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Published by , 2018-10-10 15:45:55

Oper-Köln-Salome

Oper-Köln-Salome

SALOME 49

DIE GESCHICHTE IN DER
BIBLISCHEN DARSTELLUNG

Johannes tauft den Sohn Gottes

LUKAS
Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius
Pilatus Statthalter in Judäa war und Herodes Landesfürst von
Galiläa und sein Bruder Philippus Landesfürst von Ituräa und der
Landschaft Trachonitis und Lysanias Landesfürst von Abilene, als
Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah das Wort
Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste. Und er
kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der
Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buch der
Reden des Propheten Jesaja.

Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm
taufen zu lassen: »Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss
gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu,
bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor
zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott
kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist
schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der
nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.«
Und die Menge fragte ihn und sprach: »Was sollen wir denn tun?«
Er antwortete und sprach zu ihnen: »Wer zwei Hemden hat, der
gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, der tue ebenso.« Als
aber das Volk voll Erwartung war und alle dachten in ihrem Herzen
von Johannes, ob er vielleicht der Christus wäre, antwortete Johannes
und sprach zu allen: »Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer,
der ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen
seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit
Feuer taufen. In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird seine
Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheune sammeln,
die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.«

50 SALOME

MATTHÄUS
Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass
er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach:
»Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst
zu mir?« Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: »Lass es jetzt
geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.«
Da ließ er’s geschehen. Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald
herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf,
und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über
sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach:
»Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.«

LUKAS
Der Landesfürst Herodes aber, der von Johannes zurechtgewiesen
wurde, wegen der Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen
alles Bösen, das er getan hatte, fügte zu dem allen noch dies hinzu:
Er warf Johannes ins Gefängnis.

SALOME 51

Der Kuss der Salome

MARKUS
Herodes hatte ausgesandt und Johannes ergriffen und ins Gefäng-
nis geworfen um der Herodias willen, der Frau seines Bruders
Philippus; denn er hatte sie geheiratet. Johannes hatte nämlich zu
Herodes gesagt: »Es ist nicht recht, dass du die Frau deines Bru-
ders hast.« Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten und
konnte es nicht. Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste,
dass er ein frommer und heiliger Mann war, und hielt ihn in Ge-
wahrsam; und wenn er ihn hörte, wurde er sehr unruhig; doch
hörte er ihn gern. Und es kam ein gelegener Tag, als Herodes an
seinem Geburtstag ein Festmahl gab für seine Großen und die
Obersten und die Vornehmsten von Galiläa.

Da trat herein die Tochter der Herodias und tanzte und gefiel
Herodes und denen, die mit am Tisch saßen. Da sprach der König
zu dem Mädchen: »Bitte von mir, was du willst, ich will dir’s ge-
ben.« Und er schwor ihr einen Eid: »Was du von mir bittest, will ich
dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs.«

Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: »Was soll ich bitten?«
Die sprach: »Das Haupt Johannes des Täufers.« Da ging sie sogleich
eilig hinein zum König, bat ihn und sprach: »Ich will, dass du mir
gibst, jetzt gleich auf einer Schale, das Haupt Johannes des Täufers.«
Und der König wurde sehr betrübt. Doch wegen des Eides und
derer, die mit am Tisch saßen, wollte er sie keine Fehlbitte tun
lassen. Und sogleich schickte der König den Henker hin und befahl,
das Haupt des Johannes herzubringen. Der ging hin und enthauptete
ihn im Gefängnis und trug sein Haupt herbei auf einer Schale und
gab’s dem Mädchen, und das Mädchen gab’s seiner Mutter.

52 SALOME

DER RÖMISCHE GESCHICHTS-
SCHREIBER FLAVIUS JOSEPHUS

Um diese Zeit gerieten Aretas, der König von Petraca und Herodes
aus folgender Veranlassung in Streit. Herodes der Tetrarch hatte
des Aretas Tochter geheiratet und lebte mit ihr schon lange Zeit.
Als er nun nach Rom reiste, kehrte er bei seinem Stiefbruder
Herodes, dem Sohn der Tochter des Hohepriesters Simon ein. Hier
fasste er eine so heftige Neigung zu dessen Gattin Herodias, die
ihres gemeinschaftlichen Bruders Aristobolus Tochter und Agrip-
pas des Großen Schwester war, dass er mit dem Plan umging, sie
zur Ehe zu nehmen. Herodias war damit einverstanden, und so
kamen sie überein, dass sie gleich nach seiner Rückkehr aus Rom in
sein Haus kommen solle, jedoch unter der Bedingung, dass er des
Aretas Tochter verstoße. Herodes sagte das zu und reiste dann
nach Rom weiter. Als er hier mit der Erledigung der in Frage
stehenden Angelegenheiten fertig war und nach Hause zurückkehr-
te, verlangte seine Gattin, die von der Abmachung mit Herodias
Kenntnis erlangt hatte, nach Machaerus, einer auf der Grenze
zwischen dem Gebiete des Herodes und dem des Aretas gelegene
Festung, gebracht zu werden, ohne von der Absicht, die sie dabei
leitete, etwas verlauten zu lassen. Herodes erfüllte ihren Wunsch
und ahnte nicht im entferntesten, dass sie um sein Vorhaben wuss-
te. Sie aber hatte schon früher nach Machaerus geschickt, das
damals unter der Botmäßigkeit ihres Vaters stand. Als sie nun dort
ankam, fand sie alles zur Weiterreise Erforderliche, von dem
Befehlshaber der Festung vorbereitet, brach daher gleich nach
Arabien auf und gelangte, von einem Festungskommandanten zum
anderen geleitet, in kurzer Zeit zu ihrem Vater, dem sie des Herodes
Plan mitteilte. Daraufhin brachen die Feindseligkeiten aus, noch
verschärft durch einen gleichzeiteigen Streit um die Festung der
Grenzen von Gamalitis, und nachdem beide Fürsten ihre Streit-
macht aufgeboten hatten, kam es zum Kriege, zu dem beide, statt
selbst mit auszurücken, ihre Feldherren entsandten. Gleich beim

SALOME 53

ersten Zusammenstoß ward des Herodes ganzes Heer aufgerieben,
da es von einigen Überläufern aus der Tetrarchie des Philippus, die
unter Herodes Kriegsdienste leisteten, verraten wurde. Herodes
gab davon sogleich dem Tiberius briefliche Nachricht, der nun,
entrüstet über des Aretas Beginnen, dem Vitellius befahl,
den Araber mit Krieg zu überziehen und ihn entweder lebendig in
Fesseln ihm vorzuführen, oder ihm seinen Kopf zu senden.

