Sifnos 2014
In diesem Jahr wollten wir zum 3. Mal nach Sifnos,
um ebenfalls zum 3. Mal am Sprachkurs von
Dimitrios teilzunehmen. In den letzten Wochen bzw. Tagen vor dem
Urlaub war unsere Abreise alles andere als sicher. Noch 4 Tage
vorher sah es so aus, als ob wir aufgrund der Arbeit zu Hause
bleiben müssten.
Ich freute mich riesig, als wir tatsächlich am Donnerstag, 10.04.2014 am
Flughafen ankamen und dort Elke trafen. Daher hatte ich
im Flugzeug gleich zwei äußerst sympathische
Sitznachbarn! Obwohl wir spät in Piräus im Hotel Triton
ankamen, erwarteten uns Ingrid und Sybille, um gemeinsam
mit uns in einer kleinen, eigentlich bereits geschlossenen
Taverne zu essen.
Am Freitag bummelten wir
durch Piräus und gönnten uns
gleich dort den ersten Frapé.
Wir gingen bereits früh auf
das Schiff. So nach und nach
trudelten Ingrid, Elke und auch Margret ein.
Wie schon im ersten Jahr zogen wir auf Sifnos direkt mit unseren Rollkoffern
zum „Boufounis Studio“, um unser bekanntes
Zimmer zu beziehen. Am Hafen und bei
Evangelia gab es das große
Wiedersehen, als wären wir kaum
weg gewesen.
Das erste Wochenende nutzten wir gleich für zwei Wanderungen bei schönem
Sonnenschein. Ausgerechnet Michael wollte am Samstag
bei eiskaltem Wasser ins Meer, wenn auch nur für einen
kurzen Augenblick. Es ist eine schöne, kleine Bucht,
unterhalb von „Toso Nero“, die nur zu Fuß oder mit einem
Schiff zu erreichen ist.
Bei der Wanderung am Sonntag nach Apollonia fanden wir, wie oft üblich, den
Weg nicht und
landeten im
Gestrüpp. Wir
kehrten um und
gingen über die
Straße, dabei hatte
Margret uns den
Weg so schön erklärt…
Unser zweiwöchiger Kurs dauerte vom 14.04. bis 25.04.2014.
Wir wurden erneut in zwei Gruppen aufgeteilt. Auch in
diesem Jahr
unterrichtete uns eine
griechische Lehrerin,
die aber, im Gegensatz
zum letzten Jahr, auf
Sifnos lebt, als
Lehrerin tätig ist und
daher auch mehr
Erfahrungen hat. Wir
waren bzw. sind alle
sehr begeistert von
Maria. Sie sprach zum Glück nur Griechisch, die
beste Übung, um die Sprache zu erlernen. Der Erfolg setzte auch schnell ein: wir
verstanden sie immer besser. Sie stecke mich regelmäßig mit ihrem Lächeln und
ihrer Freundlichkeit an, so war es immer wieder eine große Freude, sie zu sehen
und zu hören.
Ihr Mann Kostas,
ebenso sympathisch, versorgte unsere Gruppe mehrmals mit äußerst leckereren
Speisen.
Im Kurs lernten wir weitere nette Griechenlandfreunde kennen. Z.B. Christine,
ihr fiel mein Nachname auf: sie berichtete von ihrem Kollegen, mit dem ich
tatsächlich verwandt bin. Oder Christina, die uns wunderbaren Duft ins Zimmer
brachte. Irgendwann verfolgte ich mit ihr auf dem Smartphone
auch die Fähren, sie hatte mich mit ihrer Leidenschaft, nach den
Fähren zu gucken, ein wenig angesteckt.
