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Katalog Abschlussprojekte WS20/21 PH WIEN
Time goes by...
Zeit

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Published by w.weinlich, 2021-02-04 03:40:05

Katalog Abschlussprojekte WS20/21

Katalog Abschlussprojekte WS20/21 PH WIEN
Time goes by...
Zeit

t Räume

#1 STS –„Zeig mir dein‘ Himmel“, Gesang, Gitarre #2 "Hafnerstraße", Pastellkreide auf Papier_Paul
und Alt-Saxophon_Paul Dorner Dorner

Der plötzliche Griff zur Gitarre ist noch ungewohnt. Das Bild Hafnerstraße malte ich im Zuge des
Nach einer kurzen Begegnung mit ihr zu Beginn Seminars „Individuelle Räume Erfahren, Entwerfen,
meiner musikalischen Sozialisation, waren es meine Vermitteln“. Die genaue Aufgabenstellung lautete:
Saxophone, die mich bis zu diesem Moment treu „Comicartiger Hausentwurf (wie aus einem
begleiteten. Auf der Suche nach Werkzeugen und Comicheft)“. Vorlage war ein Foto meines
Instrumenten, die mir dabei helfen, mich mit mir zu Elternhauses. Dieses mir so „traute Heim“ ist mir
verbinden, wiederentdecke ich sie nun und fühle abhanden gekommen, bis ich es in mir wiederfand.
mich gleich vertraut mit ihr. Akkorde sind schnell Nun halte ich es gerne auf Bildern fest. Als ich nun
gelernt, mein Gesang begleitet und mein Gemüt eines dieser Bilder dazu nutze, um ein anderes zu
zufrieden. machen, schließe ich meine Augen und habe
folgenden t Raum.

https://soundcloud.com/peter-singer-289388739/ https://soundcloud.com/peter-
traum1-zeigmirdeinhimmel-pauldorner/s- singer-289388739/t-raum-2-hafnerstrase-paul-
E1tjwE5U71n
dorner/s-3GvOLqZvUVJ
https://soundcloud.com/peter-singer-289388739/
werkstuck1-zeigmirdeinhimmel-pauldorner-
nachtraum/s-i3rcGPciq9m

51



































Interview über
Zeit

im Winter sehr kurz sind und sie kaum ein Tageslicht
sehen. Sie sehnen sich nach der Sonne und Wärme
und die Zeit zwischen Dezember und Jänner fühlt sich
sehr lange an.

Nachdem ich alle interviewte, schnitt ich die Filme mit
einem Programm zusammen und setzte sie in die
richtige Reihenfolge. Anschließend zeichnete ich mit
meinem iPad einen Hintergrund und schrieb die
Fragen auf. Aus diesem Prozess machte ich
Zeitraffervideos und fügte diese zwischen die
einzelnen Videos ein.

Als letzten Schritt recherchierte ich Lieder, in denen es
um Zeit geht. Ich fand sehr viele Lieder und suchte mir
drei aus. Diese Lieder nahm ich mit einem Programm
und meinem eingebauten Mikrofon in meinen
Kopfhörern auf. Ich sang und begleitete mich mit der
Gitarre und dem Klavier. Diese drei fertigen Lieder
fügte ich als Hintergrundmusik in das Video ein. Zum
Schluss regulierte ich die Lautstärke in jedem Video
und fügte einen Übersetzung bei den schwedischen
Interviews ein.

Das Video gibt einen guten Einblick, wie
unterschiedlich die Zeit für alle Menschen vergeht und
dass alle Personen eine andere Sicht auf Zeit haben.

https://youtu.be/fMqvAOk4K9s 69

Das Thema Zeit war zu Beginn sehr
schwierig für mich, da ich überhaupt
keine Vorstellung hatte, welches
kreative Projekt ich damit machen
kann. Ich fand das Thema so
breitgefächert, dass es eine Weile
dauerte, ein Projekt zu finden.

Mir hat die Recherche und die
Umsetzung sehr viel Spaß gemacht. Die
Anfangsphase empfand ich als sehr
schwierig und die Zeit verging langsam
für mich, als ich jedoch mitten im
Geschehen war, verging die Zeit wie im
Flug. Ich habe eine sehr große Freude
daran, Filme zu gestalten und meinen

FreundInnen die verschiedensten 70
Fragen zu stellen. Das Schneiden der
Filme und das Aufnehmen der Lieder
war nicht sehr schwierig für mich, da
ich es schon öfters machte. Ich hatte
jedoch keine professionellen
Werkzeuge, wie z.B. Mikrofon, Audio
Interface..., bin jedoch über das
Ergebnis zufrieden.

Lotti und die Jessica Marie
Zeitzonen-Abenteuer Karollus

Da ich es als Kind liebte, mir
Hörbücher anzuhören, war
mein ganzes Projekt ein
Highlight für mich.

Ein Abschlussprojekt zum Thema "Zeit". Ein Thema, Zusätzlich zur Geschichte schrieb und sang ich das
das eigentlich so viele Möglichkeiten zur Titellied für mein Hörbuch und spielte alle
Umsetzung bietet und dennoch fiel mir die Melodien, die darin vorkommen, selbst.
Ideenfindung so schwer. Um ehrlich zu sein war ich
am Anfang relativ überfordert und planlos, wie ich Mein Hörbuch handelt von Lotti. Sie lebt in Wien
dieses Thema in meinem gewählten Fach Musik und liebt Abenteuer. Im Laufe eines Tages träumt
umsetzen sollte. Nach dem Inspirationsworkshop, sie sich immer wieder in verschiedene Länder, die in
einigen Gesprächen und hilfreichen Tipps entschied unterschiedlichen Zeitzonen liegen. Sie "besucht"
ich mich dafür, ein Hörbuch über die Zeitzonen zu Japan, Brasilien, Texas und Hawaii und trifft dort
schreiben und aufzunehmen. Nach vielen Stunden immer ein Kind, das in diesem Land lebt.
der Recherche und mehreren Änderungen meiner Gemeinsam erleben sie Abenteuer und/oder
ersten Idee, entstand schlussendlich mein besuchen Orte, die häufig mit dem jeweiligen Land
Abschlussprojekt "Lotti und die Zeitzonen- verbunden oder auch als "typische"
Abenteuer". Urlaubsattraktionen angesehen werden.

