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Dezember 2019, 2. Ausgabe der Kammerzeitschrift KOMPAKT, herausgegeben von der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern.

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Published by info, 2019-12-11 06:55:28

KOMPAKT Ausgabe 2/2019

Dezember 2019, 2. Ausgabe der Kammerzeitschrift KOMPAKT, herausgegeben von der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern.

KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
AUSGABE [ 2 ] 2019
Bitte vormerken:
23. April
30. Ordentliche Kammer- versammlung in Rostock
10. Juni
30 Jahre Berufsstand Festakt & Sommerfest in Rostock


Inhalt KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Aus der Arbeit von Kammer und Vorstand
Klimatagung 2019
Warnemünder Fachtagung »Steuern – Recht – Wirtschaft« 2019 4 100. Bundeskammerversammlung/Neuer Präsident 6 LFB: Parlamentarischer Abend 7 STAX 2018 – BStBK veröffentlicht Befragungsergebnisse 8 Mitarbeiterumfrage 2018 11
Aus- und Weiterbildung
24. Sitzung Bildungsausschuss 14 Steuerberaterprüfung 2020/2021 15 Ausbildungsplätze besetzen 16 Fachlehrerweiterbildung DWS 20 Update gegen Fachkräftemangel 20
Wirtschafts- und Steuerrecht
Neuordnung der Steuerfachangestelltenausbildung 21 Schreiben: Umsetzung der Änderungsrichtlinien (EU) 2018/843 24 Schreiben: Elektronsche Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) 26
Informationen
Kammertermine Juli bis Dezember 2019 28 Muster-Verfahrensdokumentation zum ersetzenden Scannen 2.0 30 Die KfW als Begleiter im digitalen Zeitalter 31 Vorankündigung: Deutscher Steuerberaterkongress 2020 32 Die Kammer gratuliert 33
Berufsrecht und -register
Urteil des OLG: Mittelgebühr und Ermessenszuschlag 35 Mitteilungen zum Berufsregister 36 Mitteilungsp ichten bei Steuerberatungsgesellschaften 36 Änderungen im Berufsregister 36 Bekämpfung unlauterer Wettbewerb 37
Sonstiges
Literaturhinweise 38
Verantwortlich für den Inhalt: Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern
Ostseeallee 40, 18107 Rostock, Telefon: 0381.776 76 76, Fax: 0381.776 76 77, E-Mail: [email protected], www.stbk-mv.de Redaktionsschluss: 2.12.2019 Layout & Satz: FBM Werbeagentur Rostock GmbH
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KAMMER KOMPAKT 2 | 2019 Editorial
Sehr verehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,
in dieser Jahreszeit muss immer alles ganz schnell gehen, obwohl man schon seit dem 1. Januar weiß, wann der 31. Dezember sein wird. Was man nicht immer genau planen kann, ist die Arbeit, die ansteht. Und manchmal weiß man auch nicht, wer sie bewältigen soll. Deshalb kann man bei den anstehenden Gesetzgebungsmaßnahmen immer nur vor Übermaß warnen. Wir werden das Gesetz zur Grundsteuer- reform hinsichtlich der Arbeitsbelastung sicher erst noch sacken lassen müssen. Beim Jahressteuer- gesetz 2019, auch genannt „Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität ...“, beim Grunderwerbsteuergesetz und beim Bürokratieentlastungsgesetz, können wir uns auf die Mehrarbeit nach bisherigen Erfahrungen schon einrichten.
Eine Konstante zieht sich seit mehreren Jahren durch unsere berufspolitische Arbeit, nämlich die Ab- wehr europarechtlicher Angriffe auf die Grundlagen der freiberuflichen Tätigkeit unseres Berufsstan- des. Sehr schön ist es, dass inzwischen die Bundessteuerberaterkammer gemeinsam mit dem Deutschen Steuerberaterverband die Kräfte bündeln konnte und zunehmend zielsicherer agieren kann. Es wird uns zwar nicht erspart bleiben, die Regelungen zur Einführung einer Pflicht zur Mitteilung grenzüberschrei- tender Steuergestaltungen umzusetzen. Wir haben jedoch die Hoffnung, dass die nationale Umsetzung eines vergleichbaren Vorhabens nicht zum Zuge kommt. Hier kommen aus der Bundesregierung erste Signale, dass man nicht auf jedes EU-Gesetz noch national etwas draufsatteln muss.
Im Rahmen unserer Klimatagung mit der Finanzverwaltung unseres Landes haben wir sehr ausdrück- lich deutlich gemacht, dass die Steuerberaterschaft und die Mitarbeiter der Finanzverwaltung ihre Arbeiten nur erledigen können, wenn sie effizient in allen Prozessen aufeinander zugehen. Die allge- mein beklagte Personalknappheit verbietet es einfach, im Austausch zwischen Steuerberatern und Finanzverwaltung Arbeitsreserven nicht zu heben. Das bezieht sich auch auf die Einarbeitungspro- zesse nach der Umstellung von der Belegvorlagepflicht auf die Belegvorhaltepflicht, was wir regional sehr intensiv diskutiert und begleitet haben.
Die Fachtagung richtete sich insbesondere auch an den Steuergesetzgeber, rechtliche Regelungen mit Augenmaß für die überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen in unserem Land zu regeln bzw. anzuwenden. Demokratieverdruß kommt nämlich auch daher, dass selbst bei gutem Willen die bürokra- tischen Prozesse nicht umsetzbar sind. In Anbetracht der allgemeinen Knappheit von Personalressour- cen ist dies ein dringendes Warnsignal. Wie unsere ausführliche Mitarbeiterstudie zeigte, ist trotz oder wegen der Digitalisierung die Anzahl der Mitarbeiter in den letzten 10 Jahren um 80 % gestiegen ist, obwohl die Anzahl der Kanzleien nur um 15 % wuchs. Unabhängig davon können wir von einem recht guten Ausbildungsstart im Jahr 2019 ausgehen, denn über 150 Umschüler und Erstauszubildende haben sich in das Erlernen des „Steuerdschungels“ gestürzt. Allerdings haben wir auch festgestellt, dass sich ca. die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen nicht aktiv an der Ausbildung beteiligt, obwohl selbst Mitarbei- terzuwachs benötigt wird. Hier werden wir in der Kammerversammlung über Lösungsansätze zu disku- tieren haben.
Zum Jahresende sind jedoch erst einmal die Fristen für die Abgabe der Steuererklärungen ins Auge zu fassen. Immerhin werden im kommenden Jahr auch durch das automatische System der Finanzverwal- tung keine Aufschübe bei der Einhaltung von Fristen mehr geduldet. Behalten Sie aber bitte bei allen Aufgaben im Blick, sich um die Mitarbeiter, die Angehörigen und natürlich sich selbst zu kümmern. Der Jahreswechsel sollte in diesem Jahr vor allem für strategische Überlegungen genutzt werden, wie z. B. die umfassende Nutzung von Digitalisierungsprozessen in der Kanzlei. Dabei wünsche ich Ihnen viel Kreativität und gute Ideen.
Mit besten Wünschen für einen gesunden Jahreswechsel, Ihr
StB Dr. Holger Stein
StB Dr. Holger Stein, Präsident
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Aus der Arbeit von Kammer und Vorstand
KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Klimatagung 2019
Traditionell treffen sich die Vorsteher der Finanzämter und die leitenden Mitarbeiter der Steuerabteilung am Vorabend der »Warnemünder Fachtagung Steuern – Recht – Wirtschaft« mit den Vorständen und aktiven Ehrenamtlern des steuerberatenden Berufs.
In diesem Jahr hat der Berufsstand darauf aufmerksam gemacht, dass beide Seiten Veranlassung haben, die Zusammenarbeit so zu gestalten, dass Ef zienz insbesondere in den Arbeitsprozes- sen nicht zu mehr Personalaufwand führt.
Der Übergang von der Belegvorlagep icht zur Belegvorlage- p icht sollte eher dazu genutzt werden, so wenig wie möglich Beleganforderungen vorzunehmen. Hintergrund ist, dass erwie- senermaßen bereits im Verlaufe des Jahres durch die Voranmel- dungen zu den unterschiedlichsten Steuerarten und zu den sozi- alen Leistungen, die Steuerp ichten der Bürger erfüllt werden und auch die Finanzierung des Staates durch Geldtransfer si- chergestellt wird. Es bedarf also bei der Bearbeitung der Jahres- abschlüsse des richtigen Augenmaßes, wie viel Belegwesen noch für den letzten Arbeitsschritt für das jeweilige Wirtschafts- jahr bewegt werden soll oder nicht.
Auch die Kinderkrankheiten der automationsgestützten Verarbei- tung der Steuerfälle bei der Finanzverwaltung sollen sachkundig beachtet und für die Zukunft für alle Seiten erleichternd gestaltet werden. Dann ist es auch möglich, die nunmehr automatisch kon- trollierten Fristen bei der Abgabe der Steuererklärungen einzu- halten. Besonders unserem neu- en Finanzminister, Herrn Meyer, war eine gemeinsame Arbeit an diesem wichtigen Feld wichtig. Alle Seiten betonten, dass die Auseinandersetzung in der Sache einer Auseinandersetzung um Formalien stets der Vorrang zu ge- ben ist.
Die traditionelle Veranstaltung hat dazu beigetragen, die oftmals wichtigen „kurzen Wege“ bei Problemlösungen auch zukünftig beschreiten zu können.
v.l.n.r.: StB Lüth Präsident StBV M-V e. V., StB Dr. Stein Präsident StBK M-V, Finanzminister des Landes M-V Herr Meyer
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Warnemünder Fachtagung »Steuern – Recht – Wirtschaft« 2019
Rechtsstaatlichkeit im Besteuerungsverfahren – Fazit und Ausblick
Die Veranstalter der Warnemünder Fachtagung haben bereits in der Vergangenheit häu g die makroökonomi- sche Ebene gewählt, um konkrete Fragen der täglichen Arbeit transparent zu machen und auf deren Wichtigkeit hinzuweisen.
Deutschland ist wesentlicher Bestandteil der Europäi- schen Union mit den ca. 500 Mio. Einwohnern. In der EU leben 7 % der Bevölkerung der Welt. Hier entsteht 25 % der Wirtschaftsleistung der Welt und hier werden 50 % der Sozialausgaben der Welt getätigt. Die EU ist neben den USA der zweitgrößte Wirtschaftsraum der Welt, noch vor China.
Herr Präsident StB Dr. Stein machte deutlich, dass der Staat nicht nur die Gleichmäßigkeit der Besteuerung
gemäß anderer verfassungsmäßiger Grundlagen einhal- ten soll, sondern gleichzeitig auch unmittelbarer Empfän- ger der von den Bürgern und Unternehmen beigetriebe- nen Abgaben ist. Die mit dem Besteuerungsverfahren beauftragten staatlichen Organe werden vom Wesen und Inhalt her als Eingriffsverwaltung betrachtet. Das ist der Grund, hier besonders sensibel auf die Einhaltung der Grundidee der Gewaltenteilung und rechtsstaatlichen Verhaltens zu schauen. Die Steuerp ichtigen haben in den zurückliegenden Jahren allerdings die Erfahrung ge- macht, dass mit dem Argument der Gleichmäßigkeit der Besteuerung eine Vielzahl neuer und kaum umsetzbarer P ichten, insbesondere für kleine und mittlere Unterneh- men, geschaffen wurden. Ausgangspunkt sind stets Skan- dale bei Facebook oder milliardenschwere Betrügereien in


KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Aus der Arbeit von Kammer und Vorstand
den sogenannten „Cum-Ex-Geschäften“, die dann ihren Niederschlag in komplizierten Regelungen des Daten- schutzes, der Geldwäsche, Meldep ichten oder auch den formellen Anforderungen der normalen Grund- sätze ordnungsgemäßer Buchführung fanden.
Die Gesamtheit dieser Entwicklung wird bisweilen als beleidigend, belastend und undemokratisch empfun- den. Insbesondere durch die allgemeingültige Regelung werden auch unbescholtene Bürger und Steuerp ichti- ge mit diesen P ichten belastet.
Als Key-Note-Speaker plädierte Herr Prof. Dr. Hastedt von der Universität Rostock für mehr Kreativität beim Aus- handeln von Gerechtigkeit. Sein Fazit: Durch noch mehr Regeln Detailgerechtigkeit zu erreichen, ist illusionär und
StB Lüth Präsident StBV M-V e. V. und Referent StOAR Krohn
führt zu noch mehr Ungerechtigkeit. Dies ist insbeson- dere als Signal an den Gesetzgeber zu verstehen, die aktuell diskutierten Mitteilungsp ichten für Steuerge- staltungsmodelle im Inland ad acta zu legen. Es muss auch möglich sein, den Wust weiterer formaler Rege- lungen zu hinterfragen und insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen handhabbar zu machen, wenn denn die Regel schon aufrechterhalten werden muss. Anstelle ächendeckender Formanforderungen zur scheinbaren Vermeidung von P ichtverstößen ist es aus Sicht des Berufsstandes zielführender, sachkundig und zeitnah mit dem herkömmlichen „analogen“ Mittel der Betriebsprüfung vorzugehen. Hier darf nicht an der falschen Stelle gespart werden. Dies bestätigte auch die sehr sachkundige und angenehme öffentliche Ausspra- che nach dem Einführungsteil.
Prof. Dr. Heiner Hastedt
v.l.n.r.: StB Dr. Stein Präsident StBK M-V, Notar Dr. Harder Vizepräsident Notarkammer M-V, StB Lüth Präsident StBV M-V e. V., Notar Dr. Wartenburger, StOAR Krohn Fotos (S. 4/5): Bernd Hagedorn
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Aus der Arbeit von Kammer und Vorstand KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
100. Bundeskammerversammlung
16. und 17. September in Nürnberg
Neuer Präsident der Bundessteuerberaterkammer gewählt
Prof. Dr. Hartmut Schwab, StB/FB f. IStR, ist von der 100. Bundeskammerversammlung in Nürnberg zum neuen Präsidenten der Bundessteuerberaterkammer (BStBK) gewählt worden. Er löst Dr. Raoul Riedlinger, StB/WP/RA, ab, der das Amt seit 2015 innehatte.
Prof. Schwab betonte zum Start seiner Amtszeit: „Zahlreiche Themen im Steuer- und Berufsrecht gilt es in den kommenden Jahren, weiterzuverfolgen und voranzutreiben. So setzen wir uns bei den Anzeigep ichten für Steuergestaltungsmodelle auch zukünftig für die Eins-zu-eins-Umsetzung der EU-Richtli- nie auf nationaler Ebene ein. Eine zusätzliche nationale Anzei- gep icht lehnen wir ab. Zudem raten wir von der diskutierten Vermögensteuer ab, da sie viel zu bewertungsintensiv ist und ihre Erhebungskosten unverhältnismäßig hoch wären. Darüber hinaus fordern wir eine Unternehmensteuerreform. Zur Stär- kung des Wirtschaftsstandorts Deutschland ist es höchste Zeit, das Unternehmensteuerrecht neu zu gestalten.“
Für das Berufsrecht will Schwab die folgenden Schwerpunkte setzen: „Der Berufsstand ist in Sachen Digitalisierung zwar be-
v.l.n.r.: StB Kurczinski, StB/WP/FBfIStR Dr. Mehnert, StB Prof. Dr. Schramm, StB Dr. Stein, StB/FBfIStR Prof. Dr. Schwab, StB Bonjean, StB Kaiser, StB Schüffner und StB/WP/RA/FAfStRN Rose
reits gut aufgestellt, so die aktuellen STAX-Zahlen, aber der di- gitale Wandel verändert den Arbeitsalltag zunehmend. Daher unterstützen wir den Berufsstand bei allen Kanzleiprozessen, wozu auch eine Förderung des Nachwuchses und der Kanzlei- mitarbeiter gehört.“
Prof. Schwab ist seit 1989 als Steuerberater tätig. Seit 2006 ist er Präsident der Steuerberaterkammer München und seit 2007 Vizepräsident der Bundessteuerberaterkammer. Als wei- tere Mitglieder des Präsidiums wählten die Delegierten: Volker Kaiser (Vizepräsident), StB, Westfalen-Lippe, Dr. Holger Stein (Vizepräsident), StB, Mecklenburg-Vorpommern, Karl-Heinz Bonjean (Vizepräsident), StB, Köln, Boris Kurczinski, StB, Schleswig-Holstein, Dr. Dieter Mehnert, StB/WP/FB f. IStR, Nürnberg, Dirk Rose, StB/WP/RA/FA f. StR, Sachsen, Prof. Dr. Uwe Schramm, StB, Stuttgart, und Alexander Schüffner, StB, Berlin. Die Amtszeit des Präsidiums beträgt vier Jahre.
Mit großem Dank würdigten die Delegierten der Bundeskam- merversammlung den bisherigen BStBK-Präsidenten Dr. Raoul Riedlinger und das gesamte Präsidium für die engagierte und erfolgreiche Arbeit. Riedlinger hatte zuvor den bayerischen Staatsminister der Finanzen und Heimat, Albert Füracker, be- grüßt. In seinem Grußwort lobte der Finanzminister die gute Zusammenarbeit mit dem Berufsstand. Außerdem appellierte er für mehr Mut im deutschen Steuerrecht und mahnte Konzep- te für den Umgang mit dem wirtschaftlichen Abschwung an. Den geplanten nationalen Anzeigep ichten erteilte er eine kla- re Absage.
Inhaltliche Schwerpunkte der 100. Bundeskammerversamm- lung waren vor allem die Einführung eines neuen Fachassisten- ten sowie der Abschlussbericht zur Einzelevaluierung und Neu- ordnung der Ausbildungsordnung der Steuerfachangestellten.
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Foto: BStBK


