The words you are searching are inside this book. To get more targeted content, please make full-text search by clicking here.
Discover the best professional documents and content resources in AnyFlip Document Base.
Search
Published by , 2016-02-17 10:02:47

Karnevalsspiegel 2016.compressed

Karnevalsspiegel 2016.compressed

25. Januar 2015

Kinderkostümfes 2015

Nach jahrelanger Pause übernahm die KG Vorgebirgssterne in alt bekannter Weise,
am 25. Jan. 2015 wieder das Kinderkostümfest. Die KG und ihre Freunde hatten sich
gut auf den Tag vorbereitet, so wurde das Fest ein voller Erfolg.
Sonntag: 25. Jan. 2015 13 Uhr: Die Türe zum Festzelt auf dem Dorfplatz öffnete sich
und Cowboys, Indianer, Prinzessinnen, Hexen, kleine Tiger, Elefanten und was es alles
an phantasievollen, bunten Kostümen noch gibt, stürmten in das Festzelt.

Ein super tolles Spieleteam stand parat, als Moderatorin Marlies Hennes pünktlich um
14 Uhr das Fest im vollen Zelt eröffnete.
Zu Beginn zeigte die Tanzgruppe der KG Vorgebirgssterne ihre gut trainierten Tänze.

Nun folgte der erste Höhepunkt: Prinzessin Melanie I mit ihrem staatzem Gefolge und
Ortsausschussvorsitzendem Wolfgang Mertgen zogen Kamelle werfend in das volle
Zelt ein und die Pänz waren außer Rand und Band.

www.vorgebirgssterne.de 77

Nach der Begrüßung folgte auf der Bühne die erste Aufgabe für die Karnevalisten:
Tauziehen von klein bis ganz groß – Prinzessin, Gefolge und Kinder zogen um die
Wette. Alle hatten riesigen Spaß dabei.

Weiter ging es mit Jonglieren von Tischtennisbällen. Bei den ganz Kleinen war Hilfe
seitens der Eltern erlaubt. Die Sieger wurden mit Preisen belohnt.
Neben den Spielen auf der Bühne gab es auch ein ständiges Angebot:
an einem Tisch im Zelt konnten phantasievolle Bilder gemalt werden. Belohnt wurde
jeder Mitspieler mit einem leckeren, frisch gebackenem Laugenbretzel-Orden, den die
Kinder mit Stolz trugen.

Auf der Bühne startete ein Wettspiel nach dem anderen, für jedes Alter war etwas da-
bei. Melanie I und einige Erwachsene wurden u. a. als Mumien eingewickelt. Das ergab
schon sehr merkwürdige Gestalten. Es machte riesig Spaß zuzusehen, mit welchem
Eifer und welcher Geschwindigkeit eingewickelt wurde.
78 www.vorgebirgssterne.de

Nun folgten die weiteren Höhepunkte Schlag auf Schlag:
Das Alfterer Kinderprinzenpaar Alexandra I. und Luca I. mit Gefolge
hatten sich angekündigt und statteten dem Kinderkostümfest mit
Begeisterung und super guter Stimmung ihren Besuch ab.
Für den folgenden Höhepunkt, etwas, was es in
Roisdorf noch nie gegeben hat, hatten Tobias
und Nicole gesorgt. Mit Pauken und Trompeten
hielten die Kinder der Bonner Ehrengarde und
die kleinen Stadtsoldaten Pänz begleitet von der
Kinder Bonna Amy I. und Kinderprinz Niklas I.
mit Gefolge Einzug auf der Bühne.

www.vorgebirgssterne.de 79

Der Discjockey spielte reichlich, was die Anlage hergab und das Zelt

tobte. Neben dem gelungenen Programm war auch für die Verköstigung

der vielen kleinen und großen Karnevalisten gesorgt. Am Eingang wurden

fleißig Waffeln gebacken, die Freunde der KG kamen richtig ins Schwitzen

und hatten alle Hände voll zu tun.

Mit einer großen Polonaise, angeführt von Melanie I. fand das Kinder-

kostümfest seinen Abschluss.

Die gemalten Bilder der Kinder wurden von einer Jury bewertet und die Sieger erhiel-

ten Preise für ihre Kunstwerke. Es wurde geschunkelt, getanzt und viel gelacht. Das

Spieleteam, die Waffelbäckerinnen und die Moderatorin warfen zum Ende für alle

Gäste Kamelle, was das Zeug hielt. Die Kinder strahlten und die Eltern schauten nur in

zufriedene Gesichter.

So ging ein gelungenes Kinderkostümfest zu Ende und alle freuen sich auf das nächs-

te Jahr, wenn es wieder heißt: Kinderkostümfest in Roisdorf auf dem Dorfplatz ist

angesagt. Auch einen großen Dank an den Kassierer mit Helferin, die auch ihren Spaß

hatten.