71

Lotti und die Zeitzonen-
Abenteuer

Das Ziel, das ich mit meinem Hörbuch erreichen
möchte, ist es, den Kindern die Zeitzonen
näherzubringen. Deshalb erfahren die
Zuhörer*innen zu Beginn, was Zeitzonen sind, wie
viele und warum es sie gibt. Außerdem werden die
einzelnen Länder in meinem Hörbuch kurz
beschrieben und einige Informationen, wie die
Einwohnerzahl oder die Hauptstadt, erwähnt.

Ich denke, dass mein Hörbuch für die Schule sehr
geeignet ist und vielfältig eingesetzt werden kann.
Es kann natürlich ganz "normal" als Hörbuch, das
sich die Kinder anhören können, verwendet werden.
Außerdem könnten Ausschnitte daraus mit
Hörübungen verbunden werden. Das Hörbuch
bietet meiner Meinung nach viele Schreibanlässe für
den Deutschunterricht, könnte aber auch in Musik,
Bildnerische Erziehung oder Sachunterricht für
verschiedene Themen verwendet werden.

Ich möchte mich hiermit auch bei allen
Mitwirkenden dafür bedanken, dass sie mir ihre
Stimmen für mein Hörbuch liehen!

https://drive.google.com/file/d/1zvcDg7wlO- Vor allem das erste Anhören des
aAlv6DSM2YNiMBBFpDfEpT/view fertigen Projektes war ein ganz
besonderer Moment.

72

Während des Arbeitens an meinem
Hörbuch verging die Zeit sehr schnell,
manchmal sogar zu schnell.

Die Recherche über die einzelnen
Länder war sehr interessant und war
eine gute Ablenkung in dieser, von
Corona und Lockdowns geprägten,
Zeit.

73

Shake it off Sophie Schlagenhaufen
with music
„Die Zeit ist schlecht?
Wohlan. Du bist da, sie
besser zu machen.“ –
Thomas Carlyle

Von Anfang an war mir klar, dass ich das gefragt sowie auch meine Begeisterung für die
Abschlussprojekt mit meiner Löwenklasse Musik. Angefangen mit dem Experimentieren
durchführen möchte. Der Bereich Musik war zudem unserer Körperinstrumente und den Bewegungen,
schon lange beschlossen, da ich Musikerin bin und die wir mit unserem Körper umsetzen können, bis
keinen Tag ohne Musik auskomme. Und diese Liebe hin zum Spielen von Instrumenten und Tanzen, in
zur Musik wollte ich meiner ersten Klasse vermitteln, unserem Musikunterricht war so ziemlich alles
denn Musik ist immer um uns und lässt uns auch dabei.
schwere Zeiten überstehen. Sie lässt die Zeit
manchmal einfach so an uns vorbeifliegen und Um euch zu zeigen, wie sehr wir die Musik lieben
zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht. Jeder von uns und wie sie uns hilft einfach schlechte Gedanken
kennt Alltagssituationen, welche von Musik abzuschütteln, habe ich einige Unterrichtseinheiten
begleitet werden, sei es beim Sport oder beim abgefilmt und passend zusammengeschnitten.
Kochen. Sie motiviert uns immer und stetig Doch um das Projekt richtig wirken zu lassen,
weiterzumachen, egal welche Herausforderungen musste der Videoschnitt und die Musik ebenfalls
vor uns stehen. das Gefühl vermitteln, dass die Zeit vergeht und
noch dazu manchmal schnell oder doch eher
Dieses Schuljahr wurden uns viele Steine in den langsam. Die richtigen Lieder zu finden, war für
Weg gelegt, vor allem für den Musikunterricht. Das mich kein Problem. Die Lieder beschreiben Themen
Singen war das ganze Wintersemester über nicht wie die Zeit, harte Zeiten, sich nicht unterkriegen
erlaubt und nun stellt sich die Frage, wie soll man lassen, einen Berg nach den anderen zu erklimmen
Kindern ohne Singen die Musik erleben lassen? und mehr, welche meiner Meinung nach perfekt zu
Somit war meine Kreativität als Musiklehrerin meinem Abschlussprojekt passen.

74

Shake it off with
music

Außerdem wollte ich so viele Musikstile wie möglich
miteinbeziehen sowie Lieder in deutscher und
englischer Sprache, damit die Löwenkinder diese
kennenlernen können.
Ich hoffe wir können euch mit diesem Video ein
Lächeln ins Gesicht zaubern und für kurze Zeit alle
Sorgen und Probleme vergessen lassen, so wie wir in
diesen Momenten. Die Musik ist eine Ressource, auf
die wir jederzeit zurückgreifen können und daran
möchten wir euch erinnern. Wenn alles drunter und
drüber geht, dann schalte Musik ein und „shake it off“!

https://www.dropbox.com/s/mrar8a82v21o75a/
L%C3%B6wenklasse_final.mp4?dl=0

75

Playlist: https://open.spotify.com/playlist/
5KcHWVclkHmSD2yvy21YrJ?
si=NbIBnai6RD2ud_VVAjyvYg%20%20%20%20%20%
20%20

76

Ringelspiel der Celina Cais
Jahreszeiten

Zeit mit etwas zu
verbringen, dass mir
Freude bereitet und
mich erfüllt.