Da es in diesem Jahr viel kälter war und auch oft regnete, froren viele von uns,
ein paar wurden auch krank. Natürlich hätten wir
gerne draußen gegessen, aber es war bei den
Temperaturen
nicht sinnvoll. Bis
kurz vor Ende des
Urlaubs blieb
Michael hartnäckig bzgl. „drinnen essen“. Leider
hatte diese Ausnahme gleich negative
Auswirkungen…
Am 2. Schultag besuchten wir das Kloster Simeon. Da es der letzte wirklich
schöne Tag war, hätte Dimitrios keinen besseren Zeitpunkt treffen können. In
diesem Jahr bekam ich leider nichts vom Unterricht mit,
auch nicht das Lied „Gyrise“, da u.a. auch ich Sybille in der
Küche half. Wir konnten wenigstens später draußen
beim
Essen den
Ausblick
und die
Sonne
genießen.
Nach den Eindrücken im letzten Jahr, wollten
wir uns den Sonnenuntergang nicht entgehen
lassen.
Leider
wurde
es dort
oben bitter kalt, aber auch wunderschön!
Karfreitag fuhren Michael und ich nach Artemonas und besuchten den
Gottesdienst, ich musste nur aufgrund des
Weihrauchs zügig die Kirche verlassen. Dieses
Jahr gab es auf dem Platz
das Treffen der drei
Epitaphe, auf das wir im
letzten Jahr gewartet
hatten.
Karsamstag ging unser kleines
Grüppchen nach
dem Gottesdienst
ins Araxovoli, um
die berühmte
griechische Ostersuppe, die Magiritsa oder aber Mastelo zu essen.
Ostersonntag fuhren wir als Gruppe zum Gottesdienst nach „Tis Vrisis“.
Michael und ich suchten am Abend den Platz von Artemonas auf, um der
Verbrennung der Judas-Puppe zuzuschauen. Positiv überrascht wurden wir von
den Tänzen in sifnotischer Tracht und
dem Gesang des „Hafenmeisters“.
Ostermontag stieg eine kleine Gruppe hinauf zum Profitis Elias, wo wir
u.a.
Nikos
trafen. Es gab Kaffee, Tsiporo, etwas Süßes und eine beeindruckende
„Gesangskostprobe“ von Nikos in der wunderschön renovierten Kirche. Ich
freute mich riesig, dass sie sich um diese alte Kirche kümmern und sie so in
neuem Glanz erstrahlt!
Alle die schönen Orte können wir alleine besuchen, aber dank Dimitrios ist es
doch was ganz Besonderes, wenn man z.B. auf Simeon gemeinsam essen kann, auf
dem Profitis Elias empfangen und mit Köstlichkeiten versorgt wird.
Wir feierten unseren Abschied innerhalb der Gruppe am Freitag ab 14 Uhr.
Bei der Übergabe der Bescheinigungen gab es eine ausgelassene
Stimmung, u.a. machte Nikos Musik und wir sangen mehr oder weniger gut dazu.
Es war für uns die schönste Abschiedsfeier in den drei Jahren.
In der letzten Woche wanderten wir regelmäßig, wenn es das
Wetter zuließ. Wir
lernten z.T. neue Wege
kennen, aber auch die bekannten
Wege beeindruckten uns, denn die
Insel war in diesem Jahr dank des Regens viel grüner bzw. es blühten viel mehr
Blumen, eine wunderbare
Farbenpracht.
Zusätzlich zu dem Blau
des Himmels und des
Meeres versetzten mich diese
Ausblicke
regelmäßig in Erstaunen. So
gibt es erneut sehr viele
Bilder…
Unsere Wanderungen bieten regelmäßig Überraschungen. Sehr oft stecken wir in
einer Sackgasse, klettern dennoch weiter. Z.B. hoch zu Simeon wählten wir einen
einfachen Weg (wie langweilig), zurück suchten wir das Abenteuer entlang der
anderen Bergseite.
Doch diesen Weg
gibt es offiziell
gar nicht mehr, die
Zeichnung auf
unserer Karte war
einfach falsch.
Das nächste Abenteuer erwartete uns, da Michael seit Jahren den „Weißen
Turm“ bei Chrisopihie angucken möchte.
Wir versuchten zuerst vergeblich unser
Glück durch den Garten eines ziemlich reichen Griechen (wenn man sich das Haus
und Grundstück betrachtet, muss man
einfach zu diesem Schluss kommen).