Fazit: Es war ein guter Neustart für das Kinderkostümfest unter Leitung der KG Vorge-

birgssterne und Freunde. Marlies Hennes

www.vorgebirgssterne.de 81

www.vorgebirgssterne.de 83

Freitag, 30. Januar 2015:

„Mädchensitzung“
der Frauengemeinschaft

Fest verankert im Terminkalender der weiblichen Bevölkerung Roisdorfs war einst der
„Mütterkaffee“, dann hieß es für eine Reihe von Jahren „Bunter Nachmittag“, in 2015
nun fand diese beliebte Veranstaltung der katholischen Frauengemeinschaft (kfd)
unserer Ortschaft erstmals unter dem Titel „Mädchensitzung“ statt. Neben der neuen
Bezeichnung gab es auch einen neuen Wochentag, und so waren diesmal am Frei-
tag, dem 30. Januar 2015, erneut rund 300 Gäste – nach alter Tradition sind (bis auf
wenige VIP‘s und die „dienstbaren Geister“) ausschließlich Frauen zugelassen – zum
Festzelt auf dem Dorfplatz gekommen. In der bunt kostümierten Schar befanden sich
etwa ein ganzer Tisch voller Rosen (der Gattung Sonnenblumen) sowie die seltenen
Möllebaach-Renn-Enten (der Gattung Heimatfreunde), um nur ein paar wenige Kostü-
me beispielhaft zu erwähnen.

Die Begrüßung erfolgte durch die im vergangenen Herbst neu-
gewählte Teamsprecherin der Roisdorfer Frauengemeinschaft,
Heike Engels. Danach servierten die „kfd-Mäuse“ gemäß alter
Tradition ihren Gästen zunächst Kaffee und Kuchen. Es folgte
ein erstes närrisches Medley, vorgetragen vom kfd-Chor.

www.vorgebirgssterne.de 85

Doch ganz vorne waren an einem Tisch noch jede Menge freie Plätze – natürlich, die
wichtigste Person des Roisdorfer Karnevals fehlte ja noch: Also hieß es nun „auf von
den Stühlen“ zum Einzug von Prinzessin Melanie I. und ihrem Gefolge, die begeistert
empfangen wurde.

Zum Einzug für den ersten Büttvortrag des Nachmittags
hätte gut „Flieger, grüß mir die Sonne“ der Gruppe Extrab-
reit oder „Über den Wolken“ von Reinhard Mey gepasst.
Das Stück hieß „Jumbo-Jet“, gewandet in eine schmucke
Piloten-Uniform erzählte Renate Hennes humorvoll vom
Flieger-Alltag.
In eine – fast original – französische Atmosphäre ver-
wandelt wurde das Zelt bei der Aufführung von „Pariser
Nachtleben in Roisdorf“. In eleganten stilechten Kostümen
präsentierten etwa ein Dutzend Damen der Roisdorfer kfd
den wahrscheinlich berühmtesten Tanz, den man mit der
Hauptstadt unseres großen westlichen Nachbarn verbin-
det: Chan-Chan.

Aus der Bühne wurde sodann – dank www.vorgebirgssterne.de
eifrig tätiger „Kulissenschieber“ – ein
häusliches Wohnzimmer für das Stück
„Tupper-Party“, zu der sich einige
Damen und ein Herr verabredet hatten ...

86

Das hiernach folgende „Dinner for four“ zeigte zwei befreundete Ehepaare
bei einem festlichen Abendessen. Die Lokalität konnte nicht ganz ein-
deutig bestimmt werden, doch vermutlich war es das Restaurant „Zum
gemütlichen Festzelt“. Aber der Verlauf dieses Abends war dann doch
irgendwie anders als ursprünglich geplant …

Im Anschluss gehörte die Bühne 87
unserer Prinzessin Melanie I. mit
ihrem Gefolge, die aufgrund
akutem „Männermangel“ tatkräf-
tig unterstützt von Diakon Adi
Halbach und OAS-Vorsitzendem
Wolfgang Mertgen – ihren „Tanz
der Session“ präsentierte.
Nach diesem flotten Tanz wur-
de das Tempo geradezu rasant
bei der nächsten Aufführung,
die treffenderweise denn auch
als „Schnelle Mädchensit-
zung“ im Programm angekün-
digt war. Die Veranstaltungs-
höhepunkte wechselten hierbei
schneller als der Berichterstat-
ter hätte mitschreiben können,
so seien beispielhaft genannt
der legendäre Büttenredner
„Weltenbummler“ oder „Et fussig
Julsche“ (beide, Gerd Rück (1993)
und Marita Köllner (1999), sind
übrigens ausgezeichnet worden
als „Magister linguae et humoris
Coloniensis“) sowie das unvergleichliche
„Colonia Duett“, die neben vielen anderen
Stars des kölschen Fasteleers – von den
Aktiven der kfd verkörpert – in rascher Folge
die Bühne bevölkerten und den verdienten
Applaus des Publikums erhielten.

www.vorgebirgssterne.de

Fest zum Programm ge-

hörte einst zum Bunten

Nachmittag und jetzt offen-

sichtlich auch zur Mädchen-

sitzung der „Tanz der KFD“.