Manche Juden waren übrigens der Ansicht, der Untergang der
Streitmacht des Herodes sei nur dem Zorne Gottes zuzuschreiben,
der für die Tötung Joannes, des Täufers die gerechte Strafe gefor-
dert habe. Den letzteren nämlich hatte Herodes hinrichten lassen,
obwohl er ein edler Mann war, der die Juden anhielt, nach Vollkom-
menheit zu streben, indem er sie ermahnte, Gerechtigkeit gegenei-
nander und Frömmigkeit gegen Gott zu üben und so zur Taufe zu
kommen. Dann werde, verkündigte er, die Taufe Gott angenehm
sein, weil sie dieselbe nur zur Heiligung des Leibes, nicht aber zur
Sühne für ihre Sünden anwendeten; die Seele nämlich sei dann ja
schon vorher durch ein gerechtes Leben entsündigt. Da nun infolge
der wunderbaren Anziehungskraft solcher Reden eine gewaltige
Menschenmenge zu Joannes strömte, fürchtete Herodes, das
Ansehen des Mannes, dessen Rat allgemein befolgt zu werden
schien, möchte das Volk zum Aufruhr treiben, und hielt es daher
für besser, ihn rechtzeitig aus dem Wege zu räumen, als beim
Eintritt einer Wendung der Dinge in Gefahr zu geraten und dann,
wenn es zu spät sei, Reue empfinden zu müssen. Auf diesen Ver-
dacht hin ließ also Herodes den Joannes in Ketten legen, nach der
Festung Machaerus bringen, die ich oben erwähnte, und dort
hinrichten. Sein Tod aber war, wie gesagt, nach der Überzeugung
der Juden die Ursache, weshalb des Herodes Heer aufgerieben
worden war, da Gott in seinem Zorn diese Strafe über den Tetrar-
chen verhängt habe.

54 SALOME

SALOME 55

 »ALLE KUNST IST

ZUGLEICH OBERFLÄCHE
UND SYMBOL. WER

UNTER DIE OBERFLÄCHE
DRINGT, TUT ES AUF

EIGENE GEFAHR. WER DAS
SYMBOL LIEST, TUT
ES GLEICHFALLS AUF
EIGENE GEFAHR.«

Oscar Wilde

SALOME 57

SALOME-ALMANACH

Zusammengestellt von Peter Krumme

[…] O welch ein teuflisches Gastmahl! Welch ein satanisches Schau-
spiel! Welch sündhafter Tanz und noch sündhafterer Tanzlohn! Ein
Mord, verbrecherischer als alle Morde, wird begangen, und mitten
im Feste wird derjenige abgeschlachtet, der den Ehrenkranz und
Lobpreis verdient hätte! Das Siegeszeichen des Teufels wird auf dem
Tische aufgestellt! – Auch die Art des Siegers ist der Sache würdig.
»Denn«, heißt es, »die Tochter der Herodias tanzte in der Mitte und
sie gefiel dem Herodes.« […]

Eine zweifache Anklage ist in dem Gesagten enthalten, erstens, dass
sie tanzte, und zweitens, dass sie damit Wohlgefallen erregte, und zwar
solches Wohlgefallen, dass sie einen Mord als Belohnung erhielt. Siehst
du, wie roh, wie gefühllos, wie unvernünftig Herodes ist? […]

Du aber beachte, wie satanisch das ganze Schauspiel war. Vor allem
bestand es nur aus Trunkenheit und Schwelgerei, aus denen ja
kaum je etwas Gutes entstehen kann. Ferner waren die Zuschauer
verdorbene Menschen, und der Gastgeber der schlechteste von
allen. Drittens handelte es sich um eine unvernünftige Belustigung.
Viertens hätte man das Mädchen, um dessentwillen die Ehe unge-
setzlich war, lieber verbergen sollen, weil es ja für die Mutter
eigentlich ein Anlass zur Beschämung war; statt dessen kommt sie
herein, um sich zu zeigen und trotz ihrer Jungfrauschaft sämtliche
Huren in Schatten zu stellen. Auch der Umstand der Zeit trägt
nicht wenig dazu bei, die Strafbarkeit dieses sündhaften Beneh-
mens zu erhöhen. Während Herodes Gott hätte danken sollen
dafür, dass er ihn an jenem Tage zur Erkenntnis führte, wagt er
gerade da jenes Verbrechen; während er den Gefangenen von
seinen Fesseln hätte befreien sollen, hat er gerade da zu den Fesseln
noch den Mord gefügt.

Höret es, ihr Jungfrauen, oder vielmehr auch ihr Verheirateten, die
ihr bei fremden Hochzeiten euch solche Schamlosigkeiten erlaubt, die

58 SALOME

ihr Sprünge macht und tanzet und euer gemeinsames Geschlecht
entehrt! Höret es auch, ihr Männer, die ihr so gerne kostspielige
Gastmähler voll Trunkenheit aufsucht, und fürchtet den Abgrund, in
den euch der Teufel hinabziehen will. Der hat ja damals den unseligen
Herodes mit solcher Gewalt erfasst, dass er schwur, er wolle sogar die
Hälfte seines Reiches hergeben. Das bezeugt uns Markus, der da
schreibt: »Er schwur ihr: Wenn du es willst, so werde ich dir bis zur
Hälfte meines Reiches geben.« So hoch schätzte er seine Herrschaft
ein, und so sehr war er zu gleicher Zeit von seiner Leidenschaft
gefangen, dass er wegen ihres Tanzes darauf verzichten wollte.

Und was wundert du dich, dass damals so etwas vorkam, nachdem ja
auch jetzt, trotz der erhabenen Lebensweisheit, die uns vermittelt
ward, viele wegen des Tanzes von solch verweichlichten jungen
Leuten sogar ihre Seelen preisgeben, und dabei nicht einmal einen
Eid nötig haben? Sie sind eben Gefangene der bösen Lust, und
werden gleich Schafen umhergeschleppt, wohin immer es dem Wolfe
gefällt. – So ging es also damals auch dem tollen Herodes, der zwei
unendliche Torheiten beging, erstens dass er dieses rasende und von
Leidenschaft trunkene Mädchen, das vor nichts zurückschreckte,
zur Herrin (seines Willens) machte; zweitens dass er sich durch
einen Eid zu der Sache verpflichtete. Obwohl aber er so schlecht war,
das Weib (die Herodias) war noch schlechter als alle anderen,
schlechter als das Mädchen und als der Tyrann. Sie war es ja, die das
ganze Unheil geschmiedet, das ganze Drama ersonnen hatte, sie, die
am meisten von allen dem Propheten zum Dank verpflichtet gewesen
wäre. Ihre Tochter hatte ja nur im Gehorsam gegen sie die Scham
abgelegt, den Tanz aufgeführt und den Mord verlangt, und Herodes
ward von ihr im Netze gefangen.