Der Name meines Projektes lautet „Ringelspiel der so ihren Beitrag zum „Ringelspiel der Jahreszeiten“
Jahreszeiten“. Ziel meines Projektes ist, unter leisten und Teil des Projektes sein.
Berücksichtigung des Themas „Zeit“, das Jahr
visuell, taktil und olfaktorisch auf einem Drehteller Das „Ringelspiel der Jahreszeiten“ lässt an die
darzustellen und erfahrbar zu machen. Inspirationen Erfahrungswelt der Kinder anknüpfen und so können
habe ich bei der niederländischen Künstlerin Fotos von gemeinsamen Ausflügen,
Josephine Broekhuizen von Laine Maison gefunden, Urlaubserinnerungen der Kinder oder Fundstücke
die unter anderem Jahreszeitentische mit einfachen aus der Natur auf dem Drehteller, passend zur
und natürlichen Materialien entwirft und gestaltet. Jahreszeit, präsentiert werden.

Mein „Ringelspiel der Jahreszeiten“ besteht aus Eine kleine Glas-Phiole mit Verschluss lässt uns die
verschiedenen Ebenen und Symbolen, welche auf Jahreszeit durch aromatisierte Öle erfahrbar machen
die Grundplatte (den Drehteller) gesteckt oder und ein Reagenzglas bietet Platz für Schätze aus der
gelegt werden. Dadurch lässt sich der Drehteller je Natur, wie zum Beispiel ein Tannenzweig,
nach Jahreszeit immer wieder neugestalten. Bei getrocknete Gräser oder eine Blume aus dem
diesem Projekt arbeite ich fächerübergreifend: Holz, Schulgarten.
Malerei, Textiles Gestalten und Fotografie sind Teil
dieser Arbeit. Der Teller lässt sich auch besonders gut im Sitzkreis
anwenden. Hier kann man Gespräche zu den
Ich habe diese Arbeit für mich ausgewählt, weil ich Jahreszeiten und Jahresfesten führen und die
etwas schaffen wollte, dass sich in den Schulalltag Symbole des „Ringelspiels der Jahreszeiten“ in das
integrieren lässt. Neben den Jahreszeiten lassen sich Gespräch mit einfließen lassen. Durch die
auch andere Jahreskreisfeste damit gestalten. Die Drehfunktion hat jedes Kind die Möglichkeit, den
Symbole können stets erweitert werden und auch Teller mit seinen Gegenständen von all seinen Seiten
die Kinder können Teile davon kreativ herstellen und zu betrachten.

77

Ringelspiel der Jahreszeiten

Die Schritte der Herstellung des „Ringelspiel der
Jahreszeiten“:
Schritt 1: Skizzieren und sammeln von Ideen
Zu Beginn habe ich mir Gedanken zu unterschiedlichen
Aspekten gemacht und mir dabei folgende Fragen
gestellt:
• Wie soll der Drehteller aussehen?
• Wie sollen die einzelnen Elemente arrangiert
werden?
• Welche Techniken sollen angewandt und verwendet
werden?
• Wo sollen die Stecksymbole platziert werden?
• Welche Materialien möchte ich verwenden?
Schritt 2: Jahreszeiten in Farben
Als nächsten Schritt habe ich versucht jeder Jahreszeit
ein Farbschema zuzuordnen, dass meinen persönlichen
Vorstellungen entspricht.
Schritt 3: Umsetzung
Hierbei stand ganz oben auf meiner Liste:
Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren!
Die meisten Symbole meiner Arbeit bestehen aus Holz-
Perlen in verschiedenen Größen, welche ich bemalt
und durch textile Materialien ergänzt habe. Hier
arbeitete ich weniger nach Plan, sondern probierte aus,
verbesserte manch Überlegungen und lies meiner
Kreativität freien Lauf.
Meine Erkenntnis aus diesem Prozess war: Je weniger
du planst und versuchst einem Schema zu folgen,
umso mehr Ideen fliegen dir zu. Dies ist auch ein
Grund, weshalb es wenige Fotos von meinem direkten
Herstellungsprozess gibt. Denn die meisten der
Symbole entstanden überraschend und in einem
gewissen kreativen Flow, in dem ich mich nur auf die
Herstellung konzentrierte.

78

79

Schritt 4: Feinschliff
Abschließend wurden Löcher in den Drehteller und die
einzelnen Platten gebohrt. Auch ergänzte ich mein
Projekt mit dekorativen Elementen wie zum Beispiel den
selbst fotogarfierten Fotos, den Naturmaterialien und
den Duft-Phiolen.
Die Duftphiolen sind mit einem neutralen Öl gefüllt (in
meinem Fall Calendula-Öl) und ein paar Tropfen eines
Aromaöls:

Folgende Düfte eignen sich meiner Erfahrung nach
besonders gut:
Frühling: Bergamotte, Jasmin, Maiglöckchen
Sommer: Lavendel oder fruchtige Aromen
Herbst: Holznoten, Sandelholz, Tonkabohne
Winter: Zimt, Orange, Lebkuchen, Tanne

Ich empfand das Arbeiten am selbstgewählten
Projekt als Chance, sich bewusst für etwas Zeit zu
nehmen, abzuschalten und etwas Ruhe in die oft
sehr laute Welt hinein zubringen. Ich habe bereits
sehr früh mit der Herstellung meines Projektes
begonnen, weshalb mich dieses sehr lange
begleitet hat. Ich denke, man nimmt sich eben
besonders gerne Zeit für die Dinge, die einem
glücklich machen. Diese Erkenntnis beschreibt
vielleicht gut, mein persönliches Highlight des
Projekts: Zeit mit etwas zu verbringen, dass mir
Freude bereitet und mich erfüllt.

An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei
Frau Professor Görlitz bedanken, die mich in
meinem Tun stets unterstützt und bestärkt hat.
Auch möchte ich mich bei meiner Familie
bedanken, die mich mit positivem Feedback stets
motiviert.

80

Neuzeit in der Irem Gökce,
Steinzeit Zeynep Özdogan

Gegenüberstellung
von verschiedenen
Zeiten.

