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Tebis Consulting empfiehlt bei ihrer jüngsten ,Zukunft- im-Visier‘-Netzwerk-Veran- staltung: „Die Potentiale von Synergien in der fertigenden Industrie nutzen“
Horn pflegt mit synthetisch erzeugten mono-kristallinen Diamant-Tools zum Drehen und Fräsen hochglänzender Ober- flächen eine vielseitig-breite Nische
Index erweitert mit der neuen ,TNL32 compact‘ das Pro- gramm der Lang/Kurz-Dreh- automaten von Traub um ein Modell mit höherer Leistungs- dichte – bei minimiertem Footprint
Boehlerit verschreibt sich gemeinsam mit den Schwester- Unternehmen Bilz und Leitz ,gelebter Nachhaltigkeit‘: ökonomisch wie ökologisch wie sozial

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Published by GP: Ganzheitliche Produktion, 2024-06-30 13:16:43

GP: GANZHEITLICHE PRODUKTION 1/2-2023

Tebis Consulting empfiehlt bei ihrer jüngsten ,Zukunft- im-Visier‘-Netzwerk-Veran- staltung: „Die Potentiale von Synergien in der fertigenden Industrie nutzen“
Horn pflegt mit synthetisch erzeugten mono-kristallinen Diamant-Tools zum Drehen und Fräsen hochglänzender Ober- flächen eine vielseitig-breite Nische
Index erweitert mit der neuen ,TNL32 compact‘ das Pro- gramm der Lang/Kurz-Dreh- automaten von Traub um ein Modell mit höherer Leistungs- dichte – bei minimiertem Footprint
Boehlerit verschreibt sich gemeinsam mit den Schwester- Unternehmen Bilz und Leitz ,gelebter Nachhaltigkeit‘: ökonomisch wie ökologisch wie sozial

GP: Ganzheitliche Produktion jk-script-Verlag www.gp-script.com Index erweitert mit der neuen ,TNL32 compact‘ das Programm der Lang/Kurz-Drehautomaten von Traub um ein Modell mit höherer Leistungsdichte – bei minimiertem Footprint Horn pflegt mit synthetisch erzeugten mono-kristallinen Diamant-Tools zum Drehen und Fräsen hochglänzender Oberflächen eine vielseitig-breite Nische Tebis Consulting empfiehlt bei ihrer jüngsten ,Zukunftim-Visier‘-Netzwerk-Veranstaltung: „Die Potentiale von Synergien in der fertigenden Industrie nutzen“ Heft 1/2-2023 Boehlerit verschreibt sich gemeinsam mit den SchwesterUnternehmen Bilz und Leitz ,gelebter Nachhaltigkeit‘: ökonomisch wie ökologisch wie sozial


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GP: 1/2-2023 3 GP: Organisieren Fertigen Führen Inhalt Impressum GP: Organisieren Fertigen Führen Organisieren Fertigen Führen Impressum GP: Ganzheitliche Produktion www.gp-script.com Die in der GP veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt; Nachdruck ausschliesslich mit Genehmigung des Verlags unter ausführlicher Quellenangabe erlaubt. Gerichtsstand und Erfüllungsort: Müllheim/Baden Chiron Group hat sich viel vorgenommen: mit ihrem Anspruch, dank ihrer WZM-Entwicklungen ihren Kunden in deren Wettbewerb einen Vorsprung zu ,ermöglichen‘ 30 Verlag jk-script-Verlag Moltkestrasse 8a D-79379 Müllheim/Baden www.jk-script-verlag.com Herausgeber/Chefredakteur Jürgen Kromberg (jk) Tel: 07631-705 891 eMail: [email protected] Anzeigen-Akquisition Jürgen Kromberg Tel: 07631-705 891 Anzeigen-Administration Karin Kromberg Tel: 07631-175 214 Satz und Layout: Susanne Hilpert Badischer Verlag GmbH & Co. KG ISSN 1866-0592 Bankverbindung: Sparkasse Markgräflerland (Konto-Nr: 10812 2045 BLZ: 683 518 65) Inserenten Beckhoff 5 Boehlerit 11 Ceratizit 25 Chiron 29 ESA Eppinger 31 Hermle 21 Horn 2 Index-Werke 23 Liebherr 7 Mapal 15 Mimatic 27 Ott-Jakob 7 Tebis Consulting empfiehlt bei ihrer jüngsten ,Zukunft-im-Visier‘-Netzwerk-Veranstaltung: „Die Potentiale von Synergien in der fertigenden Industrie nutzen“ 6 AWK‘23 gelingt Aufbruchstimmung für eine wertsteigernde Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel, den weltweit gültigen Emissions- und Klimazielen (endlich) zu entsprechen 9 Horn pflegt mit synthetisch erzeugten mono-kristallinen Diamant-Tools zum Drehen und Fräsen hochglänzender Oberflächen eine vielseitig breite Nische 12 Index erweitert mit der neuen ,TNL32 compact‘ das Programm der Lang/Kurz-Drehautomaten von Traub um ein Modell mit höherer Leistungsdichte – bei minimiertem Footprint! 14 LMT Tools verspricht mit ihren ,EasyMill‘-Fräsern: ,volle Flexibilität für alle Fräs-Operationenʼ 17 Hermle zur 2023er-Hausausstellung mit kultigem Original ,T1- Bulli‘ als Eye-Catcher, verzeichnet inzwischen mehr als 50 (!) Prozent Order für aus werkstückseitig automatisierte BAZs 18 Mapal KG ergänzt mit 4-schneidigem Aussteuer-Werkzeug ihr schon umfassendes ,Basic-PerformanceExpert‘-Portfolio zum effizienten Bearbeiten von Stator-Bohrungen 20 Bota Systems offeriert mit ihrem ,MiniOne‘ ihren bislang kleinsten und sensibelsten 6-achsigen Kraft/ Momenten-Sensor 24 Ceratizit setzt sich erfolgreich in Szene: mit einem trochoid gefrästen (!) Mountain-Bike-Rahmen – und mit neuen Tools 26 Boehlerit verschreibt sich gemeinsam mit den Schwester-Unternehmen Bilz und Leitz ,gelebter Nachhaltigkeit‘: ökonomisch, wie ökologisch wie sozial 33


4 GP: 1/2-2023 Editorial GP: Organisieren Fertigen Führen Foto: Gilles Lorin …von fast oder nahezu bis: rund oder sogar: mehr als die Hälfte… (jk) Selbst wenn im September mit der Emo in Hannover die weltgrößte fertigungstechnische Ausstellung (primär fürs Zerspanen) fast ja schon zelebriert wird…: …so gibt es doch im Frühjahr (also an die sechs Monate zuvor) gleichwohl etliche Hausausstellungen, die teils zumindest schon vorwegnehmen, was an der Leine zu sehen sein wird. Und da ist sicher: soviel (werkstückseitige) Automation wurde noch nie zuvor geboten - das ist ein unaufhaltsamer Trend… …und das zeigten exemplarisch (bitte: nur als Beispiel) gleichermaßen das OpenHouse von Index in Reichenbach wie das der Hermle AG in Gosheim auf dem Heuberg und wie das der Chiron Group SE in Tuttlingen: alle drei schwäbischen WZM-Hersteller sprechen in Anfragen und Bestellungen von zumindest nahezu (Index wie Chiron) bis mehr als 50 Prozent (Hermle) werkstückseitiger Automation… …nun ist die ja nicht neu: kurvengesteuerte Drehautomaten, die sieben Tage die Woche dreischichtig von der Stange arbeiten, waren seit jeher sozusagen qua Prinzip voll automatisiert – und das ist weit länger her als hundert Jahre… …insofern ist ja werkstückseitige Automation alles andre als neu – in der Massen- und in der Großserien-Fertigung etwa der AutomobilIndustrie gab es sie ja auch seit mehr als sehr vielen Jahrzehnten. Neu aber ist der Trend (gleichermaßen bei Drehmaschinen wie bei Bearbeitungszentren) die Werkstückwechsel der Roh- wie Fertigteile zu automatisieren – vornehmlich ja via Industrie-Roboter. Wiederum: bei eher mehr als minder hohen Stückzahlen identischer Werkstücke ist das keine (und niemandem eine) Aufregung mehr wert… …spannend aber wird’s mit der werkstückseitigen Automation wechselnder Aufträge eher kleinerer Lose: händisch lässt sich das ja nicht mehr crash-sicher händeln: Und so wird der hochqualifizierte Facharbeiter, der sein Metier von Schnitttiefe, Drehzahl, Vorschub etc aus dem eff-eff beherrscht, ob er denn mag oder nicht, mit SoftwareUnterstützung zum Programmierer der werkstückseitigen Automation… …und die Dreh- und BAZ-Hersteller müssen sich selbst die Frage beantworten, ob sie (auch) die werkstückseitige Automation in notwendiger Hard- und Software zu ihrem eigenen Business machen: mit also eigener Entwicklung, sogar womöglich eigener Fertigung und Montage, um ihren Kunden alles dank eigener Wertschöpfung und in voller Eigen-Verantwortung aus einer Hand zu bieten; mit dem großen Vorteil, dass im Fall des Service-Falles der betroffene Anwender nur eine Telefonnummer zu wählen hat – und alles wird ohne Zuständigkeits-Gerangel ganz schnell wieder gut… Postskriptum: das ist ja also durchaus eine spannende Frage, welche WZM-Hersteller sich bei der werkstückseitigen Automation zu 100 Prozent kompetent machen wollen und: können. Reizvoll ist Autonomie ja immer – kostet aber eben auch… www.gp-script.com


hochflexible und schaltschranklose Automatisierungslösung robustes, wasser- und staubdichtes Design (Schutzart IP67) Plug-and-play mit steckbaren Funktionsmodulen für IPC, Koppler, I/O, Drive, Relais und System standardisierte Steckverbinder zur Übertragung von Daten und Leistung EtherCAT-Kommunikation langjährig bewährte Anschlussstecker für die Feldebene geringer Engineering-Aufwand hohe Zeit- und Kostenersparnis integrierte Diagnosefunktionen Steckbare Systemlösung für die schaltschranklose Automatisierung: das MX-System | MX11-01G | www.beckhoff.com/mx-system 2023 Halle B6, Stand 310


6 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen Einen Blick werfen über den Tellerrand der eigenen Branche: Wie andere Branchen mit dem Thema umgehen, das weiß insbesondere Andrea Belegante: beispielsweise die Verantwortlichen großer Fast-Food-Ketten direkt an einen Tisch zu bringen, ist in der System-Gastronomie etwa auf der Plattform ihres Verbands durchaus möglich. „Trotz Konkurrenz wissen alle, dass sie nun einmal in einem Boot sitzen und die Herausforderungen der Zeit gemeinsam stemmen müssen“, weiß Belegante und erklärt: „Eine Branche muss sich als Wertegemeinschaft verstehen, die füreinander einsteht.“ Geschlossenes Auftreten gegenüber der Politik sei dabei ein entscheidender Stellhebel: „Für uns mag es ja selbstverständlich erscheinen, welche Themen unsere Branche umtreiben – für die Politik und für die Öffentlichkeit ist es das aber nicht, und deshalb ist Sichtbarkeit entscheidend.“ Den Unternehmen des Werkzeug-, Modell- und Formenbaus rät sie außerdem, offen zu sein für Veränderungen: „Wir leben in einer Welt, die niemals wieder so sein wird wie zuvor. Ja, das ist eine Herausforderung aber zugleich auch eine Chance.“ Dabei fügte sie hinzu: „Allein die Tatsache, dass ich heute hier bei Ihrer Netzwerkveranstaltung mit dabei bin, ist wohl der beste Beweis, dass Ihre Branche durchaus bereit ist, über ihren Tellerrand zu blicken.“ (Dazu muss man wissen: Andrea Belegante ist Rechtsanwältin, ehemalige Haupt-Geschäftsführerin und Lobbyistin, und zudem Speakerin und Autorin…) …dazu kamen kürzlich rund 50 Interessierte zum (übrigens kostenfreien) Online-Event zusammen: da wurde mehr als zwei Stunden erstmal konzentriert knapp referiert – und dann rege diskutiert: Tebis Consulting-Leiter Jens Lüdtke moderierte die Veranstaltung. Pay per Use: gemeinsam krisensicher werden: Als erster beschrieb und erläuterte Paul Bruckberger (CEO von linx4 aus Wien) Pay-per-Use-Finanzierungs-Modelle und wie sie den Unternehmen der Branche dazu verhelfen, Risiken zu minimieren und mehr Flexibilität zu gewinnen - und zwar inform einer Kooperation zwischen linx4 und jeweils einem Maschinen-Hersteller und einem Maschinen-Betreiber: Der Dienstleister linx4 finanziert dabei die Maschine, so dass ihr Hersteller den Vollbetrag erhält, während der Anwender wiederum lediglich allein für die tatsächlich genutzten Maschinen-Laufzeiten zahlt. „Gewiss…“, führt Bruckberger aus, „…wenn alles nach Plan läuft, kommt der Maschinenbetreiber in Summe mit einem Kredit von der Bank günstiger weg, darum aber geht es nicht - das Pay-perUse-Modell dient der Krisenbewältigung: in schlechten Zeiten, wenn die Maschinen aufgrund fehlender Aufträge stillstehen, ist der Betreiber deutlich entlastet. Das Konzept also kann Unternehmen einen Teil des Risikos nehmen und ihnen helfen, am Markt zu bestehen.“ Allerdings räumt Bruckberger auch ein, dass es sich nicht für jeden eignet: „Als Maschinenbetreiber muss man bereit sein, Informationen abzugeben – denn damit das Modell funktioniert, ist es unerlässlich, dem Maschinenhersteller auch bestimmte Nutzungsdaten zugänglich zu machen – und das möchten nicht alle Unternehmen.“ Wichtig sei deshalb, immer anhand konkreter Anwendungsfälle abzuwägen. Das Reden beenden und: einfach - tun! Tebis Consulting empfiehlt bei ihrer jüngsten ,Zukunftim-Visier‘-Netzwerk-Veranstaltung: „Die Potentiale von Synergien in der fertigenden Industrie nutzen“ ,Gemeinsam sind wir stärker!: (und nur) so schaffen Unternehmen und Zulieferer im Werkzeug-, Modellund Formenbau echte Synergien‘ – unter diesem Motto stand kürzlich die 8. Online-Netzwerk-Veranstaltung von Tebis Consulting. Dabei diskutierten drei externe Referenten gemeinsam mit betroffenen Interessenten die Frage, welche Potenziale sich Unternehmen der zwar technisch hoch-kompetenten, aber wirtschaftlich teils sogar gefährdeten ,SpecialTooling‘-SchlüsselIndustrie inform von Partnerschaften erschließen können… Quelle: "quagga"