Ein knappes Dutzend aktive

der Frauengemeinschaft hatte diesen

einstudiert und begeisterte die Damen-

welt im Zelt.

Was würde sich unter demTitel

„Überraschungsauftritt“ wohl ver-

bergen? Anneliese Sieghart holte

hierzu die Roisdorfer Karnevalsle-

gende Maria Bell auf die Bühne, die

– wie das Leben so spielt – rein

zufällig ein Schachspiel dabei hatte.

Um es mit Heinz Erhardt zu sagen:

„Gnädige Frau, ich habe solange

nicht mehr geschacht ...“.

„Angi und Jogi“ Zwei Namen, Zwei

Damen, Ein Bühnenerfolg! Die

beiden Vollblut-Karnevalistinnen

Anneliese Sieghard und Ursula Köhl

holten bei ihrem Auftritt Bundeskanzlerin „Angie“ Merkel

und Weltmeister-Trainer „Jogi“ Löw auf die Bühne. De-

ren Dialog strapazierte ausgiebig die Lachmuskeln aller

im Zelt.Der letzte Punkt im offiziellen Programm dieser

Mädchensitzung hieß – wie auch schon in den Jahren

zuvor – „Finale“, hierzu versammelten sich nochmals

alle Aktiven der kfd auf der Bühne. Jeweils in kleinen

Gruppen hatten sie sich ihre Lieblingssänger-/band

als Vorbild genommen – einige der Damen zeigten

sich beispielsweise als „Pirate, wild und frei“ oder im

weißen Bademantel – und präsentierten dem begeis-

terten Publikum eine bunte Liedauswahl. Doch nach

dem Finale ging es weiter: Zunächst hatte Prinzessin

Melanie I. noch einmal einen Auftritt, denn

nun fanden (außer ihrem Chefadjutanten

und OAS-Vorsitzendem Wolfgang Mertgen,

die schon die ganze Zeit über die Sitzung

hatten genießen dürfen) auch die übrigen

Männer ihres Gefolges Einlass. Begleitet

wurde das ganze „Schmölzje“ – passend

zur Begleitmusik „Tote Enten lässt man

nicht verwesen, tote Enten bringt man

besser zum Chinesen“ – von einigen der

Eingangs erwähnten Heimatfreunde-Möllebaach-Enten, die aber zum Glück noch äußerst

lebendig wirkten. Das ganze Gefolge präsentierte dann noch einmal den Tanz der Session,

hiermit endete das Bühnenprogramm … aber nicht die Stimmung, denn viele machten es

sich anschließend noch im Zelt gemütlich und feierten weiter. Wilfried Schwarz

www.vorgebirgssterne.de 89

Sonntag, 01. Februar 2015:

Mundartmesse in Sankt Sebastian

Der Januar war gerade erst vorüber, als einen Tag vor dem Fest der
„Darstellung des Herrn“ (im Volksmund „Maria Lichtmess“ genannt) –
die entsprechende Krippenszene mit der Heiligen Familie sowie Hannah und Simeon
im Tempel kündete hiervon – die Roisdorfer Kirche Sankt Sebastian einen ungewohnt
bunten Eindruck machte. Denn die Pfarrgemeinde hatte gemeinsam mit der K.G.
Vorgebirgssterne zu einer Mundartmesse eingeladen, und viele der Gottesdienstteil-
nehmer waren in ihrer Vereinsuniform oder bunt kostümiert erschienen.

„Unser rheinischer Karneval hat seine Wurzeln im christlichen Kirchenjahr. Zugleich
ist er das Forum, auf dem unsere Mundart mit ihren zahlreichen Varianten lebendig
bleibt. So verwundert es nicht, dass in vielen Kirchengemeinden des Rheinlandes sich
Gottesdienst und Mundart treffen.“ mit diesen Worten beginnt Franz-Josef Monschau
in der Verbandszeitschrift „Konfettiregen 2014“ des Regionalverbandes Rhein-Sieg-
Eifel im Bund Deutscher Karneval sein Plädoyer für die Mundartmesse unter dem Titel
„Däm Herrjott zor Iehr!“ und fährt fort „Der Gebrauch des Dialekts, dieser volksnahen
Form der Muttersprache, macht den Teilnehmern deutlich, dass Kirche, Sakrament,
Heimat und heimatliches Brauchtum eine innere Einheit bilden. Mit Gott in der seit
Kindertagen vertrauten Muttersprache reden zu können, das schafft Vertrautheit und
Nähe.“

www.vorgebirgssterne.de 91

Diese Gedanken hätten auch zu unserer Gottesdienstfeier gepasst,
die von Pfarrer Jörg Stockem sowie den Diakonen Adi Halbach und
Hubert Ganser zelebriert wurde.

