Herr Schröder beklagt, dass ihn manche
in der Hälfte, die zum Wasser hin liegt, Leute als vermeintlichen Verursacher der
Alle Anwesenden sahen es als sehr posi- Verzögerung ansehen und nicht einmal
als eine für alle zugängliche parkähnliche tiv, dass hier eine anerkennen, dass inzwischen das 200 Jahre
Anlage gestaltet. Ein Bürgergarten mit Öffnung des Ge- alte, denkmalgeschützte Haus in einer Vor-
Sitzbänken, Freizeitspielanlagen, Steg, ländes vom Dorf leistung rekonstruiert wurde. Er sei nicht
Eis- und Kaffeebewirtung, mit schönen zum Wasser hin schuld an der Termin-Verschleppung, aber
Blumenbeeten unter alten Bäumen und geschehen kann er kenne die Gründe, über die er nicht spre-
als Ort der Erbauung und des erholsamen und, wenn alles chen wolle und dürfe. Ihm geht es um eine
Müßiggangs... Die vordere Hälfte (zum gut wird, sich Er- baldige (besser: umgehende) Vereinbarung
Dorf hin) soll verkauft oder verpachtet holungsbedürf- mit der Gemeinde Wandlitz, an die sich
werden mit der Bedingung, dass dort eine nisse der Bürger beide Seiten auch halten müssen.
Senioren-Wohnanlage entsteht. Davon auf glückliche
verspricht man sich eine Belebung des Art mit sozialen Zwischenzeitlich hatten sich Vorstellun-
dörflichen Alltags und die Erfüllung eines Wünschen nach gen über den Charakter der Wohnanlage
sozialen Ziels der Gemeinde Wandlitz, altersgerechtem geändert. Aus anfänglicher reiner Wohn-
nämlich mehr altersgerechten Wohnraum Wohnraum ver- anlage für Senioren sollte eine solche mit
zu schaffen. Nicht pompöse Senioren- quicken. Pflegestufe 1 und 2 werden. Nun scheint
Residenzen für Betuchte, sondern eine Ein paar Mo- man wieder auf den Ausgangspunkt zu-
schöne, sozial betreute Wohnanlage zu nate später hatte rückzukommen: Altersgerechtes Wohnen.
erschwinglichen Preisen für die alten Leu- die Gemeindever- Dazu, wie damals schon beschrieben, ei-
te aus der Region. tretung Wandlitz nen Bürgerpark zum Wasser hin mit einer
späteren Fähr-Anlegestelle.
Am 13. Mai 2006 lud die Aktionsge- am 15. September 2006 für das „Planvor-
meinschaft ViWa (Visionen für Wandlitz) haben Kirchstr. 11“ die Auflassung gege- „Herz, was willst Du mehr?“, wird man
zu einem Info-Nachmittag. Unter den ben und stimmte dem ‚Städtebaulichen später sagen, wenn alles fertig ist. Aber bis
100-jährigen Buchen trafen sich etwa 40 Vertrag’ mit dem Investor zu. Das sollte dahin…?
Interessierte. Nicht nur Bürgermeister heißen: Die Gemeinde Wandlitz begleitet
Tiepelmann war da, auch Vertreter des alle Schritte wohlwollend. Im Sozial-Ausschuss der Gemeinde-
Naturparks Barnim, des Ortsbeirats, der vertretung beginnt man sich für das ver-
Unteren Naturschutzbehörde, der mög- Das schöne Projekt, die frommen Wün- schleppte Projekt zu interessieren. Ebenso
liche künftige Bauträger..., sondern vor sche, die optimistischen Aussichten – das der Bau-Ausschuss, der eigentlich wissen
alles liegt fast drei Jahre zurück. Still ruht müsste, was Sache ist, will den aktuellen
der See. Kein Spatenstich erfolgte. War- Stand des Projektes nun hinterfragen.
um?
Auch die Öffentlichkeit, von der unsere
Drei Leute wissen es. Der Vertretungs- Redaktion verschiedenste Anfragen errei-
berechtigte der Firma Dolce Domizil chen, hat ein Recht auf Aufklärung.
GmbH Wandlitz, Burkhardt Schröder, als
Investor, der Bauamtsleiter der Gemeinde Was also liegt näher, als den Bürger-
Wandlitz, Lars Gesch, und Bürgermeister meister um diese Auskunft zu bitten:
Udo Tiepelmann. Alle drei hüllen sich in
Schweigen. „Ich habe nicht die Absicht, zu dieser An-
gelegenheit eine Stellungnahme abzugeben
Was zu dieser Verzögerung führte, lässt – weder mündlich noch schriftlich“.
sich daher nur mutmaßen.
Ob das wirklich klug war, Herr
Lediglich Burkhardt Schröder als Vertre- Bürgermeister?
ter des Investors gibt Kunde, dass sich an
den Plänen von damals im Prinzip nichts Auch wir hätten da noch ein paar
geändert habe. bohrende Fragen, die wir aber bis zum
nächsten Heft zurückstellen, denn vor-
Bisher wurde das auf dem Gelände her tagt am Donnerstag, 09. Juli 2009, die
befindliche so genannte „Lehnschulzen- Gemeindevertretung Wandlitz, auf der
haus“ denkmalgerecht saniert. Man sieht Sie sicher die Verordneten und die inte-
es dem Gebäude an: wie neu. Doch es ressierten Bürger ausführlich informieren
werden.

Klaus Flemming

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Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Bei anderen gelesen Der Streit geht ja vor allem darum, ob Ist es nicht ein wenig kurios, dass Sie als
die DDR ein Unrechtsstaat war. Westdeutscher nun die Errungenschaften
Es ist Zeit... der DDR feiern?
Natürlich war die DDR kein Rechtsstaat.
Erwin Sellering, Ministerpräsident von Es gab Willkür und Unterdrückung. Aber in Natürlich gibt es Leute, die sagen: Wie kön-
Mecklenburg-Vorpommern, äußert sich in der DDR lebten auch Millionen Menschen, nen Sie denn mitreden? Aber es geht ja nicht
einem Interview mit der Berliner Zeitung die unter schwierigen Bedingungen viel Gu- nur um eine Bewertung dessen, was man in
vom 28./29. März 2009 zum Umgang mit tes geleistet haben. Und wenn es um das der DDR erlebt hat, sondern vor allem dar-
der DDR. Hier ein Auszug: Zusammenwachsen der beiden deutschen um, wie wir heute miteinander umgehen. Da
Staaten geht, kann es nicht sein, dass unter kann und will ich mitreden. Ich komme aus
Herr Sellering, Sie haben eine Welle der Verweis auf die Vergangenheit gesagt wird: dem Westen, aber ich lebe seit 15 Jahren in
Kritik mit Ihrer Äußerung ausgelöst, dass Nur, was aus dem Westen kommt, zählt und Mecklenburg-Vorpommern und mache Poli-
man die DDR nicht nur als Unrechtsstaat es gab nicht das kleinste bisschen Gute in der tik für die Menschen hier.
betrachten sollte. Haben Sie mit so einer DDR.
heftigen Reaktion gerechnet? Haben Sie etwas aus der Debatte der
Zum Beispiel? vergangenen Woche gelernt, würden Sie
Ich war schon ein bisschen überrascht. Zum Beispiel das System der Polikli- noch einmal so formulieren?
Aber ich finde die Diskussion jetzt gut. Ihre niken, das Angebot an Kinderbetreuung,
Heftigkeit zeigt nämlich: Es ist Zeit, darüber auch manches im Schulbereich. Klar waren Vielleicht noch etwas pointierter. An meiner
zu sprechen. Im 20. Jahr nach dem Fall der die Schulen in der DDR Stätten, an denen Position hat sich aber nichts geändert. Die führt
Mauer dürfen die Bilanzen nicht nur aus die SED-Ideologie eingepaukt wurde. Den- jetzt zu vielen Diskussionen, denen ich mich
westlicher Sicht gezogen werden. noch gab es auch viele gute Lehrerinnen und gerne stelle. Ich will nichts verharmlosen und
Lehrer, die sehr engagierte Arbeit geleistet nehme die Opfer des SED-Regimes ernst. Aber
haben. dass es nun überhaupt nichts gibt, was wir von
der DDR übernehmen können, ist falsch.

