FRITZ KOENIG
GANZ NAH
Werke | Landshut und Umgebung
Biographie Grabmale Verloren/verschollen Region Peripherie Innenstadt
Impressum
© 2022
Herausgeber: Freundeskreis Fritz Koenig e.V. im Eigenverlag
Martin Scharrer | Thomas Pleiner
Redaktion:
Sprecher: Oliver Karbus
Gestaltung | Typografie: mtp-studio.de | Landshut
Lektorat Hannelore Scharrer
Quelle Werksangaben Dr. Dietrich Clarenbach
ISBN: 978-3-9821346-3-5
Kartenmaterial: OpenStreetMap® gemäß der Open Data Commons
Open Database Lizenz (ODbL) durch die OpenStreet
MapFoundation (OSMF) verfügbar gemacht.
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ist es nicht gestattet, diese Publikation oder Teile daraus auf fototechnischem oder elektroni-
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www.freundeskreis-fritz-koenig.de
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WVZ = Werkverzeichnis
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FRITZ KOENIG
GANZ NAH
Werke | Landshut und Umgebung
F.K. Freundeskreis Fritz Koenig e.V.
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F.K.
Der Freundeskreis Fritz Koenig e.V. hat es sich zur Aufgabe
gemacht, das Werk des 2017 verstorbenen Bildhauers auf
vielfältigen Ebenen für die Öffentlichkeit zu erschließen.
Landshut und Niederbayern sind für den 1924 in Würzburg
geborenen Fritz Koenig zur Heimat geworden. Und in dieser
Heimat finden sich viele Werke aus seinem jahrzehntelangen
Schaffen.
Manche stehen markant im öffentlichen Raum. Andere wie-
der sind völlig unbekannt. Die Werke in Landshut waren 2004
bereits einmal anlässlich der 800-Jahr-Feier zusammengestellt
worden. Jetzt wollten wir über die Stadtgrenzen hinaus auf
Spurensuche gehen.
Bei der Recherche stellte sich schnell heraus, dass eine Reihe
meist sehr früher Werke nicht mehr lokalisiert werden kann.
Dennoch wollen wir diesen Schatz wieder ins Bewusstsein der
Öffentlichkeit heben – so umfassend wie möglich, aber ohne
Anspruch auf finale Vollständigkeit. Dies geschieht nun in der
vorliegenden Publikation. Sie korrespondiert mit einer Wan-
derausstellung mit dem Titel ‚Fritz Koenig. Ganz nah‘, die in
Landshut im Frühjahr 2022 und anschließend in umliegenden
Gemeinden gezeigt wird.
Insgesamt enthält dieses Verzeichnis Abbildungen, Lagepläne
und Kurzbeschreibungen von 55 Werken. Die Kurzbeschrei-
bungen sind über einen QR-Code auch als Audiodatei abrufbar.
Ungleich mehr Werke Koenigs finden sich in den Ausstel-
lungsräumen und im Depot des Skulpturenmuseums im Hof-
berg / Koenig Museum im Landshuter Prantlgarten. Die Ab-
bildung auf Seite 52/53 zeigt einen Ausschnitt der noch von
Fritz Koenig persönlich kuratierten Werkschau »Aufstellung«.
Wir laden Sie ein, sich Stadt, Landschaft und Werk auf Spa-
ziergängen (neu) zu erschließen. Uns hat es großes Vergnü-
gen bereitet – wir hoffen sehr, dass es Ihnen ähnlich ergehen
wird!
Links: WVZ 476, Große Flora II, 1970, Bronze - Foto: Thomas Pleiner
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Fritz Koenig ganz nah:
Spuren und Zeugnisse
Den 2017 verstorbenen Fritz Koenig, bedeutendster Protago-
nist einer abstrahierenden Figuration der deutschen Kunst nach
der Zäsur des Zweiten Weltkrieges1, verband mit Landshut und
Niederbayern eine tiefe, unauflösliche Beziehung. Stets hat er
sich auseinandergesetzt mit dieser »seiner« Stadt, nicht immer
bequem, immer aber aus lauterer Überzeugung. Er tat es in
Fragen des Stadtraumes, der Denkmalpflege2, der bildenden
Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart, kurz: des großen
kostbaren Erbes dieser Region.