Neben der Roisdor-
fer Prinzessin Mela-
nie I. – in Begleitung
ihres Gefolges sowie
dem Ortsausschuss-
Vorsitzenden Wolfgang
Mertgen – waren auch
alle Tollitäten aus den
anderen Stadtteilen Bornheims: Kinderprinzessin Sally I. aus Waldorf, Prinzessin Nina
I. aus Merten, Prinz Lothar I. aus Widdig sowie das Bornheimer Prinzenpaar Antje I.
und Heiko I.; sowie Vertreter der örtlichen Vereine hierzu gekommen. Der Kirchenchor
Cäcilia unserer Pfarrgemeinde hatte die musikalische Begleitung dieser besonderen
Messfeier übernommen, dessen scheidender Leiter Jan Groth wurde bei dieser Gele-

genheit feierlich verabschiedet.

Die Fürbitten trugen vor Marlies Gratzfeld, 2.
Vorsitzende der K.G. Vorgebirgssterne, und Dr.
Ernst Gierlich, Vorsitzender der Heimatfreunde
Roisdorf.

www.vorgebirgssterne.de 93

Bürgerfrühschoppen

www.vorgebirgssterne.de 95

www.vorgebirgssterne.de 97

Mittwoch, 04. Februar 2015

Mittwochstreff

www.vorgebirgssterne.de 99

12. Februar 2015

RATHAUSSTURM

www.vorgebirgssterne.de 101

www.vorgebirgssterne.de 103

Donnerstag, 12. Februar 2015:

Weiberfastnachtszug

Nach der Vorstellung im November und der
offiziellen Proklamation zu Beginn eines Jahres ist
dieses Datum für unsere jeweils amtierende
Roisdorfer Lieblichkeit natürlich der absolute Höhe-
punkt einer jeden jecken Session: Weiberfastnacht
mit dem großen Umzug durch die Straßen unserer
Ortschaft. Prinzessin Melanie I. besuchte am Vor-
mittag zunächst Kindergärten und Grundschule.
Später ging es dann zum Rathaus der Stadt
Bornheim, das sich ja bekanntlich auf Roisdorfer
„Hoheitsgebiet“ befindet. Mithilfe der Unterstützung
durch die anderen Tollitäten konnten die Verteidiger
um Bürgermeister Henseler dem Rathaussturm
nicht viel entgegensetzen und mussten bald
kapitulieren.

Kurz nach Mittag formierte sich dann (über Grenz-
straße und Bendenweg) der traditionelle Weiber-
fastnachtszug und zog durch die Roisdorfer
Straßen:

www.vorgebirgssterne.de 105

Anno MMXV eröffnete den närrischen Lindwurm die karnevalserfahrene
Gruppe Corinna Wilden. Deren Mitglieder hatten sich bei ihrer Mottosuche
bei der vielleicht berühmtesten Oper Mozarts bedient: „Papagena un die
Zauberflöte – keene blös esu schön wie mir“ lautete das von farben-

prächtig gewandeten Papageien in rot/gelb/blau verkörperte Motto.

Eine neue Gruppierung in unserem Zug stammte aus 107
dem städtischen Kindergarten Lummerland:
Zur gelungenen Premiere boten die Erzie-
herinnen und Eltern eine phantasie-
volle „Samba Musikgruppe“
für Auge und Ohr. Dazu ver-
kündeten sie: „Ramba Zamba
Lummerland, für jecke Tön senn
mir bekannt“. Dabei verwendeten
sie für die Erzeugung der
jecke Tön durchaus
ungewöhn-
liche
Instrumen-
te, so wurde
beispiels-
weise auch
auf Leitern
und Mülltonnen
getrommelt.

www.vorgebirgssterne.de

Mit einer rollenden Festung nahm in diesem Jahr der Stammtisch
„Flotte Amazonen“ am Umzug teil. Anders jedoch als es der Name dieser
Gruppierung vermuten lässt, waren auch mehrere Männer bei der Wagen-
Burg-Besatzung; die sich im Übrigen gar nicht
kriegerisch gab, sondern – wie alle anderen
Gruppen auch – dem Volk am Straßenrand
freundlich gesinnt war und eifrig Kamelle
verteilte.