Erwin Sellering (SPD), seit Oktober Entdeckt nämlich Angela Merkel, seine Parteivor-
2008 Ministerpräsident von Meck- sitzende und Bundeskanzlerin. Sie wurde
lenburg-Vorpommern, ist nach seinem Über persönliches bekanntlich am 17. Juli 1954 in Hamburg
Interview zur DDR heftigen Angriffen Vorankommen im geboren und verbrachte den größten Teil
ausgesetzt. Das mit der Meinungsfreiheit ihrer Jugend in Templin. Zitat aus ihrem
ist so eine Sache... Unrechtsstaat Lebenslauf: „Zum Studium der Phy-
Übte doch auch Harry Glawe, Vorsit- sik (1973 – 1978) zog ich nach Leipzig.
zender der CDU-Fraktion im Schweriner genstadt geboren, bedachte er später sogar die Nachdem ich mein Studium dort abge-
Landtag, immerhin Koalitionspartner der Jugendweihe nichtkonform mit persönlichem schlossen hatte, ging ich nach Berlin an das
SPD, dieselbe aus und fand Sellerings Boykott. Dennoch: Nach dem Ehrendienst in Zentralinstitut für Physikalische Chemie
Meinung „unerträglich“. Die DDR sei der Nationalen Volksarmee der DDR und ei- an der Akademie der Wissenschaften....
auf einem Lügen-System aufgebaut wor- nem Mathematikstudium wirkte er ab 1983 Mit einer Arbeit zur Berechnung von Ge-
den. Für persönliches Vorankommen sei als Lehrer an der Polytechnischen Oberschule schwindigkeitskonstanten von Reaktionen
staatskonformes Denken die wichtigste in Geismar. Und wurde dort bereits mit 29 einfacher Kohlenwasserstoffe promovierte
Voraussetzung gewesen. stellvertretender Schulleiter – wahrscheinlich, ich 1986 zur Dr. rer. nat.“
Es ist erstaunlich, wie honorige Leute, weil er 1985 der CDU beigetreten war. In
die heute hohes Ansehen genießen, in der dieser leitenden Funktion war Althaus, wie Als ob es nicht schon genug Zoff um
DDR trotz nicht-konformem Denken per- damals üblich und, Ironie des Schicksals, für Rechtsstaat und Unrechtsstaat gäbe,
sönlich vorangekommen sind. Weiß Harry die Vorbereitung der Jugendweihe verant- kommt nun noch dies hinzu: Der allseits
Glawe das womöglich gar nicht? wortlich. Dass er bei der Wende in der DDR bekannte Strafverteidiger Rolf Bossi, ein
Vielleicht kennt er den Theologen und nicht einmal die Partei zu wechseln brauch- Mann, den die DDR-Bürger schon lange
Philosophen Richard Schröder (SPD), te, war hingegen eine glückliche Fügung des aus dem Westfernsehen kannten, hat ein
Jahrgang 1943. Schröder studierte an den Schicksals. Dumm war allerdings, dass im Buch herausgegeben. Titel: “Halbgötter
Kirchlichen Hochschulen Naumburg (Saa- Herbst 2008 ein Brief aus seiner Feder be- in Schwarz – Deutschlands Justiz am
le) und Berlin Theologie und Philosophie. kannt wurde, in dem er im November 1989 Pranger“. In einem Fernsehinterview for-
Ja, er war sogar von 1977, in jenem Jahr dem Bezirksausschuss für Jugendweihe gegen- mulierte er unter anderem seine (juristisch
promovierte er, bis 1990 Dozent für Philo- über den Wunsch äußerte, die Zeremonie begründete) Forderung, „...dass wir vom
sophie ebenfalls in Berlin und Naumburg. sollte künftig wieder „den Inhalt einer marxis- Unrechtsstaat zurückfinden zum Rechts-
Dass Richard Schröder staatskonform tisch-leninistischen Weltanschauung haben“. staat, damit Wahrheit und Gerechtigkeit
gedacht und als Student fleißig den wieder tatsächlich die Bedeutung zurück
Marxismus-Leninismus studierte, ist Und absolut sicher darf man sein, dass gewinnen, die wir früher nach unserer Tra-
nirgendwo dokumentiert. Herr Glawe unser letztes Beispiel für per- dition über Rechtsethik und Rechtsmoral
Harry Glawe kennt ganz bestimmt sönliches Vorankommen in der DDR kennt, uns erkämpft haben.“
Dieter Althaus, den Ministerpräsidenten
von Thüringen. Im Jahre 1958 in Heili- Liebe Leser, falls Sie sich jetzt ausrei-
chend verwirrt fühlen, fühle ich mit Ihnen.

argus

8

Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Brandneues von der würden wir uns freuen. Wir sehen als Ein- Ferienstimmung garantiert!
AWO Basdorf zugsbereich unserer Begegnungsstätte ne-
ben Basdorf auch die Ortsteile Schönwalde Seit 1996 findet alljährlich in der
Der AWO Ortsverein Basdorf möchte auf und Schönerlinde. ersten Woche der Sommerferien
diesem Wege den Damen und Herren der eine Begegnung zwischen Jugend-
Gemeindevertretung Wandlitz sowie dem Als vorläufige Öffnungszeiten der Begeg- lichen aus Wandlitz, La Ferrière
Bürgermeister, Herrn Tiepelmann, seinen nungsstätte sehen wir vor: (Frankreich) und (seit 2002) Trzebi-
herzlichen Dank aussprechen. atow (Polen) statt.
Montag 13.00 – 19.00 Uhr
Durch Beschluss der Gemeindevertre- Spiel, Spaß, Seniorengymnastik In der Woche vom 16. bis 23.
tung wurden Mittel in den Haushaltsplan Dienstag 1 3.00 – 18.00 Uhr Juli 2009 erwarten wir unsere fran-
2009 eingestellt, die es uns ermöglichten, Gemütliches Beisammensein zösischen und polnischen Gäste in
eine arbeitslose Basdorfer Bürgerin für eine 19.30 – 20.30 Uhr für Rückengymnastik Wandlitz, um gemeinsam mit ihnen
Teilzeitarbeit in unserer Begegnungsstätte Mittwoch 12.30 – 15.00 Uhr die nähere Umgebung zu erkunden
einzustellen. Bowling – im Barnim-Bowl und eine Woche in Drei-Länder-At-
15.00 – 18.00 Uhr für Quasselstunde mosphäre zu verleben.
Das bedeutet für den Ortsverein und für Donnerstag 14.00 – 19.00 Uhr
Basdorf, dass wir unsere Begegnungsstätte Tanztee, Lesungen, Vorträge Wenn Ihr Interesse habt, 14 bis
in der Waldheimstraße 11 für alle Bürger, Freitag 1 6.00 – 18.00 Uhr 17 Jahre alt seid, möglichst im OT
ob AWO-Mitglied oder nicht, an mehreren Betreuung privater Veranstaltungen Wandlitz wohnt, einen französi-
Wochentagen als bisher stundenweise öff- Sonntag 15.00 – 18.00 Uhr wie freitags schen oder polnischen Gast aufneh-
nen können. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, men könnt, dann meldet Euch oder
unser AWO–Ortsverein ist kein Rentner- mailed einfach an:
Unsere bisherigen Veranstaltungen lt. club!!! Wir sind offen für alle Altersgruppen!
Veranstaltungsplan bleiben erhalten. Aber Also traut Euch und besucht uns. Wir [email protected]
wir wollen und können uns nun auch an würden uns darüber freuen!
neue Projekte und Angebote, die bei einer Sabine Höpfner, Ulrike Papen-
Bedarfsanalyse ermittelt wurden und wer- Waltrud Strebe dieck und Raphael Furkert
den, heranwagen. Dabei denken wir z.B. an Vors. d. AWO Basdorf
Seniorentanz, an Bücheraustausch, an Le-
sungen, an Vorträge unterschiedlichster Art
Über weitere Vorschläge unserer Mitbürger

Viola´s Haarstudio
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Wir bedienen Sie:

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Di. 9.00 - 19.00 Uhr
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Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Persönlichkeiten Basdorf räumt auf?