GP: 1/2-2023 7 GP: Organisieren Individuelle Lösungen und Tatkraft als Stärke kleiner Unternehmen: Erfahrung, wie Kooperationen in der Praxis aussehen können, bringt Dr. Jens Buchert mit: der Geschäftsführer von KW Solution in Göppingen schildert: „In den letzten 15 Jahren habe ich viel aus meinem Netzwerk gelebt“. Dabei sei wichtig, Partner langfristig an sich zu binden und für den Fall des Falles entscheidet er: „Und wenn dann einmal etwas nicht klappt, entwickle ich lieber kreative Lösungen als zu anderen Unternehmen zu wechseln.“ Dafür sei aber auf allen Seiten Offenheit und Flexibilität Grundvoraussetzung – wie gut dann gemeinsame Krisenbewältigung funktioniere, hänge stark ab von der Firmenstruktur des jeweiligen Partners: „Die Stärke kleiner Unternehmen ist es, individuelle Modelle zu schaffen – das ist ein großer Vorteil, der unbedingt zu nutzen ist“, und ruft deshalb dazu auf, tatkräftig zu sein: „Langfristige Pläne gehen im Alltagsgeschäft oft einfach unter – deshalb sollte man kurzfristige Projekte einfach mal ausprobieren und umsetzen – im besten Fall haben dann alle schon nach einem Monat ein Erfolgserlebnis und den Beweis, dass es funktionieren kann. Also: das Reden beenden und einfach – tun! Das spornt definitiv an!“ Nach Ende der Podiums-Diskussion stellten sich die Experten in Breakout-Rooms weiterführenden Fragen der Teilnehmer – und eine konkrete Idee kam denn auch von ihnen: ein Online-Forum für den wechselseitigen Austausch – etwa, um bei einem plötzlichen WZMAusfall kurzfristig Produktions-Kapazitäten von Nachbarn-Unternehmen nutzen zu können. Und Lüdtke fasste dann zusammen: „Das ist ein Vorschlag, den wir auf jeden Fall weiterverfolgen sollten“, und stellt fest: „Der lebhafte Austausch hat gezeigt, dass Kooperationen definitiv ein wichtiger Stellhebel für den Erfolg produzierender Unternehmen sein können.“ Und dann beantwortete Jens Lüdtke der GP noch ihre Fragen: Herr Lüdtke, was war vor acht Jahren – abseits von der Tebis AG mit ihren CAD/CAM- und MES-Entwicklungen – Anlass und Ziel, Tebis Consulting als reine Beratungs-Einheit zu gründen? Namentlich der selbständige Werkzeug-, Modell- und Formenbau ist technisch zumal in den drei D.A.CH-Ländern unbestritten Weltspitze – er hat jedoch allzu oft vor allem organisatorisch Defizite, die - völlig unnötig - zu wirtschaftlicher Dis-Balance führen können. Unbedingtes Ziel unserer Beratung ist ganz klar der Kundennutzen: nämlich so effizient wie möglich zu produzieren, um so schnell wie möglich liefern zu können. Und dazu braucht es – ganz unabhängig von den je genutzten Software-Technologien (von wem auch immer) - ganzheitliche Prozesse: hoch-professionelle externe Beratung, wie Tebis Consulting sie bietet, führt dank flüssiger Abläufe durch schlanke, stringente Prozesse zu höherer Effizienz und (ganz wichtig) zu hoch motivierten Mitarbeitern – ganz unabhängig von den jeweils eingesetzten SoftwareTechnologien… …und eben deshalb betont Tebis Consulting ausdrücklich ihre Eigenständigkeit? OTT-JAKOB Spanntechnik GmbH // www.ott-jakob.de Wir geben uns nicht mit einer guten Lösung zufrieden, sondern suchen stets die allerbeste. Kein Wunder, dass wir seit rund 50 Jahren Meilensteine in der Werkzeugspanntechnik setzen. Überzeugende Vorteile: individuelle Kundenlösungen hohe Langlebigkeit Service und Reparaturen inhouse IHRE ANFORDERUNG IST DER MASSSTAB FÜR UNSERE SPANNSYSTEME A new era in automation! Bin Picking-Lösungen mit LHRobotics.Vision Vom Technologiepaket bis zur schlüsselfertigen Roboterzelle – Erfassen: Herstellerunabhängiges 3D-Vision-System, KI-optimierte Teileerkennung – Greifen: Berechnung des optimalen Greifpunkts zur kollisionsfreien Teileentnahme – Positionieren: Roboterbahnplanung bis zur Ablageposition – Simulieren: Simulation der Kistenbefüllung mittels Physics Engine und virtuelles Testen des Bin Picking-Prozesses Automatica München von 27.-30.06.: Halle A4, Stand 101 Automationssysteme


8 GP: 1/2-2023 Marktdruck durch kostengünstigeren Wettbewerb immer mehr zunimmt: es geht ja hier schließlich um den Bestand einer SchlüsselKompetenz. Das treibt Sie an ? Ja – aber nicht nur das: wir engagieren uns neben den kostenpflichtigen Beratungs-Aktivitäten ja auch ehrenamtlich und damit kostenlos – dazu gehören das Online-Netzwerk-Event und: wir generieren aussagekräftig-hilfreiche Studien zum kostenfreien Download und haben eine Branchen-App entwickelt, die in den App-Stores gleichfalls zum kostenlosen Download bereitsteht: also uns ist wichtig, Impulse zu setzen und den Unternehmen Entscheidungs-Grundlagen zu liefern - das vermittelt einerseits wichtiges KnowHow, schafft zudem Vertrauen, und andrerseits hilft es uns indirekt auch: denn geht es den Unternehmen gut, die wir beraten – dann: geht es auch uns gut. www.tebis-consulting.com wissen alle, wovon wir reden – und so sind wir denn einerseits hoch-professionell, andrerseits absolut leger unterwegs: anders würden wir in eher kleinteilig strukturierten Branchen wie etwa dem Werkzeug-, Modell- und Formenbaus und also in mittelständischen Fertigungsbetrieben gar nicht akzeptiert werden. Was hat Tebis Consulting bewogen, neben themen-spezifischen Tages-Seminaren (etwa über Projekt-, ShopFloor-Management, Rüstzeit-Minimierung…) und firmenindividueller Beratung auch noch Online-Netzwerk-Veranstaltungen zu starten? Wir haben uns als Tebis Consulting zum Ziel gesetzt, einen Teil dazu beizutragen, dass insbesondere der Werkzeug-, Modell- und Formenbau und darüber hinaus der allgemeine Mascinenbau im deutschsprachigen Europa wettbewerbsfähig bleibt – zumal in einer Zeit, in der ja der wirtschaftliche das, sowie: wie ist das mit Ihrer ShopFloor-Akzeptanz? Nun - ,fertigungsnah‘ bedeutet für uns, dass wir die Sprache aller Ebenen und aller Abteilungen eines Unternehmens sprechen: jeder Kollege von Tebis Consulting spricht, diskutiert, informiert mit allen Mitarbeitenden in allen Abteilungen und für alle Aufgaben eines Unternehmens auf Augenhöhe und bis ins Detail. Zudem und insofern sind wir und agieren wir wohl etwas anders als die üblichen BeratungsUnternehmen: Tebis Consulting ist unbedingt pragmatisch unterwegs – mit praxisfundierter Theorie (und das gilt für jeden BeratungsMitarbeiter von Tebis Consulting) wie mit mindestens zehn, eher 15 Jahren unmittelbarer fertigungstechnischer Berufserfahrung. Wir Wenn man sich – ganz allgemein - als produzierendes Unternehmen (und dazu gehört unter andrem auch der Werkzeug-, Modell- und Formenbau) einen Berater ins Haus holt, mit der Aufgabe und dem Ziel, dass die innerbetriebliche Wertschöpfungskette schlanker und also die Organisation effizienter wird, dann will man nicht vom Tebis Consulting hören, dass zukünftig CAD/CAM-Software der Tebis AG einzusetzen ist, um Erfolg zu haben: also für unsere Akzeptanz als Tebis Consulting ist ausschlaggebend, dass wir softwareseitig glaubwürdig unabhängig sind: so ist eminent, dass Objektivität und der Vorteil der Kunden absolute Priorität haben – und das ist für potentielle Kunden glaubwürdig nur, wenn man als Tebis Consulting auch zu einem nennenswerten Anteil auch für Firmen arbeitet, die keine Software der Tebis AG einsetzen – und: in diesen Firmen bekommt man nur Beratungs-Projekte, wenn man unabhängig operiert. Tebis Consulting verspricht, nicht allein software-unabhängig zu beraten, sondern auch ,fertigungsnah‘ – wie buchstabieren Sie GP: Organisieren Fertigen Führen Dr. Jens Buchert, Geschäftsführer KW Solution, Göppingen über Netzwerke: „…dafür ist von allen Seiten Offenheit und Flexibilität…“ Jens Lüdtke, Leiter Tebis Consulting über Kooperationen: „Der lebhafte Austausch hat gezeigt, dass…“ Andrea Belegante mit Blick über den Tellerrand der eigenen Branche: „Eine Branche muss sich als Wertegemeinschaft veerstehen…“ Paul Bruckberger, CEO linx4, über Pay-per-Use Financing: „Das Pay-per-Use-Modell dient der Krisenbewältigung…“