Landshut und die niederbayerische Landschaft bleiben lebens-
lang trotz seines internationalen Erfolges sein Lebenskosmos,
der geprägt ist von einer wechselseitigen, fruchtbaren Einfluss-
nahme.
Um die jahrzehntelange Entwicklung dieses »Weltkünstlers«,
als den man ihn zuletzt bei der großen Retrospektive der Uffi-
zien 2018 gewürdigt hat, nachzuvollziehen, muss man nicht in
die Ferne schweifen: Auf den Straßen und Plätzen Landshuts
und der näheren Umgebung finden sich viele Skulpturen von
seiner Hand.
Sein Werk, in abendländischen Bildtraditionen verankert, ist
gleichzeitig stark biographisch geprägt. Ein »Grundempfinden
für Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit, Tragen und Ertra-
gen« durchzieht sein gesamtes Schaffen3.
Die Figur des Menschen im Spannungsfeld seines irdischen Da-
seins zwischen Liebe und Tod, Werden und Vergehen steht im
Zentrum. Er sucht dabei – das Individuelle, Persönliche im Blick
– gleichzeitig das Zeichenhafte, Allgemeingültige und Über-
dauernde dieser Existenz.
Koenig hat seine künstlerische Kraft konsequent einigen Ge-
neralthemen gewidmet: sehr früh dem des Pferdes und zoo-
morphen wie anthropomorphen Mischformen.
Später wird das Motiv des Menschenpaares zentral, das alle
Formen und Spielarten der Begegnung mit dem Gegenüber
in sich birgt. Mit immer größerem Gewicht und aller Fülle der
Ausdruckskraft des reifen Bildhauers werden dann Vergäng-
lichkeit, Tod, Verlust und Erinnerung zum Leitmotiv, eine Ent-
wicklung, die in der Werkgruppe der Epitaphe mündet. Die
intensive Beschäftigung mit der conditio humana und die Be-
tonung eines »Memento Mori« gründet auch im Erleben des
Krieges als Achtzehnjähriger an der Ostfront.
7
Nach Krieg und Gefangenschaft geht Koenig 1946 an die
Münchner Akademie der Bildenden Künste. Er gehört zur ers-
ten jungen Künstlergeneration der Nachkriegszeit, die nach
Zusammenbruch und Neuanfang eigenständige Positionen fin-
den musste. Er ist einer der ersten, die nach 1945 wieder an die
internationalen Strömungen angeknüpft haben4.
In den 1950er Jahren entstehen zahlreiche Grabsteine, ers-
te Architekturplastik und Brunnen in den neuen Vierteln der
Stadt, die im Zuge des für die Flüchtlingsfamilien benötigten
Wohnraumes errichtet werden. Die früheste erhaltene Arbeit
aus dieser Zeit, das Relief Friedensbotschaft, ist heute unter der
Isolierung des Gebäudes verschwunden (Seiten 122,123).
Das Bronzerelief Schiffer am Maxwehr offenbart Koenigs An-
spruch zur Raffung der Form. Diese hier noch in der Natur-
nachahmung verankerte Methode des Umgangs mit Massen
unterschiedlicher Qualität wird später aufgegeben zugunsten
eines zunehmenden Abstraktionsgrades.
Die Beschäftigung mit dem Pferd intensiviert sich gerade wäh-
rend eines Aufenthalts in der Villa Massimo in Rom 1957. Der
Große Steigende Reiter von 1958 offenbart Koenigs Bemühen
um Formdurchdringung und Aufhebung der individuellen Kör-
pergrenzen.
Der Gedanke eines geometrisierend-reduktiven, gleichzeitig
aber auch additiven Figurenaufbaus verbildlicht sich in dem
überlebensgroßen St.-Martin von 1963/64 vor dem Städti-
schen Klinikum. Hier erfährt das im Werk immer präsente
Pferd-Reiter-Motiv eine semantische Anreicherung durch die
Darstellung der Mantelteilung aus der Legende des Heiligen
Martin von Tours.