Friedrich Wolff – 56 Jahre Anwalt in Ost und West Unter dem Motto: „Basdorf räumt
auf “ trafen sich am 25.04.2009 gegen
1922 geboren, vollendet Friedrich legiums, über viele Jahre Vorsitzender 9.00 Uhr zirka zehn Erwachsene und ei-
Wolff in Kürze sein 87. Lebensjahr. Vie- des Rates der Kollegien der Rechtsan- nige Kinder vor dem REWE-Markt zum
le Wandlitzer, überhaupt viele Ostdeut- wälte der DDR. Er veröffentlichte meh- diesjährigen Frühjahrsputz. Da Basdorf
sche, kennen Friedrich Wolff, z.B. aus rere viel beachtete Bücher. Wolff urteilt: über 5.000 Einwohner hat, war das eine
seiner Sendereihe „Alles was Recht ist“, „Jede staatliche Exekutive findet Mittel erschreckend geringe Zahl an Teilneh-
die seinerzeit vom DDR-Fernsehen aus- und Wege, der angeblich unabhängigen mern. Wenn es allerdings die Mitglieder
gestrahlt wurde. Judikative ihren politischen Willen auf- des Basdorfer Ortsbeirates, von neun
zuzwingen. Das war auch in der DDR so. waren nur zwei anwesend, nicht ein-
Friedrich Wolff ist Halbjude und So- Der Unterschied besteht nur darin, dass mal schaffen sich selbst zur Teilnahme
zialist. Als Halbjude wurde er von den die DDR ihre neue Gesellschaftsord- zu motivieren, kann von den Basdorfer
Nazis gemaßregelt. Er wurde für unwür- nung bei Strafe ihres Untergangs schüt- Bürgern auch nicht mehr erwartet wer-
dig erachtet, in der Wehrmacht zu die- zen musste, während es in der Alt-BRD den. Der Ortsbeirat sieht sich aber na-
nen und musste sich bis 1945 als Muni- darum ging, ihre durch Nazis und Krieg türlich im Zusammenwirken mit den
tionsarbeiter durchschlagen. 1945 trat diskreditierte Gesellschaftsordnung neu zahlreichen Basdorfer Vereinen gefor-
er der KPD bei und gehört seit der Par- abzustützen. In ihren Wesenszügen ist dert, für 2010 Ideen zu entwickeln, die
teivereinigung im April 1946 der SED, Justiz daher stets politisch.“ eine bessere Teilnahme gewährleisten,
später und bis heute ihren Nachfolge- damit Basdorf entsprechend des Mottos
parteien an. Um seine These zu untermauern, dass anschließend wirklich „aufgeräumter“
die Delegitimierung der DDR gescheitert wirkt. Wobei der Ehrlichkeit halber aber
Manchmal war er der jeweiligen Obrig- ist, greift Friedrich Wolff auch zur Statis- auch gesagt werden muss, dass viele Ei-
keit missliebig: vor 1945 als Nichtarier, tik. Zusammengefasst schlussfolgert er: gentümer, Mieter und Wochenendler
nach 1990 als Sozialist, der mit scharfem In den vier Hauptfeldern der strafrechtli- vor ihren Grundstücken bereits aufge-
Verstand die Methoden enthüllte, mit chen „Abrechnung mit der DDR“ (Gren- räumt hatten.
denen eine überwiegend rechtslastige, ze/363 Anklagen, Rechtsbeugung/400,
antisozialistische BRD-Justiz versuch- Wahlfälschung/127, MfS/143) kam es bei Interessant waren die unterschiedli-
te, die DDR zum Unrechtsstaat umzu- der gewaltigen Zahl von über 100.000 chen Verhaltensweisen der Bürger, die
deklarieren. Nach seinem Studium an Ermittlungsverfahren zu 1.033 Ankla- hinter ihren Gartenzäunen dem Treiben
der Humboldt-Universität Berlin (1946 gen und zu 237 Verurteilungen, darunter der unentwegten Müllsammler zuschau-
bis 1949) war er Amtsrichter und Re- beim MfS 143 Anklagen und 20 Verur- ten. Vom freundlichen „Guten Morgen“
ferent, ab 1953 Rechtsanwalt, der sein teilungen, ohne Spionage. Tod in der bis zu entsetzen Blicken, so dass man
erstes Mandat nach dem 17. Juni 1953 Zelle oder Erfrieren lassen oder andere sich des Eindrucks nicht erwehren konn-
als Pflichtverteidiger eines Beteiligten staatlich zu verantwortende Schwerkrimi- te, man wird als Mülldieb betrachtet,
ausübte. 1983 promovierte er zum Dr. nalität, die in der BRD bekannt wurden, reichten die Reaktionen. Die Beteilig-
jur. In zahlreichen politischen Prozessen finden sich überhaupt nicht *. ten ließen sich allerdings davon nicht
wirkte er als Verteidiger mit, darunter bei entmutigen und reinigten insbesondere
Walter Janka, Günther Guillaume, Erich Die Wertung solcher Zahlen im Pro- die Straßen- und Wegränder von dem
Honecker, Hans Modrow, Werner Groß- mille-Bereich mag zum Ergebnis kom- verschiedensten Unrat. Schön wäre es
mann, Fritz Streletz u.a. Lange Zeit war men, dass der DDR, in Sonderheit dem allerdings, wenn die illegalen „Müllent-
er Vorsitzender des Berliner Anwaltskol- MfS, hier sicher ungewollt ein Persil- sorger“ ihren Müll nicht so weit in die
schein ausgestellt wird. Ob der „Rechts- Sträucher schmeißen würden, schon
staat“ Bundesrepublik bei gleichen wegen der Zeckengefahr könnte so den
Maßstäben besser abschnitte, wenn ver- Müllsammlern die Arbeit erleichtert
gleichbare Zahlen bekannt gegeben wür- werden.
den, fragt der erfahrene Jurist?
In der Rosenstraße fanden die fleißi-
Friedrich Wolff, der seine Datsche gen Müllsammler neben vielen leeren
seit 1973 in Stolzenhagen hat und seit Flaschen, insbesondere alkoholischer
1990 dort fest wohnt, ist ein weithin Art, und Plastikresten sowie Zigaretten-
bekannter und respektierter Bürger von schachteln, letztes Jahr auch ein Kon-
Wandlitz. dom. Die in diesem Zusammenhang
einzig interessante Frage, ob die dieses
Herbert Willner Jahr im gleichen Bereich gefundenen
benutzten Babywindeln auf einen fal-
* Zahlenangaben beruhen auf Unter- schen Gebrauch des Kondoms schließen
suchungen der Professoren K. Marxen lassen, konnte bisher nicht abschließend
und G. Werle, bzw. Generalstaatsanwalt beantwortet werden.
Schaefgen, alle Berlin.
Frank Bergner

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Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Kalenderblatt Alles was Recht ist

Anfang Mai 1919 Nachbarrecht – Streit vermeiden
Ende der deutschen Novemberre-
volution durch Niederwerfung der Sommerzeit – Party- und Grillzeit. Wer nehmen. Die Party muss damit nicht
Bayerischen Räterepublik von uns freut sich nicht, nach den lan- zwangsläufig zu Ende sein. Es kann ja in
gen und kalten Wintermonaten endlich angemessener Lautstärke im Hause wei-
28. Juni 1919 wieder abends auf der Terrasse seines ter gefeiert werden und dabei durchaus
Ein sich im Frühjahr gebildeter Völ- Häuschens oder auf dem Balkon sitzen auf den Nachbarn Rücksicht genommen
kerbund, dem Vorgänger der UNO, zu können, gemeinsam mit Freunden werden. Zuwiderhandlungen können
zwingt Deutschland zur Unterzeich- zu feiern und die Natur zu genießen. mit einem Bußgeld bis zu 5.000 Euro
nung des Versailler Friedenvertrags. Was des einen Freud, kann des ande- geahndet werden.
Deutschland wird die Hauptschuld ren Leid sein. So empfinden es manche
für den 1. Weltkrieges gegeben. Zahl- Nachbarn als ausgesprochen störend, Nachbarn sollten an einem guten
reiche Festlegungen sollen ein erneutes wenn sich eine Gesellschaft in unmittel- und konfliktfreien Miteinander inte-
Erstarken des Militarismus verhindern. barer Umgebung bis zum frühen Mor- ressiert sein. Deshalb ist es wichtig,
Dazu zählen: Gebietsabtretungen an gen lautsstark unterhält und die Musik miteinander zu reden, Feste, bei denen
Nachbarstaaten, Wegfall der Kolonien, dröhnen lässt oder intensive Rauchent- es einmal laut werden könnte, vorzei-
Einschränkungen bei Land-, See- und wicklung vom Grillen ihre abendliche tig anzukündigen, um Verständnis zu
Luftstreitkräften, Abschaffung der Mußestunde beeinträchtigt. bitten und auf diese Weise eventuelles
Wehrpflicht und Zahlung von Repa- Konfliktpotential abzubauen.
rationen. Deutsche Politiker bis hin Auch wenn das Grillen im eigenen
zur SPD bezeichneten den Vertrag als Garten in den meisten Bundesländern Nachbarstreitigkeiten sollten vermie-
„Diktat- und Schandfrieden“. Er wurde erlaubt ist, ist dabei stets das Gebot der den werden. Garten- und Grillpartys
am 28. Juni 1919 von deutschen Regie- gegenseitigen Rücksichtnahme zu be- sind nur ein kleiner Bereich aus den
rungsvertretern unterzeichnet und trat achten. In Brandenburg und Nordrhein- vielfältigen Streitigkeiten, die vor Ge-
Anfang 1920 in Kraft. Westfalen ist nach den Landesimmissi- richt ausgetragen werden. Oft gerät eine
onsschutzgesetzen das Grillen im Freien harmlose Meinungsverschiedenheit au-
1. Mai 1929 komplett verboten, wenn dadurch un- ßer Kontrolle oder entsteht aufgrund ei-
Der Berliner Polizeipräsident Zörgie- beteiligte Nachbarn erheblich belästigt nes Missverständnisses ein Konflikt, wo
bel (SPD) lässt die Maidemonstration werden, weil Qualm und Rauch in ihre doch im Grunde ein ruhiges Gespräch
der KPD von 13.000 Polizisten nieder- Wohn- und Schlafräume eindringen. den Streit hätte vermeiden können. Der
knüppeln. Fazit: 31 Tote, 1.200 Verhaf- Lärm im Freien, ob durch Musik oder Weg zum Gericht führt nicht unbedingt
tete. Dieser Tag geht als Blutmai in die laute Unterhaltung, ist nach der herr- zu befriedigenden Lösungen. Oft bleibt
Geschichte ein. schenden Rechtsprechung in einem das Verhältnis zwischen den Beteiligten
Wohngebiet generell bis 22 Uhr hinzu- für immer vergiftet.

Brigitte Kunath

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Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Erstes Treffen der „Wandlitzer Autoren“