GP: 1/2-2023 9 GP: GP: Organisieren Organisieren Fertigen Fertigen Führen Führen regelmäßige Produkt-Upgrades bieten können: so zeigten die Forschenden an einem Aluminium-Profil-Chassis für E-Autos beispielhaft, wie sich nicht nur Reparaturen, sondern auch DesignÄnderungen und sogar ganz neue Funktionalitäten durch Modularität im Rahmen von Re-Furbishment und Re-Assembly umsetzen lassen: so können überkommene ProduktGenerationen durch funktions- und wertsteigernde Maßnahmen für den nächsten Produkt-Lebenszyklus vorbereitet werden. „It’s too late, to be pessimistic.“: mit just dieser intelligent-coolen, weil entwaffnenden Feststellung schloss Dr. Marie Jaroni (Head of De-Carbonization bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG) ihren AKW’23-Vortrag über die Transformation der deutschen Stahl-Industrie – und ebenso optimistisch und anpackend zeigten sich auch die weiteren AWK’23- Referentinnen und -Referenten in Aachen: risiko-bewusst und zugleich willens, die Verantwortung in ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet mit seinen Aufgaben aufzunehmen und zu tragen: ,Empower Green Production‘: diese Aufforderung, dieses Ziel, spannte den Rahmen, mit denen die Aachener Forscherinnen und Forscher um das Professoren-Team (klar - in alphabetischer Reihenfolge und ohne jede Gewichtung…): Thomas Bergs, Christian Brecher, Robert Schmitt und Günther Schuh mit ihren Arbeiten die Industrie bei der dringend (also im Wortsinn) not-wendigen Wende hin zu einer wertsteigernden Kreislaufwirtschaft unterstützen wollen: denn es sei ,… höchste Zeit, aktiv zu werden…‘ – globale Krisen wie der (ja unbestreitbare) Klimawandel, die Corona-Pandemie und nun auch der Krieg um die Ukraine zeigten, dass es um weit mehr geht als um (politisch) festgelegte Nachhaltigkeitsziele oder um die Liefer-Engpässe einzelner Branchen… …denn ja: die produzierende Industrie ist aktuell immer noch – und zwar in hohem Masse – abhängig von welt-umspannenden Logistikketten, von fossiler Energie und von seltenen Rohstoffen (aus zudem nur wenigen - eher den Markt dominierenden – Ländern). Und: unvorhersehbare Naturereignisse, politische Umwälzungen fordern Unternehmen in einer bisher nicht gekannten Art und Weise. Dagegen argumentiert das AWK‘23: eine Kreislaufwirtschaft, die unabhängiger von fossilen Energieträgern agiert, führt zu höherer Resilienz und Sicherheit und trägt dazu bei, die Emissions- und Klimaziele zu erfüllen. WZL und Fraunhofer IPT als AWK’23-Veranstalter betonten insbesondere die Chancen, die (vor allem bei komplexen Produkten) It’s too late – to be pessimistic…! AWK’23 gelingt Aufbruchstimmung für eine wertsteigernde Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel, den weltweit gültigen Emissions- und Klimazielen (endlich) zu entsprechen Unbestritten: das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT dortselbst bieten mit ihrem Kolloquium eins der weltweit renommiertesten Netzwerktreffen für Fach- und Führungspersönlichkeiten aus produzierender Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Hochaktuelles Thema des AWK’23 Mitte Mai mit mehr als 1200 Teilnehmern (ja: und –innen…): wie erreichen wir eine wertsteigernde Kreislaufwirtschaft – und wie werden wir zudem unabhängiger von globalen Unwägbarkeiten? Dr. Marie Jaroni (Foto: Martin Braun).


GP: Organisieren Fertigen Führen 10 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen Der vorgestellte Ansatz basiert auf einer speziell dafür vorgesehenen Produkt-Struktur, die die neue Modularität berücksichtigt. Aber auch neue Prozesse sind für das Re-Assembly in der Fabrik und bereits bei der Herstellung von Betriebsmitteln erforderlich: digitale Produkt- und Werkzeug-Akten, die sämtliche Informationen über den Zustand von Produkten und Werkzeugen zu jedem Zeitpunkt aktuell bereithalten und im Idealfall sogar Kundenwünsche berücksichtigen, werden damit zu den ,Befähigern‘ zirkulärer Wertschöpfung und bilden so die ,Meta-World‘ im ,Internet of Sustainable Production‘. Die drei AWK’23-Co-Hosts Ericsson AB, Hexagon AB (beide also aus Schweden…!) und Siemens AG bekräftigten in ihren KeynoteVorträgen die Notwendigkeit neuer Technologien und ProduktionsAnsätze und erläuterten ihre eigenen Beiträge zum Konzept der digitalisierten Produktion, die je als zentraler Befähiger einer nachhaltigeren und resilienteren Industrie wirken soll: Nachhaltigkeit beginne schon bei der Daten-Erhebung und –Haltung – und Grundvoraussetzung für beide sei eine drahtlose flächendeckende Konnektivität: nun - die 5G-Mobilfunk-Technologie zeitige mit ihrem niedrigen Energie-Verbrauch (bei gleichzeitig hoher Leistungsfähigkeit) den Wendepunkt des Energie-Verbrauchs und könne (und werde) also die IndustrieTransformation deutlich beschleunigen – so die zentrale Aussage von Joe Wilke, Vice President und Head of Center of Excellence ,5G Industry‘ bei Ericsson. Ziel sei es, mit neuen Technologien einen Feedback-Loop zwischen der realen und der digitalen Welt zu schaffen, bestätigte auch Paolo Guglielmini, Präsident und CEO der Hexagon AB in seiner Keynote: in ,zahlreichen Feldern‘ der Digitalisierung arbeite Hexagon gemeinsam mit Partnern daran, mittels Daten-Analysen, mittels EdgeComputing, KI und AutomatisierungsTechnologien die noch bestehenden Lücken zwischen Design, Produktion und Produkt-Nutzung zu schließen. Wie das ,Industrial Metaverse‘ schließlich zum Katalysator für die nachhaltige Produktion wird, subsumierte dann Dr. Annika Hauptvogel (Head of Technology & Innovation Management bei der Siemens AG): am Beispiel der eigenen Werke in Erlangen und Nanjing/China demonstrierte das Unternehmen, wie sich nicht nur bestehende Produktions-Umgebungen hinsichtlich NachhaltigkeitsKriterien ,deutlich‘ verbessern, sondern neue bereits vorab digital so optimieren lassen, dass sich ,enorme‘ Einsparungen bei Emissionen ergeben bei zugleich gesteigerter Flexibilität und Produktivität, wobei das industrielle Metaverse den gesamten Produkt-Lebenszyklus umfasst. So erreicht Siemens in einzelnen UseCases bereits bis zu 50 Prozent Material- und bis zu 40 Prozent Energie-Einsparung. Auch die ja durchaus berechtigte Frage, wie die Geschäftsmodelle sich verändern müssen, wenn nicht das Neuprodukt, sondern eine überarbeitete Version des aktuellen Produkts gewinnbringend sein soll, konnten die AWK’23-Veranstalter schlüssig beantworten: mittels einer standardisierten Produkt-Architektur, die durch regelmäßige UpGrades stets auf aktuellem Stand gehalten werde, ließe sich mit geringen Reproduktionsaufwänden über längere Zeiträume sogar mehr Umsatz als bislang erzielen, argumentiert Professor Günther Schuh (Mitglied des Direktoriums von WZL und Fraunhofer IPT). Joe Wilke (Foto: Martin Braun). Paolo Guglielmini (Foto: Martin Braun). Dr. Annika Hauptvogel (Foto: Theresa Johann). Prof. Günther Schuh (Foto: Martin Braun).


Toolmaker – Der unabhängige Entwicklungspartner für Werkzeughersteller Boehlerit GmbH & Co.KG, Werk VI-Straße 100, 8605 Kapfenberg,Telefon +43 3862 300-0, www.boehlerit.com KOMPETENZ UND KERNBEREICH ■ Kundenspezifische Auslegung und Fertigung von Wendeschneidplatten und Rohlingen ■ Für jede Zerspanungsanwendung das richtige Hartmetall und die richtige Beschichtung ■ Boehlerit steht für langfristige Partnerschaft


12 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen Da veröffentlichten vor etwa einem Jahr unter dem Label ,Prozesse beherrschen‘ weitgehend zeit- und weitgehend wortgleich diverse Fachzeitschriften eine Horn-Pressemitteilung übers Hochglanzbearbeiten – und für heute laden Sie die GP zu diesem Thema ein für ein Gespräch: wie wichtig, Herr Rommel, ist das mit der Hochglanzbearbeitung für Horn – und warum? Ganz allgemein gesagt: alles, mit dem man etwas abtragen kann, ist für Horn wichtig. Gut, für HSS gilt das eher nicht mehr, aber natürlich für Hartmetall plus Beschichtungen, für CBN und für CVD und für polykristallinen wie auch für monokristallinen Diamant, mit dem wir uns seit etwa sieben Jahren befassen. MKD ist ja das härteste homogene Material, das es auf Erden gibt – es gibt definitiv und absolut nichts vergleichbares – auch keine Beschichtung kann härter sein. Und da ist es für uns naheliegend, sich intensiv mit diesem Werkstoff zu befassen und zu evaluieren, was wir damit für welche Aufgaben machen könnten. Nun, klar ist, dass MKD aufgrund seiner Struktur prädestiniert ist, um Oberflächen mit Spiegelglanz bei nano-feinen Ebenheiten zu erzeugen und sich …und ein zweites Beispiel sind die von Horn entwickelten - je entsprechend geometrischer Kontur - individuellen Werkzeuge fürs Polygondrehen innen wie außen: mittels Axial-Vorschub machen sie es möglich, regelmäßig-unrunde Konturen auf Drehmaschinen zu bearbeiten – und zwar mindestens so gut wie bislang gewohnt und zudem nennenswert kostengünstiger. Und schon an diesen zwei Beispielen zeigt sich nach unserer Erfahrung mit kompetenten Partnern geradezu exemplarisch, dass es bei solch ambitioniert neuen Lösungen nur erfolgsversprechend ist, wenn Werkzeugmaschinenund Werkzeug-Hersteller sowie gemeinsamer Kunde intensiv und kooperativ eng zusammenarbeiten: sowas funktioniert nur mit offener Kommunikation und hohem – auch zeitlichem - Engagement. Ja: das ist zwar sehr anstrengend, jedoch auch sehr befriedigend, wenn drei unterschiedliche Lösungs-Protagonisten auf Augenhöhe ziel-orientiert zusammenarbeiten und jeder Part seine Expertise einbringt – und ich will nachsetzen: das funktioniert nicht online! Herr Rommel, seit geraumer Zeit reklamiert Horn für sich den Anspruch, komplexe ZerspanProzesse zu beherrschen – das ist also ein Versprechen? Das ist primär, ja, eine Zusage – nämlich die, dass Horn sich sehr bewusst als Problemlöser seiner Kunden versteht; aber es ist zugleich auch die Aufforderung, sich nicht mit dem Status Quo zufrieden zu geben: dank Software sind heute zerspantechnisch Fortschritte möglich, die noch gestern für undenkbar gehalten wurden… …Sie haben sicher Beispiele…? …gewiss: die Technik des Hobelns war ja fast vergessen – sie wurde in den letzten Jahrzehnten jedenfalls so gut wie nicht mehr genutzt. Mit dem ,SpeedForming‘ und passendem Werkzeug sowie entsprechendem Zyklus ist es nun heute beispielsweise sogar möglich, schmale, tiefe bogen- oder wellenförmige Nuten nach dieser alten Fertigungstechnik zu ,hobeln‘ - und das ist viel produktiver und ungleich sicherer als das bislang übliche Fräsen solch schmaler Schlitze von 3 mm – bei 20 mm Tiefe… Prozesse beherrschen: für Hochglänzendes gibt’s nur eins - MKD! Horn pflegt mit synthetisch erzeugten mono-kristallinen Diamant-Tools zum Drehen und Fräsen hochglänzender Oberflächen eine langfristig vielversprechende und zudem (perspektivisch) vielseitigbreite Nische… (jk) Diamant gilt ja einerseits weltweit als Synonym für Glamour und ist zugleich definitiv: das härteste Material überhaupt - und eignet sich deshalb dank dieses (eben ja) einzigartigen Alleinstellungsmerkmals zum Hochglanz-Drehen und zum Hochglanz-Fräsen – und zwar mit Nanometer-Ebenheit: freilich nicht als poly-, sondern allein als mono-kristallines Tool (und gehört für Horn zu den komplexen Prozessen, die beherrscht sein wollen – und die sich beherrschen lassen). Matthias Rommel: „…so erfreulich ist doch, dass diamant-bestückte Tools bestens geeignet sind…“