Für die musikalische Begleitung war natürlich auch wieder von der Zugleitung (für deren
Arbeit ein herzliches „Dankeschön“!), gesorgt worden: Schon seit vielen Jahren berei-
chern die Musikanten vom Fanfarencorps Rot-Weiß Flerzheim e.V. unseren Umzug.

www.vorgebirgssterne.de 109

Die älteste noch bestehende Karnevalsgesellschaft unserer Ortschaft sind die
K.G. Vorgebirgssterne Roisdorf e.V. 1974, die in diesen vier Jahrzehnten sehr viel
für das karnevalistische Brauchtum geleistet haben. Zusammen mit den „alten Hasen“
(einige der Gründungsmitglieder sind immer noch im Vereinsleben aktiv) waren auch
„junge Sternchen“ von der Kindertanzgruppe mit auf dem ägyptischen Jubiläums-
Festwagen: „Zick 40 Johr semme em Fastelovend dobei“ lautete die – zur allge-
meinen Erleichterung nicht in Hieroglyphen gehaltene – Inschrift.

110 www.vorgebirgssterne.de

Nach diesen alteingesessenen Karnevalisten folgten abermals Neulinge
beim Roisdorfer Weiberfastnachtszug: Der Kniffelclub Bornheim war mit
einer überaus stattlichen Schar von jungen Damen und Herren angetreten
und verkündete: „Dies Johr verlosse me oss Höttche, doch iertz ens
backe me kleene Brütche“.

Die Gruppe Kunterbunt, schon lange aktiv im Roisdorfer Karneval und immer wieder
gerne mit dabei, hatte sich für die Kostümauswahl in diesem Jahr möglicherweise bei
dem Orakel von Delphi – ursprünglich geweiht dem Meeresgott Poseidon – beraten
lassen: Diesmal kamen sie also „Aus dem Reich der Tiefe“ an die kunterbunte Ober-
fläche des Weiberfastnachtszuges.

www.vorgebirgssterne.de 111

Ein weiterer neuer Name im Teilnehmerkreis
unseres närrischen Lindwurms war die
Gruppe Jedes Johr im Winter: „Es heißt
es gibt einen Ort, um dort zu leben, muss
man verrückt sein wie ein Hutmacher“,
war deren – zunächst vielleicht etwas schwer
verständliches – Motto. Doch der verrückte Hut-

macher, der seine neue Heimat wohl in Roisdorf gefun-
den hatte, stellte sich sodann als Figur aus „Alice im
Wunderland“ heraus. Laut Wikipedia gilt dieses 1865
erschienene Kinderbuch des britischen Schriftstellers
Lewis Carrol als eines der hervorragenden Werke aus
dem Genre des literarischen Nonsens – und ist damit

doch geradezu prädestiniert, auch im Karneval umge-
setzt zu werden.

Möglicherweise weniger literaturverbunden, aber dafür als echte kölsch-Roisdebe Kö-
besse präsentierte sich der Junggesellenverein „Echte Fründe“ Roisdorf mit einem
großen Bierfass als Wagenmotiv und dem Motto: „Morgens Früh und Abends blau,
dass sind die Jungs vom JGV”.

www.vorgebirgssterne.de 113

Dieser männlichen Domäne folgte sogleich eine rein weibliche
Gruppierung. Die farbenfroh kostümierten Roisdorfer Mädsche sind

schon seit 2009 in unserem Weiberfastnachtszug mit dabei und somit

wahrlich keine karnevalistischen Küken mehr, aber sie stellten in dieser
Session die These auf: „Bunt simme usm Ei jeschlüpft“.

Dass Träume nicht nur Schäume sind, wie der Volksmund bisweilen behauptet, son-

dern durchaus reale Auswirkungen haben können, bewies die nachfolgende Gruppe
E Büttche Buntes. Ihr diesjähriges Motto: „Ich hat ne Droom, als Punker im alten
Rom“ vereinte in einem großen Zeitsprung die römische Antike mit dem ausgehenden

20. Jahrhundert.

www.vorgebirgssterne.de 115

Nicht ganz bis in die Antike, aber weit in die Geschichte unserer Ortschaft bzw. Pfarr-
gemeinde zurück blickte der Kirchenchor „Cäcilia“ anlässlich seines Jubiläumsjah-
res. Schon lange bevor Anno Domini 1939 der erste Karnevalszug überhaupt durch die
Straßen zog, gehörten sie zu Roisdorf: „125 Jahre Kirchenchor: Die Gründungsväter“.