Über großes Interesse an der neuen zeugung. Wir wollen unsere Ausdrucks- endlich das philosophische Denken mit
Schreibschule „Wandlitzer Auto- fähigkeit verbessern, was nur möglich einer gekonnten Schreibe zu vervoll-
ren“ konnten sich Autor und Kurslei- ist, wenn wir voneinander lernen. Ge- kommnen.
ter Ralph Kähne und seine Partnerin nau diese Offenheit bringen alle mit
Marina Nitzsche freuen. Mehr als 20 und das ist höchst erfreulich. Die erfah- Wie wohl die meisten in der großen
neugierige Autorinnen und Autoren rene Kursleitung gibt die notwendigen Kennlernrunde war ich ohne konkrete
verschiedenen Alters – von der 12-jäh- Impulse, denn wie immer im Leben Vorstellungen hierher gekommen, was
rigen Schülerin bis zum 74-jährigen sind es die Herausforderungen, die uns Sinn und Zweck, Ziele und Inhalte
einer neuen Schreibschule anbetrifft.
Rentner – haben sich zum ersten Ken- erst entscheidend weiter bringen. Ohne
nenlern-Treffen im Cafè & Restaurant einen gewissen Fleiß geht gar nichts. Ein Grundkurs ist für blutige
Rosengarten in Wandlitzsee eingefun- Manche müssen zu Ihrem Glück erst Anfänger gedacht, soviel war
den. Seine Eindrücke hat Teilnehmer gehörig angestupst werden. klar. Aber Herr Kähne zeigte
Ino Weber in seiner „Hausaufgabe“: recht bald eine viel weitere
Mein erster Schreibschultag beschrie- Wie das bei zufällig zusammen ge- Perspektive auf. Das macht
ben. würfelten Gruppen immer der Fall ist, die Sache richtig spannend.
wollte sich erst keiner über seine Er- Ein schöner Vergleich vom
Wandlitz wird kreativ wartungen und Beweggründe äußern. Fahranfänger, der soeben
Hier kommt der Nachwuchs, der Aber nach geduldiger und gekonnter seine Führerscheinprüfung
dringend gebraucht wird. Es beginnt Aufmunterung der Teamleitung gab abgelegt hat, mit dem überra-
mit einem einfachen Grundkurs, einer es dann doch einige Wortmeldungen. genden Profi-Rennfahrer, der
Schreibschule für Anfänger, doch eins Ein erfahrener technischer Redakteur von Sieg zu Sieg eilt, mach-
steht schon jetzt fest: man wird noch möchte seine Fähigkeiten gern mal im te das Problem sehr deutlich.
viel von uns hören und vor allem lesen. schöngeistigen Bereich erproben, zwei Wollte jemand diesen langen
Denn diese aufgeschlossenen Menschen junge Mädchen haben die Absicht, Tier- Weg tatsächlich beschreiten,
aus allen Berufen, von jung bis alt, mit geschichten zu schreiben und ein älte- so gäbe es keinerlei Garantie
Talent und gutem Willen, werden Fort- rer Herr hat bereits seine Biographie im für den möglichen Erfolg.
schritte machen und gute Texte, sogar Entwurf fertig gestellt. Er übergab seine Aber vermessene Vorstellun-
Bücher produzieren. Wirklich bunt ge- CD dem Kursleiter, der ja auch als Ver- gen hat hier sowieso keiner.
mischt, schlummert in der Gruppe ein leger tätig ist. Eine der Teilnehmerinnen Ebenso wie Fantasie ist Re-
großes kreatives Potenzial. Das ist mein ist promovierte Philosophin mit Erfah- alismus in unserem Metier
erster Eindruck und meine feste Über- rungen als Protokollführerin. Im Beruf unverzichtbar. Unsere Ziele
quasi auf Abwege geführt, flüsterte ihr sind recht unterschiedlich
die berühmte innere Stimme zu, nun und eher bescheiden, wir bleiben auf
dem Boden der Tatsachen, ohne aber
unser Licht unter den Scheffel zu stel-
len.
Ich sitze als Autor und halbprofessio-
neller Hobbyphilosoph nicht auf dem
hohen Ross, sondern weiß ganz genau,
wie wichtig es ist, ständig weiter zu ler-
nen. Entscheidend ist, dass man von je-
dem Menschen etwas dazu lernen kann.
Der Kurs ist eine Chance für alle, die
kreativ sein und an ihren Talenten ar-
beiten wollen.
Wer schreibt oder schreiben will,
muss etwas intensiver nachdenken über
sich und die Welt. Es ist ein sehr kre-
ativer Prozess, der Sinn macht, sowohl
in sozialer als auch in persönlicher Hin-
sicht. Das macht dieses Hobby, aus dem
schnell mehr werden kann, so wertvoll.

Weitere Infos unter:
www.wandlitzer-autoren.de
oder Tel. 033397-60519

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Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Bauernfängern auf die Finger klopfen

Ostdeutsche Bauern von Brüssel diskriminiert

Privat hat Vorrang im neoliberalen groß ist, muss Federn lassen. Von den Druck ausüben.“ Bei der Europawahl
Wirtschaftsdogma der Europäischen 1738 landwirtschaftlichen Großbetrie- wird ja keine Regierung, sondern es wer-
Union, auch in der Landwirtschaft. Die ben in den neuen Bundesländern trifft den Parteilisten gewählt. Je stärker das
1.787 großen Agrarbetriebe in Deutsch- das 371 mit Standort Brandenburg, je- Votum für oder gegen eine Partei aus-
land, davon 1.738 (97 Prozent) in den den fünften in ganz Deutschland. Diese fällt, desto mehr oder desto weniger Ab-
neuen Ländern, stören da ein wenig die Betriebe bestellen 50 Prozent der land- geordnete ziehen ins Parlament ein. Das
reine Lehre, in der der bäuerliche Fa- wirtschaftlichen Nutzfläche und beschäf- wirkt meist ganz gut.
milienbetrieb das alleinige Leitbild dar- tigen 40 Prozent der bäuerlichen Ein-
stellt. Sie sind meist die Nachfolger der wohnerschaft Brandenburgs, nämlich Nicht jeder Wähler fühlt sich vielleicht
früheren Landwirtschaftlichen Produkti- etwa 10 000 Menschen, die zusammen von dieser Materie betroffen. Es geht
onsgenossenschaften und haben inzwi- mit ihren Angehörigen eine beachtliche aber um das Beispiel. Kombinieren sich
schen die Rechtsform von GmbH, Ge- Bevölkerungsgruppe bilden. mehrere Sachverhalte, ist für viele Wäh-
nossenschaften, z.B. Groß Schönebeck, ler „was dabei“. Wenn sie ihre Stimmen
oder Gesellschaften bürgerlichen Rechts Die EU will in den Jahren 2009 bis bündeln, dann vermag ein starkes Votum
(GbR), z.B. Klosterfelde. 2013 jedem landwirtschaftlichen Groß- etwas zu verändern oder zu verhindern.
betrieb durchschnittlich rund 145 000 EU-Agrarzuschüsse sind sicher so ein Fall.
Sie halten sich mehr oder weniger gut Euro weniger an Subventionen bewilli-
über Wasser, auch indem sie Erkenntnis- gen als bisher. Dies betrifft in Branden- Herbert Willner
se der Agrarwissenschaft nutzen, was aus burg alle Unternehmen mit mehr als 17
DDR-Zeiten beibehalten wurde. Aller- Hektar Fläche. Durch diese Regelung
dings drücken sie auch Belastungen von würden den märkischen Betrieben in
damals, weil eine neue Rechtsordnung den nächsten fünf Jahren insgesamt 87
rigoros als Kredit zurückverlangt, was Millionen Euro fehlen, im Jahr 2012
ihnen seinerzeit unter anderen Bedin- z.B. allein 21 Millionen, d.h. durch-
gungen bewilligt worden war. Nach heu- schnittlich fast 57 Tausend Euro pro
tigem Sprachgebrauch ging es eher um Betrieb. Erstmals werden Agrarbetriebe
Fördermittel, die nach 1990 rückwirkend durch EU-Beschlüsse nur wegen ihrer
in hoch verzinsliche Kredite umgewan- Größe ungleich und damit ungerecht
delt wurden. Dadurch wurden und wer- behandelt.
den neue Investitionen blockiert. Den-
noch versuchen sie, Arbeitsbedingungen Mit dem Stimmzettel gegenhalten
beizubehalten, die vor 1990 etabliert
waren: Urlaubsgewährung während des Wer den Erfindern solcher „Lex Ost“,
ganzen Jahres, möglichst Achtstundenta- zu denen DIE LINKE gewiss nicht ge-
ge, Mitbestimmungsregelungen, Ertrags- hört, dafür einen Denkzettel verpassen
beteiligung usw. Westdeutsche Bauern- will, hat bei der Europawahl am 07. Juni
höfe können da kaum mithalten. 2009 dazu Gelegenheit. „Aber,“ sagen
die einen, „wozu wählen gehen? Man
Ergo: Brüsseler Politiker öffneten ihre kann ja doch nichts ändern.“ „Falsch!“,
Trickkiste und kürzten flugs geltende Ag- sagen die anderen, „Wer wählt, kann
rarsubventionen nach dem Motto: Wer

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13

Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Unter diesem Motto fand am 24. und Messe im Erdgeschoß des Linden- Lehrern begleitet, aber nicht gelenkt.
25. April 2009 die zweite Schülermes- Centers und boten hier ihre Dienst- Die Messe wurde von der Stadtbe-
se im Linden-Center in Berlin-Hohen- leistungen und Produkte an. Das geht zirksbürgermeisterin Christina Emm-
schönhausen statt. Organisator und vom Catering-Service über Textilbear- rich eröffnet. Aus Wandlitz waren lei-
Veranstalter ist der in Wandlitz behei- beitung bis hin zu Handelsprojekten der keine Offiziellen anwesend.
matete Verein „Vita on Tour e.V.“, in und eben dem Reiseveranstalter. Das
dem Schüler des Gymnasiums mitar- Ziel all dieser Projekte besteht darin,
beiten. Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit Schüler an Wirtschaftstätigkeit her-
steht die komplette Organisation und anzuführen, ihr Verständnis für öko-
Durchführung von Reisen für Schüler nomische Probleme zu wecken und
zu verschiedenen Zielen in aller Welt. ganz praktisch Leistungen für ihre
Schülerfirmen gibt es auch anderen Mitschüler zu erbringen. Dabei geht
Ortes. Viele von ihnen beteiligten es auch ganz klar darum, Gewinne
sich mit einem eigenen Stand an der zu erzielen. Die Projekte werden von

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Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Abschiedsschmerz und Wiedersehensfreude

Ein unvergessliches Jahr geht zu Ende

immer schneller vorbei. Po- Dennoch wird mir das baldige Ab-

litisch haben sich die meis- schiednehmen sehr schwer fallen,

ten in Idaho lebenden Men- da mir meine Gastfamilie, die mich

schen nicht verändert und das letzte halbe Jahr voll und ganz

blicken immer noch kritisch unterstützt hat, sehr ans Herzen ge-

der Obama-Administration wachsen ist. Auch die wundervol-

entgegen. Jedoch wird es dem len Bekanntschaften und Freunde,

neuen Präsidenten auch nicht die ich hier gefunden habe, werde

leicht gemacht, nachdem die ich sehr vermissen und der Ge-

Schweinegrippe nun auch in danke ist einfach schrecklich, dass

den USA ausgebrochen ist. ich sie bald alle das letzte Mal in

Zum Glück sind wir hier im meinem Leben sehen werde. Au-

Nordwesten noch verschont ßerdem wird sich die schöne Um-

vor dem Virus, nicht so wie gebung mit den vielen Bergen und

der Sonnenstaat Kalifornien, Seen nicht so schnell aus meinem

den ich in ein paar Wochen Gedächtnis löschen.