GP: 1/2-2023 13 GP: Organisieren Fertigen Führen und Guss (und Titan…) zu bearbeiten, so perspektivisch erfreulich ist doch, dass diamant-bestückte Tools bestens geeignet sind, etwa alle Nichteisen-Metalle (also Alu, Kupfer, Bronze, Gold, Messing, Magnesium), zudem Glas in jedweder Form (etwa Brillengläser…), Holz jeder Art, Kunststoffe, Gummi, Keramiken, sogar Hartmetalle etece wirtschaftlich zu bearbeiten… …für Horn also ist das MKD-Engagement eine vielseitig-attraktive Nische mit langfristiger Perspektive? Ja – das ist so! www.horn-group.com Schneidkante absolut schartenfrei sein; und: die sogenannte Waviness, also die Welligkeits-Abweichung des Radius in Bezug auf den Idealkreisausschnitt der gefinishten Schneide misst – im präzisesten Fall – nur 0,0001 Millimeter… …wenn das so ist, dann verschleißen also selbst die MKD-Schneiden? …in gewisser Weise ja: die polierte Spanfläche wird durch ihren Einsatz – sei es beim HochglanzDrehen oder -Fräsen – ,stumpf‘, lässt sich aber, um mit ihr wieder spiegelglatte Oberflächen zu erreichen, von uns nachpolieren; die MKD-Tools müssen dann also zurück zu uns nach Tübingen – denn zum ReFinish braucht es unser handwerkliches KnowHow. Sind somit die MKD-Tools bei Horn eine eigene Welt? Sie sind natürlich integraler Bestandteil des Unternehmens – haben jedoch aufgrund ihrer speziellen Herstellung ihre eigene, individuelle, quasi separate Organisation. Weit umsatz-überwiegend dürften mit den HM- und CBNWerkzeugen von Horn Stahl und Guss bearbeitet werden – wegen der hohen Affinität des Eisens zum Kohlenstoff der Diamant-Tools verbietet sich bei ihnen der Einsatz von poly- und mono-kristallinen Tools wie PKD und MKD: sind sie nun eine Einschränkung oder eine Bereicherung für Horn? Natürlich beides: wie sehr man das bedauern mag, dass DiamantTools nicht geeignet sind, um eisenhaltige Werkstoffe wie Stahl damit also zugleich bestens eignet für die Ultra-Präzisionsbearbeitung. Das passt zu Horn: denn unsere Stärken sind vor allem auch die endkontur-nahe Bearbeitung und die Endkontur-Bearbeitung – bei zu 50 Prozent Sonderlösungen: das ist auftrags- und somit produktseitig unsere DNA… Horn arbeitet bei MKDs nicht mit natürlichen, sondern mit synthetischen Diamanten? Ja, sicher: künstlich hergestellte Diamanten sind längst so gut wie natürliche – und ungleich kostengünstiger. Wir kaufen also – von einem Top-Hersteller – mono-kristalline Diamanten-Blanks und schneiden sie via Laser so nah wie möglich an die Schneiden-End-Kontur, um sie anschließend manuell (das ist wirklich auch zeit-aufwändige Handwerkskunst) finish zu schleifen. Gleichwohl ist das bei uns ein professionell industrialisierter Prozess, wie wir denn auch die MKD-Schneiden in die Horn-ToolSystemwelt integrieren… …wie?: der mono-kristalline Diamant als welt-härtester Werkstoff lässt sich schleifen – also bearbeiten…? …nun: die mono-kristallinen Diamanten (ob natur oder synthetisch) sind nicht ganz homogen – sie sind ja gewachsen und haben also Wachstums-Strukturen, und in denen gibt es kleine Schwächen in Form von ,etwas weniger diamantharter Ausrichtungen‘ – und die lassen sich mittels feiner Schleif/ Poliertechnik eben doch bearbeiten, wobei die Anforderungen sehr hoch sind: denn unter 200facher Vergrößerung muss die MKDDas Finishen der Spanfläche der Mono-Kristallin-Tools ist anspruchsvolle Handarbeit: gefordert ist je eine schartenfreie Schneide mit einem Radius von maximal 0,0002 mm… Die Tübinger Paul Horn GmbH hat ihr MKD-Angebot professionell ,industrialisiert‘: es gibt die Tools in verschiedenen Ausführungen und unterschiedlichen Halter-Varianten; (auch) diese monokristallinen Tools also sind in die Horn-ToolSystemwelt integriert (alle Illustrationen: Horn/Sauermann).


14 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen Also - wie ihre Vorbilder (die ,TNL20‘ und die ,TNL32‘) ist auch die neue ,TNL32 compact‘ in drei Varianten konfigurierbar und erlaubt je nach Ausführung den Simultan-Einsatz mit zwei, drei oder vier Tools und nutzt dazu bis zu drei Werkzeugträger und eine …und der ,TNL32 compact‘-Prospekt bestätigt denn auch: ,Beste Performance für Anwendungen in der Automotive-, Aerospace- und Maschinenbau-Industrie‘ – die Medizintechnik also ist da nicht erwähnt… Was aber ist denn nun bemerkenswert anders an der jüngsten ,TNL‘ – und was an ihr blieb (weil hundertfach bewährt) konzeptionell gleich?: Überzeugend differierende Ergänzung Index erweitert mit der neuen ,TNL32 compact‘ das Programm der Lang/Kurz-Drehautomaten von Traub um ein überraschendes Modell mit höherer Leistungsdichte - bei minimiertem FootPrint! (jk) Die ,TNL’s von Traub sind ja (mit ihrem Absatz-Anteil in der Medizintechnik von wohl mehr als 60 Prozent) in der Health-Branche längst schon Legende – und für ihren Hersteller essentiell: kommt doch der Maschinenbau als die für die Reichenbacher nächststarke Abnehmer-Industrie nur auf mal grad zehn Prozent. Da war es also schon längst an der Zeit, sich für weitere Kunden-Segmente deutlich attraktiver zu machen – auf der Basis von Bewährtem tut Traub eben das als überzeugend differierende Ergänzung mit der neuen ,TNL32 compact‘ (die ihrem Namen dank allein schon sehr schlanker Aufstellfläche offenkundig alle Ehre macht)… Dr.-Ing. Dirk Prust: „Geringer FootPrint ist zunehmend in jeder unserer Kundenbranchen ein Thema.“ Reiner Hammerl: „Die neue ,TNL32 compact‘…ist ein komplett anderer Lang/Kurz-Drehautomat…für andere Zielgruppen.“ Rainer Gondek: „Der FußAbdruck der ,TNL32 compact‘ entspricht dem der ,TNL20…“ Die ,TNL32 compact-9B‘ mit neun Linear-Achsen und im oberen Revolver mit B-(Rund-)Achse…


GP: 1/2-2023 15 GP: Organisieren Fertigen Führen Rückseiten-Einheit – und zwar jeweils mit Y-Achse: noch vielseitiger also geht wohl schwerlich (und anspruchsvoller fürs Programmieren denn auch nicht; jedoch: der Nutzen ist entsprechend hoch – gut für alle, die Komplexität intelligent beherrschen). Und was galt für die ,TNL32 compact‘ neben dem prinzipiellen 3fach-Konzept weiter als sinnvoll bis notwendig von der ,TNL32‘ und (wie bitte?...) der ,TNL20‘ zu übernehmen? Antwortet uns Index-Geschäftsführer TechnikVorstand (und Vorsitzender der Geschäftsführung) Dr.-Ing. Dirk Prust: „Na klar zunächst erstens von der ,TNL32‘ der Spindel-Durchlass von 32 mm, weil dieses Maß in den drei vor allem dezidiert anvisierten Branchen mehrheitlich gefragt ist, und zweitens, ja, von der ,TNL20‘ die relativ kleine Aufstellfläche“, und begründet: „Geringer FootPrint ist zunehmend in jeder unserer Kundenbranchen ein Thema.“ Und Marketingleiter Rainer Gondek konkretisiert: „Der Fuß-Abdruck der ,TNL32 compact‘ entspricht dem der ,TNL20‘ – die ,TNL32‘ baut glatt 53 mm länger und 36,5 mm tiefer, und hinzu kommen dann noch ihre ja ungleich größeren Neben-Aggregate.“ Nun ja, außen gekürzt, hat ja innen zwangsweise Folgen: der verfügbare Z-Weg der Hauptspindel bei Langdreh-Operationen gegenüber der ,TNL32‘ beispielsweise wird kürzer (anstatt 305 mm sind‘s nur mehr 220 mm), und auch die Schlittenwege in X und Z der beiden Revolver sind geringer - da trifft es sich dann ja gut, dass die Teile-Analyse für den potentiellen Einsatz der ,TNL32 compact‘ in der als Anwender anvisierten Automotive- und Aerospace-Industrie wie im Maschinenbau eben nachweist, dass die Werkstücke mit bis zu 32 mm Durchmesser nennenswert kürzer sind als üblicherweise in der Medizintechnik. Passt also… Zugleich spendierte Traub der Hauptspindel der ,TNL32 compact‘ (bei 100% ED) mit nun 9,9 kW fast 50% mehr Leistung… …aber noch wichtiger als das ist wohl, dass die Gegenspindel nun quasi ,auf Augenhöhe‘ mit der Hauptspindel operiert: ist sie doch nun in allen Belangen identisch: dreht also gleichfalls bis auf 8000 min-1 (anstatt bei der ,TNL32‘ nur 6400 min-1), hat gleichfalls 9,9 kW, und beide sind im Eilgang mit nun 25 m/min um glatt 25% schneller als die längere Version. Und dann: ein wie wir meinen denn wohl doch nachteiliger Unterschied zur ,TNL32‘: bietet sie in jedem ihrer beiden Revolver oben wie unten je zehn Werkzeugaufnahmen www.mapal.com UNIQ – die beste Spannung für Ihre Fertigung Ihr Technologiepartner in der Zerspanung. Die Verbindung von Werkzeug und Maschine ist entscheidend für die Stabilität der Zerspanung. Unsere UNIQ Hydrodehnspannfutter vereinen dafür starke Spannung mit optimalem Ressourceneinsatz. Damit Sie prozesssicher und mit hoher Produktivität fertigen. Wenn zwischen Ihnen und uns mehr entsteht: Das ist der MAPAL Effekt.


16 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen Bearbeiten abgelängter Rohteile das dazu notwendige Equipment: + so die Werkstückabführung mit Greifer und Abführband respektive via Ausspüleinrichtung (dies freilich ,nur‘ bis 20 mm Durchmesser), + so via integrierter Roboterzelle ,XCenter‘ mit 6-Achs-Roboter für 6 kg Nutzlast samt integrierter Greifer-Ansteuerung sowie Paletten-Vertikalspeicher für die Roh- und Fertigteile. Und die Steuerung der ,TNL32 compact‘?: ja natürlich auf Mitsubishi-Basis die ,TX8i-s V8‘ mit ,Xpanel‘-Cockpit ,…für die einfache Integration der ,TNL32 compact‘ in die individuelle betriebliche Organisation…‘ des jeweiligen Anwenders als Zugang zur vernetzten (also ganzheitlichen) Produktion. www.index-werke.de Platz, sind es bei der ,TNL32 compact‘ nur mehr lediglich acht… …doch Prust beruhigt uns: „Diesen vermeintlichen Nachteil kompensieren wir geschickt über den je größeren Y-Weg beider Revolver: denn dadurch ist es möglich, auch mit Doppel-Werkzeughaltern zu arbeiten“, und Reiner Hammerl (Vorstand Vertrieb und Marketing) kommentiert: „Die neue ,TNL32 compact‘ basiert zwar konzeptionell und im Stangen-Durchlass auf der ,TNL32‘ – ist aber letztlich mit ihren vielen Unterschieden ein komplett anderer Lang/Kurz-Drehautomat mit individuell differenten Merkmalen und für andere Anforderungen und somit für andere Zielgruppen.“ Und für die werkstückseitige Automation bietet Traub auch der ,TNL32 compact‘ sowohl fürs Bearbeiten von der Stange als auch fürs Die ,TNL32 compact-9‘ mit ihren neun Linear-Achsen… …die ,TNL32 compact-11‘ mit ihren elf Linear-Achsen… …und so sieht das real aus – mit Rückseiten-Apparat… …und so kompakt kommt die ,TNL32 compact‘ von außen daher…


