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Published by storm, 2019-10-18 14:19:42

PsypresseAusgabe 2019

PsypresseAusgabe 2019

Ausgabe 2019

Kostenlos mitnehmen

Ein Projekt der Gruppe

Zukunftswege

Gesundheit aus der stellt sich vor
Apotheke Gottes

Wie bekommt man einen Pflegegrad?

Assistenzhundschule Nord

Sucht und Emotionale Gewalt
Depression

ukunftswege

Inhalt

Vorstellung..................................................... Seite 1
Die „AWO“...................................................... Seite 2 -3
Nachhaltigkeit................................................. Seite 4
Wie bekommt man einen Pflegegrad?........... Seite 5
Emotionale Gewalt......................................... Seite 6- 7
Assistenzhund „Lady“..................................... Seite 8- 11
Assistenzhundeschule Nord........................... Seite 12 - 15
Gesundheit aus der Apotheke Gottes............ Seite 16
Anna gehorcht................................................ Seite 17 - 21
Sexueller Missbrauch/ Misshandlung............ Seite 22 - 23
Was bedeutet „Skills“?................................... Seite 24
Bulimie/ Ess-Brechsucht................................ Seite 25 - 26
Opferentschädigung - eine Farce?................ Seite 27 - 28
Nachkriegskinder........................................... Seite 29 - 30
Sucht und Depression................................... Seite 31 -32
Selbsthilfegruppe „Zukunftswege“ ................ Seite 33
Selbsthilfegruppe „Gleichklang“.................... Seite 34
Brigitte antwortet........................................... Seite 36

IMPRESSUM: Zukunftswege
Angelika Storm
Querstraße 6
21502 Geesthacht
Tel: 04152/ 837280-0

Wir stellen uns vor:

Wir sind eine Gruppe von Frauen und Männer, die im Leben
emotionale, sexuelle und/oder körperliche Gewalt erfahren haben. Es
geht uns nicht darum zu jammern und alle Details breitzutreten – es
geht uns darum, Menschen zu unterstützen, denen gleiches
widerfahren ist.

Oft wissen Angehörige nicht, was sie tun können, um ihren Lieben zu
helfen. Auch für diese möchten wir unterstützend da sein.
So ist auch der Name „Zukunftswege“ entstanden. Wir wollen eine
Zukunft mit Lebensqualität und wünschen uns, dass wir mit unseren
Artikeln Anregung und Ideen für eine bessere Zukunft bieten können.

Wir freuen uns über jede Person, die sich mit guten Ideen redaktionell
beteiligt. Es kann anonym oder auch namentlich – wenn gewünscht
mit Foto in unsere Zeitung erscheinen.

Wer dabei sein möchte melde sich bei Angelika Storm.
Tel. 04152 / 837280-0
Mail [email protected]

Wie

die Psypresse

entstand

Die Psypresse hat ihren Ursprung in der Tagesklinik
Schwarzenbek. Damals hieß die Zeitung „Der Seelenbote“ Ab
2016 übernahm der Verein Psychische Selbsthilfe die Zeitung
und nannte sie Psypresse.

Ende 2018 schloss der Verein Psychische Selbsthilfe ihre
Pforten und die Gruppe Zukunftswege hat sich bereit erklärt, die
Psypresse fortzuführen.

-1-

Arbeiterwohlfahrt

Die AWO gliedert sich in 30 Bezirks- und Landesverbände, 411 Kreisverbände
und 3.514 Ortsvereine. Die AWO wird bundesweit getragen von 333.000
Mitgliedern, 66.000 ehrenamtlichen Mitarbeitenden und 212.000 hauptamtlichen
Mitarbeitern. Die AWO unterhält in allen Bundesländern über 13.000
Einrichtungen und Dienste/Dienstleistungen, darunter:

Heime inkl. Wohngemeinschaften, Tagesstätten, etwa für Kinder und
Jugendliche und für alte Menschen, dabei etwa 2.300 Kindertagesstätten
deutschlandweit Auskunfts- und Beratungsstellen, z.B. für Alte, Arbeitslose,
Familien, Schwangere, Behinderte, Jugendliche, Ausländer, ambulante Dienste
insgesamt, darunter sozialpflegerische Dienste, Beratungsstellen
unterschiedlichster Art, einschl. Geschäftsstellen, Tages- und Werkstätten für
Arbeitslose, Werkstätten aller Art.

Die AWO ist Trägerin von über 2.100 Heimen, darunter:
● Altenheime, Altenpflegeheime, Altenwohnheime, Tagespflegeheime
● Heime/Wohngemeinschaften für Behinderte/psychisch Kranke
● Wohnheime für Aussiedler und Ausländer
● Heime/Wohngemeinschaften für Kinder und Jugendliche
● Aus-, Fort- und Weiterbildungsstätten
● Einrichtungen der Gesundheitshilfe wie z.B. Erholungs- und Kurheime
● Frauenhäuser

Im Rahmen der AWO sind zudem über 3.500 Selbsthilfe-, Helfer- und andere
Gruppen Bürgerschaftlichen Engagements tätig, darunter:
● in Altenclubs, Seniorengruppen
● in der Jugendhilfe/Jugendarbeit
● für chronisch Kranke und Behinderte
● gesundheitliche Selbsthilfe- und Kontaktgruppen
● Freiwilligenagenturen/-büros
● Helfergruppen für Menschen in besonderen Notlagen (etwa Arbeitslosen-

Selbsthilfe, Frauen-Selbsthilfe)
● in der Familienhilfe

Über 800 selbstständige Einrichtungen, Initiativen und Organisationen haben
sich der AWO auf allen Ebenen als korporative Mitglieder angeschlossen.

-2-

Lauenburg

Das AWO Wohn- und Ich sprach mit Claudia Löding, die sich
Servicezentrum Lauenburg bietet sehr engagiert im Bereich der
ein vielfältiges Angebot an Quartiersentwicklung in Lauenburg
pflegerischen Leistungen. Von der einbringt.
ambulanten Pflege über Ein Quartier ist das Wohnumfeld von
Tagespflege mit der Möglichkeit Menschen, zum Beispiel der Stadtteil,
des privaten Wohnens bis zum das Dorf oder ein bestimmtes Gebiet, zu
Lebensende bis zur stationären dem dort lebende Menschen sich
Pflege in kleinen Wohngruppen zugehörig fühlen und in dem sie ihren
von bis zu 10 Bewohnern. Auch Alltag leben. Quartiersentwicklung meint
bei schwerster Krankheit und in aus Sicht der AWO Pflege vor allem
der Sterbephase ist das Wohnen altersgerechte Quartiersentwicklung.
in den eigenen vier Wänden Dies bedeutet, ein Quartier so
gewährleistet. Wir bieten Ihnen weiterzuentwickeln, dass es älteren und
Sicherheit im Alltag und schnelle anderen unterstützungsbedürftigen
Hilfe in Notsituationen – rund um Menschen ermöglicht wird, so lange wie
die Uhr. möglich und gut versorgt in ihrem
gewohnten Umfeld leben zu können.
Dafür bedarf es der Konzeption von
Angeboten und Strukturen zusammen
mit der Kommune und anderen Akteuren
im Quartier sowie unter Beteiligung der
Bürger *innen.
Zum Beispiel gibt es am am 16.11.19 16
Uhr einen Kranich-Diavortrag und am
21.11.19 von 15 – 17 Uhr ein Mensch-
Ärgere-Dich-nicht-Turnier. Ihre vielen
Aktivitäten können wir hier nicht alle
unterbringen. Also schaut gerne auf die
Homepage und informiert Euch:
www.awo-pflege-sh.de/

Bericht von Magret Warnecke

Kontakt:
Büchener Weg 8a
21481 Lauenburg/Elbe
Telefon: 04153 5972-0
[email protected]

-3-

BuenidFWaceerbt oeoskzguedfuruncdkeenn: Nachhaltigkeit

Ich bin Jahrgang 56 und muss mir heute
anhören, wir ruinieren der Jugend das
Leben.

Ich muss Euch enttäuschen, denn in
meiner Jugend wurde nachhaltig gelebt.
Strümpfe und Strumpfhosen wurden
gestopft. An Pullover wurden längere
Bündchen gestrickt. Hosen wurden mit
bunten Borten verlängert. Zum Einkaufen
und zur Schule musste ich mehrere
Kilometer zu Fuß laufen, transportiert
wurden die Einkäufe in einem Netz.