KAMMER KOMPAKT 2 | 2019 Aus der Arbeit von Kammer und Vorstand
Parlamentarischer Abend des Landesverbandes der Freien Berufe
Mut zur Demokratie!
Aus Anlass der 30-jährigen Wiederkehr des Mauerfalls hat der Landesverband der Freien Berufe Mecklen- burg-Vorpommern im Rahmen des Parlamentarischen Abends 2019 unter dem Titel »Mut zu Demokratie« die besondere Bedeutung der Errichtung der Selbstver- waltungsstrukturen der Freien Berufe und die damit verbundene herausragende ehrenamtliche Leistung im Engagement aller an diesem Prozess Beteiligten, deut- lich gemacht.
Die Parlamentarier konnten sich davon überzeugen, dass die Existenz und die dauerhafte Funktionsweise der Selbstverwaltung der Freien Berufe und auch der Berufsausübung der freiberu ichen Professionen einen bedeutenden Beitrag zur demokratischen Struktur des Landes geleistet haben. Das hat der Landesverband auch im Rahmen der Veranstaltungen aus Anlass des 30-jährigen Mauerfalls in dem Rahmen eines Bürger- festes in Kiel abgebildet.
Der Präsident des Landesverbandes, Herr RA Jörg Hähnlein, wies in seiner Ansprache besonders darauf hin, dass die Vertreter der Freien Berufe ihre eigenen Strukturen und damit einen wesentlichen Teil des de- mokratischen Gemeinwesens in den neuen Ländern selbst errichtet haben. Sie taten dies in vollem Wissen und Wollen der politisch Verantwortlichen. Genau hier lag der wichtigste Unterschied zu einer undemokra- tisch verfassten Gesellschaft, denn zu DDR-Zeiten waren die Freien Berufe weitgehend ausgetrocknet worden.
Die Möglichkeit zu haben, freiberu iche Professionen aufzubauen und dann auch diese Option verantwor- tungsvoll auszufüllen, das macht das Besondere in der Entwicklung in den neuen Ländern aus. Die Freien Berufe wachsen schneller als andere Wirtschaftszwei- ge. Mittlerweile sind 1,4 Mio. Freiberu er in Deutsch- land tätig. Die freiberu ichen Existenzgründungen sind stabiler als in anderen Wirtschaftsbereichen. Sie erwirtschaften 10,9 % des Bruttoinlandsproduktes und haben ca. 10 % der Sozialversicherungsp ichtigen in Deutschland unter Vertrag. Die Freiberu er gehen in- dividuell mit Migration um. 13,4 % der Mitarbeiter sind Migranten. Das ist mehr als in anderen Wirt- schaftsbereichen und damit Erfolgreicher als in der gewerblichen Wirtschaft. Das ist umso wichtiger, da
es sich bei den Freien Berufen insbesondere um wis- sens- und sprachbasierte Dienstleistungen handelt. Deshalb konnte das Fazit gezogen werden, dass freie Berufe in allen 16 Bundesländern personi zierte Bür- gerrechte, gesellschaftliche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Infrastruktur abbilden.
Vizepräsidentin Landtag M-V MdL Schlupp
29. Oktober 2019, Parlamentarischer Abend im Schweriner Schloss Fotos: LFB M-V e. V.
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Aus der Arbeit von Kammer und Vorstand KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
STAX 2018
Regional für Mecklenburg-Vorpommern
Bei der STAX-Befragung 2018 haben bundesweit 4.225 Steuerberaterinnen und Steuerberater teilgenommen. Bezogen auf die ca. 100.000 Steuerberater in Deutsch- land ist das eine vergleichsweise kleine Quote.
Anders sieht es für Mecklenburg-Vorpommern aus. Es handelt sich um eine Stichprobe mit statistischer Auswertbarkeit. Die für Mecklenburg-Vorpommern so gewonnenen Daten sind vergleichsweise valide und können in ein entsprechendes Verhältnis zu den Bun- desdaten gesetzt werden. Dadurch ergeben sich sehr interessante Aufschlüsse. Als erste signi kante Aus- sage lässt sich einschätzen, dass sowohl die Einzel- kanzleien als auch die Sozietäten und Steuerbera- tungsgesellschaften stärker als im Bundesdurchschnitt Weiterbildung in der Woche betreiben.
Der Anteil der Weiterbildung an der Wochenarbeits- zeit liegt in Mecklenburg-Vorpommern bei ca. 14 % und im Bundesdurchschnitt bei ca. 12 %. Die regionalen Verhältnisse sind in Mecklenburg-Vorpommern auch so, dass sowohl in den Einzelkanzleien als auch bei den angestellten Steuerberatern mehr als im Bundesdurch- schnitt in der Woche gearbeitet wird. Die Wochenar- beitszeiten in Mecklenburg-Vorpommern liegen bei ca. 45 Stunden, während sie im Bundesdurchschnitt bei 40 – 42 Stunden liegen. Dennoch ist die Zufriedenheit mit dem Beruf in Mecklenburg-Vorpommern größer als im Bundesdurchschnitt.
Alter und Kanzleigröße nach Gruppen
Alter und Kanzleigröße nach Gruppen
Bundesweit
Mecklenburg- Vorpommern
Einzelkanzlei
3,8
5,5
Anteil Weiterbildung an Wochenarbeitszeit
Anteil Weiterbildung an Wochenarbeitszeit
14,3 11,6
13,6 11,7
8,5
10,8
Bundesweit Mecklenburg-Vorpommern
Ca. 91 % sind sehr zufrieden und zufrieden. Unzufrie- dene gibt es nur im Bundesdurchschnitt. Signi kante Unterschiede gibt es bei der Größe der Einzelkanzleien. Hier sind bundesweit 3,8 Mitarbeiter, in Mecklenburg- Vorpommern 5,5 Mitarbeiter pro Kanzlei tätig. Bei den Sozietäten und Steuerberatungsgesellschaften ist al- lerdings bundesweit von 22,6 Mitarbeitern die Rede, während in Mecklenburg-Vorpommern 14,7 Mitarbei- ter gezählt werden. Auch die Quali kationsstruktur bei den Mitarbeitern liegt in Mecklenburg-Vorpommern höher als im Durchschnitt des Bundes. 68 % der Mit- arbeiter sind quali zierte Mitarbeiter wie Steuerberater, Steuerberateranwärter, Steuerfachwirte, Fachassistent Lohn/Gehalt und Steuerfachangestellte. Diese Quote beträgt in den alten Ländern nur 63,5 %.
© IfM
Einzelkanzleien
Sozietät/ Steuerberatungs- gesellschaft
Angestellt
8
© IfM Bonn 2019 30 106-a 1
Bundesweit
Mecklenburg-Vorpommern
Größe (Anzahl Mitarbeiter)
Alter (in Jahren)
17,6
12,7
Sozietät/Steuerberatungsgesellschaft
Größe (Anzahl Mitarbeiter)
Alter (in Jahren)
22,6
24,7
14,7
21,2


KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Aus der Arbeit von Kammer und Vorstand
Bei der Auswertung der Gehälter und Urlaubstage für die ausgewählten Berufe ist es erwartungsgemäß so, dass bundesweit teils deutlich höhere Zahlen als für Mecklenburg-Vorpommern erzielt werden. So liegt die Anzahl der Urlaubstage durchaus bei 27 gleichauf. Bei den Gehältern ist aber bei den Steuer- fachwirten und bei den Steuerfachangestellten eine Differenz von 8.000 – 10.000 Euro im Jahr erkennbar. Auch die sonstigen betrieblichen Leistungen, die Über- stundenvergütung, betriebliche Altersversorgung, Ur- laubsgeld, Fahrkostenzuschüsse etc. weisen deutliche und signi kante Unterschiede auf.
Bei der Zusammensetzung der Klientel ergeben sich für die durchschnittliche Kanzlei keine wesentlichen Unterschiede. Bundesweit werden zwar mehr Privat- personen betreut als in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt liegen die Anzahl der Kleinst- und kleinen Unternehmen bei 55 – 60 %.
Deutliche Unterschiede ergeben sich auch bei der Nut- zung digitaler Medien. So sind in den eigenen Internet- auftritten bundesweit im Durchschnitt nur 65 % der Kanzleien vertreten. Für Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Wert bei über 80 %. Das ist um so erstaun- licher, das sowohl bundesweit als auch in Mecklen- burg-Vorpommern alle Kolleginnen und Kollegen der Aussage zustimmen, dass neue Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten zu elektronisch abgewickelten Geschäftsprozessen und Ausbau der E-Government-Lösungen führen.
Bereitschaft
Gehälter und Urlaubstage
Gehälter und Urlaubstage für ausgewählte Berufe: Bufünrdaeuswsgeeitwählte Berufe – Bundesweit
Gehalt
Urlaubstage
Steuerberater
70.454 €
27
Steuerfachwirte
41.382 €
27
Steuerfachangestellte
33.289 €
Steuerberateranwärter
42.840 €
Fachassistenten Lohn und Gehalt
35.443 €
Auszubildende
9.516 €
Gehälter und Urlaubstage
Gehälter und Urlaubstage für ausgewählte Berufe: Mfeücrkaleunsbguerwgä-VholtrepoBmermuefern– M-V
Gehalt
Urlaubstage
Steuerberater
65.474 €
28
Steuerfachwirte
30.629 €
27
Steuerfachangestellte
25.079 €
Steuerberateranwärter
37.222 €
Fachassistenten Lohn und Gehalt
24.977 €
Auszubildende
6.478 €
© IfM Bonn 2019 3
Interessant war es zu sehen, dass die befragten Einzelkanz- leien einen durchschnittlich höheren Umsatz als die Einzel- kanzleien bundesweit ausweisen. Demzufolge ist auch der Überschuss höher als in den Durchschnittswerten bundes- weit. Anders sieht es dagegen bei Sozietäten und Steuerbe- ratungsgesellschaften aus. Hier ist erwartungsgemäß der Bundestrend teils höher als die Angaben in Mecklenburg- Vorpommern. Für Mecklenburg-Vorpommern wird jedoch die Aussage getroffen, dass die Umsätze gestiegen sind. Diese Angabe machen bundesweit 48,8 %, in Mecklenburg- Vorpommern 58,1 %. Die Bereitschaft, sich selbstständig zu machen, ist bundesweit bei 35,2 % angegeben. In Meck- lenburg-Vorpommern leider nur bei 22,2 %.
Die Zufriedenheitsaspekte angestellter Steuerberater sind in Mecklenburg-Vorpommern besser als im bundesdurch- schnitt. Work life belance, digitale Ausstattung des Arbeits- platzes, Gehalt und Einbindung bei dem Arbeitgeber wer- den positiver als im Durchschnitt der Bundesbefragung be- wertet. Sowohl die Bundesauswertung für sich genommen, als auch die kombinierte Auswertung für Mecklenburg-Vor- pommern sind auf der Homepage der Steuerberaterkam-
mer im Mitgliederbereich downloadfähig.
© IfM Bonn 2019 3
Bereitschaft für Selbstständigkeit
zur Selbstständigkeit
Bundesweit
Mecklenburg- Vorpommern
34,2 %
65,8 %
22,2 %
77,8 %
ja nein
ja nein
© IfM Bonn 2019 30 106-a 1
9
0
0