GP: 1/2-2023 17 GP: Organisieren Fertigen Führen Die ungleiche Drallsteigung der positiven Schneiden reduziere (so die Presse-Info) Schnittdruck und Zerspankräfte – und das mindere die Vibrationsneigung ,deutlich‘. „Damit…“, so Marcus Paul, „… ist der ,EasyMill‘ auch bestens geeignet für den Einsatz etwa auf Revolver-Drehmaschinen wie auf Dreh/Fräs-BAZs“, und argumentiert: „Die scharfen Schneidkanten sorgen für denkbar geringe Bildung von Aufbauschneiden und sichern so (für die Prozesssicherheit ganz entscheidend), dass die entstehenden Späne reibungslos abfließen.“ Mit andren Worten: Spänestau und dadurch ausgelöster Werkzeugbruch werden vermieden. Zudem: die ,EasyMill‘- Schaftfräser schneiden bis Mitte und erlauben dank Hals-Freischnitt Zustellung bis zum dreifachen FräsDurchmesser. Und so schließt denn Marcus Paul: „Unser ,EasyMill‘ ist bei allen gängigen Fräs-Operationen in ISO P1, P2 und M definitiv ein echter GameChanger.“ Und für welche Fräs-Aufgabe sollte man dem ,EasyMill‘ eher nicht einsetzen?: nun, erst senkrecht down 3xD in Volle und dann trochoid fräsen – das wäre wohl eher nicht sein Ding… www.lmt-tools.com …was denn nichts andres heißt, als dass die ,EasyMill‘-Fräser zwar wohl ungewöhnlich vielseitig sind, dass Sie aber (natürlich) von ihnen nicht in jeder der fünf FräsDisziplinen absolute Spitzenleistung erwarten dürfen – dafür sich jedoch die sonst fälligen Werkzeugwechsel erübrigen: eben weil die ,EasyMill‘-Fräser für (so gut wie alle) Fräs-Operationen konzipiert sind und sie alle beherrschen… Verfügbar sind die neuen ,EasyMill‘-VHM-Schaftfräser als erste im neuen ,Easy‘-Segment von LMT Tools mit Fräs-Durchmesser in neun Stufen zwischen 3 und 20 mm und jeweils mit oder ohne Spannfläche ihres Zylinderschafts. Und – natürlich – beschreibt LMT Tools die neue ,Easy‘-Produktserie als universell nutzbare Plug-andPlay-Werkzeuge mit üblichen werblichen Superlativen und verspricht ,höchste Effizienz‘, zudem ,größtmögliche Flexibilität in der Anwendung‘ sowie ,signifikante Reduzierung der Prozesskosten bei optimaler Performance‘… …nun ja, da fragen wir – gleichfalls natürlich – nach und bitten darum, uns (und damit Ihnen) diese Angaben doch bitte zu quantifizieren. Und Marcus Paul, Global Head of Product Management bei LMT Tools, erklärt uns zunächst: „Der ,EasyMill‘ ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit ganz praktischen Kunden-Anforderungen nach einfachem Plug-and-Play-Handling perfekt optimierter VHM-Schaftfräser, die höchsten technologischen Standards entsprechen und gleichzeitig erhebliche Kostenvorteile bieten“, und nennt dann diese handfesten Beispiele: „Wir sind praxisgerechte Versuche gefahren und konnten in 1.0570er-Stahl (also niedrig legiertem) die Standzeit glatt verdoppeln und gleichzeitig die Produktivität um mehr als 30 Prozent steigern“, und konkretisiert weiter: „Mit Schnittgeschwindigkeiten von zirka 200 m/ min und Zahnvorschüben von bis zu 0,1 mm schaffte unser ,EasyMill‘ mühelos ap-Eingriffswerte von 30 mm und ae von 2,5 mm“, und ergänzt: „Die Kostenreduzierung pro gefrästem Meter liegt in diesem Test-Beispiel bei 71 Prozent“, und schildert weiter: „In einem andren Fall zerspanten wir 1.1191er-C45 – hierbei gelang es, die Kosten pro Bauteil um 58 Prozent zu reduzieren“, und schließt seine Beweisführung: „Also unser ,EasyMill’ spielt in genau diesem Werkstoffspektrum seine Vorteile in Gänze aus.“ …definitiv ein Game-Changer? LMT Tools verspricht mit ihren ,EasyMill‘-Schaftfräsern: ,volle Flexibilität für alle FräsOperationen‘ (jk) …und konkretisiert: ,…führt also mit ein und demselben Fräser alle (fünf) gängigen Fräs-Operationen aus…: nämlich Eck-, Nuten- , Außenkontur-, Taschen- sowie Zirkular-Fräsen – und das sowohl schruppend als auch schlichtend und zwar für weiche und zähe Stähle der ISO-Klasse P und M…‘, und schränkt dann fair ein: ,…bestens geeignet zur also vielseitigen Fräs-Bearbeitung von kleinen und mittleren Serien…‘ Marcus Paul, Global Head of Product Management bei LMT Tools: „Der ,EasyMill‘ ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit den ganz praktischen KundenAnforderungen…“ Die neue ,EasyMill‘- SchaftfräserBaureihe von LMT Tools: nur ein Fräser für alle ,gängigen‘ Fräs-Operationen – und damit: volle Flexibilität…


GP: Organisieren Fertigen Führen 18 GP: 1/2-2023 Und Hermle-Vorstand Franz-Xaver Bernhard (er verantwortet Vertrieb, Forschung & Entwicklung) konkretisiert: „Mehr als die Hälfte unserer BAZ-Aufträge sind inzwischen mit werkstückseitiger Automation verbunden – und dieser Anteil steigt stetig“, und weiß: „In vielen der entwickelten Volkswirtschaften weltweit herrscht Mangel an Fachkräften – mittels Automation lässt sich dem begegnen, und deshalb erwarten wir generell einen weiter steigenden Bedarf an ganzheitlich (somit also auch werkstückseitig) automatisierten Werkzeugmaschinen, also ganz wesentlich auch an Bearbeitungszentren.“ Nun, werkstück-seitige Automation lässt sich natürlich auch ,extern zu-kaufend‘ adaptieren, aber die Hermle AG hat wohl das Ziel, ihre BAZs wenn denn irgend möglich allein mit ihrer vielseitigen eigenentwickelten Automation zu bestücken – ist doch so mit dem ,Alles-aus-einer-Hand-Prinzip‘ nicht allein die funktionelle, sondern auch (nicht zu unterschätzen!) die sicherheitspolitische Verantwortlichkeit eindeutig und verspricht damit zugleich je identisches (natürlich Hermle-baz-hohes) So titelt und nennt der erfolgreiche schwäbische BAZ-Hersteller vom Heuberg Ende April in seiner Wirtschafts-Presse-Info die Ergebnis-Zahlen des vergangenen Jahrs: „Hermle wächst 2022 mit Automationslösungen“ und konkretisiert: „Konzern-Umsatz steigt um 26% (auf 474 Mio Euro), Betriebsergebnis legt um 33% (auf fast 100 Mio Euro) zu.“ Wie hoch nun der Automations-Anteil an diesen Zahlen ist, verrät die Hermle AG zwar nicht, als bezeichnend jedoch darf gelten, dass sie sich selbst nicht mehr allein als Werkzeugmaschinen-, sondern zugleich auch als Automations-Spezialist apostrophiert und zudem betont, dass sie 2022 ihre technologisch führende Stellung bei 5-Achs-BAZs festigen und (,…vor allem…‘) im Geschäftsfeld Automation Marktanteile gewinnen konnte – das damit also wohl als Umsatz- wie (hopefully…) als Ertrags-Booster gelten darf. Automation als Umsatz- und Ertrags-Booster? Hermle zur 2023er-Hausausstellung mit kultigem Original- ,T1-Bulli‘ als Eye-Catcher, verzeichnet inzwischen mehr als 50 (!) Prozent Order für auch werkstückseitig, also (voll-)automatisierte BAZs (jk) Längst ist er (und zwar weltweit) Kult: der 1950 von VW lancierte ,T1‘-Transporter - gut erhaltene Exemplare sind äußerst selten (für sie zahlen Liebhaber inzwischen hohe Summen): und so eignet er sich also auch bestens für das schon längst traditionelle OpenHouse der Hermle AG als Einladungs-Aufhänger: dann erstens ausgestellt im Original, zweitens und drittens aus Alu-Block (1:5) und Alu-Blöckchen (1:103) je aus dem Vollen gefräst, und in der Mini-Ausführung eben wirklich ,mannlos‘ voll-automatisch. Und die Botschaft?: das könnten Sie mit Ihren Werkstücken auch – und zwar im 24/7-Modus! Franz-Xaver Bernhard: „Mehr als die Hälfte unserer BAZ-Aufträge sind inzwischen mit werkstückseitiger Automation verbunden,“ Udo Hipp: „Das Interesse an Hermle Bearbeitungszentren und Automationslösungen ist…“


GP: 1/2-2023 19 GP: Organisieren Fertigen Führen Niveau von Bearbeitungszentrum, Automation und Software – will heißen: entsprechend zuverlässighohe technische Verfügbarkeit und im Fall des Falles – lediglich ein Service-Anruf… Aber wie zunehmend umsatzfördernd sich die werkstückseitige Automation für Hermle auch zeigt: von den 22 fürs jüngste OpenHouse im Technologie- und Schulungszentrum ausgestellten BAZs (alle unter Span aus den wichtigsten Ziel-Branchen) waren vier auch werkstückseitig automatisiert und zeigten, was Hermle da zur Steigerung der Produktivität wie zur Reduktion der Kosten pro Bauteil kann: nämlich (bei hochflexiblen Roh- und Fertigteil-Speichern) werkstückseitige Automation …der Original-,T1‘-Bus – eine der Punktewolken vom Scannen via Tebis - und dann im Maßstab 1:5 aus einem Alu-Block aus dem Vollen gefräst: ja doch wohl überzeugend fein… gleichermaßen fürs Paletten- wie fürs direkte Teile-Handling – zusammen mit ,innovativen‘ Greifern und Spannmitteln: so mit der voll-automatischen Fertigung von 1:105-Bullies aus abgelängten Alu-Blöckchen via ,C 12‘-BAZ und ,RS 05-2‘-Automation mittels Kuka-Roboter – also vom RohteilSpeicher nach dem Bearbeiten direkt ab in den zentralen ,BulliBahnhof‘ als Fertigteil-Speicher. Und wem das als anschauliche Anregung zur auch werkstückseitigen Automation nicht reichte: Hermle selbst praktiziert sie ja in der eigenen spanenden Fertigung in Gosheim - also glaubwürdiger veranschaulichen lässt sich wohl kaum, wie sinnvoll-vernünftig (und gewinn-bringend) es ist, ganzheitlich zu automatisieren. Hermle konnte zum ersten NachCorona-OpenHouse mit insgesamt 2500 Besuchern (aus 1100 Firmen) nahezu so viele Gäste begrüßen wie vor der Pandemie (die größte Besuchergruppe übrigens kam mit 120 Ist- und potentiellen Kunden aus den USA und Mexiko); resümiert Hermle-Marketingleiter Udo Hipp nach Ende der Hausausstellung: „Das Interesse an Hermle Bearbeitungszentren und Automationslösungen ist ungebrochen hoch.“ www.hermle.de …und dann die dank Roh- und Fertigteile-Speicher (von Hermle) sowie Industrie-Handling-Roboter von Kuka sowie Ablauf-Software von Hermle vollautomatisierte 1:103-Bearbeitung auf einem ,C12‘-BAZ mit ,RS05-2‘- Automation der Hermle AG… …ohne Roh- und Fertigteil-Speicher (welcher Art und Form auch immer) ist ganzheitliche, also auch werkstückseitige Automation nicht denkbar: der Bahnhof für RohKlötzchen und fertige Mini-,T1‘- Busse hat 30 Stellplätze – bei je 15 Minuten ,Boden-zu-Boden-Zeit‘ langt die Kapazität (fast) für eine ganze Schicht: ohne jeden manuellen Eingriff…!


20 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen mehrschneidige Sonderwerkzeuge (,Performance‘ - üblich mit zwei, aber möglich mit bis zu vier und sogar auch sechs Schneiden) sowie Feinbohr- und nun neu Aussteuerwerkzeuge (,Expert‘ mit vier und möglich gleichfalls bis zu sechs Schneiden), wobei klar ist: je mehr Schneiden, desto kürzer die Bearbeitungszeit – und umso geeigneter (bis notwendiger…) für die Großserie. Und Michael Kucher, bei Mapal Component Manager E-Mobilität verspricht: „Aufgrund der hohen Dynamik im Markt werden wir also BAZ-Spindel mit Zugstange: und zugleich belegt Mapal mit dieser Ergänzung zudem nun auch für die E-Mobilität das gleiche umfassende Engagement vom Prototyp-Bearbeiten bis zur Großserie wie jahrzehntelang (und nach wie vor…) für die Verbrenner - die Automotive-Branche wird es wohl zu schätzen wissen. Aktuell zählen zum gesamten Mapal-Portfolio fürs Bearbeiten der großen Stator-Bohrung einfache Spindelwerkzeuge (,Basic‘ - mit bis zu zwei Schneiden), …heißt also erstens: Mapal bietet nun fürs Bearbeiten der großen Stator-,Bohrung‘ von AutomotiveE-Gehäusen ein komplettes Werkzeug-Portfolio – von der Prototypenfertigung über die Test-Serie bis zur HochvolumenProduktion… …und zweitens: dank dem Aussteuerwerkzeug ist es nun möglich, E-Motor-Statoren zusätzlich auch auf Bearbeitungszentren (eben ohne Umspannen zum extra Innen-Drehen) komplett in einem Set zu bearbeiten – bedingt freilich BAZs mit zusätzlicher U-Achse, …lohnt sich wohl sehr wohl… Mapal KG ergänzt mit 4-schneidigem AussteuerWerkzeug aktuell ihr schon umfassendes ,Basic-Performance-Expert‘-Portfolio zum effizienten Bearbeiten von Stator-Bohrungen… …und das bedeutet, dass dieses neue Tool konzipiert ist für den Einsatz in der rationellen Hochvolumen-Produktion - heißt also zugleich, dass die E-Mobilität zunehmend steiler ,hochläuft‘ und dass Mapal auf diese Entwicklung kundenorientiert-sachgerecht antwortet und ihr dreistufiges ,BasicPerformance-Expert‘-Angebot mit dem neuen Aussteuer-Vierschneider der ,Expert‘-Klasse – aktuell – ,abrundet‘… Versprochen: das neue 4-schneidige Aussteuerwerkzeug von Mapal stehe beim Bearbeiten der großen Statorbohrung (bis 220 mm Ø) der Gehäuse von Automotive-E-Motoren gleichermaßen für hohe Prozesssicherheit und für hohe Flexibilität.