Wenn Kleidung nicht mehr brauchbar war, wurden alle noch verwertbaren
Dinge wie Knöpfe oder Reißverschlüsse abgetrennt und der Rest für Flicken
oder als Putzlappen genutzt. Geschenkpapier wurde vorsichtig geöffnet um es
wieder zu verwenden.

Wir sammelten Altpapier und Flaschen mit der Schule und halfen bei der
Kartoffelernte. Ich könnte noch mehr dieser Art der Nachhaltigkeit aufzählen,
stattdessen muss man sich von Rotzlöffeln die sich mit dem SUV zu Schule
kutschieren lassen, alleine wahrscheinlich einen 20 mal höheren
Stromverbrauch haben als wir in unserer gesamten Jugend, sagen lassen, wir
ruinieren Ihr Leben. Wir hatten keine elektronischen Spiele, unser WhatsApp
waren Zettel unter der Bank in der Schule verteilt, wir verabredeten uns
mündlich, Telefon gab es keins - das war für Notfälle gedacht.

Diese dämlichen Gören wollen mir etwas über Umweltschutz erzählen, werfen
ihre Kleidung nach zweimal tragen weg, produzieren Müll ohne Ende,
verbrauchen seltene Erden und müssen immer die neuesten Geräte besitzen.
Auf euren Demos lasst Ihr EUREN Müll von Euren erwachsenen Sklaven
wegräumen und am Wochenende geht es zum nächsten Open Air Konzert zum
Koma-Saufen, auch euer Koma-Saufen gab es früher nicht.

So und wenn ihr dann einmal so nachhaltig lebt wie meine Generation gelebt
hat, dann dürft IHR gerne streiken.

-4-

Wie bekommt man einen

Pflegegrad?

Ziel der Pflegeversicherungen ist es, allen

pflegebedürftigen Personen mit körperlichen und
psychischen Einschränkungen durch umfangreiche
Leistungen gerecht zu werden.

Wie bekommt man einen Pflegegrad?

Zunächst müssen Versicherte bei ihrer Krankenkasse einen allgemeinen Antrag
auf Pflegegrad stellen. Im Allgemeinen reicht ein Telefonat und die Kasse schickt
Unterlagen zu, die ausgefüllt werden müssen. Um bestimmte Leistungen zu
erhalten, kommt der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) und
prüft ob bzw. in welchem Pflegegrad der Patient eingestuft wird.

Für jeden der sechs Pflegegrade Module vergeben die Gutachter je nach dem
Grad der Selbstständigkeit Punkte, die gewichtet und aufaddiert werden und
sodann die Zuweisung eines Pflegegrads ermöglichen. Für jeden Pflegegrad ist
eine Spanne an Punkten definiert. Dabei gilt: Je höher die Punktzahl ist, desto
höher ist die Beeinträchtigung und der entsprechende Pflegegrad.

Für den Pflegegrad berücksichtigen Gutachter des MDK in der Regel nur
Antragsteller, die 2017 erstmals einen Pflegegrad beantragen, in folgenden
sechs Bereichen:

→ Mobilität:
Wie selbstständig kann der Begutachtete z. B. noch Treppen steigen oder sich
selbstständig umsetzen.

→ Kognitive und kommunikative Fähigkeiten:
Wie findet sich der Betroffene z. B. in seinem Alltag örtlich und zeitlich zurecht?
Kann er noch selbst Entscheidungen treffen?

→ Verhaltensweisen und psychische Problemlagen:
Ist der Antragsteller z. B. nachts unruhig? Zeigen sich bei ihm motorisch geprägte
Verhaltensauffälligkeiten?

→ Selbstversorgung:
Wie selbstständig ist der Antragsteller noch in Bezug auf Körperpflege, dem An-
und Auskleiden und der Zubereitung von Essen und Trinken?

Hat man schon einen Pflegegrad und der Gesundheitszustand hat sich
verschlechtert, kann man bei der Pflegekasse anrufen und um eine Einschätzung
des MDK bitten.

-5-

Emotionale Gewalt hat mich krank gemacht

Magrets Lebensgeschichte

Seit über 30 Jahren leide ich an Epilepsie.
Ich musste feststellen, dass viele Außenstehende
Überhaupt nicht wissen, wie sie reagieren sollen,wenn
man einen epileptischen Anfall bekommt.
Denn es gibt auch vielerlei Arten von Epilepsieanfällen.
Als es bei mir anfing, hatte ich den ganz großen Anfall.

Das war der sogenannte "Grandmal"= die Phase mit
Bewusstlosigkeit und plötzlich eintretende Versteifungen
aller Muskeln. Später bekam ich zerebrale Anfälle, die aber nicht immer mit
Muskelzuckungen sind.Was auch Gift für einen Epileptiker ist: aufflackerndes
Licht (in Disco oder Konzerten) Auch Alkohol, Stress und Aufregungen können
Anfälle auslösen.

Ich habe einen guten Neurologen und bin mit meinen Tabletten gut eingestellt.
Jedoch es kann immer wieder vorkommen, dass man trotz allem noch einen
Anfall bekommt – leider.
Wenn ein Epileptiker auf der Straße krampft, ist es am besten gleich einen
Krankenwaren zu rufen, denn die Sanitäter wissen was zu tun ist.

Epilepsie ist eine Fehlfunktion des Gehirns. Im früheren Jahrhundert nannte man
es Fallsucht und heute auch manchmal zerebrales Anfallsleiden oder zerebrales
Krampfleiden. Es ist eine neurologische Erkrankung mit einem äußerst
vielfältigem Erscheinungsbild.

Es gibt verschiedene Epilepsieformen:
a) Generalisierte Epilepsieanfälle -
hier erfassen die Anfälle das gesamte Hirn (Grand mal)
b) Fokale Epilepsieanfälle -
hier beschränken sich die Anfälle auf ein begrenztes Hirnareal.
Auch Babys und Kinder können schon Epilepsie haben – leider.

Tiefergehende Informationen gibt es bei der Deutschen Epilepsievereinigung
(www.epilepsie-vereinigung.de)
Informationen für Kinder gibt es beim Bundeselternverband Geschäftsstelle in
Wuppertal https://www.epilepsie-elternverband.de/home/

Ich habe die Epilepsie durch eine unglückliche Ehe bekommen. Über viele Jahre
war ich psychischer Gewalt ausgesetzt. Erst als meine Ehe zu Ende war, konnte
ich nach längerer Zeit und mit Hilfe toller Menschen wieder ein lebenswertes
Leben führen. Heute geht es mir sehr gut!

Artikel von Magret Warnecke

-6-

Emotionale Gewalt

unterschätzt – nicht anerkannt

Emotionale Gewalt ist heimtückisch. Körperliche Gewalt ist eindeutig,
psychische Gewalt ist es nicht, niemand sieht die Verletzungen. Psychische
Gewalt wird verdeckt ausgeübt. Die Täter manipulieren, handeln offen oder
passiv-aggressiv.

Nur wenige Frauen werden von ihrem Partner in der Öffentlichkeit beleidigt und
vor Zeugen abgewertet, fertiggemacht oder tyrannisiert.

Wer psychische Gewalt ausübt, geht meist strategisch vor. Die Partnerin erkennt
zu spät, dass Sie Opfer häuslicher Gewalt ist. Meist dauert es Jahre, bis die
Betroffenen begreifen, dass ein Großteil ihres Leidens durch das feindselige
Verhalten des Menschen verursacht wird, der vorgibt, sie zu lieben.

Psychische Gewalt ist ein feindseliger Angriff auf das Denken, die Psyche, die
Wahrnehmung und das Sein des Opfers. Je länger man dieser Gewalt
ausgesetzt ist, desto größer werden die Selbstzweifel: Botschaften und
Verhalten des Täters führen dazu, dass Betroffene an der eigenen
Wahrnehmung und dem eigenen Verstand zweifeln. Es gehört zur Strategie des
„Partners“, dem Opfer einzureden, dass die Grausamkeiten verdient, dass es an
ihr liegt; dass die Beziehung ihretwegen in der Schieflage ist und es daher auch
ihre alleinige Verantwortung ist, dass die Partnerschaft für ihn
zufriedenstellender und befriedigender läuft. Dann – und nur dann – könnte er
sie anders behandeln. SIE muss ihr Verhalten verändern. Es gehört zur
Strategie des „Partners“, ihr das Gefühl zu vermitteln, sie sei schuld daran, dass
er sie so behandelt, wie er es tut: sein Verhalten sei nur eine Reaktion auf IHRE
(fehlerhafte) Person.