Beschreibung der Idee Feuer kannten die Menschen zunächst nur, wenn ein
Blitz einschlug und Bäume oder Gras entzündete.
„Was ist die Zeit?“- Mit dieser Frage begann unsere Wer nutze aber als erstes das Feuer für sich,
Suche nach der eigentlichen Definition des beziehungsweise wie können wir uns diesen
Zeitbegriffs. Im Grunde genommen ist es ein Moment vorstellen? Diese Frage stellten wir uns
Geheimnis, sie ist wesenlos und allmächtig: Wäre und sind dem nachgegangen – mit der
keine Zeit, wenn keine Bewegung wäre? Keine Gegenüberstellung zur heutigen Zeit. Nämlich,
Bewegung, wenn keine Zeit? Ist die Zeit eine heute ist das Erzeugen von Feuer eine
Funktion des Raumes? Oder umgekehrt? Auch Zeit Sekundenarbeit. Im Idealfall hat man ein Feuerzeug
ist relativ! Diese Aussage begegnet den Menschen dabei und zündet ihn an. Doch damals
immer wieder. All diese und ähnliche Fragen ließen wahrscheinlich, in dem Moment wo das Feuer erst
wir durch unseren Kopf gehen. entdeckt wurde, dauerte das Phänomen Stunden,
wenn nicht Tage. Diese Gegenüberstellung stellt
Viele Aspekte des Zeitbegriffs wurden bei der unsere erste Szene unseres Videoprojektes dar.
Festlegung unseres Projektes in Betracht gezogen:
Zeitempfindung, Zeitgeschichte, Zeitabschnitt, Eine Geschichte für Kinder.
Zeitwandel und schließlich auch den Wandel der
Veränderungen mit der Zeit. Veränderungen im
Alltag, in der Technik, in der Gesellschaft und auch
Veränderungen an und in den Menschen, die durch
die Zeit bedingt werden.
Und genau diese Veränderungen bzw. Neuerungen
werden in unserem Projekt thematisiert. Wir haben
uns auf die unterschiedliche Bewältigungsformen
des Alltags fokussiert. Konkret nahmen wir die
Steinzeit und die Neuzeit unter die Lupe. Leitfragen
waren dabei sehr hilfreich um Alltagssituationen
dieser Zeitabschnitte zu analysieren. Auf zwei
Kernfragen haben wir unser Projekt aufgebaut:

81

Neuzeit in der Steinzeit

Die zweite Szene setzt sich mit den Der nächste Schritt war die Entscheidung der
unterschiedlichen Umgangsweisen der Menschen Darstellungsform. Das Endprodukt sollte ein
mit Gefühlen auseinander. Gefühle sind seelische künstlerisches Video werden, dies war von Anfang
Empfindungen, konkreter formuliert individuelle an gewiss. Letztendlich haben wir uns für einen
Wahrnehmungen. Auf dasselbe Ereignis reagieren Trickfilm entschieden. Dabei haben wir die App
Menschen mit einer unterschiedlichen Bewertung. „Stop Motion Studio“ verwendet, in dem
An dieser Stelle verglichen wir die Vorgehensweise Bilderserien zu einem Video bearbeitet werden
eines Menschen jeweils aus der Steinzeit und aus können. Mit dieser Anwendung kann der gesamte
der Neuzeit. Wir untersuchten die unterschiedliche Produktionsprozess mit nur einem Gerät
Auffassung des Liebesgefühls. Wie reagieren die durchgeführt werden. Es wird lediglich ein Tablet
beiden Wesen aus unterschiedlichen oder Smartphone mit Kamerafunktion benötigt.
Zeitabschnitten auf ein solches starke Gefühl? Wie Mithilfe der App werden damit schließlich in einer
zeigt sich die Empfindung auf das Verhalten? Diese Sequenz Bilder aufgenommen und zu einem Clip
Fragen werden im zweiten Abschnitt des zusammengeführt. Darüber hinaus stellt die App
Videoprojektes erläutert. weitere Funktionen zur Verfügung, die für das
Erstellen von Trickfilmen nützlich sind, z. B.
Geleitet durch diese Fragen haben wir unser Tonaufnahmen oder eine Überblendung des
Projekt konkretisiert: Als Thema ziehen wir die vorherigen Bildes.
Gegenüberstellung der verschiedenen
Zeitabschnitte, nämlich der Steinzeit und der Für unseren Trickfilm nahmen wir Einzelbilder auf.
Neuzeit, heran. Warum wir uns genau für diese Durch das Verschieben der Materialien zwischen
Zeitalter entschlossen haben, liegt im den Aufnahmen entstand später im Film die
Hintergedanken, dass die gravierendsten Bewegung. Dafür sind handwerkliche und
Unterschiede zwischen dem Beginn und dem Jetzt technische Fähigkeiten und Fertigkeiten beim
stand der menschlichen Geschichte liegen. Kurz Umgang mit Materialien notwendig, die eine aktive
gefasst basiert unser Videoprojekt auf die Auseinandersetzung voraussetzen:
Grundfrage „In welchen Hinsichten hat sich unser Die Figuren und dazugehörigen Materialien haben
Alltag und unser Empfinden über die Zeit wir selbst auf ein Blatt gezeichnet und auf Karton
verändert?“. geklebt, damit sie stabiler sind. Die Stabilität war
ein wichtiger Faktor bei den Dreharbeiten. Den
Hintergrund und den Untergrund stellten wir aus

https://youtu.be/VOg9IHrPiD0 Die Zeit verging sehr schnell beim
Erstellen des Projektes, da wir
gemeinsam sehr viel Spaß hatten.
Außerdem haben wir uns gegenseitig
auf neue Ideen gebracht. Sowohl das
Vorbereiten als auch das Aufnehmen
82 hat sehr viel Zeit gekostet, obwohl