GP: 1/2-2023 21 GP: Organisieren Fertigen Führen Michael Kucher, Component Manager E-Mobiltät bei Mapal: „Aufgrund der hohen Dynamik im Markt werden wir natürlich auch weiterhin…die steile Hochlaufkurve der E-Fahrzeugproduktion bestmöglich wirksam unterstützen.“ terschiedlichen Konturzügen der Bohrung eben via NC-Programm geändertes schnelles wie µmpräzises Bearbeiten gewährleistet – hilfreich bis unverzichtbar ja auch bei (geometrischen) Änderungen. Flexibilität zu steigern und dass sie dabei trotzdem prozesssicher bei geringen Taktzeiten optimalbeste Bauteile fertigen können.“ Nun: höhere Flexibilität eröffnet das Aussteuerwerkzeug allein dadurch, dass es auch bei unvon Beginn der E-Mobilität mit unseren Werkzeugen bei der Zerspanung der relevanten Bauteile für E-Autos technologisch an der Seite unserer Kunden – und inzwischen unterstützen wir sie vor allem dabei, die Bearbeitungsnatürlich auch weiterhin neuartige Bearbeitungsmöglichkeiten untersuchen und entwickeln, um die steile Hochlaufkurve der EFahrzeugproduktion bestmöglich wirksam zu unterstützen.“ Dabei sind die zu erfüllenden Genauigkeits-Anforderungen bei den E-Motoren ihrer hohen Drehzahlen wegen nochmal nennenswert höher als bei den Verbrenner-Motoren gewohnt: verlangt sind bei den Stator-Bohrungen Rundheiten <8 µm, Zylinderform <15 µm; präzisiert Kucher: „Unter optimalen Bedingungen bearbeiten wir IT6-Passungen prozesssicher.“ Und Oliver Müller, Mitarbeiter für ,Customer Service‘ im MapalKompetenzzentrum für Aussteuerwerkzeuge erklärt: „Wir waren Unsere Bearbeitungszentren sind oft das Herzstück der Produktion. Um E zienz, Präzision und Produktivität für Sie zu steigern, bieten wir zahlreiche Lösungen. Hermle unterstützt Sie als Vorreiter und Technologieführer auf Ihrem Weg. So stellen unsere digitalen Bausteine die Weichen für eine smartere Produktion. Digitalisierung. www.hermle.de Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, [email protected] Fortschrittmacher.


22 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen präzisen und zudem sehr produktiven Aussteuer-Tools ist durchaus vergleichbar mit anspruchsvoller Uhrmacherkunst“: So dauere allein die Fertigmontage der AussteuerTools bei Mapal zwischen zwei und vier Wochen… …und: um solche Aussteuer-Tools beim Anwender präzis einstellen zu können, bietet Mapal zudem auch das passende Sonder-Einstellgerät: ergänzt (wie das BAZ selbst) mit einer weiteren(U-)Achse… Also: wohlfeil sind die geschilderten Vorteile zwar nicht zu haben – aber sie via Aussteuer-Werkzeug auf BAZs mit U-Achse plus Sonder-Einstellgerät sicher zu erreichen, lohnt sich wohl sehr wohl… www.mapal.com 22,5 kg schwer) haben je einen 20-mm-Planhub – eröffnen also im Durchmesser glatt 40 mm Bearbeitungs-Differenz – und via der Zugstange der U-Achse lässt sich der Schneiden-Verschleiß unmittelbar kompensieren: und das führt zudem zu hoher Prozesssicherheit – und ist noch keineswegs alles: denn neben der großen Alu-Statorbohrung mit PKD-Schneiden (Standmenge 3600 Fertig-Bauteile) wird zudem noch die zentrale Stahlbuchse via vier HM-Schneiden durch das Aussteuerwerkzeug (mit freilich ,nur‘ 600 Bauteilen) vor-bearbeitet… Letztlich aber: die gebotenen und prozesssicher erreichbaren hohen Genauigkeitswerte haben bei gleich vier simultan-Schneiden auch ihren Preis, und Oliver Müller erklärt: „Die Montage dieser zwar sehr sowohl die Vor- als auch die Fertigbearbeitung der Alu-Gehäuse; und nach Ende ihres Zerspan-Jobs werden die Schneiden ,eingesteuert‘: so lässt sich das Aussteuerwerkzeug gefahrlos im Eilgang (und also zeitsparend) aus dem µm-präzis gefinishten Gehäuse fahren… Zudem: die vier Schieber des Aussteuerwerkzeugs (übrigens Konkretes Beispiel für den Einsatz des neuen Aussteuerwerkzeugs: da ist also ein dünnwandiges Statorgehäuse (mit 220-mm-Bohrung) auf einem HSK100—BAZ mit U-Achse zu bearbeiten – hoher Produktivität wegen mit gleich vier durch ISO—WSPs (also relativ günstigen) bestückten Planschiebern: sie übernehmen mit ihren PKD-Schneiden Da geht’s um nur wenige µm: hochpräzises Einstellen der (vier) Schneiden mit dem ,UniSet-V‘ von Mapal – natürlich gleichfalls (wie beim BAZ) mit U-Achse… Mapal-Costumer Service-Mitarbeiter Oliver Müller (links): Wir waren von Beginn an der E-Mobilität mit unseren Werkzeugen…an der Seite unserer Kunden (rechts: Mapal-Anwendungstechniker Jürgen Utz).


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24 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen „Anlass für die Entwicklung unseres ,MiniOne‘ war…“, so Klajd Lika, CEO und Mitbegründer von Boty Systems „…das Feedback unserer Kunden, die Alternativ-Erzeugnisse als zu sperrig empfanden“, und Stan Gleizer, Director of Applications bei Mecademic Robotics lobt: „Unser ,Meca500‘ ist der präziseste und kompakteste 6-Achsen-Roboter auf dem Markt, und der ,MiniOne‘ bietet ihm die erforderliche Empfindlichkeit in einem zumal winzigen Gehäuse“, und berichtet: „Die Integration des ,MiniOne‘ in unseren ,Meca500‘ ist einfach und geht schnell – und für die individuelle Einbindung der Kraft/MomentenMit diesem Anspruch hat Bota Systems (ein junges SpinOff des ETH Robotic Systems Lab aus Zürich) den 6-Achs-Sensor ,MiniOne‘ entwickelt: mit einem Durchmesser von lediglich 30, einer Höhe von bloß 22,2 Millimeter und einem (Fliegen-)Gewicht von nur 30 Gramm sowie einem feinen haptischen Feedback für mikrorobotische Systeme – damit sei er ,ideal‘ für medizinische Anwendungen, für sensible Produkt-Tests sowie etwa für Präzisionsaufgaben wie Mikro-Montage und Mikro-Polieren. Und zudem ließe er sich ,… hervorragend…‘ als ,FingerspitzenSensor‘ in (mechanischen) Händen und Greifern einsetzen – etwa in humanoiden Robotern. Geht etwa noch mehr an nicht quantifiziertem (Selbst-)Lob? Ja schon – und es ist ja auch legitim, wenn dann und wann die Grenze nüchterner Beschreibung überschritten wird: so mit dem Hinweis, dass der ,MiniOne‘-Sensor ein ,extrem‘ rauscharmes Signal liefere, das durch hohe Empfindlichkeit und ,exzellente‘ Drift-Leistung überzeuge; zudem: dank des Plugand-Play-Designs mit integrierten Temperatur-Sensoren und Filtern seien Programmieren und Einrichten ,äußerst‘ einfach. Und obwohl so kompakt, kommt der ,MiniOne‘ ohne externe Hardware aus; das unterscheide ihn von Produkten des Wettbewerbs, die Adapter oder Schnittstellen brauchen. So ist seine Elektronik vollständig in sein abgeschirmtes Gehäuse integriert – zur AußenKommunikation hat er (natürlich) eine USB-Schnittstelle. Außerdem sei der ,MiniOne‘ entsprechend IP67 staub- und wasserdicht. …noch kleiner und noch leichter und noch sensibler: geht wohl schwerlich… Bota Systems offeriert mit ihrem ,MiniOne‘ ihren bislang kleinsten und leichtesten und sensibelsten 6-achsigen Kraft/Momenten-Sensor: verspricht mit ihm ,bessere Leistung‘ in der Robotik Der Slogan sagt schon alles: ‚…we give machines the sense of touch…‘ – heißt: es geht um nichts weniger als dass Roboter auf Berührung sensibel reagieren und dadurch so natürlich und frei wie Menschen agieren können. Und dazu braucht es eben als Hilfs-Aggregat Kraft/ Momenten-Sensoren: so klein und so leicht (also platz- und gewichtssparend) - sowie so feinfühlig wie nur irgend möglich. Wirkt hier in der Explosions-Aufnahme (natürlich) viel größer als er ist: der 6-achsige ,MiniOne‘-Kraft/MomentenSensor von Bota Systems hat einen Durchmesser von nur 30 mm bei einer Höhe von 22,2 mm und wiegt nur 30 g… …seine Elektronik ist vollständig in sein abgeschirmtes Gehäuse integriert, und seiner Kommunikation-Verbindung nach außen genügt ein USB-Anschluss. Klajd Lika (links), CEO von Bota Systems und Stan Gleizer, Director of Applications bei Mecademic Robotics.


GP: Organisieren Fertigen Führen Kontrolle in die jeweilige RobotikAnwendungen gilt das auch.“ Roboter werden ja zunehmend in unstrukturierten Umgebungen eingesetzt und haben somit also anspruchsvollere Jobs zu lösen als etwa das bloße Handling von Roh- und Fertigteilen an Werkzeugmaschinen; nämlich: bis hin zu der Aufgabe, mit Menschen zusammen zu arbeiten, und das bedingt sowohl sensorische Kraft- als auch Drehmoment-Erfassung in je drei (also zusammen sechs) Achsen – wie es der ,MiniOne‘ beherrscht: sie befähigen Roboter, bisher für sie unmögliche Aufgaben auszuführen: etwa das Polieren komplexer Oberflächen, das Montieren empfindlicher Teile bei engen Toleranzen, chirurgische Eingriffe bis hin zur Arbeit in offenen Umgebungen. Nun ja, das eine sind die jeweiligen Hersteller der verschiedenen Roboter – das andere sind die jeweiligen Hersteller der verschiedenen Sensoren: und beide müssen ja zusammenkommen… …und am besten mit denkbar geringen Aufwand: dazu tun sich nun Bota Systems als Sensor- und Kinova als Roboter-Hersteller zusammen, indem sie die gemeinsame Entwicklung eines Bota/ Kinova-Adapter-Kits ankündigen mit dem Ziel einfacher und schneller Montage des ,SensOne‘- Kraftmomenten-Sensors von Bota an den ,Gen3‘-Roboterarm von Kinova: Rudolphe Rosset, Vertriebsleiter für Forschung und Lehre bei Kinova erläutert: „Zwar arbeitet unser ,Gen3‘-Roboter bereits mit einem Mit ihrem Adapter-Kit kooperieren Bota Systems und Kinova für schnellere Integration des Bota-Sensors in den Roboter-Arm von Kinova. integrierten Drehmoment-Sensor, aber mit dem ,SensOne‘-Sensor von Bota erreichen seine Präzision und Sensibilität ein ganz neues Niveau und erfüllen die Anforderungen von Forschungs-Labors nach noch höherer Genauigkeit und noch höherer Empfindlichkeit.“ Also: mit dem Adapter-Kit wird sich der ,SensOne‘-Sensor von Bota zukünftig ,mühelos‘ mit wenigen Schrauben am ,Gen3‘-RoboterArm montieren lassen… www.botasys.com www.kinovarobotics.com www.mecademic.com