Die Heimatfreunde Roisdorf e.V., Verein für Geschichte und
Brauchtum, waren bei der Mottosuche natürlich wieder heimatnah
geblieben und hatten sich in den Kottenforst begeben: „Bonbons,
lecker wie ne Droom – rähnt et em Kamelleboom“ verkündete
der Bagagewagen. Wie es – insbesondere an Karneval – seit eh
und je Brauch ist, gab es „Kamelle ömmesöss für all“.
“He em Dörp weeß jedes Stömpche,
maachs Kamelle du on Klömpche,

bruchs de sujet net ze koofe,
bruchs bloß en de Beusch ze loofe:

Bonbons, lecker wie ne Droom,
rähnt et em Kamelleboom!”

116 www.vorgebirgssterne.de

Die nächsten Zugteilnehmer kamen vom Tennisclub Roisdorf, die auch
im Karneval ihre sportliche Seite zeigten: „En Russland kumme mer net
in de Schweiß, ävver Qatar is zue heiß“, war ihr närrischer Kommentar

zu den aktuellen bzw. zukünftigen Austragungsorten sportlicher Groß-

ereignisse.

Eine sehr treffend gelungene Kombinati-

on aus Motivwagen, Kostümierung und
Motto bot in diesem Jahr die Gruppe
Bonner Straße mit einem wunder-
schönen Narren-schiff: „Nimm
mich mit Kapitän auf die Reise
…“ hatte die „jecke“ Besatzung

offensichtlich erfolgreich eingefor-

dert, denn sie konnten nun eine

„Kreuzfahrt“ durch die Straßen

unserer Ortschaft unternehmen.

www.vorgebirgssterne.de 117

Närrische Eleganz präsentierte die erstmals unter diesem Namen
auftretende Gruppe Fidele Wiever mit ihrem grün-schwarzen Frack und
Zylinder: „Jeck wie eh un jeh! Mir höppe do und danze he“ verkündeten
die fast ausschließlich weiblichen Teilnehmer dieser Gruppierung, wo
offensichtlich viele Damen der ehemaligen Frauengymnastikgruppe ihr
neues karnevalistisches Zuhause gefunden haben.

Der Brudermeister der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Roisdorf 1848 e.V. hatte
es offensichtlich erneut geschafft, seine Schäfchen ins trockene zu bringen. Und so zog
diesmal eine Schützen-Herde mit Hütehund Bitzer und Farmer Bernd unter dem Motto
„Mäht nix – mach dat Mäh mal ei“ als „Shaun das Schaf“ durch die Roisdorfer Straßen.

www.vorgebirgssterne.de 119

Die Interessengemeinschaft Roisdorfer Karneval hatte es ins Märchen-
land verschlagen: Ihr selbstgebauter Motivwagen (wie es heißt leider zum
letzten mal, damit endet – vorerst (?) – die Ära der von Roisdorfer
Gruppierungen selbsterstellten Wagen im Weiberfastnachtszug. Diese
Leistung über viele Jahre verdient ein großes Kompliment an die Wagen-
bauer!) wurde von einem auf dem Brunnenrand sitzenden Frosch mit Krone
und goldenem Ball geprägt. Dazu kam die Aufforderung: „Küss mich ich bin ein Prinz“.

Das wir hier auf der nördlichen Erd-

halbkugel den Karneval „mitten im

kalten Winter“ feiern, störte die Teil-
nehmer von der Markus Apotheke

überhaupt nicht:
„Der Sommer fängt im Kopf an” verkündete die Apothekenmannschaft sehr über-

zeugend und machte aus dem Weiberfastnachtszug prompt eine Strand-Party.

www.vorgebirgssterne.de 121

Hauptsächlich sind sie während der „Fasnet“ unterwegs in der Region
Bodensee / Oberschwaben, aber an Wieverfastelovend spielten die rund 40
Musiker der Lumpenkapelle Eschach aus Ravensburg bei uns im Zug –

und hinterher noch im Festzelt – sehr zur Freude des Publikums.

Den Gastmusikern aus der alemannischen Fastnacht folgten einheimische Gewächse:
Die Gruppe Sonnenblumen nahm bereits zum 15 mal am Zug teil und zeigte sich –
um in der Sprache der Botanik zu bleiben – keinesfalls verblüht, sondern trieb 2015
erneut karnevalistische Knospen. Bei der Mottowahl hatten sie einen Kostüm-Klassiker
aus Kindheitstagen wiederbelebt: „Yepee Yeah Yaaaa … mir spille Cowgirls und
Indianaaa“. Und es lohnte sich auf die kleinen Details zu achten: So bestand die Be-
waffnung der bezaubernden Cowgirls aus Seifenblasen-Pistolen, und sie hatten – als
„Tattoo“ auf der Wange – auch jede ihr Pferd dabei.