Buntpapier und bedrucktem Papier her. Beim in problematischen Alltagssituationen unterstützen
Aufnehmen haben wir eine dritte Person als kann. Diese Situationen sind sowohl für Alex, als
Kamerafrau gewählt, um selbst die Figuren auch für uns ZuschauerInnen, sehr leicht
bewegen zu können. bewältigbare Zustände. Jedoch für einen
Steinzeitmenschen, der erst recht mit diesen
Im nächsten Arbeitsschritt werden die Figuren Schwierigkeiten konfrontiert wird und noch
festgelegt. Die Entscheidung fiel wesentlicher unerfahren ist, sehr belastend.
schwieriger als die Themenfestlegung, denn unsere Warum wir uns genau für einen pubertierenden
Intention soll durch die Hauptcharaktere im Video Jungen entschieden haben ist einfach erklärt:
dem Publikum übertragen werden. Die Figuren Jugendliche heutzutage wachsen anders heran. Bei
sollen durch ihr Aussehen und durch ihre Gestalt ihnen stehen die eigenen Interessen und die
die Hauptidee den Zuschauern übertragen. Auch Entfaltung der Persönlichkeit im Vordergrund. In
die Gegenüberstellung der Zeitabschnitte soll jungen Jahren drückt sich das vor allem durch das
anhand der Figuren visualisiert werden. Somit äußere Erscheinungsbild, insbesondere die Wahl
beschlossen wir uns auf drei Hauptrollen in unserem der Kleidung, aus. Das lässt sich auch bei unserer
Trickfilm: Figur Alex ansehen: Er soll mit seiner Brille, Kappe
und mit seinem Kleidungsstil zwar gelassen, aber
UGU auch allwissend. Ein weiterer Grund für die Wahl
eines Teenagers sind die ausgezeichneten
Alle Menschen haben nahezu ähnliche technischen Fähigkeiten. Auch durch die
Vorstellungen, wie unsere Vorfahren in der Steinzeit zunehmende Digitalisierung des Alltags wissen die
gelebt haben. Die Bilder im Kopf jedenfalls sind da. Jugendliche heutzutage die einfachsten Wege zur
Denkt man an einen Steinzeitmann, so fallen einem Bewältigung der herausforderndsten Situationen.
bewaffnete Jäger ein, die Stellen am Körper mit Die Figur Alex steht im Grunde genommen als ein
Tierfell umhüllen und, dem Zeitalter entsprechend, Symbol für die Weiterentwicklungen,
ein ungepflegtes, behaartes Äußeres aufzeigen. Veränderungen und Erleichterungen über die
Ugu soll genau diesen typischen Vorstellungen Zeiten.
entsprechen. Er ist ein gebauter, starker Mann mit
einem Vollbart und trägt einen Kleidungsstück aus TAGA
Tierfell. Dieser Mann wird im Laufe der Handlung
für ihn schwierigen Situationen gegenübergestellt. Denkt man an das Frauenbild in der Steinzeit, so
Im Konkreten geht es um seine Verhaltensweise, die erscheinen im Kopf Bilder vom zottigen Äußeren,
im Gegensatz zu Menschen aus der Neuzeit, sehr natürlich den damaligen Gegebenheiten
unerfahren und verloren ist. entsprechend. Taga spielt eine typische Frau aus
der Steinzeit. Sie scheint in der zweiten Szene auf
ALEX und veranlasst Ugu neue Gefühle und Emotionen zu
entdecken. Sie tritt mit einem Rock aus Tierfell und
Alex ist ein pubertierender Jugendlicher aus der einem Oberteil aus Blättern auf.
Gegenwart. Die Rolle von diesem Jungen ist es,
immer in der Steinzeit zu erscheinen, wenn Ugu mit Alle drei Figuren übertragen in der Folge der
der Herausforderung überwältigt ist und keinen Szenen den Zuschauerinnen und Zuschauer die
Ausweg mehr findet. An diesen Momenten schickt Geschichte und die eigentliche Absicht dahinter auf
eine äußere Hand Alex in die Szene, damit er Ugu einer lustigen und amüsanten Art und Weise.

83

Die Handlung erzählt lebendig von Ugu, der in nicht, wie und warum dies geschehen ist. Der
Situationen gerät, mit denen er alleine nicht klar Junge ist schockiert und schaut sich um, wo er
kommt. Eine äußere Hand schickt in diese Szenen gelandet ist.
einen Jugendlichen namens Alex aus der Neuzeit in
die Vergangenheit, dass er Ugu bei der
Problemlösung hilft. In jeder Szene hat Alex eine
neue Mission, nämlich Ugu bei problematischen
Alltagssituationen zu unterstützen oder ihm
leichtere Wege zu zeigen. Thematisiert werden die
Veränderungen im Verhalten der Menschen und die
technischen Erneuerungen. Diese können im
Folgenden aus dem Drehbuch entnommen werden:

1.Szene Ugu ist ebenfalls überrascht, aber lässt sich von
seiner Arbeit nicht ablenken. Statt seine Hände zu
Es ist Winter. Die Wetterverhältnisse entsprechen reiben, beginnt er die Äste aneinander zu reiben,
der Jahreszeit: kalt, eisig und windig. Ugu sitzt sodass die Reibung Wärme erzeugt. Ewig
einsam in seiner dunklen Höhle. Vor der eisigen experimentiert er rum, er reibt immer schneller und
Kälte reibt er schon die Hände. Wegen dem schneller. Ugu ist durch die anstrengende Arbeit
schnellen Reiben bekommt er rote Hände, aber das außer Atem, erschöpft und rot im Gesicht.
stört ihn nicht, denn durch das Reiben entsteht
Wärme und das wärmt ihn etwas auf. Das Reiben
und die Erwärmung der Hände bringen ihn auf eine
ultimative Idee.