26 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen einer DMG-Drehmaschine (je mit Heidenhain-Steuerung) sowie einer 3D-Messmaschine von Zeiss und einem Voreinstellgerät von Haimer (sowie Zerspan-Tools der Extra-Klasse – keineswegs ausschließlich, aber primär - von Ceratizit) und hat also damit alles, um seine Dienstleistung auf hohem CNC-Niveau zu erfüllen: inform von Prototypen und Kleinserien vorwiegend für die AutomobilIndustrie. Warum nun Iwanow auf die (ja nicht nur ,eigentlich‘ verwegene) Idee kam, einen kompletten Mountain-Bike-Rahmen (mit Steuer-, Ober-, Unter- und Sattelrohr plus Viergelenker-Hinterbau) aus dem Vollen zu fräsen? Nun ja – für ihn als JobShop-Inhaber mit Fräs- Schwerpunkt einfach entsprechend dem Bon Jovi-Song naheliegend: ,do what you can‘… …jedoch: mit der gewohnten (und bestens erprobten) Frästechnik (samt Fräsern) für die AutomotiveTeile kam er bei den Durchbrüchen und Taschen der RahmenKomponenten seines ,Frace F160‘ nicht weit – so dauerte allein das …denn: der Rahmen des kompromisslos auf hohe Steifigkeit ausgelegten Downhill-EnduroModells ,Frace F160‘ist nicht etwa (wie ja generell üblich) aus Rohren zusammengeschweißt, sondern wird aus dem Vollen gefräst: aus einem massiven Block von hochfestem 7075erFlugzeug-Aluminium wird ein 7 kg leichtes Kraftzentrum, das die beiden 27,5-Zoll-Räder (mit 160 mm Federweg,) Lenker, Sattel und Viergelenker-Hinterbau steif miteinander verbindet… …nur: wer kommt denn bloß entgegen allem Üblichen auf so was?: Nun, der Mann heißt Bernd Iwanow und betreibt in Finne (das liegt in Sachsen-Anhalt) unter dem vielversprechenden Namen ,CNC-Future Technics GmbH‘ einen zwar kleinen, aber hoch-engagierten JobShop mit (bislang) zwei Hermle-BAZs, Überzeugendes Beispiel Ceratizit setzt sich auf der Intec in Leipzig erfolgreich in Szene: mit einem gefrästen (!) Mountain-Bike-Rahmen - und denn auch (natürlich) mit neuen Tools… Ob F1-Bolide, ob aufgeschnittenes mechanisches 9-Gang-Getriebe oder 8-Zylinder-Verbrennermotor, oder ob ,bloß‘ ein Rennrad der Tour-de-France-Klasse: schnelles, feinstes HighTech-Equipment begeistert wohl jeden ambitionierten Techniker – und eignet sich deshalb auf Messen bestens als aufmerksamkeits-heischender EyeCatcher. Da zeigte Ceratizit zur Intec zu Leipzig mit dem Alu-Bike ,Frace F160‘ ein ganz besonders augenfälliges Exponat – nicht zuletzt als überzeugendes Beispiel fürs Trochoid-Fräsen… Markus Brunner (rechts), beratender (wie verkaufender) Ceratizit-Repräsentant, empfiehlt seinem Kunden Bernd Iwanow, den Bike-Rahmen trochoid zu fräsen.


GP: 1/2-2023 27 GP: Organisieren Fertigen Führen Dank trochoidem Fräsen aus dem Vollen um 36 Prozent schneller fertig als mit konventioneller Bearbeitung: der Rahmen des DownhillEnduro-Modells ,FraceF160‘ mit seinem Initiator und Macher vor seinen beiden Hermle-BAZs. Bearbeiten der Kettenstrebe mit fünfeinhalb Stunden einfach viel zu lang. Und so ließ er sich vom regional zuständigen CeratizitRepräsentanten beraten, dem als Praktiker Materie und Problematik vertraut sind und der für seine Kunden zunächst vor allem Anwendungstechniker ist – und dann erst Verkäufer: Markus Brunner riet (was wohl sonst bei dieser Aufgabe…) zum trochoidalen Fräsen – und zwar mit 6-mm-,CircularLine CCR‘-Fräsern mit ,DragonSkin‘-Beschichtung, die (der hohen Querkräfte wegen beim Trochoid-Fräsen) einen verstärkten Kern haben: zum Start also erstmal (total ungewohnt…) 28 mm senkrecht tief ins mimatic CAPTO Höchste Präzision vom Spezialisten DMG MORI, MAZAK, BMT, EMAG, uvm. mimatic.de Your Partner For Clever Tooling Alu, und dann nc-gesteuert trochoidal ausfräsen – mit Drehzahl 14.000 min-1, Schnittgeschwindigkeit 300 m/min und Vorschub von 2000 mm/min. Das Resultat: mit dreieinhalb Stunden um mehr als 36 Prozent schneller als zuvor konventionell… …und eben das war zur Intec in Leipzig die Ceratizit-Botschaft des ,Frace F160‘-Bikes, das denn


28 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen weitere Düse von unten auf die Freifläche. Eben gewusst wie: die Freiflächen-Kühling mache den Unterschied… www.ceratizit.com www.cnc-ft.de www.fracebike.de plettierte ,DirectCooling‘-Portfolio als wesentlichem ,Effizienz-Verstärker‘: verlängere es doch die Standzeiten um glatt 60 Prozent gegenüber dem Kühlen ausschließlich der Spanfläche – den ausschlaggebenden Unterschied machen nun zwei innenliegende Kühlkanäle: mit gleich drei Düsen von oben auf die Span- und eine schneller bearbeiten oder weiter bei ihren erprobten Parametern bleiben und dann von längeren Standzeiten profitieren. Der Effekt: so oder so biete das ,P‘-UpDate 15 Prozent mehr Leistung. Ja – und dann verweist Ceratizit zweitens auf das nun auch für die ,MaxiLock-N‘-Drehhalter komnatürlich zu den gewünschten Fragen auf dem Ceratizit-Stand führte – und die Möglichkeit bot, zudem speziell auf diese beiden aktuellen Tool-HighLights von Ceratizit aufmerksam zu machen: So erstens auf das ISO-P-UpDate für die (von Ceratizit als ,beliebt‘ apostrophierte) ,EcoCut-Serie‘, die ja ihrer Vielseitigkeit wegen von ihrem Hersteller auch mit dem ,Schweizer Taschenmesser‘ verglichen wird. Denn: ob nun beim Bohren mit stehendem oder mit rotierendem Tool oder beim Drehen von Plan-, Innen- oder Außenkonturen – der ,EcoCut‘ gelte bei ,…vielen Anwendungen…‘ (und das will was heißen) als: ,erste Wahl‘ (meint: zu bevorzugen…). Mit dem zusätzlichen ,P‘ bringt Ceratizit also nun das (fällige…) UpDate zum Bearbeiten von ISO-P-Stählen, und so können die Anwender entweder ihre Schnittdaten anheben und damit Prädestiniert fürs anspruchsvolle Zerspanen: die ,MaxiLock-N‘-Drehalter mit erweitertem DirectCooling. ,EcoCut‘ plus Iso-P-SortenUpdate sollen für (noch…) mehr Performance in Stahlwerkstoffen sorgen…


30 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen der erreichbaren Genauigkeit zugute kommt, und so der Chiron-Claim ,Performance meets Precision‘ am Werkstück seine Bestätigung findet. Zugleich hat Chiron (für die Varianten-Fertigung wie zur Rüstzeit-Minimierung) die Kapazität des Werkzeugmagazins erhöht: zugunsten von nicht nur mehr, sondern auch größeren Tools. Und des weiteren erlaube die optionale HSK100-Schnittstelle (als Alternative zu HSK63) zudem denn auch (noch) leistungsstärkeres Bearbeiten. Erstes Beispiel: das neue ,DZ 22 S mill turn system 8‘ mit ,…weitergedachter Fräs/Dreh-Kompetenz…‘. Doch zunächst erinnert Chiron, dass die ,22er‘-Baureihe schon seit 2020 (also seit bereits drei Jahren) die passende Bearbeitungs-Technologie biete für Bauteile mit 600 mm Durchmesser (sei es für Stator-, Rotor- oder E-Motorengehäuse – sei es für diverse Hybrid-Varianten oder auch für vollelektrische Autos), und konstatiert, dass beim hochproduktiven Bearbeiten in Großserien ,idealer Weise‘ die doppelspindligen ,DZ 22‘-BAZs (bestückt mit Sonder-Werkzeugen) zu nutzen wären… …doch wenn nun mehr (produktive) Flexibilität gefragt ist – dann eben sei die zum OpenHouse erstmals gezeigte ,DZ 22 mill turn system 8‘ die erste Wahl: steht doch die ,8‘ in der Chiron-BAZ-Nomenklatur eben für multifunktionale 5-Achs-Fräs/ Dreh-Zentren mit vollwertigen Drehspindeln in den beiden C-Achsen. Übernommen hat Chiron das auch bei der ,DZ 22‘ schon genutzte konstruktive Portal-Konzept aus ihrer ,16’er-Baureihe (hat sich bei ihr also wohl bewährt…) und weiß also, dass das der Stabilität (und so der Dynamik) sowie (nochmals…) Was zu belegen war: breite BAZ-Kompetenz Chiron Group hat sich viel vorgenommen: mit dem Anspruch (oder ist es sogar ein Versprechen oder – mehr noch - eine feste Zusage?), mit ihren WZM-Entwicklungen ihren Kunden in deren Wettbewerb einen Vorsprung zu ,…ermöglichen…‘ - und zwar in allen von ihr adressierten Branchen… …und so lud die Chiron Group dazu Mitte Mai ihre Ist- wie ihre potentiellen Kunden zum ,OpenHouse 2023‘ nach Tuttlingen (also zu sich nach Hause) ein, um ihnen zu demonstrieren, was sie fertigungstechnisch so drauf hat und verwies exemplarisch und also besonders auf drei signifikante WZM-HighLights, um mit ihnen ihre breite BAZ-Kompetenz überzeugend zu belegen und zugleich (bei aller Einsatz-Unterstützung) zu signalisieren: ,Was Ihr draus macht – ist aber letztlich Euer Ding‘ CTO Dr. Claus Eppler: „Vertikale BAZs machen sich die Kräfte der Physik zugunsten hoher Genauigkeit zunutze…“ CSO Bernd Hilgarth: „Die Kombination des ,Micro5‘-BAZs für die hochdynamische Mikro-Bearbeitung mit der werkstückseitigen ,Feed5‘-Automation…“ CEO Carsten Liske: „Auf Basis unserer Technologieführerschaft beim vertikalen Fräsen und FräsDrehen…“


GP: 1/2-2023 31 GP: Fertigen 0 Ausschlaggebend für die von Chiron reklamierte hohe erreichbare Genauigkeit ist freilich nicht allein etwa das steife Portal-Konzept, sondern: (auch, nicht zuletzt, vor allem…), dass die BAZs der ,DZ 22’er-Baureihe mit vertikaler Spindel arbeiten – und dank dem gibt es (das lehrt uns ja die Physik) im Gegensatz zum Horizontal-Konzept für die Bearbeitungsspindeln (und die sind mit ihren großen Tools schwer und sie sind lang…) kein Kipp-Moment (das – via Software etwa - zu kompensieren wäre…). Und so erklärt CTO Dr. Claus Eppler: „Vertikale BAZs machen sich die Kräfte der Physik zugunsten hoher Genauigkeit zunutze, indem bei ihnen Kippmomente ja erst gar nicht auftreten – und eben das führt (bei zumal besten Oberflächengüten) zu sehr hoher geometrischer Genauigkeit: in Rundheit wie in LängenZylindrizität“, und ergänzt: „Und das gilt auch für die so erreichte Oberflächen-Qualität; weil: die entstehenden Späne fallen einfach nach unten weg – und damit auch weg von der ja bereits je bearbeiteten Oberfläche der Werkstücke“. Tja: dem lässt sich wohl schwerlich widersprechen – und entsprechend hoch war denn auch das Interesse an der ausgestellten brandneuen ,DZ 22 S mill turn System 8‘ aus der Automotive-Industrie selbst und ihren Tier One-Zulieferern. Zweites zur diesjährigen Hausausstellung der Chiron Group gezeigtes HighLight-Beispiel: die BAZ-Baureihe ,715‘ – und gleichfalls fürs multifunktionales Komplettbearbeiten von etwa: Knie-Prothesen, Kabelkanälen oder Sitzschienen, Ventilgehäusen, Fräswerkzeugen – und ausgelegt auf Werkstück-Dimensionen bis 300 mm Durchmesser und bis zu 1000 mm Länge. Zielgruppe also der ,715’er-Fertigungszentren sind namentlich und vor allem die Medical- und Aerospace-Industrie sowie Tool Manufacturing und Mechanical Engineering: sei es in der ,MT‘-Variante für Fräs/Dreh-Operationen oder in der ,MP‘-Version fürs Bearbeiten von der Stange. Und: die ,715’er-Baureihe zeigt sich dank integrierter werkstückseitiger Automation ganz auf der Höhe der Zeit durch mannloses Fertigen im 24/7-Betrieb und somit maximierter Nutzungsquote. Die gebotenen vier ,MT‘-Modelle (in der höchsten Ausbaustufe ,MT 715 two+ mit Schwenkkopf, Drehund Gegenspindel sowie zusätzlicher Bearbeitungseinheit) zeitigen – im Vergleich mit verteilter Fertigung auf mehreren WZMs - eine Vielzahl an Vorteilen: höhere Genauigkeit, kürzere Durchlaufzeiten, mehr Flexibilität für wechselnde Aufträge, minimierte Rüstzeiten bei kleinen Losgrößen, reduzierter Logistikaufwand. Konzipiert für das Bearbeiten von Stangenmaterial (übrigens mit beliebigem Querschnitt) ist die BAZVariante ,MP 715‘ (wobei das ,MP‘ für ,Multi Profile‘ steht): alle FräsOperationen – beispielsweise beim Bearbeiten von Alu-Hohlprofilen für E-Autos – laufen bei ihr in einem SetUp ab. Gemeinsam haben beide BAZVarianten das große Tool-Magazin für 128 Werkzeuge und das integrierte Teile-Handling einschließlich Werkstückspeicher für einen weiter gesteigerten Nutzungsgrad durch mannloses Fertigen.