besuchen werde. Zu diesem Doch die Vorfreude überwiegt, bald

fünftägigen Ausflug nach Los wieder meine geliebte Familie in die

Angeles werde ich von mei- Arme zu schließen, deutsches, gesun-

nem Gastvater und meiner des Schwarzbrot zu essen und end-

Gastschwester mitgenommen. lich wieder in einem normalen Bett

In der Zehnmillionen-Stadt zu schlafen, da die Amerikaner keine

werden wir an einer Hochzeit warme Federbettdecke haben, son-

teilnehmen und eine Kultur- dern fünf Decken übereinander, die

Mein amerikanisches High führung machen. alle in der Nacht wegrutschen.
School Jahr neigt sich seinem
Ende zu. Das merkt man auch in der Wenige Wochen nach dem Aus- Allen, die sich überlegen ein sol-
Schule, da für viele der lang ersehnte
Schulabschluss vor der Türe steht. flug in die Großstadt werde ich nach ches Austauschjahr zu machen, sage

Der berühmte “Prom”, ein Schul- Portland, Oregon fahren, wo wir ich: macht es! Es ist eine Möglich-
tanz, der am Ende des Schuljahres
gefeiert wird ist vorüber und ich war drei Tage mit einer sozialen Schul- keit, für die ich sehr dankbar bin,
überrascht, dass das meiste wirklich
wie in den amerikanischen High gruppe verbringen und obdachlosen dass ich sie bekommen habe. In den
School Filmen aussah.
Menschen helfen. Nach dieser Fahrt letzten zehn Monaten habe ich Er-
Alle Schüler, besonders die Mäd-
chen, haben sich mit prächtiger geht es für mich ans Sachen packen, fahrungen gewonnen, die ich nicht
Garderobe ausgestattet und sich die
Fingernägel maniküren lassen. Tradi- um weitere drei Tage in Washing- missen möchte, denn sie werden mir
tionell geht man zu diesem Tanz mit
einem “Date” des anderen Geschlech- ton D.C.zu verbringen, bevor es in meinem weiteren Leben helfen.
tes. Der Junge bezahlt meistens für
das Mädchen die Eintrittskarte (25 für mich in meine geliebte deutsche Die vielen ups and downs in diesem
Dollar), das Essen und die Coursage
(16 Dollar), die Blume, welches das Heimat losgeht. Es ist wirklich kaum Jahr haben mich zu einem reiferen
Mädchen um ihr Handgelenk trägt.
zu glauben, wie die letzten zehn und toleranteren und etwas dickeren
Der Prom war zwar für die Jungen
ein teurer Abend, aber wir Mädchen Monate verflogen sind. Obwohl ich Menschen gemacht, der dazu noch
haben uns prächtig amüsiert und es
war ein voller Erfolg. mich auf meine Heimat freue, bin ich fließend Englisch sprechen kann.

Hier in Nord Idaho wird das Wet- trotzdem nervös. Haben sich meine Denise Schumacher
ter langsam aber sicher immer besser
und somit geht die Zeit auch leider Freunde verän-

dert? Was ist neu Wie schlau werden Deine Ferien?

an und in unse- Nachprüfungskurse

rem Haus? Werde Englisch- und Französisch-Konversation - auch für Kinder
ich wieder in der Vorbereitung für das neue Schuljahr
12. Jahrgangsstufe
klar kommen? Fit für die Oberschule
Mathe-Check
Fragen über
Polnisch (neu), Italienisch, Spanisch, Russisch,
Englisch und Schwedisch

Erwachsenenbildung - z. B. für Abiturienten
des zweiten Bildungsweges

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15

Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Le s e rp o st DDR missverstanden fühlen. Im Hin- zur Stabilität der DDR beigetragen hät-
blick auf heute noch bestehende Diskri- te oder nicht. Richtig ist, dass es in der
Zu „Geschichte und Ge- minierungen sei nur angemerkt, dass die DDR keine Obdachlosigkeit gab. Aber
schichten“ im Heft 23 DDR angefüllt war von Diskriminierun- dafür gab es leider eine bittere Woh-
gen, und zwar in unvergleichlich höhe- nungsnot.
Da oben genannter Beitrag im Hei- rer Zahl als heute.
dekraut Journal nicht namentlich ge- Darum meine Bitte an Herausgeber
kennzeichnet ist, entspricht der Inhalt Denn der Verfasser der genannten und Redaktion vom Heidekraut Jour-
offensichtlich der Meinung der Redakti- Zeilen im Heidekraut Journal wird ein- nal: Nutzen sie lieber alle Potentiale
on. Das ist eigenartig, denn in diesem räumen (müssen), dass das Verbleiben in einer demokratischen Gesellschaft, um
Beitrag sind Aussagen enthalten, die ein- der DDR bei Hunderttausenden Men- Obdachlosigkeit, Arbeitslosigkeit oder
fach ärgerlich sind und keinesfalls unwi- schen eine erzwungene war. Wirtschaftskrise soweit wie möglich zu
dersprochen bleiben dürfen. reduzieren, aber nicht (mehr) einem un-
Insofern ist die gezogene Schlussfolge- tergegangenen (DDR-) System das Wort
Ich teile Ihre Meinung, dass die Le- rung, dass sie für ein ,,sinnerfülltes Le- zu reden, das weder eine Verklärung
bensleistungen und die Biografien der ben“ von 17 Millionen DDR-Einwoh- noch irgendeine andere Form von nos-
ehemaligen DDR-Bürger im verein- nern gesorgt haben, etwas waghalsig. talgischen Gefühlen und Gedanken ver-
ten Deutschland oft nicht genügend Bei einem als sinnerfüllt empfundenen dient hat. Besser ist es meines Erachtens,
anerkannt wurden und werden. Das Leben hätten nicht Tausende DDR-Bür- positive Erfahrungen aus der DDR-Zeit,
ist umso bedauerlicher, weil es sicher ger die erstbeste Gelegenheit ergriffen, z.B. des Bildungssystems oder in der
weitaus schwieriger war, die DDR- über Ungarn oder die bundesdeutsche Kinderbetreuung, in das Deutschland
Verhältnisse auszuhalten als seinerzeit Botschaft in Prag die DDR zu verlassen, von heute einzubringen.
diejenigen in der alten Bundesrepublik unter Inkaufnahme von hohen Risiken
Deutschland. und Strapazen. Bei offenen Grenzen Prof. Dr. Christian Zippel, Wandlitz
wären es wie vor 1961 vermutlich Mil-
Es ist sicher auch nicht richtig, wenn lionen gewesen. Meinungsstreit:
jemand meint, dass nur Bürger, welche Bitte mit offenem Visier!
die DDR - oft unter großen Gefahren für Der Verfasser hat auch einige andere
Leib und Leben - verlassen haben, die gu- Tatsachen verdrängt oder schlichtweg Die Redaktion erreichte eine anonyme
ten oder besseren DDR - Bürger gewesen ignoriert. Zuschrift und es war zu überlegen, wie
seien. Das ist schon durch die Tatsache damit umzugehen sei. In dem Schreiben,
widerlegt, dass es in der DDR lebende Dazu zählt der Satz: ,,Wirtschaftskri- das an den Bürgermeister gerichtet ist,
Bürger waren, welche die Veränderungen se, Arbeits- und Obdachlosigkeit – das wird betont, es gehe um das Wohl eines
in der DDR bewirkt haben, die zum Un- waren Begriffe aus einer anderen Welt“. Kindes, weshalb aus „nachvollziehbaren
tergang der DDR und zur Vereinigung Dieser Satz hat beim Vorlesen vor ehe- Gründen“ die Anonymität gewählt wur-
Deutschlands geführt haben. maligen DDR-Bürgern, auch ehemali- de. Zudem wird in der Zuschrift auf eine
ge Genossen waren dabei, Lachsalven nicht konkret benannte Veröffentlichung
Insofern ist es eher unwahrscheinlich, ausgelöst. Manche haben es eher als im Amtsblatt verwiesen, was von der Re-
dass man heute noch behauptet, dass Verhöhnung der Leser empfunden, weil daktion nicht geprüft werden kann. Die
nur jemand, der aus der DDR geflohen dieser Satz eine Zumutung darstellt. „nachvollziehbaren Gründe“ kann die
ist, ein guter DDR-Bürger gewesen sei. Immerhin lebte die DDR in einer per- Redaktion ihrerseits nicht nachvollziehen.
Auch ich würde mich mit meiner Ent- manenten Wirtschaftskrise. Arbeitslosig- Pauschale Verdächtigungen sind nicht
scheidung für ein Durchhalten in der keit gab es zwar offiziell nicht, aber es akzeptabel. Die Meinungsfreiheit ist, auch
war Teil der DDR-Misswirtschaft, auch
viele bezahlte Arbeitslose zu haben. Si-
cher kann man darüber streiten, ob eine
künstlich geschaffene Arbeitslosigkeit