Siehst du da, wie recht Christus hatte, wenn er sagte: »Wer Vater
und Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert«? Hätte das
Mädchen dieses Gebot beobachtet, so hätte es keine so großen
Sünden begangen, so hätte es nicht diese Blutschuld auf sich gela-
den. Oder was gäbe es Schlimmeres als solch eine Grausamkeit,
einen Mord als Gnade sich zu erbitten, eine ungesetzlichen Mord,
einen Mord während des Mahles, einen Mord, begangen vor der

SALOME 59

Öffentlichkeit und ohne Scham! Sie kam nicht insgeheim, um darü-
ber zu verhandeln, sondern öffentlich, ohne Maske, enthüllten
Hauptes; sie nimmt den Teufel zu ihrem Gehilfen und bringt so ihre
Bitte vor. Auch der Teufel half ihr ja mit dazu, durch ihren Tanz das
Wohlgefallen zu erregen und so den Herodes zu fangen. Wo eben ein
Tanz ist, da ist auch der Teufel dabei. Nicht zum Tanze hat uns ja
Gott die Füße gegeben, sondern damit wir auf dem rechten Wege
wandeln; nicht damit wir ausgelassen seien, nicht damit wir Sprünge
machen wie Kamele (denn auch diese führen widerliche Tänze auf,
nicht bloß die Weiber), sondern damit wir mit den Engeln den Chorrei-
gen bilden. Wenn schon der Leib bei solcher Ausschweifung besudelt
wird, um wieviel mehr noch die Seele? Solche Tänze führen eben nur
die Teufel auf; solchen Hohn treiben nur des Teufels Gehilfen.

Johannes Chrysostomos, 4. Jh. u. Z., zit. n. Thomas Rohde (Hg.), Mythos Salome, Reclam Verlag
Leipzig 2000, S. 69 – 70

Als nämlich ein geeigneter Tag kam, an welchem sich jährte, dass er
(Herodes), der Mörder des Propheten – o wäre es nie geschehen! –,
aus dem Schoß der Mutter kroch, wurde von ihm ein aufwändiges
Gelage angeordnet und viele Vornehme und Tribunen geladen und
so viele in Galiäa durch Reichtum ausgezeichnet waren. Als das Fest
schon in vollem Gang und der Gastgeber vom Wein erhitzt war,
befahl er noch andere Genüsse zur Tafel hinzu. Herodias hatte ein
Töchterchen aus legitimer Ehe mit Philipp, wahrlich von feiner
Gestalt und nicht unansehnlichem Antlitz, übrigens aber übermütig,
unbesonnen und schamlos, und wahrhaftig ein Abbild der Mutter,
der Natter. Nachdem diese, die Ehebrecherin, sich recht üppig
aufgeputzt und ihr den bräutlichen Schmuck angelegt hatte, führte
sie sie zu den Zechern, auf dass sie vor ihnen tanze. Nun, da sie in
die Mitte getreten, begann sie ohne jede Scheu, wie es gewöhnlich
die Dirnen tun, und alle Scham ablegend nach Art der Korybanten
zu tanzen; das Haupthaar umherzuschleudern, sich unangemessen
zu bewegen, die Arme auszustrecken, die Brust zu entblößen, dann
wieder das Bein anzuziehen und in schneller Wendung des Körpers
zu entkleiden, und vielleicht sogar Unaussprechliches zu zeigen:

60 SALOME

GUSTAVE MOREAU, »L'APPARITION« (Salome)

SALOME 61

kurz, mit ihrer schamlosen Gestalt die Augen der Anwesenden auf
sich zu ziehen und die Seelen der Zuschauer mit Gebärdenspiel jeder
Art in Verwirrung zu stürzen. Offenbar ganz zu recht war Herodes,
der schon einem Vieh ähnlicher war als einem Menschen, in den
Augen vernünftiger Leute lächerlich, dass er ein junges Mädchen,
dem Anschein nach eine Jungfrau, vor Männern so schamlos handeln
ließ. Schlimmer noch war aber, dass auch ihm der Tanz wie eine
Mänade Rasenden gefiel. Von der Liebe zu deren Mutter und von
Trunkenheit gefesselt, erbot er sich, obwohl die eben erst Hereinge-
kommene nichts forderte, sein Reich mit ihr zu teilen, zum Lohne
für die Drehungen einer Dirne und den unangemessenen Tanz ihrer
Füße, und er, ein Sklave der Zügellosigkeit, bekräftigte das Verspre-
chen mit einem Schwur. Was nun schärfte dem Nattergezücht die
Mutter ein? Nicht ein Perlenhalsband zu fordern, nicht ein königli-
ches Gewand, nicht einen seidenen Umhang, nicht ein Sommerkleid,
nicht ein Kopftuch, nicht also all jenes, worauf Mädchenaugen am
meisten erpicht sind; sondern anstelle jeder anderen Freigiebigkeit,
sogleich den Kopf dessen zu fordern, der die Liebesbande zu lösen
strebte: »Gib mir«, sagte sie also, »sofort das Haupt Johannes des
Täufers auf einem Teller.« Herodias nämlich fürchtete, dass Herodes,
wenn er ausgenüchtert sein würde, das Geschenk widerrufen könnte.

Theophanes Geramaeus, zit. N. Thomas Rohde (Hg.), Mythos Salome, Leipzig 2000. S.70f.

[…] Schau dir, grausamer König, das Schauspiel genau an, würdig
deines Mahles! Strecke deine Rechte aus, dass nichts deiner Raserei
fehle: Lass zwischen deinen Fingern das heilige Blut in Strömen
rinnen! Und weil dein Hunger beim Mahle sich nicht sättigen, der
Durst deiner unaufhörlichen Grausamkeit mit Bechern sich nicht
stillen ließ, so trink das Blut, das den noch frisch quellenden Adern
des abgeschlagenen Hauptes entströmt! Betrachte die Augen, noch
im Tode die Zeugen deiner frevlen Tat, die mit Abscheu vor dem
Anblick deiner ausschweifenden Lüste sich abwenden! Ihr Licht
schließt sich, nicht sowohl von der Gewalt des Todes dazu gezwungen,
als vielmehr aus Entsetzen vor dem wüsten Treiben. Jener blasse,
goldene Mund, dessen Urteil du nicht ertragen konntest, ist zwar

62 SALOME

verstummt: und noch bangt dir davor; doch die Zunge, die selbst
nach dem Tode wie im Leben, wenn auch nur in Zuckungen, ihre
Pflicht erfüllt, verurteilte noch fort und fort deine Blutschande.
Dieses Haupt nun trägt man vor Herodias: sie freut sich, sie jubelt, als
wäre sie ihres Verbrechens los, weil sie den Richter ermordet. […]

Ambrosius von Mailand, 4. Jh. u. Z., zit. N. Thomas Rohde (Hg.), Mythos Salome, Leipzig 2000, S. 151