32 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen dann, wenn ein ,Feed5‘ gleich zwei ,Micro5‘ bedient (maximale Rohteile-Größe 50 mm3 ), wobei sowohl der Energie- als auch der Flächenbedarf solch autonomer Fertigungsinsel ja gering sind. Und Carsten Liske als CEO der Chiron Group resümiert selbstbewusst das 2022er-Geschäftsjahr: „Auf Basis unserer Technologieführerschaft beim vertikalen Fräsen und Fräs-Drehen sowie unseres innovativen und weiter komplettierten Produkt-Portfolios setzte sich die positive Dynamik beim Auftragseingang fort geht für 2023 von einer weiter positiven Entwicklung aus: „Ja, wir sind erfolgreich – aber wir wollen in den für uns relevanten Märkten die Besten sein und setzen alles daran, Marktanteile zu gewinnen, das Potenzial bei bestehenden Kunden noch besser auszuschöpfen und neue Kunden zu gewinnen.“ www.chiron-group.com Und auch das dritte gezeigte HighLight-Beispiel glänzt mit hoher Produktivität: „Die Kombination des ,Micro5‘-BAZs für die hochdynamische MikroBearbeitung mit der werkstückseitigen ,Feed5‘-Automation zum Be/Entladen ist exakt das, was der Markt braucht“, konstatiert Bernd Hilgarth als CSO der Chiron Group – werden doch rund die Hälfte der kompakten ,Micro5‘-BAZs vonhaus aus mit der ,Feed5‘-Automation geordert. Und die Anfragen und Bestellungen kommen keineswegs allein aus der Medizin- und Präzisionstechnik sowie von der Uhren- und Schmuck-Industrie, sondern aus allen Branchen, die filigrane Teile mit hoher Oberflächengüte autonom bearbeiten wollen. Insbesondere bei großen Serien führt die Adaption der werkstückseitigen ,Feed5‘-Automation zu hoher Effizienz und steigert so die Produktivität – mehr noch Wenn hohe Flexibilität gefragt ist, sei das neue ,DZ 22 mill turn system 8‘ die erste Wahl… Klarer Fall für eben kein Kippmoment der langen und schweren Tools… Kompakte Kombi: das ,Micro5‘-BAZ mit seiner Automation ,Feed5‘ für hochdynamische Mikro-Bearbeitung von 50-mm³-Rohteilen. Die Baureihe ,715‘ gibt’s in vier Modellen: je zwei als ,MT‘ (steht für MillingTurning) und je zwei als ,MP‘ (steht für ,MultiProfile‘) fürs Bearbeiten von der Stange.


GP: 1/2-2023 33 GP: GP: Organisieren Organisieren Fertigen Fertigen Führen Führen beim aktuellen Wechsel von der Verbrenner- zur E-Auto-Mobilität (auch) für Boehlerit so einfach nicht sein, nachdem im PkwAntriebsstrang an die vier Fünftel des bisherigen Zerspan-Volumens verloren gehen… Ja – das stimmt: und diesen Wechsel spüren wir schon sehr deutlich, und diese Entwicklung ist für Tool-Hersteller wie uns (wie also auch für unsere Wettbewerber) eine Überlebensfrage, und deshalb ist auch die ökonomische Nachhaltigkeit so entscheidend wichtig. Was, bitte, meinen Sie damit grundsätzlich, und was, bitte, bedeutet das konkret?: Wie also buchstabiert Boehlerit für sich ,nachhaltige Ökonomie‘? Indem wir den schon spürbaren Bedarfs-Rückgang aus der Automotive-Industrie so weit wie möglich kompensieren, so durch Windkraft, Agrartechnik, Mobilität wie Schienen- und Radsatzbearbeitung. In der E-Mobilität ersetzen wir die Substitution von Zerspanungswerkzeugen durch Hartmetallprodukte für den Verschleißschutz (nur beispielsweise Matrizen und Stempelrohlinge für Stanzwerkzeuge zur Rotor-, Stator- sowie Kontaktbestellung). Aber was nun das Thema der Nachhaltigkeit bei Boehlerit und unseren beiden Schwester-Firmen Bilz und Leitz anbelangt - das widerspiegelt bereits seit Generationen als langfristiges Denken und als nachhaltiges Handeln unsere Unternehmens-Strategie. Und zwar gleichwertig in den drei unternehmens-relevanten Segmenten, auf die wir selbst einzig Einfluss haben: also Ökonomie, Ökologie und Sozialem, wobei ja doch klar ist: Ökologie und Soziales basieren auf erfolgreicher Ökonomie, und auch deshalb sichern wir den langfristigen Geschäftserfolg nicht allein im Stakeholder-Interesse bei zudem schlanken Unternehmens-Strukturen durch Weitsicht und permanente Verbesserung unserer gesamten Wertschöpfungskette, sondern eben auch, um der Eigen-Verpflichtung über rechtliche Verpflichtungen hinaus zu Ökologie und Sozialem gerecht werden zu können: so tragen wir zur Nachhaltigkeit bei, indem wir Umweltschutz, soziale und wirtschaftliche Anforderungen zueinander in ein ausgewogenes Gleichgewicht bringen und halten… …das, Herr Melcher, dürfte ja We Care… Boehlerit verschreibt sich gemeinsam mit den Schwester-Unternehmen Bilz und Leitz ,gelebter Nachhaltigkeit‘: ökonomisch wie ökologisch wie sozial (jk) Nun, der Begriff der Nachhaltigkeit hat ja seinen Ursprung in der Forstwirtschaft mit der Bestimmung, dem Wald nicht mehr an Bäumen zu entnehmen als in ihm jeweils gleichgewichtig nachwachsen: zwar lässt sich dies Prinzip der Regenationsfähigkeit auf die Industrie nicht 1-zu-1 übertragen – aber gleichwohl macht der Begriff weltweit Karriere: so einigten sich die Vereinigten Nationen mit ihren ,Sustainable Developments Goals‘ auf sage und schreibe 17 Ziele (mit 169 Detail-Vorgaben…) nachhaltiger Entwicklung. Boehlerit wie den beiden Schwester-Unternehmen Bilz und Leitz genügen – und das ist anspruchsvoll genug – drei… Herr Melcher, nach dem lang ersehnten Umzug der Intertool von Wien ins oberösterreichische Wels gaben Sie den Fach-Journalisten vor einem Jahr auf dem BoehleritStand eine engagierte PresseKonferenz nicht etwa primär über neue Produkte, sondern zum Thema Nachhaltigkeit – ziemlich ungewöhnlich für Ihre Branche: was war und ist Ihre Motivation? Also zunächst: auch ein Jahr nach der ersten Intertool in Wels (die nächste wird im April 2024 sein) ist die gesamte Branche der MetallBearbeitung in Österreich einhellig glücklich über diesen Ortswechsel von Wien in unser industrielles Herz nach Wels. Das zeigt sich sowohl durch die Qualität der Besucher, als auch mit der Erweiterung einer dritten Messehalle, durch den Aussteller-Zuwachs (sei es mit eigenem Stand oder via Vertretung) allein bei den Herstellern von Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeugen wie auch bei der Besucher-Resonanz: alle sind (einschließlich Reed Exhibitions als Veranstalter der Intertool) happy über diese Entscheidung. Gerhard Melcher, Leitung Vertrieb, Zerspanung und Marketing, Boehlerit GmbH & Co KG, A-Kapfenberg


34 GP: 1/2-2023 GP: Organisieren Fertigen Führen Geld, sondern tut aktiv wirklich was. Was ist erstens die Motivation? Was alles macht Boehlerit zweitens da, und was sind drittens die ja wohl nur teils messbaren Ergebnisse? Nachhaltigkeit ist ein Kernbestandteil unserer gelebten Unternehmensphilosophie. Nur, wer verantwortungsvoll mit den vorhandenen Ressourcen umgeht und sich sozial engagiert, gestaltet für uns und kommende Generationen eine lebenswerte Existenzgrundlage. Die Zukunft liegt bei den jungen Mitarbeitern – um diese für ein Unternehmen zu begeistern, gehört so eine gelebte Firmenphilosophie zum Thema Nachhaltigkeit unbedingt dazu. Boehlerit macht in We Care-Aktionswochen mit seinen Mitarbeitern 16 Projekte weltweit – von Müllsammeln am Strand von Venedig, Kleidersammlung für Arme in Brasilien bis Bäume pflanzen von Österreich bis Indien… Prozent CO2 -Reduktion investiert. Von der CO2 -Neutralität insgesamt sind wir jedoch noch weit entfernt, da (nur zum Beispiel) in der Hütten-Verarbeitung 1 kg Wolframkarbid allein 5,7 kg CO2 emittiert. Dazu ist die Berechnung des CO2 -Fußabdrucks geplant. Damit können auch Emissionen, die durch Zukauf von Strom und Gas sowie Transportwege entstehen, mit einberechnet werden. Mit dieser Transparenz lassen sich dann weitere Gegenmaßnahmen gezielt setzen. …und bei all dem darf die Ökonomie, darf die finanzielle Bilanz, keinen Schaden nehmen – Quadratur des Kreises also? Boehlerit verknüpft Ökonomie mit Ökologie und wird damit der internationalen Umweltnorm ISO14001 gerecht. Als dritte Nachhaltigkeits-Komponente beschreibt Boehlerit mit der ,We Care‘-Kampagne das Soziale und geht mit ihr über Verpflichtendes deutlich und also weit hinaus, ist dabei mit den Aktionen überaus kreativ und bindet die Mitarbeitenden aktiv mit ein – spendet also nicht vor allem bloß Sorry, Herr Melcher, ist diese Interpretation von ,ökonomischer Nachhaltigkeit‘ nicht ein wenig gewagt?: Ihre drei für Boehlerit aktuellen Reaktionen zeigen doch nur eine vernünftige, immer schon übliche unternehmerische Antwort auf die Herausforderung eines Umsatzrückgangs – bedingt durch gravierende Veränderungen im Markt…? …na und, Herr Kromberg?: nicht allein nach unserem Verständnis ist dieser Rückgriff auf über Jahrzehnte für Zerspan-Werkzeuge gesammeltes KnowHow auf ganz andere Anwendungen von Hartmetall sehr wohl ein Beispiel für Nachhaltigkeit: Boehlerit nutzt bestehendes Wissen für bislang nicht gelöste neue Aufgaben – muss also die Antwort nicht von Grund auf neu zeit- und kostenaufwändig finden: wir stützen uns also geschickt auf eh bestehende Ressourcen: auch das ist – natürlich - Nachhaltigkeit! Noch elementarer als das ist aber ja für die ökologische Bilanz wohl die unbestritten notwendige CO2 - Reduktion bis zur CO2 -Neutralität – was tat Boehlerit, was tut Boehlerit, was wird Boehlerit tun, um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen? Und: mit welchen Aufwendungen, und mit welchem Ergebnis? Wir machen viel für die CO2 - Reduktion, um unsere Mitarbeiter und die Umwelt zu schützen. Um den Stand der Technik auch bei Luftreinhaltung und Abgasbehandlung zu erhalten, wurden in den letzten Jahren in zirka 100 Gesamtanlagen und in Anlagenteile zur Luftreinhaltung investiert. Weiters wurde beispielsweise in eine neue Kolbenstrang-Pressanlage mit 90 Unsere Mitarbeiter – 1530 Beteiligte aus der Brucklachergruppe (also Boehlerit, Bilz und Leitz) haben unter anderem 6000 Bäume gepflanzt, 1,4 Tonnen CO2 reduziert, 3,5 Tonnen Müll und zugleich 1.500 kg Kleidung gesammelt und 40.000 Euro Spendenvolumen erarbeitet. Gesamtaufwand: 2730 angewendete Stunden in nur zwei We Care Aktionswochen. Das ,We Care‘-Label ist bei Boehlerit dem sozialen Engagement vorbehalten – gilt aber letztlich wohl auch fürs Ökologische und fürs Ökonomische? …nette – und ja: durchaus berechtigte Frage zum Schluss; aber nein: Boehlerit hat sich (wie viele-viele andere und mehr und mehr Unternehmen auch) aus Einsicht und Überzeugung der Nachhaltigkeit verpflichtet: und zwar ganzheitlich. www.boehlerit.com


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