Quelle: www.re-empowerment.de

Dieser Artikel bezieht sich
auf emotionale Gewalt, die
Männer Frauen antun.
Jedoch gibt es auch
Frauen, die emotionale
Gewalt ausüben. Ob an
ihren Partnern, Kindern
oder Freunden.

-7-

Assistenzhund

„Lady“

Hallo, ich bin eine schwarze Labrador-Retriver-

Hündin. Mein Frauchen heißt Angelika und hat

mich im Mai 1918 adoptiert. Ich soll ein
Assistenzhund werden und wir spielen ganz viel

schöne Sachen. Mal darf ich eine Leckerlitasche

suchen oder den Ball zurückbringen und wenn

Frauchen Sitz sagt, setze ich mich hin, sagt
Frauchen Platz, dann lege ich mich hin. Dann gibt

es immer ein Leckerli – das macht so viel Spaß.

Wenn mein Frauchen mich mit der Pfeife ruft, rase
ich ganz schnell zu ihr, denn dann gibt es

Leberwurst – und die ist sooo lecker. Frauchen

sagt, es gibt nur Freiheit für Hunde, wenn sie
gehorchen. Und ich darf oft frei durch den Wald

laufen, weil ich so gut gehorche. Wenn wir bei REWE gemeinsam

einkaufen, riecht es überall so lecker. Aber

ich darf nicht dabei gehen. Wenn ich es
gut mache, bekomme ich wieder Leckerli.

An der Kasse setz ich mich hin und warte

bis die Menschen vor uns bezahlt haben.

Dann gehen wir ein Stück weiter und ich
muss mich wieder hinsetzen, damit

Frauchen bezahlen kann und wieder geht

es weiter und wieder setz ich mich hin, bis
Frauchen alles in der Tasche verstaut hat.

Mach ich es gut, lobt Frauchen mich und

sagt; “Fein“ und gibt mir wieder ein
Leckerli. Das freut mich und ich mache

deswegen gerne mit.

-8-

Unterwegs treffen wir manchmal andere Hunde. Ich möchte sooo gerne mit
denen spielen. Manchmal darf ich einen anderen Hund beschnüffeln aber
meistens muss ich mit Frauchen weiter gehen. Wenn ich das gut mache
bekomme ich wieder ein Leckerli; wenn ich es ganz toll mache, gibt es sogar
manchmal Leberwurst.
Es gibt aber auch Hunde, mit denen wir gemeinsam gehen und dann dürfen
wir spielen und toben.

Ich liebe Wasser. Manchmal fahren wir
an die Elbe und ich darf dort
schwimmen und tauchen. Im
Lauenburger Schwimmbad dürfen
Hunde einmal im Jahr toben und
schwimmen. Das macht ganz viel
Spaß. Auch wenn die Enkel von
meinem Frauchen da sind, spielen und
toben wir im Wasser.

-9-

Auto fahren macht mir viel
Spaß und ich schaue gerne
hinaus. Frauchen sagt, ich
sabber immer alles voll.
Aber wenn es so interessant
ist läuft mir einfach der
Speichel.

Fahrstuhl fahren ist ein bisschen komisch, aber
wenn ich mit will, dann gehört das eben dazu.

Manchmal untersuchen mich die Enkel von
meinem Frauchen. Schauen sich meine Zähle
an, zählen, wie viel Krallen ich habe und
schauen sich alles ganz genau an. Na gut, dann
halte ich still und lasse sie machen.

Wenn wir dann
gemeinsam in
der Sandkiste
buddeln, macht
das auch wieder
viel Spaß.

Sehr gerne schaue ich mir den Hundetrainer
Rütter im Fernsehen an. Frauchen und ich
schauen gerne, was der so an Tipps gibt.

- 10 -

Ganz oft muss ich schauen, was draußen so los ist. Mal aus dem
Wohnzimmerfenster aber auch aus dem Schlafzimmerfenster. Ich
muss ja wissen, wer draußen so vorbei geht.

Sehr gerne helfe ich beim Ein Tier aber kann ich nicht leiden. Es ist
Betten beziehen. rot, hat einen langen Schlauch und
brummt ganz furchtbar. Mit dem kämpfe
ich und schimpfe, wenn es mir in die
Quere kommt.

- 11 -

Assistenzhundeschule Nord

Stellt sich vor:

Assistenzhundeschule Nord
Dorfstrasse 26 - 21514 Langenlehsten DE
Tel.: +49 4155 1229221 (auch per Whatsapp)
Fax: +49 4155 120 89 80 1

Sollte ihr Anliegen keinen Aufschub dulden so können Sie
uns über

folgende Mobilfunknummer erreichen:

Mobil: +49 1579 2316203
E-Mail: [email protected]

- 12 -

Assistenzhundeschule Nord

In der Assistenzhundeschule-Nord besteht die Möglichkeit, alle Formen der
Therapiehunde auszubilden. Weiterhin wird mit zwei dafür geeigneten
Therapiehunden, Therapiebegleitung und Besuchsdienst angeboten. In der
Therapie arbeiten wir auch mit Großtieren (Esel, Kühe, Schafe) sowie
Kleintieren und Geflügel.

Unter dem Begriff Therapiehund,
fassen wir drei unterschiedlich Therapiehundetypen zusammen:

Besuchshunde:

Diese Hunde kennt man im Allgemeinen als
„Therapiehunde“. Besuchshunde werden häufig von
ehrenamtlich arbeitenden Personen geführt, um soziale
Kontakte von alten, kranken und pflegebedürftigen
Menschen zu fördern und zu erhalten. Sie arbeiten nicht
im therapeutischen Sinne, sondern auf sozialer Ebene.

Dieser wird gezielt in einer tiergestützten medizinischen Therapie-
Behandlung (beispielsweise im Rahmen einer begleithunde
Psychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Sprach-
Sprechtherapie oder Heilpädagogik) eingesetzt. Er ist
abzugrenzen vom Assistenzhund, der als ständiger
Begleithund für Menschen mit körperlichen oder
geistigen Einschränkungen ausgebildet und eingesetzt
ist. Diese Hunde werden immer zusammen mit ihrem
Hundeführer eingesetzt und leben nicht mit dem
Therapeuten zusammen. Dies verhindert eine
Überlastung des Hundes, da gerade diese Einsatzart
sehr anstrengend für die Hunde ist.

Diese Hunde leben fest in einer Stationär
Einrichtung, wie z.B. einer Schule, Büro, arbeitender
Klinik, Praxis o.Ä. und sind dort ständig Sozialhund
anwesend. Oft schafft die Klinikleitung
oder eine dazu geeignete Pflegekraft den
Hund an.

- 13 -

Assistenzhundeschule Nord

Die Bezeichnung Assistenzhund ist ein internationaler Überbegriff für einen
Hund, der sich bei Nachweis der erforderlichen Gesundheit und seiner
wesensmässigen Eignung sowie nach Absolvierung einer speziellen
Ausbildung – vor allem im Hinblick auf Sozial- und Umweltverhalten,
Unterordnung und spezifische Hilfeleistungen – zur Unterstützung eines
Menschen mit Behinderung eignet.

Assistenzhunde helfen ihren Hundehaltern aktiv und selbstbestimmt am Leben
teil zu haben. Leider gibt es in Deutschland noch keine gesetzliche Regelung
was die Ausbildung solcher Hunde betrifft. Wir sind der Auffassung das ein so
anspruchsvoller Einsatz auch eine anspruchsvolle Ausbildung verlangt.

Es gibt verschiedene Arten von Assistenzhunden z.B.:

Blindenführhund
Ersetzt einem sehbehinderten Menschen sein
Augenlicht.
Der Hund hilft dem Menschen bei der
Orientierung ausserhalb der Wohnung, schützt
ihn vor Hindernissen und ist im ein treuer
Begleiter.

Signalhund
zeigt seinem schwerhörigen oder gehörlosen
Menschen Geräusche in seiner Umgebung an.

LPF-Assistenzhund
(LPF = Lebenspraktische Fähigkeiten)
hilft Menschen, die in der Mobilität eingeschränkt sind
(Rollstuhl, Krücken etc.). LPF-Assistenzhunde werden
z.B. ausgebildet für Menschen mit Multipler Sklerose,
Lähmungen, Wirbelsäulenverletzungen, Unfallfolgen etc.