122 www.vorgebirgssterne.de

Die KG Verplant hatte im Vorjahr bereits ihre Zugpremiere bei uns gehabt
und zeigte sich nun bei ihrer erneuten Teilnahme sehr maritim geprägt:
„Wir schwanken hin und her – in Roisdorf und am Meer“ war das
aktuelle Motto, zu dem sich die Damen und Herren dieser Gruppe in
Kadettenuniform präsentierten.

Einige von ihnen sind, anstatt zu feiern, dankenswerter Weise immer zur Absicherung

des Weiberfastnachtszuges im ehrenamtlichen Einsatz. Doch einige Kameraden der
Freiwilligen Feuerwehr zogen – im Jahr ihres 112-jährigen Bestehens – auf einmal

alle mit langen blonden Haaren und in prominenter weiblicher Begleitung „Atemlos
durch die (Weiberfast-)nacht“ und veranstalteten eine „Schlagerparty in Roisdorf:
Atemlos durch et Dörp“.

www.vorgebirgssterne.de 123

Möglicherweise hatte sich die Betriebssportgruppe Roisdorfer
Quellentiger bei der Mottosuche vom Oktoberfest der Musikfreunde
inspirieren lassen, vielleicht lief aber auch während ihrer Beratungen der
80-er Jahre Hit „Mir san a bayrische Band“ von der Spider Murphy Gang
im Radio; auf jeden Fall waren ihre Farben diesmal weiß/blau. Im Zug
propagierten die Vorgebirgs-Bajuwaren dann ihr Motto: „Roisdorf nimm
dich in Acht, die Tiger tragen Tracht“.

Mit seinem Komiteewagen hatte sich der Elferrat der Kolpingsfamilie Roisdorf dies-
mal in ein feudales Casino begeben. „Rien ne va plus“ gilt für diese Herren allerdings
in keinster Weise, und erst recht nicht beim Roisdorfer Fastelovend. Da diese starke
Truppe in der vergangenen Session Ihre Lieblichkeit, Prinzessin Karin II. (Hamacher)
begleitet hatte, zogen sie nun als das „Gefolge vom Vürrschjohr“ durch die Straßen
unserer Ortschaft.

www.vorgebirgssterne.de 125

In ihren seit langem bekannten – doch immer wieder gern gesehenen –
bunten Kostümen präsentierte sich traditionsgemäß die Gruppe der
Böömchesfründe: „Et bliev Tradition, mer jon jedes Johr als Clon“.
Und sie gehen auch wohl so langsam einem närrischen
Jubiläum entgegen, warten wir mal aufs Folgejahr ...

www.vorgebirgssterne.de Die aktiven Karnevalisten der
Gruppierung Roisdorfer Jecke
us all Ecke sind schon seit rund
zweieinhalb Jahrzehnten beim
Zug mit von der Partie, aber
vielleicht waren sie noch nie so
begeistert an Weiberfastnacht
unterwegs wie diesmal. Schon
oft haben sie uns in dieser Zeit
mit phantasievollen Einfällen
und tollen Kostümen überrascht.
Jetzt, in der aktuellen Session,
durften sie voller berechtigtem
Stolz verkünden: „Mir sind
Prinzessin... – Roisdorf is e
Geföhl“.

127

Wenn die Musikfreunde Roisdorf erscheinen und ihren Instrumenten närrische Töne
entlocken, weiß der erfahrene Zuschauer nun kommt der Höhepunkt des Weiberfast-
nachtszuges, den sie Jahr für Jahr ehrenvoll begleiten.

Denn den krönenden Abschluss bildete natürlich – ganz so wie es der Tradition ent-

spricht – „Prinzessin Melanie I.“, die zusammen mit ihrer Familie und dem übrigen

Gefolge sichtlich diesen Tag genoss. Ihre Lieblichkeit strahlte auch hier ihre – bei

vielen Auftritten hier im Ort und im näheren Umfeld schon nachhaltig unter Beweis

gestellte – Karnevalsbegeisterung aus und steckte damit unweigerlich alle Jecken am

Zugweg an. Text: Wilfried Schwarz

128 www.vorgebirgssterne.de

www.vorgebirgssterne.de 129

AFTER ZOCH

www.vorgebirgssterne.de 131

132 www.vorgebirgssterne.de

www.vorgebirgssterne.de 133

Samstag 26. bis Dienstag 29. September 2015

Kirchweihfest –
Großkirmes in Roisdorf

Die Eröffnung der Roisdorfer
Großkirmes erfolgte am Nach-
mittag des 26. September 2015
mit dem traditionellen Fass-
anstich durch Bürgermeister
Wolfgang Henseler. Dies war
der Auftakt für Schausteller und
Ortsvereine, mit dem bunten
Treiben zu beginnen: Die Hei-
matfreunde Roisdorf eV, Verein
für Geschichte und Brauchtum,

boten ihren exklusiven „Düwel“ und den
neuen Fotokalender „Roisdorf, wie es war“
an; die Karnevalsgesellschaft Vorgebirgs-

sterne eV
offerierte in bewährter
Weise mit dem Wein- und Waffelstand
ihren Gästen süße Versuchungen, und

auch der Turn- und Sportverein Roisdorf
eV kümmerte sich um das leibliche Wohl
seiner Besucher.