Aus der Arbeit von Kammer und Vorstand KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
STAX 2018
BStBK veröffentlicht Befragungsergebnisse
Der Berufsstand der Steuerberater blickt optimistisch in die Zukunft. Das besagen die repräsentativen Ergeb- nisse aus dem Statistischen Berichtssystem für Steuer- berater (STAX) 2018 im Auftrag der Bundessteuerbera- terkammer (BStBK). Die Rücklaufquote von rund 25 % übertraf die Erwartungen und zeigte, dass der Berufs- stand – wie schon in den Vorherhebungen im Jahr 2012 und 2015 – von der Notwendigkeit von STAX überzeugt werden konnte. Das Präsidium der BStBK bedankt sich auch im Namen aller 21 Steuerberaterkammern bei al- len teilnehmenden Berufskollegen. Mit den ermittelten Daten können die Interessen des Berufsstands gegen- über Politik und Verwaltung sowie in der Öffentlichkeit vertreten werden.
Laut STAX 2018 wird der Großteil des Praxisumsatzes unverändert über die klassischen steuerberatenden Tätigkeiten (Jahresabschlüsse, Buchführung, Einkom- mensteuererklärungen u. a.) erwirtschaftet. Aber auch die vereinbaren Tätigkeiten gewinnen weiter an Be- deutung und deren Anteil am Kanzleiumsatz steigt nun zum dritten Mal in Folge kontinuierlich an. Die betriebs- wirtschaftliche Beratung macht unverändert den größ- ten Teil aus. STAX belegt auch, dass fast drei Viertel der Kanzleien weiterhin nach der Steuerberatervergü- tungsverordnung (StBVV) abrechnen. Dieses Abrech- nungsinstrument wurde im Jahr 2016 von der BStBK
Nachwuchsmarketing der BStBK:
Motiv aus der Kampagne »Mehr als du denkst!«
europafest gemacht und bewährt sich in der Praxis wei- terhin als zeitgemäß.
Erstmals wurden von dem mit der Befragung beauf- tragten Institut für Mittelstandsforschung (IfM) nicht nur allgemeine Kanzleikennzahlen, sondern in zwei Schwerpunktthemen auch die beiden Megatrends „Di- gitalisierung“ und „Fachkräftemangel“ eingehend un- tersucht. Nach Ansicht der weit überwiegenden Mehr- heit der befragten Steuerberater haben sich der Beruf und sein Wettbewerbsumfeld durch die Digitalisierung stark verändert. Hierauf vorbereitet sind nach eigener Einschätzung die Hälfte der Einzelkanzleien und knapp 70 % der Sozietäten/Steuerberatungsgesellschaften. Der unzureichende Breitbandausbau und der hohe organi- satorische Aufwand werden dabei als größte Hemm- nisse auf dem Weg zu einer digitalisierten Kanzlei an- gesehen.
Der Berufsstand sieht aber auch die mit der Digitali- sierung verbundenen Chancen, wie z. B. den ortsunab- hängigen Datenzugriff, die Abwicklung interner Ge- schäftsprozesse und den digitalen Austausch mit ex- ternen Partnern.
Der Fachkräftemangel ist auch in den Steuerberater- kanzleien deutlich spürbar. Mehr als die Hälfte der teil- nehmenden Kanzleien hat im Befragungsjahr 2018 ver- sucht, Stellen zu besetzen. Im Kampf um die besten Köpfe sind die Sozietäten und Steuerberatungsgesell- schaften erfolgreicher. STAX belegt damit klar, dass die Aktivitäten der BStBK im Bereich des Nachwuchsmar- ketings unverändert hochzuhalten sind. Die Nachwuchs- kampagne »Mehr als du denkst« wurde neu aufgelegt. Die BStBK ist mit Kampagnenbotschaftern in den sozi- alen Medien z. B. durch Youtube-Spots und durch ein Instagram-Pro l präsent, um den Nachwuchs für die Arbeit in den Steuerberaterkanzleien zu begeistern.
Ausgewählte STAX-Ergebnisse nden sich auf der Homepage der BStBK unter www.bstbk.de.
Die beiden Sonderveröffentlichungen „Digitalisierung in der Steuerberatung“ und „Attraktive Arbeitgeber in der Steuerberatung“ wurden in der Zeitschrift »Deutsches Steuerrecht« (Beihefter zu Heft 37/2019) und seit September auch unter www.bstbk.de veröffentlicht.
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KAMMER KOMPAKT 2 | 2019 Aus der Arbeit von Kammer und Vorstand
Mitarbeiterumfrage 2018
Zum dritten Mal seit dem Jahr 1998 hat die Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern eine Mitarbeiterumfrage im Berufsstand des Landes Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt.
Ausgehend von den im Jahr 2018 registrierten 770 Steuerberatern in Mecklenburg-Vorpommern, die zu 59 % in der Kanzleiform Einzelkanzlei, gefolgt von weiteren Beratungsstellen (24 %) und Steuer- beratungsgesellschaften (14 %) und zuletzt die Kanzleiform der GbR (3 %) tätig sind, sind 419 Berufs- angehörige männlich und 351 weiblich.
Bereits aus dem Berufsregisterbericht wissen wir, dass die Altersverteilung der Steuerberater ausge- wogen ist. Sie reicht von knapp 30 Jahren bis in das 80 Lebensjahr. Der Mittelwert beträgt 50,21 Jahre. Eine erste wichtige Information aus der Gesamtübersicht besteht auch darin, dass die Einzelkanzleien im Durchschnitt mit 3,73 Mitarbeitern, die Steuerberatungsgesellschaften mit 10,98 Mitarbeitern, die weiteren Beratungsstellen mit 9,37 und die GbR mit 12,4 Mitarbeitern arbeiten. Insgesamt ergibt sich eine Kanzleigröße von durchschnittlich 7,08 Mitarbeitern. Aus den statistischen Methoden aus den Erhebungs- und Hochrechnungsdaten ergibt sich, dass insgesamt ca. 650 Kanzleien tätig sind, in denen insgesamt knapp 4.750 Mitarbeiter beschäftigt sind.
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Aus der Arbeit von Kammer und Vorstand KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Die häu gste Quali kation (55 %) sind Steuerfachangestellte. Die Quali kation der Bilanzbuchhalter und Steuerfachwirte ist mit etwa 8 % gleich häu g vertreten. Auch die Quali kation des Steuerberaters liegt in diesem Umfeld. Seltener ist noch die Quali kation des Fachassistenten (dieser Abschluss wird auch erst seit wenigen Jahren vergeben).
Eine besondere Aussagekraft hat die Altersverteilung der Mitarbeiter. Hier ist in Kürze nicht mit einem massenhaften Ausscheiden zu rechnen. Dies tritt erst in ca. 15 Jahren ein. Der Mittelwert im Alter der Mitarbeiter liegt bei 43,38 Jahren. Für die strategische Planung und für die Ausbildung des Mitarbeiter- nachwuchses ist es wichtig zu wissen, welcher Bedarf an Mitarbeitern in Zukunft gegeben ist.
Bei den ausscheidenden Mitarbeitern kann konstatiert werden, dass durchschnittlich zwei Mitarbeiter je Kanzlei in den letzten fünf Jahren ausgeschieden sind. Demnach werden 1.659 Mitarbeiter innerhalb der nächsten fünf Jahre aus den Kanzleien ausscheiden. Mit dem Ausscheiden von Mitarbeitern kann gleichzei- tig ein Zugang in eine andere Kanzlei vorliegen, es wird aber zu berücksichtigen sein, dass aus familiären Gründen 23 % der Mitarbeiter kündigen. In die Wirtschaft oder öffentliche Verwaltung wechseln ca. 20 %. Nur 6,52 % der Mitarbeiter werden aufgrund des Eintritts des gesetzlichen Rentenalters ausscheiden. Innerhalb der Mitarbeiterschaft gibt es einen hohen Anteil mit einem höheren Abschluss als das Abitur (Hochschulabschluss). Diese Mitarbeiter sind besonders zu betrachten, da erfahrungsgemäß die Arbeit dieser klugen Kollegen nicht so einfach zu ersetzen ist. Von dieser Quali kationsgruppe werden 17,6 % der Mitarbeiter in den nächsten fünf Jahren ausscheiden. Hier sind bereits heute Kompensationsak- tivitäten erforderlich.
Aktuell werden in den Kanzleien 270 Auszubildende und 201 Umschüler beschäftigt. 63 % der Auszubil- denden hat das Abitur und ca. 34 % die Mittlere Reife. Der Ausbildungsstand ist dementsprechend als hoch einzustufen. Betrachtet man das Gesamtbild, ist zu konstatieren, dass in der Zeit seit der letzten Befragung im Jahr 2006 die Anzahl der Mitarbeiter um ca. 80 % zugenommen hat. In diesem Kontext
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KAMMER KOMPAKT 2 | 2019 Aus der Arbeit von Kammer und Vorstand
ist auch das wirtschaftliche Umfeld des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu allen Bun- desländern untersucht worden. Dabei zeichnet sich ab, dass die Anzahl der Unternehmen je 1.000 Ein- wohner (Umsatzsteuerp ichtige je 1.000 Einwohner) zwar nicht mit den wirtschaftlichen Boomregionen mithalten kann. Allerdings ergibt sich auch kein wesentlicher Unterschied im Vergleich z. B. zu Nieders- achsen, Nordrhein-Westfalen oder dem Saarland.
Anders sieht es dagegen aus bei der Anzahl der Steuerberater je 1.000 Einwohner. Hier fallen nach wie vor die neuen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thürin- gen deutlich hinter den übrigen Bundesländern zurück. Demzufolge ergibt sich auch, dass die Anzahl der Unternehmen je Steuerberater in den neuen Ländern besonders hoch ist. Dies wird neben der Abwälzung von Aufgaben der Finanzverwaltung auf die Wirtschaft und den Berufsstand der hauptsächliche Grund für die hohe Zuwachszahl bei den Mitarbeitern sein.
Diese Entwicklung kann als marktbezogen zugrunde gelegt werden. Das bedeutet, dass die schnelle Nach- frage nach Mitarbeitern künftig noch größeres Augenmerk braucht. Vor dem Hintergrund des allgemeinen Fachkräftemangels ist so ein Zuwachs an Mitarbeitern nur mit äußerster Anstrengung zu bewältigen und zu kompensieren. Hier müssen alle Berufsangehörige mitarbeiten. Der Anteil der Personen, die aus der allgemeinen Erwerbsbevölkerung in eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten einmünden, wird zuneh- men. Die Anzahl der Auszubildenden muss mindestens konstant bleiben.
Der Vorstand und der Ausschuss für Aus- und Weiterbildung haben die Orientierung zunächst ins Auge gefasst, jährlich möglichst 200 Absolventen für die Kanzleien in unserem Bundesland zur Verfügung zu haben. Das bedeutet, dass ca. 1/3 mehr Auszubildende und Umschüler in die Ausbildung integriert wer- den müssen, als das aktuell der Stand ist.
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Aus- und Weiterbildung KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Einbindung digitaler Prozesse im Unterricht
24. Sitzung Berufsbildungsausschuss
Am 17.10.2019 tagte der Berufsbildungsausschuss zur 24. Sitzung in der Geschäftsstelle der Steuerberater- kammer Mecklenburg-Vorpommern in Rostock. In einem Schwerpunkt der Sitzung wurde zur Situation der Be- ru ichen Bildung im Land referiert. Hierbei wurde deutlich, dass jahrelange Versäumnisse in der angemessenen Ausstattung von Berufsschulen und das Fehlen eines schlüssigen Personalentwicklungskonzeptes für Lehr- kräfte den Bildungssektor in Mecklenburg-Vorpommern an die Grenzen des Ertragbaren führen.
Aufgrund der frühzeitig gut angelegten Strukturen stellt sich die Situation im steuerberatenden Beruf in Mecklenburg-Vorpommern etwas abgeschwächter dar. Sowohl Auszubildende als auch Umschüler nden in annehmbarer Entfernung einen geeigneten Bildungs- standort, um den Ausbildungsberuf „Steuerfachange- stellte/r“ zu erlernen. Die Ergebnisse der Mitarbei- terumfrage unterstreichen die gute Ausgangslage. Konnte doch ein Mitarbeiterzuwachs um 80 % in den letzten 12 Jahren beobachtet werden. Aus Sicht des Ausschusses muss neben der Aufrechterhaltung vor allem die Weiterentwicklung des Bildungsgerüstes verfolgt werden. Dabei stellt die Einbindung digitaler Prozesse im Unterricht, wie sie vielerorts schon längst in den Kanzleien vorzu nden sind, einen wichtigen Baustein dar. Mit dem neu geschaffenen Förderpro- gramm „Digitalpakt Schule“ könnten entsprechende nanzielle Mittel in die technische Aufrüstung der Berufsschulen ießen.
Durch den Ausschuss wurden zudem die zurücklie- genden Gespräche mit der Agentur für Arbeit aus- gewertet. Die Steuerberaterkammer hat hier deutlich gemacht, dass der Fachkräftebedarf im steuerbe- ratenden Beruf nach wie vor hoch ist und nicht von einer weitreichenden Ersetzbarkeit des Berufsbildes
durch die Digitalisierung ausgegangen werden kann. Der Beratung und Förderung von Nachwuchskräften muss eine hohe Priorität eingeräumt werden, weil unser Berufsfeld einen entscheidenden Beitrag zur Aufrechterhaltung des Steuerstaats und der sozialen Sicherungssysteme leistet.
In der Ausschusssitzung wurden zudem die Regional- konferenzen in den Berufsschulen Neubrandenburg und Rostock besprochen. Die Regionalkonferenzen bieten eine gute Möglichkeit, die ortsübergreifende Kooperation zwischen Berufsschulen und den Ausbil- dungskanzleien zu fördern. Die wenigen anwesenden Steuerberaterinnen und Steuerberater empfanden den Diskurs mit den Berufsschulen und den Fachlehrern als zielführend. Der Berufsstand muss hier mehr Be- reitschaft zeigen diese Termine wahrzunehmen.
Um auch künftig auf gute Strukturen in der Aus- und Weiterbildung zurückgreifen zu können, stellte der Ausschuss in der Sitzung weitere Handlungsfelder heraus. Demnach sollte über eine Anpassung der Ausbildungsvergütung, eine gleichmäßige Beteili- gung des Berufsstandes an der Ausbildung und die Möglichkeit eines dualen Studiums nachgedacht werden.


KAMMER KOMPAKT 2 | 2019 Aus- und Weiterbildung
Steuerberaterprüfung 2020/2021
Gleichlautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder über den Termin der schriftlichen Steuerberaterprüfung 2020 und die hierfür zugelassenen Hilfsmittel vom 21. Oktober 2019
Der schriftliche Teil der Steuerberaterprüfung 2020 n- det bundeseinheitlich vom 6. bis 8. Oktober 2020 statt.
Für die Zulassung zur Prüfung, Befreiung von der Prü- fung und die organisatorische Durchführung der Prü- fung sind die Steuerberaterkammern zuständig. Ent- sprechende Anträge sind an die zuständigen Steuer- beraterkammern zu richten. Näheres regeln die Be- kanntmachungen der Steuerberaterkammern, die in den Kam- mermitteilungen und auf den Internetseiten der Steuerberaterkammern veröffentlicht werden.
Für den schriftlichen Teil der Steuerberaterprüfung 2020 werden als Hilfsmittel Textausgaben (Loseblatt-Samm- lung oder gebunden) beliebiger Verlage zugelassen. Mindestens benötigt werden die Texte folgender Ge- setze einschließlich ggf. hierzu erlassener Durchfüh- rungsverordnungen und Richtlinien:
• Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, Verwaltungszustellungsgesetz
• Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz
• Umsatzsteuergesetz
• Einkommensteuergesetz, Körperschaftsteuergesetz,
Gewerbesteuergesetz
• Umwandlungsgesetz, Umwandlungssteuergesetz,
• Außensteuergesetz
• Investitionszulagengesetz
• Grunderwerbsteuergesetz, Grundsteuergesetz
• Bürgerliches Gesetzbuch, Handelsgesetzbuch
Aktiengesetz, GmbH-Gesetz
• Steuerberatungsgesetz
Es liegt in der Verantwortung der Bewerber, dafür Sor- ge zu tragen, dass ihnen neben dem aktuellen Rechts- stand des Prüfungsjahres 2020 die vorgenannten Vor- schriften auch in der für das Kalenderjahr 2019 gel- tenden Fassung zur Verfügung stehen. Sofern bei der Lösung einzelner Aufgaben ein anderer Rechtsstand maßgeblich ist, werden die entsprechenden Rechts- vorschriften dem Aufgabentext als Anlage beigefügt.
Die Textausgaben dürfen weitere Gesetzestexte, Ver- waltungsanweisungen der Finanzbehörden, Leitsatzzu- sammenstellungen, Fußnoten und Stichwortverzeich- nisse enthalten. Fachkommentare sind ausdrücklich nicht zugelassen.
Die jeweiligen Textausgaben sind von den Bewerbern selbst zu beschaffen und zur Prüfung mitzubringen. Sie dürfen außer Unterstreichungen, Markierungen und Hilfen zum schnelleren Auf nden der Vorschriften (sog. Griffregister) keine weiteren Anmerkungen oder Eintragungen enthalten. Die Griffregister dürfen Stich- worte aus der Überschrift und Paragraphen enthalten. Eine weitere Beschriftung ist nicht zulässig.
Die Benutzung eines nicht programmierbaren Taschen- rechners ist zulässig.
Steuerberaterprüfung
2019/2020
Die Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern konnte in diesem Jahr 35 Anträge auf Zulassung zur Steuerberaterprüfung verzeichnen. Im Vergleich zu den letzten Jahren ist dies ein Rückgang.
Sieben Kandidaten sind vor oder während der Prüfung zurückgetreten, sodass abschließend 28 Prü inge ihre Klausuren zur Bewertung abgaben.
Im Januar haben die zugelassenen Kandidaten dann die Möglichkeit, den diesjährigen Prüfungszyklus mit der mündlichen Prüfung erfolgreich abzuschließen.
Fortbildungsprüfungen
2019/2020
Steuerfachwirt
Im Vergleich zum letzten Prüfungsdurchgang mit 19 Prü ingen, werden in diesem Jahr 23 Teilnehmer an der Prüfung zum/zur Steuerfachwirt/in vom 11. bis 13. Dezember 2019 teilnehmen. Nach Abschluss der Kor- rekturen des schriftlichen Teils, nden die mündlichen Prüfungen voraussichtlich Ende Februar 2020 statt.
Fachassistent Lohn und Gehalt
Nachdem 20 Teilnehmer die schriftliche Prüfung zum/ zur Fachassistent/in Lohn und Gehalt im Oktober abge- legt haben, konnten zu wenige Prü inge für die münd- liche Prüfung am 15. Januar 2020 zugelassen werden.
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Aus- und Weiterbildung
KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Neues Programm Ausbildungsvertrag – Online
Um die Ausbildungsorganisation noch effektiver zu ma- chen, wird das Programm »Ausbildungsvertrag-Online« in der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern ein- geführt. Dadurch soll Ausbildern das Ausfüllen von Ausbil- dungsverträgen und die Übermittlung der Daten an die Kammer zur Eintragung ins Ausbildungsregister ermög- licht werden.
Mit der Programmneuerung wird der Steuerberater in die Lage versetzt, Verträge mit Auszubildenden direkt online zu verfassen. Die Eingabe wird durch selbsterklärende Ausfüllhilfen und Plausibilitätsprüfungen unterstützt. Der fertige Vertrag kann dann ausgedruckt und unterzeich- net werden. Im Nachgang werden die Daten auf elektro- nischem Wege an die Kammer weitergeleitet und nach Prüfung ins Ausbildungsregister übernommen. Der pos- talische Austausch von Papieren zwischen Ausbilder und Kammer soll damit auf Sicht wegfallen. Aktuell be ndet sich das Programm noch in der Einrichtungsphase. Es ist jedoch geplant, im kommenden Ausbildungsjahr ab dem 1.08.2020 »Ausbildungsvertrag-Online« den Kam- mermitgliedern zur Verfügung zu stellen. Über den Start- termin werden die Berufsträger durch die Steuerberater- kammer Mecklenburg-Vorpommern gesondert informiert.
Beginn Ausbildungsjahr 2019
Mit dem Beginn des Ausbildungsjahres 2019 konnte die Steuerberaterkammer 178 Neueintragungen ins Ausbildungsregister vornehmen. Nach Abzug der vor- zeitigen Löschungen sind 166 Personen erfolgreich in die Ausbildung gestartet. Davon absolvieren 103 eine Ausbildung und 63 eine Umschulung. Im Vergleich zum Vorjahr kann somit ein Anstieg um 8,4 % fest- gestellt werden. Obwohl die Zahl der künftigen Nach- wuchskräfte im Verhältnis zu den Kanzleien in Meck- lenburg-Vorpommern bundesweit zu den besten Quo- ten aller Kammern zählt, ist aus Sicht der Steuerbera- terkammer Mecklenburg-Vorpommern die Menge nicht ausreichend. Um den wachsenden Anforderungen in der Kanzlei gerecht zu werden und das altersbe- dingte Ausscheiden und die Fluktuation zu kompen- sieren, wären jährlich zwischen 150 – 200 Absolven- ten nötig.
Aus der Gesamtstatistik zur Ausbildung aller Frei- beru erkammern geht hervor, dass die Nachwuchs- versorgung auch in den anderen Berufszweigen eine Herausforderung darstellt. Auch hier be ndet sich die Steuerberaterkammer mit der Ausbildungs- quote im vorderen Bereich.
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Ausbildungsplätze besetzen – Finden und gefunden werden
Angesichts des umfangreichen Aufgabenvolumens und der zunehmenden Spezialisierung einzelner Ar- beitsbereiche ist die Nachbesetzung und Erweiterung des Mitarbeiterbestands für die Kanzleiinhaber eine stetige Herausforderung. Da die Anzahl der Mitarbeiter in den letzten Jahren eine Zuwachsrate von ca. 80 % landesweit hatte, scheint dies in vielen Fällen geglückt zu sein. Dennoch ereilt die Kanzleien der Bedarf an quali zierten Fachkräften immer dann, wenn man ihn am wenigsten gebrauchen kann. Aufgrund der hohen Nachfrage an ausgebildeten Fachkräften in unserem Bereich, ist ein frei verfügbarer Markt für Steuerfach- angestellte de facto nicht vorhanden. Ein Teil der Kanz- leien widmet sich daher konsequent der Ausbildung neuer Fachkräfte. Aus Sicht der Kammer ist das die richtige Richtung, sollte sich doch die generelle Auf- fassung etablieren: „Der beste Weg einen Mitarbeiter zu bekommen, ist, ihn selbst auszubilden“.
Unsere Umfrage unter allen Absolventen der Sommer- prüfung 2019 untermauert diese Annahme. Demnach verbleiben 96 % in Mecklenburg-Vorpommern und 91 % im steuerberatenden Beruf. Zudem gaben 78 % der Nachwuchskräfte an, bei Ihrem bisherigen Arbeit- geber zu bleiben. Die Bereitschaft des Berufsstands auszubilden ist wichtig und hat die Steuerberaterkam- mer Mecklenburg-Vorpommern immer ausgezeichnet. Trotz Ausbildungswille bleiben einige Ausbildungs- plätze jedoch unbesetzt. Geeignete Bewerber zu nden ist kein Selbstläufer mehr. Treten bereits hier langfristig Engpässe auf, so muss hinterfragt werden, was wurde dafür unternommen, dass mein interessantes Ausbil- dungsplatzangebot auch gefunden werden konnte.
Die Steuerberaterkammer unterstützt sowohl Kanzlei- en als auch Bewerber beim Zusammen nden. Hierbei wird deutlich, dass noch nicht alle verfügbaren Poten-


KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Aus- und Weiterbildung
ziale und Instrumente ausgeschöpft werden. Wir möchten Ihnen daher einen kurzen Überblick einiger Möglichkeiten geben.
Jeder Steuerberater, der Schwierigkeiten hat, seinen Ausbildungsplatz zu besetzen, sollte prüfen, ob er folgende Maßnahmen bereits ergri en hat.
Ausbildungsbörsen
Die Nutzung von Ausbildungsplatzbörsen ist eine der einfachsten und gängigsten Möglichkeiten, eine freie Ausbildungsstelle zu veröffentlichen. Die Anbieter- vielfalt dieser regionalen und überregionalen, zum Teil auch kostenp ichtigen Online-Portale ist hoch. Hier sollte jeder Steuerberater selbst beurteilen, wel- che Plattform sich am besten eignet. Die Steuerbera- terkammer emp ehlt Ihnen jedoch 3 grundständige Ausbildungsbörsen, die Sie jederzeit kostenlos, und im Idealfall auch gleichzeitig, nutzen können.
Ausbildungsplatzbörse Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern
Aufrufbar unter: www.stbkammer-mv.de/aus- und-fortbildung/steuershyfachshyangestellter/ ausbildungsplatz-boerse
Auf der Website der Steuerberaterkammer Mecklen- burg-Vorpommern werden alle Ausbildungsplatzan- gebote veröffentlicht, die uns gemeldet werden. Um eine freie Ausbildungsstelle zu melden, können Sie entweder das Download-Formular nutzen oder uns einfach Ihre Anzeige per Mail zusenden. Die gemelde- ten Ausbildungsplätze werden von der Kammer auch als erster Anhaltspunkt für Bewerbervermittlungen und zu Anzeigen auf Messen und weiteren Informations- veranstaltungen genutzt.
Ausbildungsplatzbörse Bundessteuerberaterkammer
Aufrufbar unter: www.mehr-als-du-denkst.de/ ausbildungs-und-praktikumsplaetze
Unter der Kampagne »Steuerfachangestellte/r – Mehr als du denkst!« hat die Bundessteuerberaterkammer eine eigene Website (www.mehr-als-du-denkst.de) auf- gebaut, die sich ausschließlich der Nachwuchsarbeit widmet. Eine bundesweite Ausbildungsplatzbörse ist hier ebenfalls integriert. Eine Veröffentlichung in die- sem Portal kann die Reichweite in doppelter Hinsicht vergrößern. Zum einen ist die Börse deutschlandweit bekannter und somit greifen auch potenzielle Bewer- ber aus anderen Bundesgebieten auf diese Plattform zu. Zum anderen erlaubt es eine neu entwickelte Schnittstelle in diesem Portal, die Anzeige, falls ge- wünscht, gleichzeitig auch auf die Jobbörse der Bun- desagentur für Arbeit zu übertragen.
Die Eintragungen auf der Ausbildungsplatzbörse der Bundessteuerberaterkammer werden ebenfalls von der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern verwaltet. Für die Veröffentlichung können Sie uns Ihre Wunschangaben zur Anzeige einfach per Mail zu sen- den. Idealerweise verbinden Sie dies gleich mit der An- zeigenschaltung auf der kammereigenen Ausbildungs- platzbörse.
Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit
Aufrufbar unter: www.jobboerse.arbeitsagentur.de Als Teil der größten Jobbörse deutschlandweit bietet auch die Bundesagentur für Arbeit einen eigenen Be- reich für Ausbildungsstellen an. Aufgrund der weiten Verbreitung und Nutzung, lässt sich hier mit einer Ver- öffentlichung die größte Reichweite erzielen. Zudem stellen die hier veröffentlichten Ausbildungsplatzange- bote die Grundlage für die Bewerberberatung und -vermittlung durch die Mitarbeiter der Agenturen für Arbeit dar. Wie aus der Kammerumfrage unter den Auszubildenden des 1. Lehrjahres hervorgeht, wurde die Beratung der Agentur für Arbeit als einer der häu- gsten Ein ussfaktoren für den Beginn der Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten genannt.
Eine Eintragung in der Jobbörse lässt sich ebenfalls einfach umsetzen. Jeder Steuerberater kann sich hier einen Account anlegen, mit dem er online jederzeit selbstständig Anzeigen veröffentlichen und verwalten kann. Alternativ melden Sie sich einfach beim Arbeit- geberservice Ihrer regionalen Agentur für Arbeit. Der zuständige Mitarbeiter hilft Ihnen bei der Formulierung der Stellenbeschreibung und übernimmt für Sie die Veröffentlichung der Anzeige. Außerdem ist gesichert, dass jede Anzeige auf der Ausbildungsbörse der Kam- mer automatisch auf der Jobbörse »Mehr als Du denkst« und damit auch auf der Jobbörse der Agentur für Arbeit sichtbar wird.
In den Stellenbeschreibungen sollten die Anforderun- gen und Vorkenntnisse des Bewerbers möglichst neutral formuliert werden, da so ein größerer Pool an potenziellen Bewerbern für eine Vermittlung genutzt werden kann.
In einigen Fällen melden sich geeignete Bewerber nicht auf Ausbildungsangebote zum/zur Steuerfachan- gestellten, sondern auf ähnliche Berufsbilder im kauf- männischen Bereich. Aus diesem Grund sollten auch Ausbildungen in verwandten Berufsfeldern angebo- ten werden, um diese Bewerber zu erreichen. Wird im Vorstellungsgespräch deutlich, dass sich der Bewer- ber auch für eine Ausbildung im steuerberatenden Be- ruf eignet bzw. interessiert, so kann ihm ein entspre- chendes Ausbildungsangebot unterbreitet werden.
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Aus- und Weiterbildung
KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Messe- und Berufs- informationsveranstaltungen
Der Effekt von Messen- und Berufsinformationsveran- staltungen zum Zwecke der Nachwuchsgewinnung ist nicht immer eindeutig gegeben. Denn auch wenn kein Bewerber gewonnen werden konnte, erfüllen diese Termine stets einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über das Berufsbild. Zumal das Wissen aus erster Hand vom Berufsträger selbst vermittelt wird. Die Er- fahrungswerte der Kammer zeigen jedoch, wer ein kon- kretes Ausbildungsangebot präsentieren kann, der kann auch stets Unterlagen und Kontaktdaten von inter- essierten Bewerbern aus den Veranstaltungen mitneh- men.
Messe- und Berufsinformationsveranstaltungen n- den in unterschiedlichen Formaten statt. Es werden sowohl überregionale Großevents, wie z. B. die Jobf- actory, nordjob oder der SVZ Lehrstellentag, als auch regio-nale Sonderveranstaltungen in Schulen, Univer- sitäten und den Agenturen für Arbeit angeboten.
Einige Kammermitglieder nutzen bereits das Angebot der Steuerberaterkammer, die den Kanzleien auf An- frage eine erste Grundausstattung, bestehend aus Roll- Up, Flyern und Give-Aways, zum Zwecke der Präsen- tation auf diesen Veranstaltungen zur Verfügung stellt.
Netzwerk geeigneter Partner
Einige der Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung lassen sich nicht im Alleingang umsetzen, sondern re- sultieren aus der gegenseitigen Unterstützung zwi- schen Netzwerkpartnern. Geeignete Partner sind vor allem diejenigen, die mit ähnlichen Zielgruppen arbei- ten, die dem Kreis potenzieller Bewerber entsprechen.
Schulen
Allen voran sind dies Schulen. Zusätzlich zum Bildungs- und Erziehungsauftrag ist jede Schule dazu verp ich- tet, Maßnahmen zur Berufsorientierung zu entwickeln und durchzuführen. Hierbei sind die Lehrer für jede Art der Unterstützung aus der Praxis offen. Die Möglich- keiten der Beteiligung reichen von Vorträgen, über Kanz- leibesichtigungen bis hin zur begleiteten Durchfüh- rung einer Unterrichtsstunde. Der Beruf des Steuerbe- raters eignet sich hierfür besonders, da viele wichtige Themen der Wirtschaft- und Gesellschaftsstruktur, wie, z. B. das Steuersystem, das Sozialversicherungssy-
stem, Lohn- und Gehaltsrechnung ohnehin im Lehr- plan enthalten sind. Auch das Schülerpraktikum ist eine effektive Maßnahme, den künftigen Berufswäh- lern einen Einblick in das Berufsfeld zu geben. Bei der Durchführung eines Praktikums oder einer Unter- richtsstunde unterstützt Sie die Steuerberaterkammer mit der Bereitstellung von Materialien. Nehmen Sie Kontakt mit den Schulen in Ihrer Region auf und bieten Sie Ihre Unterstützung an. Erkundigen Sie sich nach der zuständigen Lehrkraft für dieses Themenfeld. Oft- mals stehen diese in Verbindung mit dem Fach „Ar- beit-Wirtschaft-Technik und Informatik“.
Bildungsträger
Ein weiterer geeigneter Partner sind die Bildungsträger. Bildungsträger sind für die Durchführung überbetrieb- licher Umschulungen im Berufsbild „Steuerfachange- stellte/r“ verantwortlich. Während der Maßnahme un- terstützen Sie die Kursteilnehmer beim Auf nden einer geeigneten Kanzlei für den fachpraktischen Bestand- teil der Umschulung. In diesem Zusammenhang kön- nen Sie sich als interessierte Kanzlei bei den jeweiligen Bildungsträgern melden und eintragen lassen.
Folgende Bildungsträger führen regelmäßig
an mehreren Standorten Umschulungskurse durch:
Bildungsinstitut des steuerberatenden Berufs in Mecklenburg-Vorpommern e.V. Ostseeallee 40, 18107 Rostock
Telefon: 0381 7767623
Bildungswerk der Wirtschaft gGmbH
Fritz-Triddel tz-Weg 3, 18069 Rostock Telefon: 0381 4443531
IBB Institut für Beru iche Bildung AG
Strandstraße 25, 18055 Rostock Telefon: 0381 21072683
SBW – Aus- und Fortbildungsgesellschaft für Wirtschaft und Verwaltung mbH Schweriner Straße 22 , 23970 Wismar Telefon 03841 2526321
Institut für Marktwirtschaft gGmbH
Semlower Straße 13, 18439 Stralsund Telefon: 03831297301
WBS TRAINING
Werkstraße 713, 19061 Schwerin Telefon: 0385 2095728
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KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Aus- und Weiterbildung
Agenturen für Arbeit
Mit der Agentur für Arbeit steht Ihnen ein weiterer wichtiger Partner in der Nachwuchsgewinnung zur Verfügung. Jede regionale Arbeitsagentur bietet einen Arbeitsgeberservice an. Hier emp ehlt es sich, den Kontakt mit dem entsprechenden Mitarbeitern herzu- stellen. Im regelmäßigen Austausch können Sie sich hier zu Ihrem Mitarbeiterbedarf, Ausbildungsplatzan- geboten, Berufsinformationsveranstaltungen und För- dermöglichkeiten verständigen.
Die persönliche Ansprache
Die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten bietet ein ideales Fundament für eine langfristige und erfolg- reiche beru iche Laufbahn. Leider ist der Mehrwert einer Ausbildung im steuerberatenden Beruf der brei- ten Masse von Bewerbern nicht immer bekannt. Die Ursache hierfür kann nicht allein auf das Berufsimage zurückgeführt werden. Zumal die Ergebnisse einer re- präsentativen Studie des BiBB belegen, dass das Be- rufsbild des Steuerfachangestellten über ein über- durchschnittliches Ansehen verfügt. Vielmehr sind es die fehlende Wahrnehmung und mangelnde Kenntnis- se über die Aufgabenfelder im steuerberatenden Be- ruf, die dazu führen, dass dieses interessante Tätig- keitsfeld in der Berufswahl vernachlässigt wird. Kli- schees entstehen schließlich immer dort, wo das ei- gene Wissen nicht mehr ausreicht.
Neben der Informationsarbeit der Kammer, sind es vor allem die Berufsträger selbst, die ihr Berufsbild am be- sten in der Öffentlichkeit repräsentieren können. Die positiven Aspekte der Arbeit im steuerberatenden Be- ruf werden jedoch nicht ausreichend kommuniziert. Wann immer die Möglichkeit besteht, gilt es, die Viel- falt der Tätigkeiten und die beru ichen Möglichkeiten und Positionen in Ihrer Kanzlei vorzustellen. Wichtig hierfür sind die persönliche Ansprache und das Her- stellen von erlebbaren Berührungspunkten mit dem Berufsfeld. Wie aus der bereits erwähnten Umfrage zum Berufs ndungsprozess hervorgeht, waren es vor allem direkte Kontakte mit Steuerberatern oder Perso-
nen, die im steuerberatenden Beruf tätig sind, die da- für ausschlaggebend waren, eine Ausbildung in die- sem Bereich zu beginnen.
Folgt man den Ergebnissen der aktuellen Ausbildungs- studie des Instituts für Demoskopie Allensbach zu den Erwartungen der Jugendlichen an die beru iche Tätig- keit, so lassen sich viele der als wichtig und besonders wichtig erachteten Berufsmerkmale im steuerberaten- den Beruf wieder nden. Hierzu zählen:
• Arbeitsplatzsicherheit
• Aufstiegschancen
• Anspruchsvolle und vielfältige Tätigkeiten • Kontakt mit Menschen
• Modernes IT-Umfeld
• Teamarbeit
• geregelte Arbeitszeiten
• Sinnhaftigkeit der Tätigkeit
• Möglichkeit zur selbstständigen Arbeit
In persönlichen Gesprächen mit Bewerbern emp ehlt es sich daher, besonders auf diese Faktoren einzugehen. Hierbei sollte erneut der Hinweis berücksichtigt werden, auch Personen mit Berufsvorstellungen in verwandten Berufsbildern einzubeziehen und in Gesprächen über die Karriereperspektiven im steuerberatenden Beruf zu informieren.
Winterprüfung 2019/2020 Steuerfachangestellte
Der schriftliche Teil der Winterprüfung 2019/ 2020 der Steuerfachangestellte wurde am 18.11.2019 und 19.11.2019 durchgeführt. Ins- gesamt haben sich 61 Prüfungskandidaten für den 2. Abschlussprüfungstermin im Jahr 2019 angemeldet. 54 Prü inge haben den schriftli- chen Teil abgelegt. Entsprechend der Ergeb- nisse werden die Prüfungsteilnehmer im Nachgang zur mündlichen Prüfung eingela- den. Diese ist für Januar 2020 geplant.
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Aus- und Weiterbildung KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Fachlehrerweiterbildung DWS in BS und Kanzlei
Am 14.11.2019 wurde die diesjährige Fachlehrerweiterbildung der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern in Rostock durchgeführt. Fachlehrer aus allen Berufsschulstandorten haben an dem Termin teilgenommen. Als zentrales Thema der Ver- anstaltung wurde sich der Einrichtung und Nutzung digitaler Lernmethoden im Berufsschulunterricht gewidmet. Für den steu- erberatenden Beruf wurden bereits viele passende Lernangebote von Bildungspartnern entwickelt. Die Fachlehrer haben sich schwerpunktmäßig mit dem Lernportal der DWS Steuerberater Medien GmbH und den Praxisfällen der DATEV eG beschäftigt. Die Bildungsangebote eignen sich auch für Auszubildenden in der Praxis. Die entsprechenden Inhalte können zum Zwecke der Prüfungsvorbereitung, der Stoffwiederholung oder Nachhilfe zum Einsatz kommen.
14. November 2019, Fachlehrerweiterbildung in Rostock. Foto: StBK M-V
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Update gegen Fachkräftemangel – Azubibörse erhält mehr Reichweite
Die bekannte und von vielen ausbildenden Steuerberaterkanzleien genutzte Azubibörse der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern erhält am 13. September 2019 ein neues Update, das für mehr Reichweite der einge- stellten Stellenangebote für Ausbildungsplätze zum/r Steuerfachangestellten sorgen wird.
Künftig werden die inserierten offenen Ausbildungsplätze nicht nur in der Azubibörse der Ausbildungskampagne der Bundessteuerberaterkammer www.mehr-als-du-denkst.de auf ndbar sein, sondern auch in der JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit angeboten werden. Auf diese Weise können weitaus mehr an einer Ausbildung in- teressierte Jugendliche auf unseren Ausbildungsberuf aufmerksam gemacht und dem bestehenden Fachkräfte- mangel ein Stück mehr entgegengewirkt werden.
In technischer Sicht erfolgt dies mittels einer neu programmierten Schnittstelle zur BA-JOBBÖRSE, die unter www. jobboerse.arbeitsagentur.de abrufbar ist. Datenschutzrechtlich kann bei der Aufgabe des Ausbildungsplatzange- botes individuell entschieden werden, ob eine Spiegelung der Daten zur BA-JOBBÖRSE erfolgen soll. Zu beachten ist lediglich, dass das Inserat nicht bereits bei der BA-JOBBÖRSE aufgegeben wurde bzw. später zusätzlich dort geschaltet wird.