Durch diese seine Tochter [Pharaïldis] war Herodes berühmt und
wäre auch glücklich geworden, hätte nicht unglückliche Liebe auch
sie verletzt. Diese Jungfrau, die ein bräutliches Verlangen nur nach
dem Täufer Johannes hegte, hatte gelobt, keines Mannes Weib zu
werden, wenn Johannes ihr versagt bliebe. Als der scheußliche Vater
von dieser Liebe seiner Tochter erfuhr, wurde er zornig und ließ den
unschuldigen Heiligen enthaupten. Die betrübte Jungfrau verlangte,
dass man ihr das abgeschlagene Haupt herbeibringe. Ein Diener des
Königs brachte es ihr auf einer Schüssel. Sie nahm das Haupt in ihre
weichen Arme, übergoss es mit Tränen und war auch begierig, es zu
küssen. Als sie aber nach seinen Küssen haschte, floh das Haupt vor
ihr und blies sie an. In dem Wirbelwinde, der durch das Blasen
entstanden war, verschwand die Jungfrau aus dem Hofraum. Seitdem
treibt sie der allzu hartnäckige, fauchende Zorn des Johannes durch
die leere Himmelsstraße. Wie er als Lebender die Unglückliche
nicht geliebt hatte, so verfolgte er sie als Toter. Doch ließ das Schick-
sal sie nicht gänzlich verderben. Vielmehr linderte Verehrung ihre
Trauer, und Ehrfurcht minderte ihre Strafe. Es dient nämlich der dritte
Teil der Menschheit dieser betrübten Herrin. Sie sitzt von dem zweiten
Teile der Nacht bis zu den ersten Liedern des schwarzen Hahnes auf
Eichen und Haseln. Als Tänzerin fand sie weder vorher noch nachher
ihresgleichen. Früher hieß sie Herodias, jetzt heißt sie Pharaïldis.

Nivardus von Gent, Frühes 12. Jh., zit. N. Thomas Rohde (Hg.), Mythos Salome, Leipzig, 2000, S. 175

Die Erzählung von Herodes, Tochter, durch deren Tanz Johannes
des Täufers Enthauptung herbeigeführt wurde, muss in der Zeit des
Mittelalters einen besonders tiefen Eindruck erzeugt und sich auf

SALOME 63

mehr als eine Weise mit Fabeln gemischt haben. […] Man wähnte,
ihrer mehr leichtsinnigen als boshaften Handlung wegen (denn der
Gedanke ging von der rachsüchtigen Mutter aus) sei Herodias (die
Tochter) verwünscht worden, in Gesellschaft der der bösen und
teuflischen Geister umzuwandern. Sie wird an die Spitze des wütenden
Heers oder der nächtlichen Hexenfahrten gestellt.

Jacob Grimm, Deutsche Mythologie, I. Band, Wien 1981, S.234

Wirklich eine Fürstin war sie,
War Judäas Viertelfürstin,
Des Herodes schönes Weib,
Die des Täufers Haupt begehrt hat.

Dieser Blutschuld halber ward sie
Auch vermaledeit; als Nachtspuk
Muß sie bis zum jüngsten Tage
Reiten mit der wilden Jagd.

In den Händen trägt sie immer
Jene Schüssel mit dem Haupte
Des Johannes, und sie küßt es;
Ja, sie küßt das Haupt mit Inbrunst.

Denn sie liebte einst Johannem –
In der Bibel steht es nicht,
Doch im Volke lebt die Sage
Von Herodias blutger Liebe –

Anders wär ja unerklärlich
Das Gelüste jener Fürstin?
Wird ein Weib das Haupt begehren
Eines Mann’s, den sie nicht liebt?

War vielleicht ein bischen böse
Auf den Liebsten, ließ ihn köpfen;
Aber als sie auf der Schüssel
Das geliebt Haupt erblickte,
Weinte sie und ward verrückt,

64 SALOME

Und sie starb in Liebeswahnsinn.
(Liebeswahnsinn! Pleonasmus!
Liebe ist ja schon ein Wahnsinn!)

Nächtlich auferstehend trägt sie,
Wie gesagt, das blut’ge Haupt
In der Hand, auf ihrer Jagdfahrt –
Doch mit toller Weiberlaune

Schleudert sie das Haupt zuweilen
Durch die Lüfte, kindisch lachend,
Und sie fängt es sehr behende
Wieder auf, wie einen Spielball.

Heinrich Heine, Atta Troll. Caput XIV – XVI

Die Bibel stellt den Tanz der sieben Schleier als einen vulgären
Striptease dar, den die Salome aufführte, um »Herodes zu gefallen«
(Matthäus 14, 6-8). In Wirklichkeit war der Tanz der sieben Schleier
ein bedeutender Bestandteil des Heiligen Dramas, das den Tod des
Ersatz-Königs, seinen Abstieg in die Unterwelt als Errettung durch
die Göttin darstellte; die Göttin legte dabei an jeder der sieben
Pforten der Unterwelt eines ihrer sieben Gewänder ab. Die Salome
oder »Friede« (Schalom) genannte Priesterin verkörperte die hinab-
steigende Göttin, indem sie durch sieben Tore in den Tempel Jeru-
Salem (das Haus des Friedens) schritt. »Josephus berichtet, dass der
erste Name der Stadt Solyma lautete. Salma oder Salim war augen-
scheinlich der semitische Gott der aufgehenden oder wiedergeborenen
Sonne; Salmaone war die ägäische Göttin, von der er – gleich
Salmoneus, dem Äolier – seine Titel übernommen hatte.«

Die Salome verkörperte als die dritte der drei Hohenpristerinnen
oder »Marien« die Ishtar. Bei ihrem Namen handelte es sich um eine
Übersetzung der griechischen Irene (Friede), der dritten der drei
Horae genannten heiligen Tempel-Huren. Sie könnte mit der heiligen
Tempel-Hure Maria-Magdalena oder Maria vom Tempel identisch
sein; die sogenannten »sieben Teufel« der Maria Magdalena waren

SALOME 65

demzufolge die Wächter der Unterwelttore, die von den Tempeltän-
zerinnen der sieben Schleier erhielten. Diese Schleier bedeuteten –
wie auch die Regenbogenschleier der Maya – die Schichten irdischer
Erscheinungen oder Täuschungen, die von denen abfielen, die sich
dem zentralen Mysterium der Tiefe näherten. Die Isis trug ebenfalls
sieben Gewänder, denen die gleiche mystische Bedeutung zukam.

Die tanzende Priesterin war mehr als eine simple Unterhaltungs-
künstlerin. Salomes Gatte Joseph wurde getötet, nachdem er mit der
Königin, Mariamne oder Miriam (Maria), geschlafen hatte. Salome
war während der Geburt des Jesus bei der Jungfrau Maria (der
gleichen Maria?) zugegen; manche sagen, sie sei die Hebamme
gewesen, die das heilige Kind auf die Welt brachte. Auch beim Tod
des Jesus war Salome unter den drei Marien zugegen (Markus 15,
40). Offensichtlich war sie auch in den Tod Johannes des Täufers
verwickelt, bei dem es sich aber nicht um Mord, sondern um ein
rituelles Opfer gehandelt haben dürfte.