Von der Mitte der 60er Jahre an bewegt ihn der Antagonis-
mus zwischen Geometrischem und Organischem, der in den
»Karyatiden« seine Formulierung findet. Die aus der Antike
überlieferte Figur der Karyatide als eine menschliche Gestalt,
die in eine (über-)mächtige Architektur eingebunden den
stützenden Pfeiler ersetzt, wird ihm zum Sinnbild des Men-
schen im Spannungsfeld seiner Existenz, bedrängt und defor-
miert durch die Übermacht seines Schicksals. Diese inhaltliche
Bedeutung verknüpft er mit klassischen Stütze-Last-Motiven,
wobei sich die lastende Architektur als blockhafter »Archi-
travrest« und die eigentliche Figur der Karyatide als schlanke
Pfeilerstruktur herausbildet.
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Der steile Aufstieg im internationalen Kunstgeschehen mit gro-
ßen Aufträgen im internationalen öffentlichen Raum findet in
der Aufstellung der Großen Kugelkaryatide N.Y. in Manhattan
1971 einen Höhepunkt. Dennoch bleibt Niederbayern und
Landshut das Fundament seines Lebens und Arbeitens.
Der öffentliche Raum »seiner« Stadt, für die er in dieser Zeit eine
bewusste und endgültige Entscheidung trifft, ist auch Entfal-
tungsort seiner Plastiken.
In den 1970er Jahren entwickelt er seine Säulenkaryatiden wei-
ter zu einer Gruppe großformatiger, hoch aufwachsender Bron-
zen, die das Säulenmotiv mit floralen Konnotationen verbinden
und mit kreatürlicher Energie aufladen.
In Landshut zeugen bedeutende Werke wie die Bronze Große
Flora V auf dem Gelände des Hans-Leinberger-Gymnasiums oder
die Große Flora für das Altdorfer Rathaus von dieser Werkgruppe.
In all diesen vegetabilen Formvarianten, in denen das Stütze-
Last-Motiv weiter anklingt, formuliert der Bildhauer sein zent-
rales Thema: das der Balance und der beständigen Gefährdung
allen Seins durch einen drohenden Stabilitätsverlust.
Dieses Ausloten der Grenzen von Balance und Balanceverlust er-
fährt in der Werkgruppe der Zwei der 1970er Jahre einen weite-
ren Höhepunkt: Er reduziert hier die menschliche Figur auf einen
schwellenden, sich verjüngenden Schaft, der das gesamte Gefü-
ge von Rumpf und Gliedmaßen substituiert; eine ihm angefügte
Kugelform steht für den Kopf. Diese Figurenkomposition, die
das bei Koenig elementare Thema der Paarexistenz formuliert,
verknüpft er mit einem weiteren zentralen Motiv: Der existen-
tiellen Gefährdung, was sich in den labilen und oft unmöglichen
Balanceakten der Skulpturen ausdrückt. Deutlich wird dies etwa
in der fast fünf Meter hohen Bronze Große Zwei XVIII vor dem
Kreiskrankenhaus Achdorf: Die Körpersäulen der beiden Ge-
stalten finden im Moment der liebevollen Verschränkung einen
nur temporären Halt auf einem schmalen Sockelelement: Es er-
scheint wie die flüchtige Momentaufnahme eines gefährdeten
Gleichgewichtes5.
In der Zeit der späten 1970er Jahre gewinnt ein Themenkreis an
Bedeutung, der zurückweist auf die Erfahrungen der Kriegsjah-
re: Verlust, Gefährdung, Vergänglichkeit und die Erkenntnis un-
ausweichlicher Endlichkeit finden ihre skulpturale Entsprechung
in den Epitaphen. Er verwendet den traditionellen ikonographi-
schen Begriff semantisch sehr frei für Skulpturen, die stilisierte
Figuren aus den Elementen Kugel und Rundstab zeigen. Diese
anonymen Gestalten liegen als Einzelfigur, zu Paaren oder in
einer an Beinhäuser erinnernden Zusammenfügung hingelagert
9
auf stereometrischen Körpern. Dabei fließen vielfach Erkennt-
nisse aus der intensiven Beschäftigung mit den Zeugnissen histo-
rischer Grabplastik und deren architektonischen Aspekten ein6.