KAMMER KOMPAKT 2 | 2019 Aus- und Weiterbildung
Neuordnung der Steuerfachangestelltenausbildung
Gewerkschaften verzögern Verfahren
Seit 2016 setzen sich Bundessteuerberaterkammer und die Steuerberaterkammern gemein- sam mit dem Deutschen Steuerberaterverband e. V. (DStV) für eine Überarbeitung der Ausbil- dungsordnung und des Berufsschulunterrichts der Steuerfachangestelltenausbildung ein. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat im Vorfeld den notwendigen Überarbeitungsbe- darf von Anfang 2018 bis Mitte 2019 untersucht. Den Abschlussbericht des Bundesinstitutes für Beru iche Bildung (BiBB) zur Neuordnung der Berufsausbildung zum/zur Steuerfachan- gestellten können Sie unter folgendem aufrufen: www.bstbk.de/de/presse/pressemitteilungen/2019/20190704_pressemitteilung_15_bstbk/index.html
Leider kann das angestrebte Neuordnungsverfahren nicht wie geplant im Jahr 2020 durch- geführt werden, da die Arbeitnehmerseite auf einer Änderung der Prüfungsform beharrt, die seitens der Arbeitgeberseite nicht mitgetragen werden kann. Konkret soll nicht mehr eine Zwischen- und Abschlussprüfung durchgeführt werden, sondern eine gestreckte Prüfung; die klassische Zwischenprüfung entfällt und die Abschlussprüfung wird in zwei Teile geteilt, die einzeln bewertet werden und eine Gesamtnote bilden. Beide Prüfungsteile beinhalten für sich abgeschlossene Prüfungen, d. h. Inhalte von Teil 1 dürfen nicht mehr bei Teil 2 geprüft und im zweiten Teil der Ausbildung vermittelt werden. Dies betrifft die Ausbildungsordnung sowie die Rahmenlehrpläne für die Berufsschulen.
Nach intensiver Diskussion innerhalb des Berufsstandes bietet eine derartige Abschichtung der Prüfungsinhalte keine Vorteile für die Auszubildenden. Einige Gründe gegen die Aufteilung des Prüfungsstoffes sind:
• Bewertung der Zwischenprüfung ießt nicht in die Abschlussbewertung ein und Auszubil- dende können ihre Leistungen noch bis zur Abschlussprüfung verbessern.
• Notenspiegel der Zwischen- und Abschlussprüfung zeigen, dass nur ein geringer Teil der Prüfungsteilnehmer schlechte bis sehr schlechte Prüfungsergebnisse erzielt und daher kein Wechsel der Prüfungsform erforderlich ist.
• Bei Ausbildungen mit hohen rechtlichen Ausbildungsinhalten gibt es keine gestreckte Abschlussprüfung (Rechtsanwaltsfachangestellte, Justizfachangestellte, Kau eute für Versicherungen und Finanzen)
• Es existieren nicht ausreichend Ausbildungsinhalte, die nur im 1. Teil der Abschlussprüfung geprüft werden könnten. Die meisten – sehr komplexen – Ausbildungsinhalte müssten bis zum Ende der Ausbildung vertiefend vermittelt und in entsprechender Breite und Tiefe abschließend geprüft werden.
• Die bisherige Ausbildungsordnung ist noch ausreichend und nach BIBB-Abschlussbericht nur in einzelnen Punkten anzupassen.
• Die Gewerkschaftsmeinung ist eine Einzelforderung, da sich zahlreiche Berufsschullehrer und Ausbilder für die Beibehaltung der Prüfungsform aussprechen.
Der Berufsstand ist der festen Überzeugung, dass die Neuordnung gut durchdacht und inhalt- lich auf die Bedürfnisse im Berufsalltag Wert gelegt werden sollte. Gewerkschaftspolitische Forderungen haben in einer Ausbildungsordnung keinen Platz. Die Bundessteuerberaterkam- mer und die Kammern setzen sich gemeinsam mit dem DStV weiterhin für die Durchführung eines Neuordnungsprozesses im nächsten Jahr ein und bedauern die ablehnende Haltung der Gewerkschaften zu Lasten einer moderneren Steuerfachangestelltenausbildung.
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Wirtschafts- und Steuerrecht
KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Hinweise des BMF zum elektroni- schen Verfahren „Export Certificate“
Ein ausländisches Unternehmen hat sich mit Schreiben vom 22. Januar 2019 an alle Finanzämter in Deutschland gewandt und für ein von ihm entwickeltes elektronisches Verfahren „Export Certi cate“ als Gelangensbestätigung für den Nachweis der Voraussetzung für die Steuerbefrei- ung für innergemeinschaftliche Lieferungen geworben. Kommuniziert wurde hierbei, dass das elektronische Ver- fahren angeblich in Abstimmung mit den deutschen Lan- des nanzbehörden entwickelt worden sei und das Unter- nehmen mit den deutschen Landesämtern für Steuern und dem BMF in enger Abstimmung stehe. Diese Anga- ben nden sich auch in Flyern und anderen Unterlagen, die offenbar zu Werbezwecken verwendet werden.
Das BMF hat das Unternehmen mit Schreiben vom 6. Feb- ruar 2019 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dieses Nachweissystem weder vom Bund und Ländern evaluiert, noch allgemein anerkannt wurde und eine Richtigstellung und zukünftige Unterlassung solcher Aussagen gegen- über den Behörden und Institutionen gefordert.
Es wird von Seiten des BMF ausdrücklich darauf aufmerk- sam gemacht, dass das Nachweissystem „Export Certi- cate“ nicht pauschal als entsprechender Nachweis nach § 17a UStDV anzusehen ist. Weder zerti ziert die Finanz- verwaltung Nachweissysteme, noch beteiligt sie sich an der Evaluation solcher. Es bleibt dabei, dass im Einzelfall zu prüfen ist, ob das „Export Certi cate“ die Vorausset- zungen für die Inanspruchnahme der Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 1 Buchstabe b, § 6a UStG erfüllt.
Letztmögliche Anpassung von EAV bis zum 31. Dezember 2019
Wesentliche Voraussetzung für die Anerkennung einer durch einen Ergebnisabführungsvertrag (EAV) begründe- ten ertragsteuerlichen Organschaft ist, dass sich der Org- anträger verp ichtet, die Verluste der Organgesellschaft zu übernehmen. Der EAV muss nach § 17 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 KStG dazu einen Verweis auf die Regelung des § 302 AktG in ihrer „jeweils gültigen Fassung“ enthalten (soge- nannter dynamischer Verweis).
Nach früherem Recht war auch eine (starre) Verlustüber- nahmeverp ichtung des Organträgers ausreichend, in der z. B. auf § 302 Abs. 1 und 3 AktG verwiesen wurde oder diese Normen ausformuliert im EAV wiedergegeben wur- den. Solche nach wie vor noch existierenden Altverträge enthalten häu g auch keinen Verweis auf den mit Wir- kung zum 15. Dezember 2004 neu eingefügten § 302 Abs. 4 AktG.
Nach einer Billigkeitsregelung des BMF (BMF-Schreiben vom 16. Dezember 2005, Az. IV B 7 – S 2770 – 30/05 BStBl I 2006, S. 12) wurden solche Altverträge grundsätzlich nicht beanstandet. Mit Urteil vom 10. Mai 2017 (Az. I R 93/15) hat der BFH jedoch entschieden, dass sich der Ver- weis bzw. die Wiedergabe im EAV auch auf solche Be- standteile des§ 302 AktG beziehen muss, die zum Zeit- punkt seines Abschlusses noch nicht in Kraft getreten waren. Der Einführung des § 302 Abs. 4 AktG hätte somit durch eine Änderung bzw. Anpassung des Ergebnisabfüh- rungsvertrages Rechnung getragen werden müssen.
Mit BMF-Schreiben vom 3. April 2019 (Az. IV C 2 – S 2770/08/10004 :001, BStBl. I 2019, S. 467) hat die Finanz- verwaltung nunmehr eine letzte Frist zur Anpassung der Verlustübernahmeverp ichtung in Altverträgen bis zum 31. Dezember 2019 gesetzt. Eine solche Änderung stellt keinen Neuabschluss des Ergebnisabführungsvertrages dar, so dass die Mindestlaufzeit von fünf Jahren nicht von neuem zu laufen beginnt.
Um einer Nicht-Anerkennung bestehender Organschaften aufgrund fehlerhafter EAV’s möglichst vorzubeugen, soll- ten bestehende Altverträge dringend überprüft und ggf. angepasst werden. Eine Anpassung kann lediglich dann unterbleiben, wenn das Organschaftsverhältnis vor dem 1. Januar 2020 endet.
Form und Aufbewahrung der nach amtlich bestimmtem Formular erteil- ten Vollmacht für Zwecke der elektro- nischen Übermittlung von Vollmachts- daten i. S. d. § 80a AO
Wir kommen zurück auf die Frage,
• ob die Vollmacht auf dem amtlichen Vollmachts- formular mit einer Originalunterschrift des Man- danten versehen sein muss (Papiervollmacht) oder ob eine „Unterschrift“ auf einem Signaturpad aus- reicht und
• ob die Originalvollmacht aufbewahrt werden muss oder ob ein Ausdruck der eingescannten Original- vollmacht ausreicht.
Die Sach- und Rechtslage wurde nunmehr in der Sit- zung AO III/2019 vom 18. bis zum 20.09.2019 zu TOP 22 erörtert. Die Referatsleiter AO sind der Auffassung, dass auch ein „Scan“ des unterschriebenen Originaldoku- mentes im Verhältnis zur Finanzverwaltung als Nach- weis für die Bevollmächtigung im Besteuerungsverfah- ren ausreicht. Es sollen keine höheren Anforderungen an den Nachweis einer elektronisch übermittelten Voll- macht i. S. d. § 80a AO als an den Nachweis einer Be-
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KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Wirtschafts- und Steuerrecht
vollmächtigung i. S. d. § 80 AO gestellt werden. Damit genügt bei elektronisch gespeicherten und mittels Signaturpad „unterschriebenen“ Vollmachtsformula- ren der Ausdruck oder die Übermittlung des elektroni- schen Dokuments als Nachweis.
Nichtbeanstandungsregelung bei Verwendung elektronischer Aufzeich- nungssysteme im Sinne des § 146a AO ohne zertifizierte technische Sicher- heitseinrichtung nach dem 31.12.2019
Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterung mit den obersten Finanzbehörden der Länder gilt Folgendes:
Durch das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an di- gitalen Grundaufzeichnungen vom 22. Dezember 2016 (BGBl. S. 3152) ist § 146a AO eingeführt worden, wonach ab dem 1. Januar 2020 die P icht besteht, dass jedes ein- gesetzte elektronische Aufzeichnungssystem im Sinne des§146aAbsatz1Satz1AOi.V.m.§1Satz1Kassen- SichV sowie die damit zu führenden digitalen Aufzeich- nungen durch eine zerti zierte technische Sicherheitsein- richtung zu schützen sind. Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbe- hörden der Länder gilt für die Verwendung elektronischer Aufzeichnungssysteme im Sinne des § 146a Absatz 1 Satz 1 AO i. V. m. § 1 Satz 1 KassenSichV ohne zerti zierte technische Sicherheitseinrichtung nach dem 31. Dezem- ber 2019 Folgendes:
Die technisch notwendigen Anpassungen und Aufrüs- tungen sind umgehend durchzuführen und die recht- lichen Voraussetzungen unverzüglich zu erfüllen. Zur Umsetzung einer ächendeckenden Aufrüstung elektro- nischer Aufzeichnungssysteme im Sinne des § 146a AO wird es nicht beanstandet, wenn diese elektronischen Aufzeichnungssysteme längstens bis zum 30. September 2020 noch nicht über eine zerti zierte technische Sicher- heitseinrichtung verfügen.
Die Belegausgabep icht nach § 146a Absatz 2 AO bleibt hiervon unberührt. Die digitale Schnittstelle der Finanz- verwaltung für Kassensysteme – DSFinV-K – ndet bis zur Implementierung der zerti zierten technischen Sicher- heitseinrichtung, längstens für den Zeitraum der Nicht- beanstandung, keine Anwendung.
Von der Mitteilung nach § 146a Absatz 4 AO ist bis zum Einsatz einer elektronischen Übermittlungsmöglichkeit abzusehen. Der Zeitpunkt des Einsatzes der elektroni- schen Übermittlungsmöglichkeit wird im Bundessteuer- blatt Teil I gesondert bekannt gegeben.
(Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil 1 veröffentlicht.)
Implementierung des Rückkanals im Zuge der Weiterentwicklung des Digitalen Finanzberichts
Seit dem 1. April 2018 kann der „Digitale Finanzbericht“ (DiFin) als bundesweiter Standard zur Übermittlung von Jahresabschlüssen an die am Verfahren teilnehmenden Finanzinstitute genutzt werden. Die BStBK hat den DiFin- Prozess von Beginn an intensiv begleitet und zusammen mit dem DStV e.V. und dem IDW auf die Implementierung eines Rückkanals hingewirkt, wodurch den berichtenden Unternehmen und deren wirtschaftlichen Beratern auto- matisiert verarbeitbare Informationen bereitgestellt wer- den sollen.
Im Zuge der Weiterentwicklung des DiFin soll nun in der nächsten Ausbaustufe dieses Verfahrens der Übertra- gungsweg zwischen Steuerberatern/Unternehmen und Banken/Sparkassen in beide Richtungen etabliert werden, um auch die Prozesse in den Kanzleien und Unternehmen stärker digital zu unterstützen. Als Szenarien für einen solchen Rückkanal werden u. a. folgende Sachverhalte betrachtet:
1. Übermittlung von Kreditparametern sowie Zins- und Tilgungsplänen in strukturierter Form durch die Banken/Sparkassen zur automatisierten Anlage und Unterstützung bei der
• Erstellung einer unterjährigen Qualitäts-Fibu, die Voraussetzung für aussagekräftige betriebswirt- schaftliche Auswertungen ist,
• Ermittlung von Restlaufzeitvermerken für Jahres- abschlusserstellung;
2. Übermittlung der Kontokorrentlinie durch die Banken/ Sparkassen für aussagefähigere Liquiditätsbetrachtung;
3. Bereitstellung von Informationen zur Besicherung von Darlehen durch die Banken/Sparkassen (Art und Höhe sind P ichtangabe für Sicherheitenspiegel nach § 268 Abs. 7 Satz 1 Nr. 2 HGB im Anhang).
Der Einstieg in den Rückkanal soll in Form einer Testphase (sog. Family & Friends-Phase) im Jahr 2020 erfolgen. Der- zeit gibt es einen ersten Entwurf für eine mögliche Struk- tur der übertragbaren Datenfelder zu den Zins- und Til- gungsplänen sowie zur Kontokorrentlinie, der aktuell von allen Beteiligten im Projekt DiFin hinsichtlich der Machbarkeit geprüft wird. Parallel hierzu laufen bei IT- Sender- und -Empfängerdienstleistern Voruntersuchun- gen zu dessen technischer Umsetzung. Die endgültige Implementierung und Nutzbarkeit des Rückkanals ist für Mitte 2021 vorgesehen.
Weitere Infos sowie eine Liste der teilnehmenden Finanzinstitute (wird laufend aktualisiert) unter: www.digitaler- nanzbericht.de/ausblick
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Wirtschafts- und Steuerrecht KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Gesetz zur Umsetzung
der Änderungsrichtlinie (EU) 2018/843 zur Vierten EU-Geldwäscherichtlinie (EU) 2015/849
Schreiben Bundesverwaltungsamt vom 4. November 2019
Seit Oktober 2017 sind u. a. juristische Personen des Privatrechts und eingetragene Per- sonengesellschaften verp ichtet, der Bundesanzeiger Verlag GmbH als registerführende Stelle ihre wirtschaftlich Berechtigten zur Eintragung in das Transparenzregister elektro- nisch über www.transparenzregister.de mitzuteilen. Bei Verstößen gegen diese und weite- re P ichten aus dem Geldwäschegesetz (GwG) drohen den Vereinigungen erhebliche Buß- gelder. Wir weisen daher darauf hin, dass eine verspätete Mitteilung deutlich milder geahn- det wird als eine nicht erfolgte Mitteilung. Nach dem Bußgeldkatalog des Bundesverwal- tungsamtes verfünffacht sich das Bußgeld bei Nicht-Meldern.
Unabhängig von den emp ndlichen Bußgeldern sind (vorbehaltlich des Inkrafttretens des o. g. Umsetzungsgesetzes) ab Januar 2020 bestandskräftige Bußgeldentscheidungen, die wegen Verstößen gegen die Mitteilungsp icht ergangen sind, nach § 57 GwG-neu im Internet zu veröffentlichen. Es handelt sich bei dieser Regelung um die Umsetzung von EU- Vorgaben.
Für die betroffenen Vereinigungen und auch die verantwortlichen Leitungspersonen kön- nen sich hieraus erhebliche Konsequenzen im nationalen sowie internationalen Rechts- und Geschäftsverkehr ergeben.
Die Veröffentlichung kann vermieden werden, indem die Mitteilung der wirtschaftlich Be- rechtigten noch im Jahr 2019 nachgeholt wird. Nach Auffassung des Bundesverwaltungs- amtes ndet die Veröffentlichungs p icht keine Anwendung auf Verstöße, die vor 2020 beendet wurden.
Im Sinne der betroffenen und von Ihnen betreuten Unternehmen bitten wir um die zeitna- he Weitergabe und Verbreitung der Informationen über das Trans-parenzregister und die drohende Veröffentlichung von Verstößen. Überdies möchten wir auf die folgenden Rechtsauffassungen des BVA und besonders hervorzuhebende Gesetzesänderungen auf- merksam machen:
1) Staatsangehörigkeit
Bei den wirtschaftlich Berechtigten ist im Transparenzregister künftig auch die Staatsange- hörigkeit anzugeben (§ 19 Abs. 1 GwG-neu), sofern die Mitteilungs ktion des § 20 Abs. 2 GwG-neu nicht greift.
2) Ermittlungs- und Dokumentationsp icht
Hat eine Vereinigung keine Angaben ihrer wirtschaftlich Berechtigten erhalten (nach § 20 Abs. 3 GwG), muss sie von ihren Anteilseignern, soweit sie ihr bekannt sind, in angemes- senem Umfang Auskunft zu den wirtschaftlich Berechtigten der Vereinigung verlangen. Die Vereinigung hat die Auskunftsersuchen sowie die eingeholten Informationen zu dokumen- tieren (§ 20 Abs. 3a GwG-neu). Verstöße sind bußgeldbewehrt.