- 14 -

Assistenzhundeschule Nord

Mobilitätsassistenzhund
hilft Menschen, die nicht zwingend auf ein
Hilfsmittel angewiesen sind, aber trotzdem
Geheinschränkungen haben (z.B. nach Hirnschlag,
Unfall etc.). Sie verbessern mittels speziellem
Geschirr Standfestigkeit und Gleichgewicht und
verhindern Stürze.

Medizinische Signalhunde
(z.B. bei Diabetes, Epilepsie, Asthma etc.)
warnen vor lebensgefährlichen Zuständen und
verhelfen zu mehr Sicherheit und
Selbstständigkeit. Durch die Möglichkeit,
frühzeitig einen sicheren Ort aufzusuchen oder
ein Medikament einzunehmen, retten sie Leben
oder verhindern Verletzungen.

Psychosoziale Assistenzhunde
Psychosoziale Assistenzhunde geben
ihrem Halter Stabilität und Sicherheit
im Alltag und Hoffnung auf eine
Zukunft und ein selbstbestimmtes
Leben. Sie werden bei Kindern und
Erwachsenen eingesetzt mit
Autismus-Spektrum-Ströungen,
Angststörungen, Depressionen,
Persönlichkeitsstörungen,
Essstörungen, Traumafolgestörungen
und weiteren Erkrankungen.

- 15 -

Gesundheit aus der Apotheke GOTTES

Die österreichische Kräuterheilkundige Maria Treben führte die Tradition
Sebastian Kneipps fort und entwickelte viele Rezepturen gegen Krankheiten aller
Art. Dafür verwendete sie zahlreiche Kräuter, die sie den einzelnen Leiden
zuordnete. Maria Treben Rezepte zur Schlaganfall Vorbeugung enthalten
beispielsweise Kräuter wie Baldrian, Gänsefingerkraut, Lavendel, Majoran,
Melisse, Rosmarin oder Engelwurz. Auch die heilsame Wirkung des Beinwell
nutzte die Kräuterfrau für viele Zwecke, vor allem bei Beschwerden im Bereich
der Gelenke.

Maria Treben Rezepte, die bei Diabetes helfen sollen,
enthalten Bohnenschalen, Heidelbeere, Knoblauch
oder auch Goldenes Fingerkraut. Den Ehrenpreis
verwendete sie unter anderem zur Stärkung des
Gedächtnisses oder auch bei Gemütsleiden. Maria
Treben Rezepte gegen Verstopfung enthalten Feigen,
Pflaumen oder Leinsamen. Auch die Ringelblume
kommt im reichhaltigen Kräuterschatz der Maria Treben
vor und wird von ihr unter anderem bei Hautleiden
empfohlen.
Die Walnuss wird in Trebens Kräuterbüchern ebenfalls
vielfach empfohlen, unter anderem als Wirkstoff gegen
Beschwerden mit der Haut oder der Verdauung.

Viele Maria Treben Rezepte enthalten auch die Goldrute, vor allem, wenn es um
Darm und Nieren geht. Den Bockshornklee führt sie als heilsam bei Leiden rund
um die Knochen auf. Bei Beschwerden mit der Bauchspeicheldrüse oder dem
Blinddarm verwendete sie die Brombeere als Heilkraut. Maria Treben Rezepte
mit Schöllkraut werden unter anderem bei Beschwerden mit Haut und Haaren
empfohlen. Auch den Frauenmantel setzte sie bei vielen unterschiedlichen
Beschwerden ein, unter anderem im Bereich von Gebärmutter und Blase.

DIE SCHWEDENKRÄUTER VON MARIA TREBEN

Besonders für ihre Mixturen mit Auch für den Schwedenkräuter-ansatz
Schwedenkräutern sind die Maria sind Maria Trebens Rezepte die Basis.
Treben Rezepte bekannt. Mit dieser Kräutermischung kann man
Ein Wahlspruch der Kräuterfrau sich selbst ein Kräuter-Elixier
lautete: Was bitter ist im Mund, ist ansetzen. Für den heilsamen
innerlich gesund. Aus elf Kräutern Schwedenbitter verwendete Treben
bereitete sie daher den alkoholischen Aloe, Naturkampfer, Myrrhe, Safran,
Schwedentropfen zu. Der berühmte Sennesblätter, Bibernelle,
Schwedentropfen kann aber auch Rhabarberwurzel, Zitwerwurzel,
ohne Alkohol hergestellt werden. Manna, Eberwurz und Angelika-
Stets jedoch mit der Original-Rezeptur wurzel. Die Aloe kann alternativ durch
nach Maria Treben und heilsamen Enzianwurzel oder Wermutpulver
Ingredienzien aus elf Kräutern. ersetzt werden.

- 16 -

Anna Am Stadtrand in einem hübschen
Reihenhaus wohnten Anna, Olaf, ihr
gehorcht... Bruder, und ihre Eltern. Annas Mama
arbeitete als Köchin in einem
Restaurant. Annas Papa war in einer
Bank angestellt. Anna hatte Glück,
denn sie wuchs in einer sehr netten
Familie auf. Alle Nachbarn und
Freunde mochten Anna und ihre
Familie sehr gerne. Anna hörte das
Knarren der Holztreppe.

Den Schritt kannte sie. Es war Papa, Am nächsten Morgen wachte Anna
der kam. Das war schön. Papa war mit ihrem Teddy Brummi im Arm auf.
immer lieb. Er erklärte ihr viel und sie „Na, Brummi, bist Du schon wach?“
hatte ihn lieb. Mama hatte sie auch
lieb aber Mama war etwas „Brumm.“ Anna stand auf und ging
schwieriger. Anna schaute auf die sich waschen. Brummi schaute zu.
Kinderzimmertür. Langsam ging sie Feiertag! Anna brauchte sich noch
auf. „Na mein Mädchen, warum sitzt
Du denn nicht mehr bei uns in der nicht anzuziehen. Unten in der
Stube? Mama sagte, dass ich mal Wohnküche klapperte Mama mit dem
nach Dir schauen soll.“ Anna sah Frühstückgeschirr. Es roch schon so
ihren Vater stumm an. „Komm zu richtig gut. Papa stand immer erst
auf, wenn Mama das Frühstück fertig
mir.“ Anna gehorchte. Papa legte den hatte. Anna ging hinunter in die
Arm um seine Tochter. „Warum bist Küche, trat zu Mama und gab ihr
Du so steif, ich tue Dir doch nichts. einen Kuss „Guten Morgen Mama.“
„Guten Morgen, hast Du Dich
Komm, gib mir einen Kuss.“ Anna gewaschen?“ „Ja, und Brummi ist
gab ihrem Papa einen schnellen auch sauber.“ Geh doch bitte Papa
Kuss. „Das war doch kein Kuss. Geht wecken, ich mache Olaf eben fertig

das auch ordentlich? Komm, ich und dann können wir frühstücken.“
zeige Dir, wie es geht. Ob du das Sie ging in ihrem rosa spitzen-
heute oder später lernst, ist doch besetzem Nachthemd nach oben ins

egal.“ Anna verstand nicht. Aber Schlafzimmer um Papa zu wecken.
Papa zog seine Tochter ganz nahe Papa war schon wach. „Komm zu mir
zu sich heran, legte seinen Mund auf ins Bett, wir kuscheln noch ein

Annas Mund. Anna biss die Zähne bisschen.“ Anna kroch zu Papa ins
zusammen aber die Zunge war Bett, wie sie es schon oft getan hatte.
stärker. Oh, welch ein Entsetzen! Papa streichelte Anna über den

Was tat Papa da? Aber schon war es Bauch und über die Brust. Sie mochte
vorüber. Papa ging und Anna dachte das gar nicht haben aber sie hielt still,
nicht mehr darüber nach. Es ist doch denn wenn Papa schimpfte, was sehr

alles richtig was die Erwachsenen selten vorkam, war sie immer sehr
machen, auch wenn es manchmal traurig.
nicht so schön ist. Außerdem soll “Kommt ihr beiden Langschläfer, “ rief

Anna immer gehorchen und das hat Mama von unten.
sie getan.