16

Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

im kommunalen Umfeld, gewährleistet. falls der Aspekt, dass Sie den Ortsteil „Vom Eise befreit …“
Das Heidekraut Journal ist der beste Be- Wandlitz so sehr über den Ortsteil
weis dafür. Zudem ist es unhöflich, jeman- Stolzenhagen erheben, obwohl doch Das wundervolle Frühlingswetter
den zu kritisieren und selbst unbekannt zu auch der Ortsteil Stolzenhagen gerade am Karfreitag nutzend trafen sich
bleiben. Wenn wir uns dennoch entschlos- in den Jahren vor 2006 einen immen- fast 40 Wanderlustige, um gemein-
sen haben, Auszüge aus dem anonymen sen Zuzug von jungen Familien ver- sam mit der Naturwacht im Natur-
Brief zu veröffentlichen, dann deshalb, spürte, die bei ihrer Entscheidung für park Barnim das Briesetal zu entde-
weil hier ein Problem erörtert wird, das Stolzenhagen davon ausgingen, dass cken.
möglicherweise von der Verwaltung nicht ihre Kinder in die Grundschule nach
ausreichend gewürdigt worden ist. Den- Wandlitz gehen würden. Nun stehen Los ging es am Bahnhof in Borgs-
noch: Es bleibt eine Ausnahme. diese Familien vor der Entscheidung, dorf,   wo die Gruppe bereits nach
ihren Kindern entweder eine bittere wenigen Metern vom frühlings-
„Vielleicht sollte man einmal für Pille zu verabreichen oder sich nach haften Wald mit seinem zaghaften
einen kurzen Augenblick inne hal- Alternativen umzuschauen. Ob Sie Grün und dem Gezwitscher der
ten und sich vor Augen führen, wie dem Ruf des Ortsteils Stolzenhagen Vögel empfangen wurde. Entlang
es um die Befindlichkeit eines Teiles bei jungen Familien mit Ihrer Ent- des internationalen Radfernweges
der von der Gemeinde betreuten Mit- scheidung von 2006 dienlich waren, Berlin-Kopenhagen erreichten die
glieder bestellt ist, nämlich den Stol- wage ich zu bezweifeln.“ Wanderer bald das einzigartige Brie-
zenhagener Kindern. Es ist einfach setal. Auf dem Weg dorthin erläuter-
ein Faktum, dass es einen gemein- Interessantes zur ten die Ranger des Naturparks den
samen sozialen und emotionalen Geschichte Teilnehmern ihre Arbeit, den Na-
Mittelpunkt dieser Kinder mit den turpark und die Entstehung der in
Kindern aus dem Ortsteil Wandlitz Ich wohne in Buch im 11. Stock ei- die Barnimplatte eingeschnittenen
schon immer gab und geben wird. nes Plattenbaus. Dennoch lese ich sehr Täler. Vorbei an Erlenbruchwäldern,
Die Grenzen der Ortsteile gehen gern das Heidekraut Journal. Die Ge- Hangwäldern und Feuchtwiesen er-
fließend ineinander über. Die Kinder staltung und die Beiträge des Blattes reichte die Gruppe den flussaufwärts
besuchen gemeinsam die Kita, spie- sind hervorragend. In der Nummer 23 gelegenen Rastplatz an der Huber-
len am Nachmittag gemeinsam auf haben mir zwei Beiträge besonders gut tusbrücke, einem von einst 23 Bau-
den Straßen (wo sonst, denn es gibt gefallen. werken entlang der Briese. Bei einer
ja leider keine für Grundschulkinder kurzen Pause verteilten die Natur-
erreichbaren Spielplätze) und, wenn Der eine betraf die Gratulation wächter das mitgebrachte Informa-
sie dann schon etwas größere Flügel zum 98. Geburtstag von Karl Witte, terial und stempelten die begehrten
haben, besuchen sie sich auch ge- die Walter Sander geschrieben hat- Eulenstempel in die Naturwacht- Er-
genseitig mit dem Fahrrad. Dessen te. Das hat mich sehr bewegt. Alle lebniscards.
ungeachtet wurde aus rein wirtschaft- Achtung vor dem hohen Alter und
lichen Gründen durch die Gemeinde der bewegten Vergangenheit. Zum Dann ging es wieder flussabwärts
beschlossen, dass die Stolzenhagener zweiten hat mich der Bericht über in Richtung Waldschule Briesetal,
Kinder die Grundschule in Kloster- Karl Schweitzer sehr angesprochen. wo schon Kaffee, Kuchen und Brat-
felde besuchen müssen, obwohl diese Wir verbringen in der Karl-Schweit- würstchen warteten. Nach der Stär-
bis dato mit den Klosterfelder Kin- zer-Straße seit über 30 Jahre unse- kung machten sich die Wanderer auf
dern keinerlei sozialen Kontakt hat- ren Sommerurlaub. Zu DDR-Zeiten den Rückweg zum Bahnhof.
ten (außer wahrscheinlich familiären) waren vor dem abgebildeten Haus
und diesen aufgrund der Lage und oft Schulklassen mit ihren Lehrern, Für die Teilnehmer hielten die
Entfernung zwischen den Ortsteilen um an der Gedenktafel mehr über Ranger noch eine kleine Überra-
auch nur schwerlich während ihrer Karl Schweitzer zu erfahren und ihn schung bereit. Denn zurück ging
Grundschulzeit pflegen können. zu würdigen. Das Geschäft wurde es über einen Bohlensteg, der die
zu DDR-Zeiten über Jahre durch Gruppe quer über die Briese führte.
In Ihrem (gemeint ist Bürgermeister Frau Weiland weiter geführt. Es war Hier konnten alle nachvollziehen,
Tiepelmann) Artikel proklamierten zu schön, man brauchte nicht zum wie sich einst die slawischen Rentier-
Sie auf das Herzlichste, dass „kurze Einkaufen in den Ort fahren. Hier jäger gefühlt haben müssen, wenn
Wege für kurze Beine“ aus Klosterfel- gab es einfach alles. Frau Weiland sie an den Wildwechseln auf Beute
de auch in Zukunft garantiert werden und ihr Ehemann wohnen heute lauerten. Vorbei am Papenluch ge-
müssen. Darin stimme ich natür- noch gleich um die Ecke in Schön- langte die Gruppe dann wieder auf
lich vollkommen mit Ihnen überein. walde. den Fernradweg und sicher zurück
Doch wird gleichzeitig billigend in zum Borgsdorfer Bahnhof.
Kauf genommen, dass sich mit Ihrer Ich wünsche Ihnen und Ihren
Entscheidung die Wege für die immer Mitarbeitern weiterhin viel Erfolg Glücklich und mit vielen neuen
noch kurzen Beine aus Stolzenhagen bei der Gestaltung des Heidekraut  Eindrücken empfanden alle Mitwan-
immens verlängert haben. Höchst in- Journal.  dernden diesen Osterspaziergang
teressant an Ihrem Artikel war eben- als einen gelungenen Einstieg ins
Renate Warnke, Berlin-Buch Osterwochenende.

Andreas Lauter

17

Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Le s e rp o st che Subventionen und Fördergelder nicht ner gewordenen, Rummelgastspiele mit

Bewegt sich etwas? mehr zu den besonders förderwürdigen ihrer Musik auf der Festwiese. Hinzu

Ich habe in den vergangenen Wochen Regionen gezählt wird und der derzeit an- kommt der sich immer mehr verstär-
beobachtet, wie immer häufiger Hand-
werkerfahrzeuge über den Nebeneingang gespannten allgemeinen Wirtschaftslage. kende Lärm durch den Straßenverkehr,
Waldcorso auf das Gelände der ehemali-
gen Polizeischule gefahren sind. Es blei- Redaktion HK-J besonders an Wochentagen. Und nun
ben zwei Gründe: Entweder sind einzelne will man uns auch noch einen Spiel-
Räume an Firmen vermietet worden, oder
es haben dort einzelne Handwerker- oder Müssen wir wirklich auf platz in nächster Nähe vor unserem
Bauarbeiten begonnen. einem Spielplatzgelände Wohn-, Schlaf- und Balkonbereich
bauen! Das bedeutet für uns: Wir wer-
Wissen Sie Näheres. Das wäre doch si- wohnen?
cher für viele Basdorfer interessant, wenn den weder auf der einen noch auf der
sich auf dem Gelände etwas tut. Was mich
allerdings verwundert ist die Tatsache, dass anderen Seite Ruhe haben, die Wohn-
der am Waldrand gelegene Nebeneingang
benutzt wird. Kürzlich wurde der Wildwuchs an der qualität sinkt. Wir sind im Haus 13 fast
Ecke Geschwister-Scholl-Straße/Hans- alle im höheren Alter. Das bedeutet:
Gisela Mörtl, Basdorf Beimler-Straße in Klosterfelde entfernt. Wir halten uns in der Regel ganztags
Der Kreuzungsbereich ist dadurch für in der Wohnung auf und ist das Wet-
Wir wandten uns an den Brandenburgischen den Verkehr besser einzusehen. Welch ter angenehm, möchten wir die Fenster
Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen gute Sache, dachten die Anwohner. öffnen und auch den Balkon nutzen,
(BLB). Mathias Radowski beantwortete un- Nun hört man aber, dass diese Arbeiten ohne noch mehr dem Lärm ausgesetzt
sere Fragen: nicht nur – oder überhaupt nicht – die- zu sein. Die anderen Hauseingänge 19
sem Ziel dienten, sondern dass hier ein bis 23 liegen weiter entfernt und sind
Für die weitere Nutzung des Areals Spielplatz entstehen soll, d.h. vor allem dem unruhigen Lärm nicht so ausge-
der ehemaligen Polizeischule in Basdorf unmittelbar vor unserem Wohnbereich setzt. Einen Mietunterschied gibt es
gibt es nach heutigem Stand noch keine Hans-Beimler-Straße 13, 15 und zum aber nicht. Abschließend möchten wir
konkreten Nachnutzungsoptionen für Teil 17. Wer diesen Vorschlag unterbrei- betonen, dass wir sehr für einen Spiel-
das gesamte Gelände. Auf dem Areal ha- tete oder ihm auch zustimmte, hat seine platz im Ort sind. Wir wenden uns aber
ben einige lokale Handwerker Garagen Wohnung sicher nicht in diesen Eingän- entschieden gegen einen Standort hier,
gemietet und nutzen diese für ihre Betrie- gen. Hat man bedacht, dass wir auf der falls es eine solche bürgerunfreundliche
be, diese Handwerksunternehmen nutzen Hauseingangsseite einen gut besuchten Entscheidung gegeben haben sollte.
als Zufahrt den Eingang am Waldrand. Hausspielplatz haben? Diesen nutzen Bitte überdenken Sie noch einmal un-
auch lautstark vor Schulbeginn bzw. sere Lage und unser Anliegen.
Gemeinsam mit der Gemeinde ist der
BLB dabei, unter zu Hilfenahme eines Schulschluss Schüler, die mit Bussen Bewohner der
Stadtplanungs- und Entwicklungsbüros
aus Berlin die Nachnutzungsmöglich- an- bzw. abreisen und warten müssen. Hans-Beimler-Straße 13 bis 17
keiten der Liegenschaft zu eruieren. Auf-
grund der Größe (40 Hektar) und Lage Hat man bedacht,
ist das nicht allzu leicht, besonders unter
dem Aspekt, dass Wandlitz für öffentli- dass die Schulbus-