Nach erfolgloser Rückkehr in den
Garten wurden
wir im Haus mit
Wasser, einem Schluck Weißwein und Tiropita versorgt.
Dann fuhr er mit uns zur Kreuzung, wo der eigentliche
Wanderweg starten soll. Entgegen dem Hinweis, seiner
Frau, uns lediglich den Weg zu zeigen, stieg er mit in die
Dornen, wo er gleich zu Beginn stürzte. Inzwischen hatte
Michael der Ehrgeiz gepackt, so dass wir zwei durch viele
weitere Dornen und über diverse Mauern tatsächlich ans Ziel gelangten. Zurück
gab es den einfachen, schnellen Weg, viel zu langweilig für UNS.
Natürlich besuchten wir auch mehrere Panighiri-Feste. Wir nutzten die
Gelegenheiten gerne, etwas mit Griechen sprechen zu können. Neben der Feier in
Cheronisos besuchten wir am Samstag die große Feier in der Fikiada-Bucht.
Anstatt einer
längeren Wanderung
erreichten wir mit
der Fähre ab Plati
Galios die Kirche.
Ein traumhaft
schöner Abend für
unsere Erinnerungen!
Am Sonntag trafen wir uns mit Georgos, um gemeinsam zur nächsten Feier zu
wandern. Er führte uns auf einem tollen Weg bis wir zum Schluss die kleine
Kirche am Rande des Berghanges erreichten.
Ich hatte
wenig Lust,
da es vor-
mittags ein
Gewitter
gab und das
Wetter auch zum Abend nicht gut aussah.
Hinzu kam meine Angst, wie man denn nachts
im Dunkeln den Weg wieder zurück findet. Es
war das schönste Panighiri-Fest: wir trafen
dort Kostas und konnten alle zusammen in dem
Raum sitzen und zusammen feiern, da nur wenige das Fest besuchten. Auf dem
Rückweg wanderten wir in einer kleinen 6er-Gruppe hoch zur Straße. Sie
achteten darauf, dass wir gut oben ankamen, zusätzlich brachte man uns mit dem
Auto noch bis zum Parkplatz von Artemonas!
Immer wieder verließen uns
liebe Freundinnen, die wir am Hafen entsprechend
verabschiedeten.
Unseren Abschied von Maria und Kostas „feierten“ wir in Ano
Petali in einem kleinen Kafenion. Wir sprachen tatsächlich nur
griechisch bzw. lauschten der Unterhaltung. An dem Abend
hatten wir in dieser Gesellschaft
sehr viel Spaß, auch wenn wir
wussten, dass
der Urlaub
nun zu Ende
geht. Es wäre traumhaft, wenn wir beim nächsten Besuch auf
der Insel gleich wieder so in das Leben der Menschen dort
eintauchen könnten.
Das windige Wetter beruhigte sich, so dass wir ohne Probleme am Sonntag,
04.05.2014 zusammen mit Ingrid und
Margret die Insel
verlassen konnten.
Elke reiste eine
Woche vorher ab
und verpasste so leider weitere schöne Erlebnisse. Bei der
2. Ankunft in Piräus gab es richtig laute Musik, die kleine
Taverne, die auf der Hinreise fast geschlossen war, war
voller Menschen. Auch wenn es zuerst ein Schock nach der
ruhigen Zeit auf Sifnos war, konnten wir den Abend dort
genießen. Ich habe noch nie so gut im Triton geschlafen,
wie in dieser Nacht!
Einen Tag nutzen wir regelmäßig, uns
Athen anzugucken. Zusätzlich zu ein
paar Altertümern und Kirchen führt
Michael mich ebenfalls in ausgewählte Kafenions bzw. Tavernen. So gönnten wir
uns mittags bei einer Pause in dem Kafenion Manie ein
Karafaki Ouzo mit
Mezethes. Nach einer
längeren ergebnislosen
Suche fanden wir auch
am Abend für unseren
endgültigen Abschied eine nette Taverne.