KAMMER KOMPAKT 2 | 2019 Wirtschafts- und Steuerrecht
3) Unstimmigkeitsmeldungen
Stellen nach dem GwG besonders Verp ichtete nach § 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 GwG-neu Un- stimmigkeiten zwischen den Angaben über die wirtschaftlich Berechtigten, die im Trans- parenzregister zugänglich sind, und den ihnen zur Verfügung stehenden Angaben und Er- kenntnissen über die wirtschaftlich Berechtigten fest, ist dies der registerführenden Stelle unverzüglich zu melden. Von Unstimmigkeiten ist auszugehen, wenn Eintragungen nach § 20 Abs. 1 und 2 GwG sowie nach § 21 Abs. 1 und 2 GwG fehlen, einzelne Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten nach § 19 Abs. 1 GwG abweichen oder wenn abweichende wirtschaftlich Berechtigte ermittelt werden.
4) Einsichtnahme in das Transparenzregister
Nach § 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 GwG-neu steht allen Mitgliedern der Öffentlichkeit künftig ein Einsichtnahmerecht zu. Der Nachweis eines berechtigten Interesses ist ab 2020 nicht mehr erforderlich. Die Identi kation des Einsichtnehmenden und die Erhebung einer Gebühr für die Einsichtnahme bleiben jedoch bestehen.
5) Mitteilungsp icht von GmbHs ohne elektronische Gesellschafterliste
Für die Fiktion der Mitteilung nach § 20 Abs. 2 GwG ist bei einer GmbH/UG die elektronische Abrufbarkeit der Gesellschafterliste oder des Musterprotokolls im Handelsregister zwin- gende Voraussetzung. Bei GmbHs, die vor 2007 gegründet wurden, ist dies jedoch regel- mäßig nicht der Fall. Eine Mitteilung an das Trans-parenzregister oder die elektronische Veröffentlichung der Gesellschafterliste über das Handelsregister ist folglich zwingend er- forderlich, sofern natürliche Personen mittelbar oder unmittelbar mehr als 25 % der Kapi- talanteile oder Stimmrechte kontrollieren.
6) MitteiIungsp icht von Kommanditgesellschaften
Die Mitteilungs ktion nach § 20 Abs. 2 GwG greift bei Kommanditgesellschaften nur in Ausnahmefällen. Begründet ist dies darin, dass im aktuellen Abdruck des Handelsregisters lediglich die Haftsumme der Kommanditisten i. S. v. § 171 HGB eingetragen ist, nicht aber deren P ichteinlage (= Kapitalanteile). Haftsumme und Kapitalanteile können ganz erheb- lich voneinander abweichen. Zudem lässt sich ohne Kenntnis der Kapitalbeteiligung des Komplementärs, die ebenfalls nicht im Handelsregister eingetragen wird, die prozentuale Beteiligung der Kommanditisten nicht ermitteln.
Weitere Ausführungen zu rechtlichen Fragen rund um das Transparenzregister nden
Sie in den FAQ des BVA: www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Aufgaben/ZMV/ Transparenzregister/Transparenzregister_FAQ. pdf
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1 | In der durch den Entwurf eines Gesetzes zur weiteren steuer- lichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften vorgesehenen Fassung (BR-Drs. 356/19).
Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM): Abruf der Lohnsteuerabzugsmerkmale im ELStAM-Verfah- ren für gemäß § 1 Absatz 4 EStG beschränkt einkommen- steuerpflichtige Arbeitnehmer ab 1. Januar 2020
BMF-Schreiben vom 8. November 2018 (BStBl I Seite 1137)
Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder gilt in Bezug auf den Abruf der Lohnsteuerabzugsmerkmale im ELStAM-Verfahren für gemäß § 1 Absatz 4 EStG be- schränkt einkommensteuerp ichtige Arbeitnehmer Folgendes:
1. Start des Arbeitgeberabrufs zum 1. Januar 2020
Der elektronische Abruf der Lohnsteuerabzugsmerkmale im ELStAM-Verfahren für gemäß § 1 Absatz 4 EStG beschränkt einkommensteuerp ichtige Arbeitnehmer wird zum 1. Januar 2020 freigeschaltet. Arbeitgeber haben ab diesem Zeitpunkt die Lohnsteuerabzugsmerkmale für beschränkt einkommensteuerp ichtige Arbeitnehmer entsprechend den Rz. 44 ff. des BMF- Schreibens vom 8. November 2018 (a.a.O.) im ELStAM-Verfahren abzurufen. Die an- derslautenden Regelungen in den Rz. 89 bis 94 des BMF-Schreibens sind insoweit überholt.
2. Voraussetzung zum Arbeitgeberabruf
Voraussetzung für die Teilnahme von Arbeitnehmern am ELStAM-Verfahren ist die Zuteilung einer Identi kationsnummer. Diese ist nach § 39 Absatz 3 Satz 1 EStG1 beim Betriebsstätten- nanzamt des Arbeitgebers (§ 41a Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 EStG) zu beantragen. Die Zutei- lung einer Identi kationsnummer kann auch der Arbeitgeber beantragen, wenn ihn der Ar- beitnehmer dazu nach § 80 Absatz 1 AO bevollmächtigt hat. Wurde dem beschränkt einkom- mensteuerp ichtigen Arbeitnehmer bereits eine Identi kationsnummer zugeteilt, teilt das Betriebsstätten nanzamt diese auf Anfrage des Arbeitnehmers mit. Der Arbeitgeber ist auch berechtigt, eine Anfrage im Namen des Arbeitnehmers zu stellen.
Zur Beantragung der Identi kationsnummer wird ein bundeseinheitlicher Vordruck zur Verfü- gung gestellt. Der Vordruck wird vor dem Start des Arbeitgeberabrufes auf dem Formularser- ver des Bundes (http://www.formulare-b nv.de) zum Abruf bereitgestellt.
3. Ausnahmen vom ELStAM-Verfahren für beschränkt steuerp ichtige Arbeitnehmer mit Freibetrag im Sinne des § 39a EStG
Voraussetzung für die Teilnahme von Arbeitnehmern am ELStAM-Verfahren ist die Zuteilung eiDie Teilnahme am ELStAM-Verfahren gilt noch nicht für Fälle, in denen für beschränkt steu- erp ichtige Arbeitnehmer ein Freibetrag im Sinne des § 39a EStG berücksichtigt wird. Ent- sprechendes gilt, wenn deren Arbeitslohn nach den Regelungen in Doppelbesteuerungsab- kommen auf Antrag von der Besteuerung freigestellt oder, wenn der Steuerabzug nach den Regelungen in Doppelbesteuerungsabkommen auf Antrag gemindert oder begrenzt wird. In diesen Fällen und auch für Arbeitnehmer, die nach § 1 Absatz 2 EStG erweitert unbeschränkt einkommensteuerp ichtig sind oder nach § 1 Absatz 3 EStG auf Antrag wie unbeschränkt einkommensteuerp ichtig zu behandeln sind, hat das Betriebsstätten nanzamt des Arbeit- gebers (§ 41a Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 EStG) wie bisher auf Antrag eine Papierbescheini- gung für den Lohnsteuerabzug auszustellen und den Arbeitgeberabruf zu sperren. Dies gilt auch dann, wenn für diesen Arbeitnehmerkreis auf Anforderung des Finanzamts oder aus
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Wirtschafts- und Steuerrecht KAMMER KOMPAKT 2 | 2019


KAMMER KOMPAKT 2 | 2019 Wirtschafts- und Steuerrecht
anderen Gründen (z. B. früherer Wohnsitz im Inland) steuerliche Identi kationsnummern vor- liegen. Der beschränkt einkommensteuerp ichtige Arbeitnehmer hat dem Arbeitgeber die Papierbescheinigung unverzüglich vorzulegen.
Der Arbeitgeber eines beschränkt einkommensteuerp ichtigen Arbeitnehmers ist zum Abruf der ELStAM berechtigt und verp ichtet, wenn dem beschränkt einkommensteuerp ichtigen Arbeitnehmer eine Identi kationsnummer zugeteilt und diese dem Arbeitgeber mitgeteilt wurde und der Arbeitnehmer keine Papierbescheinigung vorgelegt hat. Wurde dem Arbeit- geber vom beschränkt einkommensteuerp ichtigen Arbeitnehmer eine Papierbescheinigung vorgelegt, tritt diese für den vermerkten Gültigkeitszeitraum an die Stelle der bereits abgeru- fenen ELStAM. Der Arbeitgeber hat in diesem Fall den Lohnsteuerabzug anhand der Papier- bescheinigung vorzunehmen.
4. Übergangsregelung für vereinfachte Antragsverfahren
Haben das Betriebsstätten nanzamt und der Arbeitgeber aufgrund einer Vielzahl gleichgela- gerter Einzelfälle (z. B. beschränkt steuerp ichtige Betriebsrentner), in denen Papierbeschei- nigungen für den Lohnsteuerabzug auszustellen waren, bislang ein vereinfachtes Antrags- oder Listenverfahren praktiziert, bestehen keine Bedenken, für die in den Listen aufgeführten Arbeitnehmer auch nach dem 31. Dezember 2019 hieran festzuhalten.
Unabhängig davon, dass in diesen Fällen der Lohnsteuerabzug weiterhin auf der Grundlage von Papierbescheinigungen durchgeführt werden darf, kann für diese Arbeitnehmer die Ver- gabe der Identi kationsnummer listenmäßig beantragt werden, wenn die Bestimmungen zum Datenschutz, wie sie der bundeseinheitliche Vordruck vorsieht, entsprechend einge- halten werden. Die Übergangsregelung ist längstens bis zum Abschluss der programmtech- nischen Einbindung von im Inland nicht meldep ichtigen Arbeitnehmern in das ELStAM- Verfahren anzuwenden.
5. Anwendungszeitpunkt
Dieses Schreiben ist ab dem 1. Januar 2020 anzuwenden.
Das Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht.
Es steht ab sofort für eine Übergangszeit auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Finanzen zum Abruf bereit. www.bundes nanzministerium.de
Rubrik » Themen » Steuern – Steuerarten – Lohnsteuer – BMF-Schreiben/Allgemeines
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Veranstaltungen | Termine
KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Kammertermine
1./2. Juli 2019
Erweiterte Sitzung Ausschuss Buka 30a, Aus-/Fortbildung Herr Zeplin
3./4. Juli 2019
273. Präsidialsitzung Berlin
StB Dr. Stein
11. Juli 2019
Freisprechungsfeier Steuerfachangestellte Sommerprüfung 2019
StB Dr. Stein, RA Hähnlein
12. August 2019
Besprechung
mit Berufsrechtsreferentin Frau RDin Schanz
RA Hähnlein
15. August 2019
Antrittsbesuch beim Finanzminister/Staatssekretär FinMin M-V
StB Dr. Stein, RA Hähnlein
23. August 2019
Verabschiedung Präsident Edgar Wilk Präsidialmitglieder
StBK Rheinland-Pfalz
StB Dr. Stein, EP Breitsprecher
27. August 2019
201. Vorstandssitzung Rostock
Vorstand, RA Hähnlein
29. August 2019
Zeugnisübergabe Einstellungsjahrgang 2017 FH Güstrow
RA Hähnlein
2. September 2019
Sitzung Ausschuss 80 Handelsrecht, Abschluss- erstellung, Prüfungswesen StB Tiepke
3. September 2019
Ausschuss 30a
Aus- und Fortbildung
der Mitarbeiter,
erweiterte Ausschusssitzung Herr Zeplin
3. September 2019
Workshop:
Den digitalen Wandel managen – Die Technik, Pilotseminar
StB Witt
6./7. September 2019
22. Jobfactory Rostock
Herr Wundschock
10. September 2019
274. Präsidialsitzung Berlin
StB Dr. Stein
10. September 2019
Sitzung Landesausschuss Berufsbildung
Schwerin
RA Hähnlein
10. September 2019
70. Jubiläum
Bund der Steuerzahler Deutschland e. V., Berlin RA Hähnlein
11. September 2019
Gespräch mit Präsidenten der Steuerberaterkammern Berlin
StB Dr. Stein
11. September 2019
Sommerfest der Bundes- steuerberaterkammer Berlin
StB Dr. Stein, StB Tiepke, RA Hähnlein
12. September 2019
8. BWL-Symposium
StB Dr. Stein, RA Hähnlein
16./17. September 2019
Mitgliederversammlung
Verein »DIE MEDIATION M-V e. V.« Rostock
19. September 2019
Wirtschaftsempfang
IHK zu Neubrandenburg Neubrandenburg
StB Dr. Stein, StB Tiepke, RA Hähnlein
24. September 2019
Geschäftsführerkonferenz Ost Erfurt
RA Hähnlein, Herr Zeplin
27. September 2019
Mitgliederversammlung LFB M-V e. V.
Schwerin
RA Hähnlein
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KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Veranstaltungen | Termine
8. - 10. Oktober 2019
Schriftliche Prüfung Steuerberater
15./16. Oktober 2019
275. Präsidialsitzung Berlin
StB Dr. Stein
16. Oktober 2019
Schriftlicher Teil Fachassistent Rechnungswesen/Controlling Berlin, FH Stralsund
17. Oktober 2019
Schriftliche Prüfung Fachassistent Lohn und Gehalt
20. - 22. Oktober 2019
42. Deutscher Steuerberatertag Berlin
StB Dr. Stein, StB Tiepke,
RA Hähnlein
23. Oktober 2019
Klimatagung Finanzverwaltung/Berufsstand Warnemünde
Vorstand, RA Hähnlein
24. Oktober 2019
27. Warnemünder »Fachtagung Steuern – Recht – Wirtschaft« Vorstand, RA Hähnlein
29. Oktober 2019
Parlamentarischer Abend LFB M-V e. V.
Schwerin
StB Dr. Stein, RA Tiepke, StB Hillmann, RA Hähnlein
4. November 2019
Berufsrechtstagung DWS-Institut
StB Dr. Stein, RA Hähnlein
5. November 2019
Geschäftsführerkonferenz Buka, Vorabendveranstaltung DWS Berlin
RA Hähnlein
7. - 9. November 2019
Arbeitstagung der Norddeutschen Kammern mit Richtern und Staatsanwälten der Berufsge- richtsbarkeit Lübeck
StB Dr. Stein, StB Mau, StB Dr. Koch, RA Hähnlein
11. November 2019
Sitzung Landesausschuss Berufsbildung
Schwerin
RA Hähnlein
13./14. November 2019
276. Präsidialsitzung Berlin
StB Dr. Stein
15. November 2019
Mitgliederversammlung LFB M-V e. V.
Schwerin
StB Mau, RA Hähnlein
18./19. November 2019
Schriftlicher Teil Winterprüfung 2019/2020 Steuerfachangestellte Rostock
21. November 2019
Gespräch mit Steuerabteilungsleiterin Finanzministerium M-V MRin Niedergesäß Schwerin
StB Dr. Stein, RA Hähnlein
22. November 2019
57. Fachvortragsveranstaltung StBK S-H
Kiel
RA Hähnlein
25. November 2019
DWS Symposium und Mitgliederversammlung Berlin
StB Dr. Stein
29. November 2019
Mitgliederversammlung Bildungsinstitut Rostock Vorstand, RA Hähnlein
3. Dezember 2019
Notenkonferenz Steuer- beraterprüfung 2019/2020 Schwerin
RA Hähnlein
4. Dezember 2019
Sitzung
Ausschuss für Haushalts- und Finanzfragen Rostock
StB Tiepke, RA Hähnlein
6. Dezember 2019
106. Sitzung Beirat DATEV StB Dr. Stein
10. Dezember 2019
203. Vorstandssitzung Vorstand, RA Hähnlein
11. – 13. Dezember 2019
Schriftlicher Teil Fachwirtprüfung
Juli – Dezember 2019
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Information KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
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BStBK informiert
Neuauflage: Muster-Verfahrensdokumentation zum ersetzenden Scannen 2.0
Ab sofort steht die Muster-Verfahrensdokumentation zum ersetzenden Scannen (2.0) in einer aktualisierten und redaktionell überarbeiteten Fassung zur Verfügung. Damit ersetzt sie die vorhergehende Muster-Verfah- rensdokumentation zur Digitalisierung und elektroni- schen Aufbewahrung von Belegen inkl. Vernichtung der Papierbelege (Stand: April 2018).
Mit der Veröffentlichung der Grundsätze zur ordnungs- mäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) am 28. November 2019 auf der Webseite des BMF ist die Muster-Verfahrens- dokumentation neu aufgelegt und um den Themenbe- reich des mobilen Scannens erweitert worden. Die Finanzverwaltung gestattet nunmehr das mobile Scannen, also das Abfotogra eren von Belegen mit einem Smartphone, und auch das Speichern von Be- legen in der Cloud.
Die Muster-Verfahrensdokumentation wurde als Hilfe- stellung gemeinsam von der Bundessteuerberater- kammer und dem Deutschen Steuerberaterverband e.V. erarbeitet. Sie gibt den Buchführungs- und Auf-
zeichnungsp ichtigen Musterformulierungen zum Um- gang mit digitali-sierten Belegen und zur Organisation und Dokumentation dieser Prozesse. In der Muster-Ver- fahrensdokumentation werden die einzelnen Verfah- rensschritte der Belegbearbeitung vom Posteingang über die Prüfung und Digitalisierung bis zur Archivie- rung für das zentrale und das mobile Scannen be- schrieben. Außerdem werden weitere Anforderungen formuliert, wie z. B. die genaue Unterweisung der mit dem zentralen und mobilen Scannen betrauten Mit- arbeiter, die Festlegung der für das Scannen ver- wendeten Hard- und Software, die Zuständigkeiten für die einzelnen Verfahrensschritte und die Anforderungen für ein internes Kontrollsystem.
Erstmals enthalten ist auch eine Musterformulierung zur Einweisung der Mitarbeiter in die Digitalisierungs- verfahren.
Die aktualisierte Muster-Verfahrensdokumentation ist unter www.bstbk.de oder auf unserer Webseite www. bstbk-mv.de abrufbar. Im internen Mitgliedbereich kön- nen Sie das Dokument auch zusätzlich in einer Word- version beziehen. (29. November 2019)


KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Information
Die KfW als Begleiter im digitalen Zeitalter
Auch wenn autonom fahrende Pkw oder Busse oder miteinander kommuni- zierende Haushaltsgeräte im Smart Home noch als Zukunftsvision erschei- nen, kann sich dies schnell ändern. In der Landwirtschaft ist der Einsatz von Drohnen und satellitengesteuerten Traktoren bereits Praxis. Werwettbewerbs- fähig bleiben will, muss deshalb jetzt in digitale Technologien investieren.
Aktuelle Herausforderungen für Steuerberater
Die digitale Transformation stellt auch den Beruf des Steuerberaters vor neue Herausforderungen. Der Wandel ist tiefgreifend: Die digitalisierbaren Tätigkeiten gerade in der Finanzbuchhaltung werden künftig entfallen, das Tätigkeitsfeld Beratung hingegen an Bedeutung gewinnen. Das gilt für die steuerrechtliche ebenso wie für die betriebswirtschaftliche Beratung. Der Steuerberater wird für seine Beratungsaufgaben durch die Digitalisierung mehr Freiraum gewinnen, aber auch mehr Zeit in die Weiterbildung inves- tieren müssen.
Angebote der KfW
Die KfW stellt Fördermittel für Digitalisierungsmaßnahmen in der Wirtschaft bereit. Der zinsgünstige „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“ der KfW steht neben etablierten Mittelständlern und Freiberu ern seit kurzem auch jungen Unternehmen und Start-ups zur Verfügung. Gefördert wird das gesamte Spektrum digitaler Technologien – beispielsweise die Vernetzung der Produktionssysteme, der Aufbau digitaler Plattformen im Vertrieb oder Maßnahmen zur Verbesserung der Datengeschwindigkeit oder Datensi- cherheit im Unternehmen. Detaillierte Informationen zum Programm nden sich online unter www.kfw.de/digitalisieren. Dies ist sowohl für die eigene Kanzlei wie auch für die Beratung von Mandanten von Interesse. Darüber hinaus hält die KfW regelmäßig aktualisierte Informationen und Services für Steuerberater auf ihrer Homepage bereit: www.kfw.de/steuerberater. Hier informiert sie über ihre Produkte, die Veranstaltungsangebote der KfW Akademie und über Online-Seminare rund um die KfW-Förderprodukte. Eine weitere neue Arbeitshilfe ist der gewerbliche Förder nder der KfW – er zeigt auf einen Blick die fünf wichtigsten gewerblichen Förderprogram- me und gibt nützliche Informationen zum Thema Nachfolge.
www.kfw.de/PDF/Download-Center/Förderprogramme-(Inlandsförde- rung)/PDF-Dokumente/Arbeitshilfen-Präsentationen/Arbeitshilfen/KfW_ One_Pager_gewerblicher_Foerderung.pdf)
Digitalisierung beschleunigt Kreditvergabe
Früher war die Dauer der Antragsbearbeitung bei der Fördermittelvergabe ein Kritikpunkt seitens der Steuerberater und ihrer Mandanten. Mit der Plattform BDO (Bankdurchleitung Online 2.0) hat die KfW hier Abhilfe ge- schaffen. Innerhalb kürzester Zeit lässt sich auf diesem Weg abklären, ob die gewünschte Finanzierung des Mandanten mit Fördermitteln begleiten werden kann – noch während des Gesprächs des Unternehmers mit dem Kundenberater der Bank. BDO macht das Kreditverfahren schnell und transparent und wird sukzessive für alle gewerblichen Programme der KfW ausgebaut. Sie sollen zum Jahreswechsel 2019/2020 vollständig digital ge- währt werden können.
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Sanierungs- bürgschaften des Landes Mecklenburg- Vorpommern
Verwaltungsvorschrift
des Finanzministeriums M-V
Durch die Gesellschaft für Strukturentwicklung und Arbeitsmarktpolitik (GSA) wurde auf eine neu verabschiedete Richtlinie für die Übernah- me von Bürgschaften des Landes Mecklenburg- Vorpommern zugunsten von Unternehmen in Schwierigkeiten aufmerksam gemacht. Hintergrund der besonderen Sanierungsbürg- schaftsrichtlinie ist es, größeren Unternehmen, die bereits EU-rechtlich unterstützt worden sind, erneut zur Seite zu stehen.
Träger dieser Bürgschaften ist die Bürgschafts- bank Mecklenburg-Vorpommern. Die entspre- chenden Genehmigungsverfahren für die wie- derholte Förderung ist vereinfacht und kann in- nerhalb überschaubarer Zeit eingeholt werden.
Die Richtlinie für die Übernahme von Bürgschaf- ten des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu Gunsten von Un-ternehmen in Schwierigkeiten (Sanierungs-Bürgschafts-Richtlinie – SanBürgRL M-V) ist im Amtsblatt für Mecklenburg-Vorpommern 2019, Nr. 23, S. 693 ff. veröffentlicht worden.


Information KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
DEUTSCHER STEUERBERATERKONGRESS 2020
Schon heute vormerken: Das große Jahrestreffen des Berufsstands der Steuerberaterinnen und Steuerberater in Deutschland findet am 11. und 12. Mai 2020 im »Maritim Hotel« in Berlin statt!
Der Kongress bietet ein umfangreiches, topaktuelles Fachprogramm. Hochkarätige Experten geben in ihren Vorträgen wertvolle Praxishinweise zu Themen, mit denen sich der Berufsstand aktuell be- fasst. Um die Teilnahme am Kongress noch interessanter und praxisnäher zu gestalten, werden die Referate in neuen Formaten angeboten. Neben den Vorträgen zum aktuellen Steuerrecht und zu den Top-Themen Digitalisierung/Kanzleimanagement werden unter den Überschriften „Fallstudien“ und „Workshops“ sehr praxisnah und interaktiv wichtige Themen aus dem Berufsalltag beleuchtet.
Das können die Teilnehmer erwarten:
Aktuelles Steuerrecht Fallstudien
• Das Aktuellste: Wichtige Neuerungen
zu Grundsteuer, Gemeinnützigkeit/Ehrenamt, Unternehmenssteuerrecht (Sievert, Köln)
• Update Ertragsteuern (Strahl, Köln)
• Aktuelles zur Umsatzsteuer (Küffner, München)
Digitalisierung und Kanzleimanagement
• E-Rechnung, GoBD, Mobiles sowie ersetzendes Scannen, Verfahrensdokumen- tation (Groß, München)
• Aktuelle Entwicklungen im Berufs- und Vergütungsrecht (Feiter, Düsseldorf)
• Treffpunkt junger Steuerberater:
Die Steuerkanzlei 4.0 – Neue Herausforderun gen und Lösungsansätze
• Konstruktive Kommunikation und effektive Gesprächsführung für StB (Halla-Heißen, Münster)
• Fallstudien zum grenzüberschreitenden Personaleinsatz
(Buschermöhle, Stuttgart/Schmidt, Hamburg)
• Beratung im insolvenznahen Bereich – Stolperfallen für Mandant und Steuerberater (Kahlert, Hamburg/Schmidt, Hamburg)
• Anzeigep ichten für Steuergestaltungen – Was kommt auf Steuerberater zu? (Ditz, Bonn)
Workshops
• Beratung international agierender KMU (Cloer, Wiesbaden/Kudert, Frankfurt (Oder)
• Digitalisierung des Besteuerungsverfahrens (Lindgens, Bonn)
• Kassenführung und Kassennachschau (Buchholz, Berlin/Bienner, Berlin)
• Zölle und Verbrauchsteuern (Wolffgang, Münster/Schröer-Schallenberg, Lengerich)
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Neben der fachlichen Fortbildung ist der DEUTSCHE STEUERBERATERKONGRESS auch die geeig- nete Plattform für den Austausch und die Kontaktp ege mit Berufskolleginnen und -kollegen. Eine umfangreiche Fachausstellung mit innovativen Produkten sowie ein Begrüßungs- und ein „Feier“- Abend runden den Kongress ab.
Detaillierte Informationen und Anmeldungen unter: www.deutscher-steuerberaterkongress.de Die Kongressbroschüre ist ab Februar unter www.bstbk.de abrufbar oder kann bei der Bundes- steuerberaterkammer (Telefon: 030 240087-0 | Telefax: 030 240087-99 | E-Mail: [email protected]) angefordert werden.


KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Gratulation
Herzliche Glückwünsche ...
zum Geburtstag
50 Jahre
StB/WP Axel Rautenberg, Rostock StB Karin Behm, Barth
StB Manuela Matz, Grimmen
StB Raik Mönke, Pasewalk
StB Ingo Burghardt, Ludwigslust
StB/WPin Anett Menkhaus-Kuhr, Rostock StB/WP Mario Rudnick, Bad Doberan
StB/WP Matthias Wienandt, Techentin OT Below StB Jürgen Zapfe, Bergen auf Rügen
60 Jahre
StB Marion-Sybille Feja, Ludwigslust StB André Buschmann, Zinnowitz StB Doris Körner, Wismar
StB Holger Pilz, Poseritz
StB Dr. Sigrid Paarmann, Rostock StB/vBP Gerd Ebert, Rostock
StB Christiane Knull, Rostock StB Carsten David, Rostock
StB Johann Grensemann, Ribnitz-Damgarten
65 Jahre
StB Ellen Krüger, Roggentin
StB/vBP Sieghard Christeleit, Ueckermünde
StB/WPin Gudrun Jäger-Sadenwater, Holldorf OT Ballwitz StB Herbert Stinn, Bergen auf Rügen
StBv Jürgen Reimann, Kirch-Jesar
StB Ulrich Krause, Sassnitz/Rügen
StB/WP Prof. Dr. Winfried Melcher, Schwerin
70 Jahre
StB Siegfried Schmidt, Ostseebad Boltenhagen StB Paul Menninghaus, Wismar
StB Monika Schippmann, Elmenhorst/Lichtenhagen
75 Jahre
StB Hans-Jürgen Hasselbusch, Plau am See StB Friedrich Wittfoth, Schwerin
zum Berufs-/ Betriebsjubiläum
25 Jahre
StB Kay Leonhardt, Ribnitz-Damgarten StB Henning Dierks, Rostock
WSR Anklam StBG mbH, Anklam
30 Jahre
StB Harald Gebauer, Binz/Rügen wetreu Nord GmbH StBG, Wismar
35 Jahre
StB/RA Wolfgang Raddatz, Schwerin
40 Jahre
StB/vBP Jürgen Bauland, Greifswald StB Michael Fuhlisch, Neustrelitz
45 Jahre
StBv Birgit Gruber, Wismar
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Information
KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Werde jetzt Steuerer!
Unternehmen steuern kann man lernen. Du bist auf dem besten Weg.
Wir bieten Dir Seminare, Praktikumsplätze, Networking
und Stellenangebote für Studienjobs bei einem Steuerberater. Du sammelst vielseitige praktische Erfahrungen, knüpfst wertvolle Kontakte und profitierst zusätzlich von einer leistungsgerechten Entlohnung.
Alle Unternehmen sind auf Steuerfachleute angewiesen, die sich für ihr gutes Recht einsetzen – der Markt ist riesig.
Weitere Informationen findest Du auf www.stbk-mv.de oder www.werde-steuerer.de. Oder ruf an, Deine Ansprechpartner sind Mitarbeiter der Steuerberaterkammer M-V, Telefon: 0381.7767676.
Eine Initiative der Steuerberaterkammer und des Steuerberaterverbandes M-V | Ostseeallee 40 | 18107 Rostock