Die Tendenz zur Abstraktion gewinnt hier einen neuen Sinn: Die
rigorose Vereinfachung der Körperstruktur führt zu einer Zei-
chensprache für die Vergänglichkeit menschlicher Existenz. Die
Schädelkalotten und Röhrenknochen werden zu Eisenkugel
und Rundstab, die in ihrer Zusammenfügung als Gestalt zur
3-dimensionalen Hieroglyphe werden7.
Im Rathaus befindet sich seit 1983 ein Epitaph aus Granit als
Erinnerungsmal für die Opfer beider Weltkriege.
Als Hochrelief an der Wand ausgeführt, wird die Fläche ein-
mal in der unteren Hälfte durch einen schmalen Horizontalspalt
unterbrochen, dessen Ebene sich leicht nach hinten absenkt.
In diese Fuge eingebettet, liegt eine einzelne Figur als Stellver-
treter aller gewaltsam ums Leben Gekommenen.
Hier dokumentiert sich, wie im gesamten Werk, Koenigs Welt-
sicht – der Wechsel zwischen barocker Lebensfülle und dem
Bewusstsein ihrer Endlichkeit, die im Memento Mori ihren Aus-
druck findet.
1 Seit 1968 ordentliches Mitglied der Akademie der Künste, Berlin und der Bayeri-
schen Akademie der Schönen Künste, München. Seit 1993 Mitgliedschaft des
Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst. 1995 Verleihung des
Großen Bundesverdienstkreuzes, 2001 Auszeichnung »Pro Meritis Scientiae et Li-
terarum«.
2 Sicher nicht zuletzt, um seine Vorstellung von achtungsvollem Umgang mit histo-
rischer Bausubstanz zu demonstrieren, erwarb Koenig 1976 ein heruntergekom-
menes gotisches Handwerkerhaus in der Neustadt unweit des Kriegerdenkmals
und stellte es unter Bewahrung der originalen Reste nach eigenen Vorstellungen in
jahrelanger Arbeit wieder her.
3 Dietrich CLARENBACH, Fritz Koenig. Skulpturen. Werkverzeichnis, München 2003.
4 Als Beispiel sei etwa die erfolgreiche Beteiligung des 28-jährigen Akademiestuden-
ten am internationalen Wettbewerb »Denkmal für den unbekannten politischen
Gefangenen« in London 1952 genannt. Vgl. hierzu Christine FISCHER-DEFOY, Zur
Geschichte der West-Akademie 1954-1993, in: Die Kunst hat nie ein Mensch al-
lein besessen, Ausst.-Kat. Akademie der Künste und Hochschule der Künste, Berlin
1996, 649-653.
5 vgl. hierzu auch: Peter Klaus SCHUSTER, Die Grammatik der Formen, in: Fritz Koe-
nig. Skulptur und Zeichnung, Ausst.-Kat. Neue Pinakothek München 1988, 42ff.
6 Stefanje FRITZ, Liebe. Tod, Vergänglichkeit – Die Epitaphe des Fritz Koenig, Magi-
sterarbeit Universität Regensburg, Regensburg 1994.
7 vgl. hierzu J.A. SCHMOLL, gen. EISENWERTH, Epitaphe. Liebe, Tod, Vergänglichkeit
in Zeichnungen und Bildwerken von Fritz Koenig, in: Fritz Koenig. Skulptur und
Zeichnung, Ausst.-Kat. Neue Pinakothek München, München 1988, 51-56.