Ugu rennt aus der Höhle, schnappt sich Zweige und Alex versucht zu verstehen, was Ugu mit den Ästen
Äste aus der Umgebung, und eilt wieder zurück in macht. Er schaut ihm aus vielen Perspektiven zu,
seine Schutzzone. Wie aus dem nichts erscheint aber er versteht Ugus Absicht nicht. Dann wird ihm
Alex in der Höhle. Alex ist ein Jugendlicher, trägt mit seiner Sommerkleidung kalt und der Junge
modische sommerliche Kleidung dem kommt auf eine super Idee! Er könnte Ugus Äste
21.Jahrhundert entsprechend, Kopfhörer und eine mit einem Feuerzeug anzünden und Feuer
umgedrehte Kappe. Er wurde aus der Neuzeit in erzeugen. Somit kann er sich aufwärmen. Dann
die Steinzeit geschickt. Jedoch versteht er noch greift er in seine Hosentasche und entdeckt einen
Zettel. Nun hält er in der Hand eine Notiz: „Du bist
der Auserwählte!“. Alex ist entsetzt. Was meinte die
Notiz jetzt. Was für Auserwählte? Er denkt nur mehr
an die Wärme, die durch das Feuer erzeugt wird.

84

Beide Figuren starren sich mit offenem Mund an. 2.Szene
Denn auch Ugu ist verwirrt wegen Alex und seiner
komischen Art. Ugu befindet sich im Wald. Es ist Frühling. Überall
blühen Blumen. Die Blätter sind grün. Das Wetter
Einige Zeit später…. ist sehr angenehm. Der Mann hat kein Essen mehr,
deswegen muss er heute jagen gehen. Dafür ist der
Ugu ist erschöpft und will nicht mehr länge die Äste Wald der perfekte Ort, denn im Wald findet Ugu
aneinander reiben. Die Äste liegen am Boden. immer Nahrung.
Plötzlich steht Alex auf und nimmt sein Feuerzeug
aus der Hosentasche und zündet die Äste an. Ein Alex wird vom Himmel in den Wald geworfen.
Feuerzeug hat er in der Hosentasche, weil er aus Dabei bleibt er am Ast hängen und ist schockiert.
der Neuzeit kommt und öfters ein Feuerzeug Der Junge bemerkt, dass Ugu auch dort ist und
verwendet. Alex ist nicht mehr kalt und wärmt sich beobachtet ihn, da er ihn nun vom letzten Mal
mit dem Feuer auf. kennt.

Dagegen ist Ugu schockiert und hat Angst vor der Gut ausgestattet sucht Ugu nach seiner heutigen
roten Lichtquelle. Er hat noch nie so etwas Beute. Plötzlich hört er ein Geräusch aus einem
Leuchtendes gesehen. Vor Furcht läuft er zu der Gebüsch. Er sieht ein Fell und lacht ganz
hintersten Ecke, hält sich an der Höhlenwand fest hinterlistig. Endlich hat er eine Beute gefunden.
und seine Beine zittern. Könnte Alex zaubern? Wie
konnte er das schaffen? Wie ist das möglich? Diese
und viele weitere Fragen gehen durch seinen Kopf.

Alex begreift Ugus Verhalten nicht. Er ruft Ugu zu Sofort schießt er den Pfeil zum Tier und rennt zum
sich und zeigt auf das Feuer. Der Junge will dem Gebüsch. Er geht zum Gebüsch und das Tier steht
Mann zeigen, dass das Feuer ihn erwärmt und, dass auf. Was ist das? Es ist kein Tier! Diesmal spürt er
er keine Angst davor haben soll. Ugu wagt die kein Knurren im Magen, sondern Schmetterlinge.
Schritte zu Alex, er setzt sich zu ihm und macht die Sein Herz rast. Ein kalter Schauer lief ihm über den
Bewegungen von Alex nach. Alex hält seine Hände Rücken. Er kann nicht aufhören sie anzustarren und
zirka 30 bis 40 Zentimeter vor dem Feuer, um sich hüpft vor Aufregung herum. Eins ist gewiss: Die
aufzuwärmen. Ugu spürt die Wärme, er kann es Beute ist eine Frau! Die Frau hat einen Pfeil am Arm
zwar nicht fassen, aber sie tut ihm gut. Beide von Ugu bekommen…
lachen.

85

Ugu und Taga halten Händchen und gehen mit
dem Baum Hand in Hand aus der Szene. Alex
verabschiedet sich durch eine Lichtquelle von der
Szene. Seine Mission ist erfüllt. Ugu hat seine
Gefühle und den Umgang mit einer Frau
kennengelernt.

Taga, die Frau, hat einen Rock aus Fell und ein
Oberteil aus Blättern an. Sie steht auf und versucht
die Sache zu verstehen. Wieso wurde ich
angeschossen? Was macht dieser Mann da? Wieso
hüpft er so herum und schaut mich so an? Diese
Gedanken hat Taga in ihrem Kopf. Ugu lässt sie
nicht los und rennt ihr hinterher.

Alex kann seinen Augen nicht glauben! Was macht
Ugu da? Plötzlich fällt er vom Ast herab. Alex greift
in seine Hosentasche und entdeckt wieder einen
Zettel. In der Notiz steht: „Deine Mission.“ Nun ist
Alex erfahrener und versteht die Sache. Er muss
Ugu den Umgang mit Gefühlen und Frauen zeigen!

Ugu greift wie ein wildes Tier nach Taga. Alex steht
auf, holt eine Blume, schenkt sie ihr und wirft einen
Blick auf Ugu nach dem Motto „So behandelt man
Frauen“. Taga ist beeindruckt. Noch nie hat ihr
jemand eine Blume geschenkt. Sie lächelt Alex an.

Ugu ist eifersüchtig und will eine größere Blume
schenken. Er entdeckt einen riesigen Baum und
denkt sich, dass diese Pflanze viel größer ist und
Taga viel glücklicher damit wäre. Sofort reißt er den
Baum mit seinen Wurzeln aus dem Boden und
rennt zu Taga. Taga ist nicht nur beeindruckt,
sondern auch fasziniert. Eine größere Pflanze! Wie
Romantik kann man noch sein? Er hat für sie einen
Baum gerissen, statt einer kleinen Blume.