KAMMER KOMPAKT 2 | 2019 Berufsrecht | Gebührenrecht
Mittelgebühr und Ermessenszuschlag
von 20 Prozent bei der Gebührenbestimmung
Urteil des OLG Frankfurt
vom 5. Oktober 2018, Az. 8 U 203/17
Dem Urteil des OLG Frankfurt vom 5. Oktober 2018, Az. 8 U 203/17, lag die Honorarklage einer Steuerberatungsgesellschaft für das Erstellen von Steuererklärungen und Jahresabschlüssen zu- grunde. Für die Erstellung der Jahresabschlüsse nach § 35 Abs. 1 Nr. 1a StBVV hatte die Steuer- beratungsgesellschaft 30/10 (25/10 Mittelgebühr zzgl. 20 % Ermessensspielraum = 5/10) in Rech- nung gestellt, die Gebührenansätze jedoch nicht begründet. Das OLG Frankfurt entschied, dass das geforderte Honorar nur in Höhe der Mittelgebühr von 25/10 gerechtfertigt sei.
Das Urteil des OLG Frankfurt wurde in der Folge häu g dahingehend fehlinterpretiert, dass eine Toleranzgrenze von 20 % grundsätzlich nicht mehr gewährt wird. Das Urteil trifft folgende für die Praxis der Gebührenabrechnung wichtige Aussagen:
1. Festigung der Mittelgebühr
Die Entscheidung stärkt die Anwendung der Mittelgebühr, die der Steuerberater grundsätzlich ohne Begründung beanspruchen kann (im Einklang mit OLG Hamm, Urteil vom 26. November 2013, Az. 25 U 5/13). Etwas Anderes gilt nur für Fälle, in denen der Mandant vorträgt, dass die Angelegenheit unterdurchschnittlich schwierig bzw. aufwendig gewesen sei.
Die Darlegungs- und Beweislast für die Billigkeit der getroffenen Gebührenbestimmung liege nach Auffassung des Gerichts zwar grundsätzlich beim Steuerberater (Verweis auf OLG Hamm, Urteil vom 26. November 2013, Az. 25 U 5/13). Er habe die Umstände, die für den konkreten Gebührensatz maßgeblich sind, im Streitfall zu benennen. Dieser Grundsatz sei jedoch einzu- schränken, wenn Steuerberater die Mittelgebühr in Fällen berechnen, die in Angelegenheiten von durchschnittlicher Bedeutung, durchschnittlichem Tätigkeitsaufwand und durchschnittlichem Schwierigkeitsgrade und einem Auftraggeber in durchschnittlichen Vermögens- und Einkom- mensverhältnissen anzuwenden ist. In diesen Fällen können Steuerberater ohne näheren Vortrag die Mittelgebühr beanspruchen (sog. verkürzte Darlegungslast).
2. Gebühr oberhalb der Mittelgebühr muss begründet werden
Wird eine Gebühr oberhalb der Mittelgebühr in Rechnung gestellt, kann der Steuerberater diese im Streitfall nur beanspruchen, wenn er die Kriterien für die Bewertung der Angelegenheit als überdurchschnittlich offenlegt und im Zweifel auch beweist (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 26. No- vember 2013, Az. 25 U 5/13; LG Essen, Urteil vom 28. November 2013, Az. 18 O 130/13).
Ein Ermessenszuschlag von 20 % erhält der Steuerberater nicht, wenn er diesen ohne näheren Vortrag beansprucht. Anderenfalls wäre die Gebühr, die der Steuerberater ohne besonderen Nachweis verlangen könnte, stets die Mittelgebühr zzgl. 20 %. Dafür gibt es aus Sicht des Ge- richts jedoch keinen einleuchtenden Grund.
Im Streitfall hatte die Steuerberatungsgesellschaft die Gebühr von 30/10 ohne Begründung an- gesetzt. Das Gericht sah daher im konkreten Fall keine Anhaltspunkte für die Ausübung eines Ermessens, das einen Ermessenszuschlag rechtfertigen könnte. Damit hat das OLG Frankfurt der Toleranzgrenze von 20 % jedoch keine generelle Absage erteilt. Wären durch die Steuerbera- tungsgesellschaft die Entscheidungskriterien für den Ansatz oberhalb der Mittelgebühr liegen- den Gebühr dargelegt worden, hätte das Gericht wohl auch eine Toleranzgrenze von bis zu 20 %
b
berücksichtigen müssen (vgl. Klaeren in Kanzlei intern 3/2019, S. 3; Raab in DStR 2019, S. 1431).
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Berufsregister | Berufsrecht KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Mitteilungen zum Berufsregister
Die Steuerberaterkammer hat die Aufgabe, das Berufsregister für alle Steuerbevollmäch- tigten, Steuerberater, Steuerberatungsgesellschaften und weitere P ichtmitglieder zu führen, vgl. §§ 45 ff. DVStB i. V. m. § 76 Abs. 5 StBerG.
Die einzutragenden Tatsachen sind in den §§ 46 ff. DVStB i. V. m. § 22 BOStB geregelt. Auf Wunsch können auch die Funktelefonnummer oder Internetadresse im Berufsregister der Kammer geführt werden. Die E-Mail-Anschrift ist eine mitteilungsp ichtige Tatsache.
Damit das Berufsregister den tatsächlichen Stand wiedergibt, ist der Kammer auch jede Änderung bei den einzutragenden Tatsachen mitzuteilen. Diese Verp ichtung geht im Alltag oft unter.
Wir bitten deshalb, die gegenwärtigen Eintragungen im Berufsregister zu prüfen und der Kammer etwaige Änderungen mitzuteilen. Gern können Sie hierfür die entsprechenden Berufsregisterblätter anfordern.
Mitteilungspflichten bei Steuerberatungsgesellschaften
Steuerberatungsgesellschaften sind verp ichtet, der Kammer jede Änderung des Gesell- schaftsvertrages, der Satzung, der Gesellschafter oder der Vertretungsberechtigten inner- halb eines Monats anzuzeigen, vgl. § 49 Abs. 4 StBerG.
Der Anzeige ist eine Abschrift der jeweiligen Urkunde in notarieller Form beizufügen, § 49 Abs. 4 S. 2 StBerG. Wird die Änderung auch im Handels- oder Partnerschaftsregister ein- getragen, so reicht eine einfache Kopie der jeweiligen Urkunde sowie ein amtlicher Aus- druck der Eintragung aus, § 49 Abs. 4 S. 3 StBerG.
Aus gegebenem Anlass weisen wir nochmals darauf hin, dass die Kammer verp ichtet ist, auf die Einhaltung der Formvorschriften zu bestehen. Wir bitten Sie daher, aktuell eingereichte Urkunden und Registerauszüge – sofern nicht bereits geschehen – in der beschriebenen Form nachzureichen und auch bei künftigen Veränderungen die geschil- derte Form zu beachten. Es besteht nach wie vor die Möglichkeit, die entsprechenden Originaldokumente bei der Kammergeschäftsstelle einzureichen. Sobald diese im Re- gister eingep egt wurden, senden wir Ihnen die Dokumente unaufgefordert zurück.
Veränderungen im Berufsregister
Prüfungsfreie Bestellung
StB Hinrich Seidel, Rostock
Verlegungen nach Mecklenburg-Vorpommern
StB Ellmar Tanner, Wismar (von StBK Berlin) StB Daniela Hiller, Rostock (von StBK Hamburg) StB Anette Heute, Putbus
(von StBK Westfahlen Lippe)
Löschungen
StB Jörg Becker, Stralsund (Verzicht)
StB Rainer Berheide, Rostock (Verzicht)
StB/RA Prof. Dr. Ulf-Peter Krause,
Greifswald (Verzicht)
StB Waltraud Putzer, Neubrandenburg (Verzicht) StB Wolfgang Raddatz, Schwerin (Verzicht)
ETL CJTax GmbH Steuerberatungsgesellschaft, Neubrandenburg (Verlegung zur StBK Düsseldorf)
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KAMMER KOMPAKT 2 | 2019 Berufsregister | Berufsrecht
Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs
Im Berichtszeitraum wurden vier strafbewehrte Unterlassungserklärungen wegen un- lauteren Wettbewerbs gegenüber der Kammer abgegeben. Durch das Landgericht Ro- stock wurde ein Anerkenntnisurteil erlassen und ein Vergleich abgeschlossen, die wir Ihnen nachfolgend auszugsweise bekannt geben:
Unterlassungserklärung vom 14. Juni 2019
Herr Peter Weise, verp ichtet sich, es künftig zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr zu Wettbewerbszwecken Tätigkeiten und Leistungen anzubieten und zu erbringen, die dem steuerberatenden Beruf vorbehalten sind, solange die dafür notwendigen Voraussetzungen fehlen, sowie uneingeschränkt mit ihnen zu werben, insbesondere folgende Tätigkeiten betreffend: Verwendung der Berufsbezeichnung „Steuerberater“.
Unterlassungserklärung vom 12. August 2019
Herr Lars Hengemühle, Bergstr. 51, 19055 Schwerin, verp ichtet sich, es künftig zu unter- lassen, im geschäftlichen Verkehr zu Wettbewerbszwecken Tätigkeiten und Leistungen anzubieten und zu erbringen, die dem steuerberatenden Beruf vorbehalten sind, solange die dafür notwendigen Voraussetzungen fehlen, sowie uneingeschränkt mit ihnen zu werben, insbesondere folgende Tätigkeiten betreffend: „Finanzbuchhaltung“, „Buchhaltung“, „Buch- führung“, „Jahresabschlüsse“.
Versäumnisurteil vom 9. Oktober 2019
Frau Angelika Ziemer, Mühlenstraße 9, 18199 Rostock, wird verurteilt, es bei Meidung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000 EUR für jeden Fall der Zuwiderhandlung und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, Ordnungshaft oder Ordnungshaft bis zu sechs Monaten, zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr zu Wettbewerbszwecken Tätig- keiten und Leistungen anzubieten und zu erbringen, die den steuerberatenden Beruf vor- behalten sind, solange die dafür notwendigen Voraussetzungen fehlen, sowie uneinge- schränkt – d. h. ohne im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang mit diesen Angaben durch eine konkrete Leistungsbeschreibung deutlich zu machen, welche der nach § 6 Ziff. 3 und 4 StBerG zulässigen Teilleistungen damit erbracht werden und dass darüber hinaus- gehende Leistungen nicht erbracht werden – mit diesen Tätigkeiten und Leistungen zu werben, insbesondere folgende Tätigkeiten betreffend: „Einkommenssteuererklärung“.
Unterlassungserklärung vom 25. Oktober 2019
Frau Marlis Paap, Helsinkier Str. 31, 18107 Rostock, verp ichtet sich, es künftig zu unterlas- sen, im geschäftlichen Verkehr zu Wettbewerbszwecken Tätigkeiten und Leistungen anzu- bieten und zu erbringen, die dem steuerberatenden Beruf vorbehalten sind, solange die dafür notwendigen Voraussetzungen fehlen, sowie uneingeschränkt mit ihnen zu werben, insbesondere folgende Tätigkeiten betreffend: „Buchführungshilfe“.
Unterlassungserklärung vom 11. November 2019
Die BuchChecker Gesellschaft für Rechnungswesen und Rechnungslegung mbH, vertreten durch Herrn Marco Vergin, Tannenweg 22, 18059 Rostock, verp ichtet sich, es künftig zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr zu Wettbewerbszwecken Tätigkeiten und Leistungen anzubieten und zu erbringen, die dem steuerberatenden Beruf vorbehalten sind, solange die dafür notwendigen Voraussetzungen fehlen, sowie uneingeschränkt mit ihnen zu werben, insbesondere folgende Tätigkeiten betreffend: „Erstellung von Lohnbuchhaltung“, „Erstel- lung von Finanzbuchhaltung“, „[... alle Geschäfte, die damit im Zusammenhang stehen...]“.
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Sonstiges
KAMMER KOMPAKT 2 | 2019
Literaturhinweise
Überarbeitete Produkte DWS
Nr. 19a Nr. 19b Nr. 59 Nr. 60 Nr. 73 Nr. 74 Nr. 1001 Nr. 1005 Nr. 1007 Nr. 1013 Nr. 1015 Nr. 1017 Nr. 1018 Nr. 1026 Nr. 1100 Nr. 1111
Nr. 1626 Nr. 1627 Nr. 1636 Nr. 1654
Nr. 1678 Nr. 1679 Nr. 1681 Nr. 1691 Nr. 1696 Nr. 1698 Nr. 1702 Nr. 1704
Nr. 1705 Nr. 1710
Nr. 1721 Nr. 1727 Nr. 1730 Nr. 1735 Nr. 1762 Nr. 1769 Nr. 1770
Freier-Mitarbeiter-Vertrag für Berufsangehörige + Hinweise Freier-Mitarbeiter-Vertrag – für Nicht-Berufsangehörige + Hinweise Umsatzsteuer bei Heilberufen
Existenzgründung
Veräußerung und Aufgabe von Betrieben – Ertrag- und Verkehrssteuerliche Konsequenzen Sanierungsberatung für kleine und mittelständische Unternehmen
Hinweise zur Verwendung der AGB, der Steuerberatungsverträge
Datenschutzinformation für Mandanten
Hinweisblatt zum Vordruck Datenschutzinformation für Mandanten Umwandlung eines Einzelunternehmens oder einer GbR in eine GmbH Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH & Co. KG Ausgliederung
Verschmelzung von Kapitalgesellschaften
Kleine AG für kleine und mittlere Unternehmen
Rangrücktrittsvereinbarungen
Kommentierte Checkliste zur Prüfung der Finanzanlagenvermittler
inkl. Bericht und Vollständigkeitserklärung
Verlustrechnungsmöglichkeiten bei Kapitalgesellschaften
Eigen- und Fremdkapital in der Personengesellschaft
Latente Steuern
Wege aus der Pensionsverp ichtung bei Pensionszusagen an Gesellschafter-Geschäftsführer
von Kapitalgesellschaften
P ichten des GmbH-Geschäftsführers in der Unternehmenskrise
Kasseneinnahmen – Fehler vermeiden!
Fallstricke des Sozialversicherungsrechts
Ertrag- und umsatzsteuerliche Besonderheiten des E-Commerce – Was müssen Start-ups beachten? Homeof ce – Hinweise für die Umsetzung in Kanzleien
Bauleistungen und Umsatzsteuer
Doppelte Haushaltsführung
Unternehmensbewertung kleinerer und mittlerer Unternehmen –
Besonderheiten bei der Ermittlung eines objektiven Unternehmenswerts
Update Mindestlohn – Grundlagen 2019
Grunderwerbsteuer beim Erwerb von Anteilen an Grundbesitzenden Gesellschaften
(§ 1 Abs. 2a, 3 und 3a GrEStG)
Die steuerliche Selbstanzeige – Fehler vermeiden
Scheinselbstständigkeit
Rechnungslegung, Bilanzierung und Besteuerung in der Liquidation
Grenzüberschreitende Reihengeschäfte – Grundlagen & Praxishinweise zu umsatzsteuerl. Regelungen Verein – gGmbH – Stiftung – Gemeinnützige Non-Pro t-Organisation im Vergleich Blockheizkraftwerke – Zündstoff und Fallstricke
Ansatz von Fahrtkosten – Brennpunkt 1. Tagesstätte
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KAMMER KOMPAKT 2 | 2
9 Sonstiges 9
20
0
1
1
Nr. 1777 Nr. 1788 Nr. 1792 Nr. 1797 Nr. 1808 Nr. 1812 Nr. 1816 Nr. 1831 Nr. 1849 Nr. 1856 Nr. 1857 Nr. 1865 Nr. 1870 Nr. 1872 Nr. 1878 Nr. 1881 Nr. 1883 Nr. 1884 Nr. 1887 Nr. 2001
Gastronomie Lohn- und Gehaltsabrechnung 2019 – Besonderheiten und Möglichkeiten Minijobs und Midijobs 2019 – Hinweise für Unternehmen und Privathaushalte Besteuerung im Kfz-Gewerbe
Betriebskostenreform – Änderungen für kleine und mittlere Unternehmen Freiberu erpraxen – Eintritt und Austritt gegen Sachwertab ndung
Beschäftigung von Arbeitnehmern im Rentenalter
Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler – Besonderheiten ihrer Besteuerung
Internes Kontrollsystem – Organisation und Dokumentation
Erweiterte Grundbesitzkürzung – Die versteckte Steuerbefreiung in der Gewerbesteuer Lohnsteuerklassenwahl – Optimierungsmöglichkeiten
Ergänzungsbilanzen nach Anteilserwerb
Umsatzsteuer und internes Kontrollsystem – Musterbeispiel für die Kleinunternehmen Ehebedingte Zuwendungen
Steuerliche Förderung des Mietwohnungsneubaus: Überblick über die gesetzliche Neureglung Beschränkte Steuerp icht von natürlichen Personen in der Einkommensteuer
Sonstige Leistungen über Internetplattformen – steuerliche Behandlung von Umsätzen Gesellschafterfremd nanzierung von GmbHs – Darlehen, Bürgschaften und Co.
Gespräch zum Abschluss der Einkommensteuererklärung – Unterschätztes Potenzial Betriebsaufspaltung – Chancen und Risiken
Mandanteninformation 2019 – Steuerthemen zum Halbjahreswechsel
Neue Produkte DWS
Nr. 180 Nr. 181 Nr. 183 Nr. 184 Nr. 1774 Nr. 1776 Nr. 1786 Nr. 1824 Nr. 1842 Nr. 1850 Nr. 1853 Nr. 1854 Nr. 1863 Nr. 1864 Nr. 1868 Nr. 1873 Nr. 1876 Nr. 1882 Nr. 1889
Infogra k: Anforderungen an ein Fahrtenbuch
Infogra k: Betriebsveranstaltungen
Infogra k: Elektronischer Rechnungstausch
Infogra k: Das häusliche Arbeitszimmer
Gesellschafterdarlehen an Kapitalgesellschaften
Kassengesetz 2020 – Upgrade Anforderungen an die elektronische Aufzeichnungssysteme Vergütung in gemeinnützigen Vereinen und Stiftungen sowie in der gGmbH
Bewertung des Sachanlagevermögens
Lagebericht
Betriebliche Altersversorgung bei Unternehmenskauf, Unternehmensverkauf IT-Sicherheit in der Kanzlei
Digitaler Finanzbericht (DiFIN)
Digitaler Nachlass – Bestandsaufnahme und Hinweise für Erben
Todesfall – Notfallmanagement – Erforderliche Maßnahmen
Umsatzsteuer im Online-Handel (Einkauf und Verkauf) – Vermeidung von Steuerfallen Differenzbesteuerung bei der Umsatzsteuer
Besteuerung von Sportkursleitern, Personal Trainern und Berufssportlern
Besteuerung von Youtubern, Bloggern, In uencern und Ebay-Verkäufern Brexit-Steuerbegleitgesetz – Hinweise zu den steuerlichen Maßnahmen für Unternehmern
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10. Juni 2020
30 Jahre Berufsstand Festakt . Sommerfest
in Rostock
23. April 2020
30. ordentliche Kammerversammlung
in Rostock
Radison Blu
Hotel


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