Einige frühchristliche Religionsgemeinschaften (etwa die Mandäer)
nahmen keine Notiz von Jesus und verehrten Johannes den Täufer als
den wahren geopferten Christus. In einem frühen griechischen Epipha-
nias-Hymnus heißt es, das Blut des Täufers habe die Mütter und Kinder
von Jerusalem »betaut« – das heißt befruchtet. Als eingeweihter esseni-
scher Prophet war Johannes demnach sacer und dazu »auserwählt«, als
Ersatz für den König zu sterben, dessen Blut die Fruchtbarkeit des
Landes gewährleistete. Johannes wurde enthauptet; dies war bei den
frühen ägäischen und levantinischen Kulturen die übliche Art des
Opfertodes; die Enthauptung ist auch heute noch in einigen östlichen
Tempeln der Großen Göttin üblich, wenn auch nun anstelle der Männer
Tiere geopfert werden. Obgleich sie nur bruchstückhaft überliefert ist,
bezeugt die Geschichte der Salome doch das Überleben des Tammuz-
Ishtar-Kultes in Jerusalem: Dort starb in regelmäßigen Zeitabständen
ein Mann in der Rolle des Gottes, und die Frauen stimmten im Tempel
die uralten Klagegesänge für das Opfer an (Ezechiel 8, 14).

Barbara Walker, Das geheime Wissen der Frauen, München, S. 943f.

66 SALOME

SALOME 67

Gustave Flaubert

HERODIAS

– Auszug aus der Erzählung –

Die Behänge der goldenen Empore teilten sich jäh; und im Glanz der
Kerzen, zwischen ihren Sklavinnen und Festons aus Anemonen,
erschien Herodias, – auf dem Kopf eine assyrische Mitra, festgehalten
von einem Kinnband; ihr Haar fiel in spiralförmigen Locken über
den scharlachroten Peplos mit Schlitzen entlang der Arme. Zwei
steinerne Ungeheuer, wie jene am Schatzhaus des Atreus, reckten
sich neben der Tür, und so glich sie Kybele, flankiert von ihren
Löwen; und hoch über Antipas, eine Opferschale in der Hand, rief
sie von der Balustrade herab:

»Lang lebe Caesar!«

Diese Huldigung wurde von Vitellius, Antipas und den Priestern
wiederholt.

Doch hinten im Saal erhob sich ein Geraune, das Staunen und Be-
wunderung ausdrückte. Ein junges Mädchen war eingetreten.

Unter einem bläulichen Schleier, der Brust und Kopf verhüllte, konnte
man die Bögen ihrer Augenbrauen erkennen, die Chalzedone ihrer
Ohren, das Weiß ihrer Haut. Ein schillerndes Seidentuch bedeckte die
Schultern, um die Mitte gehalten von einem Gürtel aus Goldschmiede-
arbeit. Ihre schwarzen Beinkleider waren übersät mit Alraunen, und
nachlässig klackerten ihre Pantöffelchen aus Kolibriflaum.

Auf dem Podium angelangt, ließ sie den Schleier fallen. Es war
Herodias, wie einst in ihrer Jugend. Dann begann sie zu tanzen.

Ihre Füße setzten sich einer vor den anderen, im Rhythmus der
Flöte und zweier Crotales. Ihre gerundeten Arme riefen nach einem,
der ständig entfloh. Sie verfolgte ihn, leichter als ein Schmetterling,
wie eine neugierige Psyche, wie eine irrende Seele, und gleich flöge
sie auf und davon.

68 SALOME

Die traurigen Klänge der Gingras verscheuchten die Crotales.
Niedergeschlagenheit folgte aufs Hoffen. Ihre Pose sprach von
Schmachten, ihr ganzer Leib von solcher Sehnsucht, dass man nicht
wusste, klagte sie um einen Gott oder erstarb sie in seiner Umar-
mung. Die Lider halb geschlossen, krümmte sie ihre Taille, bewegte
den Bauch mit wogendem Schaukeln, ließ ihre beiden Brüste zit-
tern, und ihr Gesicht blieb reglos, und nie standen ihre Füße still.

Vitellius verglich sie mit Mnester, dem Pantomimen. Aulus erbrach
noch immer. Der Tetrarch versank in Träumereien und dachte nicht
länger an Herodias. Er meinte, sie bei den Sadduzäern zu sehen. Das
Trugbild entschwand.

Es war kein Trugbild. Sie hatte fern von Machaerus ihre Tochter
Salome erziehen lassen, und der Tetrarch würde sie lieben; der
Einfall war gut. Dessen war sie nun ganz gewiss!

Jetzt kam das Rasen der Liebe, die nach Erfüllung strebt. Sie tanzte
wie die Priesterinnen Indiens, wie die Nubierinnen von den Kata-
rakten, wie die Bacchantinnen Lydiens. Sie bog sich nach allen
Seiten wie eine sturmgepeitschte Blume. Die Brillanten an ihren
Ohren hüpften, der Stoff an ihrem Rücken schimmerte; von ihren
Armen, ihren Füßen, ihren Kleidern sprühten unsichtbare Funken,
und jeder Mann war entflammt. Eine Harfe sang; die Menge antwor-
tete mit Jubel. Ohne die Knie zu beugen, spreizte sie ihre Beine und
neigte sich so tief hinab, dass ihr Kinn den Boden streifte; und die an
Enthaltsamkeit gewöhnten Nomaden, die in Ausschweifung erfahre-
nen Soldaten Roms, die geizigen Zöllner, die im Gezänk verbitterten
alten Priester, alle blähten die Nüstern, bebten vor Begierde.

Dann wirbelte sie um den Tisch des Antipas, rasend, wie der
Hexenkreisel, und mit von wollüstigem Schluchzen unterbrochner
Stimme sagte er: »Komm! komm!« Sie wirbelte weiter; die Tympana
dröhnten zum Zerspringen, die Masse johlte. Der Tetrarch aber
schrie lauter: »Komm! komm! Du erhältst Kapernaum! die Ebene
von Tiberias! meine Zitadellen! die Hälfte meines Reiches!«

Sie sprang auf die Hände, Fersen in der Luft, trippelte übers Podium
wie ein großer Skarabäus; und stand plötzlich still.

SALOME 69

Nacken und Rückgrat bildeten einen rechten Winkel. Die bunten
Hosen, die ihre Beine umhüllten, fielen herab über die Schulter wie
Regenbogen und rahmten ihr Gesicht, eine Elle entfernt vom
Boden. Ihre Lippen waren geschminkt, ihre Brauen tiefschwarz,
ihre Augen fast furchterregend, und die Schweißperlen ihrer Stirn
waren wie Tau auf weißem Marmor.

Sie sagte nichts. Die beiden musterten einander.

Ein Fingerschnalzen klang von der Empore. Sie lief hinauf, kam
wieder; und leicht lispelnd sprach sie mir kindlicher Miene die
Worte:

»Ich will … gib mir in einer Schüssel den Kopf …«

Sie hatte den Namen vergessen, fuhr jedoch lächelnd fort: »Den
Kopf des Jochanaan!«

Der Tetrarch sackte in sich zusammen, vernichtet.

Er war gebunden durch sein Wort, und das Volk wartete. Wenn der
ihm prophezeite Tod aber einen anderen traf, konnte das vielleicht
seinen eigenen abwenden? War Jochanaan tatsächlich Elia, dann
würde er entkommen; war er’s nicht, hatte der Mord nicht die
geringste Bedeutung.

Mannaëi stand neben ihm und erriet seine Absicht.