- 17 -

Später saßen alle gemütlich am Möchtest Du, dass Mama und ich
Frühstückstisch. Olaf panschte mit uns trennen?“ „Nein“, das wollte
seinem Plastiklöffel im Brei herum Anna nicht. „Also, wir verstehen
und Anna musste lachen. uns?“ Anna nickte und Papa ging
Es war ein richtig schöner Sonntag- wieder nach unten. „Brummi, Papa
morgen. Nach dem Frühstück wollte ist so anders geworden. Ich habe
Anna wieder nach oben ins Angst. Ich weiß nicht was ich tun
Kinderzimmer um mit Brummi zu soll.“ „Brumm.“
spielen. Anna hörte, wie unten in
der Küche Mama zu Papa sagte: Am nächsten Morgen dachte Anna
“Das Kind geht viel zu wenig hinaus nicht mehr an das vergangene
zum Spielen. Geh du doch mal nach Wochenende. Sie musste sich
oben und rede mit ihr. Du kannst beeilen, denn um 9 Uhr wollte sie
doch in letzter Zeit so gut mit ihr los. Sie hatte sich mit ihrer Freundin
umgehen.“ Silke verabredet. Es war alles wie
In Anna verschwand alle Freude immer. Eigentlich kann doch gar
und Weichheit. Der Körper wurde nichts passiert sein.
steif, die Augen groß und starr. Sie Anna verdrängte alle störenden
wusste, was es hieß. Mit Papa Gedanken und schob diese ganz
reden! In fliegender Eile zog sie sich nach hinten in ihrem Gedächtnis.
an. Hemd und Schlüpfer hatte sie Jedoch Silvester wurde alles noch
schon geschafft, da stand Papa in schlimmer als je zuvor. Mama
der Tür. „Mama hat gesagt, dass ich arbeitete in einem Restaurant. Sie
ein bisschen mit Dir reden soll.“ hatte, wie schon öfter, Spätschicht.
Papa setzte sich auf Annas Bett. Papa hatte Olaf um 19 Uhr in sein
„Komm her zu mir.“ Anna ging zu Gitterbettchen gebracht. Olaf durfte
Papa. Er zog sie auf seinen Schoß. Mitternacht aufstehen um das
„Du weißt doch, dass ich Dich Feuerwerk zu sehen. Als Olaf
liebhabe, stimmt’s?“ Anna nickte. schlief, ging Papa zu einem
Sie hatte einen dicken Kloß im Hals. Nachbarn.
Oh, sie schämte sich ja so. Aber Anna und ihr Bruder waren allein zu
was sollte sie denn machen, es ist Hause. Anna kannte das schon,
doch Papa. Dann fing er so komisch fand es aber schade, dass Mama
an zu stöhnen und rieb mit seiner gerade Silvester arbeiten musste.
Hose an Anna, die noch immer Jedoch um 22 Uhr hatte Mama
stocksteif auf Papas Schoß saß. Feierabend, also konnte man sich
Papa gab Anna noch einen Kuss, noch ein Frohes Neues Jahr
dann war es vorbei. „Weißt du wünschen.
Anna, ich habe dich sehr lieb und
möchte dich nicht verlieren“, sagte
Papa. Anna nickte, verstand aber
nicht so recht, was das sollte.
„Wenn Du das, was eben passiert
ist Mama sagst, dann wird Mama
ganz böse mit mir. Es kann sogar
passieren, dass Mama nichts mehr
mit mir zu tun haben möchte.

- 18 -

Anna kuschelte sich mit Brummi in Als später alle zusammen in der
den großen Sessel im Wohnzimmer Stube saßen, dachte Anna, dass
zusammen und ließ sich vom sie wohl schlecht geträumt hätte.
Silvester-Fernsehprogramm Es konnte doch eigentlich gar nicht
berieseln. Plötzlich klappte die wahr sein. Papa war zu Mama
Haustür. Anna horchte auf. Ob ganz lieb. Er holte ihr ein Sektglas.
Mama doch früher gekommen ist? In „Na Anna, möchtest du auch ein
der Stubentür aber stand Papa. Er Glas Sekt?“ Anna nickte. Olaf, den
schwankte etwas. „Hallo, mein Mama eben aus dem Bett geholt
kleines Mädchen. Ich dachte mir, hatte, quengelte ein bisschen. Er
dass ich ein bisschen bei Dir bleibe.“ war es nicht gewöhnt mitten in der
Papa ließ sich schwer atmend auf Nacht aufzustehen. Dann war es
das Sofa fallen. „Komm doch zu mir, endlich Mitternacht. Alle prosteten
ich möchte ein bisschen mit Dir sich zu. „Auf ein schönes Neues
schmusen.“ Gehorsam und ergeben Jahr“ sagte Papa und prostete
stand Anna auf und ging zu Papa. Mama und Anna zu.
Papa zog Anna ganz dicht zu sich Beide prosteten zurück. Olaf durfte
heran und küsste sie, wie schon mit seinem Saftglas mitmachen.
einmal. Dabei zog er Anna und Dann zogen sich alle warm an und
danach sich aus. Er legte sich auf es ging nach draußen, denn jetzt
den Rücken und zog Anna über sich. kam das Schönste vom Abend.
Anna war stocksteif aber sie dachte Mama half Olaf die Wunderkerzen
nicht daran sich zu wehren. Zu sehr anzuzünden. Papa steckte große
hatte man ihr das Gehorchen Raketen in leere Sektflaschen.
beigebracht. „So, mein kleines Anna schmiss ihre Knallkörper auf
Mädchen, nun ziehe Dich schnell die Straße. Von allen Seiten
wieder an, damit Mama nichts wünschten die Nachbarn ein
merkt.“ Anna gehorchte. Zitternd zog Frohes Neues Jahr.
sie sich an. Papa und Mama riefen fröhlich
ihre Neujahrswünsche zurück.
„Weißt Du, Mama mag nicht so
gerne, wenn ich mit ihr schlafe. Aber
als Mann braucht man das ab und
zu. Verstehst Du das?“ Anna nickte
und dachte ‘arme Mama, dass die
sich so etwas gefallen lassen muss.’
„Sollte Mama erfahren, was wir beide
hier gemacht haben, steckt sie Dich
bestimmt ins Heim.
Aber Mama erfährt nichts, stimmt’s?“
Anna nickte und rannte nach oben
ins Badezimmer und wusch und
wusch sich, als könne man alles
auch das schlechte Gewissen
wegwaschen.

- 19 -

Später im Bett redete Anna noch ein Ursprünglich wollte Anna zum
bisschen mit Brummi. „Weißt Du Gymnasium. Jedoch waren ihre
Brummi, das Leben ist furchtbar. Am Noten in dem letzten Jahr so
liebsten wäre ich tot. Mama hat mich schlecht geworden, dass sie so
jetzt schon nicht mehr lieb, und wenn gerade in der Hauptschule bleiben
sie erst einmal weiß was geschehen konnte.
ist, dann steckt sie mich bestimmt in
ein Heim.“ „Brumm.“ „Du verstehst Mama schimpfte in letzter Zeit sehr
mich, gute Nacht mein Brummi.“ viel mit ihr. „Anna Du bist stinkfaul.
„Brumm.“ Dumm bist du nicht, das wissen wir.
Nun setz dich endlich auf dem
Der Januar fing mit Schneeregen an. Hosenboden und lerne!“ Anna
Anna zog sich von ihren Freunden wollte auch lernen, aber es ging
zurück und dachte ‘wenn die nicht. Sie konnte sich einfach nicht
wüssten. konzentrieren. Kurz vor ihrem 13.
Geburtstag bekam Anna einen
Das Jahr verlief beinahe wie jedes Riesenschrecken. Sie hatte Blut in
Jahr. Jedoch fast unmerklich ging in ihrem Schlüpfer. Mit Mama konnte
Anna eine Veränderung vor. Anna sie nicht reden, denn Anna ahnte
hatte nicht mehr soviel Lust mit ihren woher das Unglück kam. Als Papa
Freunden zu spielen. abends kam, nahm sie allen Mut
Am liebsten war sie alleine zu Hause zusammen und sagte ihm das.
in ihrem Zimmer. Aber das war oft Papa lachte und sagte: „Mein
unangenehm, denn so ab und zu kleines Mädchen wird eine Frau.“
kam Papa. Zum 12. Geburtstag Anna nickte, aber sie freute sich
bekam Anna ein Kleid. So richtig überhaupt nicht.
freuen konnte sie sich nicht darüber,
denn Anna mochte keine Kleider. Anna nahm Brummi in den Arm.
Wenn sie ein Kleid trug, mochte „Weißt Du Brummi, ich will gar keine
Papa sie noch mehr leiden und das Frau sein. Wenn ich mir vorstellte,
wollte sie nicht. dass sich alle Frauen so etwas von
den Männern gefallen lassen
müssen, finde ich das entsetzlich.