§§ §§haltestellen häu-

fig, besonders an
Wochenenden, bis
weit nach Mitter- FRANK BERGNER
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18

Heidekraut Journal Juni/Juli 2009
19
Ein Besuch lohnt sich auf dem

Hof der kleinen Tiere

Seit 2007 betreibt Petra haben natürlich einen Unter-
Hamann, wie sie seit ih- stand, in dem sie Schutz vor
rer Hochzeit im Mai dieses Kälte oder großer Hitze fin-
Jahres heißt, einen kleinen den können.
Landwirtschaftsbetrieb am
Rande von Zerpenschleuse. Mini-Schweine, Zwergzie-
Auf etwa 50 Hektar züchtet gen und Zwerghühner kom-
sie Rinder, Pferde, Schafe, plettieren den Tierbestand.
Schweine und Geflügel. Sie
hat sich auf Rassen orientiert, Gegen einen kleinen
die sehr kleinwüchsig sind. Obolus kann man sich
Dazu gehören Dexter-Rin- zu jeder Zeit von Pet-
der, die aus Irland stammen ra Hamann durch die
und die kleinsten Rinder Anlage führen lassen und die
Europas sind. Sie sind sehr Tiere besichtigen. Voranmel-
friedfertig und genügsam und dungen sind erforderlich.
werden ganzjährig im Freien
gehalten. Es hat sich bereits Im Herbst wird Petra Ha-
herumgesprochen, dass Ihr mann einen Hofladen eröff-
Fleisch sehr schmackhaft ist. nen. Daran werden sich auch
Petra Hamann braucht sich Mitbürger aus Zerpenschleu-
keine Sorgen bezüglich der se beteiligen. Hier kann man
Nachfrage machen. Bislang dann Fleisch und Wurst-
gibt es in Deutschland noch waren kaufen, die von den
nicht viele dieser Rinder. Tieren des Hofes stammen.
Auf ihrem Hof leben auch Außerdem wird es Gemüse,
Quessant-Schafe. Sie gehö- Obst, Marmeladen und Ho-
ren zu der kleinsten Schafras- nig im Angebot geben.
se der Welt und stammen aus
Frankreich. Sie sind sehr an- Horst Schumann
spruchslos und leicht zu hal-
ten. Auch sie leben fast das Hof der kleinen Tiere,
ganze Jahr über im Freien. So- Alte Lindenstraße 10 A,
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Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Discounter in Wandlitz chend und wenden uns gegen den In diesem Sinne hoffen wir, dass unse-
zusätzlichen Lärm und die unvermeid- re Gemeindevertreter noch einmal über
auf dem Vormarsch lich entstehende Unruhe. Weitere Prob- ihre Entscheidung nachdenken und
auch die Interessen der Bürgerinnen und
leme wird das Fehlen einer Linksabbie- Bürger berücksichtigen. An die Wandlit-
zer appellieren wir, den Mitgliedern der
Überall in Deutschland sprießen die gerspur an der Kreuzung bereiten. Gemeindevertretung ihre Ansicht zum
Bauten der Discounter wie Pilze aus dem Aber auch für die weiter entfernt lie- Vormarsch der Discounter in Wandlitz
Boden. Der Markanteil liegt mittlerwei- genden Ortsteile wird die Ansiedlung mitzuteilen. Vielleicht können wir zu-
le bei 44 Prozent. Bei dieser Entwick- des Penny-Marktes vermutlich nicht sammen etwas bewegen und schaffen es,
lung will Wandlitz offensichtlich nicht ohne Folgen bleiben. Es steht zu be- statt zur Discounter-Hochburg Wand-
zurückstehen. Aldi, KiK und Lidl sind fürchten, dass die Ansammlung von litz zum Bad Wandlitz zu werden.
schon da. Jetzt werden die baurechtli- Discountern, Getränkehändlern und
chen Voraussetzungen geschaffen, damit Backshops im südlichen Teil von Wand- Martin Buth, Christian Majewski
der Penny-Markt und Getränke-Hoff- litz mittelfristig das Zentrum um den Sprecher der Interessengmeinschaft Töppersberg
mann auf das freie Grundstück an der Bahnhof Wandlitzsee schwächen wird.
Prenzlauer Chaussee, Ecke Breitscheid- Genau dies sollte nach dem Einzelhan- Bunt und bilderreich
straße umziehen können. Für das dann delskonzept für Wandlitz vermieden
neben der HEM-Tankstelle freiwerden- werden. Es entspricht aber nun einmal Die neue Bürger- und Besucher-
de Objekt sollen sich bereits Nachmieter der allgemeinen Lebenserfahrung, dass Information für Wandlitz
niemand wegen Milch, Butter und Ba-
aus der Branche interessieren. Endlich ist es geschafft: In der peri-
Immer häufiger formiert sich aber nanen wieder zum Dicken Kurt oder zu odisch erscheinenden Werbebroschü-
auch Widerstand. Im Internet ist von Edeka zurückfährt. Edeka hat bereits re über die Gemeinde Wandlitz haben
Discounter-Schwemme und Bausünden mitgeteilt, zu gegebener Zeit über das die Herausgeber erstmalig auf der Ti-
die Rede. Wegen der schädlichen Folgen weitere Engagement in Wandlitz ent- telseite das Jahr angegeben, diesmal
für den lokalen Einzelhandel hat der scheiden zu wollen. also 2009/10. Es geht doch.
Gesetzgeber den Kommunen vor eini- Viele Wandlitzer Bürgerinnen und
gen Jahren neue planungsrechtliche Mit- Bürger sind darüber hinaus der Ansicht, Das Heft ist wie immer stark per-
tel zur Verhinderung der schlimmsten dass das Grundstück am Eingang zum sonalisiert. Man kann eine Menge
Auswüchse an die Hand gegeben. Leider alten Dorfkern, in dem einmal der Neu- Leute im Bild kennen lernen, etwa
haben sich in der Wandlitzer Gemeinde- bau des Agrarmuseums Besucher anlo- 150. Manche sogar mehr als einmal
vertretung – aus welchen Gründen auch cken und zum Verweilen einladen soll, an verschiedenen Stellen im Heft,
immer – die Befürworter des Projektes eine hochwertigere Bebauung verdient den Bürgermeister beispielsweise,
hätte. Es kann nicht nur darum gehen, und das ist Spitze, genau zehn Mal
durchgesetzt. direkt hintereinander. Die gewähl-
Es fragt sich aber, ob ein derartig das Gelände zuzupflastern. Aus städ- ten Gemeindevertreter sind immer-
umfangreiches Angebot überhaupt ge- tebaulicher Sicht wäre eine Bebauung hin aufgelistet, mit Adresse und
braucht wird. Nach dem Entwurf des entlang der Prenzlauer Chaussee und Telefonnummer. Das heißt nicht
Bebauungsplans soll der neue Lebens- in architektonischer Anlehnung an das alle: Paul Schwerdtfeger (Die Linke)
mittelladen der Nahversorgung der Gebäude der Pizzeria Rialto und den wurde einfach vergessen und Dieter
Wohngebiete in Wandlitz-Dorf und daneben entstehenden Neubau eindeu- Schalo der SPD zugeordnet. Dabei
um den Bahnhof Wandlitz dienen. Für tig vorzuziehen. Welch unschönes Bild ist der Einzelbewerber lediglich in
unsere Initiative von über 30 Familien zwei gegenüberliegende Discount-Märk- deren Fraktion.
aus den angrenzenden Straßen ist dies te mit ihren zur Straßenseite hin ausge-
jedoch nicht nachvollziehbar. Wir hal- richteten Parkplätzen abgeben, zeigt ein- Im Übrigen enthält das Produkt ei-
ten die beiden bestehenden, in einem drucksvoll das Beispiel in Schönwalde. nige Kuriosa. Wer in Basdorf zur Post-
Umkreis von 700 Metern liegenden, Als Begründung für den neuen Dis- agentur möchte und sich auf das Heft
Lebensmittel-Discounter für ausrei- counter reicht es auch nicht, darauf zu verlässt, geht zum Rewe-Markt und
verweisen, dass ist damit fehlgeleitet. Die Postagentur
Patricia Schwanz das Gelände schon befindet sich im Fotostudio Yvonne,
seit den neunzi- schräg gegenüber dem Rewe-Markt in
Rechtsanwältin ger Jahren für eine der Prenzlauer Straße Nr. 52.
entsprechende
Im Übrigen enthält das Heft doch
Schwerpunkte: gewerbliche Nut- eine ganze Menge nützlicher Infor-
Familienrecht zung vorgesehen mationen. Die Hersteller sollten sich
Arbeitsrecht gewesen sei. Denn, dennoch gelegentlich an Orten umse-
hen, die sie in ihrem Produkt vorstel-
wie sagte schon len...

Mietrecht Konrad Adenauer: HK-J
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Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Frisches Wasser mit alter Steuer? Die Vernunft hat gesiegt!