Vitellius rief ihn zu sich, raunte die Losung, denn Posten bewachten
die Grube.

Das brachte Erleichterung. Noch eine Minute und alles wäre vorbei!

Doch Mannaëi ließ sich Zeit.

Er kehrte zurück, völlig verstört.

Seit vierzig Jahren versah er das Amt des Henkers.

Er hatte Aristobulos ertränkt, Alexandros erwürgt, Mattatias leben-
dig verbrannt, Zosimus, Pappus, Joseph und Antipater enthauptet;
und er getraute sich nicht, Jochanaan zu töten! Seine Zähne klapperten,
er zitterte am ganzen Leib.

70 SALOME

Er hatte vor der Grube den großen Engel der Samaritaner erblickt,
von oben bis unten voller Augen und in der Faust ein riesiges
Schwert, rot und gezackt wie eine Flamme. Zwei als Zeugen mitge-
brachte Soldaten konnten es bestätigen.

Sie hatten nichts gesehen, außer einen jüdischen Hauptmann, der
sich auf sie gestürzt hatte und der nicht mehr lebte.

Die Wut der Herodias ergoss sich in einem Schwall vulgärer und
gehässiger Flüche. Sie zerbrach sich die Nägel an Gitter der Empore,
und die zwei in Stein gehauenen Löwen schienen ihr in die Schul-
tern zu beißen und zu brüllen wie sie.

Antipas tat es ihr gleich, denn Priester, Soldaten, Pharisäer, alle
forderten Rache, und die anderen waren empört über das Hinauszö-
gern ihrer Belustigung.

Mannaëi ging, sein Gesicht verbergend.

Die Gäste fanden das Warten noch öder als beim ersten Mal.
Man langweilte sich.

Plötzlich hallte das Geräusch von Schritten durch die Flure.
Die Qual wurde unerträglich.

Der Kopf kam herein; und Mannaëi hielt ihn an den Haaren, mit
ausgestrecktem Arm, stolz über den Beifall.

Nachdem er ihn auf eine Schüssel gelegt hatte, reichte er ihn Salome.

Sie eilte flink auf die Empore; einige Minuten später wurde der Kopf
von jener alten Frau zurückgebracht, die der Tetrarch am Morgen
auf dem Dachgarten eines Hauses bemerkt hatte und vorhin im
Gemach der Herodias.

Er wich zurück, um ihn nicht zu sehen. Vitellius schenkte ihm nur
einen gleichgültigen Blick.

Mannaëi stieg hinab vom Podium und zeigte ihn den römischen
Hauptleuten, dann all jenen, die auf dieser Seite hier speisten.

Sie beäugten ihn.

SALOME 71

Die scharfe Klinge des Werkzeugs hatte, von oben nach unten
gleitend, den Kiefer beschädigt. Beide Mundwinkel waren krampf-
haft verzerrt. Blut, schon geronnen, sprenkelte den Bart. Die
geschlossenen Lider waren bleich wie Muscheln; und die Kandela-
ber ringsum warfen ihre Strahlen.

Er gelangte zum Tisch der Priester. Ein Pharisäer drehte ihn neugierig;
und als Mannaëi ihn wieder aufgerichtet hatte, stellte er ihn vor
Aulus, der darob erwachte. Durch den Spalt zwischen den Wimpern
schienen die toten Augen und die erloschenen Augen einander etwas
zu sagen.

Anschließend präsentierte Mannaëi ihn vor Antipas.

Tränen kullerten über die Wangen des Tetrarchen.

Die Fackeln erloschen. Die Gäste gingen; und in dem Saale blieb nur
Antipas, die Hände an den Schläfen, den Blick immer noch auf dem
abgeschlagenen Kopf, während Phanuel aufrecht in der Mitte des
großen Schiffs Gebete murmelte, die Arme ausgebreitet.

Übersetzung von Elisabeth Edl

72 SALOME

SALOME 73

74 SALOME

OSCAR WILDE, undatiert, ca. 1890

SALOME 75

OSCAR WILDE —
ZEITTAFEL

1854  Oscar Wilde wird am 16. Oktober als zweiter Sohn des Arztes
und Reiseschriftstellers William Wilde und dessen Frau, der
Schrifstellerin Jane Elgee, in Dublin/ Irland geboren.

1874  Bereits während seines Literaturstudiums in Oxford erfährt
er erste literarische Anerkennung.

1878  Nach Abschluss seines Studiums unternimmt Wilde mehrere
Reisen nach Italien, Griechenland, in die USA und häufig nach
Paris. In Paris verkehrt er in etablierten Künstlerkreisen und lernt
u. a. die Schriftsteller Victor Hugo, Emile Zola und Paul Verlaine
sowie die Maler Edgar Degas und Camille Pissarro kennen.

1879  Oscar Wilde verlegt seinen Lebensmittelpunkt nach London,
wo er sich als geistreicher Dandy und Skandalautor einen Namen
macht.

1884  Heirat mit Constance Lloyd, mit der er zwei Söhne haben
wird.

Abgesehen von seiner Ehe, mit der er die Erwartungen der gesell-
schaftlichen Konvention erfüllt, lebt Oscar Wilde ein homosexuelles
Leben mit wechselnden Bekanntschaften. Von größerer Bedeutung
ist die Freundschaft zu seinem späteren Verleger Robert Ross
sowie – ab 1891 – die in Summe verhängnisvolle Beziehung zu
dem 16 Jahre jüngeren Upper-Class-Spross Lord Alfred Douglas,
genannt ›Bosie‹.

1887  Wilde wird Herausgeber des Frauenmagazins ›The Woman’s
World‹.

In den späten 1880er- und frühen 1890er-Jahren veröffentlicht
Oscar Wilde seine wichtigsten Werke, darunter die Märchen-
sammlung »The Happy Prince and Other Tales« (1888) »The

76 SALOME

Birthday of the Infanta« (1889), »Lady Windermere’s Fan« (1892),
»A Woman of No Importance« (1893), »An Ideal Husband« und
»The Importance of Being Earnest« (1895). Mit seinem Roman
»The Picture of Dorian Gray« (1890) löst er einen Skandal aus, der
sich von da an unlöslich mit seinem Namen verbindet.

1891  Oscar Wilde verfasst in Paris in französischer Sprache den
Einakter »Salomé«. Bereits 1888 hatten ihn die Beschreibungen
zweier Gemälde in Joris Huysmans’ Roman »A rebours«, auf denen
Szenen des Herodes-Salome-Themas dargestellt sind, für dieses
Thema eingenommen.

Wildes Liebhaber Lord Alfred Douglas übersetzt »Salomé« ins
Englische. Die von Wilde angestrebte Uraufführung der »Salomé«
mit der weltberühmten Schauspielerin Sarah Bernhardt in London
wird jedoch von der Zensur verhindert. England kommt daher für
geraume Zeit für eine Aufführung des Werks nicht mehr in Frage.
1895 erscheint in London die englische Edition des Werks mit den
berühmten Illustrationen des Jugendstil-Zeichners Aubrey Beards-
ley. Die Uraufführung des Schauspiels findet, ohne Wildes Beisein,
in der Zeit seiner Haft, erst 1896 in Aurélien Lugné-Poës Théâtre
de l'Œuvre in Paris statt. Einzelheiten über diese Aufführung,
auch was die Besetzung betrifft, sind nicht bekannt.