Anna wurde 15. Nun hatte sie schon
regelmäßig ihre Menstruation. Auch
einen BH musste sie tragen, da ihre
Brüste beträchtlich gewachsen
waren. Wenn Anna in den Spiegel
sah, fand sie sich furchtbar. Nein,
sie mochte sich nicht leiden. Der Po
war zu rund, die Brüste zu groß.
Ach, sie fand sich so hässlich. „Was
meinst Du Brummi, wenn ich ein
paar Kilo abnehme, dann sehe ich
vielleicht besser aus?“ „Brumm“

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„Ach Du lieber dummer Teddybär. „Komm“, sagte Papa, „gib mir einen
Ich weiß gar nicht warum ich mit Dir Kuss, dann darfst Du nächste
rede. Du hast ja keine Ahnung.“ Woche wieder los.“ Anna gab ihm
„Brumm.“ einen Kuss und wollte endlich ins
Bett. Jedoch Papa hielt sie fest und
Anna reduzierte ihre Mahlzeiten. drängte sie auf das Bett. Anna ließ
„Mädchen, Du wirst ja immer sich stocksteif alles gefallen. Wie
dünner. Nun iss mal ordentlich, immer.30°C im Schatten. Anna
sonst sieht man gar nicht mehr, rekelte sich auf der Terrasse in
dass Du eine Frau wirst.“ Papa einem Sonnenstuhl.
machte sich ernsthaft Sorgen. Das
tat irgendwie gut. Auch Mama Inzwischen war Anna fast 17 Jahre
schimpfte sorgenvoll: „Anna, Du bist alt, sah aber aus als wäre sie noch
nicht zu dick, das bildest Du dir nur 13. Anna hatte sich nämlich so
ein. schlank gehungert, dass kein Po
mehr vorstand und kein Busen mehr
Komm, ich fülle Dir noch etwas auf.“ zu sehen war. Sie hatte es sogar
„Na gut, wenn ihr es nicht anders geschafft, dass diese lästige
haben wollt.“ Anna gehorchte und Menstruation verschwand. Obwohl
aß alles brav auf. Später auf dem es Anna manchmal sehr schlecht
Klo spuckte sie alles wieder aus und ging, ihr wurde schwindelig oder in
war mit sich zufrieden. „He Brummi, den Ohren sauste es, der Darm
wieder ein Kilo weg. blähte sich auf und schmerzte, war
sie mit sich zufrieden.
Früher waren die Frauen dicker, das
neue Figurgefühl schnallen meine 18 wurde Anna nicht mehr. Der Arzt
Eltern nicht. Eines Abends kam sie sagte, sie hätte erst Magersucht
wieder zu spät nach Hause. Sie ging und dann Bulimie gehabt; es wäre
sofort in ihr Zimmer, denn sie hatte Wasser in ihr Herz gelangt, daran
keine Lust mit ihren Eltern zu wäre sie gestorben.
diskutieren. Jedoch kam Papa in ihr
Zimmer um mit ihr zu reden. „So Ob Papa weiß, woran sie wirklich
geht es nicht weiter. starb?

Du kannst Dich nicht nächtelang
herumtreiben. Irgendwann kommst
Du mit einem Kind nach Hause.
Was sollen dann die Nachbarn
denken.“ Anna hätte beinahe
gelacht. Die Nachbarn! Wenn die
wüssten, was sich hier im Hause tat
- was würden die dann denken? „Du
hast erst mal 14 Tage Hausarrest,
dann kannst Du dir ja überlegen, wie
es in Zukunft weitergehen soll.“
Anna nickte. Sie war müde und
wollte schlafen.

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Sexueller Missbrauch
und

Sexuelle Misshandlung

Sexueller Missbrauch:

Die Einbeziehung von
Kindern und Jugendlichen
in Sexualaktivitäten,
deren Funktion und
Tragweite sie nicht
überschauen können.

Es kommt zu Gewaltanwendung Sexueller
und zur Herbeiführung sexuellen Missbrauch
Aktivitäten gegen den Willen des
Kindes.

Die Täter sind häufig im näheren
Bekanntenkreis und sozialen
Umfeld des betroffenen Kindes
zu finden. Inzest (Ausübung des
Geschlechtsverkehrs zwischen
Familienangehörigen) ist eine
häufige Form des sexuellen
Misshandlung.

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UnabhäsnegxiugeellKeonmKminidsessiomniszKsuobrsrAtaeuunflcoahsrsbmeiittnuenhgmen

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen
Kindesmissbrauchs untersucht sämtliche Formen von
sexuellem Kindesmissbrauch in Deutschland. Darunter
fällt zum Beispiel Missbrauch in Institutionen, in Familien,
im sozialen Umfeld, durch Fremdtäter oder im Rahmen
von organisierter sexueller Ausbeutung.
Die Kommission soll Strukturen aufdecken, die sexuelle
Gewalt in der Kindheit und Jugend ermöglicht haben und
herausf ni den, warum Aufarbeitung in der Vergangenheit
verhindert wurde. Dabei wird die Kommission vor allem
Menschen anhören, die in ihrer Kindheit von sexuellem
Missbrauch betroffen waren und somit die Möglichkeit
schaffen, auch verjährtes Unrecht mitzuteilen.
www.aufarbeitungskommission.de/ Tel: 0800 40 300 40

Ein Projekt der
Gruppe

Zukunftswege

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Was bedeutet

Skills?

"Skills" heißt übersetzt: Fähigkeiten.

Wenn wir von Skills in der Therapie bei psychisch Kranken
sprechen, meinen wir Fähigkeiten/Fertigkeiten, die dazu dienen,
mit Gefühlen, Stimmungen oder Erinnerungen wie auch im Alltag
ganz allgemein besser umzugehen.

Dazu gehören :

handlungsbezogene und gedankenbezogene Skills z.B.

● das bewusste Ändern von Gedanken
● sinnesbezogene Skills
● körperbezogene Skills
● sensomotorische Skills
● Interaktionsfertigkeiten zwischen zwei Personen

Das Üben mit Skills dient dazu, sich konstruktiv andere
Reaktionsmöglichkeiten zu erarbeiten oder diese zu erweitern.

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Was ist Bulimie
bzw. Ess-Brechsucht?

Die Ess-Brech-Sucht
(Bulimia nervosa) ist eine Essstörung mit
wiederholten anfallartigen Heißhunger-
attacken, bei denen in kurzer Zeit große
Mengen meist besonders fett- und
zuckerreicher Lebensmitteln zugeführt
werden.

Anschließend versuchen die Patienten sich der aufgenommenen
Nahrung durch spezielle, der Gewichtszunahme entgegen-
steuernde Maßnahmen wieder zu entledigen – am häufigsten
durch selbst ausgelöstes Erbrechen.

Auch Fasten, exzessive Die Bulimia nervosa ist eine ernsthafte
körperliche Betätigung und der psychische Störung und wird in vielen
Missbrauch von Abführmitteln, Fällen von zum Teil schwerwiegenden
Diuretika (Arzneimittel zur anderen psychischen Störungen - wie z. B.
Ausschwemmung von Wasser) Angststörungen, affektiven Störungen,
und anderen Medikamenten (z.B. Persönlichkeitsstörungen, Belastungs-
Schilddrüsenhormonen) können störungen, Sucht oder ADHS-begleitet. Sie
als Gegenmaßnahmen zur entwickelt sich oft als Folgeerkrankung
Gewichtszunahme ergriffen einer Magersucht (Anorexia nervosa).
werden. In der Regel versuchen
Betroffene ihre Essattacken und Essstörungen treten vornehmlich bei
das anschließende, provozierte jüngeren Frauen auf, wobei die Häufigkeit
Erbrechen zu verheimlichen. der Bulimie bei weiblichen Jugendlichen
Eine gestörte Wahrnehmung und und jungen Frauen im Alter von 15-25
eine überwertige Beschäftigung Jahren auf zwei Prozent geschätzt wird –
mit der eigenen Figur und des also doppelt so häufig wie das Auftreten
Gewichts ist - wie bei der von Magersucht in derselben
Magersucht (Anorexia nervosa)- Altersgruppe.
auch bei Bulimie ein wesentliches
Merkmal. Betroffene empfinden Die Bulimia nervosa tritt meist in der
sich häufig als zu dick, obwohl sie fortgeschrittenen Adoleszenz und im
in der Regel normalgewichtig jungen Erwachsenenalter erstmals auf (mit
sind. Fast immer geht einer einem Häufigkeitsgipfel zwischen 16-19
Bulimie eine Diät voraus. Jahren), während die Anorexia nervosa
am häufigsten in der frühen bis späten
Adoleszenz (mit einem Häufigkeitsgipfel
bei 14 Jahren) zu beobachten ist.