www.vorgebirgssterne.de 135

Am Sonntagmorgen wurde das Kirchweihfest mit dem Festgottesdienst
fortgesetzt. Diakon Adi Halbach begann seine Predigt mit folgender
Erzählung: Eine Mutter bringt ihren Jungen zum Rabbi. Dieser sagt zu ihm
„Ich gebe dir einen Thaler wenn du mir sagst wo Gott wohnt“. Der Junge
antwortet „Und ich gebe dir zwei Thaler wenn du mir sagst wo Gott nicht
wohnt“. Wo also „wohnt“ Gott? Im Himmel? In der Kirche? Gott wohnt
überall dort, wo wir Jesus Christus in unsere Welt hineinlassen.
Nach der Messfeier war am Ehrenmal die Kranzniederlegung mit dem Ortsausschuss-
Vorsitzenden Wolfgang Mertgen, Kaplan Christian Ikpeamaeze und Diakon Adi
Halbach, begleitet von den Messdienern, den Musikfreunden und Fahnenabordnungen
zahlreicher Ortsvereine. „Dürfen wir uns freuen?“ fragte Wolfgang Mertgen in seiner
kurzen Ansprache, schließlich gehe es hier um das Gedenken an die Verstorbenen.
Doch JA, es gebe genug Grund zur Freude, wir leben in Deutschland immerhin seit 70
Jahren im Frieden, wir haben vor 25 Jahren unser getrenntes Vaterland – in Frieden
und Freiheit – wiedervereinigen können. Und jetzt kämen mit den Flüchtlingen Men-
schen auf der Suche nach Frieden und Freiheit zu uns, wir sollten ihnen helfen, dies
hier zu finden, so wie man auch uns nach dem Zweiten Weltkrieg geholfen habe.
Sichtbarer Ausdruck der Freude waren nach der Kranzniederlegung dann der Tanz des
Paias mit Prinzessin Melanie und das Fähndelschwenken der Junggesellen. Anschlie-
ßend bezog der Paias sein Quartier für die Kirmestage in der Gaststätte „Zur gemütli-
chen Ecke“.

www.vorgebirgssterne.de 137

138 www.vorgebirgssterne.de

www.vorgebirgssterne.de 139

Die Hauptattraktion am Kirmesmontag war
das Entenrennen der Heimatfreunde. Die

extra aus diesem Anlass frisch präparierte
Rennstrecke des Möllebaach wurde zum

vierten Mal Austragungsort für dieses – leider
noch nicht olympische – Großereignis.
60 Standardenten und rund 20 Individualenten gingen in

diesem Jahr an den Start.

Die Auswertung ergab folgende Sieger:
Entenkönigin wurde Bianca Schmitz-Radtke,
Entenkönig Jens Scheffler,
Entenprinzessin Anne Karad,
Entenprinz Karl Fiebiger.

www.vorgebirgssterne.de 141

Am Nachmittag des Kirmesdienstag kamen die Damen und Herren des Mittwochstreff

im Zelt der Vorgebirgssterne zu einem gemütlichen Waffelessen zusammen. Den Ab-

schluss der Roisdorfer Großkirmes markierte sodann traditionsgemäß die Verhandlung

über die Untaten des Paias am Abend. Das Hohe Kirmesgericht stand erneut unter der

Leitung des ehrenwerten Richters Dr. Ernst Gierlich (Vorsitzender der Heimatfreunde),

sowie in bewährter Art und Weise die beiden Gegenspieler Tanja Worringer als Ver-

treterin der Anklage und Hans Hamacher (Präsident des Elferrates der Kolpingsfamilie

Roisdorf) als Pflichtverteidiger.

Nach der Liste von Untaten, die dem Paias auch dieses Jahr wieder von der Staats-

anwältin zur Last gelegt wurden, konnte trotz der Gegenrede des Verteidigers und des

beherzten Eingreifens von Prinzessin Melanie – sogar ein Fluchtversuch musste durch

den Berichterstatter unterbunden werden – am Ende natürlich nur ein Urteil stehen:

Die sofortige Verbrennung des Paias sei die einzige angemessene Strafe, befand das

Kirmesgericht. Wilfried Schwarz

142 www.vorgebirgssterne.de
















Click to View FlipBook Version