86

Die Epochen der Katharina und
Mode Sophie Barwa

Während dem
Probieren der
Kostüme verging die
Zeit wahnsinnig
schnell.

Die Epochen der Mode https://youtu.be/CNY7BYFnjFE

Das Thema Mode hatte für uns zwei Schwestern immer
schon eine große Bedeutung. In eine andere Welt
einzutauchen und verschiedene Rollen einzunehmen ist
etwas einzigartiges. Natürlich nicht nur mit Kostümen,
sondern auch im Alltag mit verschiedenen Style
Richtungen wird ein anderes Bild von sich selbst
präsentiert. Um das Thema Mode mit dem Thema Zeit
zu verbinden entschieden wir uns ein paar Epochen
auszusuchen und dazu die passende Mode zu finden
und zu probieren. Leider war dies während Corona
schwerer als gedacht aber wir haben das Beste daraus
gemacht. Für die kommenden Epochen haben wir uns
schlussendlich entschieden.

Antikes Griechenland - 1600 v. Chr. Bis 27 v. Chr.

Im antiken Griechenland wurde, um den Körper zu
bedecken häufig ein rechteckiges Stück Stoff
verwendet. Die meisten Stoffe waren weich fließende
Materialien und die Unterwäsche wurde meistens
weggelassen, da Natürlichkeit im Vordergrund stand.

Frauen haben ihre Haare meist gelockt getragen und
mit Bändern befestigt oder hatten eine Melonenfrisur.
Sie trugen ein Gewand mit dem Namen Peplos,

87

Die Epochen der Mode

welches aus einem Vorder- und Rückteil bestand und Beim Schneiden des Videos hat es
an der Taille eng geschnürt wurde. sich allerdings so angefühlt, als wäre
die Zeit stehen geblieben, obwohl wir
Männer trugen eigentlich immer Bärte und eine Frisur viel gelernt und uns mit neuen
mit mittellanges bis kurzes Haar. Das Gewand der Programmen beschäftigt haben.
Männer bestand ebenfalls aus zwei Teilen. Das
Oberkleid des Outfits oder auch der Umhang heißt
Himation und das Unterkleid heißt Chiton. Es gab
auch ein langer Chiton, welches allerdings meistens
von Dichtern getragen wurde (Fecher, 2020).

Römisches Reich – 27 v. Chr. Bis 395

Im Römischen Reich wurde sich bei der Mode sehr
stark an dem antiken Griechenland orientiert.
Allerdings haben sich die Leute im römischen Reich
nicht so freizügig gekleidet im Vergleich zu den
Griechen. Allerdings trugen sie auch farbiges Gewand
um haben sich dieses auch selbst genäht. Durch das
Nähen der Kleidung entstand die sogenannte Tunika.
Männliche Bürger, die sich als würdevoll sahen trugen
eine Toga. Das Gewand der Frauen hieß Stola und
zusätzlich mussten sie eine Kopfbedeckung tragen.
Unter der Kopfbedeckung wurden die meist blonden
Haare versteckt, die entweder gefärbt waren und aus
einer Perücke bestanden (Fecher, 20

Mittelalter - 1000 - 15.Jhd.

Das Mittelalter war eine etwas unangenehmere Zeit.
Auch wenn diese Zeit durch die Ritter geprägt wurde
und sich die Verhaltensweise und Werte daraus
ableiteten, waren die meisten Menschen Bauern und
waren der Arbeit auf dem Feld verschrieben.

Frauen hatten zu dieser Zeit allerdings eine geistig
und sozial wichtige Rolle, da der Ritter ihnen gedient
haben. Frauen waren zu dieser Zeit meist reizvoll
angezogen und trugen meist ein enges Oberteil, was
die Oberweite betonen soll und einen weiteren Rock.
Unverheiratete Frauen kennzeichneten sich durch
einen Haarreifen und lange lockige Haare. Bei

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verheirateten Frauen war es genau anders, da sie ein
Kopftuch, auch Gebende genannt, trugen.

Das Gewand der Männer war dem der der Frauen
teilweise ähnlich, außer bei Ritterturnieren, bei denen
sie einen dick gepolsterten Kittel und darüber einen
Harnisch trugen. Wenn Männer nicht gerade in einem
Ritterturnier um ihr Leben kämpften, trugen sie eine
Tunika. Viele der großartigen Stoffe bekamen die
Römer aus dem Orient und konnten sie in
Konstantinopel ersteigern, welches zu dieser Zeit ein
großes Handelszentrum gewesen ist (Fecher, 2020).

Barock: 1600 bis 1720

Im Barock kam es zu Veränderungen in der
Bevölkerung. Der Dreißigjährigen Krieg war ein
einschneidendes Ereignis und das Verhalten und die
Reaktionen der Bevölkerung spalteten sich in viele
unterschiedliche Richtungen. Die zwei größten
Strömungen waren jene, die sich dem christlichen
Glauben zuwandten und die andere Seite
konzentrierte sich auf materielle Genüsse, wodurch ein
enormer Drang entstand sich möglichst prunkvoll
darzustellen. Kein Wunder, dass sich die Mode auch
dementsprechend veränderte und der Barock von
verzierter, prachtvollen Kleidung und Perücken und
ausladenden Röcken gezeichnet war (Pohl, 2017).

Viele Leute lebten nach einem neuen „Motto“:

„Carpe diem“

„Carpe diem“ ist lateinisch und heißt so viel wie
„Nutze den Tag“. Die Menschen im Barock lebten im
17. Jahrhundert nach diesem Gefühl und trugen es
auch nach außen (Pohl, 2017).