10 Schiffer S
Brunnen S. 43 Ausstattun
Altarraum
Nepomuk S. 13 Lö
Scheibenkreuz S. 27
Epitaph S. 37
Brunnen S. 29
St. Martin S. 51
Große Flora II S. 25
S. 15 Standorte 11
Landshut Innenstadt
ng
S. 49
öwen | Türgriffe S. 17 Brunnen S. 19
Säulenkaryatide S. 21
Zwei XIX S. 31
Großes Bouquet III S. 23
Großes Epithaph XIV S. 33
Große Zwei XXV S. 35
Großer Janus S. 39
Blattfigur S. 41
Großer Trieb S. 45
Durchstich S. 47
12
Landshut Innenstadt 13
Nepomuk
OpenStreetMap®
Innenstadt
WVZ 92
Nepomuk
1953
Fassadenskulptur, Ton, gebrannt
Landshut
Hofbauerhaus
Isarpromenade / Höhe Ländsteg
Unmittelbar nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in
München entsteht aus Terracotta der Brückenheilige Nepomuk, der als Zeichen
seiner Verschwiegenheit den Finger auf den Mund legt. Bauherr ist der Architekt
Hans Hofbauer, der den jungen Koenig fördert und ihm in diesem Haus auch ein
Atelier einrichtet, in dem die ersten bedeutenden Werke entstehen.
Foto links: Toni Ott
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14
Foto: Toni Ott
Landshut Innenstadt 15
Schiffer
OpenStreetMap®
Innenstadt
WVZ 116
Schiffer
1955
Bronze
Landshut
Maxwehr
Isargestade
Kurz nach Koenigs Studium an der Münchner Akademie der Bildenden Kün-
ste entstanden, gehört das Relief Schiffer zu seinen ersten größeren Werken im
öffentlichen Raum. Der Schiffer, der sein Boot durch eine (Isar-) Furt zu staken
scheint, begegnet einer Sirene mit Fischschwanz – ein charmantes Beispiel für
das Erzählerische, das gerade den frühen Werken innewohnt.
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16
Foto: Thomas Pleiner
Landshut Innenstadt 17
Löwen | Türgriffe
OpenStreetMap®
Innenstadt
WVZ 140
Löwen | Türgriffe
1956/1957
Bronze
Landshut
Regierung von Niederbayern
Regierungsplatz 540
Diese beiden stilisierten Löwen, die den Haupteingang des ehemaligen Domi-
nikanerklosters als Türgriffe zieren, sind typisch für das Frühwerk des jungen
Bildhauers, der sich hier eng an den figuralen Traditionen der Münchner Schule
orientiert und seinem Sujet dabei etwa mit der Ausführung des Schweifs hinter-
gründigen Witz verleiht.
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18
Landshut Innenstadt 19
Brunnen
OpenStreetMap®
Innenstadt
WVZ 162
Brunnen
1958
Bronze
Landshut
Regierung von Niederbayern, Innenhof
(Zugang nur während der Öffnungszeiten)
Regierungsplatz 540
Dieser Brunnen aus Nagelfluh und Bronze ist einer der ersten, die von der
Hand Fritz Koenigs entstehen. Im Gegensatz zu den Löwen desselben Gebäu-
des nimmt er sich hier als Bildhauer zurück zugunsten einer Reminiszenz an die
frühere Funktion dieses Hofes als Kreuzgang des Dominikanerklosters, in dem
traditionell ein Brunnen der Wasserversorgung diente.
Fotos links und oben: Thomas Pleiner
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20
Landshut Innenstadt 21
Säulenkaryatide
OpenStreetMap®
Innenstadt
WVZ 368
Säulenkaryatide
1965
Bronze
Landshut
Hans-Carossa-Gymnasium, Innenhof
Freyung 630 a
In den Säulenkaryatiden der 1960er Jahre beschäftigt sich der Bildhauer mit dem
Wechselspiel von Stützen und Lasten. Im Karyatidenmotiv der griechischen Klas-
sik wird diese in einen festgefügten Architekturverbund gestellt. Koenig löst sie
aus diesem Zusammenhang und lotet auf diese Weise auch die Grenzen der
Tragfähigkeit seiner abstrahierten anthropomorphen Formen aus.