Unsere Leser haben im Heft 23 darauf hinge- in einem Gespräch am 5. Mai nochmals be- Der Laubengang in Klosterfelde
wiesen, dass Bürger durch den NWA zu hohe Rech- kräftigt. Die Aussage des Verbandsvorstehers wird nicht gebaut. Durch einen Ver-
nungen erhalten haben. Herr George endete darin, es „ bleibt den gleich mit dem Investor des EDE-
Bürgern die Überprüfung im Klageweg“. KA-Marktes, Herrn Große, erhält
Wir haben daraufhin viele Anfragen erhal- die Gemeinde 15.000 Euro. Dieser
ten und sind dem Thema nachgegangen. Das ist eine Position, die schwer nachzu- Vergleich war auch durch die Initia-
vollziehen ist. Denn der NWA verliert doch tive des Bürgervereins Wandlitz ge-
Der Europäische Gerichtshof hat festge- dabei kein Geld, weil die die zu viel gezahl- gen den Laubengang und durch die
legt, dass auch der Anschluss an die Frisch- te Mehrwertsteuer die Finanzbehörden und Unterschriftensammlung von Orts-
wasserversorgung dem Oberbegriff „Lie- nicht unseren Wasserversorger belastet. Am beiratsmitglied, Dietmar Seefeldt,
ferung von Wasser“ zuzuordnen ist. Das ist Bedenklichsten aber ist, dass das öffentlich zustande gekommen. Nunmehr hat
keine Formalie, denn dadurch würde der rechtliche Unternehmen nicht bereit ist, die Vernunft gesiegt und alle haben
Bürger geringer besteuert. Der bisherige sich für die gemeindlichen Bürger einzuset- gewonnen. Jetzt erhält die Gemein-
volle Umsatzsteuersatz reduzierte sich auf zen. Stattdessen sollen ein oder mehrere de Geld, von welchem sie ihre Ge-
die ermäßigte Mehrwertsteuer von sieben Bürger gegen den wirtschaftlich stärkeren richts- und Anwaltskosten sowie die
Prozent. Dieser Sicht hat sich das Bundes- NWA, das seine Gerichtsgebühren in den Kosten der erbrachten Vorleistungen
finanzministerium erwartungsgemäß ange- laufenden Kosten verbuchen kann, klagen, für die Errichtung des Laubengan-
schlossen und festgelegt, dass diese Besteue- um dem Recht von mehreren tausend Bür- ges bezahlen kann. Vielleicht bleibt
rung rückwirkend ab 2001 anzuwenden ist. gern zum Siege zu verhelfen. noch ein Betrag für kommunale und
Ausdrücklich weist das Ministerium dabei in soziale Zwecke übrig. Konnte dieser
einem Schreiben vom 7. April 2009 darauf Möglicherweise scheut der NWA den Vergleich nicht vor einem Jahr erzielt
hin, dass „die Bezeichnung durch die Ver- Aufwand in seiner Verwaltung, den die werden? Ein gutes Beispiel der Bür-
tragsparteien bzw. die den Bescheid erlassene Rückzahlungen auslösen würden. Aber ger, von ihrem Mitspracherecht Ge-
Behörde dabei unerheblich“ sei. dürfen deswegen einfach so über 110.000 brauch zu machen und Abgeordnete
Euro unrechtmäßig einbehalten werden? vom Ortsbeirat und Gemeindevertre-
Konsequenterweise müssten sich daraus tung für eine vernünftigen Lösung zu
Rückzahlungen für alle jene ergeben, die Das darf nicht der Stil eines gemeinnützi- überzeugen.
seit 2001 an das Frischwassernetz ange- gen Unternehmens sein, denn dann müss-
schlossen worden sind. In den Ortsteilen der ten wir es konsequenterweise in „eigennüt- Walter Sander
Gemeinde Wandlitz würden sich diese auf ziges“ Unternehmen umtaufen. Oder ist
geschätzte 110.000 Euro belaufen. Doch der das gar schon gängige Praxis? Glaserei
NWA will nicht zurückzahlen. Dieses wurde
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21

Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Artistenmuseum mit vielen Überraschungen

Die Enthusiasten des Artistenmu- Charme die Gäste durch das Museum Es ist erfreulich, dass unsere Gemein-
seums überraschen ihre Besucher führte und dabei über Exponate und sei- de das Artistenmuseum mit wenigstens
mit der Sonderausstellung
„Artisten, Variete und Zirkus ne Tätigkeit in mehr als sechs Jahrzehn- 7.000 Euro unterstützen will,
in der Filmwelt“, eröffnet am ten plauderte. der Landkreis Fördermittel zu-
25. April vor über 70 Gästen, gesagt hat und Mitarbeiterinnen
zusammengestellt von den Hören- und sehenswert war das Pro- von Job-Center Barnim bezahlt
Sammlern Rainer Winkelmann gramm mit Künstlern des russisch-ukra- werden. Diese Zuwendungen er-
und dem Ehepaares Giesela und inischen und jüdischen Musikerkollek- scheinen hoch verdient, wurde
Dietmar Winkler, mit Wissens- tivs, auch Freunde des Artistenmuseums. doch unser Ort Klosterfelde in
wertem zur Filmgeschichte. Wer Sie spielten ohne Honorar und bezahl- den letzten zehn Jahren welt-
wusste schon, dass der Film als ten selbst die Fahrkosten. berühmt durch etwas in Europa
Varieté-Attraktion geboren wur- Einzigartiges, der „Ruhmeshal-
de? Die Brüder Max und Emil le der Artisten und des fahren-
Skladanowsky aus Berlin-Pan- den Volkes“, dem vom Berliner
kow zeigten mit Hilfe eines von Roland Weise in den 90er mit
ihnen entwickelten „Bioscopes“ privaten Mitteln eingerichteten
weltweit erstmals der Öffentlichkeit Artistenmuseum. Erst 1997 vom
kurze Filmstreifen in Form beweglicher Minister Steffen Reiche eröffnet, kor-
Bilder im Berliner Wintergarten. Erin- respondiert heute der Förderverein des
nerungen werden bei älteren Besuchern Museums mit Artistenvereinigungen in
mit Titeln wie „Salto mortale“, „Die 3 der ganzen Welt.
Codonas“ oder „Manege frei“ geweckt. Hat sich Roland Weise damit den Titel
„Ehrenbürger der Gemeinde Wandlitz“
Ein besonderes Erlebnis war wieder, verdient?
wie Roland Weise mit Humor und
Dieter Schultz

Neue Trikots für die G-Junioren
Einen herzlichen Dank an die Sponsoren

Ab sofort können sie im neuen Outfit auf „RIALTO“ in Wandlitz und den Inhabern
Torjagt gehen und machen dabei einegute Yvonne und Jörg Gottfried bedanken. Und
Figur. Die kleinen Fußballer vom 1. FV Ein- man kann es ihnen ansehen, am liebsten
tracht Wandlitz (G-Junioren) und Ihr Trainer möchten die jüngsten Vereinsmitglieder die
Marcel Nisse freuen sich sehr über die neuen nagelneuen Sachen gleich anbehalten und
Trikots. Ganz herzlich möchten sie sich auf losflitzen, kein Wunder, sie sehen ja auch pri-
diesem Weg bei dem Team vom Restaurant ma aus

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22

Heidekraut Journal Juni/Juli 2009

Geschichte: Eine Straße in Stolzenhagen und Wandlitz

Philipp Müller

Erschossen von deutschen Polizisten

Genau zwischen dem Wandlitz- kennen gelernt hatte. Im Dezember Polizei wurde behauptet, sie hätte le-
see und dem Stolzenhagener des gleichen Jahres kam der Sohn diglich das Feuer erwidert. Man fand
See verläuft die Philipp-Müller-Stra- Joachim zur Welt. Philipp Müller jedoch keine Schusswaffen auf Seiten
ße, die beide Orte verbindet. Wem stellte einen Antrag auf Übersied- der Demonstranten. Trotzdem wur-
verdankt die Straße ihren Namen? lung in die DDR und verlor darauf- den die beteiligten Polizisten wegen
hin seine Arbeit. „Notwehr“ freigesprochen.
Philipp Müller wurde am
5. April 1931 in München als Sohn Für den 11. Mai 1952 hatten Zur Beerdigung von Philipp
einer katholischen Familie geboren. mehrere Friedensinitiativen von Müller in München kamen 3.000
Er lernte Schlosser und arbeitete Parteien, Gewerkschaften und der Menschen.
im Eisenbahnausbesserungswerk in Kirchen zu einer „Jugendkarawane
Neu-Aubing. 1948 wurde er Mit- gegen Wiederaufrüstung und Gene- In der DDR wurde Philipp
glied der FDJ, 1950 der KPD. Bei- ralvertrag“ in Essen aufgerufen. Einen Müller als „deutscher Patriot“
de Organisationen waren damals Tag zuvor verbot der Innenminister insbesondere durch die FDJ
in der BRD noch nicht verboten. die Demonstration wegen angebli- geehrt. Zahlreiche Straßen, Betriebe
Philipp Müller engagierte sich vor cher Sicherheitsprobleme. Trotzdem und Einrichtungen erhielten seinen
allem gegen die Wiederbewaffnung versammelten sich etwa 30.000 Per- Namen. Auch heute noch gibt es
der Bundesrepublik. 1950 fuhr er sonen an verschiedenen Plätzen der außer in Wandlitz und Stolzenha-
als Delegierter zum Deutschland- Stadt. Vor der Grugahalle kam es gen Straßen in Halle, Strausberg,
treffen der FDJ nach Berlin. 1951 zu Zusammenstößen zwischen De- Wismar und anderen Städten, die
nahm er an den III. Weltfestspielen monstranten und der Polizei. Diese seinen Namen tragen. In München
der Jugend und Studenten eben- eröffnete das Feuer und verletzte hat sich eine Initiativgruppe gebil-
falls in Berlin teil. Hier heiratete er drei Demonstranten, einen davon det, um ebenfalls eine Straße nach
Ortrud Voß, die er ein Jahr zuvor tödlich: Philipp Müller. Durch die Philipp Müller zu benennen.

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