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Die Ermittlung der tatsächlichen Essstörungssyndrome, die nicht alle
Häufigkeiten von Bulimie-Patienten Kriterien für eine eindeutige
wird durch eine vermutlich hohe Zuordnung erfüllen - so genannte
Dunkelziffer erschwert, die auf die partielle Essstörungen – sind
häufige Verheimlichung der Er- allerdings häufiger und bei 10-15
krankung und das oft unauffällige Prozent der weiblichen Jugendlichen
Normalgewicht der Betroffenen zu beobachten.
zurück-zuführen ist.
Besonders große Häufigkeiten findet
Bulimische Ess-Störungen im man in bestimmten Risikogruppen
Kindesalter (< 14 Jahren) sind wie Hochleistungssportlern und
sehr selten. Models.

Wenn sie dennoch bei 12- bis 13 Die Prävalenzrate der Anorexie und
Jährigen auftreten, sind sie vom Bulimie scheint sich in den letzten 15
Krankheitsbild her mit der adoles- Jahren nicht wesentlich verändert zu
zenten Form vergleichbar. Fälle, haben. Lediglich bei der kindlichen
die bereits vor der ersten Monats- Anorexia nervosa ist ein Anstieg zu
blutung (Menarche) eintreten, verzeichnen.
wurden nur ganz vereinzelt be-
schrieben (betrifft etwa 1 Prozent Da das Krankheitsbild der Bulimia
aller an Bulimie Erkrankten). nervosa erst 1980 erstmals
klassifiziert worden ist, blickt man
Das Verhältnis von Mädchen und hier auf einen deutlich kürzeren
Jungen, die eine Essstörung Zeitraum als bei der Anorexia
haben, liegt bei 12:1. Unter den nervosa.
Jugendlichen in westlichen
Ländern sind etwa 1-2 Prozent der
Mädchen von Bulimie betroffen,
gegenüber nur 0,2 bis 0,3 Prozent
der Jungen.

Fachliche Unterstützung:
Dr. Freia Hahn, Viersen (BKJPP)

Quelle:
www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org

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Opferentschädigung

- eine Farce?

Man beantragt die Opferentschädigung beim „Amt für soziale Dienste“

Mit dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) möchte der Staat Menschen,
die Opfer eines Verbrechens oder Vergehens geworden sind und
körperliche oder seelische Schäden erlitten haben, unterstützen. Dabei
spielt es keine Rolle, ob der Schädiger ermittelt werden kann.
Auch ausländische Bürgerinnen und Bürger haben unter bestimmten
Voraussetzungen einen Anspruch auf Entschädigung nach dem OEG, wenn
sie sich rechtmäßig in Deutschland aufhalten.

Gewalttaten, die nach dem OEG entschädigt werden, sind
hauptsächlich:

● vorsätzliche Körperverletzungen und Tötungsdelikte
● Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch.

Quelle: Amt für soziale Dienste

2012 habe ich mit Hilfe des Weißen Ringes und einem Anwalt
Opferentschädigung beantragt. Wegen sexuellen Missbrauch und
körperlicher, wie emotionaler Gewalt in der Kindheit. Als Erwachsene bin
ich von einem Mann zusammengeschlagen worden. Er schlug mir die
Zähne aus und ich war mehrmals im Krankenhaus. Es gibt über diese
Vorfälle ein Aktenzeichen und dazu eindeutige Berichte, da ich diesen
Mann angezeigt hatte. Nachdem man 2017 meine Tochter dazu befragte
(sie war damals 8 Jahre alt und hatte ihre eigene Wahrnehmung) wurden
die Gewalttaten, trotz eingereichter Akten nicht anerkannt. In diesem Jahr
wurde mein Bruder angeschrieben, da ich ihn und meine Schwägerin als
Zeugen angegeben habe. Vor ihnen hatte mein Vater den Missbrauch
zugegeben.

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Nach inzwischen sieben (!) Jahren habe ich die Vermutung, dass man wartet,
dass ich die Kraft verliere und aufgebe oder dass ich rechtzeitig sterbe, damit
man nichts zahlen muss.
Das liest sich nun makaber. Jedoch ich habe im sozialen Netzwerk eine
geheime Gruppe mit 80 Teilnehmern, bin mit vielen – persönlich und auch
telefonisch in Kontakt, habe hier über KIBIS eine Selbsthilfegruppe. Daher
weiß ich, dass diese Art, mit Menschen umzugehen, System hat. Von vielen
Missbrauchsopfern weiß ich, dass sie aufgegeben haben, weil sie keine Kraft
mehr hatten, die vielen und immer wieder neuen Fragen zu beantworten.
Einige warten seit acht bzw. zehn Jahren auf ein Ergebnis vom Amt für
Soziale Dienste.
Was an diesem Amt ist sozial?

Bericht von Angelika Storm

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Nachkriegskinder

17 Millionen Männer dienten in der Wehrmacht, fünf Millionen fielen oder
wurden vermisst, drei Millionen kamen als Kriegsversehrte zurück. Bei
Kriegsende waren elf Millionen deutsche Soldaten in Gefangenschaft, davon
drei Millionen in sowjetischen Lagern. Viele kehrten erst nach Jahren heim.

Mit „Nachkriegskinder“ legt
Sabine Bode bereits das
dritte ‚Generationenbuch’
zu einem bisher kaum im
kollektiven Bewusstsein
verankerten Thema vor:
Dem Einfluss des Zweiten
Weltkrieges auf unsere
Gesellschaft. Das mag im
neuen Jahrtausend auf
den ersten Blick etwas weit
hergeholt erscheinen,

ist es aber ganz und gar nicht, wenn man nur ein kleines bisschen rechnet: Die
„Kriegskinder“ – die während des Krieges geborenen, von denen Bodes erstes
Buch handelt – sind die Rentner von heute und die Eltern der zwischen 1960
und 1975 geborenen „Kriegsenkel“.

Die Generation dazwischen, die 1950er-Jahrgänge, ist die der
„Nachkriegskinder“, die jetzt, wenige Jahre vor Erreichen des Rentenalters,
beginnt, Bilanz zu ziehen und verwundert feststellt, dass die eigene
Vergangenheit umso präsenter ist, je älter man wird, oder, anders gesagt,
dass die eigene Kindheit und Jugend umso wichtiger wird, je weiter sie
zurückliegt.

Doch um was geht es bei Bode eigentlich genau? Es geht im engeren und
weiteren Sinne um das, was wir heute so selbstverständlich-oberflächlich als
„Kriegstraumata“ abhandeln – um das, was das Erlebnis des Krieges mit
einem Menschen macht und darum, wie sich diese Kriegserlebnisse in der
Folgezeit auswirken – auf die Betroffenen selbst, auf deren Familien und,
wenn die Anzahl der primär und sekundär Betroffenen groß genug ist, auch
auf die gesamte Gesellschaft.

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Nachkriegskinder

Zweifellos waren viele Kinder der
Soldatengeneration Opfer einer
Kindeserziehung, die Schläge für
normal, Demütigung für notwendig, den
Befehlston für angemessen erklärte.
Aber diese schwarze Pädagogik war
nicht, wie Bode anzunehmen scheint,
das Produkt des Krieges und
traumatisierter Kriegsheimkehrer.
Vielmehr war sie mit verantwortlich für
die Schaffung jener autoritären
Charaktere, die einem „Führer“
zuzujubeln bereit waren, selbst wenn
er so lächerlich aussah wie Adolf Hitler.
Siehe „die deutsche Mutter...“.

Sabine Bode: Nachkriegskinder.
Die 1950er Jahrgänge und ihre Soldatenväter.