Fotos: Thomas Pleiner
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22
Landshut Innenstadt 23
Großes Bouquet III
OpenStreetMap®
Innenstadt
WVZ 391
Großes Bouquet III
1967/1994
Bronze
Landshut
Skulpturenmuseum
Am Prantlgarten 1
Das große Bouquet III visualisiert das Motiv eines Blumenstraußes, das Fritz Ko-
enig zunächst vor allem in seinem zeichnerischen Werk wieder und wieder um-
kreist, bevor es in mehreren Varianten als Bronzeguss entsteht. Vom Künstler
selbst im Prantlgarten aufgestellt, korrespondiert es dort unmittelbar mit seiner
vegetabilen Umgebung.
Foto links: Toni Ott
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24
Landshut Innenstadt 25
Große Flora II
OpenStreetMap®
Innenstadt
WVZ 476
Große Flora II
1970
Bronze, Höhe 266 cm
Landshut
Cafe am Dom
Spiegelgasse 207
Foto oben: Thomas Pleiner
In den 1970er Jahren entwickelt der Bildhauer seine Säulenkaryatiden weiter
zu einer Gruppe hoch aufwachsender Bronzen, die das Motiv der Säule mit
floralen Bedeutungsebenen verbinden und mit kreatürlicher Energie aufladen.
Die stilisierte Knospenform und das Emporwachsen stehen sinnbildlich für die
fruchtbare Arbeit des Vereins Lebenshilfe, vor dessen Stammhaus die Skulptur
heute steht.
Foto links: Thomas Pleiner
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26
Foto: Thomas Pleiner
Landshut Innenstadt 27
Scheibenkreuz
OpenStreetMap®
Innenstadt
WVZ 521
Scheibenkreuz
1971
Blei, Bronze
Landshut
Rathaus, Sitzungssaal
(Nur während öffentlicher Sitzungen
des Stadtrats zu besichtigen)
Altstadt 315
Foto: Thomas Pleiner
Das Scheibenkreuz entstand Anfang der 1970er Jahre. Koenig konterkariert hier
unsere Erwartungshaltungen, wie ein Kreuz aussehen sollte: Eine kreisrunde Flä-
che ist kreuzförmig aufgebrochen. Im Zentrum wölbt sich eine anthropomorphe
Struktur empor – kraftvolles Zeichen vitalen Lebens über den Tod hinaus.
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Biographie Grabmale Verloren/verschollen Region Peripherie Innenstadt
28
Landshut Innenstadt 29
Brunnen
OpenStreetMap®
Innenstadt
WVZ 552
Brunnen
1972/73
Granit, Bronze
Landshut
Vor Altstadt 313
Dieser Brunnen ist unter den vielen Brunnen Koenigs singulär. Er verbindet dar-
in das Motiv der Flora mit einem weiteren sinnstiftenden Element Landshuter
Identität: dem Turmkranz von St. Martin. 1972/73 von der Sparkasse Landshut
gestiftet, ist dieser Brunnen heute auch eine Reminiszenz an die vielen Brunnen,
die früher in der Altstadt die Menschen mit Wasser versorgten.
Foto links: Toni Ott
Foto oben: Thomas Pleiner
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30
Landshut Innenstadt 31
Zwei XIX
OpenStreetMap®
Innenstadt
WVZ 627
Zwei XIX
1976/77
Bronze
Landshut
Hypo-Vereinsbank
(Nur während der Öffnungszeiten
zugänglich)
Neustadt 515
Foto oben: Thomas Pleiner
In der großen Werkgruppe der Zwei setzt der Bildhauer in den 1970er Jahren
stilisierte Figurenpaare labilen und letztlich unmöglichen Gleichgewichtssitua-
tionen aus. Die Grenzen von Balance bis zum Balanceverlust auslotend, stehen
diese Werke für die existentielle Gefährdung menschlichen Lebens – aber auch
für die Lust daran.
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