„Memento mori“

Ein weiterer Ausdruck, der jedem bestimmt schon
einmal untergekommen ist, ist „Memento mori“. Es
zeigte sich nicht nur in der Literatur, sondern die
Bedeutung „Bedenke, dass du sterben wirst“ fand
auch in dem Lebensalltag der Menschen Bedeutung
(Pohl, 2017).

Aber nun zu der Mode: Frauen trugen zu dieser Zeit
bis zu 12 Unterröcke und Hüftpolster. Der obere Rock
des Gewandes wurde hochgebunden und die
Unterröcke wurden hochgerafft. Die Frisur lehnte sich

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an diesen Stil an, da die hinteren Haare hochgesteckt
wurden und vorne wurden sie hängen gelassen.
Häufig wurde dies mit auffälligen Perücken
nachgestellt (Fecher, 2020).
Um das Gewand der Männer mit wenigen Worten zu
beschreiben, müssen nur die 3 Musketiere vorgestellt
werden. Sehr interessant bei der Kopfbedeckung war,
dass mit Federn auf dem Hut die Stimmung
dargestellt wurde. Die Männer probierten sich
möglichst breit darzustellen und dies durch eine nach
oben gerutschter Taille zu betonen (Fecher, 2020).

Romantik/Realismus: Ende des 18. bis Mitte des 19.
Jahrhunderts
Während der Romantik war die Literatur von Fantasie
und Traumwelten geprägt und die Menschen zogen
sich auch dorthin zurück. Dort wurde die Bedeutung
des Individuums und des Subjektiven sehr in den
Vordergrund gestellt und Gefühle und Emotionen
rücken in den Vordergrund. Es ging weniger um
wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern vielmehr um
subjektive Wahrnehmungen (Pohl, 2017).
Das Erscheinungsbild dieser beiden Epochen ist sich
sehr ähnlich, weshalb sie zusammen in eine Epoche
geteilt wurde. Die Mode der Frauen war von
hängenden Schultern und großen Ärmeln der Kleider
geprägt. Es wurden meistens die Farben grün und
braun getragen und die Haare wurden zu
Pfeifenlocken geformt und später wurden die Frisuren
zu Türmen frisiert und mit hohen Schleifen und
Zöpfen dekoriert.
Männer trugen meistens einen Gehrock und einen
hohen Zylinder. Das Erscheinungsbild war feminin und
wurde durch geschwungene Halstücher und
Rüschenhemden betont (Fecher, 2020).

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20er Jahre

Die Mode der Zwanziger Jahre waren von dem 1.
Weltkrieg geprägt. Genauer gesagt von der
Nachkriegszeit und der Freude, dass der Krieg ein
Ende gefunden hat. Dementsprechend wurde diese
Modeepoche auch als die „Roaring Twenties“
genannt. Besonders bekannt in der Frauenmode
waren die sogenannten Charleston Kleider gestylt mit
auffälligen Stirnbändern und natürlicher der neuen
Lebensfreude. In der Männermode war der Dandy.
Männer trugen Freizeitanzüge oder Polos (Schneider,
2012).

80er Jahre

Die 80er Jahre sind als Zeitalter der Modesünden in
die Geschichte eingegangen. Dieses Jahrzehnt war
von schriller, bunter Kleidung, sowie Netzhemden
geprägt. Ebenfalls durfte eine Levis Jean in keinem
Kleiderschrank fehlen. Die Popper und Rocker waren
durch Polos und aufgestellte Kragen kaum zu
übersehene und wurden meistens mit Tennissocken
bei beiden Geschlechtern gestylt (Bürklin).

Literaturverzeichnis

Bürklin, M. (kein Datum). Was war wann? Von Die Mode der 80er
Jahre Outfit - Jeans und bequeme Ergänzungen: https://www.was-
war-wann.de/mode/mode_der_80er_jahre.html abgerufen

Fecher, S. (27. 10 2020). Kostümgeschichten. Abgerufen am Jänner
2021 von Antike und Altertum: https://
www.kostuemgeschichten.de/

Pohl, W. (2017). Pohlw. Abgerufen am Dezember 2020 von Barock
Literaturepoche Merkmale, Autoren & Werke: https://
www.pohlw.de/

Schneider, D. (2012). Mode der 20er Jahre. Von Die Mode der
1920er Jahre: http://www.20er-mode.com/ abgerufen

Abbildungen für Montage Hintergrund: (Folgeseite) 3: https://pixabay.com/de/photos/burg-england-mittelalter-
fort-5171756/
1: https://pixabay.com/de/photos/akropolis-athen-griechenland-
antike-2725910 4: https://pixabay.com/de/illustrations/ballsaal-royal-
majest%C3%A4tischen-2177977/ 
2: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Nimes-
Les_Arenes_zweite_H%C3%A4lfte_1Jh.n.Chr-131mLang-101mBreit- 5: https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalmuseum_Breslau
60Arkadenb%C3%B6gen-
eines_der_noch_am_besten_erhaltenen_Amphitheater_der_r%C3% 6: https://nat.museum-digital.de/singleimage.php?imagenr=95214 
B6mischen_Welt.JPG
7: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Metropol

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Die Zeit ist
kein Geld.
Aber den
einen nimmt das
Geld die Zeit und
den anderen die
Zeit das Geld.

(Ron Kritzfeld)

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96

Die Sensibilität
der Dinge ist
eben durch nichts
zu ersetzen. Trotz
einer gewissen
Dynamik, die ich
von Haus aus
mitbringe,

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brauche ich, um
die
schöpferischen
Prozesse
durchzustehen,
Zeit, eine gewisse
Zeit…

(Hermann Schwahn)

98

Institut für Elementar- und Primarbildung
(IEP) PH Wien

Gestaltung: Dr. Wolfgang Weinlich

Lehrende WS2020/21:
Mag. Christine Batik
Mag. Susanne Frantal
Mag. Ursula Görlitz

Februar 2021

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