1895  Nachdem der Vater von Wildes Liebhaber Lord Alfred
Douglas eine an den Schriftsteller adressierte Karte mit dem Satz
»To Oscar Wilde posing as a sodomite« hinterlegt hat, mündet die
von Wilde aufgegebene Verleumdungsanzeige für ihn in einen
fatalen Prozess, bei dem er wegen homosexueller Neigungen und
Unzucht zu zwei Jahren Zuchthaus und Zwangsarbeit verurteilt
wird.

Nach seiner Entlassung verlässt Wilde 1897 – gebrochen durch die
Strapazen der Haft, finanziell ruiniert, gesellschaftlich geächtet
– England und lebt von nun an wurzellos und unstet unter einem
Pseudonym in Frankreich. 1900 beendet er, nachdem es zeitweise
noch zu Begegnungen mit Lord Alfred Douglas gekommen war,
diese immer problematischer gewordene Beziehung. Seine letzte

SALOME 77

Veröffentlichung ist »The Ballad of Reading Gaol«, eine literarische
Verarbeitung seiner schweren Erlebnisse.

1898  Oscar Wildes Ehefrau Constance, die – unter dem Druck der
rufmörderischen Ereignisse – mit ihren Söhnen England verlassen
und unter Pseudonym zeitweise in der Gegend von Nürnberg
gelebt hatte, verstirbt 40-jährig in Genua. Bis zuletzt hatte sie es
– entgegen den Ratschlägen ihrer Umgebung – abgelehnt, die
Scheidung von ihrem getrennt lebenden Ehemann einzureichen,
und war ihm mental verbunden geblieben.

1900  Nachdem er im Herbst zwei schmerzhafte Notoperationen
über sich hat ergehen lassen müssen, stirbt Oscar Wilde am 30.
November im Alter von 46 Jahren – verarmt, gänzlich abseits der
Öffentlichkeit und nur von wenigen treuen Weggefährten, darunter
Robert Ross, begleitet – in einem bescheidenen Pariser Hotel.

1902  Nachdem Wildes »Salome«, in der deutschen Übersetzung
von Hedwig Lachmann, bereits in – zensurbedingt – privaten
Aufführungen in München und Breslau gezeigt worden ist, erlebt
der Einakter am 15. November, ebenfalls als ›Privataufführung‹, in
einer Inszenierung des Regisseurs Max Reinhardt seine sensationell
erfolgreiche Berliner Erstaufführung. Gertrud Eysoldt, eine
Schauspielerin, die den für diese Theaterepoche prägenden Rollen-
typ der ›dämonischen Frau‹ kongenial ausfüllt, spielt die Titelrolle.

Richard Strauss, seit vier Jahren Hofkapellmeister in Berlin,
besucht eine dieser (›Privat‹)Aufführungen in Max Reinhardts
›Kleinem Theater‹ und zeigt sich fasziniert.

78 SALOME

RICHARD STRAUSS —
ZEITTAFEL

1864  Am 11. Juni wird Richard Strauss in München als Sohn des
Musikers Franz Joseph Strauss, erster Hornist der Münchener
Hofoper, und Josephine Strauss, Tochter der wohlhabenden
Münchner Brauersfamilie Pschorr, geboren. Drei Jahre später folgt
seine Schwester Johanna.

1882  Nachdem er bereits im Kindesalter eine intensive musikali-
sche Ausbildung und als Jugendlicher ersten Kompositionsunter-
richt erhalten hat, legt Richard Strauss sein Abitur am Kgl. Ludwig
Gymnasium in München ab. Neben seiner Vorliebe für Musik hat
sich auch sein Interesse für Geschichte (Römer/Griechen) heraus-
kristallisiert. Mehrere Frühkompositionen sind bereits entstanden,
u. a. einer der Chöre aus »Elektra«. Schon 1881 druckt der Verlag
Joseph Aibl den Festmarsch in Es-dur (op.1). Zunächst beginnt er
ein Philosophiestudium an der Universität München.

1884  Erster Auftritt als Dirigent: Hans von Bülow, ein Wagnerianer,
den Strauss 1882 auf einer Berlinreise kennen gelernt hat, lässt den
jungen Komponisten ohne Probe seine Bläsersuite in B-dur mit der
Meininger Kapelle aufführen.

1885  verschafft von Bülow ihm den Job des Musikdirektors der
Meininger Hofkapelle unter Herzog Georg. Es stellt sich seine
große Begabung als Dirigent heraus.

1887  Erste Italienreise: Die symphonische Fantasie »Aus Italien«
(op. 16) entsteht, die ein Jahr später in München uraufgeführt wird.
Strauss wird außerdem dritter Kapellmeister der Münchener
Hofoper. Die Stelle wird ihm nicht gerecht, und er hat viel Zeit
zum Komponieren. So entstehen u. a. die Tondichtungen »Don
Juan« und »Macbeth«.

SALOME 79

1889  nimmt er die Stelle als zweiter Kapellmeister in Weimar an.

1892  Strauss reist mehrere Monate durch Griechenland und Ägypten.
Dabei sammelt er Eindrücke, die sich später auch in seiner Oper
»Salome« niederschlagen werden.

1894  Heirat mit der Sopranistin Pauline de Ahna (1863 – 1950).
Strauss’ erste Oper, »Guntram«, bei der er sich noch an Richard
Wagner orientiert, wird in Weimar uraufgeführt – ohne durch-
schlagenden Erfolg.

1897  Geburt des Sohnes Franz Alexander. Er vollendet die um-
strittene symphonische Dichtung »Ein Heldenleben« sowie seine
zweite Oper »Feuersnot«. Schon jetzt wird er in manchen Kreisen
als Nachfolger Wagners und Liszts gefeiert.

1898  Strauss wird als erster Kgl. Preußischer Hofkapellmeister
nach Berlin berufen.

1902  Strauss besucht in Berlin eine (›Privat‹-)Aufführung des
Schauspiels »Salome« von Oscar Wilde (Regie: Max Reinhardt).
Schon kurz darauf entstehen erste musikalische Skizzen für eine
mögliche Vertonung.

1903  Strauss setzt sich für die Absicherung von Komponisten ein
und ist Mitbegründer der Anstalt für musikalisches Aufführungs-
recht, der Vorgängerin der heutigen GEMA.

1905  Die Uraufführung der »Salome«, am 9. Dezember in der
Dresdner Hofoper, verschafft Strauss – auch wenn ein Teil des
Publikums sich von dem Werk abgestoßen zeigt – umgehend inter-
nationale Anerkennung als Opernkomponist.

1906  In Graz findet am 16. Mai die weithin Aufsehen erregende
österreichische Erstaufführung der »Salome« statt. Strauss diri-
giert. Im Publikum befinden sich u. a. Giacomo Puccini, Gustav
Mahler, Arnold Schönberg und Alban Berg.