(Klett-Cotta, Stuttgart. 302 S.,
19,95 €. 978-3608946789)

Quelle: https://literaturkritik.de/id/16074

Hier noch ein Auszug aus dem Buch: Am Anfang war Erziehung von Alice Miller,
indem sie alte makabere Erziehungsbücher zitiert:

„Es ist ganz natürlich, dass die Seele ihren Willen haben will, und wenn man
nicht in den ersten zwei Jahren die Sache richtig gemacht hat, so kommt man
hernach schwerlich zum Ziel. Diese ersten Jahre haben unter andern auch den
Vorteil, dass man da Gewalt und Zwang brauchen kann. Die Kinder vergessen
mit den Jahren alles, was ihnen in der ersten Kindheit begegnet ist. Kann man da
den Kindern den Willen nehmen, so erinnern sie sich hernach niemals mehr,
dass sie einen Willen gehabt haben und die Schärfe, die man wird brauchen
müssen, hat auch eben deswegen keine schlimmen Folgen.

Man muss also gleich anfangs, sobald die Kinder etwas merken können, ihnen
sowohl durch Worte als durch die Tat zeigen, dass sie sich dem Willen der Eltern
unterwerfen müssen. Der Gehorsam besteht darin, dass die Kinder 1. gern tun,
was ihnen befohlen wird, 2. gern unterlassen, was man ihnen verbietet, und
3. mit den Verordnungen, die man ihrethalben macht, zufrieden sind.“

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Sucht Inspiriert durch
Dami Charf - Heilpraktikerin
und
(Psychotherapie)
Depression

Menschen schämen sich über ihre Wünsche und Bedürfnisse, weil bei ihnen
damals die Lernaufgabe nicht gut verlaufen ist. Sie fühlen sich unbedeutend
und innerlich leer. Genau diese innere Sehnsucht, die sie spüren treibt sie in
das Suchtverhalten hinein, weil sie keinen anderen Weg finden, die unerfüllte
Sehnsüchte zu befriedigen.

Woher kommt die Sehnsucht? Die Sehnsucht, Bedürfnisse und Wünsche
weisen auf Defizite an Liebe, Geborgenheit, Bindung in unserer Kindheit hin.
Im Erwachsenenalter ist es kaum möglich diesen Missstand aufzulösen.
Jeder Mensch aber braucht und sehnt sich nach umfassender Liebe,
Umsorgung und Wohlbefinden. Wir werden nie unsere Sehnsüchte befriedigt
bekommen, wenn diese uns in der Kindheit entgegengebracht wurden.

Können andere Leute, wie unsere Papa, was ist denn mit dir?
Ehepartner oder Bekannte diesen Ich bekomme Angst!
tiefen Drang in uns befriedigen?
Leider nicht wirklich. Wir müssen Papa, ich brauche dich!
lernen, mit dem glücklich zu sein, was
wir heute erhalten - um zufrieden zu
sein. Es gibt keinen anderen Ausweg
als gut für uns selbst zu sorgen mit
Selbstliebe und viel Mitgefühl mit uns
selbst.

Der Grund für Süchte liegen oft an unbefriedigten Sehnsüchten. Auch der tiefe
Schmerz, der wegen der unerfüllten Bedürfnisse ständig in einem vorhanden
ist, will betäubt werden. Der Drang nach voller innerem Glück und Heil treiben
einem in die Süchte.

Es gibt verschiedene Süchte: Alkoholsucht, Drogensucht, Esssucht, Sexsucht,
Kaufsucht, Arbeitssucht, Spielsucht, Medikamentensucht und viele andere.

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Was hat eine Depression
mit der Sucht zu tun?

Es werden verschiedene Gründe dafür genannt.
Als Baby können wir uns, wenn uns etwas erregt oder mit uns etwas aus der
Bahn wirft, nicht uns selbst regulieren. D.h. Wir können als Babys nicht aus
unserer Erregungsphase wieder herunterkommen uns selbst beruhigen.
Deshalb ist das Baby abhängig von der Bezugsperson, die es dann beruhigt,
also reguliert.
Wird das Baby auch später im Kindesalter nicht von außen reguliert, bis es
selbst gelernt hat sich zu regulieren, drückt sich dieser Mangel als Trauma
aus.

Die Folgen von Trauma sind unterschiedlich. Es gibt Menschen die ihre
Wünsche erkennen und diese noch weniger aussprechen und so weniger
erfüllen können. Unter solchen traumatisierten Umständen ist unterdrückte
Ärger und Zorn und das Nein-Sagen können, also Grenzen setzen ein
wichtiger Punkt.
Bei Verlust und Trauer, die nicht bearbeitet und gelebt werden hindert einen
Neuanfang. Die Emotionen die bei der Trauerarbeit entsteht und gefühlt und
bearbeitet werden helfen einem sich zu verändern, also heißt es ohne Trauer
kein Neuanfang.
Viele Menschen möchten sich mit ihrer Trauer nicht konfrontieren und so
gelangen unbearbeitete Emotionen, wie erlittene Verletzungen und
schmerzende Gefühle in uns fest und das ohne Mitgefühl mit uns selbst. Mit
diesem Verhalten können wir uns sehr leicht selbst niederdrücken und
schlimmer noch uns in die Depression bringen.

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Selbsthilfegruppe

ukunftswege

Unsere Selbsthilfegruppe möchte Menschen, die häusliche, sexuelle
oder/ und emotionale Gewalt erfahren haben, durch regen Austausch
helfen, dem Leben eine neue Richtung zu geben. Wege in die Zukunft,
bei denen es nicht nur ums Überleben, sondern um Lebensqualität
geht. Kein leichter Weg, aber ich bin ihn gegangen und weiß, dass
vieles möglich ist.
Ein unbekannter Weg lässt sich leichter bewältigen, wenn man weiß,
dass ihn schon andere vor einem selbst beschritten haben.
Die Folgen bei sexueller, sowie körperlicher und auch emotionaler
Gewalt sind inzwischen hinreichend bekannt: Traumatisiert mit Angst-
und Panikstörungen, Borderline-Störung, posttraumatische
Belastungsstörung usw. Das führt oft dazu, dass die Betroffenen
beschränkt oder nicht arbeitsfähig, manchmal in Frührente bzw. im
Hartz IV- Bezug sind. „Zukunftswege“ bedeutet, neue Wege in die
Zukunft, hin zum Leben und nicht nur überleben.

Diese Ziele hat sich Angelika Storm gesetzt. Lasst uns gemeinsam gute
Wege in die Zukunft f inden.

Wir treffen uns am letzten Donnerstag des Monats
von 18 bis ca. 20 Uhr in Geesthacht.

Anmeldung:
Angelika Storm
Tel. 04152- 837 280-0
oder KIBIS Tel. 04152 / 90 79 714
Mail: [email protected] Internet: zukunftswege.eu
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Selbsthilfegruppe

Gleichklang - Psychische Selbsthilfe

Hier geht es nicht um Musik, sondern um verstehen und verstanden
werden. Wer kann einen anderen Menschen besser verstehen, als den,
der das gleiche Thema hat? Das ist unser „Gleichklang!“
Es gibt so viele Menschen, die Wege suchen, trotz seelischer Belastungen
ihr Leben zu meistern.
Da bietet unsere Selbsthilfegruppe den Rahmen in einem geschützten Ort.
Unsere Tür ist offen für jeden, der sich weiter entwickeln will.
Wir treffen uns 2-wöchentlich in Geesthacht.
Anmeldung und Info:
Eveline Haak Tel. 0171 95 47 557
oder KIBIS Tel. 04152 / 90 79 714

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*Grrr- ich fühle mich
jetzt sooo wohl...
Danke Dir Eveline!
Dafür hast Du dir

ein Leckerli verdient!

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Wir konnten Frau Brigitte überreden, weiter bei uns dabei zu sein.
Sie wird wieder Ihre Fragen nach Problemen beantworten. Gerne
anonym. Bitte sendet Eure Fragen an [email protected].

Diese werden dann an Frau Brigitte weiter geleitet.
Gerne nehmen wir auch interessante Leserbriefe mit in

unsere Zeitung auf.
Traut Euch und gestaltet mit!

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Das Gelassenheits-
Gebet

Gott, gib mir die Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern,

die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom

anderen zu unterscheiden.

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Danksagung

an alle Mitglieder und Autoren

Elif
Angelika Storm
Magret Warnecke

Brigitte
Eveline Haak

haben an dieser Ausgabe mitgewirkt

Vielen Dank an alle, die uns diese
Ausgabe ermöglicht haben.


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