»Salome«-Aufführungen in Breslau, Nürnberg, Köln, München,
Mailand, Turin, Brüssel, Amsterdam, Berlin und Paris schließen
sich an. Das Werk gilt gleichermaßen als erfolgreich und

80 SALOME

›skandalös‹. An der New Yorker Met, 1907, wird die Oper aufgrund
des prekären Sujets und der Reaktionen nach nur einer Aufführung
abgesetzt. In Wien müssen sich die Opernbesucher gar bis zum
Jahr 1918 gedulden – erst dann, mit dem Ende der Österreichisch-
Ungarischen-Monarchie, hält die Prinzessin aus Judäa in der
österreichischen Metropole ihren triumphalen Einzug.

1908  Strauss wird zum Leiter der Berliner Hofkapelle und
Generalm­ usikdirektor der Hofoper ernannt. Er erwirbt eine Villa
in Garmisch.

1909  Im Frühjahr wird in Dresden »Elektra« uraufgeführt.
Das Libretto stammt von Hugo von Hofmannsthal.

1910  Tod der Mutter

1911  Uraufführung des zweiten Strauss-Hofmannsthal-Werks
»Der Rosenkavalier« in Dresden. Als weitere Zusammenarbeiten
mit Hugo von Hofmannsthal werden »Ariadne auf Naxos« (Stutt-
gart 1912), »Die Frau ohne Schatten« (Wien 1919), »Die ägyptische
Helena« (Dresden 1928) und »Arabella« (Dresden 1933) folgen.

1914  Zu Ehren seines 50. Geburtstags wird eine Gedenktafel an
Strauss’ Geburtshaus angebracht. Er erhält zudem die Ehrendoktor­
würde durch die Universität Oxford.

1918  Nach Vorwürfen des Berliner Intendanten Hülsen-Haeseler,
er reise zu viel und dirigiere zu wenig am eigenen Haus, verlässt
Strauss die Hofoper Berlin.

1919  Strauss wird, neben Franz Schalk, Direktor der Wiener
Staatsoper.

1920  Strauss unternimmt erneut zahlreiche Reisen, u. a. nach
Südamerika.

1924  Erneuter Vorwurf der Vernachlässigung seines Amtes:
Strauss tritt zurück und wirkt von nun an nur als Komponist und
Dirigent.

SALOME 81

1933  Die Nationalsozialisten ernennen Strauss zum Präsidenten
der neuen Reichsmusikkammer.

1935  Nachdem er aufgrund der Zusammenarbeit mit Stefan Zweig
bei »Die schweigsame Frau« von den Nazis kritisiert worden ist,
schreibt Strauss einen erzürnten Brief. Dieser wird von der Gestapo
abgefangen. Strauss muss von seinem Amt zurücktreten.

1936  Die »Olympische Hymne« eröffnet die sechsten Olympischen
Spiele in Berlin.

1938  »Friedenstag« wird in München und »Daphne« in Dresden
uraufgeführt.

1942  Uraufführung »Capriccio« in München – mitten im 2. Welt-
krieg.

1944  Da aufgrund des »totalen Krieges« alle Theater geschlossen
werden, kann »Die Liebe der Danae« nicht aufgeführt werden.

1945  Strauss siedelt nach Kriegsende in die Schweiz über.

1949  Strauss hat mehrere Konzertreisen hinter sich, bei denen er
sich ein Blasenleiden zugezogen hat. Er wurde bereits operiert.
Am 13. Juli steht Strauss im Rundfunkhaus Münchens für einen
Strauss-Film ein letztes Mal am Dirigentenpult. Am 8. September
erliegt er in Garmisch einer Harnsteinvergiftung.

82 SALOME

SPIELZEIT 2018. 19

TEXTNACHWEISE

Das Interview mit dem Regisseur Ted Huffman und der Aufsatz
»Man töte dieses Weib!« von Georg Kehren sind Originalbeiträge
für dieses Programmheft.

Handlung, Zeittafeln und die Stammbäume mit Erläuterungen:
Georg Kehren (Grafik: Alice Roch)

Richard Strauss, »Betrachtungen und Erinnerungen«, Mainz 2014;
Flavius Josephus, aus: »Jüdische Altertümer«, aus dem Griechi-
schen übersetzt von H. Clementz, Darmstadt o. Jhg.; Ernst Krause,
aus »Richard Strauss«, Leipzig 1979; Zitat Oscar Wilde, aus:
Richard Ellmann, «Oscar Wilde«, dt. Übers. Hans Wolf,
München 1991; Salome-Almanach, zusammengestellt von Peter
Krumme, aus: Oscar Wilde, »Salome«, Programmheft Holtz Theater-
produktion, Berlin 2003; Gustave Flaubert, »Drei Geschichten«,
neu übersetzt von Elisabeth Edl, München 2017

BILDNACHWEISE
Oscar Wilde als Salome aus: Richard Ellmann, «Oscar Wilde«,
München 1991; Porträts Oscar Wilde und Richard Strauss aus:
Richard Strauss, «Salome«, Programmheft Staatsoper Unter den
Linden, Saison 2017.2018; Gustave Moreau, »L’Apparition« und die
Illustration von Aubrey Beardsley aus: »Salome«-Programmheft
Royal Opera House, London, Saison 2007.2008
Die Probenfotos von Paul Leclaire entstanden auf der Klavier-
Hauptprobe am 6. Oktober 2018.

Leider konnten nicht alle Rechteinhaber ermittelt werden.
Wir bitten gegebenenfalls um einen Hinweis.

IMPRESSUM
HERAUSGEBER Oper Köln INTENDANTIN Dr. Birgit Meyer GESCHÄFTSFÜHRENDER
DIREKTOR Patrick Wasserbauer REDAKTION Georg Kehren
PROBENFOTOS Paul Leclaire GESTALTUNG formdusche, Berlin
SATZ Alice Roch DRUCK Druckerei + Verlag Mainz, Aachen

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DER KÖLNER OPER E.V.

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dies gerade auch in den schwierigen Zeiten der Sanierung des Hauses

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TEL.: 0221 687571

Verein der »Freunde der Kölner Oper e.V.«
Auf der Kicken ,  Köln

84 SALOME
MARTIN KOCH, TANZENSEMBLE, STATISTERIE
INGELA BRIMBERG, DINO LÜTHY

SALOME 85
MARTIN KOCH, JÁN RUSKO, ALEXANDER FEDIN

86 SALOME

SALOME 87

88 SALOME
JOHN HEUZENROEDER, WILLIAM GOFORTH, MARTIN KOCH, YUNUS SCHAHINGER, STATISTERIE

SALOME 89

90 SALOME
JUDITH THIELSEN, DINO LÜTHY

ANTON KUZENOK, JOHN HEUZENROEDER, INGELA BRIMBERG

SALOME 91

92 SALOME
KOSTAS SMORIGINAS, INGELA BRIMBERG, DALIA SCHAECHTER




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